Die dunkle Seite der Schokolade

Dina Casparis
Kriminalroman
391 Seiten
erschienen im Emons Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Welt der Schokolade

Klappentext:
Serafine Montalin nimmt einen Job als interne Ermittlerin im Schokoladenkonzern CacaoBest an, mit einem heimlichen Ziel: Sie will den Jahre zurückliegenden angeblichen Unfalltod ihres Vaters aufklären. Doch weitere verdächtige Machenschaften und der erbitterte Übernahmekampf um die Schokoladenfabrik Grison werden Serafine zum Verhängnis. Sie gerät zwischen die Fronten und stößt auf ein düsteres Kapitel in der Vergangenheit eines Schweizer Schokoladenherstellers, das sie selbst in den Abgrund reißen könnte.

„Die dunkle Seite der Schokolade“ ist ein Kriminalroman von Dina Casparis.

Im Mittelpunkt steht Serafine Montalin. Sie ist Lebensmittelchemikerin und Juristin und bekommt eine Stelle als interne Ermittlerin in einem großen Schokoladenkonzern. Allerdings hat sie einen Hintergedanken, sie möchte den einige Jahre zurückliegenden Unfalltod ihres Vaters aufklären.

Schon im Prolog stoßen die Leser*innen auf eine Leiche. Danach geht die Geschichte erst einmal in einem ruhigen Tempo weiter. Man hat Zeit, sich mit den Charakteren vertraut zu machen.

Dina Casparis hat für ihre Geschichte interessante Charaktere zum Leben erweckt. Besonders gerne mochte ich Serafine, die dem Unfalltod ihres Vaters nachgehen möchte. Doch bald schon lernt sie die dunkle Seite der Schokolade kennen, denn sie stößt auf Dinge, die in der Schokoladenindustrie geheim gehalten werden.

Zu Beginn steht nicht unbedingt der Krimiteil im Vordergrund, erst in der 2. Hälfte nimmt der Kriminalfall Fahrt auf und wird spannend.
Dafür hat Dina Casparis sehr viel Wissen über die Welt der Schokolade in die Geschichte eingeflochten. Man spürt, dass der Autorin von ihren Vorfahren her Schokolade im Blut liegt.
Ich fand diesen Teil der Geschichte interessant, mir ist beim Lesen das Wasser im Mund zusammengelaufen. Natürlich habe ich beim Lesen auch das eine oder andere Stück Schokolade genascht.

Dina Casparis verknüpft in dieser Geschichte einen Kriminalfall mit der Welt der Schokolade. Es geht um Geheimnisse und Machtkämpfe.
Dina Casparis‘ Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Die interessante wie auch spannende Geschichte wird immer wieder durch etwas gut pointierten Humor aufgelockert.

„Die dunkle Seite der Schokolade“ ist ein Kriminalroman, der Spannung und gute Unterhaltung bietet. Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Mordspiel

Ines Balkow
Horror
354 Seiten
erschienen bei ‎ Independently published
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ines Balkow für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Cosy-Crime

Klappentext:
Ein harmloser Fotoauftrag beim örtlichen Fußballverein? Von wegen! Der junge Star des Teams fällt mitten im Spiel tot um. Plötzlich stehen geheimnisvolle Affären und Dopingverdacht im Raum. Als kurz darauf ein weiterer Spieler unter mysteriösen Umständen stirbt, ist klar: Ein Mörder geht um.
Mit viel Spürsinn, jeder Menge Witz und einem Hauch Chaos stürzen sich Giulietta und ihr bunt zusammengewürfeltes Team in den Fall. Werden sie den Mörder stellen?

„Mordspiel“ ist der 2. Band der Reihe „Giulietta ermittelt“ von Ines Balkow.

Giulietta ist Fotografin, bei einem ihrer letzten Aufträge bei einer Vernissage ist sie zur Hobbyermittlerin geworden.
Heute ist sie beim örtlichen Fußballverein, um Fotos der Spieler zu machen. Doch einer der Spieler fällt plötzlich tot um. Es steht ein Verdacht auf Dopping im Raum. Doch als ein zweiter Spieler stirbt, ist Giulietta klar, ein Mörder geht um.
Schnell ist Giuliettas Spürsinn geweckt. Unterstützung bei ihren Nachforschungen bekommt sie vom Chefredakteur Siedelmeyer, von ihrer besten Freundin Chiara und natürlich ist auch der mürrische Hauptkommissar Trotten an den Ermittlungen beteiligt.

Ines Balkow hat für ihre Krimireihe tolle Charaktere entwickelt. Giulietta gefällt mir sehr gut und ich finde es amüsant, wie sie wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Bei ihrer Spurensuche wird sie von ihrem Chefredakteur Siedelmeyer unterstützt.
Die beiden waren mir recht sympathisch, auch wenn es bei Siedelmeyer etwas länger gedauert hat. Guilietta ist ein bisschen chaotisch, kann aber schnell Schlüsse ziehen. Auch ihre Freundin Chiara unterstützt sie bei den Ermittlungen.

Ines Balkow baut mit dem Tod des Spielers schnell Spannung auf. Nach dem 2. Spieler, der ums Leben kommt, ist den Leser*innen klar, dass geht nicht mit rechten Dingen zu.
Das Rätselraten, wer der Täter ist, beginnt.
Ich hatte das Gefühl, Hauptkommissar Trotten würde lieber allein ermitteln. Er ist ein wenig mürrisch, hat mich aber oft zum Schmunzeln gebracht.

Der Schreibstil von Ines Balkow ist flüssig und gut verständlich. Mit ihrem Humor lockert sie die Geschichte immer wieder auf.

„Mordspiel“ ist ein spannender und humorvoller Krimi aus dem Fußballmilieu. Man muss allerdings kein Fußballfan sein, um den Krimi zu genießen.

Stille Wasser

Pia Wala
Kriminalroman
250 Seiten
erschienen im Verlag Federfrei
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Pia Wala für das Rezensionsexemplar

Spannender Kriminalroman

Klappentext:
Endlich Frühling – doch die Idylle trügt. Anna Wagner freut sich auf einen ruhigen Reha-Aufenthalt im Waldviertel. Sie genießt ihre neue Beziehung und das beschauliche Leben in Gars am Kamp. Doch dann stolpert sie am Flussufer über die Leiche einer jungen Frau und plötzlich ist von Ruhe keine Rede mehr. Als kurz darauf ein weiteres Opfer auftaucht, wird klar: Jemand tötet gezielt und hat nicht vor, bald damit aufzuhören. Anna beginnt zu ermitteln und stößt auf ein düsteres Familiengeheimnis, das tief in tragische Kindheitserinnerungen reicht. Schon bald steckt die junge Bäckerin in ihrem bisher persönlichsten Fall, der nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Liebe bedroht.

„Stille Wasser“ ist der 3. Band der Anna Wagner Reihe von Pia Wala.
Die vorherigen beiden Bände kenne ich nicht, was aber auch nicht unbedingt nötig ist. Pia Wala holt ihre Leser*innen ab und versorgt sie mit den wichtigsten Informationen.

Anna Wagner genießt ihre Reha in Gars am Kamp. Dazu noch das herrliche Frühlingswetter und die Ruhe, was kann schöner sein.
Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als Anna förmlich über eine Leiche stolpert.
Leider bleibt es nicht bei einem Opfer. Anna fängt an, Ermittlungen anzustellen, und gräbt ein Familiengeheimnis aus.

Pia Wala hat großartige Charaktere erschaffen und lässt sie auch richtig lebendig wirken.
Anna Wagner gefällt mir besonders gut. Sie ist neugierig und hinterfragt die Dinge, dabei kann sie ernst und aufmerksam sein, aber Anna besitzt auch Humor.

Das Setting strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus. Ich konnte mir den Kurort Gars am Kamp gut vorstellen. Doch mit dem Fund der Leiche schlägt die Stimmung schnell um. Ein Mörder treibt sein Unwesen in dem kleinen Ort. Ein Grund für Anna, sich mit dem Umfeld des Opfers zu beschäftigen.

Pia Wala kann aus dem Stegreif Spannung erzeugen. So wird eine anfangs ruhige Geschichte plötzlich zu einem temporeichen Krimi.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt und ich wollte nicht mehr aufhören zu lesen.
Mit eingebauten Wendungen hält die Autorin die Spannung bis zum Ende aufrecht.

„Stille Wasser“ ist ein spannender Krimi, den ich an einem Stück verschlungen habe.

Vermisst – Der Fall Lucas

Christine Brand
Kriminalroman
538 Seiten
erschienen bei Blanvalet
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Cold Case Reihe

Klappentext:
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden, er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt, bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird.

„Vermisst – Der Fall Lucas“ ist der 3. Band mit der sympathischen Privatdetektivin Malou Löwenberg von Christine Brand.

Die Ermittlerin Malou Löwenberg ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ihr Verhalten manchmal merkwürdig ist.
Ihre Vespa hört auf den Namen Bruna. Malou geht in ihrer Freizeit zu Beerdigungen von Verstorbenen, die sie gar nicht kannte und die keine Angehörigen mehr haben. Malou wurde als Baby in einem Korb vor die Tür eines Bestatters gestellt. Bis heute weiß sie nicht, wer ihre Eltern sind.

In diesem Band soll Malou den Bruder einer todkranken Frau finden. Im Sterbebett liegend äußert Lana den Wunsch, ihren Bruder Lucas noch einmal vor ihrem Tode sehen zu wollen.
Doch Lucas hält sich, seit er zwei Mädchen ermordet hat, im Verborgenen.
Für Malou ein aussichtsloser Kampf, den sie aber nicht so einfach aufgeben möchte.
Bei ihren Recherchen stellt sich Malou die Vermutung, dass nicht nur die zwei Mädchen Opfer von Lucas wurden.

Christine Brand schreibt ihre Geschichte sehr spannend. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Inspirieren lässt sich die Autorin gerne von wahren Begebenheiten.
Die Autorin spielt gekonnt mit den Emotionen der Charaktere und ihren Leser*innen.
Ihre Charaktere werden sehr lebensnah beschrieben. Ich habe Malou gerne bei ihrer Suche nach Lucas begleitet.

Christine Brand erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo, doch die Puzzleteile fügen sich nur langsam zusammen.
Die Autorin hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Manchmal kam ich kaum zum Luftholen, so hat mich die Story gepackt.

„Vermisst-Der Fall Lucas“ ist ein sehr spannender Kriminalroman und ich freue mich auf weitere Fälle mit Malou Löwenberg.

Teuflische Provence

Pierre Lagrange
Kriminalroman
297 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Wie immer spannende Unterhaltung der Extraklasse

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des ›Teufelsliedes‹, einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden.

„Teuflische Provence“ ist bereits der 14. Band der Reihe mit Commissaire Leclerc von Pierre Lagrange.

Der Autor lässt seine Leser*innen wieder in die Provence reisen.
Die Orte und die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat beschreibt Pierre Lagrange wieder einmal sehr stimmungsvoll.

Die eigentlichen Ermittler sind die Polizisten Theroux und Castel. Sie sind mir aus den vorherigen Bänden gut bekannt und sehr sympathisch.
Theroux ist ein guter Ermittler, doch kommt es einem manchmal so vor, als stehe er auf der Leitung.
Es ist zum Schmunzeln, wenn die beiden genervt die Anrufe von Leclerc ignorieren und dieser immer wieder einen Weg findet, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Leclerc sitzt, wie jeden Morgen, zusammen mit seinem Mops Tyson im Café von Matteo.
Hier kommen oft Streifenwagen vorbei und holen sich einen Kaffee. So erfährt Leclerc oft, was in der Umgebung passiert ist.
So auch heute, Leclerc erfährt von einem Mord im Kloster St. Gargas. Eigentlich war Leclerc schon lange nicht mehr in dem Kloster, was für eine Schande. Zusammen mit Tyson macht er sich auf den Weg zum Kloster. Wie üblich sind Theroux und Castel genervt den Ex-Commissaire wieder an einem Tatort zu sehen. Leclarc macht sich mit den Umständen vertraut und fängt seine eigenen Ermittlungen an.
So müssen die eigentlichen Ermittler wieder einmal feststellen, dass Leclerc ihnen um eine Nasenlänge voraus ist.

Pierre Lagrange erzählt die Geschichte spannend und mit etwas Humor.
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Die Hauptcharaktere sind aus den vorherigen Bänden gut bekannt und mir schon lange ans Herz gewachsen.

„Teuflische Provence“ ist wieder ein gelungener Krimi. Ich freue mich jetzt schon auf Band 15.
Doch erst einmal startet eine neue Reihe von Pierre Lagrange „Madame Mort und der tote Onkel“ ist der 1. Band und erscheint am 07. Oktober 2026.
Aufmerksame Leser*innen kennen Madame Mort natürlich, es ist die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, die Leclerc immer mit Schokocroissants besticht. Ich freue mich schon auf das Buch.

Ein guter Blick fürs Böse

Elisabeth Arnott
Kriminalroman
331 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Erika Licht
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Drei Frauen und ein dunkles Geheimnis


Klappentext:
Kalifornien 1966: Auf den ersten Blick sind Margo, Bev und Elsie gewöhnliche Freundinnen, doch gewöhnlich ist nichts, seit ihre Männer als eiskalte Serienmörder überführt wurden und sich das Auge der Öffentlichkeit erbarmungslos auch auf sie richtet. Wie kann es sein, dass sie nichts von den Abgründen ahnten? Als das Böse nun, Jahre später, erneut zuschlägt und mehrere Frauen brutal ermordet werden, setzen die drei alles daran, den Täter zur Strecke zu bringen. So wird ihr größter Makel plötzlich zu ihrer stärksten Waffe – und sie, die dem Grauen hautnah kamen, lassen sich dieses Mal gewiss nicht blenden.

„Ein guter Blick fürs Böse“ von Elisabeth Arnott ist mehr ein spannender Gesellschaftsroman und gleichzeitig ein Krimi.

Im Mittelpunkt stehen die drei Frauen Margo, Beverly und Elsie. Sie haben sich angefreundet, obwohl sie eigentlich grundverschieden sind, aber ein dunkles Geheimnis verbindet sie, ihre Ehemänner sind Mörder.

Margos Ehemann Stephen ist ein erfolgreicher Politiker gewesen und wurde zum Serienmörder.
Elisabeths Mann ist ein Lehrer, aber auch er wurde zum Serienmörder.
Beverlys Mann Henry, war ein guter Vater und Ehemann. Auch er wurde zum Serienmörder.
Alle drei Männer wurden von der Polizei enttarnt und sitzen im Gefängnis.
Die Frauen hingegen sind den Blicken und der Verurteilung der Menschen ausgesetzt. Keiner glaubt ihnen, dass sie von den Umtrieben ihrer Männer nichts gewusst haben.

Jetzt wird eine tote Frau gefunden und die drei Frauen, die der Meinung sind, einen guten Blick für das Böse zu haben, nehmen sich vor den Mörder zu entlarven.

Elisabeth Arnott erzählt die Geschichte spannend. Man lernt die drei Frauen, die schließlich auch Opfer ihrer Ehemänner sind nach und nach kennen. Die drei Frauen sind recht unterschiedlich. Stück für Stück lernen die Leser*innen ihre Geschichte kennen.

Das Buch spielt in den 1960er-Jahren, was recht gut vermittelt wird. Besonders die damalige Stellung der Frauen kommt gut bei den Leser*innen an.
Auch bei den Ermittlungen spürt man, dass sie weit von der heutigen Zeit entfernt sind.

Elisabeth Arnott erzählt die Geschichte spannend. Die verschiedenen Perspektiven geben einen guten Einblick in das Leben der Charaktere.

Der Schreibstil von Elisabeth Arnott ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch an zwei Abenden verschlungen.

„Ein guter Blick fürs Böse“ ist ein Kriminalroman, auch für Leser*innen die nicht so gerne Krimis lesen.

Mord ist die beste Beseitigung

Volker Klüpfel
Kriminalroman
341 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Humor trifft auf Spannung

Klappentext:

Wir unterbrechen das Programm für einen Reiseruf: Frau Gabriele Zorn, unterwegs mit einem blauen Audi in Richtung Süden, wird gebeten, sich sofort mit ihrem Ehemann in Verbindung zu setzen!«
Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur schier unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr

„Mord ist die beste Beseitigung“ ist der 2. Band der humorvollen Krimireihe „Svetlana und Tommi ermitteln“ von Volker Klüpfel.
Der Autor ist wohl den meisten bekannt durch die kultige Krimireihe mit Kommissar Kluftinger, die er mit Michael Kobr schreibt. Hier jetzt der 2. Band seiner Solo-Reihe.

Dazu hat Volker Klüpfel die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt. Die ukrainische Putzfrau Svetlana ist einfach eine geniale Protagonistin.
Sie liebt russische Literatur und Sprichwörter. Ihr verdrehtes Deutsch wird so einmalig wiedergegeben, dass man immer wieder schmunzeln muss. Ich habe Svetlana gleich ins Herz geschlossen. Sie weiß auf alles eine Antwort und hat ein großes Herz.

Tommi ist ein Möchtegern-Schriftsteller. Nachdem er den Thriller, den er schreiben wollte, erst einmal zur Seite gelegt hat, möchte er sich jetzt im Genre Romantasy versuchen. Auch hier hat Thommi die haarsträubendsten Ideen.
Wegen einer Finanzflaute lebt er im Wohnwagen, den er von seinem Vater samt Putzfrau geerbt hat. Sein Vater ist in ein Altenheim gezogen und mischt da den Laden auf.
Tommi trauert immer noch seiner Freundin nach, die vorübergehende Auszeit dauert jetzt schon ein Jahr.

Zusammen mit Svetlana hört er einen Reiseruf und kurz darauf fährt er neben dem gesuchten PKW.
Als Svetlana und Tommi auf einen Parkplatz fahren, steht der Wagen der gesuchten Frau verlassen da. Von der Frau keine Spur.
Kurz darauf erscheint der Ehemann der vermissten Frau und bittet Tommi, nach der Frau zu suchen.

Bei seinem Krimi stellt Volker Klüpfel eindeutig den Humor in den Vordergrund. Man hat zu Beginn Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen und die sind Volker Klüpfel auf einzigartige Weise gelungen. Das Miteinander zwischen Tommi und Svetlana ist freundschaftlich und herzlich. Svetlana ist zwar Tommis Putzfrau, aber ich würde sie eine Freundin nennen. Ohne sie wäre er doch manchmal völlig aufgeschmissen.
Nach einigen ruhigeren Kapiteln zieht der Autor das Tempo an und die Leser*innen sind genau wie die Charaktere mitten in einer Ermittlung.

Der Schreibstil von Volker Klüpfel ist flüssig und gut verständlich. Die Ermittlungen werden spannend und humorvoll geschildert.

Mir hat der 1. Band „Wenn Ende gut dann alles“ schon gut gefallen. Mit dem 2. Band „Mord ist die beste Beseitigung“ hat Volker Klüpfel noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Meeresdunkel

Till Raether
Thriller
408 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Thriller mit ungeahnten Wendungen

Klappentext:
Es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag, in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht.
Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da.
Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen.
Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben.

„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein Thriller mit ungeahnten Wendungen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Familien, die eine Woche Urlaub auf Mallorca verbringen. Was sie bei der Abreise nicht wissen, sie haben die gleiche Unterkunft gebucht. Eine einst stolze Villa auf einer Klippe, die mittlerweile aber in die Jahre gekommen ist. Einige Zimmer sind nicht mehr nutzbar, da feucht. Der Pool ist ausgetrocknet und die Einfahrt nicht befahrbar.

Die eine Familie, das sind Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge Esmé und Finn.
Die andere Familie sind Samuel, Maria und der Sohn Juri mit seiner Puppe Hedwig.
Durch einen dummen Zufall wurde die Unterkunft der Familie doppelt vergeben. Da genug Platz ist, beschließen die Urlauber, die Unterkunft zu teilen.
Noch wissen sie nicht, dass das alles beabsichtigt war.

Till Raether erzählt die Geschichte anfangs in einem ruhigen Ton. Die Leser*innen lernen die Charaktere kennen. Schnell merkt man, dass es in beiden Ehen kriselt. Von Thriller ist nicht viel zu spüren.
Erst in der zweiten Hälfte, in der ein Unwetter aufzieht, nimmt die Geschichte eine Wendung und die Spannung setzt ein. Man spürt plötzlich, dass hier etwas nicht stimmt.
Dafür, dass die erste Hälfte so ruhig erzählt wurde, geht es jetzt Schlag auf Schlag und die Vergangenheit scheint die Protagonisten einzuholen.

Till Raether erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Henrike, Samuel und Juri. Durch die drei Charaktere lernt man die Familien gut kennen.
Die Charaktere sind recht unterschiedlich und auch wenn die Ehepaare sich schon lange kennen, wissen sie doch nicht alles voneinander.

Durch das Unwetter erzeugt Till Raether eine bedrohliche Atmosphäre, die die Spannung in der zweiten Hälfte unterstreicht.

Der Schreibstil von Till Raether ist flüssig und gut verständlich.

„Meeresdunkel“ ist ein Thriller, der Wendungen annimmt, die man so nicht erwartet hätte. Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

Küstenstille

Anja Marschall
Kriminalroman
331 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsamer Kriminalroman mit schönem Setting

Klappentext:
Ein Kunstsammler stürzt kurz vor einer spektakulären Enthüllung in den Tod. War es ein Unfall oder Mord? Seine Schwestern wittern böse Absichten und beauftragen den Hobbydetektiv Johann Lupin mit Nachforschungen. Bei seinen Ermittlungen in der exzentrischen Kunstszene an der Ostsee stößt Lupin auf eine Spur, die bis zu dem berühmten Maler Ernst Ludwig Kirchner zurückführt. Hat vor über hundert Jahren etwas begonnen, das nun tödliche Kreise zieht?

„Küstenstille“ ist ein ruhiger und unterhaltsamer Kriminalroman von Petra Tessendorf.

Im Mittelpunkt steht der Tod eines Kunstsammlers. Der Hobbydetektiv Johann Lupin wird von der Schwester des Opfers beauftragt, Ermittlungen anzustellen. Diese führen Lupin in die Kunstszene, bis zu einem bekannten Maler.
Der Hobbydetektiv Johann Lupin steht einer Welt aus Intrigen gegenüber. Und ein Geheimnis aus früheren Zeiten will aufgedeckt werden.

Petra Tessendorf hat für ihre Geschichte skurrile Charaktere erschaffen. Besonders Lupin hat mir gut gefallen. Ich denke, er hat Potenzial für mehr Geschichten.

Besonders die Kunstszene wird gut und mit einem Augenzwinkern dargestellt.
Das Setting spielt an der Ostsee, was dem Krimi eine schöne Atmosphäre verleiht.

Petra Tessendorf erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo und lässt den Leser*innen Zeit, sich mit den Charakteren und der schönen Umgebung vertraut zu machen.
Aber keine Angst, auf Spannung müssen die Krimifreunde nicht verzichten.

Petra Tessendorf hat einen flüssigen, gut verständlichen Schreibstil, den sie mit einer Prise Humor würzt.

„Küstenstille“ ist ein unterhaltsamer Kriminalroman mit schönem Setting. Ich habe das Buch gerne gelesen.

Das Gehöft

Leo Brandt
Thriller
394 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Abgeschnitten von der Außenwelt

Klappentext:
Ein kleines Team um die Biologin Lara hat ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um es ökologisch zu bewirtschaften. Doch bald nach der Ankunft geschehen seltsame Dinge. Laras Bruder Malte verschwindet spurlos, kurz darauf reißt die Funkverbindung ab. Die Gruppe ist von der Außenwelt abgeschnitten; ein Entkommen ist wegen der gefährlichen Strömung in einem Priel unmöglich. Lara ist sich sicher, dass sie nicht allein auf der Insel sind. Zugleich verdichten sich Hinweise, dass ihr Lebensgefährte Henry etwas mit dem Verschwinden von Malte zu tun hat. Werden sie von einem Unbekannten verfolgt oder besitzt Henry eine dunkle, gewalttätige Seite? Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation.

„Das Gehöft“ ist das Thriller-Debüt von Leo Brandt.

Der Handlungsort, die unbewohnte Hallig Westeroog, gekauft von einem kleinen Team, rund um die Biologin Lara.
Im Mittelpunkt stehen fünf junge Menschen.
Die Biologin Lara, eine sympathische junge Frau, die sich von dem Versuch, die Hallig biologisch zu bewirtschaften, viel verspricht.
Laras Bruder Malte. Er ist Asperger-Autist und auf seine Schwester Lara angewiesen.
Laras Freund Henry, Softwareentwickler mit eigener IT-Firma, die er mit seinem Freund Kenan zusammen führt.
Kenan ebenfalls Softwareentwickler und Geschäftspartner von Henry. Er ist ein ausgeglichener Typ mit ökologischem Interesse.
Kenans Freundin Silke, Fachärztin für Chirurgie. Silke ist sehr ehrgeizig, was ihren Beruf sowie das Leistungsschwimmen, das sie betreibt, angeht.

Diese fünf begeben sich auf die abgelegene Hallig. Nach dieser Hallig gibt es nur noch das Meer.
Ein Unwetter mit heftiger Sturmflut bricht aus, die jungen Leute sind von der Außenwelt abgeschnitten. Plötzlich auf sich allein gestellt, ohne jeglichen Ausweg, kommt es zu Streitereien unter der Clique. Dann verschwindet plötzlich Malte, Laras Bruder.

Leo Brandt schildert eine Situation, die ich in letzter Zeit oft in Thrillern gelesen habe. Menschen sind plötzlich irgendwo von jeglicher Zivilisation abgeschnitten und es passiert ein Unglück.
Trotzdem gelingt es dem Autor mich mit seinem Thriller zu fesseln.
Leo Brandt baut schon im Prolog Spannung auf, die er im Laufe der Geschichte noch steigert.
Nach der Sturmflut ist die Clique auf sich allein gestellt. Die Situation verschärft sich als, Malte verschwindet und auch das einzige Boot weg ist. Die Internetverbindung ist zusammengebrochen. Wobei es mich wundert, dass auf einer unbewohnten Hallig überhaupt eine Internetverbindung besteht.

Leo Brandt erzählt die Situation auf der Hallig mit einigen Gänsehautmomenten.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Nach einiger Zeit weiß man allerdings nicht mehr, wem man wirklich trauen kann.

Der Schreibstil von Leo Brandt ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

Auch wenn ich solche Szenarien in letzter Zeit häufig gelesen habe, ist „Das Gehöft“ ein spannender Thriller, den ich gerne gelesen habe.