Toter Schatten

Leo Born
Thriller
400 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe / beTHRILLED
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an NetGalley Deutschland für das Rezensionsexemplar

Wieder ein echter Leo Born

Klappentext:
Dichter Nebel hält Frankfurt fest umschlossen, als Annabell ihre morgendliche Joggingrunde durch den Park dreht – und plötzlich von einer unbegreiflichen Angst ergriffen wird. Kurz darauf ist die junge Frau tot. Ihr Mörder hat auf dem Bein der Toten mit Lippenstift eine kleine Zeichnung hinterlassen: einen Schmetterling.
Kommissarin Mara Billinsky und ihr Kollege Jan Rosen nehmen die Ermittlungen in dem Fall auf und stellen schnell fest, dass Annabell als Prostituierte gearbeitet hat. Hat ihr Zuhälter sie ermordet? Oder einer ihrer Kunden?
Doch dann stößt Rosen bei seinen Recherchen auf eine rätselhafte Verbindung zu einem anderen Verbrechen. Vor acht Jahren wurde ein junges Mädchen getötet – auf ihrem Bein war ein Schmetterling tätowiert.
Während Mara und Jan fieberhaft nach dem Mörder suchen, ahnen sie nicht, dass in Frankfurts Unterwelt längst ein brutaler Bandenkrieg ausgebrochen ist – und ein alter Feind Mara nähersteht, als sie für möglich hält …
Klappentext:

„Toter Schatten“ ist schon der 11. Band der Mara Billinsky Reihe von Leo Born.
Auch dieser Band hat wieder alles, was ein guter und spannender Thriller braucht.
Es ist eben ein echter Leo Born.

Endlich ist Jan Rosen wieder an der Seite von Mara Billinsky.
Zusammen ermitteln sie im Mordfall der jungen Annabell. Sie wurde beim Joggen im Park ermordet. Der Täter hat mit Lippenstift einen Schmetterling auf ihr Bein gemalt.
Kommissarin Mara Billinsky, bekannt als „Die Krähe“, übernimmt zusammen mit ihrem Partner Jan Rosen den Fall. Schnell wird klar: Das ist erst der Anfang eines perfiden Spiels, das Mara tief in die Abgründe der Stadt führt.

Wie immer hat Leo Born seine Charaktere gut gezeichnet und lässt sie lebendig wirken. Der Star seiner erfolgreichen Krimireihe ist unbestritten Mara Billinsky.
Mara ist eine etwas eigensinnige Ermittlerin, die sich von der Masse an Ermittlern, die es in den zahlreichen Krimis und Thrillern gibt, deutlich abhebt. Sie hat Ecken und Kanten, ist stur, aber vor allem hat sie Biss. Bei ihren Ermittlungen geht sie bis an die Grenze des Erlaubten und manchmal auch darüber hinaus. Aber deswegen lieben wir sie ja auch.
Durch ihr Äußeres, schwarz gefärbtes Haar, mit Kajal schwarz umrandete Augen, schwarze Kleider und Tattoos stößt sie bei ihren Mitmenschen oft auf Ablehnung.
Mittlerweile hat sie sich bei der Polizei einen Namen gemacht. Aber nicht alle ihre Kollegen mögen Mara.

Jetzt ist Maras Kollege Jan Rosen wieder mit im Boot. Jan ist es aber deutlich anzumerken, dass ihm die Arbeit viel Überwindung kostet.
Auch muss er in diesem Band wieder einen persönlichen Schicksalsschlag hinnehmen.
Jan wird von Leo Born nicht geschont.

Mara und Jan können einfach sehr gut zusammenarbeiten. Jan ist das genaue Gegenteil von Mara, aber er ist auch ihr Ruhepol und meist zur Stelle, wenn er gebraucht wird.

Leo Born hat wieder einmal eine spannungsgeladene Atmosphäre geschaffen.
Die Spannung setzt sehr schnell ein und wird über das gesamte Buch aufrechterhalten.
Leo Born arbeitet mit schnellen Perspektivwechseln und kurzen Kapiteln, was einen enormen Sog erzeugt und immer wieder zum Weiterlesen verführt.
Wie oft habe ich gedacht, nur noch ein Kapitel und dann….
Aber Schlaf wird überbewertet. Ich habe es mir lieber mit „Toter Schatten“ und einem roten Sizilianer gemütlich gemacht.

Die Mara Billinsky Reihe ist für mich eine der zurzeit besten deutschen Thriller-Reihen.
„Toter Schatten“ wird somit auch wieder zu meinen Highlights des Jahres gehören.
Das Buch kann man auch lesen, wenn man die ersten Bände nicht kennt. Aber die Sucht wird irgendwann jeden befallen.

Jetzt heißt es wieder warten, bis der 12. Band der Reihe erscheint. Ich bin schon jetzt gespannt.

Die Töchter vom Königssee – Schmetterlingstage

Martina Sahler
Roman
385 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein gelungener und emotionaler Auftakt der Trilogie

Klappentext:
Vor zwanzig Jahren waren sie ein starkes Gespann: Die junge Lehrerin Isabella Thomsen vom Königssee-Gymnasium und ihre drei liebsten Schülerinnen Mona, Valerie und Charlotte. Jetzt wird Isabella zur Schulleiterin ernannt, und die offizielle Feier ist ein wunderbarer Anlass für ein Wiedersehen der alten Schulfreundinnen. So kehrt Mona nach langer Zeit in Paris zurück an den Königssee. Schon die Anreise weckt in ihr gemischte Gefühle, denn sie wird gleich mit der dörflichen Enge konfrontiert. Aber auch mit der Schönheit der Landschaft. Es ist nie zu spät für Veränderungen, heißt es. Gilt dies auch für Monas heimliche Beziehung und die massive Ablehnung ihrer Tochter Pia?

„Die Töchter vom Königssee – Schmetterlingstage“ ist der 1. Band der geplanten Trilogie „Die Töchter vom Königssee“ von Martina Sahler.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin immer wieder von ihrem atmosphärischen Schreibstil begeistert.

Seit vielen Jahren verbindet die Lehrerin Isabella Thomsen eine Freundschaft mit Mona, Valerie und Charlotte, die einst ihre liebsten Schülerinnen waren.
Jetzt wird Mona zur Schulleiterin befördert und nutzt die Gelegenheit, bei der anstehenden Feier ihre Freundinnen wiederzusehen.

Die Autorin hat lebendige und authentische Charaktere erschaffen.
Mir waren die Frauen auf Anhieb sympathisch und ich wollte gleich mehr von ihnen erfahren.
Von den 3 Freundinnen steht im 1. Band Mona im Vordergrund. Ich gehe davon aus, dass bei den 3 Bänden immer eine der Frauen in den Vordergrund rückt.

Martina Sahler erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen.
In der Gegenwart verfolgen die Leserinnen die junge Lehrerin Isabella Thomsen, die zur Schulleiterin befördert wird. In der Vergangenheit lernen die Leserinnen vor allem Mona besser kennen. Sie erfahren, warum sie einst die Heimat so plötzlich verlassen hat.
Mona ist auf ihrer Reise in die alte Heimat hin- und hergerissen. Zum einen hat sie vor langer Zeit die Heimat fluchtartig verlassen und die Erinnerungen kommen zurück. Zum anderen ist sie von der Schönheit ihrer Heimat überwältigt.

Martina Sahler hat einen flüssigen, gut verständlichen und emotionalen Schreibstil.
Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Der Königssee wird den Leser*innen mit seiner Schönheit nahegebracht.

„Die Töchter vom Königssee – Schmetterlingstage“ ist eine schöne und emotionale Geschichte. Ich freue mich schon auf den 2. Band.
„Die Töchter vom Königssee – Libellensommer“ der am 1. 2. 2027 erscheinen soll. In diesem Band wird dann Valerie in den Vordergrund rücken.

Autumn Secrets

Sarah Fulmar
Roman
314 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an LovelyBooks für das Rezensionsexemplar

Herzklopfen und raue Klippen

Die erfolgreiche Londoner Unternehmensberaterin Penelope wird von ihrem Chef unfreiwillig in eine Auszeit geschickt. Sie kehrt zurück in ihre Heimat St. Ives, um den Kopf freizubekommen. Spontan übernimmt sie dort die Organisation der traditionellen Herbstwanderung. Das Schicksal führt sie dabei direkt zu Nathan. Er ist der beste Freund ihres Bruders und ihr unerfüllter Crush aus Teenagerzeiten. Schnell flammen alte Funken wieder auf. Doch ein großes Hindernis bleibt: Penelopes Leben ist in London, während Nathan tief in Cornwall verwurzelt ist.

Der Liebesroman „Autumn Secrets“ von Sarah Fulmar ist der zweite Band der Seasons by the Sea-Reihe. Die Geschichte entführt die Leserschaft in ein herbstliches Wohlfühlszenario voller tiefgründiger Gefühle.

Die Charaktere sind greifbar, nahbar und glaubwürdig.
Penelope ist intelligent und gut organisiert.
Die angeordnete Auszeit ist für sie ein Kontrollverlust, den sie erst einmal verarbeiten muss.
Nathan ist attraktiv. Er ist bodenständig, aber stur. Hinter seiner rauen Schale verbirgt sich ein weicher Kern.

Die Nebenfiguren, wie die Dorfgemeinschaft, sind zum Teil skurril, aber liebenswert.

Der Handlungsort wird von Sarah Fulmar anschaulich beschrieben. Die malerische Kulisse von St. Ives kommt hier gut zur Geltung. Die Autorin fängt die landschaftliche Schönheit der englischen Küste perfekt ein.

Der Schreibstil von Sarah Fulmar ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin schreibt emotional und auch recht anschaulich. Ich hatte schnell Bilder im Kopf und das Rascheln des Herbstlaubs im Ohr.

„Autumn Secrets“ ist genau das richtige Buch für den anstehenden Herbst.
Die Stimmung im Buch schreit förmlich nach einer Decke und einer heißen Tasse Tee.

Keine Angst, Darling

Vera Buck
Thriller
448 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Nichts ist wie es scheint

Klappentext:
In der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert, nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden.

„Keine Angst, Darling“ ist ein packender Thriller von Vera Buck.

Im Mittelpunkt steht die Influencerin Lea Graves, die auf ihren Kanälen von Millionen Fans für ihr vermeintlich perfektes 50er-Jahre-Familienleben in der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida gefeiert wird. Der Mann verdient das Geld, die Frau steht perfekt gestylt und gehorsam am Herd.

Vera Buck lässt Lea schon gleich zu Beginn verschwinden. Das sorgt schon gleich für Spannung und ich konnte ab diesem Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Vera Buck hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.

Die Geschwister Lea und Paula haben ein gutes Verhältnis. Daran ändert auch die große Entfernung ihres Lebensmittelpunktes nichts. Schon als Kind musste Paula immer auf Lea aufpassen und so etwas legt man nicht einfach ab.

Lea hegte schon immer den Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit. Das hat sie anfällig für Manipulationen gemacht. Sie wird ein echtes Tradwife und lässt Millionen daran teilhaben. Doch langsam ändert sich ihre Sicht. Ihre Begeisterung für dieses Leben kehrt sich um in Angst.

Ihre Schwester Paula ist genau das Gegenteil. Sie ist verheiratet und berufstätige Mutter.
Seit Kindheit fühlt sie eine Verantwortung für ihre Schwester. Das lässt sie auch nach Florida reisen, als es um ihre Schwester plötzlich still wurde.

Matt, der Ehemann von Lea, ist kontrollsüchtig. Er muss immer wissen, wo seine Frau ist und was sie tut. Dabei wechselt er die Rollen zwischen dem liebevollen und charmanten Ehemann und dem Mann, der alles manipulieren kann.

Vera Buck stellt eine beklemmende Atmosphäre her.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus wechselnder Perspektive.
Die Leserinnen begleiten Paula bei der Suche nach Lea. Dabei ist Paula auf dem gleichen Wissensstand wie die Leserinnen.
Von einer anderen Perspektive her erleben die Leserinnen Leas Verwandlung. Als Leserin spürt man die aufkommende Angst von Lea und erwartet, bis das Unvermeidliche passiert.
Dazu kommen noch die Social-Media-Kommentare von Lea, in denen sie die perfekte Ehefrau spielt.
Ganz im Gegensatz dazu sind die Tagebucheinträge von Lea. Sie zeigen die wahren Gefühle auf.

Vera Buck vermittelt auf eine eindringliche Art, was psychische Gewalt mit einem Menschen machen kann. Zeigt auf, wie man einen Menschen manipulieren kann.

Der Schreibstil von Vera Buck ist flüssig, bildhaft und gut verständlich.
Die Autorin erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo.
Die Spannung setzt sehr früh ein und bleibt auch bis zum Ende bestehen.

„Keine Angst, Darling“ ist ein Psychothriller, den ich mit großer Spannung gelesen habe.

Das Restaurant der Träume

Julia Kröhn
Historischer Roman
437 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Julia Kröhn und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar

Die Entstehung der Gastronomie

Klappentext:
Paris, 1765: Anne träumt von einem selbstbestimmten Leben, ihre kleine Schwester Aurore von Bildung und Freiheit. Der junge Benoît kennt den Hunger, aber auch den Duft von Rosmarin, Trüffel und Vanille wie kein Zweiter. Gemeinsam wagen sie das Ungeheuerliche: Sie wollen das erste Restaurant der Weltgeschichte eröffnen. Während in Frankreich alle Zeichen auf Revolution stehen, geraten ihre Lebenswege in den Strudel gesellschaftlicher Umwälzungen. Ein sinnlicher, packend erzählter Roman über die Geburt der Gastronomie, über Träume, Leidenschaft und den Mut, seinen Platz in der Welt zu behaupten.

„Das Restaurant der Träume“ von Julia Kröhn ist ein opulenter und atmosphärisch dichter historischer Roman. Das Buch widmet sich der revolutionären Geburtsstunde der modernen Gastronomie.

Im Mittelpunkt steht eine für das 18. Jahrhundert revolutionäre Idee: die Gründung des allerersten Restaurants der Weltgeschichte. Zu dieser Zeit speiste man entweder zu Hause oder musste in zwielichtigen Wirtshäusern essen, was als Tagesgericht angeboten wurde.
Das Restaurant, wie wir es kennen, mit gemütlichen Tischen und einer Speisekarte, auf der der Gast sich Gerichte auswählen konnte, gab es zu dieser Zeit nicht.
Das wollen Anne, Aurore und Benoît ändern. Drei junge Menschen, die von Selbstbestimmung und Freiheit träumen.
Während die drei jungen Menschen dabei sind, sich ihren Traum zu erfüllen, bricht das alte Frankreich zusammen.

Julia Kröhn spiegelt die Zeit der Französischen Revolution gekonnt wider.
Sie zeigt den harten Kontrast zwischen aristokratischer Dekadenz und dem Elend der Straße. Die Revolution bringt Terror und Hinrichtungen mit sich. Das prägt das Schicksal der Figuren.

Das Buch lebt von seinen drei starken, unterschiedlichen Protagonisten.
Anne: Eine junge Frau, die sich nicht in die gesellschaftlichen Zwänge drängen lassen will. Sie kämpft für ein selbstbestimmtes Leben. Sie bringt den unternehmerischen Mut in das Projekt ein.

Aurore: Annes jüngere Schwester. Sie brennt für Bildung, Philosophie und die Ideen der Aufklärung. Sie verkörpert den intellektuellen Geist der kommenden Revolution.

Benoît: Ein junger Mann, der die bittere Armut und den Hunger der Pariser Gassen am eigenen Leib erfahren hat. Er besitzt jedoch einen außergewöhnlichen Geschmackssinn. Er kennt Düfte wie Rosmarin, Trüffel und Vanille wie kein Zweiter. Er ist das kulinarische Herz des Restaurants.

Julia Kröhn glänzt mit einem bildhaften und fundierten Schreibstil.
Sie beschreibt die kulinarischen Kreationen so detailreich, dass man die Aromen von Kräutern und Brühen beim Lesen förmlich riechen kann.
Gleichzeitig webt die Autorin gekonnt all die Schrecken der Französischen Revolution in ihre Geschichte ein.
Der Schreibstil von Julia Kröhn ist flüssig, gut verständlich und mitreißend.
Besonders das letzte Drittel entwickelt durch die historischen Ereignisse eine immense Spannung.

Mit „Das Restaurant der Träume“ hat Julia Kröhn mir wieder einmal schöne Lesestunden geschenkt.

Fünf Fremde

Romy Fölck
Thriller
380 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Ein dunkles Geheimnis kommt ans Licht

Klappentext:
Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird.

„Fünf Fremde“ von Romy Fölck ist ein spannender Thriller über ein dunkles Geheimnis.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen auf die Nordseeinsel Neuwerk. Ich muss zugeben, von der Insel noch nie gehört zu haben. Sie hat allerdings auch nur 20-30 Einwohner.

Für fünf Passagiere auf der Fähre nach Neuwerk, die sich offensichtlich fremd sind, werden dunkle Erinnerungen wieder hochkommen.

Im Mittelpunkt stehen die 5 Personen:
Annika Lundt ist Kriminalkommissarin. Sie ist auf der Insel geboren und kommt für einige Zeit zurück um sich um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern.

Charlotte Hahnel ist Nonne. Sie kommt auf die Insel, um eine alte Freundin zu besuchen.

Sinje Bianchi ist Journalistin und kommt extra aus Rom auf die Insel. Sie will mehr über den 30 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren, bei dem ein Junge verschwunden ist und bis heute nicht mehr aufgetaucht ist.

Mats Nielsson ist Meeresbiologe und Sturmjäger. Er kommt auf die Insel. Weil ein lebensbedrohlicher Sturm angekündigt wurde. Aber nicht nur das Wetter wird bedrohlich.

Michelle Welm wird in der nächsten Saison als Vogelwartin auf der Nachbarinsel Scharhörn arbeiten. Sie möchte die jetzige Vogelwartin treffen, um einiges über die Arbeit zu erfahren. Doch die taucht nicht auf.

Von den fünf Fremden, haben vier eine gemeinsame Vergangenheit, die langsam ans Licht kommt.

Romy Fölck baut schon gleich am Anfang Spannung auf, als ein Passagier auf der Fähre über Bord geht.

Die Leser*innen lernen die Charaktere nach und nach kennen. Sie bekommen ihre Beweggründe vermittelt, warum sie wirklich auf der Insel sind.

Romy Fölck erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, das macht die Geschichte sehr interessant und spannend. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, die die Personen mit sich herumtragen. Und die dunklen Erinnerungen.

Die Charaktere sind von der Autorin gut gezeichnet. Ich konnte mich schnell in jeden einzelnen einfühlen.

Das Leben auf der einsamen Insel Neuwerk wird gut beschrieben. Im Sommer kommen viele Touristen, aber nach der Saison muss das Leben dort sehr einsam sein.

Romy Fölck, von der ich schon viele Bücher gelesen habe, hat einen flüssigem und gut verständlichen Schreibstil. Den Handlungsort beschreibt die Autorin anschaulich. Eine Skizze im Buch zeigt auch genau auf, wo sich die Charaktere immer befinden.

„Fünf Fremde“ ist ein spannender Thriller, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Dunkler Sog

Leo Born
Thriller
416 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.


Spannende Ermittlungen zwischen Frankfurt und dem Schwarzwald

Klappentext:
Kommissarin Mara Billinsky kommt nicht zur Ruhe: In einem Frankfurter Altenheim stirbt ein ehemaliger Arzt einen qualvollen Vergiftungstod und er ist nicht das einzige Opfer des brutalen Mörders. Als kurz darauf die verstümmelte Leiche einer Journalistin entdeckt wird, führt eine düstere Spur Mara und ihren neuen Kollegen Tobias Cronberg in ein kleines Dorf im Schwarzwald. Cronberg will sich um jeden Preis beweisen – doch er tappt in eine grausame Falle. Zurück in Frankfurt, gejagt von Selbstzweifeln und einem übermächtigen Feind gerät Mara immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Verrat und hasserfüllter Rache.

„Dunkler Sog“ ist schon der 10. Band der Mara Billinsky Reihe von Leo Born.
Auch dieser Band hat wieder alles, was ein guter und spannender Thriller braucht.
Es ist eben ein echter Leo Born.

Jetzt ist es so weit, Mara bekommt einen neuen Partner an die Seite gestellt. Zusammen ermitteln sie im Mordfall in einem Altenheim, wo ein Arzt im Ruhestand ermordet wurde. Bei den Recherchen stößt Mara auf ähnliche Fälle im Schwarzwald. Kurzentschlossen fährt sie mit ihrem neuen Partner Tobias Cronberg in den Schwarzwald, um dort die Ermittlungen voranzutreiben. Von Zusammenarbeit kann keine Rede sein. Mara macht wie üblich ihr Ding und Tobias Cronberg fühlt sich aufs Abstellgleis gestellt.

Wie immer hat Leo Born seine Charaktere gut gezeichnet und lässt sie lebendig wirken. Der Star seiner erfolgreichen Krimireihe ist unbestritten Mara Billinsky.
Mara ist eine etwas eigensinnige Ermittlerin, die sich von der Masse an Ermittlern, die es in den zahlreichen Krimis und Thrillern gibt, deutlich abhebt. Sie hat Ecken und Kanten, ist stur aber vor allem hat sie Biss. Bei ihren Ermittlungen geht sie bis an die Grenze des Erlaubten und manchmal auch darüber hinaus. Aber deswegen lieben wir sie ja auch.
Durch ihr Äußeres, schwarz gefärbtes Haar, mit Kajal schwarz umrandeten Augen, schwarze Kleider und Tattoos stößt sie bei ihren Mitmenschen oft auf Ablehnung.
Mittlerweile hat sie sich bei der Polizei einen Namen gemacht. Aber nicht alle ihre Kollegen mögen Mara.

Bis vor kurzem hat Mara mit ihrem Kollegen Jan Rosen sehr gut zusammengearbeitet. Jan ist das genaue Gegenteil von Mara, aber er ist auch ihr Ruhepol. Jan ist in die Abteilung für Internet-Kriminalität gewechselt. Seitdem ist Mara allein auf weiter Flur. Aber sie ist sowieso kein Teamplayer.

Doch das soll sich jetzt ändern. Tobias Cronberg wird der neue Mann an der Seite von Mara Billinsky. Doch an ihrer Seite ist er wenig zu finden, dazu lässt es Mara nicht kommen.

Der Fall ist schwierig. Mara kommt nicht weiter. Ein tote Arzt in Frankfurt und ähnliche Fälle im Schwarzwald. Trotz Unterstützung bei der Recherche von Jan Rosen läuft sie wie gehen eine Wand. So niedergeschlagen und voller Selbstzweifel habe ich Mara noch nie erlebt. Nach alle dem war ihr Leo Born in den vorherigen 9 Bänden zugemutet hat braucht sie eigentlich dringend eine Auszeit. Ich hätte Mara manchmal gerne in den Arm genommen und getröstet. Aber das wäre nicht ihr Ding gewesen.

Leo Born hat wieder einmal eine spannungsgeladene Atmosphäre geschaffen. Dazu die mysteriöse Stimmung die im Schwarzwald herrscht. All das sorgt für ein Kribbeln im Nacken. Man ist immer darauf gefasst, dass etwas passiert, bis es dann auch wirklich passiert.
Das Ende hält dann für die Leser*innen noch eine Überraschung bereit. Damit hat Leo Born mir einen heimlichen Wunsch erfüllt.

Das Buch hat mich nach wenigen Seiten wieder in seinen Bann gezogen.
Die Kapitel sind recht kurz und enden oft mit einem Cliffhanger.
Wie oft habe ich gedacht nur noch ein Kapitel und dann….
Aber Schlaf wird eh überbewertet. Ich habe es mir lieber mit „Dunkler Sog“ und einem roten Sizilianer gemütlich gemacht.

Die Mara Billinsky Reihe ist für mich eine der zurzeit besten deutschen Thriller-Reihen.
„Dunkler Sog“ wird somit auch wieder zu meinen Highlights des Jahres gehören.
Das Buch kann man auch lesen, wenn man die ersten Bände nicht kennt. Aber die Sucht wird irgendwann jeden befallen.

Jetzt heißt es wieder warten, bis der 11. Band der Reihe erscheint. Ich bin schon jetzt gespannt.

Rabenthron

Rebecca Gable
Historischer Roman
896 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Meisterhaft erzählte Geschichte mit viel realem Hintergrund

Klappentext:
England im Herbst 1013: Um den dänischen Gefangenen Hakon bei Hofe abzuliefern, reist der junge Engländer Ælfric of Helmsby nach London. Die Stadt liegt in Trümmern, denn dem schwachen König Ethelred gelingt es nicht, sein Reich gegen die ständigen Wikingerüberfälle zu schützen.
Doch anders als England und Dänemark sind Ælfric und Hakon keine Feinde – während der gefährlichen Reise sind sie zu Freunden geworden. Bald schon gehören sie zum inneren Kreis um die machtbewusste Königin Emma. Aber der Widerstand der Engländer droht zu brechen, und als der dänische König stirbt, steht bald ein noch gefährlicherer Feind vor den Toren.

„Rabenthron“ ist der 3. Band der Helmsby-Reihe von Rebecca Gablé. Die Geschichte setzt allerdings vor dem 1. Band an, man braucht keine Vorkenntnisse beim Lesen.

Als Leser*in begleitet man die Protagonisten von 1013 bis 1041. In diesem Zeitraum kommen die Protagonisten und gehen die Protagonisten. Einige finden den Tod und zwei neue Generationen werden geboren. England hat in dieser Zeit 7 Könige. Einer davon, der Däne Sven Gabelbart wurde allerdings nie gekrönt. Nur Knut der Große, der fast 20 Jahre auf dem Thron saß, ist es gelungen, England über längere Zeit Frieden zu schenken.

Rebecca Gablé lässt Geschichte lebendig werden. Viele ihrer Charaktere sind historisch überlieferte Personen, aber auch die fiktiven Charaktere Ælfric of Helmsby und sein Sohn Penda, wie auch die Nachkommen im Laufe der Geschichte, fügen sich gut in die Story ein. Sie sind meine eigentlichen Helden und meine liebsten Charaktere.

In der Geschichte gibt es oft größere Zeitsprünge, sonst hätte die Autorin so einen großen Zeitraum nicht abbilden können. Manchmal war ich dadurch kurz verwirrt, habe mich aber immer schnell wieder zurechtgefunden. Bei den Protagonisten ist das Personenverzeichnis am Anfang sehr hilfreich. Es treten recht viele Protagonisten auf, nur wenige schaffen es auch bis zum Ende.

Rebecca Gablé zeichnet ein recht deutliches Bild der englischen Geschichte. Ich bin tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch kaum zur Seite legen.

Rebecca Gablé erzählt die Geschichte sehr lebendig, ich hatte schnell Bilder im Kopf. Die Geschichte lebt, einige Charaktere gehen verloren und neue kommen hinzu. Als Leser*in wird man Zeuge einiger Gräueltaten, aber auch die Liebe fehlt in diesem umfangreichen Buch nicht.

Rebecca Gablé hat einen so fesselnden Schreibstil, dass die fast 900 Seiten nur so dahinfliegen.
Nach der Geschichte kann man im Nachwort noch einmal einige Ereignisse nachlesen. Was die Geschichte komplettiert und interessant ist.

„Rabenthron“ ist ein meisterhaft erzählter historischer Roman, mit einem bunten Reigen an Charakteren.

Not Quite Dead Yet

Holly Jackson
Thriller
480 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Rainer Schuhmacher
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Thriller-Highlight

Klappentext:
Jet ist die Tochter einer der reichsten Familien in Woodstock, Vermont. Mit 27 Jahren wartet sie immer noch darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. „Das kann ich später noch machen“, sagt sie immer. Denn Jet hat Zeit.
Bis zu jener Halloween-Nacht, als sie von einem unsichtbaren Eindringling brutal angegriffen wird.
Dabei erleidet Jet eine schwere Kopfverletzung, und die Ärzte sind sich sicher: In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen.
Jet hätte nie gedacht, dass sie Feinde hat. Doch plötzlich sieht sie alle Menschen in ihrem Umfeld in einem neuen Licht: ihre Familie, ihre ehemalige beste Freundin, die jetzt ihre Schwägerin ist, ihren Ex-Freund.
Sie weiß, ihr bleiben höchstens sieben Tage. Tage, in denen sich ihr Zustand verschlechtert und nur Billy, ein Freund aus Kindertagen, an ihrer Seite ist. Dennoch ist sie fest entschlossen, endlich etwas zu Ende zu bringen.

„Not Quite Dead Yet“ von Holly Jackson ist einer der spannendsten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Jet ist 27 Jahre und schiebt alles auf die lange Band. Sie hat Zeit, denkt sie. Doch dann wird sie angegriffen und schwer verletzt.
Die Ärzte geben ihr 7 Tage, dann wird ein Aneurysma sie töten.

Jet macht sich daran ihren Angreifer ausfindig zu machen. Dabei traut sie niemanden außer Billy, ein Freund aus ihrer Kindheit. Jet muss sich beeilen, wenn sie ihren Mörder finden will, denn es bleibt nicht viel Zeit.

Holly Jackson hat einen sehr spannenden Plot entworfen. Ihre Protagonistin Jet will ihren eigenen Mörder jagen. Sehr spannend beschreibt die Autorin den Wettlauf mit der Zeit.
Dabei ist Jet jetzt nicht unbedingt ein liebenswerter Charakter. Ihre Mitmenschen sind ihr gleichgültig. Sie ist sehr reich aufgewachsen und hat nie etwas in ihrem Leben zu Ende gebracht. Dass muss sie jetzt ändern.

Die Zeit ist Jets größter Gegner. Oft dachte ich, dass schafft sie nicht. So ist das Lesen des Thrillers eine Achterbahn der Gefühle.

Der Schreibstil von Holly Jackson ist flüssig und gut verständlich. Auch wenn nicht Schlag auf Schlag etwas passiert und es recht ruhige Anteile im Buch gibt, hängt die Spannung doch immer im Raum. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte eingezogen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

„Not Quite Dead Yet“ ist ein spektakulärer Thriller mit Suchtpotenzial.

Das zweite Königreich

Rebecca Gable
Historischer Roman
913 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Geschichte wird lebendig

Klappentext:
England 1064: Ein Piratenüberfall setzt der unbeschwerten Kindheit des jungen Caedmon of Helmsby ein jähes Ende, ein Pfeil verletzt ihn so schwer, dass er zum Krüppel wird. Sein Vater schiebt ihn ab und schickt ihn in die normannische Heimat seiner Mutter. Zwei Jahre später kehrt Caedmon mit Herzog William und dessen Eroberungsheer zurück.
Nach der Schlacht von Hastings und Williams Krönung gerät Caedmon in eine Schlüsselposition, die er niemals wollte: Er wird zum Mittler zwischen Eroberern und Besiegten. In dieser Rolle schafft er sich erbitterte Feinde, doch er hat das Ohr des despotischen, oft grausamen Königs. Bis zu dem Tag, an dem William erfährt, wer die normannische Dame ist, die Caedmon liebt.

„Das zweite Königreich“ ist der 1. Band der Helmsby-Reihe von Rebecca Gable.

Rebecca Gable entführt ihre Lesser*rinnen in das 11. Jahrhundert.

Caedmon of Helmsby wird von seinem Vater in die Normandie geschickt, nachdem er bei einem Angriff der Dänen verletzt wurde. Die Normandie ist die Heimat von Caedmons Mutter und er spricht die Sprache. Er ist als Übersetzter für den normannischen Herzog William am Hof.
William, der normannische Herzog erobert England bei der bekannten Schlacht von Hastings und wird König.

Rebecca Gable lässt Geschichte lebendig werden. Viele ihrer Charaktere sind historisch überlieferte Personen, aber auch die fiktiven Charaktere wie der Thane Caedmon of Helmsby fügen sich überzeugend in den Reigen der Protagonisten.

Die Leser*innen können das Leben des englischen Königs William der Eroberer von der Krönung bis zu seinem Tod verfolgen. Königs William war ein Machtbesessener König, der seinem Land 20 Jahre vorstand.

Unter den vielen historischen Persönlichkeiten sind die Helmybys fiktive Charaktere. Caedmon of Helmsby ist und seine Schwester Hyld sind meine persönlichen Lieblings-Charaktere.

Rebecca Gable erzählt die Geschichte sehr lebendig, ich hatte schnell Bilder im Kopf. Die Geschichte lebt, einige Charaktere gehen verloren und neue kommen hinzu. Als Leser*in wird man Zeuge einiger Gräueltaten aber auch eine Liebesgeschichte fehlt in diesem umfangreinen Buch nicht.

Rebecca Gable hat einen so fesselnden Schreibstil, dass die etwas über 900 Seiten nur so dahinfliegen.

„Das zweite Königreich“ ist ein meisterhaft erzählter historischer Roman, ich freue mich schon auf den nächsten Band.