Guten Morgen, schönes Wetter heute

Tanja Kokoska
Roman
346 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt.
Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit.
Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.

„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein warmherziger Roman von Tanja Kokoska.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ina. Ina arbeitet in einem Hotel und in einem Tattoo-Studio und lebt mit ihrem 17-jährigen Sohn Henry zusammen. Ina lebt in einer Stadt mit 1.583 anderen Menschen. Doch sie fühlt sich allein, wie viele der anderen Menschen auch.
Als bei Bauarbeiten eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden wird, müssen die Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Dabei werden die Menschen aufeinander aufmerksam, lernen sich kennen und rücken ein Stück enger zusammen.

Tanja Kokoska hat für diese Geschichte wunderbare Charaktere zum Leben erweckt.
Außer Ina und ihrem Sohn Henry lernen die Leser*innen noch einige andere Charaktere besser kennen.
Da sind Herr und Frau Arsalan, sie führen zusammen ein Lebensmittelgeschäft in der Siedlung. Frau Arsalan sehnt sich nach Glück, aber die Sorge um ihre Mutter, die in der Türkei zurückgeblieben ist, lässt sie nicht los.

Herr Bello war früher in einem Möbelhaus tätig, jetzt verbringt er seine Zeit mit Malen nach Zahlen oder tanzt im Faltenrock.

Samy führt die Gaststätte in der Siedlung. Er stammt aus Sri Lanka und auch er hat Träume. Gerne würde er einmal den Eiffelturm sehen oder eine Ente streicheln.

Auch die Witwe Frau Kaiser ist einsam. Ihr einziger Sohn lebt in Japan.

Ein bunter Reigen unterschiedlichster Protagonisten. Die sich näher kennenlernen und aufeinander aufmerksam werden.
Tanja Kokoska gibt jedem der Charaktere eine eigene Persönlichkeit. Ich habe sie alle schnell in mein Herz geschlossen.
So viele unterschiedliche Menschen, die eng beieinander leben und doch irgendwie allein sind.
Es macht Freude mitzuerleben, wie die Menschen sich langsam besser kennenlernen und sich annähern.

Tanja Kokoska erzählt die Geschichte mit viel Gefühl und in einer ganz wunderbaren Sprache. Dabei ist der Schreibstil der Autorin flüssig und gut verständlich.
Auf eine ganz wunderbare Weise verarbeitet die Autorin die Themen Einsamkeit, Freundschaft und Nachbarschaft.
Das Buch hat mir beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein Wohlfühlroman, den ich mit Freude gelesen habe.

Wer blind vertraut

Kriminalroman
480 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Tessa Duncan Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und intelligent aufgebauter Kriminalroman

Klappentext:
Ein neuer Fall aus ihrer therapeutischen Praxis bringt Lily Brown an ihre Grenzen und sogar in höchste Lebensgefahr. Was ist der Tochter ihrer schwer depressiven Patientin Mary-Ann zugestoßen, die seit fast drei Jahren vermisst wird? Lebt die inzwischen 13-jährige Laura noch? Und wie kann sie dem Heiratsschwindler Paul das Handwerk legen, der ihre Patientin Caroline um viel Geld betrogen hat? Aber nicht nur das: Ist dieser Mann womöglich ein Mörder?

„Wer blind vertraut“ ist der 3. Band der Reihe „Die Canterbury-Fälle“ von Tessa Duncan.

Die Autorin ist mir schon lange unter ihrem Klarnamen Marita Spang und dem Pseudonym Marie Lacrosse bekannt. Mit zahlreichen historischen Romanen hat die Autorin mich erfreut. Die Reihe „Die Canterbury-Fälle“ hat mir vom ersten Band an sehr gut gefallen.

Ihre Charaktere sind sehr interessant und lebendig.
Die Psychologin Lily Brown hat ihren Job bei der MET aufgegeben und unterhält zusammen mit Matt Rider eine psychologische Praxis. Mittlerweile ist sie schwanger und sollte ihre Arbeit etwas reduzieren. Doch manche Patienten lassen Lily nicht los und sie versucht alles, um ihnen zu helfen, auch wenn sie dabei in Gefahr gerät.

In diesem Band sind es gleich zwei Patientinnen, die Lilys Aufmerksamkeit besonders fordern.
Mary-Anns Tochter wird seit 3 Jahren vermisst. Mittlerweile besteht wenig Hoffnung, das Mädchen noch lebend wiederzufinden. Nach einem Selbstmordversuch muss sie in Therapie, sonst droht das Jugendamt, die jüngere Tochter in Obhut zu nehmen.
Lily muss feststellen, dass Mary-Ann sehr verschlossen ist, nichts preisgibt und auch ihre Aufgaben, die sie von Lily bekommt, nicht erfüllt und schließlich gar nicht mehr erscheint. Lily vermutet, dass Mary-Ann von ihrer Mutter, bei der sie mit ihrer Tochter lebt, und von ihrem Bruder stark unter Druck gesetzt wird. Die wirklichen Ausmaße ahnt Lily da noch nicht.

Caroline, eine weitere Patientin, hat an einem Heiratsschwindler Geld verloren. Erst hat sie ihren Mann verloren und dann ist sie auf Paul hereingefallen. Sie wird ihre Probleme bei Lily los und fühlt sich nach kurzer Zeit schon wieder bereit, ihr Leben zu meistern. Doch möchte sie zusammen mit Sally, einer Frau, die auch auf Paul hereingefallen ist, weiterhin zu Lily und den Gesprächen kommen. Kurz darauf begeht Sally Selbstmord. Einen Selbstmord, an den Lily und Caroline nicht glauben.

Lily versucht, trotz der fortschreitenden Schwangerschaft zu ermitteln, was hinter den Fällen steckt.
Auch privat geht es bei Lily turbulent zu. Ihr geliebter Kater erkrankt. Ihr Partner Dan lebt kurzzeitig wieder bei seiner Frau, um sich um seine neugeborene Tochter zu kümmern. Nach der Geburt von Lilys Kind hat er versprochen, die Scheidung einzureichen.
Dan hat aber auch beruflich alle Hände voll zu tun. Immer wieder werden junge Frauen vermisst und es gibt so gut wie keine Spuren von ihnen.

Man spürt, dass Tessa Duncan weiß, wovon sie schreibt, schließlich ist sie promovierte Psychologin. Ihre Kenntnisse in der Psychologie setzt die Autorin auch sehr gekonnt in der Geschichte ein.

Tessa Duncan baut nach und nach Spannung auf, die sie bis zum Ende aufrechterhält.
Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und werden sehr lebendig und realistisch durch die Geschichte geführt.
Dabei bekommen die Leser*innen einige interessante Einblicke in das Verhalten von Menschen mit einem Messie-Syndrom. Es ging weit über meine Vorstellungen hinaus und wurde sehr glaubhaft widergespiegelt.

Mit „Wer blind vertraut“ hat die Autorin einen psychologisch intelligent aufgebauten Krimi veröffentlicht. Nach nur wenigen Seiten wurde ich wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen. So habe ich die fast 500 Seiten ganz schnell gelesen.
Ich freue mich schon jetzt, wenn der 4. Band erscheint.

Solange ein Streichholz brennt

Christian Huber
Roman
339 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Klappentext:
Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will. Mit seinem Hund Fox kämpft er sich durch die Tage und Nächte.
Hat jemand eine Chance auf die Liebe, der keine Chance im Leben hat?
Die junge, einst aufstrebende Fernsehjournalistin Alina steckt fest. Im Job und in der Angst zu scheitern. Ihre letzte Chance auf eine TV-Karriere scheint eine Reportage über das Leben auf der Straße zu sein.
Alina findet Bohm.

„Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber ist ein sehr emotionaler Roman.

Im Mittelpunkt stehen Bohm und Alina, zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch sie finden sich.

Bohm ist obdachlos, lebt auf der Straße. Warum und wie es dazu gekommen ist, dazu schweigt Bohm.

Alina ist Fernsehjournalistin, aber in ihrem Beruf wie in ihrem Leben festgefahren. Jetzt bekommt sie den Auftrag, einen Obdachlosen zu begleiten und eine Reportage darüber zu drehen.
Da stößt sie auf Bohm, der aber alles andere als begeistert von der Idee ist.
Doch als Bohm Hilfe braucht, ist Alina da und er stimmt der Reportage zu.
Die Verbindung zwischen Alina und Bohm ändert sich. Da ist bald nicht mehr nur der Job, da wachsen Gefühle.

Die Geschichte ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich war lange nicht mehr so berührt von einer Geschichte.
Mit der Reportage, die Alina drehen will, erfahren die Leser*innen die Geschichte von Bohm. Und die wird schonungslos und ehrlich erzählt.
Die Charaktere werden sehr realistisch beschrieben. Nach wenigen Seiten hat man das Gefühl, die Protagonisten persönlich zu kennen. Ich habe mit ihnen gelitten, geweint und gelacht.

Der Schreibstil von Christian Huber ist flüssig und gut verständlich. Ich wurde schnell in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
„Solange ein Streichholz brennt“ ist eine Geschichte über Freundschaft und Verlust, die mich sehr berührt hat.

The Sea Sisters

Lucy Clarke
Roman
3451 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Astrid Mania
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

emotional und fesselnd

Klappentext:
Katies geordnetes Leben in London bricht zusammen, als ihre eigenwillige jüngere Schwester Mia auf Bali tot aufgefunden wird: Sie stürzte von einer Klippe. Die Polizei behauptet, es sei Selbstmord gewesen. Nur mit Mias Reisetagebuch als Leitfaden geht Katie den letzten Monaten im Leben ihrer Schwester nach und beginnt Seite für Seite, das Geheimnis um ihren Tod zu lüften. Was sie herausfindet, verändert alles. Aber was, wenn die Wahrheit die Liebe zu ihrer Schwester und sie selbst, an den Rand des Abgrunds bringt?

„The Sea Sisters“ ist ein geheimnisvoller und spannender Roman von Lucy Clarke.

Im Mittelpunkt stehen die zwei unterschiedlichen Schwestern Katie und Mia.
Katie lebt in London, sie ist ruhig und verantwortungsbewusst.
Mia hingegen ist freiheitsliebend und unternimmt hier eine Weltreise.

Als Katie vom Tod ihrer Schwester auf Bali erfährt, ist sie am Boden zerstört. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus, daran glaubt Katie nicht.
Katie nimmt das Reisetagebuch von Mia zur Hand und geht ihrer Reise nach. Stück für Stück kommt sie dem Geheimnis von Mias Tod auf die Spur.

Lucy Clarke erzählt die Geschichte sehr atmosphärisch und emotional.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten die Leser*innen Katie auf der Suche nach einer Antwort auf den Tod ihrer Schwester. Katie versucht, den Verlust und ihre Trauer damit zu verarbeiten, in dem sie die Reise ihrer Schwester nachverfolgt.

Auf der zweiten Zeitebene lernen die Leser*innen die unternehmenslustige Mia besser kennen. Wir begleiten Mia auf ihrer Reise, lesen ihre Gedanken und Gefühle.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Sie haben Tiefe und die Leserinnen lernen sie von verschiedenen Seiten kennen.

Lucy Clarke erzählt die Geschichte atmosphärisch und emotional. Auch wenn es dieses Mal kein Thriller ist, so ist die Geschichte trotzdem fesselnd.

Die verschiedenen Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.
Der Schreibstil von Lucy Clarke ist leicht, locker und unterhaltsam.
Die Atmosphäre passt sich der Geschichte an. Vom Urlaubsfeeling wechselt sie ins Geheimnisvolle und ins Spannende.

„The Sea Sisters“ ist ein unterhaltsamer wie auch spannender Roman.

Das Event

Antje Zimmermann
Thriller
303 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit tollem Setting

Klappentext:
Kommen Sie sofort raus!“, brüllte Maxi. Doch niemand folgte ihrer Aufforderung. Sie trat langsam, Schritt für Schritt, zur Wanne und schob mit dem Fuß den Vorhang zur Seite. Als der blutverschmierte, nackte Körper vor ihr auftauchte, schrie Maxi auf und machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Dabei kollidierte sie mit etwas, das zuvor nicht im Raum gewesen war …

„Das Event“ ist ein spannender Thriller von Antje Zimmermann, der seine Leser*innen nach Helgoland führt.

Das verlassene Hotel Hummer auf Helgoland soll Schauplatz für ein Live-Event wie „The Shining“ von Stephen King sein. Eigentlich ist das Hotel wegen Erbstreitigkeiten schon länger geschlossen. Das Event gerät schnell außer Kontrolle.
Die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler, die sich gerade auf Helgoland aufhalten,, sind gefragt.

Kommissarin Leandra Kern kommt aus Hamburg und sucht Ruhe auf Helgoland. Außerdem will sie sich über ihren Traum, Mutter zu werden, klar werden.

Kommissar-Anwärterin Maxi Adler stammt aus einer einflussreichen Inseldynastie. Sie möchte auf Helgoland für Ordnung sorgen.

Unterschiedlicher können zwei Charaktere nicht sein. Jeder hat seinen Hintergrund, den er mit sich herumschleppt. Die beiden Ermittlerinnen trauen sich einander nicht, was für Unruhe sorgt.

Antje Zimmermann hat starke Charaktere geschaffen. Mir gefallen die zwei so unterschiedlichen Ermittlerinnen gut. Sie sind menschlich und lebendig.

Das Setting Helgoland ist ein großes Plus in der Geschichte. Das verlassene Hotel sorgt für ein Gänsehautgefühl. Meiner Meinung nach lag noch mehr Potenzial in dem Schauplatz Hotel, das leider nicht genutzt wurde.

Antje Zimmermann erzählt die Geschichte flüssig und unterhaltsam. Es gibt immer wieder Rückblenden, um dem Grund für die Ereignisse näherzukommen.
Das Buch ist gut strukturiert, es gibt immer genaue Zeitangaben, so weiß man immer, wo und wann man sich befindet.

Die Geschichte wird meist aus den Perspektiven von Leandra und Maxi erzählt, zwischendurch kommen aber auch andere zu Wort.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, doch Antje Zimmermann hält die einzelnen Fäden fest in der Hand, sodass keiner verloren geht.

Das Ende war dann überraschend, aber auch einleitend.

„Das Event“ ist ein spannender Thriller mit einem großartigen Setting.

Bachelorette Party

Camilla Sten
Thriller
332 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Melike Karamustafa
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller, auch wenn nicht immer alles nachvollziehbar erscheint

Klappentext:
Laue Sommerabende, Yoga am Strand und Quality Time mit den besten Freundinnen: Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel verspricht ein traumhaftes Wochenende. Nur Journalistin Tessa läuft schon bei der Ankunft eine Gänsehaut über den Rücken, denn die Insel erinnert sie an einen Cold Case: Vier Frauen verschwanden dort vor zehn Jahren spurlos. Als das zuvor sicher vertäute Boot im offenen Meer treibt und die Gruppe somit auf der Insel gefangen ist, suchen sich lang verborgene Geheimnisse und Feindseligkeiten ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden, und Tessa weiß: Jemand ist hier, um Rache zu üben.

„Bachelorette Party“ ist ein spannender Thriller von Camilla Sten.

Es sollte so schön werden. Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer schwedischen Schäreninsel.
Die Freundinnen wollen gemeinsam in einem Yoga-Retreat zusammen feiern. Alles ist vom Feinsten. Die Journalistin Tessa erinnert sich an einen Cold Case. Vor 10 Jahren sind auf der Insel 4 Frauen spurlos verschwunden.
Im Prolog wird der 10 Jahre zurückliegende Fall angeschnitten.
Die Vergangenheit scheint auf die Insel zurückzukehren, eine der Frauen, die aktuell auf der Insel sind, wird tot aufgefunden.

Camilla Sten lässt die Geschichte ganz ruhig anfangen. Der Prolog lässt zwar schon die erste Spannung aufkommen, die legt sich aber wieder und die Leser*innen begleiten die feierlaunigen Freundinnen.
Es besteht kein Zusammenhang mit dem Prolog, also dem 10 Jahre zurückliegenden Fall der verschwundenen Frauen.
Doch dann kippt die vergnügte Stimmung plötzlich, denn eine der Frauen wird tot aufgefunden.

Camilla Sten schafft zu Beginn eine wohlige Stimmung, die Frauen freuen sich auf ihr Wochenende, die Schäreninsel und das Resort wirken schön und luxuriös.
Die Autorin kann die Atmosphäre aber von einem auf den anderen Moment ändern.

Die Charaktere werden gut beschrieben und wirken lebendig. Mir sind aber nicht alle sympathisch gewesen.
Die wichtigsten Figuren sind Tessa und ihre Schwester Lena. Die anderen Frauen geraten etwas in den Hintergrund.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Tessa, die auch einen True-Crime-Podcast hat.

Zwischendurch gibt es Rückblicke und man ist im Fall der vor 10 Jahren vermissten Frauen.
Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem aktuellen Fall.

Camilla Sten lässt die Spannung langsam ansteigen. Da das Personal in der Geschichte begrenzt ist, kann der Täter oder die Täterin nicht weit sein. Doch die Auflösung gestaltet sich nicht so einfach.

Camilla Sten hat einen angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Mit ihren Charakteren bedient sie allerdings einige Klischees und das Ende war für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Trotzdem hat mir das Lesen von „Bachelorette Party“ Spaß gemacht.

Zeit für meine Träume

Tessa Randau
Ratgeber
190 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Mut zum Neuanfang

Klappentext:
Wie geht es weiter, wenn plötzlich alle Lebensträume wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen? Das fragt sich die frisch getrennte 38-Jährige, als sie zufällig der älteren Lotte und deren Freunden Anita und Johann begegnet. Zwischen ihr und dem ungewöhnlichen Senioren-Trio entwickelt sich eine intensive Freundschaft. In Gesprächen voller Wärme, Humor und Tiefgang offenbaren die drei ihre größten Lebenslektionen, bewegende Geschichten über verpasste Chancen, echte Freundschaft und den Mut, dem Herzen zu folgen. Langsam versteht die junge Frau, welche Türen sie öffnen muss, um das Glück wieder in ihr Leben zu lassen.

Mit „Zeit für meine Träume“ hat Tessa Randau ein Buch veröffentlicht, das den Leser dazu veranlasst, über das Leben nachzudenken.
Eigentlich ist dieses Buch ein Lebensratgeber, der so geschickt verpackt ist, dass sich die Geschichte wie ein Roman liest.

Eine junge Frau, deren Name die Leser*innen nicht erfahren, hängt in einer Pechsträhne fest. Vom Mann verlassen schlägt sie sich allein durch das Leben. Im Ort ist eine schlechte Busverbindung, sie muss für viel Geld mit dem Taxi ins Büro fahren. Lauter kleine Dinge, die sich anhäufen.
Durch Zufall lernt sie das Seniorentrio Lotte, Anita und Johann kennen. Aus der Begegnung wird so etwas wie Freundschaft. Bei ihren Unterhaltungen erzählen die drei der jungen Frau von ihrem Leben. Auch die älteren Menschen hatten nicht nur gute Zeiten. Die drei teilen ihre Lebenserfahrung mit der jungen Frau. Es sind berührende Geschichten und die junge Frau zieht daraus Lebensmut und die Kraft für einen Neuanfang.

Tessa Randau erzählt die Geschichte sehr anschaulich. Ich habe die Gespräche der Charaktere gerne verfolgt. Die drei haben viel erlebt und haben dementsprechend Lebensweisheiten an die junge Frau weiterzugeben.
Die Geschichten, die die älteren Menschen erzählen, sind zum Teil lustig und zum Teil haben sie mich nachdenklich gemacht. Es ist schön zu verfolgen, wie eine Veränderung in der jungen Frau vor sich geht.

Tessa Randau hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und immer haben sie mir etwas mit auf den Weg gegeben. So ist auch „Zeit für meine Träume“ ein Buch, das mich noch lange nach dem Lesen beschäftigen wird.

Das Gehöft

Leo Brandt
Thriller
394 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Abgeschnitten von der Außenwelt

Klappentext:
Ein kleines Team um die Biologin Lara hat ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um es ökologisch zu bewirtschaften. Doch bald nach der Ankunft geschehen seltsame Dinge. Laras Bruder Malte verschwindet spurlos, kurz darauf reißt die Funkverbindung ab. Die Gruppe ist von der Außenwelt abgeschnitten; ein Entkommen ist wegen der gefährlichen Strömung in einem Priel unmöglich. Lara ist sich sicher, dass sie nicht allein auf der Insel sind. Zugleich verdichten sich Hinweise, dass ihr Lebensgefährte Henry etwas mit dem Verschwinden von Malte zu tun hat. Werden sie von einem Unbekannten verfolgt oder besitzt Henry eine dunkle, gewalttätige Seite? Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation.

„Das Gehöft“ ist das Thriller-Debüt von Leo Brandt.

Der Handlungsort, die unbewohnte Hallig Westeroog, gekauft von einem kleinen Team, rund um die Biologin Lara.
Im Mittelpunkt stehen fünf junge Menschen.
Die Biologin Lara, eine sympathische junge Frau, die sich von dem Versuch, die Hallig biologisch zu bewirtschaften, viel verspricht.
Laras Bruder Malte. Er ist Asperger-Autist und auf seine Schwester Lara angewiesen.
Laras Freund Henry, Softwareentwickler mit eigener IT-Firma, die er mit seinem Freund Kenan zusammen führt.
Kenan ebenfalls Softwareentwickler und Geschäftspartner von Henry. Er ist ein ausgeglichener Typ mit ökologischem Interesse.
Kenans Freundin Silke, Fachärztin für Chirurgie. Silke ist sehr ehrgeizig, was ihren Beruf sowie das Leistungsschwimmen, das sie betreibt, angeht.

Diese fünf begeben sich auf die abgelegene Hallig. Nach dieser Hallig gibt es nur noch das Meer.
Ein Unwetter mit heftiger Sturmflut bricht aus, die jungen Leute sind von der Außenwelt abgeschnitten. Plötzlich auf sich allein gestellt, ohne jeglichen Ausweg, kommt es zu Streitereien unter der Clique. Dann verschwindet plötzlich Malte, Laras Bruder.

Leo Brandt schildert eine Situation, die ich in letzter Zeit oft in Thrillern gelesen habe. Menschen sind plötzlich irgendwo von jeglicher Zivilisation abgeschnitten und es passiert ein Unglück.
Trotzdem gelingt es dem Autor mich mit seinem Thriller zu fesseln.
Leo Brandt baut schon im Prolog Spannung auf, die er im Laufe der Geschichte noch steigert.
Nach der Sturmflut ist die Clique auf sich allein gestellt. Die Situation verschärft sich als, Malte verschwindet und auch das einzige Boot weg ist. Die Internetverbindung ist zusammengebrochen. Wobei es mich wundert, dass auf einer unbewohnten Hallig überhaupt eine Internetverbindung besteht.

Leo Brandt erzählt die Situation auf der Hallig mit einigen Gänsehautmomenten.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Nach einiger Zeit weiß man allerdings nicht mehr, wem man wirklich trauen kann.

Der Schreibstil von Leo Brandt ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

Auch wenn ich solche Szenarien in letzter Zeit häufig gelesen habe, ist „Das Gehöft“ ein spannender Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Zwischen Gut und Böse

Dora Heldt
Kriminalroman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein Krimi, perfekt für den Urlaub

Klappentext:
Karl Sönnigsen hat Langeweile. Während seine Frau und all seine Freunde ihren Hobbys nachgehen, ist Karl hauptsächlich unzufrieden und misstrauisch!
Denn was treiben diese unerzogenen Jugendlichen, die hier reihenweise Ferien mit ihren reichen Eltern machen, eigentlich die ganze Zeit? Karl wittert überall das Verbrechen und meldet sich mit seinen Beobachtungen auch regelmäßig bei der Polizei. Doch die wollen von seinem Spürsinn nichts wissen. Schon gar nicht, als Karl einen kaltblütigen Mord meldet, an einem Schaf.
Doch er glaubt fest daran, dass hinter diesem Unfall viel mehr steckt. Und so gründet Karl Sönnigsen eine »Soko Schaf«. Was Karl jedoch nicht ahnt – das Schaf war erst der Anfang.

„Zwischen Gut und Böse“ von Dora Heldt ist der 3. und wohl auch der letzte Band, in dem Karl Sönnigsen ermittelt.

Karl Sönnigsen war Polizeichef auf Sylt, jetzt ist er Pensionär und kann sich mit seinem Ruhestand nicht abfinden. Seinem Nachfolger traut er nicht viel zu. So taucht Karl Sönnigsen ständig auf dem Revier auf, um eine Anzeige zu erstatten, der meist nicht nachgegangen wird.
Auch in diesem Fall zeigt Karl einen Mord an. Den Mord an einem Schaf. Es ist sicher das ein junger Mann aus reichem Haus das Schaf totgefahren hat. Auch hier wird er auf der Polizei nicht ernst genommen und somit wird die Soko Schaf ins Leben gerufen. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht die Soko aus Karl, seinem Freund Onno und den zwei befreundeten Frauen Charlotte und Inge. Sie fangen an den jungen Mann mit einem gelben Auto, der Karl schon mehrmals flegelhaft aufgefallen ist ausfindig zu machen. Sie ahnen nicht, dass das tote Schaf der geringste Teil ihrer Ermittlungen darstellen wird.

Dora Heldt hat großartige Charaktere erschaffen. Die 4 Freunde sind ja schon bekannt und sehr sympathisch.
Aber auch die anderen Charaktere sind richtig lebendig. Da ist ein Hausmeister, der für einen Ferienhausvermittlung arbeitet und eine Reinigungskraft, die für dieselbe Firma arbeitet. Beide verdienen nebenher noch schwarz etwas dazu, was ihnen hier zum Verhängnis werden kann.

Dora Heldt erzählt die Geschichte spannend und mit viel Humor. Es macht Spaß den Protagonisten durch die Geschichte zu folgen.

Die Insel Sylt wird anschaulich beschrieben. Wie es auch im realen Leben ist, halten sich viele gutbetuchte dort in den Sommermonaten auf.

Der Schreibstil von Dora Heldt ist erfrischend locker und leicht. Die Spannung fehlt aber auch nicht in der Geschichte.

„Zwischen Gut und Böse“ ist der perfekte Krimi für den Urlaub. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Schattenmädchen

Frida Skybäck
Kriminalroman
429 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Klappentext:
An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Fredrika Storm und Henry Calment entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen, die sieben Jahre zuvor getötet wurde. Zwar gibt es einen verurteilten Täter, doch die damaligen Ermittlungen zeigen eklatante Mängel. Was ist wirklich mit den beiden Frauen passiert? Und wer profitiert bis heute von der offiziellen Wahrheit?

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hoch motiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Eine Studentin verschwindet spurlos. Sie wurde zuletzt auf einer Party der Firma BubbleBuy gesehen. Nur was ist danach passiert. Fredrika Storm und Henry Calment versuchen die letzten Tage der Studentin zu rekonstruieren. Dabei stoßen die Ermittler auf einen Fall, vor 7 Jahren verschwand auch eine Studentin. Allerdings wurde hier der Mörder gefunden und verurteilt. Bis zum Schluss behauptet der Verurteilte unschuldig zu sein, bis er Suizid begann.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was das Ganze sehr facettenreich macht.
Frida Skybäck baut schnell Spannung auf und steigert diese, mit dem zurückliegenden Fall noch einmal.

Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und sind sympathisch. Die Ermittler sind mir schon vom ersten Band gut bekannt. Wieder erfahren die Leser*innen einiges über das Privatleben der Ermittler.

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band einer Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

„Schattenmädchen“ ist ein gelungener 3. Band, der auch wieder Lust auf mehr macht.