Bambino

Marco Balzano
Roman
242 Seiten
Übersetzt aus dem Italienischen von Peter Klöss
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Triest im Wandel der Zeit

Klappentext:
Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.

„Bambino“ von Marco Balzano führt die Leser*innen nach Triest in das Jahr 1920 und in die Zeit des 2. Weltkriegs.

Mattia Gregori wird Bambino genannt. So harmlos wie das klingt ist er aber nicht. Er ist eher aggressiv und hat so gut wie keine Freunde. Sein Vater ist Uhrmacher und rät Mattia eine Uhrmacherlehre zu machen. Doch Mattia hält sich lieber mit Diebstahl über Wasser. Schließlich landet er bei den italienischen Faschisten, die gegen die Kommunisten kämpfen und auf die Slowenen losgehen.
Ganz verloren ist er, als im seinen Mutter Donatella kurz vor ihm Tod verkündet, dass sie nicht seine leibliche Mutter ist.

Marco Balzano schildert das Leben von Mattia Gregori sehr interessant. Dabei erzählt der Autor auch eine Zeitgeschichte, die mir vorher nicht so bekannt war.
Die Charaktere werden von Marco Balzano stark herausgestellt. Mattia Gregori ist unsympathisch aber eine interessante Figur, die uns durch ein Stück europäische Geschichte führt.

Marco Balzano erzählt die Geschichte wie von ihm gewohnt mit starken Worten. Man wird richtig in die Geschichte hineingezogen.

„Bambino“ ist ein interessanter Roman der sich fast wie eine Biografie liest.

Wem du traust

Petra Johann
Kriminalroman
428 Seiten
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch erzählt

Klappentext:
Eva führt mit ihrem Mann Daniel und dem gemeinsamen kleinen Sohn das perfekte Leben am Stadtrand. Oft hilft Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, als Babysitterin aus. Eines Nachts bringt Daniel die Fünfzehnjährige nach Hause, doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Eine fieberhafte Suche beginnt. Als Sofias blutbefleckter Pullover gefunden wird, bricht Evas heile Welt zusammen. Ihr Mann beteuert seine Unschuld – doch kann sie seinen Worten Glauben schenken?

„Wem du traust“ ist ein spannender Kriminalroman von Petra Johann.

Sofia ist die Tochter von Evas bester Freundin Susanne. Wie schon oft hat sie am Abend auf Evas kleinen Sohn aufgepasst. Eva und ihr Mann Daniel waren zusammen mit Susanne und ihrem Partner Axel bei einer Party. Anschließend hat Daniel Sofia nachhause gefahren. Doch dort ist sie niemals angekommen.

Petra Johann erzählt die Geschichte sehr spannend und atmosphärisch.
Die Charaktere werden gut beschrieben, man kann sie sich gut vorstellen. Eva uns Susanne sind beste Freundinnen und waren mir auch schnell sympathisch. Bei den Männern war ich mir nicht so klar. Eigentlich war mir Daniel auch sympathisch, aber er machte immer wieder Dummheiten und verschwieg Fakten, dass ich ihm bald nicht mehr getraut habe. Auch Axel hatte eine Seite an sich die ich nicht so mochte. Das war aber von der Autorin auch so beabsichtigt.
Sofia ist auch ein interessanter Charakter. Sie ist eine Einzelgängerin, hat kaum Freundinnen. Ob sie unter dem Asperger-Syndrom leidet, bleibt offen.

Die Polizei sucht nach der vermissten Sofia. Ihre Spur verliert sich praktisch auf der Fahrt mit Daniel zu ihr nach Hause. Später werden ihr Fahrrad und ein blutbefleckter Hoodie gefunden. Daniel gerät ins Visier der Polizei. Die Polizei ermittelt im Umfeld von Sofia, die eine Einzelgängerin ist. Einzig in der Schule bekommen sie kleine Hinweise.

Zwischen den tragischen Tagen zwischen Hoffen und Bangen gibt es immer wieder kurze Abschnitte von einer namenlosen Frau der schlimmes angetan wurde und die sich in einem Raum aufhält in der Hoffnung, dass der, der ihr das angetan hat nicht zurückkommt. Handeln die Abschnitte von Sofia? Ich habe mit schlimmen gerechnet und um Sofia gebangt.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, so weniger habe ich den Protagonisten getraut.
Petra Johann hat gleich zu Beginn mit dem Verschwinden von Sofia Spannung aufgebaut und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen können.
Das Ende ist dann überraschend, aber auch schlüssig.

Für mich war „wem du traust“ das erste Buch von Petra Johann, aber bestimmt nicht das Letzte.

Prost, auf die Fischer

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
344 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Eine Leiche im Fischernetz

Zum Inhalt:
Hauptkommissar Tischler und die gesamte Brunngrieser Dienststelle machen eine Wanderung zum Frillensee. Nach einem ausgedehnten Picknick entdeckt Luise eine Leiche im See. Und tatsächlich liegt das der Fischer Harald Lorenz in einem Fischernetzt eingerollt.
Die Ermittlungen ergeben, dass Harald Lorenz bei de anderen Fischer nicht gerade beliebt war.

„Prost, auf die Fischer“ ist mittlerweile der 12. Band, der erfolgreichen Kommissar Tischler Reihe von Friedrich Kalpenstein.

Wieder einmal darf ich in das beschauliche Brunngries reisen und den Ermittlungen von Kommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink beiwohnen.
Ich liebe diese Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und fiebere jedem neuen Band entgegen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und mit ihrem bayrischen Humor sind sie mir richtig ans Herz gewachsen.
Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink sind zu einem großartigen Team geworden. Mit ihrer bekannten T-U-F Methode haben sie schon so manchen brenzligen Fall gelöst.

Der Fall wird wieder spannend erzählt.
Es macht Freude die Ermittler durch Brunngries und Umgebung zu begleiten. Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink ermitteln im näheren Umfeld des Fischers Harald Lorenz. Er arbeitet im Fischereibetrieb seiner Partnerin Christine Winter. Lorenz wollte in dem Betrieb schnell das Sagen haben und den Betrieb zu mehr Ertrag bringen. Dabei machte er sich die anderen Fischer nicht gerade zu Freunden.

Friedrich Kalpenstein lässt gleich zu Beginn, mit dem Fund der Leiche Spannung aufkommen. Diese Spannung hält sich auch über die ganze Geschichte, sie steigert sich sogar noch weiter bis zum Ende hin.

Friedrich Kalpensteins flüssiger und gut verständlicher Schreibstil sorgt dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Spielend lässt der Autor den Bezug zur Region Oberbayern in die Handlung mit einfließe und bringt sie so seinen Leserinnen näher. Natürlich begegnen die Leserinnen auch wieder Resi, die dem Kommissar und auch mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Aufgelockert wird der Kriminalroman durch den intelligent eingesetzten Humor. Beim Lesen muss ich wie immer oft schmunzeln.

„Prost, auf die Fischer“ hat mir wieder schöne Lesestunden bereitet. Jetzt freue ich mich auf Band 13 „Prost, auf die Sportler “ der im September 2026 erscheinen soll.

Der tiefe Grund

Anna Johannsen
Kriminalroman
314 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Johannsen für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch

Klappentext:
Oberkommissarin Lea Nielsen glaubt nicht an einen gewöhnlichen Unfall, als die 25-jährige Lisa Uhlen Opfer einer Fahrerflucht wird und kurz darauf stirbt. Schnell gerät der Ex-Freund der Toten in den Fokus der Ermittlungen. Als die Polizei herausfindet, dass die Tat mit einem gestohlenen Auto begangen wurde, führt die Spur in eine ganz neue Richtung.

„Der tiefe Grund“ ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Lea Nielsen“ von Anna Johannsen.
Die Autorin gehört zu meinen liebsten Krimi-Autorinnen und begeistert mich immer wieder mit ihren Geschichten. Der 1. Band, der neuen Krimireihe hat schon Lust auf mehr gemacht.
Oberkommissarin Lea Nielsen hat sich, trotz ihrer Karriere beim LKA in Niedersachsen in das beschauliche Wittmund versetzten lassen.
Hier ist sie jetzt die Stellvertreterin des 1. Hauptkommissars. Ein Kollege aus ihrem Team hatte sich ebenfalls gute Chance auf die Stelle ausgerechnet, dementsprechend kühl ist die Beziehung zu dem Kollegen.

Der Grund für den Wechsel ist Leas Vater. Bei ihm schreitet die Demenz immer weiter fort. Auch wenn der Vater die Familie verlassen hatte, als Lea noch ein Kind war, fühlt sie sich doch verantwortlich.

Nach dem Lea ihren 1. Fall in Wittmund auf unkonventionelle Art gelöst hat, steht wieder ein Fall an. Eine junge Frau wurde überfahren, der Fahrer hat Fahrerflucht begangen. Was wie ein gewöhnlicher Unfall aussieht, abpumpt sich bei näherer Betrachtung als mutwillige Tat, auch wenn Leas Vorgesetzter das nicht so sieht.

Anna Johannsen erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Lea. So kommt man der Oberkommissarin ganz nahe, spürt was sie fühlt und was sie denkt. Mir ist Lea schnell sympathisch geworden.

Anna Johannsen hat wieder interessante Charaktere geschaffen und lässt sie lebendig werden.
Die Geschichte die ruhig anfängt, nimmt immer mehr Fahrt auf und wird immer spannender.
Es gibt verschiedenen Szenarien, was hinter dem Unfall stecken könnte und somit auch verschiedene Verdächtige.

Die Leserinnen dürfen Lea auch etwas im Privatleben begleiten und erfahren immer mehr von der sympathischen Frau. Sie gab ihre aussichtsreiche Position beim LKA auf, um für ihren Vater da zu sein, der nie für sie da war. Lea hat eine Trennung hinter sich und in diesem Band erfahren die Leserinnen wieder etwas mehr zum Hintergrund.

Der Schreibstil von Anna Johannsen ist wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Mit „Der tiefe Grund“ hat mich Anna Johannsen wieder einmal begeistert. Ich habe das Buch in 2 Tagen ausgelesen.
Jetzt freue ich mich schon auf den 3. Band, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

This Story Might Save Your Life

Tiffanay Crum
Thriller
440 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Susann Rehlein
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ruhige aber doch recht spannende Geschichte

Klappentext:
Was dich nicht umbringt, lässt dich überleben. Das ist das Motto des beliebten Podcasts von Joy und Benny mit Geschichten über Leben und Tod. Sie sind ein eingespieltes Team und als beste Freunde unzertrennlich. Doch eines Morgens ist Joy verschwunden, ihr Ehemann auch. Freiwillig ist sie nicht gegangen. Die Scherben im Badezimmer sprechen eine klare Sprache. Die Polizei nimmt Benny ins Visier, der selbst verzweifelt nach Joy sucht. Und obwohl er verdächtigt wird, sagt er den Ermittlern nichts, als er ein Manuskript findet. Denn Joys Memoiren offenbaren eine Wahrheit, die alles infrage stellt, was er zu wissen glaubte. Sie erzählen von gefährlichen Geheimnissen und einer großen Liebe und enden abrupt.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein spannender Thriller von Tiffany Crum.

Joys und Benny sind beste Freunde. Zusammen betreiben sie sie den Podcast „This Story Might Save Your Life“. In diesem Podcast fordern sich die Beiden mit gefährlichen Situationen heraus. Einer stellt die Aufgabe und der andere muss überlegen, wie er aus dieser Situation wieder herausfindet.
Doch dann ist Joys plötzlich verschwunden und wie es aussieht auch ihr Mann. Die Wohnung sieht nicht so aus, als wären die Bewohner freiwillig gegangen.
Die Polizei verdächtigt Benny und Benny beginnt nach Joys zu suchen und stößt auf so manches Geheimnis.

Tiffany Crum hat interessante Charaktere ins Rennen geschickt.
Joys ist Grafikdesignerin und leidet unter Narkolepsie, das ist eine Störung im Schlaf-Wach-Rhythmus.
Benny nett und hilfsbereit. Sein Makel, er ist vorbestraft, was ihm sehr unangenehm ist.
Genau wie Joys ist er kreativ und lustig. So ist auch der Podcast der Beiden entstanden.

Tiffany Crum erzählt die Geschichte in einem recht ruhigen und unaufgeregten Ton und trotzdem erzeugt die Autorin reichlich Spannung, auch wenn die durch einige Längen, die die Geschichte zwischendurch aufweist, unterbrochen wird.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Benny erzählt. Zwischendurch gibt es immer wieder Auszüge aus einem Manuskript von Joys, das Benny findet und das aus Joys Vergangenheit erzählt. So lernen die Leserinnen eine Seite von Joys kennen, die man so nicht geahnt hätte. Als Leserin erfährt man so aber auch noch einiges über den Podcast und über die freundschaftliche Beziehung zwischen Joys und Benny.

Die Geschichte ist durch die Erzählung der Gegenwart und den Auszügen aus dem Manuskript von Joys recht abwechslungsreich.

Tiffany Crum hat einen angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Hörst du den Schrei?

Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell
Kriminalroman
367 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Start einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist.

„Hörst du den Schrei?“ ist der erste Band der norwegischen Krimireihe „Ein Fall für Podcaster Markus Hegerørn“ von Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell.
Von Jan-Erik Fjell habe ich schon die „Anton-Brekke-Reihe“ gelesen. Auf die neue Reihe war ich schon gespannt.

Der Podcaster Markus Heger beschäftigt sich mit dem Fall der vor 15-Jahren verschwundenen Leah. Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, geht die Polizei davon aus, dass, das Mädchen ermordet wurde. Dafür wurde ihr Vater verurteilt und sitzt im Gefängnis. Jetzt ist eine Journalistin, die sich auch mit dem Fall beschäftigt hatte, verschwunden. Markus Heger geht davon aus, dass der Vater unschuldig im Gefängnis sitzt und der wahre Mörder noch frei herumläuft. Jetzt nimmt er den Fall in die Hand.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Markus Heger gefällt mir gut, er ist clever und kann schnell gute Schlüsse ziehen. Er hat sich für seinen Podcast mit dem Fall Leah beschäftigt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört zu den Zuhörenden des Podcast und will mit Markus über den Fall sprechen. Doch dazu kommt es nicht. Nach der ersten kurzen Kontaktaufnahme wird die Journalistin vermisst.

Jorn Lier Horst und Jan-Erik Fjell erzählen den Fall, der ja eigentlich abgeschlossen ist recht spannend. Die Autoren bauen die Spannung schon früh auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht. Markus Heger ermittelt in dem von der Polizei erfolgreich abgeschlossenen Fall. Es tauchen immer neue Personen auf, die in den Fall involviert sein können. Immer wenn ich dachte, dem wahren Täter auf der Spur zu sein haben die Autoren wieder eine Wendung eingebaut und ich war so schlau wie vorher.
Die Lösung des Falls hat mich dann doch überrascht, aber wenn man 1+1 zusammenzählt, so ging es doch geplant in diese Richtung, nur das die Autoren ihren Leser*innen so einige Fallen gebaut haben, in die ich gerne getreten bin.
„Hörst du den Schrei?“ ist ein gelungener Auftakt für die neue Krimireihe. Ich bin schon jetzt auf den 2. Band gespannt.

Nachtschattenspiele

Pascal Engman und Johannes Selåker
Kriminalroman
438 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Stockholm, 1996: Ein Gefangenentransport wird überfallen und ein berüchtigter Neonazi befreit. Ermittler Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines älteren Bruders an den Tatort gerufen. Als er hört, wer entflohen ist, schnürt es ihm die Kehle zu. Die beiden teilen eine Geschichte, die tief in den Schatten der Vergangenheit verwurzelt ist. Journalistin Vera Berg, die in die Online-Redaktion strafversetzt wurde, wittert ihre Chance, um es zurück auf die Titelseiten zu schaffen. Als sie den Flüchtigen erschossen im Wald findet, wird klar: Hinter dieser Befreiung steckt mehr als alle ahnen – und im Dunkel der Nacht beginnt ein Spiel um Leben und Tod.

„Nachtschattenspiele“ ist der 3. Band der Reihe Wolf und Berg ermitteln von Pascal Engman und Johannes Selåker.

Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines Bruders, zu einem Tatort gerufen. Ein Gefangenentransport wurde überfallen und dabei ein Neonazi, der in eine andere Strafanstalt verlegt werden sollte, befreit. Tomas Wolf ist der entflohene aus seiner Vergangenheit nur allzu gut bekannt.
Auch die Journalistin Vera Berg ist wieder dabei, sie möchte mit den Schlagzeilen wieder zurück aufs Titelblatt.

Die Protagonisten gefallen mir gut. Kommissar Tomas Wolf ist eher ein tragischer Fall. Er ist traumatisiert und Tablettenabhängig. Seine Kinder liebt er abgöttisch und ich denke nur der Kinder wegen versucht er sich in den Griff zu kriegen.

Die Journalistin Vera Berg ist für ihren großen Gerechtigkeitssinn bekannt. Sie kümmert sich rührend um den Sohn ihres Exfreundes. Für ihre Beiträge recherchiert sie sorgfältig und oft etwas leichtsinnig, nicht auf ihre eigene Sicherheit bedacht.

Vera Berg und Tomas arbeite mittlerweile gut zusammen, auch wenn sie sich nicht immer sympathisch sind.

Auch die Nebenfiguren werden gut beschrieben. Genauso die Handlungsorte. Der Fall ist vom ersten Moment an spannend. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die beiden Autoren Pascal Engman und Johannes Selåker arbeiten gut zusammen. Der Krimi ist aus einem Guss.
Die Autoren lassen die Spannung sehr früh einsetzten und halten sie über das gesamte Buch.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und gut verständlich. Das Tempo, in dem die Geschichte voranschreitet, ist ordentlich.

„Nachtschattenspiele“ ist ein sehr spannender Kriminalroman aus Schweden. Ich freue mich schon auf den 4. Band.

Down Cemetery Road

Mich Herron
Kriminalroman
550 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe

Klappentext:
Sarah Tucker lebt in einem beschaulichen Vorort von Oxford, in der Rolle als Hausfrau gestrandet. Als jedoch nach einer Explosion in der Nachbarschaft ein Kind spurlos verschwindet, findet sie keine Ruhe mehr und holt sich Hilfe bei der Privatermittlerin Zoë Boehm. Gemeinsam bringen die beiden Frauen mehr Geheimnisse als Antworten ans Licht, Menschen, die lange für tot gehalten wurden, weilen unter den Lebenden, während sich immer mehr schnell zu den Toten gesellen. Vom ruhigen, abgründigen Pflaster Oxfords in ein Netz aus Verschwörungen von hochoffizieller Seite.

„Down Cemetery Road“, ist der 1. Band der Reihe „Zoë Boehm ermittelt in Oxford“ von Mick Herron.

Sarah Tucker lebt in Oxford. Sie ist Hausfrau und in ihrer Ehe mit Mark nicht wirklich glücklich. Nach einer Explosion in der Nachbarschaft, bei der zwei Menschen ums Leben kommen und die 4jährige Dinah geborgen werden kann, aber dann spurlos verschwindet.

Sarah, die auf ihre Fragen nach Dinah keiner Antworten bekommt, ahnt das hier etwas nicht stimmt. Sie beauftragt die Privatdetektiven Zoë Boehm, mit ihr zusammen das Kind zu suchen. Bald schon sehen sie sich eine Verschwörung gegenüber, die sie in tödliche Gefahr bringt.

Mick Herron versteht es gut, Spannung aufzubauen und sie über die gesamte Geschichte aufrechtzuhalten.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant. Sarah Tucker, die das Dasein einer gelangweilten Hausfrau fristet, ist schnell damit beschäftigt nach Dinah zu suchen. Später stößt dann noch Zoë Boehm hinzu. Die beiden Frauen als Team gefallen mir gut.

Die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Die Geschichte schreitet in einem ordentlichen Tempo fort.
Der Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und etwas anspruchsvoller als beide en meisten Kriminalromanen.
Mit seinem sarkastischen Humor, vor dem auch der britische Geheimdienst nicht verschont wird, lockert Mick Herron die Geschichte immer wieder auf.

„Mir hat „Down Cemetery Road“ gut gefallen und ich freue mich schon auf den 2. Band.

Blutwild

Saskia te Marveld
Thriller
295 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungenes Debüt

Klappentext:
Sechs Jahre sind vergangen, seit Anka ihrem sadistischen Entführer entkam. Gequält und gefoltert hat die Gefangenschaft Spuren bei ihr hinterlassen, sie quittierte ihren Dienst als Polizistin. Bis eine rätselhafte SMS mit GPS-Daten und dem Wort HILFE sie zurück in ihre Albträume reißt. In einer Hütte im Wald stößt Anka auf makabre »Kunstwerke«: menschliche Körperteile, fein säuberlich eingelegt in Formaldehyd, ausgestellt wie in einer Galerie. Es ist die Handschrift ihres einstigen Peinigers. Doch ist er wirklich zurück? Plötzlich spürt Anka etwas, das sie nie wieder fühlen wollte: Todesangst.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller und das Debüt von Saskia te Marveld.

Anka war früher eine4n engagierte Polizistin. Ein traumatisches Erlebnis sorgte dafür, dass sie ihren Dienst quittierte. Vor sechs Jahren wurde sie gefangen gehalten und ging durch ein Martyrium.
Jetzt bekommt sie eine mysteriöse Nachricht mit GPS Daten auf ihr Smartphone. Am Zielort trifft sie auf eine Ausstellung verschiedener Körperteile. Plötzlich fühlt sie sich zurück katapultiert in die Zeit ihrer Gefangenschaft. Anka fühlt sich verfolgt und bekommt Angst. Ihre früheren Kollegen nehmen sie nicht ernst. Fängt das Martyrium von damals wieder an?

Saskia te Marveld baut schnell Spannung auf, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht hält.
Ihre Protagonisten sind gut gezeichnet. Anka wird einen physischen und psychischen Schmerz ausgesetzt. Ich habe mit ihr gelitten.
Auch die anderen Charaktere wurden gut beschrieben und wirkten lebendig.

Der Schreibstil von Saskia te Marveld ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Über kleine inhaltliche Ungereimtheiten sehe ich bei einem Debütroman gerne hinweg.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller, den ich an zwei Abenden gelesen habe.

The Women in Suite 11

Ruth Ware
Thriller
416 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Fesselnder Thriller, trotz Abstriche zum vorherigen Band

Klappentext:
Lo Blacklock wagt einen Neuanfang: Obwohl die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff vor vielen Jahren sie noch immer begleiten, ist die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz ihre Chance endlich ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren.
Das Hotel am Ufer des Genfer Sees ist traumhaft und Lo hofft, dort ein Interview mit dem exzentrischen Hotelbesitzer Marcus Leidmann ergattern zu können. Als sie eines Nachts überraschend in sein Hotelzimmer eingeladen wird, ist Lo zwar skeptisch, doch ihre Neugier ist stärker.
Umso überraschter ist sie, als sie von einer unbekannten Frau empfangen wird, die behauptet, Marcus‘ Geliebte zu sein und sich in Lebensgefahr zu befinden. Es beginnt ein tödliches Katz und Maus-Spiel.

„The Women in Suite 11“ ist ein fesselnder Thriller von Ruth Ware.

Die Geschichte der Journalistin Lo Blacklock geht weiter. Seit ihrem traumatischen Erlebnis auf einem Kreuzfahrtschiff („The Women in Cabin 10“) sind einige Jahre vergangen.
Jetzt ist Lo Blacklock zu der Eröffnung eines Luxushotels eingeladen. Doch statt Hotelbesitzer Marcus Leidmann wird sie von seiner Geliebten Carrie empfangen. Carrie bittet Lo um Hilfe. Sie befindet sich in einer toxischen Beziehung mit dem Multimillionär und denkt, sie ist in Lebensgefahr. Lo scheint aus den Ereignissen auf dem Kreuzfahrtschiff nichts gelernt zu haben und vertraut Carrie blind. Sie schmiedet einen Plan, wie sie Carrie unbeschadet aus den Fängen von Marcus Leidmann bringen kann.

Die Geschichte fängt ganz ruhig an, steigert das Tempo im Verlauf dann aber allmählich.
Lo ist mir aus dem Thriller „The Women in Cabin 10“ schon bekannt. Sie ist vielleicht etwas leichtgläubig, vertraut immer auf das Gute im Menschen und bringt sich dadurch in Gefahr.

Ruth Ware beschreibt das Luxushotel am Genfer See sehr anschaulich. Der Luxus und das traumhafte Ambiente sind schon großartig.
Nach kurzer Zeit fängt die Geschichte auch an richtig spannend zu werden. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.
Doch das Handeln von Lo ist in dieser Geschichte nicht immer nachvollziehbar. Gerade nach dem, was ihr in „The Women in Cabin 10“ passiert ist, ist sie mir hier zu leichtgläubig.

Der Schreibstil von Ruth Ware ist wie immer fesselnd.
Doch „The Women in Suite 11“ kommt nicht ganz an „The Women in Cabin 10“ heran.