Rue de Paradis

Alexander Oetker
Kriminalroman
erschienen bei Hoffman und Campe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Aktuell und spannend

Bei einer Sturmflut wurde die Straße Rue de Paradis auf der Halbinsel Cap Ferret überschwemmt. Eine Frau ist in ihrem Haus ertrunken.
Es stellt sich heraus, dass dort nie hätte gebaut werden dürfen.
Jetzt sollen die Häuser abgerissen werden. Die Bewohner werden umgesiedelt.
Doch einige wehren sich ihre Häuser und die idyllische Küste zu verlassen.
Luc Verlain, der in Bordaux zusammen mit seiner Lebensgefährtin Anouk auf die Geburt ihrer Tochter warten soll zum Cap Ferret um zu vermittel.
Doch die Vermittlungen sind zäh, die Bewohner sind aufgebracht.
In der Nacht kommt es erneut zu einer Sturmflut. Bald sind die Bewohner und Luc Verlain von der Außenwelt abgeschnitten.
Die Bewohner retten sich ins Restaurant Chez Jean dessen obere Etage nicht vom Wasser erfasst wird.
Bei der Suche nach den noch fehlenden Bewohnern wird der Bürgermeister tot im Wasser aufgefunden.
Da er eine Kopfverletzung hat geht Luc Verlain von Mord aus und der Täter ist mitten unter ihnen.

„Rue de Paradis “ ist mittlerweile schon der 5. Aquitaine Krimi von Alexander Oetker.
Luc Verlain der smarte Kommissar ist mir schon gleich im ersten Band sympathisch gewesen.
Luc soll eigentlich nur die Bewohner davon überzeugen ihre Häuser zu verlassen.
Doch dann kommt eine Nacht des Schreckens und Luc ist mitten in einer Mordermittlung.
Von der Außenwelt abgeschnitten sitzen die Bewohner der Rue de Paradis zusammen im Restaurant Chez Jean.
Einer von ihnen ist ein Mörder. Eins haben alle gemeinsam, sie hassen den Bürgermeister.
Nur wer ist so weit gegangen ihn zu ermorden.
Luc Verlain beleuchtet jeden der Verdächtige und ihre Verhältnisse zum Bürgermeister.
Wie auch im Buch erwähnt, hat auch mich die ganze Story an Agatha Christi und Mord im Orient Express erinnert.

Die Ermittlungen im Mordfall dauern nur die eine Nacht.
Es war spannend die Verhältnisse der einzelnen Bewohner und dem Bürgermeister zu entschlüsseln.
Bei jeder Person mit der sich Luc beschäftigt hatte sah ich ein Motiv.
Doch Luc ist ein fantastischer Ermittler mit schneller Auffassungsgabe und er kann gut kombinieren.

Der Schreibstil von Alexander Oetker ist fesselnd, seine Krimis haben Spannung die sich durch das ganze Buch zieht.
Natürlich fehlt in diesem Buch auch das gute Essen nicht.
Mir ist schon manchmal das Wasser im Mund zusammengelaufen.
Im Anhang verspricht Alexander Oetker mit „Sternenmeer“ den 6. Band der Reihe für den Herbst 2022.
Ich freu mich drauf.

In ewiger Freundschaft

Nele Neuhaus
Kriminalroman
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley de. und an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Großartiger Jubiläumsband

Heike Wersch, die beste Freundin von Hennings Literaturagentin Maria Hausschild wird vermisst.
Er bittet Pia doch einmal bei ihr zu Hause nachzusehen.
Im Haus ist nur der demente Vater, verwirrt und dehydriert. Von Heike Wersch fehlt jede Spur.
Die Spurensicherung kann Reste eines Blutbades sicherstellen.
Die Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein zum Frankfurter Literaturverlag Winterscheid. Hier war Heike Wersch bis von kurzem Programmleiterin.
Heike Wersch wurde nach langer Verlagszugehörigkeit gekündigt. Hierauf beschuldigte sie einen der bekanntesten Autoren des Verlags des Plagiats.
Als die Leiche von Heike Wersch gefunden wurde stand fest, es ist eine Mordermittlung.
Ist der Plagiatvorwurf, mit dem sich Heike Wersch viele Feinde gemacht hat das Mordmotiv?
Es gibt aber auch Anzeichen, dass das Motiv in der Vergangenheit von Heike Wersch zu suchen ist.

„In ewiger Freundschaft“ ist schon der 10 Band der Taunuskrimi-Reihe von Nele Neuhaus.
Mit ihrem Jubiläumsband führt sie und in die Verlagswelt. Eine Welt in der die Autorin sich bestens auskennt und bei Fragen auch schnell Antworten findet.
Bei den Krimis von Nele Neuhaus spürt man immer, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt.
Sie kennt sich an den Handlungsorten sehr gut aus. Sie kennt die Polizeiarbeit mittlerweile recht gut und weiß wo sie sich Rat holen kann. So kommen ihre Bücher immer sehr authentisch beim ihren LeserInnen an.
In diesem Buch beschreibt sie zum Teil die Verlagswelt recht ausführlich. Ich fand das interessant zu lesen.

Lange weiß man nicht ob er Mord an Heike Wersch mit ihrem Ausscheiden aus dem Winterscheidverlag zusammenhängt oder mit ihrer Vergangenheit und dem Freundeskreis der heute noch zusammenhält.
Mehr möchte ich aber nicht auf den Inhalt eingehen.

Wie gewohnt legt die Autorin wieder einige falsche Spuren die man als LeserInn nur zu gerne aufnimmt um sie dann wieder zu verwerfen.

Pia und Oliver ermitteln mit ihrem Team wie immer auch Hochtouren.
Nele Neuhaus lässt Oliver von Bodenstein privat auch nicht zur Ruhe kommen. Hier kennt die Autorin kein Mitleid.

Der Leiter der Rechtsmedizin und Ex-Mann von Pia Hennig Kirchhoff hat seinen zweiten Kriminalroman geschrieben der kurz vor der Veröffentlichung steht. Wie kann es anders sein, ja im Winterscheidverlag.
So sind einige der Mitarbeiter ganz verzückt die Protagonisten aus Hennings Krimi in natura zu erleben.
Auch diese Abschnitte fand ich immer lesenswert und manchmal ein bisschen zum Schmunzeln. Besonders über die Titel der Krimis.

Da es ja ein Jubiläumsband ist fand ich die Rückblenden die es immer wieder zu alten Fällen und somit zu den vorangegangenen Bänden gab sehr passend.
Sei es ein Ort der einen der Protagonisten an einen alten Fall erinnert oder eine Person.
Manch einer der quer eingestiegen ist bekommt bestimmt jetzt Lust die älteren Bände zu lesen.
Ich habe alle gelesen und im Regal stehen, habe aber auch große Lust bekommen die Bücher noch einmal zu lesen. Es ist nicht mehr alle präsent.
So kann ich mir die lange Wartezeit auf Band 11 verkürzen.

Ein kaltes Herz

Fabio Lanz
Kriminalroman
erschienen im Kein & Aber Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Kein & Aber Verlag für das Rezensionsexemplar.


Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Sarah Conti ist Ermittlerin bei der Züricher Kriminalpolizei.
Sie hat schon viel gesehen, doch die Leiche des ermordeten Anwalt ist auch für Sarah ein grausamer Anblick.
Dem bekannte Anwalt wurde das Herz herausgerissen.
Sarah Conti nimmt die Ermittlungen auf und stößt bei der Familie auf eine Mauer des Schweigens.
Schnell findet Sarah heraus, dass der bekannt Anwalt in ein Netzwerk aus Lügen, Gewalt und gefährlichem Gedankengut verstrickt war.
So wird auch Sarah vom Jäger zur Gejagten.

„Ein kaltes Herz“ ist der Beginn einer neuen Krimi-Reihe von Fabio Lanz.

Im Mittelpunkt steht Sarah Conti, eine außergewöhnliche Ermittlerin.
Sie liebt Musik und wollte eigentlich Pianistin werden.
Sarah Conti hat ein schnelles Auffassungsvermögen und kombiniert recht gut.
Sie ist auf schwierige Fälle spezialisiert doch dieser Fall bringt sie fast an ihre Grenzen.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Nach und nach trägt die Ermittlerin die einzelnen Puzzleteile zusammen. Dabei gerät sie selbst in Gefahr.

Ich muss zugeben, ich habe eine Weile gebraucht um mit Sarah warm zu werden.
Als ich mich an ihre Art gewöhnt habe konnte ich ihr Tun sehr gut nachvollziehen.
Sarah Conti ist eine interessante Ermittlerin mit der ich gerne noch mehr Fälle lösen würde.

Der Autor Fabio Lanz war mir bisher auch unbekannt.
Seinen Krimi „Ein kaltes Herz“ erzählt er spannend. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.

Ich freue mich auf weitere Fälle dieser Art.

Die Frau aus der Nordsee

Anna Johannsen
Kriminalroman
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Johannsen für das Rezensionsexemplar.

Wieder ein sehr spannender Krimi

Die Leiche einer Frau wird aus der Nordsee gezogen.
Der Fundort liegt zwischen Nordstrand und Pellworm.
Erst geht man von einem Suizid aus, doch die Obduktion lässt auf einen Tötungsdelikt schließen.
Ungefähr zwei Wochen vorher hat die Frau ein Baby entbunden und es kurz vor ihrem Tod in eine Babyklappe gelegt.
Lena Lorenzen übernimmt die Ermittlung, die sie diesmal auf die kleine Nordseeinsel Pellworm führt wo das Opfer aufgewachsen ist.
Lena Lorenzen muss schnell feststellen, dass die Eltern der toten Maren ihr nicht viel Auskunft geben können, der Kontakt war die letzten Jahre auf ein Minimum beschränkt.
Auch die Schulkameraden, Freunde und Freundinnen hatten kaum noch Kontakt zu Maren.
Die Frage die sich Lena Lorenzen stellt ist, wie hatte Maren sich eint teure Wohnung in Kiel ohne eigenes Einkommen leisten können und wer ist der Vater des Kindes.

„Die Frau aus der Nordsee“ ist bereits der 8. Fall der Inselkommissarin von Anna Johannsen.
Lena Lorenzen ist eine erfolgreiche, starke und gleichzeitig sympathische Ermittlerin die sich nicht immer nur Freunde macht.
Nachdem Lena bei ihrem letzten Fall in ihrer Wohnung angeschossen wurde nimmt sie jetzt ihren Dienst wieder auf.
Dieser Fall führt sie nach Pellworm, der wohl kleinsten Insel in der Nordsee.
Hier kennt fast jeder jeden, trotzdem können ihr die Bewohner nicht viel über Maren sagen.
Aber auch in Kiel wo das Opfer die letzte Zeit gelebt hat kommt Lena nicht so recht weiter.
Fest steht, dass Maren kurz vor ihrer Ermordung ein Baby geboren hat und es in eine Babyklappe gelegt hat.
Wusste Maren, dass sie in Gefahr ist?

Anna Johannsen ist es auch beim 8. Band der erfolgreichen Krimireihe gelungen die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
Ihre Kommissarin ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen und ich freue mich immer, wenn wieder ein Treffen mit der taffen Lena Lorenzen ansteht.
Der leichtverständliche und unkomplizierte Schreibstil der Autorin macht das Lesen zu einem Genuss.
Ganz nebenbei vermittelt die Autorin dem Leser auch noch schöne Eindrücke von der Insel Pellworm.

Auch im Privatleben von Lena ist es turbulent. Wird sie doch immer wieder zwischen Kiel, Husum und ihren Einsatzorten hin- und hergezogen.
Dieser Fall scheint ihr besonders nahezugehen, stehen doch große Entscheidungen in ihrem Leben an.
Anna Johannsen meistert auch den Spagat zwischen Ermittlungsarbeit und Privatleben von Lena Lorenzen gut. Sie gestaltetet auch das Privatleben ihrer Protagonistin interessant und man fühlt sich so, als wäre Lena eine Freundin mit der man mit fiebert.

Viel zu schnell hat sich der Krimi wieder gelesen, einmal angefangen kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Jetzt heißt es warten bis der 9. Fall der Inselkommissarin erscheint.

Madame ermittelt

Ursula Neeb
Historischer Kriminalroman
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sidonie ermittelt in einem sehr persönlichen Fall

Frankfurt im Jahre 1838, die frühere Prostituierte Susi Kesselheim führt am entstehenden Taunusbahnhof eines von Sidonie Wilde’s „Wasserhäuschen“
Susi wird beschuldigt unter der Theke Alkohol zu verkaufen und auch weiter der Prostitution nachzugehen.
Susi zeigt Reue und gelobt Besserung. Am Folgetag wird sie ermordet in der Trinkhalle aufgefunden.
Die Dichterin Sidonie Wilde unterstützt ihren Ehemann Oberinspektor Max Wilde bei den Ermittlungen.

Nachdem ich „Madame empfängt“ gelesen habe musste ich jetzt unbedingt den Folgeband „Madame ermittelt“ von Ursula Neeb lesen.

„Madame ermittelt“ ist ein historischer Kriminalroman von Ursula Neeb.
Als Frankfurterin liebe ich Bücher die im alten Frankfurt angesiedelt sind.
So habe ich auch schon die Reihe „Die Hurenkönigen ermittelt“ von Ursula Neeb verschlungen.

Mit ihrer Geschichte schickt die Autorin ihre Leser*innen in das Jahr 1838.
Frankfurt wird anschaulich beschrieben, die Straßen heißen zum Teil heute noch so wie in der Geschichte und natürlich sind mir die Schauplätze bekannt.

Auch wenn Frankfurt damals schon eine große und bedeutende Stadt war, kommt in der Geschichte doch zum Vorschein wie klein es damals gewesen sein muss.

Die Protagonisten in der Geschichte gefallen mir durchweg gut.
Besonders natürlich die Dichterin Sidonie Wilde, die mittlerweile mit Oberinspektor Max Wilde, den sie bei den Ermittlungen der Giftmorde (Madame empfängt) kennengelernt hat. Sidonie, die sich schon einen Namen mit ihren Gedichten gemacht hat, schreibt jetzt vor allem Kriminalromane und hat damit großen Erfolg.
Jetzt bekommt Sidonie es mit einem ganz persönlichen Fall zu tun.
Susi Kesselheim, die eins ihrer „Wasserhäuschen“ führt wird ermordet.
Die Dichterin kann es nicht lassen und ermittelt parallel zu ihrem Mann in der Mordsache.

Ursula Neeb erzählt die Geschichte spannend und lässt einiges aus dem historischen Frankfurt in ihren Text mit einfließen.
Die Sprache ist perfekt an die Zeit und die jeweiligen Charaktere angepasst.

„Madame ermittelt“ ist ein gelungener und unterhaltsamer historischer Kriminalroman den ich sehr gerne gelesen habe.

Die stumme Tänzerin

Helga Glaesener
Historischer Kriminalroman
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Geburtsstunde der weiblichen Kriminalpolizei

Es ist das Jahr 1928, im Stadthaus in Hamburg gibt es seit einem Jahr eine weiblichen Kriminalpolizei die von Josefine Erkens geleitet wird.
Auch Paula Haydorn findet im Stadthaus eine Anstellung. Erst als Sekretärin und als eine Tänzerin ermordet und mit aufgeschlitztem Unterkörper aufgefunden wird, soll sie in die Ermittlungen mit einbezogen werden.
Von den männlichen Kollegen werden die Damen der Kriminalpolizei eher belächelt.
Doch durch ihr logisches Denken und ihre schnelle Auffassungsgabe überzeugt Paula den Leiter Martin Broder schnell und er vertraut auf ihre Zusammenarbeit.
Die Ermittlungen führen ins Hamburger Rotlicht. Dann keimt in Paula ein Verdacht über den sie eigentlich nicht weiter Nachdenken möchte.

„Die Stumme Tänzerin“ ist der Auftakt einer historischen Krimireihe von Helga Glaesener.
Die Autorin ist durch zahlreiche historische Romane bekannt. Als letztes habe ich von ihr „Das Erbe der Päpstin“ mit Begeisterung gelesen.

Mit ihrem Kriminalroman „Die stumme Tänzerin“ verknüpft die Autorin Historie und Spannung auf gekonnte Art und Weise.

Die Protagonisten sind gut konzipiert und spiegeln die Zeit hervorragend wider.
Die weibliche Kriminalpolizei steckt noch in den Kinderschuhen.
Die Damen haben in der Männerwelt einen schweren Stand. Sie werden belächelt und die männlichen Kollegen vermeiden gerne sie in einen Fall mit einzubeziehen.
Doch hier in diesem Fall geht es um ein weibliches Opfer, so müssen auch die weiblichen Ermittlerinnen mit einbezogen werden.

Paula Haydorn schlittert mehr durch Zufall in den Polizeidienst.
Erst als Sekretärin und als dann eine Tänzerin tot aufgefunden wird soll sie an den Ermittlungen teilnehmen.
Paula die noch keine Erfahrung hat besticht durch ihre logische Denkweise.
Natürlich spürt man oft, dass sie recht naiv ist und keinerlei Erfahrungen hat was ihren Vorgesetzten Martin Broder manchmal an den Rand der Verzweiflung bringt.
Aber gerade das macht Paula aus. Sie war mir vom ersten Augenblick an sympathisch.

Der Fall ist spannend beschrieben. Die Ermittlungen führen ins Rotlichtmilieu. Man kann dem Verdächtigen aber nichts nachweisen.
Paula hat aber noch einen anderen Verdacht der sie in arge Bedrängnis bringt.
Das Ende ist dann recht turbulent und auch sehr überraschend.
Die Spannung hat also bis zum Ende angehalten.

Der Schreibstil von Helga Glaesener ist flüssig und angenehm zu lesen.
Die Autorin beschreibt die Zeit und die Menschen sehr authentisch.

Ich würde mich freuen noch einige Fälle mit Paula bestreiten zu können.

Schwarzer Sand

Cristina Cassar Scalia
Kriminalroman
erschienen im Limes Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

eine mumifizierte Leiche, eine toughe Ermittlerin und viel italienisches Lebensgefühl

In einer Villa, in einem kleinen Dorf am Fuße des Ätna wird in einem Speiseaufzug eine Leiche gefunden.
Der Körper der toten Frau ist mumifiziert, die Kleidung die sie trägt stammt aus einer anderen Zeit.
Vicequestore Giovanna Guarrasi, die mit ihrem Team in dem Fall die Ermittlungen aufnimmt, geht davon aus, dass die Leiche seit mehreren Jahrzehnten in diesem Aufzug liegt.
Um so schwieriger wird es sein die Identität der Toten festzustellen.
Vor über 50 Jahren ist in der Villa schon einmal ein Mord geschehen. Der Täter wurde damals verurteilt und hat seine Haftstrafe abgesessen.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den zwei Morden?
Vicequestore Giovanna Guarrasi holt den damaligen ermittelnden Kommissar Patané, der längst seinen Ruhestand genießt zur Hilfe.
Die Ermittlungen führen zurück in die Vergangenheit und lassen die Ermittler in tiefe Abgründe blicken.

„Schwarzer Sand“ von Cristina Cassar Scalia führt die Leser*innen nach Italien, genauer nach Sizilien.
Die Autorin beschreibt die Orte und das italienische Lebensgefühl sehr realistisch.
Man fühlt sich beim Lesen in Sizilien angekommen.

Der Fall ist verzwickt, die spannende und düstere Atmosphäre wird durch den ständigen Ascheregen, dem schwarzen Sand der vom Ausbruch des Ätna herrührt noch verstärkt.

Die Ermittlerin Vicequestore Giovanna Guarrasi ist eine toughe Frau, die ihr Team mit harter Hand führt.
Mit ihr hatte ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten. Sie war mir oft zu dominant und ihr Team wirkte manchmal fast ängstlich ihr gegenüber.

Der pensionierte Kommissar Panté, der zu den Ermittlungen hinzugezogen wurde war mir hingegen gleich sympathisch.
Er war froh mal wieder bei Ermittlungen mitmischen zu können.

Der Fall gebärdet sich auch recht schwierig. Schon die Identität er toten Frau bleibt länger ein Rätsel.
Die Ermittlungen führen das Team dann auch um über 50 Jahre in die Vergangenheit zurück.

Cristina Cassar Scalia spannt den Spannungsbogen gekonnt über die gesamte Geschichte.
Lange waren mir die Zusammenhänge ein Rätsel.

Der Schreibstil ist flüssig. Nur mit den vielen italienischen Namen und Bezeichnungen hatte ich etwas Schwierigkeiten, dass hat sich aber nach einiger Zeit gegeben.

„Schwarzer Sand“ ist ein gekonnt erzählter Kriminalroman, der den Leser nach Sizilien entführt. Natürlich, wie kann es anders sein bei dem Handlungsort Italien, kommen auch die kulinarischen Köstlichkeiten nicht zu kurz.

Rum oder Ehre

Carsten Sebastian Henn
Kriminalroman
erschienen im DuMont Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an LovelyBooks und den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend, informativ, humorvoll

Martin Störtebäcker ist mittlerweile 72 Jahre und wird von allen nur liebevoll Käpt’n genannt.
Nach dem Tod seines besten Freundes Lasse macht er sich endlich auf die Reise von Flensburg nach Jamaika, wo vor 20 Jahren sein Bruder Christian spurlos verschwunden ist.
Christian wollte mehr über die Herstellung des Rums auf der Karibikinsel lernen.
So wandelt Martin in Begleitung einer jungen Taxifahrerin auf Christians Spuren.
Doch die Fragen nach seinem verschwundenen Bruder muss jemanden aufgeschreckt haben.
Kurz nach seinem Eintreffen in eine berühmte Rum-Distillery wird dort der Brennmeister erschossen.
Auch Martin gerät ins Visier des Mörders.

„Rum oder Ehre ist nach „Der Gin des Lebens“ der 2. Kulinarische Kriminalroman von Carsten Sebastian Henn.
Es ist wieder ein wunderschön gestaltetes Buch, dass man gerne in die Hand nimmt.
Auch in diesem Krimi steht wieder ein Getränk im Mittelpunkt. Diesmal ist es der Rum.
So siedelt der Autor seinen Krimi auch in der Karibik an, genauer auf Jamaika.

Mit Martin hat der Autor einen tollen Charakter erschaffen. Er ist so wie man sich einen Norddeutschen vorstellt, etwas brummig und recht schweigsam.
Mit einem Moin ist eigentlich schon alles gesagt.
Auch die junge „Taxifahrerin“ Babe hat mir gefallen, sie ist das genaue Gegenteil von Martin.
Sie und Martin geben ein gutes Team auf der Suche nach Martins Bruder ab.

Der Handlungsort Jamaika ist natürlich ein Highlight. Die verschiedenen Destillerien, der Reggae und vor allem die Luminous Lagoon lassen einen in eine andere Welt eintauchen.

Zwischen den einzelnen Kapitel gibt es immer wieder Seiten die sich mit ihrer grauen Farbe vom eigentlichen Inhalt abtrennen.
Hier wird über die Herstellung von Rum erzählen und Aufschluss darüber geben welche Herstellungsverfahren es gibt, wie Rum destilliert wird und wie er reift.
Am Ende gibt es noch einige Rezepte. Ich fand diesen Teil recht interessant und informativ.

Der Schreibstil von Carsten Sebastian Henn ist flüssig und gut verständlich.
Er schreibt seine Krimis mit einem Augenzwinkern.
Der Autor kombiniert gekonnt Spannung, Humor und Information.
Ich bin jetzt schon gespannt welche kulinarische Köstlichkeit in seinem nächsten Krimi im Mittelpunkt steht.

Bretonische Idylle

Jean-Luc Bannalec
Kriminalroman
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar

Krimi mit Urlaubsfeeling

Es ist August und eine Hitzewelle hat die Bretagne fest im Griff.
Zudem steht auch noch Dupins Dienstjubiläum an. Seine Kollegen haben sich eine Feier zu seinem zehnjährigen Dienstjubiläum nicht ausreden lassen.
Doch dann wird eine Leiche aus dem Meer geborgen.
Ein reicher Schafzüchter von der Insel Belle-Île wird vor der Küste Concarneau aus dem Wasser gefischt.
Es war eindeutig Mord und Kommissar Dupin muss mit seinem Team auf die Insel um die Ermittlungen aufzunehmen.
Schnell macht Dupin sich ein Bild vom Opfer.
Der Schafzüchter war bei allen verhasst, doch reicht das als Grund für einen Mord?

„Bretonische Idylle“ ist bereits der 10. Band der erfolgreichen Krimireihe mit Kommissar Dupin von Jean-Luc Bannalec.
Für mich ist die Reihe die Mutter aller französischen Krimis. Mit Kommissar Dupin hat meine Leidenschaft für die mittlerweile vielen Krimis die ihren Handlungsort in französischen Regionen beheimatet haben angefangen.

Der 10. Band bedeutet für Kommissar Dupin auch das zehnjährige Dienstjubiläum.
Vor dem würde er sich am liebsten drücken, doch seine Kollegen planen eine Feier.
Doch erst einmal heißt es einen Mord aufzuklären.

Kommissar Dupin ist mir vom 1. Band an sympathisch.
Er liebt gutes Essen und gute Getränke.
Er braucht seinen Kaffee wie die Luft zum atmen.
Wenn er an einem Fall arbeitet ist er wie besessen.
Er muss den Täter finden und zwar schnell.

Der Fall ist wieder spannend geschrieben.
Verdächtige gibt es viele doch jeder hat ein handfestes Alibi.
Der Spannungsbogen hält sich von Anfang bis zum Ende aufrecht.

Das Buch ist aber so viel mehr als ein Krimi. Es sprich alle Sinne an.
Die Beschreibung der Landschaft ist einzigartig.
Dieser Fall führt Kommissar Dupin auf die Insel Belle-Île.
Wie kann es anders sein, es ist die wohl schönste Insel der Welt.
Und so wird sie auch beschrieben. Dupin findet immer wieder einen neuen Platz, den er als wohl schönsten der Insel bezeichnet.
Die Beschreibung von Meer und Himmel, die vielen verschiedenen Blautöne lassen ein tolles Bild vor meinem inneren Auge erscheinen. Ich konnte fast das Meer rauschen hören und das Salz schmecken.
Ich habe richtig Lust bekommen mir diese Insel einmal anzusehen.
Auch die Beschreibung der kulinarischen Köstlichkeiten regt die Sinne an.
Alleine wenn Dupin in eine Speisekarte schaut und die Spezialitäten beschrieben werden läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Auch der 10. Band der Dupin Reihe hat mich wieder einmal begeistert und ich hoffe, dass es noch viele weitere Bände mit dem sympathischen Kommissar geben wird.