Marie B. Kurzroman erschienen im R. G. Fischer Verlag Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an Marie B. für das Rezensionsexemplar
Wohlfühlroman
„Melodie einer Jugendliebe“ ist ein Kurzroman zum Wohlfühlen von Marie B. Mona die Hauptperson in der Erzählung, sie wird in der Personenübersicht von der Autorin mit Ich bezeichnet, erzählt von ihrer liebe zu ihrem verstorbenen Mann Laurent und ihrer Jugendliebe Paul. Dabei besucht man wunderschöne Orte. Nicht nur Frankfurt, die Stadt in der ich leben steht im Mittelpunkt, auch Korsika und Marokko besucht man beim lesen.
Marie B. findet in ihrer Erzählung schöne Worte. Manchmal hat es direkt etwas prosaisches.
„Melodie einer Jugendliebe“ ist genau die richtige Geschichte für die kalte Jahreszeit. Einkuscheln, eine Tasse heißer Tee und die Geschichte in einem Zug genießen.
Hera Lind Roman erschienen im Droemer Knaur Verlag Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar
Berührend und gleichzeitig sehr erschütternd
Covertext:
Weihnachten 1944 bricht im Banat die Hölle für die kleine Anni aus. Sie wird von bewaffneten Partisanen aus den Armen ihrer jungen Mutter Amalie gerissen und in ein jugoslawisches Kinderheim verschleppt, während Amalie mit 180 Frauen des Dorfes in ein Arbeitslager nach Sibirien muss. Annis Großmutter lässt die 5-Jährige allen Gefahren zum Trotz nicht allein wie sie es deren Mutter versprochen hat. Heimlich fährt sie mit und ermöglicht der Kleinen die Flucht. Für Anni wird ihre Oma zum Licht in der Dunkelheit, das ihr auch Jahre später noch leuchtet.
Denn im Deutschland der Nachkriegszeit hat niemand Zeit für die seelische Not eines Kindes. Erst als Anni dem Bauernsohn Hans begegnet, glaubt sie, ein wenig Glück gefunden zu haben. Bis ihre Liebe zum Leben und dem, was gut ist an den Menschen, erneut auf ungeahnte Weise auf die Probe gestellt wird.
Hera Lind erzählt in ihrem neuen Roman „Das letzte Versprechen“ wieder eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit.
Ich lese sehr viel und manchmal denkt man, man hat über fast alles schon gelesen. Hier in dieser Geschichte waren mir die Donauschwaben und das Banat völlig neu. Um so mehr hat mich die Geschichte von Anni interessiert.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal erzählt Anni und einmal ihre Mutter Amalie. So kann der Leser den Weg Beider nach der Trennung gut mitverfolgen.
Es ist manchmal unerträglich was die kleine Anni erleben musste. Mit 5 Jahren wird sie verschleppt und in ein Kinderheim gebracht. Dort sind die Zustände menschenunwürdig. Später gelingt ihr die Flucht. Immer in ihrer Nähe ist ihre Großmutter. Sie hat ihrer Schwiegertochter das Versprechen gegeben, Anni nicht alleine zu lassen.
Amalie selbst kommt nach Sibirien in ein Arbeitslager. Erst nach 6 Jahren sehen sich Mutter und Tochter wieder. Doch da ist Amalie eine gebrochene Frau. Die Liebe die Anni braucht kann sie ihr nicht mehr geben.
Hera Lind konnte für ihre Geschichte die Tagebücher von Anni benutzen. Sie hat Anni auch getroffen. Da war Anni eine Frau von über 80 Jahren. Ein Gespräch bei Kaffee und Kuchen, ein Blick in die Tagebücher und Hera Lind nahm sich der Geschichte an. Entstanden ist ein Roman der berührend und gleichzeitig sehr dramatisch ist. Ich habe beim lesen immer wieder einmal eine Pause einlegen müssen weil mich Annis Schicksal so betroffen gemacht hat. Aber man spürt auch immer ein Fünkchen Hoffnung in der Geschichte. Ich habe mir auch immer das Kapitel, dass aus der Perspektive von Hera Lind erzählt wurde und ziemlich am Anfang der Geschichte stand ins Gedächtnis gerufen. Hier war Anni eine ältere Frau mit Lachfältchen.
Hera Lind erzählt die Geschichte schonungslos und ehrlich. Auch wenn es ein Roman ist und die Autorin mit ihrer künstlichen Freiheit die Geschichte vielleicht etwas verfremdet hat kommt die Geschichte sehr authentisch und ehrlich bei mir als Leserin an.
„Das letzte Versprechen“ ist eine klare Leseempfehlung von mir. Eine Geschichte die man so schnell nicht vergisst.
Joy Fielding Roman erschienen im Goldmann Verlag Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Kristian Lutze Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar
Wer sind deine Nachbarn
Covertext:
Nach einem traumatischen Erlebnis zieht Maggie mit ihrer Familie nach Palm Beach Gardens in Florida. Sie hofft, in der gepflegten Gegend mit den freundlichen Nachbarn ihre Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Doch dann verlässt sie ihr Mann, und auch die Idylle ihres Viertels erweist sich als trügerisch: Eine lautstarke Auseinandersetzung im Haus gegenüber, zwielichtiger Besuch nebenan, spitze Bemerkungen bei einem gemeinsamen Grillfest. Schnell gerät Maggie zwischen die Fronten und muss um ihre und die Sicherheit ihrer Kinder fürchten. Und als an einem heißen Sommermorgen der Knall eines Schusses die Stille zerreißt, ist allen klar: Hier ist mehr passiert als ein gewöhnlicher Nachbarschaftsstreit.
„Home Sweet Home“ ist ein spannender und mysteriöser Roman von Joy Fielding. Ich würde das Buch eigentlich eher in das Genre Thriller einordnen.
Ich habe schon einige Romane der Autorin gelesen und war immer sehr begeistert. So natürlich auch mit diesem Werk.
Der Prolog fängt gleich spannend an. Es fällt ein Schuss und die Bewohner sind bestürzt und fragen sich, „wie konnte das passieren?“ Eigentlich ist es eine ruhige kleine Straße. Fünf identische Häuser mit je einer Doppelgarage. Nachbarn die sich verstehen und zusammen Grillen.
Danach geht die Geschichte etwas ruhiger weiter. Man lernt die Anwohner näher kennen und erfährt auch das Eine oder Andere ihrer Vergangenheit. Auch Maggie und ihre Familie lernt man kennen. Erfährt von Maggies Angstzuständen und ihrer Paranoia. Wie es so ist wenn verschiedene Charaktere aufeinandertreffen, einige sind sehr sympathisch, die anderen weniger. Was wie eine idyllische Gemeinschaft anmutet entpuppt sich nach und nach zum Gegenteil. Manchmal war mir nicht klar was Wirklichkeit ist und was in Maggies Kopf entsteht. Ihr Mann hat sie ja schon wegen ihrer Paranoia verlassen.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Dabei spielt sie mit der Psyche der Charaktere ebenso wie mit der ihrer LeserInnen. Dabei schneidet die Autorin Themen wie Misshandlung, Drogen, Alkohol und Arbeitslosigkeit an. Alles Themen die ein Miteinander stark beeinflussen können. Der leichtverständliche und flüssige Schreibstil von Joy Fielding macht das Lesen leicht. Die oft mit einem einem Cliffhanger endenden Kapitel verführen dazu, dass man immer weiterlesen möchte. Die Spannung zieht sich dann auch über das gesamte Buch. Erst am Ende erfährt man was wirklich passiert ist.
Joy Fielding hat mich wieder einmal mit ihrem Roman begeistert. Wie schon „Die Haushälterin“ wird auch „Home, Sweet Home zu meinen Highlights 2022 gehören.
Ellen Sandberg Roman erschienen im Penguin Verlag 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar
Spannender Roman mit unerwartetem Ende
Covertext: Jedes Jahr, wenn der Herbst naht, wird Annett von einer inneren Unruhe erfasst. Dann macht sich die Narbe an ihrem Arm bemerkbar, dann werden die Erinnerungen an den Sommer 1988 und an die Clique von damals wach. Fünf Freunde, die sich blind vertrauten, bis einer von ihnen zum Verräter wurde.
Jetzt, Jahrzehnte später, begreift Annett, dass sie ihren inneren Frieden erst finden wird, wenn sie sich der Vergangenheit stellt. Kurz entschlossen fährt sie nach Wismar. Zurück an die Ostsee, in ihre alte Heimat. Doch je mehr sie dort über die Ereignisse jenes Sommers herausfindet, umso deutlicher wird: Sie hätte die Vergangenheit besser ruhen lassen, denn der Verrat von damals reißt ihr Leben erneut in einen Abgrund …
„Das Unrecht“ ist wieder ein fesselnder Roman von Ellen Sandberg. Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Die Gegenwart in der über Anett und ihrem Mann Volker erzählt wird. Eigentlich führen die Beiden eine gute Ehe. Stehen kurz vor der Silberhochzeit. Doch wie immer im Herbst überkommt Anett eine innere Unruhe. Sie erinnert sich an den Sommer 1988, an ihr Leben in Wismar und an die Clique mit der sie immer zusammenhing. Anett macht sich auf den Weg nach Wismar um ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.
Die zweite Zeitebene ist eben das Jahr 1988. Hier trifft man die Clique und lernt die einzelnen Personen kennen. Die LeserInnen sind Zeuge eines dramatische Ereignisses, dass Anett bis heute nicht loslässt. Einer aus der Clique muss ein Verräter sein sonst wäre es damals nicht zu der Tragödie gekommen.
Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Anett und Volker erzählt. Die LeserInnen lernen die Dinge aus der Sicht beider beteiligten kennen. Am Anfang waren mir beide sympathisch. Aber nach und nach ging eine Veränderung in den Charakteren vor. Man spürte das sie schlichtweg in eine Katastrophe rennen.
Hinter dem Namen Ellen Sandberg verbirgt sich keine geringerer als die Bestsellerautorin Inge Löhnig, die jetzt ihren sechsten Roman unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht hat. Ich denke mit ihren Romanen über bewegende Schicksale ist sie mindestens genauso erfolgreich wie mit ihren Krimireihen. Auch in „Das Unrecht“ hat die Autorin ein spannendes Thema aufgegriffen und eine interessante und fesselnde Geschichte geschrieben. Das Ende war für mich völlig unerwartet und ich habe mit offenem Mund und großem Erstaunen das Buch zugeklappt.
Karen Duve Roman erschienen bei Galiani Berlin 4 von 5 Sternen
Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar
Sisi Kaiserin von Österreich einmal nicht romantisiert
Elisabeth, besser bekannt als Sisi wird durch ihre Heirat Kaiserin von Österreich. Sie findet sich in einer Welt voller Zwänge wieder. Der Welt entkommen kann sie nur auf Reisen, was sie auch gerne auch tut. Im ungarischen Schloss Gödöllö hält sich Elisabeth auch gerne auf. Hier ist alles ungezwungener und freier. Auch ihrer Leidenschaft für Pferde und das Reiten kann Elisabeth hier ungehindert nachgehen. Elisabeth liebt wilde Reitjagden und ist eine der besten und tollkühnsten Reiterinnen ihrer Zeit. Marie Wallersee, die Nichte von Elisabeth wird ihr bald zur engen Vertrauten. Doch auch Marie wirkt anziehend auf andere, besonders auf die jungen Adligen. Elisabeth die es gewohnt ist immer im Mittelpunkt zustehen muss die Aufmerksamkeit auf einmal teilen. Sie entschließt sich eine Ehemann für Marie zu finden und beginnt ein Spiel voller Intrigen.
„Sisi“ von Karen Duve zeigt eine ganz andere Seite der Kaiserin von Österreich als man sie aus den Filmen mit Romy Schneider kennt. In diesem Roman wird Elisabeth nicht romantisiert sondern als recht egozentrisch und launisch dargestellt. Ich habe den Eindruck gewonnen, Sisi war kein freundlicher Mensch. Wenn ihr etwas nicht passte konnte sie das ihre Untergebenen deutlich spüren lassen. Sie verlangte völlige Hingabe. Ihrer Hofdame war es sogar untersagt zu heiraten. Als ihre Nichte an den Hof kam und die Aufmerksamkeit auf sich lenkte versuchte Elisabeth sie kurzerhand durch eine Heirat loszuwerden. Dabei schmiedet sie auch schon mal die eine oder andere Intrige.
In diesem Roman erfährt man also so einiges aus dem wirklichen Leben der berühmten Kaiserin. Elisabeth, die mit ihrer Heirat Kaiserin von Österreich wurde fühlt sich von der Etikette und dem Hofprotokoll eingeengt. Elisabeth entwickelt einige Eigenarten. Sie war immer auf ihr Aussehen und ihre Figur fokussiert. Um dem strengen Hof zu entfliehen reist Elisabeth gerne oder hält sich in Ungarn auf Schloss Gödöllö auf. Hier frönt sie ihrer Leidenschaft dem Reiten. Elisabeth ist eine gute und sichere Reiterin. Sie liebt das wilde Reiten und Reitjagden. Dass sie sich sogar in ihr Reitkostüm einnähen lies das war für mich neu. Das Thema Pferde und Reiten nimmt auch einen sehr großen Platz in diesem Roman ein. Mir waren die vielen Jagdszenen dann am Ende etwas zu viel.
Karen Duve konnte für ihren Roman auf die Tagebücher der Gräfin Marie Festetics de Tolna, einer Hofdame von Sisi zurückgreifen. Es gibt aber auch viele Bücher und Zeitungsartikel die über das Leben der Kaiserin berichten. Man spürt die intensive Arbeit die sich die Autorin mit der Recherche gemacht hat. Sie beschreibt das Leben am Hof mit all seinen Zwängen sehr detailliert. Wir begleiten Elisabeth nur eine kurze Zeit ihre Lebens, trotzdem bekommt man ein gutes Bild vom Wesen der Kaiserin.
„Sisi“ von Karen Duve zeigt ein realistischeres Bild der jungen Kaiserin als man es aus den Sisi Filmen kennt.
Matthias Ackeret Roman erschienen im Münster Verlag 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an Matthias Ackeret für das Rezensionsexemplar
147 prall gefüllte Seiten
Augusto Venzini, der berühmteste Fotograf der Welt, wird am Vorabend der großen Krise mit einer SMS nach Venedig gelockt, wo er in ein tödliches Duell hineingerät und mit der Frage konfrontiert wird: Wieviel Liebe kann ein Mann ertragen? Der Roman wurde eigens zum 70. Geburtstag des Schweizer Starfotografen Alberto Venzago verfasst und spielt in Paris, Venedig, Zürich und der Alp Tambo.
„SMS an Augusto Venzini“ von Matthias Ackeret ist ein kurzer und sehr unterhaltsamer Roman.
Im Mittelpunkt steht der Starfotograf Augusto Venzini. Er bekommt eine anonyme SMS und wird nach Venedig gelockt. Gleich zu Beginn begleiten die LeserInnen Augusto Venzini mit dem Wassertaxi in die Lagunenstadt. Zitat: “Am Horizont die Silhouette Venedigs, die von der Abendsonne geküsst wird“. Da entstehen gleich Bilder im Kopf. Matthias Ackeret hat ein feines Gespür dafür die Atmosphäre in kurze Sätze zu packen und den LeserInnen zu vermitteln.
In Venedig erinnert sich Augusto Venzini daran, dass er schon einmal mit einer anonymen SMS zu einem Ort gelockt wurde. Nach Paris und in der SMS stand, dass Notre Dame brennen wird. Damals steckte seine Karriere in einer kleinen Krise. Die Bilder damals haben ihm zu neuem Ruhm verholfen.
Am Ende geht es noch ein kleines Stück in die Zukunft. Es ist das Jahr 2025 und Notre Dame wird wieder eingeweiht. Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten.
Die Geschichte wird in einem raschen Tempo erzählt. Die Schauplätze sind Paris, Venedig, Zürich und der Alp Tambo. Alle diese Orte werden sehr atmosphärisch beschrieben. Auch viele prominente Persönlichkeiten, lebende genauso wie bereits verstorbene finden Erwähnung in dieser Geschichte. Auch Spannung und Wortwitz kommen nicht zu kurz. Also alles in allem 147 prall gefüllte Seiten.
Matthias Ackeret hat einen bemerkenswerten Schreibstil. Zitate in der Art wie oben schon aufgeführt findet man viele in dieser Geschichte. Seine Wortwahl macht das Lesen zu einer wahren Freude. Der Autor scheint an jedem Satz so lange zu feilen bis er ein 100-prozetiger Treffer ist.
„SMS an Augusto Venzini“ von Matthias Ackeret ist für mich eine unterhaltsame und spannend Neuentdeckung.
Joy Fielding Roman erschienen im Goldmann Verlag Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Kristian Lutze Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar
Mysteriös und spannend
Jodi Bishop entscheidet für ihre Eltern eine Haushälterin einzustellen. Ihre Mutter leidet an Parkinson und der Vater kann den Haushalt nicht alleine stemmen. Jodi selbst ist eine erfolgreiche Maklerin und hat zwei Kinder. Ihr Ehemann bestärkt sie in ihrem Beschluss da er Jodi entlastet sehen möchte. Elyse scheint Erfahrung zu haben und Jodi ist von ihrer Art angetan. Doch schon nach kurzer Zeit bemerkt Jodi Veränderungen bei ihren Eltern. Sie gehen fast nicht mehr aus dem Haus und ihre Mutter wirkt ängstlich gegenüber Elyse. Als die Mutter stirbt, frag Jodi sich wen sie da zu ihren Eltern gelassen hat.
„Die Haushälterin“ ist ein spannender und mysteriöser Roman von Joy Fielding. Ich habe schon einige Romane der Autorin gelesen und war immer sehr begeistert. So auch mit ihrem neusten Werk.
Jodi ist eine Frau die im Job Karriere macht, einen Mann und zwei Kinder hat. Sie kümmert sich auch noch um ihre Eltern die nicht mehr alleine zurechtkommen. Die Mutter hat Parkinson und der Vater schafft die Pflege und den Haushalt nicht alleine. Klar, dass man sich da als Tochter in der Verantwortung sieht und sich kümmert. Von ihrer Schwester Tracy, die immer schon die Verwöhntere war bekommt Jodi keine Unterstützung. Dazu muss sie sich noch die Vorwürfe ihres Mannes anhören. Er mein. dass sie ihre eigene Familie über alle dem vernachlässigt. Um ihre Eltern versorgt zu sehen stellt sie die Haushälterin Elyse ein. Elyse hat eine recht vertrauenerweckende Art. Sogar Jodi vertraut ihr ihre Sorgen und Probleme an. Aber nachdem ihre Mutter verstorben ist wird ihr bewusst, dass sie einen großen Fehler begangen hat. Sie fragt sich wen sie da ins Haus ihrer Eltern geholt hat und gibt sich an allem die Schuld.
Joy Fielding erzählt die Geschichte sehr realistisch. Eine Geschichte wie sie überall passieren kann. Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Jodi. Jetzt wo ich Jodi in diesem Buch quasi zuhöre tut sie mir oft sehr leid. Nachdem die Tragödie passiert ist fallen Jodi immer wieder Kleinigkeiten ein. Oft denkt sie das hätte ich doch bemerken müssen oder da war doch… Mit solchen Bemerkungen und vielen Kleinigkeiten erzeugt die Autorin eine enorme Spannung. Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit kaum aus der Hand legen. Musste ich doch schnell erfahren was hinter alle dem steckt.
Joy Fielding hat mich wieder einmal mit ihrem Roman begeistert. „Die Haushälterin“ wird zu meinen Highlights 2022 gehören.
Daniela Dröscher Roman erschienen bei Kiepenheuer & Witsch 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar
Ein Buch das man gelesen haben sollte
„Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher ist ein guter und ergreifender gesellschaftskritischer Roman.
Die Autorin nimmt ihre LeserInnen mit in ihre Kindheit im Hunsrück. Die Eltern leben ein kleinbürgerliches Leben. Immer darauf bedacht wie sie nach außen hin wirken. Doch in der Familie sieht es ganz anders aus. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der kleinen Tochter. Der Hauptcharakter ist die Mutter. Sie fühlt sich in den Zwängen der Dorfgemeinschaft eingesperrt, ist eher ein Stadtmensch, Sie ist Übergewichtig und wird vom Vater zum Schandfleck degradiert. Er macht seine Frau für alles verantwortlich was in seinem Leben schief läuft. Zu wenig Anerkennung, keine Beförderung im Job, alles liegt am Äußeren der Frau. All das führt zu endlosen Streitigkeiten. Zu Beginn steckt die Mutter alles demütig weg. Doch dann kämpft auch sie für ihre Selbstbestimmung. Dazwischen steht immer die kleine Tochter.
Daniela Dröscher erzählt die Geschichte schonungslos ehrlich. Sie beschreibt das enge Leben in einer Dorfgemeinschaft. Das nicht raus können, oder sich nicht raus trauen aus den Zwängen. Genauso beschreibt sie das kaputte Familienleben, dass nach außen hin immer intakt wirken soll. Die Idealvorstellungen des Vaters, die die Frau nicht erfüllen kann. Das Leben in den 1980er Jahren wird sehr gut erzählt. Vieles erkennt man beim lesen wieder.
Für mich war das Buch ein Wechselbad der Gefühle. Immer wieder habe ich das Buch vor Wut weggelegt um es Minuten später wieder in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Wut und Demut wechseln sich beim lesen ab aber es gibt auch humorvolle Szenen in der Geschichte.
Ich finde Daniela Dröscher findet für die Geschichte genau die richtigen Worte. Ungeschönt lässt sie ihre LeserInnen hinter die Fassade der „Heilen Welt“ blicken.
Lügen über meine Mutter“ ist bestimmt ein Buch das polarisiert. Für mich ist es ein Buch, dass man gelesen haben sollt.
Monika Maifeld Roman erschienen im Droemer Knaur Verlag Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an Monika Maifeld für das Rezensionsexemplar
Eine emotionale Familiengeschichte
Covertext:
Eigentlich ist es nur mal wieder eine verrückte Idee ihres jüngeren Bruders Felix. Er bittet die 29-jährige Stefanie Gruber um eine DNA-Probe, um Ahnenforschung zu betreiben. Doch das Ergebnis ist ein Schock, Felix und Stefanie sind nicht miteinander verwandt! Mit diesem unwiderlegbaren Beweis konfrontiert, beichten ihre Eltern, dass Stefanie über dubiose Kontakte auf illegale Weise zu ihnen kam. Damals glaubten die Grubers, keine eigenen Kinder bekommen zu können, und eine Adoption auf legalem Weg war nicht möglich. Stefanie steht vor den Scherben ihrer Identität. Plötzlich fühlt nichts sich mehr richtig an, weder ihr Traumberuf noch ihre Verlobung. Nur die Frage nach dem Schicksal ihrer leiblichen Mutter lässt sie nicht mehr los. Begleitet von Felix begibt Stefanie sich auf eine Reise in die Vergangenheit, um herauszufinden, wohin sie gehört
„Mütter hat man nie genug“ ist eine emotionale Familiengeschichte von Monika Maifeld.
Die Protagonistin Stefanie ist mir vom ersten Augenblick an ans Herz gewachsen. Sie kommt in die prekäre Situation sich zu fragen, „wo komme ich her“? Mit der Idee ihres Bruder Felix einen DNA Test machen zu lassen um Ahnenforschung zu betreiben fing alles an. Als sie erfährt, dass sie mit Felix nicht verwand und ihre Eltern ihr offenbaren, dass sie auf nicht ganz legale Weise adoptiert wurde stellt sie ihr ganzes Leben in Frage. Stefanie begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Die Gegenwart ist das Jahr 2018. Hier begibt sich Stefanie mit der Unterstützung ihres Bruder Felix auf die Suche nach ihrer Herkunft.
Dann gibt es immer wieder Rückblenden in das Jahr 1990. Hier erfahren die LeserInnen was damals wirklich passiert ist. Bald schon weiß man mehr als Stefanie.
Monika Maifeld führt die zwei Zeitebenen gekonnt zusammen. Die Autorin erzählt die Geschichte sehr emotional. Tröstlich ist die Geschwisterliebe zwischen Stefanie und Felix, die auch das DNA Ergebnis nicht zerrüttet. Das Setting in diesem Roman ist interessant. Die verschiedenen Orte werden sehr eindrucksvoll beschrieben. Monika Maifeld hat einen recht angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Die Geschichte ist sehr realistisch erzählt.
„Mütter hat man nie genug“ ist mein erstes Buch von Monika Maifeld und ich würde mich freuen noch viel mehr solcher emotionalen Familiengeschichten aus der Feder der Autorin lesen zu dürfen.
Dina Casparis Roman erschienen im Münster Verlag 5 von 5 Sternen
Vielen Dank an den Münster Verlag für das Rezensionsexemplar
Unterhaltsamer Thriller aus der Modewelt
Covertext:
Wenn Rechtsanwältin Tara Bernhard einen Wunsch frei hätte, dann wäre es, „part of the fashion world“ zu sein. Unverhofft steht sie vor der Erfüllung dieses Traumes. Taras Klient, ein Modekönig, wird nach der Präsentation seines Hightech-Kleids von militanten Ökoaktivisten entführt. Ihr Vorwurf: Grünwäscherei. Die Forderung: Eine konsequente Umsetzung seiner vollmundig propagierten Nachhaltigkeitsstrategie. So wird die Anwältin beauftragt, den Mitarbeitenden im traditionsbewussten Modeunternehmen die neuen Spielregeln zu erklären, die nicht allen passen. Tara tritt in einige Fettnäpfchen und damit nicht nur dem selbsternannten Juniorchef auf die Füsse. Jetzt lebt sie gefährlich! Denn hinter der glamourösen Fassade verbergen sich stil- und skrupellose Drahtzieher, die sich ihre Pläne nicht kampflos von der jungen Anwältin durchkreuzen lassen.
„High Heels – Heisse Mode“ ist nach „High Heels – Heisse Deals“ der 2. „Thriller“ mit der Rechtsanwältin Tara Bernhard von Dina Casparis. Das erste Buch kenne ich noch nicht. Die Bände sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesene werden.
Tara war mir schnell sympathisch gewesen. Sie liebt die Mode und so ist es quasi ein Traum für sie, als sie von einem Modemogul zu einer Präsentation eines Hightech Kleides nach Davos eingeladen wurde. Doch nach der Präsentation beginnt der Alptraum. Der Modemogul wird von Ökoaktivisten entführt. Die Forderung der Entführer ist die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Rechtsanwältin Tara Bernhard wird damit beauftragt den Mitarbeitern die neuen, grünen Spielregeln zu erklären. Das findet nicht bei jedem Zustimmung.
Beim Lesen spürt man, dass Dina Casparis sich in der Rechtswissenschaft wie auch in der Modewelt bestens auskennt. Die Autorin schreibt sehr kurzweilig und unterhaltsam. Ihr Schreibstil ist leicht verständlich, die Erzählung ohne unnötige Längen. Sehr gefallen hat mir, dass die Autorin immer wieder ihren Wortwitz einbaut. So habe ich beim Lesen immer wieder schmunzeln müssen.
Zu Beginn des Buchs gibt es ein Inhaltsverzeichnis und eine Übersicht der Figuren. So etwas finde ich immer schön, gibt es nur leider viel zu selten.
„High Heels – Heisse Mode“ ist ein unterhaltsames Buch, dass tiefe Einblicke in die Modewelt gibt.
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