Kadewe – Haus der Träume

Marie Lacrosse
Historischer Roman
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte des wohl berühmtesten Kaufhaus Deutschlands

Berlin, Anfang des 20 Jahrhunderts:
Judith Bergmann ist die Tochter des KaDeWe-Justiziars.
Sie wird an der Sozialen Frauenschule ausgebildet und träumt davon studieren zu können.
Doch die an Luxus gewöhnt Judith soll Harry Jandorf, den Sohn des Kaufhausbesitzers heiraten.
Rieke Krause stammt aus einfachen Verhältnissen.
Sie ist von der Pracht und dem Luxus das vom Kadewe ausgeht überwältigt.
Sie bemüht sich um eine Anstellung in dem Luxuskaufhaus.
Dort verliebt sie sich in ihren Kollegen Hermann.
Der erste Weltkrieg lässt die Pläne von Judith und Rieke zerplatzen.
Auch für das Kaufhaus bedeutet der Krieg und die schweren Nachkriegsjahre große Herausforderungen.

„Kadewe – Haus der Träume“ ist wieder eine wunderbar erzählte Geschichte über das wohl bekannteste Kaufhaus Deutschlands von Marie Lacrosse.

Der Prolog spielt im Jahre 1907.
Das Kaufhaus ist neu eröffnet als Rama V. König von Siam (dem heutigen Thailand) zu Besuch in Berlin weilt.
Natürlich besucht Rama V. auch das Kadewe und tätigt dort einige Einkäufe.
Zu ehren des Königs gibt Adolf Jandorf ein Essen für den König.
Als Gast nimmt auch der Justiziar Paul Bergmann mit seiner Frau und seiner Tochter Judith teil.
Rieke deren Mutter die Reinigungskolonne im Kaufhaus leitet versteckt sich und beobachtet die Feierlichkeit.
Natürlich wird sie am Ende entdeckt doch Judith legt schützend die Hand über sie und erklärt sie als ihre Freundin.

Über dieses erste Zusammentreffen von Judith und Rieke musste ich schmunzeln.
Interessant fand ich zu lesen, dass König Rama V. einer der ersten berühmten Besucher des Kaufhauses war. Heute gehören 50,1% des Kadewe einer Thailändischen Familie.

Im ersten Band begleiten wir dann die Protagonisten von 1914-1926.
Judith und Rieke haben Träume.
Judith ist Glanz und Luxus ist sie gewohnt.
Im Kadewe fühlt sie sich wie zu Hause.
Sie soll Harry Jandorf, den einzigen Sohn des Kaufhausbesitzers heiraten.
Doch Judith lernt nicht zuletzt durch Rieke auch die andere Seite von Berlin kennen in dem die Armut vorherrscht.
Sie hat den festen Willen gegen den Hunger und die Armut etwas zu unternehmen.

Rieke die aus ärmlichen Verhältnissen stammt ist überwältigt vom Luxus den das Kadewe ausstrahlt.
Sie lebt mit ihren Eltern und Geschwister auf engem Raum. Gewalt vom Vater ist an der Tagesordnung.
Sie ist stolz als sie eine Anstellung in dem Luxuskaufhaus bekommt.
Sie verliebt sich in ihren Kollegen Hermann.

Das Leben beider Frauen wird durch den ersten Weltkrieg gehörig durcheinandergewirbelt.
Die Kriegsjahre und die Nachkriegszeit gehen aber auch nicht spurlos am Kadewe vorbei.

Marie Lacrosse erzählt die Geschichte wieder einmal auf eine so tolle Art, dass es nur Freude macht das Buch zu lesen.
Die Autorin erzählt in erster Linie die Geschichte des Kadewe, seinem Besitzer und den Angestellten.
Marie Lacrosse erzählt auch ein Stück unserer deutscher Geschichte die natürlich auch Einfluss auf das Kaufhaus hat.
Ihre Protagonisten egal ob real oder fiktiv sind wie immer gut gezeichnet.
Judith und Rieke, so unterschiedlich sie auch sind, waren mir beide gleich sympathisch gewesen.

Das Buch ist wunderschön gestaltet. Am Anfang gibt es ein Personenregister in dem die historischen Persönlichkeiten gekennzeichnet sind.
Am Ende erzählt die Autorin in einem Nachwort von ihrer Recherche.
Marie Lacrosse schreibt, dass sie die vielen Überlieferungen gut als Gerüst nutzen konnte aber um die Geschichte mit Leben zu füllen musste sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Ich finde das ist ihr wieder einmal großartig gelungen.
Die Geschichte, die Charaktere alles passt so gut zueinander, dass man es sich kaum anders vorstellen kann.
Es war wieder ein tolles Leseerlebnis und ein weiteres Lesehighlight auf meiner Liste.

Ganz am Ende gibt es noch eine Leseprobe vom 2. Band Kadewe-Haus der Wünsche der am 14. Juni 2023 erscheinen soll.
Ich freue mich schon sehr darauf.

Drei Tage im August

Anne Stern
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Jeder Mensch braucht Hoffnung

Während der Olympischen Spiele im Sommer 1936 hat sich Berlin noch weltoffen gezeigt.
Doch die Zeiten werden immer dunkler.
Elfies einzige Zuversicht ist ihre Arbeit in der Chocolaterie Sawade.
Hier umgeben von edlen Aromen, Nougat und Marzipan findet Elfie Trost.
Ihre Nachbarn hingegen haben immer mehr unter Gewalt und Ausgrenzung zu leiden.
Inspiriert durch Madame Conte und ihrer Geschichte einer verbotenen Liebe begibt sich Elfie auf die Suche nach einer verschollenen Rezeptur für eine besonderen Praline:
Dabei fragt sie sich, ob sie es wagen kann auch ihrer eigenen Sehnsucht zu folgen.

„Drei Tage im August von Anne Stern ist eine Liebeserklärung an Berlin.
An ein Berlin wie es einmal war und nie wieder sein wird.

1936 bei den Olympischen Spielen zeigte sich Berlin noch als eine weltoffene Stadt.
Doch mittlerweile verändert sich das Straßenbild, immer mehr Geschäfte und Restaurants verschwinden.
Auch Franz Marcus soll seine Buchhandlung, nur weil er jüdischen Glaubens ist aufgeben.
Dabei hat er sich mit seinem Geschäft ein Traum erfüllt und den soll er jetzt aufgeben.
Seit der braune Schlamm die Städte in Deutschland flutet wird das Leben für viele immer beschwerlicher.

Elfie ist der gute Geist der Chocolaterie Sawade.
Hier umgeben von zarten Aromen, Schokolade, Nougat und Marzipan kann Elfie ihrer Schwermüdigkeit für kurze Zeit entrinnen.
Mit schön dekorierten Schaufenstern und feinen Köstlichkeiten versucht sie dem Leben ihrer Nachbarn in der Prachtstraße „Unter den Linden“ etwas Normalität zu geben.

Elfie ist mir während des Buches sehr ans Herz gewachsen.
Mit ihrer Schwermütig fühlt sie sich nur die Stunden in denen sie in der Chocolaterie Sawade sein kann wohl.
Sie steht aber auch für die Hoffnung, den die gibt Elfie nicht auf.

Als sie inseriert durch die Geschichte von Madame Conte dem Geheimnis einer verbotenen Liebe und dem einer besonderen Praline auf die Spur kommt möchte sie auch ihrer Sehnsucht folgen.

Anne Stern ist mir durch ihre Hulda Gold Reihe gut bekannt.
Schon da hat die Autorin bewiesen wie viel sie über die Geschichte Berlins weiß.
So vermittelt Anne Stern auch in „Drei Tage im August“ wieder einiges an Historie.
Man spürt förmlich die Veränderung die in der Stadt vor sich gehen.
Geschäfte verschwinden, Künstler die die Stadt ausgemacht haben sind plötzlich nicht mehr da.
Berlin und besonders die Prachtstraße „Unter den Linden“ stehen dabei beispielhaft für ganz Deutschland.

Die Charaktere die Anne Stern zum Leben erweckt sind immer etwas ganz besonderes.
Sie sind liebenswert, interessant und voller Hoffnung.

Die Geschichte hat sehr viel Tiefgang und hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
Sie vereint die Süße und das Bittere wie die Aromen aus der Chocolaterie Sawade.
Und sie zeigt auf wie wichtig es ist nie die Hoffnung aufzugeben.

Einmal angefangen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
So habe ich es auch an zwei Abenden ausgelesen.

Anne Stern ist für mich eine ganz große Geschichtenerzählerin.

Des Kummers Nacht

Ralph Knobelsdorf
Historischer Kriminalroman
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an die Bloggerjury und den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannender Krimi mit spannenden Einblicken ins historische Berlin

Als Wilhelm von der Heyden Zeuge einer Explosion wird, bei der eine Frau ums Leben gekommen ist wird er für den diensthabenden Wachtmeister schnell zum Verdächtigen.
Ganz anders der Chef der Kriminalpolizei. Der ist nicht nur von der Unschuld von Wilhelm von der Heyden überzeugt sondern sieht bei ihm auch viel Potential als Ermittler.
Da es an guten Mitarbeitern mangelt wird Wilhelm eingestellt und gehört von nun an zum Ermittlerteam.
Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig und müssen überlegt und vorsichtig durchgeführt werden den das Opfer stammt aus der höheren Gesellschaft.

„Des Kummers Nacht: von der Heydens erster Fall“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe von Ralph Knobelsdorf.

Der Autor entführt seine LeserInnen nach Berlin ins Jahr 1855.
Die preußische Kriminalpolizei befindet sich gerade im Aufbau.
Wilhelm von der Heyden der ein Studium in Kriminalistik absolviert hat wird Zeuge einer Explosion. Für den diensthabenden Wachtmeister ist er schnell ein Verdächtiger. Wilhelm kann den leitenden Kriminalbeamter aber schnell von seiner Unschuld überzeugen.
Seine gute Beobachtungsgabe lassen den Chef der Kriminalpolizei auf ihn aufmerksam werden.
So wird Wilhelm von der Heyden in den Kreis der ermittelnden Beamten aufgenommen.

Als LeserIn bekommt man einen guten und authentischen Einblick in die Ermittlungsarbeit der 1850er Jahre. Wenn man wie ich viele Kriminalromane liest ist es interessant zu erfahren welche profanen Mittel der Polizei damals zur Verfügung standen um einen Täter zu überführen.

Der Fall wird gut und spannend erzählt. Die Ermittlungsarbeit führt die Kriminalpolizei in die höheren Kreise was zur Folge hat, dass sie recht behutsam vorgehen müssen.

Außer dem Kriminalfall sind auch die historischen Gegebenheit sehr interessant.
Die 1850er Jahre werden authentisch widergespiegelt und die LeserInnen erhalten viele Informationen aus dieser Zeit.
Auch begegnet man einigen historischen Persönlichkeiten die im Anhang an dem Krimi noch einmal beschrien werden.

Der Schreibstil von Ralph Knobesldorf ist flüssig und leicht verständlich. Der Autor vermittelt neben Spannung auch einiges an Geschichte was das Buch für mich, als Liebhaber von Kriminalromanen und historischen Romanen um so lesenswerter macht.

Dies war nun der erste Fall für Wilhelm von der Heyden und ich freue mich schon auf seinen zweiten Fall.

Die Schwestern vom Ku’damm – Ein neuer Morgen

Brigitte Riebe
Historischer Roman
erschienen im Wunderlich Verlag (Rowohlt Verlag)
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein emotionales Ende der Ku’damm-Reihe

Berlin 1966
Es ist die Zeit der Veränderungen.
Die Jugend rebelliert und geht auf die Straße.
Die Mode ist im Wandel, die Röcke werden kürzer und die Farben knalliger.
Die Thalheim Schwestern sind bemüht ihr Modekaufhaus dem Wandel anzupassen was große Überzeugungsarbeit bei Friedrich Thalheim bedeutet.
Miriam Feldmann ist Chef Designerin im Modekaufhaus und die vierte Thalheim Schwester.
Schon ihre Mutter Ruth Sternberg hat für das Modekaufhaus Mode entworfen.
Obwohl ihr Chef Friedrich Thalheim Familie hatte entspann sich eine Liebe zwischen Ruth und Friedrich aus der Miriam hervorging.
Miriam, die schon lange Zeit eine tiefe Freundschaft mit den Thalheims verband wurde vor ein paar Jahren als das Geheimnis gelüftet war in den Kreis der Familie aufgenommen.
Mittlerweile lebt sie glücklich mit ihrem Mann und ihrer Adoptivtochter Jenny zusammen. Dann wird Miriam mit Anfang vierzig schwanger, dazu trifft sie noch einen Mann den sie aus den Kriegsjahren kennt.
Plötzlich scheint ihr Leben auf den Kopf gestellt und die Vergangenheit holt sie ein.

Brigitte Riebe gehört schon lange zum Kreis meiner Lieblingsautoren/innen.
Ich habe schon recht viel von der Autorin gelesen und es ist egal welches Buch man von Brigitte Riebe in die Hand nimmt, es ist immer ein Highlight.
So natürlich auch die Reihe um die Schwestern vom Ku’damm.
„Die Schwestern vom Ku’damm – Ein neuer Morgen“ ist nun der vierte und letzte Band der Reihe.

In diesem Band steht Miriam im Mittelpunkt.
Was man als Leser*in schon lange vermutet hat bestätigte sich im letzten Band. Friedrich Thalheim ist Miriams Vater.
So wurde sie im Kreise der Familie, mit der sie ja schon lange befreundet ist aufgenommen.
Wir begleiten sie und die Thalheim Familie durch die Jahre 1966 – 1971.
Es sind Jahre der Veränderung.
Knallige Farben und der Minirock erobern die Modewelt.
Das Modekaufhaus muss sich neu erfinden um auf der Welle der Zeit zu bleiben.
Auch Miriam hat im Laufe der Reihe eine enorme Entwicklung durchlebt was in diesem Band noch einmal deutlich wird.
Im Gegensatz zu den anderen Thalheim-Schwestern weiß man bisher nicht viel von Miriams Vergangenheit.
Das hat Brigitte Riebe durch Rückblenden und Erinnerung von Miriam sehr geschickt gelöst.
So erfährt man von den schweren Kriegsjahren in denen Miriam sich verstecken musste.
Nachdem ihre Mutter deportiert wurde lebte sie als Jüdin in der ständigen Angst entdeckt zu werden.
Aber auch ihr Leben in der Gegenwart scheint sich auf den Kopf zu stellen.

Ich mag alle vier Thalheim-Schwestern sehr gerne. Jede hat mich auf ihre Art beeindruckt.
Miriam scheint mir von allen aber die Stärkste zu sein, was wahrscheinlich den Kriegsjahren geschuldet ist.

Natürlich werden auch wieder viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Film und Musik in diesem Buch erwähnt, was die Erzählung noch authentischer werden lässt.
Viele der erwähnten Songs und auch der politischen Ereignisse sind mir noch gut aus meiner Jugend bekannt.

Im Anhang des Buchs gibt es wieder eine Zeittafel wo wichtige Ereignisse der Jahre 1966-1971 aufgeführt werden.
So einiges ist in die Handlung des Buchs mit eingeflossen so, dass Realität und Fiktion kaum zu trennen sind.

Wieder einmal hat Brigitte Riebe mich mit ihrem Schreibstil begeistert. Das Buch hat mich einfach so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.
Ich war von der 1. Seite an wieder mitten im Geschehen, habe mich gefreut liebgewonnene Charaktere wieder zu treffen.

Dieser 4. Band ist für mich der emotionalste. Ich weiß nicht wie oft ich Tränen in den Augen hatte.

Jetzt muss ich die Familie Thalheim verlassen aber ich weiß, sie werden ihren Weg gehen.

Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne, könnte ich 10 Sterne vergeben so würde ich es gerne tun den das Buch gehört natürlich wieder zu meinen Highlights des Jahres 2021.

Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe

Ulrike Renk
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ehrlich & Anders und an der Aufbau Verlag für das liebevoller Bloggerpäckchen

Ein wunderschöner historischer Roman

Paula Oppenheimer lebt mit ihren Eltern und ihren drei Geschwister in einem Haushalt in dem Geld immer knapp ist.
Ihr Vater ist Rabbiner in einer neuen jüdischen Gemeinde und sein Lohn reicht gerade so aus.
Nach ihrem Schulabschluss entscheiden sich Paula schweren Herzens zu ihrer Tante Auguste zu ziehen die finanziell um einiges bessergestellt ist.
Ihre Tante möchte sie zu einer selbständigen Frau erziehen und ihr Klavierspiel fördern.
Durch ihren Herzensbruder Franz lernt Paula den jungen Dichter Richard Dehmel kennen.
Richard Dehmel wird liebevoll „Merlin“ genannt weil er mit seinem Charme und seinen Gedichten alle verzaubert.
Paula verliebt sich in den jungen Dichter doch ihre Eltern sind gegen eine solche Verbindung.
Als Freund von Franz ist Richard gerne gesehen aber als Ehe Mann für Paula kommt er nicht in Frage.
Paula kämpft für ihre Liebe doch ist Richard wirklich der Richtige für sie?

„Eine Familie in Berlin-Paulas Liebe“ ist der Auftakt einer neuen Saga von Ulrike Renk.
Die Autorin erzählt die Geschichte von Paula Dehmel einer Schriftstellerin, die Gedichte und Kinder- und Märchenbücher verfasst hat.
Wir begleiten Paula durch die Jahre 1878-1896.
Paula hat in der Geschichte eine gewaltige Entwicklung durchlebt. Sie ist von einem jungen Mädchen zu einer gebildeten und selbstständigen Frau geworden.
Man spürt von Beginn an die Liebe die in der Familie Oppenheimer gelebt wird.
Paula hat zu ihrem Bruder Franz ein sehr vertrautes Verhältnis was auch einige Brief in diesem Buch belegen.

Einer meiner Lieblingscharaktere ist ihre Tante Auguste.
Sie ist kinderlos und neidet ihrer Schwester ihre vier Kinder.
So nimmt sie auch Paula bei sich auf und fördert sie in Kunst und Kultur.
Auguste ist eine liebenswürdige und bemerkenswerte Frau.

Richard Dehmel, ein junger Dichter ist ein Freund von Franz. Paula und Richard verlieben sich.
Da Richard von den Eltern nicht akzeptiert wird, da er als Dichter wohl kaum eine Familie versorgen kann kämpfen beide um ihre Liebe.
Doch Richard ist ein Freigeist.
Da Paula, wegen ihrer schwachen Lungen oft die Sommermonate mit ihrer Tante an der Ostsee verbringt schreiben Paula und Richard sich viele Briefe die man zu Teil auch hier in der Geschichte wiederfindet.

Ulrike Renk erzählt die Geschichte wunder schön, ja ich möchte sagen sie hat etwas Poetisches.
Man kann Wirklichkeit und Fiktion nicht trennen so gekonnt ist alles miteinander verflochten.
Auch die Tage an der Ostsee, die Landschaft, die Farben und das Meeresrauschen werden sehr schön beschrieben.
Man sieht sich selbst schon am Strand entlang wandeln.

„Eine Familie in Berlin-Paulas Liebe“ ist ein wunderschöner historischer Roman über eine bemerkenswerte Frau von einer großartigen Autorin.
Ich freue mich schon auf den zweiten Band „Eine Familie in Berlin-Ursulas Träume“ der im Februar 2022 erscheint.