Das Event

Antje Zimmermann
Thriller
303 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit tollem Setting

Klappentext:
Kommen Sie sofort raus!“, brüllte Maxi. Doch niemand folgte ihrer Aufforderung. Sie trat langsam, Schritt für Schritt, zur Wanne und schob mit dem Fuß den Vorhang zur Seite. Als der blutverschmierte, nackte Körper vor ihr auftauchte, schrie Maxi auf und machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Dabei kollidierte sie mit etwas, das zuvor nicht im Raum gewesen war …

„Das Event“ ist ein spannender Thriller von Antje Zimmermann, der seine Leser*innen nach Helgoland führt.

Das verlassene Hotel Hummer auf Helgoland soll Schauplatz für ein Live-Event wie „The Shining“ von Stephen King sein. Eigentlich ist das Hotel wegen Erbstreitigkeiten schon länger geschlossen. Das Event gerät schnell außer Kontrolle.
Die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler, die sich gerade auf Helgoland aufhalten,, sind gefragt.

Kommissarin Leandra Kern kommt aus Hamburg und sucht Ruhe auf Helgoland. Außerdem will sie sich über ihren Traum, Mutter zu werden, klar werden.

Kommissar-Anwärterin Maxi Adler stammt aus einer einflussreichen Inseldynastie. Sie möchte auf Helgoland für Ordnung sorgen.

Unterschiedlicher können zwei Charaktere nicht sein. Jeder hat seinen Hintergrund, den er mit sich herumschleppt. Die beiden Ermittlerinnen trauen sich einander nicht, was für Unruhe sorgt.

Antje Zimmermann hat starke Charaktere geschaffen. Mir gefallen die zwei so unterschiedlichen Ermittlerinnen gut. Sie sind menschlich und lebendig.

Das Setting Helgoland ist ein großes Plus in der Geschichte. Das verlassene Hotel sorgt für ein Gänsehautgefühl. Meiner Meinung nach lag noch mehr Potenzial in dem Schauplatz Hotel, das leider nicht genutzt wurde.

Antje Zimmermann erzählt die Geschichte flüssig und unterhaltsam. Es gibt immer wieder Rückblenden, um dem Grund für die Ereignisse näherzukommen.
Das Buch ist gut strukturiert, es gibt immer genaue Zeitangaben, so weiß man immer, wo und wann man sich befindet.

Die Geschichte wird meist aus den Perspektiven von Leandra und Maxi erzählt, zwischendurch kommen aber auch andere zu Wort.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, doch Antje Zimmermann hält die einzelnen Fäden fest in der Hand, sodass keiner verloren geht.

Das Ende war dann überraschend, aber auch einleitend.

„Das Event“ ist ein spannender Thriller mit einem großartigen Setting.

Bachelorette Party

Camilla Sten
Thriller
332 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Melike Karamustafa
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller, auch wenn nicht immer alles nachvollziehbar erscheint

Klappentext:
Laue Sommerabende, Yoga am Strand und Quality Time mit den besten Freundinnen: Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel verspricht ein traumhaftes Wochenende. Nur Journalistin Tessa läuft schon bei der Ankunft eine Gänsehaut über den Rücken, denn die Insel erinnert sie an einen Cold Case: Vier Frauen verschwanden dort vor zehn Jahren spurlos. Als das zuvor sicher vertäute Boot im offenen Meer treibt und die Gruppe somit auf der Insel gefangen ist, suchen sich lang verborgene Geheimnisse und Feindseligkeiten ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden, und Tessa weiß: Jemand ist hier, um Rache zu üben.

„Bachelorette Party“ ist ein spannender Thriller von Camilla Sten.

Es sollte so schön werden. Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer schwedischen Schäreninsel.
Die Freundinnen wollen gemeinsam in einem Yoga-Retreat zusammen feiern. Alles ist vom Feinsten. Die Journalistin Tessa erinnert sich an einen Cold Case. Vor 10 Jahren sind auf der Insel 4 Frauen spurlos verschwunden.
Im Prolog wird der 10 Jahre zurückliegende Fall angeschnitten.
Die Vergangenheit scheint auf die Insel zurückzukehren, eine der Frauen, die aktuell auf der Insel sind, wird tot aufgefunden.

Camilla Sten lässt die Geschichte ganz ruhig anfangen. Der Prolog lässt zwar schon die erste Spannung aufkommen, die legt sich aber wieder und die Leser*innen begleiten die feierlaunigen Freundinnen.
Es besteht kein Zusammenhang mit dem Prolog, also dem 10 Jahre zurückliegenden Fall der verschwundenen Frauen.
Doch dann kippt die vergnügte Stimmung plötzlich, denn eine der Frauen wird tot aufgefunden.

Camilla Sten schafft zu Beginn eine wohlige Stimmung, die Frauen freuen sich auf ihr Wochenende, die Schäreninsel und das Resort wirken schön und luxuriös.
Die Autorin kann die Atmosphäre aber von einem auf den anderen Moment ändern.

Die Charaktere werden gut beschrieben und wirken lebendig. Mir sind aber nicht alle sympathisch gewesen.
Die wichtigsten Figuren sind Tessa und ihre Schwester Lena. Die anderen Frauen geraten etwas in den Hintergrund.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Tessa, die auch einen True-Crime-Podcast hat.

Zwischendurch gibt es Rückblicke und man ist im Fall der vor 10 Jahren vermissten Frauen.
Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem aktuellen Fall.

Camilla Sten lässt die Spannung langsam ansteigen. Da das Personal in der Geschichte begrenzt ist, kann der Täter oder die Täterin nicht weit sein. Doch die Auflösung gestaltet sich nicht so einfach.

Camilla Sten hat einen angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Mit ihren Charakteren bedient sie allerdings einige Klischees und das Ende war für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Trotzdem hat mir das Lesen von „Bachelorette Party“ Spaß gemacht.

Zeit für meine Träume

Tessa Randau
Ratgeber
190 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Mut zum Neuanfang

Klappentext:
Wie geht es weiter, wenn plötzlich alle Lebensträume wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen? Das fragt sich die frisch getrennte 38-Jährige, als sie zufällig der älteren Lotte und deren Freunden Anita und Johann begegnet. Zwischen ihr und dem ungewöhnlichen Senioren-Trio entwickelt sich eine intensive Freundschaft. In Gesprächen voller Wärme, Humor und Tiefgang offenbaren die drei ihre größten Lebenslektionen, bewegende Geschichten über verpasste Chancen, echte Freundschaft und den Mut, dem Herzen zu folgen. Langsam versteht die junge Frau, welche Türen sie öffnen muss, um das Glück wieder in ihr Leben zu lassen.

Mit „Zeit für meine Träume“ hat Tessa Randau ein Buch veröffentlicht, das den Leser dazu veranlasst, über das Leben nachzudenken.
Eigentlich ist dieses Buch ein Lebensratgeber, der so geschickt verpackt ist, dass sich die Geschichte wie ein Roman liest.

Eine junge Frau, deren Name die Leser*innen nicht erfahren, hängt in einer Pechsträhne fest. Vom Mann verlassen schlägt sie sich allein durch das Leben. Im Ort ist eine schlechte Busverbindung, sie muss für viel Geld mit dem Taxi ins Büro fahren. Lauter kleine Dinge, die sich anhäufen.
Durch Zufall lernt sie das Seniorentrio Lotte, Anita und Johann kennen. Aus der Begegnung wird so etwas wie Freundschaft. Bei ihren Unterhaltungen erzählen die drei der jungen Frau von ihrem Leben. Auch die älteren Menschen hatten nicht nur gute Zeiten. Die drei teilen ihre Lebenserfahrung mit der jungen Frau. Es sind berührende Geschichten und die junge Frau zieht daraus Lebensmut und die Kraft für einen Neuanfang.

Tessa Randau erzählt die Geschichte sehr anschaulich. Ich habe die Gespräche der Charaktere gerne verfolgt. Die drei haben viel erlebt und haben dementsprechend Lebensweisheiten an die junge Frau weiterzugeben.
Die Geschichten, die die älteren Menschen erzählen, sind zum Teil lustig und zum Teil haben sie mich nachdenklich gemacht. Es ist schön zu verfolgen, wie eine Veränderung in der jungen Frau vor sich geht.

Tessa Randau hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und immer haben sie mir etwas mit auf den Weg gegeben. So ist auch „Zeit für meine Träume“ ein Buch, das mich noch lange nach dem Lesen beschäftigen wird.

Das Gehöft

Leo Brandt
Thriller
394 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Abgeschnitten von der Außenwelt

Klappentext:
Ein kleines Team um die Biologin Lara hat ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um es ökologisch zu bewirtschaften. Doch bald nach der Ankunft geschehen seltsame Dinge. Laras Bruder Malte verschwindet spurlos, kurz darauf reißt die Funkverbindung ab. Die Gruppe ist von der Außenwelt abgeschnitten; ein Entkommen ist wegen der gefährlichen Strömung in einem Priel unmöglich. Lara ist sich sicher, dass sie nicht allein auf der Insel sind. Zugleich verdichten sich Hinweise, dass ihr Lebensgefährte Henry etwas mit dem Verschwinden von Malte zu tun hat. Werden sie von einem Unbekannten verfolgt oder besitzt Henry eine dunkle, gewalttätige Seite? Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation.

„Das Gehöft“ ist das Thriller-Debüt von Leo Brandt.

Der Handlungsort, die unbewohnte Hallig Westeroog, gekauft von einem kleinen Team, rund um die Biologin Lara.
Im Mittelpunkt stehen fünf junge Menschen.
Die Biologin Lara, eine sympathische junge Frau, die sich von dem Versuch, die Hallig biologisch zu bewirtschaften, viel verspricht.
Laras Bruder Malte. Er ist Asperger-Autist und auf seine Schwester Lara angewiesen.
Laras Freund Henry, Softwareentwickler mit eigener IT-Firma, die er mit seinem Freund Kenan zusammen führt.
Kenan ebenfalls Softwareentwickler und Geschäftspartner von Henry. Er ist ein ausgeglichener Typ mit ökologischem Interesse.
Kenans Freundin Silke, Fachärztin für Chirurgie. Silke ist sehr ehrgeizig, was ihren Beruf sowie das Leistungsschwimmen, das sie betreibt, angeht.

Diese fünf begeben sich auf die abgelegene Hallig. Nach dieser Hallig gibt es nur noch das Meer.
Ein Unwetter mit heftiger Sturmflut bricht aus, die jungen Leute sind von der Außenwelt abgeschnitten. Plötzlich auf sich allein gestellt, ohne jeglichen Ausweg, kommt es zu Streitereien unter der Clique. Dann verschwindet plötzlich Malte, Laras Bruder.

Leo Brandt schildert eine Situation, die ich in letzter Zeit oft in Thrillern gelesen habe. Menschen sind plötzlich irgendwo von jeglicher Zivilisation abgeschnitten und es passiert ein Unglück.
Trotzdem gelingt es dem Autor mich mit seinem Thriller zu fesseln.
Leo Brandt baut schon im Prolog Spannung auf, die er im Laufe der Geschichte noch steigert.
Nach der Sturmflut ist die Clique auf sich allein gestellt. Die Situation verschärft sich als, Malte verschwindet und auch das einzige Boot weg ist. Die Internetverbindung ist zusammengebrochen. Wobei es mich wundert, dass auf einer unbewohnten Hallig überhaupt eine Internetverbindung besteht.

Leo Brandt erzählt die Situation auf der Hallig mit einigen Gänsehautmomenten.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Nach einiger Zeit weiß man allerdings nicht mehr, wem man wirklich trauen kann.

Der Schreibstil von Leo Brandt ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

Auch wenn ich solche Szenarien in letzter Zeit häufig gelesen habe, ist „Das Gehöft“ ein spannender Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Zwischen Gut und Böse

Dora Heldt
Kriminalroman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein Krimi, perfekt für den Urlaub

Klappentext:
Karl Sönnigsen hat Langeweile. Während seine Frau und all seine Freunde ihren Hobbys nachgehen, ist Karl hauptsächlich unzufrieden und misstrauisch!
Denn was treiben diese unerzogenen Jugendlichen, die hier reihenweise Ferien mit ihren reichen Eltern machen, eigentlich die ganze Zeit? Karl wittert überall das Verbrechen und meldet sich mit seinen Beobachtungen auch regelmäßig bei der Polizei. Doch die wollen von seinem Spürsinn nichts wissen. Schon gar nicht, als Karl einen kaltblütigen Mord meldet, an einem Schaf.
Doch er glaubt fest daran, dass hinter diesem Unfall viel mehr steckt. Und so gründet Karl Sönnigsen eine »Soko Schaf«. Was Karl jedoch nicht ahnt – das Schaf war erst der Anfang.

„Zwischen Gut und Böse“ von Dora Heldt ist der 3. und wohl auch der letzte Band, in dem Karl Sönnigsen ermittelt.

Karl Sönnigsen war Polizeichef auf Sylt, jetzt ist er Pensionär und kann sich mit seinem Ruhestand nicht abfinden. Seinem Nachfolger traut er nicht viel zu. So taucht Karl Sönnigsen ständig auf dem Revier auf, um eine Anzeige zu erstatten, der meist nicht nachgegangen wird.
Auch in diesem Fall zeigt Karl einen Mord an. Den Mord an einem Schaf. Es ist sicher das ein junger Mann aus reichem Haus das Schaf totgefahren hat. Auch hier wird er auf der Polizei nicht ernst genommen und somit wird die Soko Schaf ins Leben gerufen. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht die Soko aus Karl, seinem Freund Onno und den zwei befreundeten Frauen Charlotte und Inge. Sie fangen an den jungen Mann mit einem gelben Auto, der Karl schon mehrmals flegelhaft aufgefallen ist ausfindig zu machen. Sie ahnen nicht, dass das tote Schaf der geringste Teil ihrer Ermittlungen darstellen wird.

Dora Heldt hat großartige Charaktere erschaffen. Die 4 Freunde sind ja schon bekannt und sehr sympathisch.
Aber auch die anderen Charaktere sind richtig lebendig. Da ist ein Hausmeister, der für einen Ferienhausvermittlung arbeitet und eine Reinigungskraft, die für dieselbe Firma arbeitet. Beide verdienen nebenher noch schwarz etwas dazu, was ihnen hier zum Verhängnis werden kann.

Dora Heldt erzählt die Geschichte spannend und mit viel Humor. Es macht Spaß den Protagonisten durch die Geschichte zu folgen.

Die Insel Sylt wird anschaulich beschrieben. Wie es auch im realen Leben ist, halten sich viele gutbetuchte dort in den Sommermonaten auf.

Der Schreibstil von Dora Heldt ist erfrischend locker und leicht. Die Spannung fehlt aber auch nicht in der Geschichte.

„Zwischen Gut und Böse“ ist der perfekte Krimi für den Urlaub. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Schattenmädchen

Frida Skybäck
Kriminalroman
429 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Klappentext:
An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Fredrika Storm und Henry Calment entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen, die sieben Jahre zuvor getötet wurde. Zwar gibt es einen verurteilten Täter, doch die damaligen Ermittlungen zeigen eklatante Mängel. Was ist wirklich mit den beiden Frauen passiert? Und wer profitiert bis heute von der offiziellen Wahrheit?

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hoch motiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Eine Studentin verschwindet spurlos. Sie wurde zuletzt auf einer Party der Firma BubbleBuy gesehen. Nur was ist danach passiert. Fredrika Storm und Henry Calment versuchen die letzten Tage der Studentin zu rekonstruieren. Dabei stoßen die Ermittler auf einen Fall, vor 7 Jahren verschwand auch eine Studentin. Allerdings wurde hier der Mörder gefunden und verurteilt. Bis zum Schluss behauptet der Verurteilte unschuldig zu sein, bis er Suizid begann.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was das Ganze sehr facettenreich macht.
Frida Skybäck baut schnell Spannung auf und steigert diese, mit dem zurückliegenden Fall noch einmal.

Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und sind sympathisch. Die Ermittler sind mir schon vom ersten Band gut bekannt. Wieder erfahren die Leser*innen einiges über das Privatleben der Ermittler.

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band einer Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

„Schattenmädchen“ ist ein gelungener 3. Band, der auch wieder Lust auf mehr macht.

Die Bestie von Dresden

Frank Goldammer
Historischer Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Krimi und historischer Roman spannend verknüpft

Klappentext:
Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau.

„Die Bestie von Dresden ist der 3. Band der Kriminalrat Gustav Heller Reihe von Frank Goldammer.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Dresden in das Jahr 1883.
Im Mittelpunkt steht Gustav Heller, der Großvater von Max Heller aus der Bestseller-Reihe Max Heller.
Gustav Heller ist ein sehr starker Mann mit einem großen Gerechtigkeitsgefühl. Er kann aber auch manchmal ganz schön aufbrausend sein.
Nur sein Assistent Adelbert Schrumm und seine Frau Helene wissen ihn zu nehmen.
Mit seinem Sohn Albert ist er sehr streng. Natürlich möchte er nur das Beste für Albert, aber das erkennt man nicht immer. So hat Albert auch sein Elternhaus verlassen und lebt bei den künftigen Schwiegereltern in eher einfachen Verhältnissen.
Seine Tochter Johanna hingegen vergöttert er, was daran liegt, dass Johanna eine angeborene Herzschwäche hat und ihr Zimmer nur selten verlassen kann.

Es fängt damit an, dass in Dresden aus dem Zoo ein Tiger entlaufen ist. Die Bevölkerung ist in Aufruhr. Auch Gustav Heller und seine Leute sichern das betroffene Gebiet ab, der Tiger allerdings lässt sich nicht Blicken.
Dafür gibt es Opfer eines Mörders. Nach und nach tauchen tote Jugendliche, aus gutem Hause auf. Gustav Heller hat wechselnde Verdächtige und verschiedene Theorien. Beweise hat er allerdings nicht.

Gekonnt hat Frank Goldammer die Zeitenwende geschafft und geht jetzt schon mit dem 3. Band seiner neuen Krimireihe zurück zu Gustav Heller.
Auch wenn Gustav Heller etwas schwierig ist, finde ich ihn als Protagonist sehr interessant.
Er hat sehr innovative Gedanken darüber, was die Ermittlungen erleichtern könnte.
Die Polizei und die Spurensicherung waren zu dieser Zeit lange nicht so ausgerüstet wie heute.
Interessant ist auch die Beschreibung von Dresden im Jahr 1883. Die Fortbewegung war, wenn nicht zu Fuß, dann mit Pferd oder Kutsche. Der Zoo in Dresden war zu dieser Zeit hoch verschuldet. Von dem neuen Tiger versprach man sich mehr Publikum. Doch der war erst einmal entlaufen. Als Kenner von Großtieren und als Berater tritt in diesem Band Karl May auf.

Frank Goldammer hat mich wieder einmal mit seiner Geschichte begeistert.
Er beschreibt die Handlungsorte sowie die Zeit der Handlung sehr eingängig. Man kann sich schnell ein Bild davon machen.
Sein Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin.
Als treue Leserin der Max-Heller-Reihe hat mich die Gustav Heller Reihe gleich mit ihrem 1. Band in ihren Bann gezogen.
Ich bin auch bei „Die Bestie von Dresden“ wieder schnell tief in die Geschichte eingetaucht.

Jetzt freue ich mich, wenn es einen neuen Fall für den Kriminalrat Gustav Heller geben wird.

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam

Annabel French
Roman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Erfrischender Roman

Klappentext:
Rosie hat genug vom grauen Alltag und ihrem öden Bürojob. Kurzentschlossen zieht sie nach Amsterdam, um mit einem eigenen Stand auf dem Bloemenmarkt ihrer wahren Leidenschaft als Floristin nachzugehen. Der berühmte schwimmende Blumenmarkt auf den pittoresken Grachten erobert sofort ihr Herz. Alles könnte perfekt sein – bis ein Konkurrent ihr Geschäft zu zerstören droht. Auch ihr griesgrämiger Hausboot-Nachbar Max macht Rosies Leben nicht leichter. Denn bei dem in sich gekehrten Künstler stößt sie mit ihrer umtriebigen Art auf Widerstand. Blöd nur, dass Rosie ihn verdammt attraktiv findet.

„Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam“ ist der 1. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Rosie und der Bloemenmarkt in Amsterdam. Ich muss gestehen ich war schon in Amsterdam aber den Bloemenmarkt kenne ich nicht. Für mich ein Grund noch einmal nach Amsterdam zu reisen.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Rosie, die einen Neuanfang in Amsterdam sucht. Ihre verstorbene Mutter war Botanikerin und die Liebe zu den Pflanzen ist auf Rosie übergesprungen. Der Neuanfang wird Rosie nicht leicht gemacht. Das Hausboot, dass sie gemietet hat, benötigt erst einmal eine Säuberung und später eine Renovierung. Der Stand auf dem Bloemenmarkt zu bekommen, stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Und der Mann auf dem benachbarten Hausboot ist auch nicht der freundlichste. Rosie denkt sogar schon wieder ans Aufgeben und ans nach Hause zurückkehren.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Den Bloemenmarkt beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Das hat bei dem trüben und kalten Wetter diesen Winter gutgetan. Ich konnte die bunten Blumen förmlich vor meinem inneren Auge sehen und der Duft ist mir um die Nase geweht.

Die Geschichte handelt von einem Neuanfang, von Zusammenhalt und von Liebe.
Ja, es wird auch romantisch in der Geschichte, auch wenn da erst einmal ein paar Hürden genommen werden müssen.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen.

„Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich freue mich schon auf den 2. Band „Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“, der schon im April erscheinen soll.

Mathilde und Marie

Torsten Woywod
Roman
332 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Redu-ein kleines Bücherdorf

Klappentext:
In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr.
Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem bemerkenswerten Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt.

„Mathilde und Marie“ ist der Debütroman von Torsten Woywod.
Es ist eine ganz ruhige und leise Geschichte, nichts Aufregendes, doch ich bin nach wenigen Seiten ganz tief in die Geschichte eingesunken.

Der Schauplatz ist Redu. Dieses Dorf gibt es wirklich. Es ist das zweitälteste Bücherdorf der Welt und liegt in der Wallonie, in Belgien.
Das Dorf wird wunderschön beschrieben und ich weiß jetzt schon, dass ich es mir anschauen muss.

Neben dem Bücherdorf, dass unbestritten die Hauptrolle in der Geschichte spielt, sind natürlich noch Marie wichtig in der Geschichte.
Marie ist Französin und hat ihr Leben in Parias hinter sich gelassen und lässt sich treiben. Im Zug trifft Marie auf Jónína, eine junge Isländerin, die in den Menschen lesen kann. Sie spürt die Erschöpfung Maries und nimmt sie mit nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung besitzt und sich die Uhren langsamer drehen.
Dort erwartet Marie ein Leben voll Ruhe und Geborgenheit und sie lernt die verschlossene und mürrische Mathilde kennen.

Torsten Woywod erzählt die Geschichte in einem ganz ruhigen Ton und in einer feinen Sprache. Die Geschichte ist geprägt von der Beschreibung des Schauplatzes Redu und durch die recht sympathischen Charaktere.
Diese führt der Autor spielend durch die Geschichte. Es ist eine Geschichte über Begegnung, Veränderung und Gemeinschaft.

Der Schreibstil von Torsten Woywod ist flüssig und gut verständlich. Der Autor versteht es mit seiner ruhigen Geschichte sich in die Herzen seiner Leser*innen zu schreiben.

„Mathilde und Marie“ ist ein wunderschöner und ruhiger Wohlfühlroman, mit einem schönen und interessanten Setting.

The Women in Suite 11

Ruth Ware
Thriller
416 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Fesselnder Thriller, trotz Abstriche zum vorherigen Band

Klappentext:
Lo Blacklock wagt einen Neuanfang: Obwohl die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff vor vielen Jahren sie noch immer begleiten, ist die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz ihre Chance endlich ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren.
Das Hotel am Ufer des Genfer Sees ist traumhaft und Lo hofft, dort ein Interview mit dem exzentrischen Hotelbesitzer Marcus Leidmann ergattern zu können. Als sie eines Nachts überraschend in sein Hotelzimmer eingeladen wird, ist Lo zwar skeptisch, doch ihre Neugier ist stärker.
Umso überraschter ist sie, als sie von einer unbekannten Frau empfangen wird, die behauptet, Marcus‘ Geliebte zu sein und sich in Lebensgefahr zu befinden. Es beginnt ein tödliches Katz und Maus-Spiel.

„The Women in Suite 11“ ist ein fesselnder Thriller von Ruth Ware.

Die Geschichte der Journalistin Lo Blacklock geht weiter. Seit ihrem traumatischen Erlebnis auf einem Kreuzfahrtschiff („The Women in Cabin 10“) sind einige Jahre vergangen.
Jetzt ist Lo Blacklock zu der Eröffnung eines Luxushotels eingeladen. Doch statt Hotelbesitzer Marcus Leidmann wird sie von seiner Geliebten Carrie empfangen. Carrie bittet Lo um Hilfe. Sie befindet sich in einer toxischen Beziehung mit dem Multimillionär und denkt, sie ist in Lebensgefahr. Lo scheint aus den Ereignissen auf dem Kreuzfahrtschiff nichts gelernt zu haben und vertraut Carrie blind. Sie schmiedet einen Plan, wie sie Carrie unbeschadet aus den Fängen von Marcus Leidmann bringen kann.

Die Geschichte fängt ganz ruhig an, steigert das Tempo im Verlauf dann aber allmählich.
Lo ist mir aus dem Thriller „The Women in Cabin 10“ schon bekannt. Sie ist vielleicht etwas leichtgläubig, vertraut immer auf das Gute im Menschen und bringt sich dadurch in Gefahr.

Ruth Ware beschreibt das Luxushotel am Genfer See sehr anschaulich. Der Luxus und das traumhafte Ambiente sind schon großartig.
Nach kurzer Zeit fängt die Geschichte auch an richtig spannend zu werden. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.
Doch das Handeln von Lo ist in dieser Geschichte nicht immer nachvollziehbar. Gerade nach dem, was ihr in „The Women in Cabin 10“ passiert ist, ist sie mir hier zu leichtgläubig.

Der Schreibstil von Ruth Ware ist wie immer fesselnd.
Doch „The Women in Suite 11“ kommt nicht ganz an „The Women in Cabin 10“ heran.