Pierre Lagrange
Kriminalroman
299 Seiten
erschienen bei Fischer Scherz
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar
Ein skurriler Diebstahl mit ungeahnten Folgen
Klappentext:
Eigentlich hatte sich Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier auf ein ruhiges Wochenende in ihrem gemütlichen Zuhause gefreut, fernab des trubeligen Nîmes, wo sie sonst mit den Fällen von Albin Leclerc zu tun hat. In ihrem beschaulichen Wohnort St. Pierre wollte sie ihren Bauerngarten pflegen und entspannen. Doch daraus wird nichts, denn bei einer Dorfbewohnerin setzen die Wehen ein, und Berthe wird ungeplant zur Geburtshelferin. Dabei erfährt sie, dass der Onkel ihres liebsten Gemüsehändlers verschwunden ist. Genauer gesagt: Seine Leiche wurde beim Bestatter gestohlen. Die Pathologin wird stutzig. Wer klaut denn eine Leiche? Hals über Kopf stolpert Berthe in einen haarsträubenden Fall.
„Madame Mort und der tote Onkel“ ist der erste Band der neuen Krimireihe mit der Pathologin Dr. Berthe Saunier von Pierre Lagrange.
Treue Leser*innen kennen Dr. Berthe Saunier aus der Reihe mit Albin Leclerc. Leclerc nennt die Rechtsmedizinerin immer liebevoll Madame Mort und besticht sich mit Schokocroissants, denen sie nicht widerstehen kann.
Jetzt bekommt Madame Mort eine eigene Reihe.
Pierre Lagrange hat wieder skurrile und liebenswerte Charaktere ins Rennen geschickt.
Die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, auch genannt Madame Mort, ist Anfang fünfzig. Ihr Markenzeichen ist die rote Brille. Sie ist klug und manchmal etwas unvernünftig. Wie Albin Leclerc Zwiegespräche mit seinem Mops Tyson hält, so hält Madame Mort Zwiegespräche mit ihrem treuen Plastikskelett namens Hugo.
César ist der bodenständige Ehemann von Berthe. Er ist Literaturprofessor und entdeckt für sich, zum Schrecken seiner Ehefrau, das Spielen auf der Oboe wieder neu.
Dr. Pascal Laroche: Ihr glühender Verehrer und Kollege von Berthe.
Jetzt wird er unfreiwillig in die gefährlicheren Ermittlungen der Pathologin hineingezogen.
Die Dorfbewohner sind neben dem verzweifelten Gemüsehändler, dessen toter Onkel gestohlen wurde, glänzende Nebenfiguren, die für Spannung und gute Unterhaltung sorgen.
Pierre Lagrange schreibt gewohnt flüssig, bildhaft und angenehm locker. Die Seiten fliegen durch den hohen Dialoganteil und den feinen, augenzwinkernden Humor nur so dahin.
Die Ermittlungen von Berthe Saunier werden zum Teil humorvoll geschildert.
Die Leser*innen bekommen aber auch in dieser Reihe einen Einblick in das Privatleben der Gerichtsmedizinerin.
Zu meiner Freude bekommt auch Albin Leclerc einen kleinen Auftritt in der Geschichte.
Der fiktive Ort St. Pierre in der malerischen Region rund um Nîmes wird anschaulich beschrieben. Das französische Lebensgefühl wird gut vermittelt.
„Madame Mort und der tote Onkel“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe und macht Lust auf mehr.
