Die Tote in den Salinen

Joachim Mertens
Kriminalroman
428 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Joachim Mertens für das Rezensionsexemplar

Bemerkenswertes Debüt

Klappentext.
Eigentlich will Stefan Wagner sich an der Algarve von seiner kräftezehrenden Arbeit als Kommissar erholen. Die Luftveränderung vom verregneten Wuppertal ins sonnige Tavira, die Stadt am Rio Gilão, soll seine leergefahrenen Akkus wieder aufladen. Ausgedehnte Wanderungen in den Salinen, die Gelassenheit der Menschen in dem kleinen Ort, und nicht zuletzt das gute portugiesische Essen: kleine Puzzleteile, um zu entspannen. Doch ein schockierender Leichenfund rüttelt ihn auf. Wer ist die Tote und warum wurde sie so seltsam versteckt? Gemeinsam mit seinem portugiesischen Kollegen Carlos Oliveira begibt er sich auf Spurensuche. Düstere Erinnerungen an ein lang zurückliegendes Ereignis hemmen jedoch Wagners Professionalität. Als eine weitere Leiche auftaucht, erkennt er, dass der Fall weitaus komplizierter ist als zunächst angenommen. Zeugen, die wenig gesehen haben, Polizeiarbeit ohne Fortune. Und Wagner fühlt sich plötzlich allein. Eine weit zurückliegende erschütternde Begebenheit im familiären Umfeld trübt vermehrt seine objektive Sicht. Ist die entscheidende Unterstützung näher, als er glaubt?

„Die Tote in den Salinen“ ist ein bemerkenswertes Debüt von Joachim Mertens.

Gleich zu Beginn kommt es inmitten der weißen Salzbecken der Salinen zu einem Leichenfund.
Kommissar Stefan Wagner ist eigentlich zur Erholung in die Agaven gereist. Jetzt steht er seinem portugiesischen Kollegen Carlos Oliveira bei den Ermittlungen zur Seite.
Schnell sehen die Ermittler sich einem Geflecht aus Korruption und Lügen gegenüber.

Joachim Mertens hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Das ungleiche Ermittlerpaar gefällt mir gut.
Da der deutsche Kommissar Stefan Wagner keine Berechtigung hat, um in Portugal zu ermitteln, steht er seinem Kollegen, der die Ermittlungen übernommen hat, zur Seite.

Der Handlungsort wird von Joachim Mertesn anschaulich beschrieben.
Die Salinen mit ihren schneeweißen Salzhügeln, das tiefblaue Meer und die flirrende Sommerhitze werden den Leser*innen gut vermittelt.

Der Schreibstil von Joachim Mertens ist flüssig und gut verständlich. Der Autor baut schnell Spannung auf und durch unerwartete Wendungen hält er sie auch bis zum Ende aufrecht.

„Die Tote in den Salinen“ ist ein spannender Krimi mit einem schönen Setting. Ich würde mir weitere Bände mit den Ermittlern wünschen.

Das stille Vermächtnis

Roswitha Böhm
Roman
240 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Roswitha Böhm für das Rezensionsexemplar

Schatten der Vergangenheit

Klappentext:
„Merle ist blind und sieht doch mehr als alle anderen. Ein uraltes Buch, ein nebeliger Morgen und ein Geheimnis, das die Zeit überdauert.“ Für Merle, die ihr Augenlicht schon früh verloren hat, ist die Welt der Bücher ein Ort der Zuflucht. Doch als sie gemeinsam mit Lennart, der selbst von seiner Vergangenheit gezeichnet ist, in ein uraltes Rätsel hineingezogen wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Legende. Was als harmlose Recherche beginnt, führt die beiden auf die Spuren einer Frau, deren Wissen so mächtig und gefährlich war, dass es vor Jahrhunderten versiegelt wurde. Während Merle und Lennart versuchen, die Puzzleteile zusammenzusetzen, werden sie selbst Teil eines Geheimnisses, das bis in die Gegenwart reicht.

„Das stille Vermächtnis“ ist eine tiefgründige und emotionale Geschichte von Roswitha Böhm.

Merle und Lennart werden auf ein lange gehütetes Familiengeheimnis aufmerksam.
Zusammen beginnen sie, dem nachzugehen, und stoßen dabei auf Elise, eine Frau aus der Vergangenheit. Sie besaß ein mächtiges, fast magisch anmutendes Wissen, das vor Jahrhunderten zum Schutz oder aus Furcht verborgen werden musste.

Die Charaktere werden alle gut beschrieben und sind die Stärke in diesem Roman.

Merle hat ihr Augenlicht schon in jungen Jahren verloren. Sie nutzt die Welt der Bücher und ein altes Antiquariat als ihren persönlichen Zufluchtsort.
Merle ist recht feinfühlig und hat ein besonderes Gespür für Stimmungen und Zwischentöne.

Lennart ist ein Mann, der von seinen eigenen Erlebnissen und einer schweren emotionalen Last aus der Vergangenheit geprägt ist. Er sucht Ruhe und Abgeschiedenheit. Auch er flüchtet sich gerne in das Antiquariat.

Elise, die Frau der Vergangenheit, ist eine wichtige Figur. Sie ist Trägerin von gefährlichem, fast magischem Wissen.

Roswitha Böhm erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton und in einem langsamen Tempo.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und bildhaft. Sie findet genau die richtige Balance zwischen atmosphärischen Beschreibungen und vorantreibenden Dialogen.

„Das stille Vermächtnis“ ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt. Ich wurde genauso schnell in die Geschichte hineingezogen wie Merle und Lennart in die Suche nach der Vergangenheit.

Was wir einander schuldig sind

Roman
255 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Wilma Borghoff für das Rezensionsexemplar

Eine emotionale Familiengeschichte

Klappentext:
Ein Anruf. Eine Forderung. Und ein Leben, das aus den Fugen gerät.
Als Jarik, ein lebensfroher Endfünfziger, nach Jahren von seiner Tochter Jessica hört, trifft ihn ihre Nachricht wie ein Schlag: Sie ist todkrank. Und ihre zwölfjährige Tochter Talea, seine einzige Enkelin, soll zu ihm ziehen; zu einem Großvater, den sie noch nie gesehen hat.
Für Jarik und seine zweite Frau Elvira beginnt eine Zeit voller Spannungen, Überforderung und unausgesprochenen Ängsten. Talea begegnet ihnen mit Schweigen, Wut und Misstrauen. Das Paar merkt, dass guter Wille und Liebe manchmal nicht ausreichen, um einem verletzten Kind Halt zu geben.
Aus ihrer nordischen Heimat Friesland hat Talea kaum etwas mitgebracht. Und doch ist da etwas, das sie begleitet: ein scheuer Grünspecht, der immer wieder in ihrer Nähe auftaucht, als würde er über sie wachen.

„Was wir einander schuldig sind“ von Wilma Borghoff ist ein Buch, das mich sehr berührt hat.

Im Mittelpunkt stehen Jarik, seine Frau Elvira und Talea, die Tochter von Jariks Tochter aus erster Ehe.
Jarik hat keine Verbindung zu seiner Tochter Jessica, seine Enkelin Talea, die mittlerweile 12 Jahre ist, kennt er nicht. Da kommt ein Anruf von seiner Tochter, dass sie sterben wird und er sich um ihre Tochter kümmern soll. Es scheint so, dass Jessica sonst keinen Menschen hat, dem sie ihr Kind anvertrauen kann.

Wilma Borghoff hat einen angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Mich hat die Geschichte schon nach wenigen Seiten gefesselt, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Die Charaktere in der Geschichte sind gut gezeichnet und lebendig.
Jarik und seine Frau Elvira habe ich gleich gemocht. Obwohl ich Jarik manchmal gerne etwas geschüttelt habe. Wie gut, dass Elvira an seiner Seite ist und alles in die Hand genommen hat. Sie ist willens, Talea ein Zuhause zu geben. Auch wenn das nicht einfach ist und es immer wieder, gerade wenn sie denkt, sie sei einen Schritt weitergekommen Rückschläge gibt.
Talea hat mir leidgetan. Ihre Mutter konnte ihr aus Geldnöten nicht viel bieten und dann ist sie krank geworden. Dann ist plötzlich ihre Mutter tot und sie muss in eine andere Stadt zu den Großeltern ziehen, die sie nicht kennt. Es sind praktisch Fremde für sie.
Ich bewundere Wilma Borghoff dafür, wie sie sich in Talea hineinversetzen konnte. Wie sie die seelischen Nöte des Mädchens in ihre Geschichte einfließen lässt. Man konnte die Ängste und Nöte von Talea richtig spüren.

Die Idee mit dem Grünspecht, der immer wieder auftaucht, ist sehr gut gelungen.
Taleas gibt er immer ein kleines bisschen Zuversicht. Es ist ihr Grünspecht, der immer dann auftaucht, wenn sie besonders verzweifelt ist.

Mit „Was wir einander schuldig sind“ erzählt Wilma Borghoff eine Geschichte über Trauer und Loslassen. Aber auch eine Geschichte über Liebe, Familie und Zuversicht.
Mich hat das Buch sehr berührt und ich empfehle es gerne weiter.

Verstricktes Spiel

Oliver Keller
Thriller
474 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Oliver Keller für das Rezensionsexemplar

Achtung Hochspannung!

Klappentext:
Lukas Reinhardt, BND. Ethan Porter, CIA. Zwei Männer, die sich seit Jahren kennen, die Regeln ihres Geschäfts, die Lügen, den Preis. Und die einander vertrauen. So weit, wie man in dieser Welt überhaupt vertrauen kann. Der Auftrag scheint klar. Doch er ist größer, als sie ahnen. Mit jedem Schritt verschiebt sich das Bild. Leise. Kaum greifbar. Aber unumkehrbar. Grenzen beginnen zu verschwimmen. Zwischen Freund und Feind. Zwischen Auftrag und Verrat. Zwischen dem, was richtig ist und dem, was notwendig wird. Ihre Spur führt von den Straßen Berlins über die Bergpässe Afghanistans bis in die Machtzentren von Moskau und Washington. Eine Spur, die sich verändert. Eine Spur, die jemand bewusst gelegt hat. Und irgendwann bleibt nicht mehr die Frage, was wahr ist, sondern, wem diese Wahrheit überhaupt noch gehört.

„Verstricktes Spiel“ ist der Auftakt der „Verstrickte-Welten-Trilogie“ von Oliver Keller.

Verschwörungen, Lügen und internationale Konflikte halten die Leser*innen bei diesem Thriller in Atem.

Es wird ein weltweit agierendes Netzwerk aus Korruption und verdeckten Machtspielen aufgedeckt.

Die Ermittler sind Lukas Reinhardt vom BND und Ethan Porter vom CIA. Lukas Reinhardt und Ethan Porter kennen sich seit vielen Jahren aus gemeinsamen internationalen Operationen. Obwohl sie ein tiefes Grundvertrauen teilen, zwingt der aktuelle Fall sie dazu, die Loyalität des jeweils anderen und ihrer Organisationen permanent zu hinterfragen.
Der Autor zeigt beide Charaktere explizit nicht als unfehlbare Superhelden. Ihre Beziehung zueinander ist von ehrlichen Konflikten und der gemeinsamen, schweren psychologischen Last ihrer Einsätze geprägt.

Die Gegenspieler agieren nicht als klassische Bösewichte, sondern als Strippenzieher innerhalb eines globalen Netzwerks aus Politik und korrupten Machtstrukturen.
Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Antagonisten nutzen legitime staatliche und wirtschaftliche Institutionen für ihre Zwecke, was es für Lukas Reihardt und Ethan Porter extrem schwer macht, die Drahtzieher direkt zu fassen oder überhaupt zu identifizieren.
Die Gegenspieler greifen gezielt die Schwachpunkte der Agenten an, insbesondere ihre Familien, um Druck auszuüben, wodurch die Jagd zu einem psychologisch dichten Nervenkrieg wird.

Oliver Keller nutzt seine Handlungsorte effektiv, um die globale Dimension der Verschwörung sichtbar zu machen.
Die Handlung der Geschichte springt dynamisch zwischen verschiedenen internationalen Metropolen und geopolitischen Brennpunkten hin und her.
Die verschiedenen Handlungsorte werden atmosphärisch dicht, bildhaft und mit großem Respekt vor den jeweiligen lokalen Kulturen beschrieben.

Der Schreibstil von Oliver Keller ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Verstricktes Spiel“ ist ein Thriller mit Hochspannung, ich bin schon auf den 2. Band gespannt.

Im freien Fall

Urs Zingg
Kriminalroman
394 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Urs Zingg für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit psychologiescher Tiefe

Klappentext:
Colin Mackenzie, Ex-Polizist, arbeitet im Sicherheitsdienst eines Kernkraftwerks an der Küste Cornwalls. Mit Laura an seiner Seite glaubt er, endlich zur Ruhe zu kommen – und die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen zu können.
Doch dann kommt ihre Tochter tot zur Welt.
Ein Flugzeug stürzt ab.
Und Laura verschwindet spurlos in den Highlands.
Was wie eine Reihe tragischer Zufälle wirkt, erweist sich als Beginn eines freien Falls. Colin bleibt nur eins: kämpfen, um Laura, um die Wahrheit und gegen eine Macht, die nicht zulässt, dass jemand ihre Verstrickungen ans Licht bringt.

„Im freien Fall“ ist ein neuer Colin-Mackenzie-Krimi von Urs Zingg.
Im Mittelpunkt steht Colin Mackenzie.
Colin ist eigentlich ein ehemaliger Polizist. Er hat den gefährlichen Polizeidienst aufgegeben und sucht in Cornwall als Sicherheitsmitarbeiter Ruhe und einen Neuanfang.
Laura Mackenzie möchte gemeinsam mit ihrem Mann Colin ein ruhiges Leben führen, bis die Schatten der Vergangenheit sie einholen. Sie ist der emotionale Ankerpunkt für Colin, doch ihre Rolle wandelt sich im Laufe der Geschichte von der Gefährtin zur zentralen Figur eines rätselhaften Verschwindens.
Die Tochter von Colin und Laura kommt tot zur Welt. Seither ist Laura gebrochen und kämpft mit psychischen Problemen. Eines Tages ist Laura verschwunden.
Collin tut alles Menschenmögliche, um Laura zu finden.

Die Charaktere sind interessant und lebendig. Colin ist keine strahlende Heldenfigur. Er wird von seinen Dämonen geplagt, die ihn wieder eingeholt haben.
Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet und haben Tiefe.

Der Handlungsort ist zu Beginn Cornwall.
Später verlagert sich die Handlung in den Norden Schottlands, wo Colins Frau Laura spurlos verschwindet.
Die Handlungsorte werden anschaulich und atmosphärisch beschrieben.

Urs Zingg schreibt schnörkellos und präzise. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.
Die Spannung wird nicht durch billige Cliffhanger, sondern durch die schrittweise Enthüllung psychologischer Wahrheiten erzeugt.
Der Autor nutzt die Schauplätze nicht nur als Kulisse. Die Umgebung spiegelt oft den inneren Zustand der Charaktere wider, die Weite der Landschaft kontrastiert mit der Enge des moralischen Dilemmas.

„Im freien Fall“ ist kein blutrünstiger Krimi, sondern ein spannender Kriminalroman mit viel psychologischer Tiefe.
Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Sie auch

Alexandra Seese
Roman
403 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Alexandra Seese für das Rezensionsexemplar

Mystisch und spannend

Klappentext:
Verwitwet, abgebrannt und vom Rauswurf aus dem Familienanwesen bedroht – die ehemalige Sopranistin Christine steckt in der Bredouille. Ein Vorsingen an der Pariser Oper bietet die Chance auf Unabhängigkeit. Doch die Konkurrenz ist jünger und besser in Form. Ein Brief aus dem Jenseits könnte die Lösung bringen oder neue Schwierigkeiten aus alten Abhängigkeiten entfachen. Zwischen Absender und Empfängerin entfaltet sich ein intensiver Dialog über persönliche und tatsächliche Dämonen, über Täter und Opfer, Schuld und Mitschuld und darüber, wer wie weit bereit ist zu gehen, um ans persönliche Ziel zu gelangen. Sich Gaston Leroux‘ Klassiker Das Phantom der Oper als Vorgeschichte bedienend, spinnt Sie auch die weltweit bekannte Erzählung weiter und stellt sie zugleich kritisch in Frage.

„In ihrem Roman „Sie auch“ spinnt Alexandra Seese den Klassiker „Das Phantom der Oper“ weiter.

Die Autorin schickt ihre Leser*innen nach Paris und nach Perros-Guirec in das Jahr 1887.

Die Sopranistin Christine ist verwitwet und ziemlich mittellos. Sie lebt auf dem Familienanwesen ihres verstorbenen Mannes. Ihre Schwägerin gibt ihr indirekt die Schuld am frühen Tod ihres Bruders. Christine muss ihre Schwägerin erdulden, den sie bangt, sonst ihr Obdach zu verlieren.
Eine Anstellung an einem Opernhaus ist ihr auch verwehrt, die Konkurrenz ist jünger und hat mehr Chancen. Da erreicht sie ein Brief. Die wenigen Zeilen sind mit roter Tinte geschrieben und unterzeichnet mit Orfeo Gluck. Ein Schreck geht Christine durch Mark und Bein.
Zitat, Seite 13:
O.G. wie Operngeist; Gluck nach Willibald Gluck, dem Komponisten der Oper Orfeo und Euridice über den mystischen Sänger Orpheus, der in die Unterwelt hinabgestiegen war, um seine verstorbene Frau zurückzuholen.

Ab diesem Satz hat mich das Buch gefangen.
Zwischen der Geschichte um Christine, bekommen die Leser*innen immer wieder Briefe zu lesen, den zwischen Christine und dem Absender des Briefs entsteht ein Dialog. Ein Dialog über alte Dämonen und über Schuld.

Alexandra Seese hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Sie sind facettenreich und interessant. Vor allem wirken die Protagonisten lebendig.
Die Autorin führt ihre Leser*innen in die Welt der Oper und gleichzeitig in eine mystische Welt.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich zusätzlich noch eine gewisse Spannung.

Der Schreibstil von Alexandra Seese ist flüssig, gut verständlich und der Zeit der Handlung angepasst.
Mich hat die Geschichte schnell begeistert.

„Ich auch“ ist eine Geschichte für alle, die gerne literarische Literatur lesen.

Amok Alarm

Uli Black
Roman
293 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Uli Black für das Rezensionsexemplar

Sehr authentisch erzählte Geschichte

Klappentext:
H.C. Nachtnebel ist sechzehn, ein Mathegenie, ein Basketball-Ass und nach einem Verlust tief traumatisiert. Zwischen Leistungsdruck und Identitätssuche, Nähe und Rückzug, depressiven Episoden und Hochstimmung, versucht er, seinen Platz zu finden.
Als Keira auftaucht unangepasst, direkt, faszinierend, fühlt sich H.C. zum ersten Mal gesehen und geliebt, aber anders als von seinen Eltern. Doch was wie Rettung aussieht, wird schnell zum weiteren Riss im fragilen Gefüge seiner Welt. Von allen im Stich gelassen, gibt es für ihn nur noch einen Ausweg.

„Amok Alarm“ von ist ein Coming-of-Age-Roman von Uli Black.

Oft merkt man erst, was in einer Person vorgeht, wenn es zu spät ist. Dann heißt es, die Person war unauffällig, ruhig und freundlich.
So auch hier der Protagonist H.C. Nachtnebel. Nach außen hin wirkt H.C. eher ruhig, aber innerlich ist er explosiv wie eine Bombe. H.C. spielt sehr gut Basketball, hier kann er sein Trauma etwas kompensieren. Als sein Vorbild im Basketball stirbt, fällt H.C. in ein tiefes Loch, muss sogar ins Krankenhaus. Doch die Depression und seine Panikattacken bleiben.
Sein einziger Lichtblick ist Keira. Von ihr fühlt er sich gesehen, ein Gefühl, das er bei seinen Eltern nicht hat. Doch auch Keira ist nicht der gewünschte Rettungsring.

Uli Black beschreibt seinen Protagonisten H.C. Nachtnebel so authentisch, dass man denken könnte, er würde ihn wirklich kennen. H.C. wirkt lebendig und wie aus dem echten Leben entsprungen.
Die Gefühle und die Hilferufe von H.C. kommen gut zu den Leser*innen durch. Er ist ein junger Mensch mitten in der Pubertät, der dringend Hilfe bracht, aber es sieht niemand.

Der Autor behandelt in seiner Geschichte Themen wie Verlustängste, Traumatisierung, Überforderung, Wut und Gewalt.

Der Schreibstil von Uli Black ist flüssig und gut verständlich, die Sprache hat er dem Alter des Protagonisten hervorragend angepasst.

„Amok Alarm“ ist ein Roman, der mich sehr bewegt hat.

Die Kalimba der Zeit: Der verlorene Wald

C.F. Storms
Fantasy
148 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Gelungener Debütroman

Klappentext:
Der Verlorene Wald ist der Auftakt einer siebenteiligen Fantasyreihe in kompakter und lesefreundlicher Erzählweise. Phelan wächst im abgelegenen Birkesdorf auf, wo er als Kleinkind allein aufgefunden wurde. Kurz vor seinem zehnten Lebensjahr soll er in einem alten Ritual sein Tierzeichen erhalten. Doch der feierliche Moment kippt, als der Druide das Zeichen verkündet. Die Dorfbewohner reagieren mit Angst und Ablehnung, und Phelan flieht überfordert in den geheimnisvollen Verlorenen Wald. Dort begegnet er einer gesichtslosen Gestalt, die einen magischen Gegenstand bei sich trägt: die Kalimba der Zeit. Durch sie erfahrt Phelan die wahre Bedeutung seines Tierzeichens und dass sein Schicksal direkt mit dem Gleichgewicht der gesamten Welt verbunden ist.

„Die Kalimba der Zeit: Der verlorene Wald“ ist der 1. Band einer 7teiligen Fantasy-Reihe von C.F. Storms.

Im Mittelpunkt steht der 10-jährigen Phelan, ein Findelkind, dass in einem abgelegenen Dorf aufwächst. Jetzt steht er kurz davor sein Tierzeichen zu bekommen. Der Druide enthüllt das Zeichen, was Angst und Schrecken verbreitet. Daraufhin geht Phelan in den verlorenen Wald und seine Geschichte beginnt.

C.F. Storms erzählt kurz und klar die Geschichte. Der Autor fast das Wesentliche mit wenigen Worten zusammen. Keine langen Beschreibungen, nicht viele Worte die sich immer um dasselbe drehen. Dadurch ließt de Geschichte sich sehr schnell, es fehlt aber nichts, ich hatte schnell Bilder im Kopf.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, Phelan war mir auf Anhieb sympathisch. Auch die anderen Charaktere, wie z. B. Audrey mochte ich sehr. Nicht so sympathisch war mir Faol, er hat etwas Geheimnisvolles an sich das ich nicht einschätzen kann.

Wie die gesamte Erzählung, so ist auch die Beschreibung der Handlungsorte recht kurzgehalten. Es gibt Menschen, es gibt Götter und es gibt Fabelwesen und die Magie fehlt natürlich auch nicht.

„Die Kalimba der Zeit: Der verlorene Wald“ ist ein guter Einstieg in eine mehrteilige Fantasy-Reihe. Mir hat das Lesen viel Freude bereitet.

Flüsternde Erinnerungen

Monalishan Santhalingam
Psychothriller
323 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Monalishan Santhalingam für das Rezensionsexemplar

spannender Psychothriller

Klappentext:
Sieben Jahre ist es her, dass Jojo blutend im Wald gefunden wurde, allein. Seine Freunde? Spurlos verschwunden. Seine Erinnerungen? Ausgelöscht. Alarmiert durch eine bedrohliche Nachricht kehrt er nun in seine Heimatstadt zurück. Doch als erneut Menschen an derselben Stelle verschwinden, beginnt sich Jojo zu fragen: Was hat er damals wirklich in den Wäldern gesehen? Und was hat er getan? Während alte Schuld, neue Bedrohungen und verstörende Träume ihn jagen, stößt er auf eine Wahrheit , die besser im Waldboden geblieben wäre. Ein düsterer Psychothriller über Erinnerung, Schuld und dem Grauen, das im Harz lauert.

„Flüsternde Schuld“ ist ein spannender Psychothriller von Monalishan Santhalingam.
Für mich ist es das erste Buch des Autors und ich war sehr gespannt.

Im Mittelpunkt steht Jojo. Er ist Physiotherapeut und betreut unter anderem die Senioren in einem Pflegeheim. Doch dann stürzt eine Patientin während der Therapie.
Als auch noch ein Hilferuf seines Vaters kommt, zu dem er nur wenig Kontakt hat, wächst Jojo alles über den Kopf.
Er fährt kurzentschlossen in seine Heimatstadt zu seinem Vater.
Doch hier wird er von seinen Erinnerungen eingeholt.
Vor 7 Jahren ist er in einem blutend in einem Wald aufgewacht, ohne Erinnerung. Seine Freunde waren verschwunden.
Jetzt wo er in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist, verschwinden plötzlich wieder Menschen. Jojo will nach der Wahrheit suchen.

Monalishan Santhalingam baut schnell Spannung auf. Als Leserin begleitet man Jojo zu Beginn bei seiner Arbeit und dann in die Heimatstadt. Man erlebt das Verschwinden der Menschen an Jojos Seite. Man fragt sich zusammen mit Jojo was da passiert und was in der Vergangenheit passiere, ist, an die er sich nicht erinnern kann. Doch dann tauchen immer wieder Erinnerungsstücke auf und als Leserin ist man plötzlich bei den Ereignissen vor 7 Jahren dabei. Allerdings immer nur bruchstückehaft. So bleibt die Spannung erhalten.

Monalishan Santhalingam hat seine Protagonisten gut gezeichnet und lässt sie sehr lebendig wirken. Man spürt als Leser*in den psychischen Druck und die Verzweiflung die Jojo durchlebt.
Die Atmosphäre ist passend zur Geschichte recht düster. Mich hat es immer wieder im Nacken gekribbelt und ich war ständig auf der Lauer was passiert.
Der Schreibstil des Autos ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Flüsternde Schuld“ war mein erstes Buch von Monalishan Santhalingam und er hat mich damit von seinem schriftstellerischen Können überzeugt. Es wird bestimmt nicht das einzige Buch des Autors sein, dass ich gelesen habe.

Der Meisterplan

Boris Simon
Ratgeber
266 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Boris Simon für das Rezensionsexemplar

Alte fernöstliche Weisheiten in die Moderne übertragen

„Der Meisterplan“ von Boris Simon ist ein Buch voller Gelassenheit und Balance.
Boris Simon vermittelt fernöstliche Weisheiten und Lebensgefühle so, dass auch Leser*innen die sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben schnell Zugang zu diesem Buch finden.

Die alten Weisheiten werden sehr gut in unsere Zeit übertragen. So nutzt der Autor QR-Codes anhand denen man zu vertiefenden Videos und Übungen geführt wird.

Schnell wird „Der Meisterplan“ zu einem stillen Begleiter im Alltag. Jeden Tag einmal 15 Minuten Zeit sich selbst widmen und ein Abschnitt in diesem Buch lesen. Es gibt Stellen, an denen man seine eigenen Gedanken und Wünsche notieren kann. Hier kann man immer wieder hin zurückkehren.
So kann man Abschnitt für Abschnitt, Kapitel für Kapitel sich zu Gemüte führen und verinnerlichen. Je nach bedarf kann man einzelne Abschnitte wiederholen. Das Tempo liegt allein in der eigenen Hand.

Sehr gefallen haben mit auch die Illustrationen in dem Buch und der süße Pandabär.

„Der Meisterplan“ ist ein Buch, dass man nach einmaligen Lesen nicht einfach ins Regal stellt, sondern immer wieder zur Hand nimmt und ein Kapitel aufschlägt.