Echokammer

Ingar Johnsrud
Thriller
448 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar


Ein spannender Politthriller

Klappentext:
Während die Wahl des norwegischen Parlaments immer näher rückt, herrscht bei der Terrorabwehr höchste Alarmbereitschaft: Es gibt Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag. Im Verdacht steht eine Gruppe rechtsnationaler Extremisten, die im Besitz einer großen Menge Rizin sein sollen. Doch was genau haben die Terroristen damit vor?

Die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen fieberhaft, den Anschlag zu vereiteln. Währenddessen geht der Wahlkampf in die heiße Phase. Die Spitzenkandidatin der Arbeiterpartei sieht sich auf der Zielgeraden zur Machtübernahme und nimmt dafür zunehmend zweifelhafte Mittel in Kauf.

Mittendrin: Jens Meidell, ihr juristischer Berater. Je tiefer er sich in die politischen Ränkespiele verstrickt, umso mehr gerät er mit dem Rücken zur Wand: Wie weit ist er bereit zu gehen: um der Partei zurück an die Macht zu verhelfen? Um die Demokratie vor rechten Umsturzplänen zu retten? Und vor allem: um seine eigenen dunklen Geheimnisse ein für alle Mal zu begraben?

„Echokammer“ von Ingar Johnsrud ist der 1. Band der Reihe „Ein Fall für Benjamin & Tong“.

Mit seinem Politthriller wagt Ingar Johnsrud an das aktuelle und brisante Thema Terrorismus.

In Norwegen stehen die Parlamentswahlen bevor. Christina Nielsen ist eine heiße Kandidatin für den Posten der Ministerpräsidentin. Als Berater hat sie Jens Meidell an ihre Seite geholt. Jens gefällt nicht, wie Christina Nielsen sich dem Rechten Rand annähert.
Zu dieser Zeit, mitten im Wahlkampf werden zwei Prepper entführt und mit Anschlägen gedroht.
Die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen herauszufinden, wer hinter dieser Drohung steckt und einen Anschlag zu vereiteln. Sie wissen genau, dass ihnen die Zeit im Nacken sitzt.

Ingar Johnsrud hat mit „Echokammer“ einen überaus spannenden, ersten Band seiner Thriller-Trilogie veröffentlicht.
Das Hauptthema in diesem Thriller ist die Politik und der Wahlkampf. Dazu gesellen sich die Bedrohung eines Anschlags und die Ermittlungen.

Die Leser*innen verfolgen den Wahlkampf. Man lernt den Berater Jens Meidell kennen und erfährt übers eine dunkle Vergangenheit. Als Leser*in, spürt man den Rechtsruck, der auch in Norwegen Einzug hält. Der Einblick hinter die Kulissen des Wahlkampfs ist interessant und spannend.

Spannend ist auch der Erzählstrang über die Ermittlungen, die im Hintergrund laufen.
Die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong werden sehr gut in die Geschichte eingeführt. Die Gefahr, dass die Terroristen einen Anschlag mit Rizin begehen steigt. Diese drohende Gefahr wird vom Autor sehr realistisch und eingehend beschrieben. Das kann einen beim Lesen schon Angst machen.

Ingar Johnsrud baut recht schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrecht hält. Beim Lesen hatte ich über die ganze Geschichte hinaus eine Gänsehaut. Die Atmosphäre, die der Autor aufbaut, ist beängstigend. Ich habe mit den Ermittlern gefiebert und immer gehofft sie können einen Anschlag verhindern, obwohl die Zeit immer knapper wurde.

Ingar Johnsrud hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil.

„Echokammer“ habe ich kaum aus der Hand legen können und an zwei Abenden gelesen.
Jetzt bin ich schon auf den 2. Band gespannt.

Dunkle Schatten über Småland

Agneta Sjöberg
Kriminalroman
376 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar


Spannender Schwedenkrimi

Klappentext:
Im Sandkasten eines Ferienhauses, inmitten der weitläufigen, idyllischen Landschaft von Småland, entdecken Kinder beim Spielen einen menschlichen Knochen. Sonderbare Schnitt- und deutliche Schabespuren deuten darauf hin, dass er für ein Ritual verwendet wurde. Kannibalismus in der Ferienregion? Die Kommissare Luna Bofink und Alban Larsson aus Kalmar übernehmen die Ermittlungen. Schnell geraten sie in Kontakt zu einer Gruppierung, die sich »Echte Werwölfe« nennt. Ist es möglich, dass diese bei ihren Zusammenkünften eine Grenze überschritten haben?

„Dunkle Schatten über Småland“ ist der 2. Band der Reihe „Kommissarin Luna Bofink und ihr Team ermitteln“ von Agneta Sjöberg.

Mitten in der idyllischen Landschaft von Småland, finden Kinder im Sandkasten einen Knochen. Der Vater ist Paläontologe und sieht gleich, dass es sich um einen menschlichen Knochen handelt. Die Polizei wird informiert. In der Gerichtsmedizin werden merkwürdige Spuren am Knochen gefunden, die auf ein Ritual hinweisen. Die Ermittler stoßen auf eine Gruppe, die sich „Echte Werwölfe“ nennt? Hat die Gruppe mit dem aufgefundenen Knochen zu tun?

Agneta Sjöberg lässt die Geschichte erst langsam anfangen. Doch nach dem Knochenfund, setzt die Spannung ein, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter steigert.
Die Autorin beschreibt die idyllische Landschaft sehr anschaulich, dabei kann man glatt vergessen, welch grausamen Fund die Kinder gemacht habe. Ein reines Paradies, dass eigentlich zu einem Urlaub einlädt. Doch man wird schnell wieder in die Ermittlungen eingebunden.
Agneta Sjöberg erzählt von alten Ritalen und Mythen, was ich sehr interessant finde. Dabei zieht sie Parallelen zu einer Gruppe in der Gegenwart, die diese alten Rituale wieder entdecken.

Die Ermittler habe ich ja schon im 1. Band „Der Tote auf Ölalnd“ kennengelernt und sie gefallen mir gut. Man hat auch schon etwas über ihren persönlichen Hintergrund erfahren, was, wie ich finde, einem die Personen immer etwas näher bringt.
Der Schreibstil von Agneta Sjöberg ist angenehm zu lesen und fesselnd. Die Autorin kann unheimlich gut die idyllische Landschaft beschreiben. Dabei schafft sie eine Atmosphäre von Einsamkeit und ein Kribbeln, als lauert irgendwo die Gefahr.

„Dunkle Schatten über Småland“ist ein Krimi, der mit einige spannende Lesestunden geschenkt hat. Ich freue mich schon jetzt auf einen hoffentlich 3. Band.

Frankfurt Taxi Mord

Dieter Kaufmann
Kriminalroman
247 Seiten
erschienen im Bodenstaff Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Dieter Kaufmann für das Rezensionsexemplar


Ein sehr spannender Frankfurt-Krimi

Klappentext:

Im Juli 2022 wird am frühen Sonntagmorgen im Frankfurter Ostend ein Taxifahrer tot am Steuer seines Taxis aufgefunden.

Zeitgleich geht bei einer Frankfurter Tageszeitung eine E-Mail mit dem Absender „FrankfurtTaxiMord@anonymmail.net“ ein, in der die Identität des Opfers mitgeteilt wird. Diese anonyme Mail wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet: Kennt der anonyme Absender den Täter oder handelt es sich sogar um einen Augenzeugen?

Erneut wird Kommissar Yunus Abbas mit seinem Team beauftragt, diesen Mordfall aufzuklären. Erste Spuren am Tatort zeigen, dass kein Bargeld gestohlen wurde, aber Handy und Wohnungsschlüssel des Opfers verschwunden sind. Auch die Suche nach einem Motiv gibt der Mordkommission gleich mehrere Rätsel auf.

„Frankfurt Taxi Mord“ ist bereits der 11. Band der Krimireihe Yunus Abbas ermittelt in Frankfurt von Dieter Kaufmann. Für mich eine Krimireihe mit Suchtpotenzial.

Das Ermittlerteam besteht aus einer Reihe interessanter Charaktere.
Der Leiter des Teams ist Yunus Abbas, er hat eine deutsche Mutter und einen türkischen Vater. Mit seiner Kollegin Sabine Riedel ist er mittlerweile verheiratet. Beruflich wie privat sind beide ein tolles Team. Nur der Wunsch nach einem Kind wurde bisher nicht erfüllt.
Birgit Holzapfel hat einen kleinen Sohn und all die Probleme die man als alleinerziehende Mutter so hat. Dabei muss sie, auch wenn sie das Gefühl hat ihre Kollegen im Stich zu lassen pünktlich an der Kita sein.
Bernhard Schulze ist der erfahrenste im Team und besticht durch seine innere Ruhe. Mit seiner Partnerin Isabell wohnt er in einem der Solitäre auf der Frankfurter Westhafen Mole.
Michael Nosek ist mit einem Mann verheiratet aber einem Abenteuer aber nicht abgeneigt.

Der Handlungsort ist Frankfurt am Main, was mir als Frankfurterin besonders gut gefällt.
So kann ich die Charaktere durch die Stadt und zu den einzelnen Handlungsorten begleiten, die mir alle gut bekannt sind.

Der Fall ist sehr kompliziert und für die Leser*innen sehr spannend.
Ein Taxifahrer wird im Frankfurter Ostende tot in seinem Taxi aufgefunden. Sein letzter Fahrgast war wahrscheinlich Sabine Riedels Bruder, der zu Besuch gekommen ist. Der „Blitz“ bekommt eine anonyme Mail mit dem Namen des Taxifahrers.
Für Yunus Abbas und sein Team stellen sich viele Fragen. Wer hat die Mail an den „Blitz“ geschickt? Wer ist der Täter und welches Motiv hat er? Spielen Drogen eine Rolle oder war es ein Mord aus Eifersucht? Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen, bis die ersten Puzzleteile zusammen passen.

Dieter Kaufmann baut gleich mit dem Fund des toten Taxifahrers Spannung auf und hält sie bis zum Ende aufrecht. Der Fall ist verzwickt und wird vom Autor sehr realistisch beschrieben. Die Kriminalbeamten sind recht engagiert und arbeiten auch am Wochenende um den Täter zu finden.
Auch am Privatleben von Yunus und Sabine lässt Dieter Kaufmann seine Leser*innen wieder etwas teilhaben. Die Mischung aus Privatleben und Ermittlungen finde ich genau richtig. Die Ermittlung steht im Vordergrund und das Privatleben wird immer in kleinen Häppchen dazwischen erzählt. Ich finde, das macht der Autor genau richtig.

Dieter Kaufmann hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Der Autor kann hervorragend Spannung aufbauen und die Schauplätze beschreiben.

Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen und können einzeln gelesen werden.
Das Privatleben und die Entwicklung der Ermittler zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bände.
Aber wenn man erst einmal einen Band gelesen hat und Blut geleckt hat, wird man neugierig auf die vorherigen Bände.

„Frankfurt Taxi Mord“ ist jetzt schon der 11. Band und Dieter Kaufmann ist schon längst ein leuchtender Stern am Frankfurter Krimi-Himmel.

Tot überm Weidezaun

Hedda Anders
Kriminalroman
254 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar


Humorvoller Krimi mit skurrilen Charakteren

Klappentext:
Kommissarin Wencke Dierksen will mit der Polizeiarbeit nichts mehr zu tun haben, so viel ist sicher. Sie ist ins beschauliche Sorum nahe Hamburg zurückgezogen und wohnt auf dem Bauernhof, den ihr Onkel ihr vererbt hat zusammen mit Alpaka Christopher, der eine echte Persönlichkeit ist. Hier will sie bleiben, bereit für einen neuen Lebensabschnitt.

Bis ihr ehemaliger Kollege Theo Kleist sie um Hilfe bittet: Es hat ein Verbrechen gegeben, versehentlich gefilmt von Dackel Bootsmann, der mal wieder mit dem Handy seines Besitzers auf Wanderschaft war. Eine leblose Hand im Bild lässt Schlimmstes befürchten. Ein Mord in Sorum?

Wencke Dierksen steigt in die Ermittlung ein, schließlich kennt sie hier jeden, mit ihr reden die Leute. Und zwischen verirrten Kiezlegenden und verräterischen Bio-Kisten stößt sie auf ungeheure Verwicklungen …

„Tot überm Weidezaun“ ist ein humorvoller Krimi Hedda Anders.
Wencke Dierksen lebt zufrieden mit ihrem Alpaka Christopher, auf einem alten Bauernhof, den sie von ihrem Onkel geerbt hat. Vom Polizeidienst will die frühere Kommissarin nichts wissen, bis ihr Kollege Theo Kleist ihre Hilfe braucht. Der Dackel Bootsmann, der seinem Herrschen gerne einmal das Handy klaut und damit herumsteunert hat, wie es aussieht ein Verbrechen gefilmt. So sieht es auf jeden Fall auf der Cloud aus, vom Dackel und vom Handy gibt es noch keine Spur. Auch wo der potenzielle Tatort liegt, ist noch unklar.

Hedda Anders hat für ihre Geschichte skurrile Charaktere erschaffen. Die frühere Kommissarin Wencke Dierksen gefällt mir gut. Sie ist schlagfertig, hat für alles eine Antwort. Das Alpaka Christopher ist ein eigener Charakter. Ich finde es recht humorvoll beschrieben, wie es so in der Wohnung herumsteht und wie es Wencke morgens weckt. Auch die anderen Charaktere sind gut getroffen und zum Teil skurril.

Die Beschreibung der Handlungsorte ist anschaulich, ich habe mich schnell in den Norden versetzt gefühlt. Der Dialekt der Einheimischen ist nicht immer leicht zu verstehen, gibt der Geschichte aber eine Authentizität.

Hedda Anders hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Sie baut Spannung auf und es gibt einige Wendungen, die den Leser*innen das Rätseln nicht einfach machen.

„Tot überm Weidezaun“ ist ein Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.

Die geheime Bürde

Stefanie Söllner
Kriminalroman
378 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an BoD für das Rezensionsexemplar


Spannender und geheimnisvoller Krimi

Klappentext:
Ein Netz aus Lügen, Verrat und Familiengeheimnissen Als Pia ihren Bruder Markus tot auffindet, deutet alles auf Selbstmord hin, doch bald kommen Zweifel auf. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Pia auf ein dunkles Familiengeheimnis, das ihre Welt erschüttert: War Markus nicht der, für den sie ihn hielt? Verstrickt in ein Netz aus Lügen, Schweigen und Verrat will Pia herausfinden, wer ihren Bruder wirklich auf dem Gewissen hat.

„Die geheime Bürde“ von Stefanie Söllner ist ein Kriminalroman über Schuld und düstere Geheimnisse.

Im Mittelpunkt steht Pia. Sie findet ihren Bruder tot auf. An Selbstmord kann Pia nicht so recht glauben und so macht sie sich auf die Suche nach einem Motiv für den Tod ihres Bruders. Dabei entdeckt sie völlig andere Seiten an ihrem Bruder, es kommt ihr vor, als wäre er ein Fremder.

Stefanie Söllner geht mit ihren Leser*innen nicht nur auf die Suche nach einem Täter, sie lässt auch ein Familiengeheimnis ganz langsam lüften. Die Geschichte ist komplexer als es der kurze Klappentext vermuten lässt.

Die Autorin hat ihre Charaktere sehr gut gezeichnet. Sie sind facettenreich, manchen hängt ihnen etwas Geheimnisvolles an. So ist auch die Atmosphäre in der Geschichte geheimnisvoll und es knistert vor Spannung.
Die Autorin baut eben diese Spannung recht schnell auf, und hält sie auch bis zum Ende der Geschichte aufrecht. Immer wieder baut die Autorin Wendungen in die Geschichte ein, so ist es mit schwergefallen hinter das Geheimnis zu kommen.

Der Schreibstil von Stefanie Söllner ist angenehm zu lesen, flüssig und gut verständlich.

„Die geheime Bürde“ ist ein spannender Kriminalroman, den ich gerne gelesen habe. Ich würde mich über weitere Geschichten der Autorin freuen.

Pirlo – Doppeltes Spiel

Ingo Bott
Kriminalroman
452 Seiten
erschienen im Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar


Tod im Fußballmilieu

Klappentext:
Die Kanzlei von Anton Pirlo und Sophie Mahler steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Um das Geschäft wieder in Schwung zu bringen, lassen sich die beiden Strafverteidiger auf einen Vorschlag von Pirlos Bruder Ahmid ein: Sie setzen zusätzlich auf Sportrecht und versuchen sich in der Fußballbranche als Spielerberater. Als allerdings der Vereinsmanager ihres Toptalents nach einer Auseinandersetzung mit Pirlo tot aufgefunden wird, steht dieser auf einmal unter Mordverdacht. Pirlo und Sophie verteidigen plötzlich in eigener Sache. Dabei geraten sie immer tiefer in den Strudel des Geschäfts mit Fußballtalenten, ihren Hoffnungen, Träumen und ihrem Leben.

„Pirlo – Doppeltes Spiel“ ist der 4. Band der Reihe „Strafverteidiger Pirlo“ von Ingo Bott.

Anton Pirlo und Sophie Mahler führen zusammen eine Kanzlei für Strafrecht.
Pirlo lag länger im Krankenhaus, er wurde bei seinem letzten Fall, bei dem er zusammen mit den Detektiven Max Bischof gearbeitet hatte, angeschossen. Jetzt erfährt er, dass die Kanzlei in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Da erinnert er sich an den Vorschlag seines Bruders Ahmid der gerne Fußballspieler betreuen möchte, er soll sich zusätzlich auf Sportrecht spezialisieren und Spieler unter Vertrag nehmen, alles andere erledigt Ahmid.
Der weiß von einem vielversprechenden jungen Talent, das im heimischen Verein spielt. Pirlo hätte es besser wissen müssen, wenn sein Bruder Geldverdienen will ist es entweder illegal oder es gibt anderweitig Schwierigkeiten. So auch hier, kaum hat Pirlo Kontakt zum Vater des jungen Spielers und zum Verein aufgenommen, gibt den ersten Toten. Verdächtiger Nr. 1 ist Pirlo. Als es den zweiten Toten gibt, muss Pirlo schleunigst sehen, dass er den Kopf wieder aus der Schlinge bekommt.

Dieser Band ist etwas anders angelegt als seine Vorgänger. Hier spielt sich viel im Fußballmilieu ab. Man spürt allerdings auch hier, dass Ingo Bott weiß, über was er schreibt. Er ist nicht nur Strafverteidiger, sondern auch auf Sportrecht spezialisiert und berät den einen und anderen Verein. Allerdings nicht so kleine Stadtteilvereine wie Eintracht Düsseldorf.

Ich finde, Pirlo ist ein sympathischen und interessanten Charakter, auch wenn er manchmal ein bisschen chaotisch ist. Auch Sophie Mahler ist mir vom ersten Band an sympathisch. Wie es um sie und Pirlo privat steht, das würde sie gerne einmal wissen.

Ingo Bott baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Immer wieder baut der Autor Wendungen in seine Geschichte ein, so das es für die Leser*innen nicht einfach ist den Täter zu entlarven.

Ingo Bott hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Seine Sprache passt er immer sehr gut an das jeweilige Milieu an.

„Pirlo – Doppeltes Spiel“ ist wieder ein spannender Band der erfolgreichen Reihe. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Bände und denke, Ingo Bott wird der Stoff so schnell nicht ausgehen.

Stumme Zypressen

Paolo Riva
Kriminalroman
237 Seiten
erschienen im Hoffmann und Campe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Stern

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar


Unterhaltsamer Krimi mit viel italienischem Lebensgefühl

Normalerweise ist im idyllischen Montegiardino an jeder Ecke fröhliches Geplauder zu hören. Als aber in tiefer Nacht ein Fremder in das kleine Städtchen kommt, verstummt der sonst so lebhafte Klatsch. Commissario Lucas Mitbürger fragen sich: Was will dieser unheimliche Mann hier? Und warum spricht er mit niemandem? Bald geben seltsame Geschehnisse ihren bösen Ahnungen Recht: Erst werden auf einem Bauernhof am Stadtrand eines Nachts die Gänse umgebracht, dann wird in den sonst so malerischen Hügeln ein Wanderer angeschossen. Er sieht dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Wird Commissario Luca das dunkle Geheimnis des schweigenden Fremden lüften können, ehe noch Schlimmeres geschieht?

„Stumme Zypressen“ ist der 4.Fall für Commissario Luca aus der Bella-Italia- Reihe von Paolo Riva.

Der Dorfpolizist Commissario Luca lebt als alleinerziehender Vater mit seiner Tochter Emma auf dem Hof seiner Eltern.
Mit ihnen leben noch einige Hühner und die 3 Esel Sergio, Matteo, Silvio auf dem Hof.
Die Esel sind ihrem Charakter entsprechend nach italienischen Politikern benannt.

Luca war mir schon im ersten Band gleich sympathisch gewesen. Er ist glücklich in Montegiardino, er ist in dem kleinen Ort aufgewachsen und möchte seiner Tochter auch ein sicheres Leben bieten.
Er war allerdings nicht immer „Dorfpolizist“. Früher war er in Rom und später in Venedig tätig.
In den vorherigen Bänden erfährt man, dass in Venedig, wo auch Emma geboren wurde etwas vorgefallen ist was auch den Tod von Lucas Frau verursacht hatte.
Der Commissario ist gutaussehend und der beliebteste Jungesselle im Dorf.
Seine Beziehung zu der Dottoressa Chiara Chigi hat sich mittlerweile verfestigt.

Der Handlungsort ist die kleine Stadt Montegiardino in der Toskana. Hier versteht man zu leben und zu genießen. Doch die Idylle wird gestört, als nachts ein Fremder anreist. Die Bewohner von Montegiardino sind zwar Touristen gewohnt, aber dieser Fremde macht nicht den Eindruck ein Tourist zu sein. Und bald geschehen auch seltsame Dinge, Gänse werden erstochen und ein Tourist angeschossen. Commissario Luca versucht herauszufinden, wer der Fremde ist und was er in Montegiardino will. Auf seine Personenanfrage hin kommt die Vice-Questura Aurora Mair nach Montegiardino.

„Stumme Zspressen“ ist ein spannender und unterhaltsamer Toskana-Krimi.
Paolo Riva hat einen angenehmen Schreibstil. Er kann Orte und Menschen so gut beschreiben, dass man sie bildlich vor sich sieht. Der Autor bringt die italienische Lebenskultur, die schöne Toskana und das gute Essen direkt zu den Leser*innen nach Hause.

„Stumme Zypressen“ ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi mit einem schönen Setting den ich sehr gerne gelesen habe.

Jetzt hoffe ich, dass es auch noch weitere Bände mit dem sympathischen Commissario geben wird.

FördeGrauen

Andreas Schmidt
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannender Krimi mit schönem Setting

Klappentext:
Eine rätselhafte Mordserie an der Flensburger Förde hält die Kripo in Atem. Alle Opfer werden am Ostseestrand gefunden und tragen ein geheimnisvolles Brandmal am Rücken. Kommissarin Kristin Voss und ihr Kollege Lars Reimers aus Eckernförde ermitteln mit Hochdruck, denn der Mörder tötet im Stundentakt. So beginnt für die Kripo an der Förde ein atemberaubender Wettlauf gegen die Zeit, der sie schließlich bis an die Westküste führt. Haben sie es mit einem „Cold Case“ zu tun und kommen sie rechtzeitig, um einen weiteren Mord zu verhindern?

„FördeGrauen“ ist der 2. Band der neuen Krimireihe „Kommissarin Kristin Voss„ von Andreas Schmidt. Schon den 1. Band habe ich mir großer Freude gelesen und war auf den 2. Band schon sehr gespannt.

„FördeGrauen“ ist ein intelligent konstruierter Krimi mit schönem Setting.
Andreas Schmidt hat sympathische Charaktere zum Leben erweckt.
Kommissarin Kristin Voss war mir gleich sympathisch. Sie hat sich mittlerweile in Flensburg gut eingelebt. Ihr Job bei der Kripo Flensburg gefällt ihr. Mit den Kollegen kommt sie gut zurecht. Ihr Chef, Jens Beck hält große Stücke auf sie. Nur der vorlaute Kollege Max Paulsen macht ihr und den Kollegen das Leben manchmal schwer.
Auffallend sind seine T-Shirts mit „lustigen“ auch mal frauenfeindlichen Sprüchen.
Auch Lars Reimers, ein Kollege aus Eckernförde ist ein liebenswerter Charakter. Er leistet wieder Amtshilfe und Kristin ist nicht abgeneigt, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Der Fall ist kompliziert, die Leiche einer Frau wird am Ostseestrand gefunden. Besonderes Merkmal, ihr wurde ein Brandmal auf dem Rücken eingebrannt. Es gibt Verdächtige, doch da taucht schon das nächste Opfer auf. Jetzt heißt es, den Täter zu finden, bevor er weiter mordet.
Dazwischen können die Leser*innen auch den Täter beobachten, wie er weitere Opfer ausspäht und sie brandmarkt.

Andreas Schmidt hat einen angenehmen und spannenden Schreibstil.
Das Lesen des Krimis, den Ermittlungen zu folgen und zu rätseln, wer der Täter ist,
hat mir großen Spaß gemacht. Das schöne Setting beschreibt Andreas Schmidt eindringlich so, dass man sich die Umgebung gut vorstellen kann und auch ein bisschen Lust auf Urlaub verspürt.

Andreas Schmidt spannt den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte. Die Auflösung und das Motiv sind am Ende überraschend und schlüssig.

Mit „FördeGrauen“ ist Andreas Schmidt wieder ein spannender und unterhaltsamer Krimi gelungen.

Ich freue mich jetzt schon auf den 3. Band.

Mörderfinder – Das Muster des Bösen

Arno Strobel
Thriller
363 Seiten
erschienen im Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Pageturner

Klappentext:
Fallanalytiker Max Bischoff und Handschriftenexperte Marvin Wagner stehen kurz vor der Eröffnung ihrer gemeinsamen Detektei WaBi Investigations, als in Düsseldorf der neunjährige Sohn eines Richters entführt wird. Ausgerechnet ein Häftling will nun, dass Max und Marvin in der Sache ermitteln. Rainer Klinke sitzt wegen Entführung einer Minderjährigen in U-Haft und fürchtet, dass er eine Mitschuld an dem aktuellen Fall tragen könnte.
Denn der Täter, der den Jungen in seiner Gewalt hat, hat Kontakt mit Klinke aufgenommen, will ihm zeigen, wie es »richtig geht«, damit die, die es verdient haben, bestraft werden.
Als der entführte Junge tot aufgefunden wird und erneut ein Kind verschwindet, ist Max und Marvin klar, dass ihnen extrem wenig Zeit bleibt, einen weiteren Mord zu verhindern. Und einen Irren zu stoppen, der vor nichts zurückschreckt, um seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit wahr werden zu lassen.

„Mörderfinder – Das Muster des Bösen“ ist der 5. Band der Mörderfinder-Reihe von Arno Strobel.

Endlich ist es so weit. WaBi Investigations steht kurz vor der Eröffnung. Dann arbeiten Max Bischoff und Marvin Wagner ganz offiziell zusammen. Doch schon vor der Eröffnung werden sie gebeten, einen Fall zu übernehmen. Dazu kommt extra der Gefängnisfriseur Kai Weiland aus Trier angereist. Der Junge eines Richters ist entführt worden und ein Freund von Kai Weiland, der im Gefängnis einsitzt, fühlt sich schuldig daran. Auch er hatte versucht, die Tochter einer Richterin zu entführen, der Versuch ist fehlgeschlagen. Jetzt will der Entführer ihm wohl zeigen, wie man es richtig macht. Kurz darauf wird der Junge tot aufgefunden und Max und Marvin fangen an nach dem Täter zu suchen.

Die Geschichte ist spannend und undurchsichtig. Max und Marvin versuchen Licht ins Dunkle zu bringen. Dabei stoßen sie bei ihrer Recherche auf eine Seite im Darknet, die Richter*innen für ihre zu milden Urteile anprangert. Ist das ein erster Hinweis? Zum Glück verläuft die Zusammenarbeit mit Horst Böhmer wieder reibungslos. Nach dem Abschied von Kriminalrätin Eslem Keskin hat Böhmer die Leitung des KK11 übernommen und die Zusammenarbeit bereichert beide Parteien.

Seit der Trilogie „Im Kopf des Mörders“ ist Max Bischoff mein Lieblings-Charakter aus den Büchern von Arno Strobel geworden. Ich mag seine Art und seine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit sich in den Täter hineinzuversetzen. Auch Marvin Wagner ist ein toller Charakter und eine Bereicherung für die Thriller-Reihe.

Arno Strobel hat es auch mit diesem Band wieder geschafft, mich zu begeistern.
Er versteht es einfach Spannung aufzubauen und den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu halten. Dazu kommt noch sein flüssiger und gut verständlicher Schreibstil.
Nach kurzer Zeit kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und enden oft mit einem Cliffhanger. Auch das führt dazu, dass man immer weiter lesen möchte. Es gibt solche Bücher, da braucht man kein Essen und kein Trinken, sondern will einfach weiterlesen.

Jetzt sind die Buchdeckel zugeklappt und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall mit Max Bischoff und Marvin Wagner. Aber zuvor wird Arno Strobel seine Leser*innen im Herbst noch mit einem neuen Thriller überraschen.

Blut Aussee

Katja Reiland
Kriminalroman
196 Seiten
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Katja Reiland für das Rezensionsexemplar

Romantischer Cosy Krimi

Klappentext:
Marie Haslinger freut sich auf eine romantische Vorweihnachtszeit mit Andi in Bad Aussee. Aber schon am ersten Tag ihres Aufenthalts wird ein Mann erstochen und Andi stürzt sich voller Eifer in die Ermittlungen. Als auch noch eine zweite Leiche auftaucht, ist Marie schwer frustriert, weil Andi sich kaum noch blicken lässt. Da kommt ihr der fesche Simon gerade recht, um ihr die Zeit zu vertreiben. Andis Reaktion darauf gibt Marie genauso Rätsel auf, wie die Suche nach dem Mörder.

„Blut Aussee“ ist der 2. Band der Marie Haslinger Reihe von Katja Reiland.

Ich habe mich sehr gefreut Marie und Andi wiederzutreffen.
Marie ist voller Vorfreude die Vorweihnachtszeit mit Andi in Bad Aussee zu verbringen. Sie fragt sich aber auch, ob sie so noch so eng mit einem Mann zusammenleben kann und hat sich vorsorglich ein Zimmer in einer kleinen Pension genommen.
Kaum angekommen, wird auf dem Weihnachtsmarkt ein Mann erstochen. Nichts mit Freizeit, Andi muss arbeiten. Die Ermittlungen sind knifflig und es gibt bald schon einen zweiten Toten. Enttäuscht, dass sie ihre Zeit allein verbringen muss, nimmt Marie das Angebot von Simon, dem Sohn ihrer Pensionswirtin an und fährt mit ihm zum Wandern an den Alt Ausser See. Mit der Reaktion von Andi, als er von dem gemeinsamen Wandern erfährt, hat Marie nicht gerechnet. Sie ist völlig überrascht, dass Andi ihr unterstellt an Simon interessiert zu sein.

Katja Reiland entführt ihre Leser*innen in das schöne Salzkammergut. Die Beschreibung der Handlungsorte ist gelungen, man kann sich alles gut vorstellen und bekommt Lust einmal dahin zu Reisen.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte spannend und unterhaltsam. Sie würzt das ganze noch mit einer feinen Prise Humor.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und die meisten sehr sympathisch. Besonders natürlich Marie, die der Männerwelt eigentlich schon abgeschworen hatte.
Aber als sie im 1. Band den sympathischen Andi Berner kennengelernt hat, da hatte sie doch Schmetterlinge im Bauch. Marie und Andi waren mit im 1. Band „Tod Aussee“ gleich sympathisch. Auch Maries Nachbarin Paula, die ihr in brenzligen Situationen immer die Karten legt, ist ein liebenswerter Charakter.

Katja Reiland hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie versteht es ihre Leser*innen von Beginn an zu fesseln. Der leichte österreichische Dialekt macht die Geschichte authentisch und versetzt die Leser*innen auch gedanklich in die Region Salzkammergut. Ihr gut eingesetzter Humor lockert die Geschichte immer wieder auf.

Mir hat es große Freude gemacht an der Seite von Marie und Andi nach dem Täter zu suchen und gleichzeitig die Schönheit des Salzkammerguts kennenzulernen.

Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Marie und Andi.