Keine Angst, Darling
Vera Buck
Thriller
448 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar
Nichts ist wie es scheint
Klappentext:
In der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert, nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden.
„Keine Angst, Darling“ ist ein packender Thriller von Vera Buck.
Im Mittelpunkt steht die Influencerin Lea Graves, die auf ihren Kanälen von Millionen Fans für ihr vermeintlich perfektes 50er-Jahre-Familienleben in der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida gefeiert wird. Der Mann verdient das Geld, die Frau steht perfekt gestylt und gehorsam am Herd.
Vera Buck lässt Lea schon gleich zu Beginn verschwinden. Das sorgt schon gleich für Spannung und ich konnte ab diesem Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Vera Buck hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.
Die Geschwister Lea und Paula haben ein gutes Verhältnis. Daran ändert auch die große Entfernung ihres Lebensmittelpunktes nichts. Schon als Kind musste Paula immer auf Lea aufpassen und so etwas legt man nicht einfach ab.
Lea hegte schon immer den Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit. Das hat sie anfällig für Manipulationen gemacht. Sie wird ein echtes Tradwife und lässt Millionen daran teilhaben. Doch langsam ändert sich ihre Sicht. Ihre Begeisterung für dieses Leben kehrt sich um in Angst.
Ihre Schwester Paula ist genau das Gegenteil. Sie ist verheiratet und berufstätige Mutter.
Seit Kindheit fühlt sie eine Verantwortung für ihre Schwester. Das lässt sie auch nach Florida reisen, als es um ihre Schwester plötzlich still wurde.
Matt, der Ehemann von Lea, ist kontrollsüchtig. Er muss immer wissen, wo seine Frau ist und was sie tut. Dabei wechselt er die Rollen zwischen dem liebevollen und charmanten Ehemann und dem Mann, der alles manipulieren kann.
Vera Buck stellt eine beklemmende Atmosphäre her.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus wechselnder Perspektive.
Die Leserinnen begleiten Paula bei der Suche nach Lea. Dabei ist Paula auf dem gleichen Wissensstand wie die Leserinnen.
Von einer anderen Perspektive her erleben die Leserinnen Leas Verwandlung. Als Leserin spürt man die aufkommende Angst von Lea und erwartet, bis das Unvermeidliche passiert.
Dazu kommen noch die Social-Media-Kommentare von Lea, in denen sie die perfekte Ehefrau spielt.
Ganz im Gegensatz dazu sind die Tagebucheinträge von Lea. Sie zeigen die wahren Gefühle auf.
Vera Buck vermittelt auf eine eindringliche Art, was psychische Gewalt mit einem Menschen machen kann. Zeigt auf, wie man einen Menschen manipulieren kann.
Der Schreibstil von Vera Buck ist flüssig, bildhaft und gut verständlich.
Die Autorin erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo.
Die Spannung setzt sehr früh ein und bleibt auch bis zum Ende bestehen.
„Keine Angst, Darling“ ist ein Psychothriller, den ich mit großer Spannung gelesen habe.

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