Strandopfer

Frank Goldammer
Kriminalroman
413 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Grenzübergreifende Ermittlungen

Klappentext:
Die Ermittlerin Lena Schuldt wird an die Ostseeküste beordert, ein deutscher Tourist liegt tot am Strand bei Swinemünde. Vermutet wird ein Badeunfall, doch im Mund des Toten steckt ein großer Bernstein. Kurz darauf wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, die Tochter einer Freundin des Toten. Gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk befragt sie die Freunde und Angehörigen, die in einer Villa Urlaub machen. Jeder von ihnen scheint etwas zu verbergen. Als eine weitere Leiche auftaucht, wieder mit Bernstein im Rachen – beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Strandopfer“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Frank Goldammer.
Mit diesem Band begibt sich der Autor an die Ostseeküste.
Die Ermittlungen sind grenzübergreifend zwischen Deutschland und Polen.

An der polnischen Ostseeküste wird der deutsche Tourist Joachim Hundt tot aufgefunden. Alles sieht wie ein Badeunfall aus, nur, dem Toten steckt ein Bernstein im Hals. Der Tote hat zusammen mit seiner Frau und seinem Bruder mit Ehefrau und befreundeten Familien an der Ostsee Urlaub gemacht.
Kurz darauf wird Luisa als vermisst gemeldet. Sie ist das Kind eines befreundeten Ehepaars und war angeblich zusammen mit dem Opfer Joachim Hundt an den Strand gefahren. Eine weitläufige Suchaktion beginnt.
Da einer der Urlauber in Deutschland im Innenministerium arbeitet, wird Lena Schuldt vom BKA zu den Ermittlungen geschickt.
Zusammen mit ihrem polnischen Kollegen Adam Krawczyk

Lena Schuldt ist Kriminaloberkommissarin beim BKA Berlin und kehrt für den Fall in ihre alte Heimat zurück, sie wuchs nahe der polnischen Grenze auf. Der Einsatz an der Ostsee zwingt sie, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

Adam Krawczyk, Kommissar bei der polnischen Polizei, versucht, sein jugendliches Aussehen zu kompensieren und tritt meist extrem ernst, distanziert und strikt an Regeln haltend auf. Er trägt schwer an einem persönlichen Verlust und muss lernen, der impulsiven deutschen Kollegin zu vertrauen.

Das sind die Ermittler, es sind beides keine Sympathieträger und ich musste mich erst an die Ermittler gewöhnen. Nach und nach erfährt man einiges aus dem Privatleben der Ermittler.
Adam Krawczyk war einmal mit einer deutschen Frau verheiratet, die nach einigen Jahren zurück in ihre Heimat gegangen ist.

Lena Schuldt ist in der Nähe des Ermittlungsorts, auf deutscher Seite aufgewachsen. Die Mutter hat die Familie verlassen, der Vater war Alkoholiker. Später hat sie bei den Großeltern gelebt, die aber auch nicht besonders liebevoll waren.
Lena bedient alle Klischees. Für sie sind die Polen Polacken und sie fragt sich immer wieder, ob ihr Auto auch noch auf dem Parkplatz steht, wenn sie zurückkommt. Außerdem kommt sie sich bei den Ermittlungen immer vor, als stünde sie in der 2. Reihe. Da sie kein Polnisch spricht, ist sie auf die Übersetzungen von Adam angewiesen. Aber auch hier kommt immer wieder Misstrauen auf.

Mir sind beide Ermittler nicht besonders sympathisch. Gleichzeitig denke ich aber, dass in ihnen Potenzial für mehrere Bände steckt, und ich bin gespannt, wie sich die beiden entwickeln.

Der Fall ist recht unübersichtlich. Das Mädchen ist nirgends zu finden. Im Fall des toten Joachim Hundt gibt es nur den Bernstein als Hinweis. Das Opfer hat selbst gerne Bernsteine gesammelt, in welchem Umfang, kommt erst im Laufe der Geschichte zutage.
Die Ermittler sehen sich bei den Befragungen der Urlauber einem Netz voller Lügen gegenüber, was dazu führt, dass die deutschen Urlauber verdächtig werden.

Frank Goldammer fängt die Geschichte ruhig an. Man hat Zeit, die wichtigsten Protagonisten kennenzulernen. Bei den Deutschen, die zusammen Urlaub gemacht haben, bin ich am Anfang etwas durcheinandergekommen.
Nach und nach wurde mir dann klar, wer zu wem gehörte.

Frank Goldammer lässt die Spannung dann allmählich ansteigen, bis es am Ende zu einem Showdown kommt.

Der Schreibstil von Frank Goldammer ist wie immer flüssig und gut verständlich.

Auch wenn mir die Ermittler nicht besonders sympathisch sind, ist „Strandopfer“ doch ein vielversprechender Auftakt der neuen Krimireihe.

Im freien Fall

Urs Zingg
Kriminalroman
394 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Urs Zingg für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit psychologiescher Tiefe

Klappentext:
Colin Mackenzie, Ex-Polizist, arbeitet im Sicherheitsdienst eines Kernkraftwerks an der Küste Cornwalls. Mit Laura an seiner Seite glaubt er, endlich zur Ruhe zu kommen – und die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen zu können.
Doch dann kommt ihre Tochter tot zur Welt.
Ein Flugzeug stürzt ab.
Und Laura verschwindet spurlos in den Highlands.
Was wie eine Reihe tragischer Zufälle wirkt, erweist sich als Beginn eines freien Falls. Colin bleibt nur eins: kämpfen, um Laura, um die Wahrheit und gegen eine Macht, die nicht zulässt, dass jemand ihre Verstrickungen ans Licht bringt.

„Im freien Fall“ ist ein neuer Colin-Mackenzie-Krimi von Urs Zingg.
Im Mittelpunkt steht Colin Mackenzie.
Colin ist eigentlich ein ehemaliger Polizist. Er hat den gefährlichen Polizeidienst aufgegeben und sucht in Cornwall als Sicherheitsmitarbeiter Ruhe und einen Neuanfang.
Laura Mackenzie möchte gemeinsam mit ihrem Mann Colin ein ruhiges Leben führen, bis die Schatten der Vergangenheit sie einholen. Sie ist der emotionale Ankerpunkt für Colin, doch ihre Rolle wandelt sich im Laufe der Geschichte von der Gefährtin zur zentralen Figur eines rätselhaften Verschwindens.
Die Tochter von Colin und Laura kommt tot zur Welt. Seither ist Laura gebrochen und kämpft mit psychischen Problemen. Eines Tages ist Laura verschwunden.
Collin tut alles Menschenmögliche, um Laura zu finden.

Die Charaktere sind interessant und lebendig. Colin ist keine strahlende Heldenfigur. Er wird von seinen Dämonen geplagt, die ihn wieder eingeholt haben.
Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet und haben Tiefe.

Der Handlungsort ist zu Beginn Cornwall.
Später verlagert sich die Handlung in den Norden Schottlands, wo Colins Frau Laura spurlos verschwindet.
Die Handlungsorte werden anschaulich und atmosphärisch beschrieben.

Urs Zingg schreibt schnörkellos und präzise. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.
Die Spannung wird nicht durch billige Cliffhanger, sondern durch die schrittweise Enthüllung psychologischer Wahrheiten erzeugt.
Der Autor nutzt die Schauplätze nicht nur als Kulisse. Die Umgebung spiegelt oft den inneren Zustand der Charaktere wider, die Weite der Landschaft kontrastiert mit der Enge des moralischen Dilemmas.

„Im freien Fall“ ist kein blutrünstiger Krimi, sondern ein spannender Kriminalroman mit viel psychologischer Tiefe.
Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Bredouille

Martin Walker
Kriminalroman
368 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Michael Windgassen
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Guter Kriminalroman der sich von Mainstream abgrenzt

Klappentext:
An einem malerischen Aussichtspunkt über dem Vézère-Tal findet Bruno die Leiche von Monique, einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auf dem Beifahrersitz drei Abschiedsbriefe, der Fall scheint klar. Doch Bruno wird ein ungutes Gefühl nicht los. Gleichzeitig verbreiten sich in Saint-Denis heimtückische Gerüchte, und schon bald steht sein Posten auf dem Spiel. Trotz allem bleibt Bruno Bruno. Er lässt sich ein köstliches Essen in prickelnder weiblicher Gesellschaft nicht entgehen und macht sich daran herauszufinden, was wirklich mit Monique passiert ist.

„Bredouille“ ist der 18. Band der Reihe Bruno Chef De Police von Martin Walker.

Die erfolgreiche Geschäftsfrau Monique hat offensichtlich Selbstmord begangen. Sie wird in ihrem Auto gefunden, ein Abschiedsbrief auf dem Beifahrersitz. Für Bruno sieht das alles nicht so offensichtlich aus. Für ihn ergeben sich einige Fragen, warum hat Monique sich in ihrem Auto umgebracht? Warum auf einem Parkplatz? Dafür spricht, dass Monique erst kürzlich eine Fehlgeburt hatte und wahrscheinlich ihren Kinderwunsch begraben muss. Aber hat sie sich deshalb das Leben genommen?
Bruno hat Zweifel und muss dem nachgehen.

Dazu kommt noch, dass der Neffe eines Generals, ein junger Rekrut der Polizeiakademie, ins schlechte Licht gerückt ist. Das gilt es mit Vorsicht und Diplomatie zu untersuchen.

Bruno ist Chef De Police und ein interessanter Charakter. Ich habe ihn im Laufe der Reihe zu schätzen gelernt. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe und löst seine Fälle immer mit Engagement und Intelligenz. Nebenbei ist er ein begnadeter Koch und es gibt in den Geschichten immer reichlich zu essen.
Um besser Nachdenken zu können, macht er gerne lange Spaziergänge, neben ihm sein Basset. Oder auch mal zwei Bassets und Laura, das Frauchen des anderen Hundes.
Da ist aber immer noch Florence, die fast Ehefrau von Bruno.

Bruno sitzt bei seinen Ermittlungen und auch privat zwischen zwei Stühlen, eine echte Bredouille.

Martin Walker hat hier wieder eine interessante und spannende Geschichte verfasst.
Die Leser*innen können sich auf Spannung, viel Lokalkolorit und gutes Essen freuen.

Martin Walker hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.
Seine Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

„Bredouille“ ist wieder ein spannender und authentischer Kriminalroman von Martin Walker.

Dunkelzeichen

Corry Fock
Kriminalroman
462 Seiten
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Abschluss einer spannenden Trilogie

Klappentext:
London, 1997. Schwarze Umschläge. Todesdrohungen. Mittelalterliche Hinrichtungsszenen. Du bist schuldig. Mila Sullivan weiß nicht, warum jemand sie leiden sehen will. In Wales hofft sie, ihre beiden Welten zu vereinen: ein Open-Air-Ballett an der rauen Küste und eine zweite Chance mit Gawain. Doch hier eskaliert die Gewalt. Polizistin Sybil Benson ermittelt fieberhaft: Wer ist der Drohbriefschreiber? Die Antwort liegt begraben in Ostpreußen, im Jahr 1944, in der Nacht, als Milas Großmutter spurlos verschwand und ihr Vater seine Seele verlor. Manche Schuld vererbt sich über Generationen. Und manche Schatten sind bereit zu töten. Ein Roman über die dunklen Zeichen der Vergangenheit und ihre tödliche Macht über die Gegenwart.
„Dunkelzeichen“ ist der 3. und letzte Band der Dunkel-Trilogie von Corry Fock.

Schon die ersten beiden Bände haben mir gut gefallen und ich war sehr auf das Ende der Trilogie gespannt.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. In der Gegenwart begleiten die Leser*innen die Balletttänzerin Mila Sullivan. Sie hat keinen leichten Stand, ständig ist sie den Querelen des Choreografen ausgesetzt. Er übt einen schrecklichen Druck auf die Tänzer*innen aus. Mila bekommt Drohbriefe. Es sind schwarze Umschläge, in denen immer wieder eine Morddrohung steckt. Mila schaltet die Polizistin Sybil Benson ein.

Privat ist sie mit Gawain zusammen. Auch er ist ein schwieriger Charakter. Als Leser*in erwartet man immer einen Wutausbruch von Gawain, so sehr steht er unter Druck und wird von seiner Vergangenheit eingeholt.

Im 2. Handlungsstrang geht es zurück in das Jahr 1944 nach Ostpreußen. Hier liegt der Ursprung der Drohbriefe. Die Leser*innen werden mitten in die letzten Monate des 2. Weltkriegs gespült. Hier ist in einer Nacht die Großmutter von Mila verschwunden.

Corry Fock hat interessanten Charakteren das Leben geschenkt. Nach Band 1 und 2 denkt man, die Protagonisten zu kennen. Doch im Abschlussband erfährt man noch einmal Neues von den Personen. Sie bekommen noch mehr Tiefe, werden verletzbarer.
Mit Mila habe ich oft gelitten. Ich hätte sie manchmal gerne in den Arm genommen.

Corry Fock hat einen atmosphärischen Schreibstil. Über die 3 Bände hat die Autorin immer wieder Wendungen eingebaut. Sie hält viele Fäden in der Hand, verliert aber im Laufe der Trilogie keinen davon. Nach und nach führt Corry Fock die einzelnen Fäden geschickt zusammen.

Mich hat die Geschichte vom ersten Band an gepackt. Der 3. Band hat allem die Krone aufgesetzt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend war es.

„Dunkelzeichen“ ist ein gelungener und überraschender Abschluss. Mir fällt es schwer, die Charaktere zu verlassen.

Ich kann allen Krimifans diese Trilogie nur ans Herz legen und empfehlen, wirklich mit dem 1. Band zu beginnen.

1. Band Dunkelwende
2. Band Dunkelträume
3. Band Dunkelzeichen

Madame le Commissaire und die tödliche Rallye

Pierre Martin
Kriminalroman
370 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Roadtrip durch die Provence

Klappentext.
Madame le Commissaire Isabelle Bonnet hat eine heimliche Leidenschaft: Sie begeistert sich für Motoren. Das weiß auch ihr Chef und macht sie kurzerhand zur Personenschützerin für die Frau eines Ministers. Denn die will an einer Oldtimer-Rallye teilnehmen, obwohl sie eine Morddrohung erhalten hat. Der Mut der Frau gefällt Isabelle. Dass sie selbst auf dem Beifahrersitz Platz nehmen soll, findet sie dagegen weniger erfreulich, auch wenn es durch die schönsten Orte der Provence gehen wird.
Am mythischen Mont Ventoux wird es zum ersten Mal gefährlich: Die steile Straße eignet sich perfekt für einen Anschlag. Zwar kann Isabelle ihrer Schutzbefohlenen das Leben retten, doch ein anderer Fahrer hat nicht so viel Glück. Eine Verwechslung? Oder hat es mehr als ein Täter auf die Rallye-Teilnehmer abgesehen?

„Madame le Commissaire und die tödliche Rallye“ ist bereits der 13. Band der Reihe „Ein Fall für Isabelle Bonnet“ von Pierre Martin.

Isabelle Bonnet war ehemals Leiterin einer geheimen Antiterroreinheit. Nach einigen dramatischen Ereignissen leitet sie heute ein kleines Kommissariat im beschaulichen Fragolin.
Unterstellt ist sie allerdings nur dem Polizeichef und der beauftragt sie gerne mit komplizierten Specialfällen.
Isabelle Bonnet ist eigentlich eine nette Frau, aber sie kann auch knallhart sein.

Der Mitarbeiter von Isabelle ist Apollinaire. Er schätzt Isabelle sehr.
Er trägt gerne Uniform und ist mit Blaulicht unterwegs. Kennt viele Zitate aus Büchern, die er gerne heranzieht.
Manchmal hat man allerdings den Eindruck, er steht etwas auf dem Schlauch, aber letztlich zieht er meist die richtigen Schlüsse.

In diesem Band soll Isabelle als verdeckte Personenschützerin an einer Oldtimer-Rallye durch die Provence teilnehmen.
Isabelle liebt Oldtimer und schnelle Autos, leider muss sie bei der Rallye auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Die zu schützende Person ist die Frau des Kulturministers. Auf sie wurde bei ihrer morgendlichen Joggingrunde geschossen.

Pierre Martin setzt wie gewohnt seine Charaktere gekonnt ein. Mir sind Isabelle Bonnet und Appolinaire ja schon lange bekannt und beide sind sehr sympathisch. Appolinaire bringt mich mit seinen Ideen immer wieder zum Staunen und zum Schmunzeln. Die beiden arbeiten aber sehr gut zusammen. Isabelle weiß, sie kann sich immer auf Appolinaire verlassen.
Während der Rallye muss Apolinaire im Kommissariat bleiben. Dort wird er mit Recherchearbeiten beauftragt.

Die Rallye geht durch die Provence, mit Stopps in kleinen Orten und an Sehenswürdigkeiten.
Somit beginnt die Geschichte ruhig und beschaulich. Erst nach der Hälfte der Rallye kommt eine Teilnehmerin ums Leben. Vergiftet! Für Isabelle stellt sich die Frage, sollte der Giftanschlag ihrer Klientin gegolten haben und es war eine Verwechslung.
Ab diesem Punkt setzt die Spannung ein. Das Böse kann überall lauern. Zu dem Personenschutz kommt noch eine Mordermittlung dazu, die Isabelle nicht ruhen lässt.

Auch in Isabelles Privatleben tut sich wieder etwas. Ihr gegenwärtiger Freund, der Schauspieler Morgan Dumas erholt sich gerade von einer Herzoperation. Ihr Freund Rouven hat sich auf seine Yacht zurückgezogen und betrauert den Tod seiner Verlobten. Bei einem Bombenanschlag auf seinen Privatjet sind sie und die Besatzung ums Leben gekommen.

Wie gewohnt setzt der Autor seinen Humor intelligent ein. Man muss schon manchmal richtig Schmunzeln.
Der Schreibstil von Pierre Martin ist flüssig und leicht verständlich. Die französischen Worte oder Sätze machen die Geschichte authentisch.
Mit entsprechender Beschreibung der Handlungsorte und der Kulinarik verdeutlicht der Autor das französische Lebensgefühl.

Auch der 13. Band der Madame le Commissaire Reihe war wieder ein großes Lesevergnügen und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Tödliche Nachlese

Matthias Melich
Kriminalroman
311 Seiten
erschienen bei der tredition GmbH
3 von 5 Sternen

Konnte mich nicht überzeugen

Klappentext:
An einem kalten und nassen Novembermorgen liegt vor der Pfarrkirche des beschaulichen Weinortes Malsch eine mit Nadeln durchsiebte Puppe. Ist der schaurige Fund ein Überbleibsel der feuchtfröhlichen Karnevalseröffnung, die am Abend zuvor im Pfarrheim stattfand, oder steckt mehr dahinter? Gibt es in Malsch vielleicht Anhänger eines dunklen Voodoo-Kults, die nachts schwarze Messen rund um die Pfarrkirche zelebrieren? Oder hat die Puppe mit einer Mordserie zu tun, die die friedliche Wallfahrtsgemeinde im Kraichgau vor Jahren bis ins Mark erschütterte? Tobias Stetten ist sich anfangs sicher, dass dem grausigen Fund keine tiefere Bedeutung zukommt. Doch als ein Freund bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt und Tobias urplötzlich den heißen Atem eines rätselhaften Verfolgers im Nacken spürt, der den Familienvater sogar beim Golfen bedroht, wird Tobias klar, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt.

„Tödliche Nachlese“ ist ein Kriminalroman von Matthias Melich.

Vor der Kirche, in dem kleinen Weinort Malsch wird eine Puppe gefunden in der Nadeln steckten, wie bei einer Voodoo-Puppe.
Die Messnerin Frau Seefeld war völlig außer sich, sie hat die Puppe genau an der Stelle gefunden, an der sie vor vier Jahren die Leiche einer Frau gefunden hatte. Dieser Fall hat damals die Gemeinde erschüttert. Tobias Stetten der damals als Hobbyermittler mit in den Fall involviert war lässt die Puppe nicht los. Als dann auch noch ein Freund bei einem Autounfall ums Leben kommt, ist er sich sicher, der Täter von damals, der bei der Fahndung ums Leben kam soll gerächt werden.
Sein Freund Domonik, der bei der Polizei arbeitet glaubt am Anfang nicht, dass die Puoppe etwas mit dem alten Fall zu tun hat.

Die Geschichte wird aus Sicht von Tobias und aus Sicht von Dominik erzählt.
Tobias denkt viel über die Geschehnisse nach, dabei drehen sich seine Gedanken im Kreis. Nachts träumt er oft über das zuvor nachgedachte. Tobias spricht dann auch über seine Gedanken mit seinem Freund Dominik und auch der denkt über das Gesprochenen nach. So reitet man lange auf der Stelle. Man steckt in immer wiederkehrende Wiederholungen. Das hat meinen Lesefluss sehr beeinträchtigt.
Auch die Spannung kam nicht richtig auf.

Ich bin den Charakteren nicht nähergekommen, konnte mich nicht in sie hineindenken.

Matthias Melich hat bestimmt viel Herzblut in seine Geschichte gesteckt. Leider konnte er mich damit nicht erreichen. Ich bin mir aber sicher, dass es Leser*innen gibt denen die Geschichte gut gefällt.

Die dunkle Seite der Schokolade

Dina Casparis
Kriminalroman
391 Seiten
erschienen im Emons Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Welt der Schokolade

Klappentext:
Serafine Montalin nimmt einen Job als interne Ermittlerin im Schokoladenkonzern CacaoBest an, mit einem heimlichen Ziel: Sie will den Jahre zurückliegenden angeblichen Unfalltod ihres Vaters aufklären. Doch weitere verdächtige Machenschaften und der erbitterte Übernahmekampf um die Schokoladenfabrik Grison werden Serafine zum Verhängnis. Sie gerät zwischen die Fronten und stößt auf ein düsteres Kapitel in der Vergangenheit eines Schweizer Schokoladenherstellers, das sie selbst in den Abgrund reißen könnte.

„Die dunkle Seite der Schokolade“ ist ein Kriminalroman von Dina Casparis.

Im Mittelpunkt steht Serafine Montalin. Sie ist Lebensmittelchemikerin und Juristin und bekommt eine Stelle als interne Ermittlerin in einem großen Schokoladenkonzern. Allerdings hat sie einen Hintergedanken, sie möchte den einige Jahre zurückliegenden Unfalltod ihres Vaters aufklären.

Schon im Prolog stoßen die Leser*innen auf eine Leiche. Danach geht die Geschichte erst einmal in einem ruhigen Tempo weiter. Man hat Zeit, sich mit den Charakteren vertraut zu machen.

Dina Casparis hat für ihre Geschichte interessante Charaktere zum Leben erweckt. Besonders gerne mochte ich Serafine, die dem Unfalltod ihres Vaters nachgehen möchte. Doch bald schon lernt sie die dunkle Seite der Schokolade kennen, denn sie stößt auf Dinge, die in der Schokoladenindustrie geheim gehalten werden.

Zu Beginn steht nicht unbedingt der Krimiteil im Vordergrund, erst in der 2. Hälfte nimmt der Kriminalfall Fahrt auf und wird spannend.
Dafür hat Dina Casparis sehr viel Wissen über die Welt der Schokolade in die Geschichte eingeflochten. Man spürt, dass der Autorin von ihren Vorfahren her Schokolade im Blut liegt.
Ich fand diesen Teil der Geschichte interessant, mir ist beim Lesen das Wasser im Mund zusammengelaufen. Natürlich habe ich beim Lesen auch das eine oder andere Stück Schokolade genascht.

Dina Casparis verknüpft in dieser Geschichte einen Kriminalfall mit der Welt der Schokolade. Es geht um Geheimnisse und Machtkämpfe.
Dina Casparis‘ Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Die interessante wie auch spannende Geschichte wird immer wieder durch etwas gut pointierten Humor aufgelockert.

„Die dunkle Seite der Schokolade“ ist ein Kriminalroman, der Spannung und gute Unterhaltung bietet. Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Mordspiel

Ines Balkow
Horror
354 Seiten
erschienen bei ‎ Independently published
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ines Balkow für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Cosy-Crime

Klappentext:
Ein harmloser Fotoauftrag beim örtlichen Fußballverein? Von wegen! Der junge Star des Teams fällt mitten im Spiel tot um. Plötzlich stehen geheimnisvolle Affären und Dopingverdacht im Raum. Als kurz darauf ein weiterer Spieler unter mysteriösen Umständen stirbt, ist klar: Ein Mörder geht um.
Mit viel Spürsinn, jeder Menge Witz und einem Hauch Chaos stürzen sich Giulietta und ihr bunt zusammengewürfeltes Team in den Fall. Werden sie den Mörder stellen?

„Mordspiel“ ist der 2. Band der Reihe „Giulietta ermittelt“ von Ines Balkow.

Giulietta ist Fotografin, bei einem ihrer letzten Aufträge bei einer Vernissage ist sie zur Hobbyermittlerin geworden.
Heute ist sie beim örtlichen Fußballverein, um Fotos der Spieler zu machen. Doch einer der Spieler fällt plötzlich tot um. Es steht ein Verdacht auf Dopping im Raum. Doch als ein zweiter Spieler stirbt, ist Giulietta klar, ein Mörder geht um.
Schnell ist Giuliettas Spürsinn geweckt. Unterstützung bei ihren Nachforschungen bekommt sie vom Chefredakteur Siedelmeyer, von ihrer besten Freundin Chiara und natürlich ist auch der mürrische Hauptkommissar Trotten an den Ermittlungen beteiligt.

Ines Balkow hat für ihre Krimireihe tolle Charaktere entwickelt. Giulietta gefällt mir sehr gut und ich finde es amüsant, wie sie wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Bei ihrer Spurensuche wird sie von ihrem Chefredakteur Siedelmeyer unterstützt.
Die beiden waren mir recht sympathisch, auch wenn es bei Siedelmeyer etwas länger gedauert hat. Guilietta ist ein bisschen chaotisch, kann aber schnell Schlüsse ziehen. Auch ihre Freundin Chiara unterstützt sie bei den Ermittlungen.

Ines Balkow baut mit dem Tod des Spielers schnell Spannung auf. Nach dem 2. Spieler, der ums Leben kommt, ist den Leser*innen klar, dass geht nicht mit rechten Dingen zu.
Das Rätselraten, wer der Täter ist, beginnt.
Ich hatte das Gefühl, Hauptkommissar Trotten würde lieber allein ermitteln. Er ist ein wenig mürrisch, hat mich aber oft zum Schmunzeln gebracht.

Der Schreibstil von Ines Balkow ist flüssig und gut verständlich. Mit ihrem Humor lockert sie die Geschichte immer wieder auf.

„Mordspiel“ ist ein spannender und humorvoller Krimi aus dem Fußballmilieu. Man muss allerdings kein Fußballfan sein, um den Krimi zu genießen.

Stille Wasser

Pia Wala
Kriminalroman
250 Seiten
erschienen im Verlag Federfrei
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Pia Wala für das Rezensionsexemplar

Spannender Kriminalroman

Klappentext:
Endlich Frühling – doch die Idylle trügt. Anna Wagner freut sich auf einen ruhigen Reha-Aufenthalt im Waldviertel. Sie genießt ihre neue Beziehung und das beschauliche Leben in Gars am Kamp. Doch dann stolpert sie am Flussufer über die Leiche einer jungen Frau und plötzlich ist von Ruhe keine Rede mehr. Als kurz darauf ein weiteres Opfer auftaucht, wird klar: Jemand tötet gezielt und hat nicht vor, bald damit aufzuhören. Anna beginnt zu ermitteln und stößt auf ein düsteres Familiengeheimnis, das tief in tragische Kindheitserinnerungen reicht. Schon bald steckt die junge Bäckerin in ihrem bisher persönlichsten Fall, der nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Liebe bedroht.

„Stille Wasser“ ist der 3. Band der Anna Wagner Reihe von Pia Wala.
Die vorherigen beiden Bände kenne ich nicht, was aber auch nicht unbedingt nötig ist. Pia Wala holt ihre Leser*innen ab und versorgt sie mit den wichtigsten Informationen.

Anna Wagner genießt ihre Reha in Gars am Kamp. Dazu noch das herrliche Frühlingswetter und die Ruhe, was kann schöner sein.
Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als Anna förmlich über eine Leiche stolpert.
Leider bleibt es nicht bei einem Opfer. Anna fängt an, Ermittlungen anzustellen, und gräbt ein Familiengeheimnis aus.

Pia Wala hat großartige Charaktere erschaffen und lässt sie auch richtig lebendig wirken.
Anna Wagner gefällt mir besonders gut. Sie ist neugierig und hinterfragt die Dinge, dabei kann sie ernst und aufmerksam sein, aber Anna besitzt auch Humor.

Das Setting strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus. Ich konnte mir den Kurort Gars am Kamp gut vorstellen. Doch mit dem Fund der Leiche schlägt die Stimmung schnell um. Ein Mörder treibt sein Unwesen in dem kleinen Ort. Ein Grund für Anna, sich mit dem Umfeld des Opfers zu beschäftigen.

Pia Wala kann aus dem Stegreif Spannung erzeugen. So wird eine anfangs ruhige Geschichte plötzlich zu einem temporeichen Krimi.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt und ich wollte nicht mehr aufhören zu lesen.
Mit eingebauten Wendungen hält die Autorin die Spannung bis zum Ende aufrecht.

„Stille Wasser“ ist ein spannender Krimi, den ich an einem Stück verschlungen habe.

Vermisst – Der Fall Lucas

Christine Brand
Kriminalroman
538 Seiten
erschienen bei Blanvalet
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Cold Case Reihe

Klappentext:
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden, er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt, bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird.

„Vermisst – Der Fall Lucas“ ist der 3. Band mit der sympathischen Privatdetektivin Malou Löwenberg von Christine Brand.

Die Ermittlerin Malou Löwenberg ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ihr Verhalten manchmal merkwürdig ist.
Ihre Vespa hört auf den Namen Bruna. Malou geht in ihrer Freizeit zu Beerdigungen von Verstorbenen, die sie gar nicht kannte und die keine Angehörigen mehr haben. Malou wurde als Baby in einem Korb vor die Tür eines Bestatters gestellt. Bis heute weiß sie nicht, wer ihre Eltern sind.

In diesem Band soll Malou den Bruder einer todkranken Frau finden. Im Sterbebett liegend äußert Lana den Wunsch, ihren Bruder Lucas noch einmal vor ihrem Tode sehen zu wollen.
Doch Lucas hält sich, seit er zwei Mädchen ermordet hat, im Verborgenen.
Für Malou ein aussichtsloser Kampf, den sie aber nicht so einfach aufgeben möchte.
Bei ihren Recherchen stellt sich Malou die Vermutung, dass nicht nur die zwei Mädchen Opfer von Lucas wurden.

Christine Brand schreibt ihre Geschichte sehr spannend. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Inspirieren lässt sich die Autorin gerne von wahren Begebenheiten.
Die Autorin spielt gekonnt mit den Emotionen der Charaktere und ihren Leser*innen.
Ihre Charaktere werden sehr lebensnah beschrieben. Ich habe Malou gerne bei ihrer Suche nach Lucas begleitet.

Christine Brand erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo, doch die Puzzleteile fügen sich nur langsam zusammen.
Die Autorin hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Manchmal kam ich kaum zum Luftholen, so hat mich die Story gepackt.

„Vermisst-Der Fall Lucas“ ist ein sehr spannender Kriminalroman und ich freue mich auf weitere Fälle mit Malou Löwenberg.