Sturmmeer

Stina Westerkamp
Thriller
328 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung pur

Klappentext:
Ella schwebt im siebten Himmel. Seit Kurzen ist sie mit Jan zusammen, mit ihm kann sie sich sogar ein gemeinsames Leben vorstellen. Als er sie zu einem romantischen Ausflug auf einem Segelboot einlädt, ist sie sich sicher, dass ihre Beziehung nun das nächste Level erreichen wird.
Doch kurz nach einem gemeinsamen Picknick an Deck verschwindet Jan spurlos.
Ella bangt um sein Leben, während das Boot immer weiter aufs stürmische Meer hinaustreibt. Dann bekommt sie eine Drohnachricht. Offensichtlich wurde sie entführt. Aber warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn mit Jan sind auch Ellas lebenswichtige Medikamente über Bord gegangen. Wie soll sie sich retten mitten auf dem Ozean?

„Sturmmeer“ ist ein packender Thriller von Stina Westerkamp.
Nachdem ich „Nachtflut“ nur so verschlungen habe, war ich auf das neue Buch schon sehr gespannt.

Was wie ein romantischer Segeltörn anmutet, endet in einer Katastrophe. Wie schon in „Nachtflut“ spielt auch hier das peitschende Meer eine große Rolle.

Ella und Jan sind mit dem Segelboot unterwegs. Es könnte nicht romantischer sein und Ella fühlt sich glücklich. Sonne, Meer und ein romantisches Picknick auf dem Boot. Ella nimmt ein Sonnenbad und nickt ein. Als sie erwacht, ist sie plötzlich allein auf dem Boot, Jan ist verschwunden und mit ihm auch alles, was Ella mit auf das Boot gebracht hat, einschließlich ihr Medikament gegen Diabetes.

Das Boot treibt in der Ostsee auf einen Sturm zu. Was wie ein Traum beginnt, endet in einem Albtraum.

Stina Westerkamp versteht es Spannung auszubauen und bis zum Ende aufrecht zu halten.
Die Atmosphäre ist zu Beginn ruhig und romantisch und schlägt mit einmal in etwas düsteres, beklemmendes um.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Bei Ella kann man die Verzweiflung und die Panik richtig spüren.

Stina Westerkamp erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Natürlich kommt Ella zu Wort aber auch ihre Schwester Vicky und ihr Vater Gregor.
Dazu gesellt sich noch Leander, ein ehemaliger Student von Gregor. Was es mit Leander auf sich hat, erfahren die Leser*innen Stück für Stück.

Im Laufe der Geschichte wird schnell klar, dass Ella entführt wurde.
Spannung wird nicht nur durch Ellas verzweifelte und gefährliche Lage auf dem Boot erzeugt, sondern auch durch die Probleme und Geheimnisse der Protagonisten. Bei dem einen sind es Schuldgefühle, bei dem anderen der Sinn nach Rache.

Stück für Stück fügt sich alles zusammen und als Leser*in hält man immer wieder vor Spannung den Atem an.

Stina Westerkamp hat einen fesselnden Schreibstil. Die kurzen Kapitel und die unterschiedlichen Perspektiven, verleiten einen immer weiterzulesen.

„Sturmmeer“ ist ein packender Thriller, den ich an 2 Abenden gelesen habe.

Dorn – Ruf der Toten: Zimmer 203

Jan Beck
Thriller
474 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Pageturner

Klappentext:
Simon Dorn, nach dem Tod seiner bisherigen »Sponsorin« Karla Hofbauer finanziell am Abgrund, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert. Was als Hilferuf beginnt, entpuppt sich als Teil eines perfiden Spiels. Als sie den Kontakt abbricht, bittet Dorn Lea Wagner, bei der Klientin nach dem Rechten zu sehen. Doch die Frau ist tot – verdurstet, und das schon mehrere Wochen zuvor. Neben der Leiche steht ein Computer, auf dem eine KI läuft, die im Namen der Toten mit Dorn kommuniziert hat. Dorn sieht eine Verbindung zu einem ungelösten Fall, bei dem ein Täter seine Opfer in seinem Beisein verdursten ließ. Lange Zeit war der Mörder untergetaucht. Ist er nun zurück? Und warum wenden sich die Toten ausgerechnet an Simon Dorn?

„Dorn – Ruf der Toten: Zimmer 203“ ist der 2. Band der „Simon Dorn und Lea Wagner Reihe“ von Jan Beck.

Kriminalpsychologe Simon Dorn hat nach zahlreichen persönlichen Schicksalsschlägen, schon vor einiger Zeit seinen Polizeidienst beendet und sich in das leerstehende Hotel Dornwald in Bad Gastein zurückgezogen. Dort setzt er heimlich seine Arbeit fort. Zimmer für Zimmer verwandelt er das Dornwald in einen Schaukasten ungelöster Mordfälle.

Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge, die langsam zusammenlaufen.

Als ihn ein Hilferuf erreicht und die bekannte Psychologin Dr. Susanne Roth um Kontaktaufnahme über Telegram bittet, ist Dorn skeptisch. Doch da er in Geldnot ist, kommt das großzügige Honorar gerade recht. Dr. Susanne Roth möchte mit Dorn über Gewalterfahrung sprechen, die sie allen Anschein gerade erfährt. Doch dann bricht der Kontakt ab. Dorn bittet Lea Wagner nach der Psychologin zu schauen.
Als die Psychologin tot aufgefunden wurde, stellt sich heraus, dass sie schon zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme, mit Dorn nicht mehr gelebt hatte. Die Psychologin war an einem Stuhl gefesselt und verdurstet. Mit im Raum ein großer Computer.

Dorn kann sich an einen alten und ungelösten Fall erinnern. Damals sind 2 Menschen auf diese Art ums Leben gekommen. Dieser Fall ist bei Dorn im Zimmer 203 beheimatet.

Gleichzeitig wird der Arzt Dr. Michael Bergmann auf seinem Heimweg entführt. Auch er wacht auf, an einem Stuhl gefesselt und muss sich einem Verhör stellen.

Lea Wagners Bruder hat ernste Probleme. Ein korrupter Polizist ist hinter ihm her und er fürchtet um sein Leben. So verängstigt hat Lea ihren Bruder noch nie gesehen. Lea bringt ihren Bruder außer Reichweite und versteckt ihn bei Dorn im Dornwald. Wer Dorn kennt, ahnt das ihm das alles andere als gelegen kommt.

Die Charaktere sind wieder sehr facettenreich.
Kriminalpsychologe Simon Dorn hat aufgehört für die Polizei zu Arbeiten und sich in einem alten stillgelegten Hotel seiner Familie verkrochen. Er hat viele Schicksalsschläge durchleben müssen. Im 1. Band wird nur angekratzt, was es damit alles auf sich hat. Auch in diesem Band erfahren die Leser*innen nicht allzu viel Neues über Dorn. Das ist wohl Stoff, der über mehrere Bände entblättert wird.
Einzig für Karla Hofbauer vom Cold Case Management war er noch beratend tätig. Jetzt ist auch sie tot, wie so viele die im Kontakt zu Simon Dorn standen. Ein Grund mehr für ihn sich im Hotel zu verkriechen.

Kriminalpolizistin Lea Wagner fühlt sich auf ihrer Dienststelle missverstanden. Warum hat sie als Frau nicht dieselben Chancen wie ein Mann? Mit ihren Alleingängen macht sie sich keine Freunde. Ihr Vorgesetzter ist nicht gerade gut auf sie zu sprechen.

Das sind die wichtigsten Charaktere, die uns in dieser Reihe begleiten werden. Ich finde Simon und Lea sind interessante und eigenwillige Charaktere. Lea scheint sehr spontan zu sein, sie handelt, ohne viel darüber nachzudenken.

Der Fall wird von Jan Beck sehr spannende erzählt. Der Autor erzeugt gleich zu Beginn mit der Entführung von Dr. Bergmann Spannung. Die Leserinnen sind bei dem Verhör des Arztes unmittelbar dabei und ahnen viel schneller als Dorn oder Lea Wagner um was es hier geht. Die Ausmaße sind aber auch den Leserinnen nicht bekannt.

Das Thema Entwicklung einer KI ist sehr aktuell und Jan Beck zeigt in diesem Thriller auf, wo so etwas hinführen kann, wenn die KI in die falschen Hände gerät. Eine KI kann nicht selbstständig zwischen gut und böse unterscheiden. Sie ist nur so gut wie ihre Programmierer.

Jan Beck beschreibt seiner Charaktere und die Handlungsorte sehr anschaulich. Vor allem das Hotel Dornwald hatte ich genau vor Augen. Das Hotel, dass langsam zu einer Ruine verkommt und dringend einige Instandhaltungsarbeiten benötigte. Dazu hat Dorn aber kein Geld.

Der Autor hält die verschiedenen Fäden fest in der Hand und führt sie langsam bis zum Ende der Geschichte zusammen, ohne einen zu verlieren.

Der Schreibstil von Jan Beck ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen.

„Dorn – Ruf der Toten: Zimmer 203“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*inne in Atem hält. Mir hat der 2. Band noch besser gefallen als der 1. Band.

Die Löwin vom Tafelberg

Inès Keerl
Historischer Roman
445 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Historischer Roman mit vielen realen Persönlichkeiten

Klappentext:
1662: Um einer Zwangsheirat zu entgehen, begibt sich die junge Catharina Ustings von Lübeck aus auf eine abenteuerliche Reise. Als Mann verkleidet, versteckt sie sich auf einem Schiff der Vereinigten Ostindischen Kompanie und gelangt ans Kap der Guten Hoffnung. Doch in der brutalen Männerwelt der ersten Siedlungsjahre Kapstadts muss sie ihren Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung fortsetzen, an der Seite starker Frauen wie Krotoa, die als Urmutter Südafrikas und Begründerin der Sprache Afrikaans gilt, aber auch getragen von der Liebe.

„Die Löwin vom Tafelberg-Catharina Ustings kühner Weg in die Freiheit“ von Inès Keerl, ist der 1. Band der Reihe Catharina Ustings.
Nachdem ich den 2. Band „Die Frauen vom Tafelberg“ schon gelesen habe, musste ich unbedingt wissen, wie alles begann.

Catharina Ustings war mir, da ich ja den 2. Band schon gelesen habe bekannt. Catharina flieht in diesem Band vor eine Zwangsheirat. Sie begibt sich heimlich, als Mann verkleidet auf ein Schiff und kommt am Kap der Guten Hoffnung an. Doch auch hier landet Catharina in einer Männerwelt. Sie lernt Krota kennen, eine starke Frau, die als Urmutter Südafrikas gilt. Mit Krota an der Seite kämpft Catharina für ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung.

Catharina Ustings hat mir auf Anhieb gefallen. Sie ist eine mutige und starke Frau, die nichts anderes will als ihr Recht auf Selbstbestimmung. Ein fast unmöglicher Wunsch in dieser von Männern beherrschten Zeit. So grenzt das, was Catharina erleben muss, schon an Brutalität.
Krotoa, ist eine südafrikanische Ureinwohnerin und die Begründerin der Sprache Afrikaans. Ich finde Krotoa bereichert die Geschichte sehr. Ich bin froh, dass ich diese Frau kennenlernen durfte.

Inès Keerl beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich. Vor allem die ersten Siedlungsjahre Südafrikas, fand ich interessant.

Die Charaktere, die zum großen Teil historisch belegt sind, werden authentisch durch die Geschichte geführt.
Die fiktiven Personen sind gekonnt in die Geschichte integriert.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten kaum noch aus der Hand legen.

Inès Keerl webt in dieser Geschichte Realität und Fiktion so fein zusammen, dass ein großes Ganzes entsteht, was nicht mehr zu trennen ist.

„Die Löwin vom Tafelberg-Catharina Ustings kühner Weg in die Freiheit“
ist die Art von historischem Roman, die ich besonders liebe. Ich habe die Geschichte mit großer Freude gelesen und werde sie bestimmt lange im Gedächtnis behalten.

Chasing our forever

Sofia Kus
Roman
436 Seiten
erschienen bei heartlines
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an heartlines für das Rezensionsexemplar

Wenn Liebe und Religion nicht kompatibel sind

Klappentext:
Riley und Zayn kennen sich nur flüchtig, als sie eines Abends ein Gespräch führen, das die ganze Nacht anhält. Die immer tiefer werdenden Gefühle füreinander verändern nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ihr gesamtes Leben. Zayn respektiert als pakistanischer Moslem die Traditionen seiner Familie und weiß, dass die Regeln der westlich erzogenen Riley allem widersprechen, was ihm beigebracht wurde. Obwohl Riley mit Schatten kämpft, die manchmal größer sind als sie selbst, ist sie stark, sieht direkt in Zayns Herz und glaubt an eine gemeinsame Zukunft. Bis sie von Zayns Geheimnis erfährt, das er mit aller Macht für sich behalten wollte.

„Chasing our forever“ von Sofia Kus, ist ein True-Fiction-Roman und gehört zu der Reihe Based on a true Story, die bei heartlines veröffentlicht wird.
Diese Geschichte basiert auf der Liebesgeschichte von Roxanne und Abdul. Roxanne ist mir von ihrem PostCast Roxys PodCast bekannt und somit war ich auf diese Geschichte sehr gespannt.

Die Charaktere Riley und Zayn waren mir auch schnell sympathisch. Die religiösen und kulturellen Unterschiede der beiden Personen wurden in der Geschichte auch gut vermittelt.
Riley studiert und lebt bei ihren Eltern. Sie leidet unter psychischen Problemen wie Verlustängste und Panikattacken. Die hat sie zurzeit im Griff. Dabei hat ihr, der PodCast, zu dem sie ihr Vater ermutigt hat, geholfen. Mittlerweile ist Rileys PodCast recht erfolgreich und sie bekommt immer wieder Anfragen für Interviews und Moderationen (wie auch Roxy im echten Leben).
Über Religion hat Riley sich noch nie viel Gedanken gemacht.

Auch Zayn lebt bei seinen Eltern. Er ist in Deutschland geboren, seine Wurzeln liegen in Pakistan. Seine Eltern achten sehr auf die heimische Kultur und auf die Religion. Auch Zayn ist gläubiger Moslem und hält sich an die Regeln, wie kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken. Das Freitagsgebet besucht Zayn aber nicht so regelmäßig, zum Verdruss seines Vaters.

Riley und Zayn kennen sich schon länger aus dem Freundeskreis. Mehr als ein paar Worte haben sie allerdings noch nicht gewechselt.
Als Riley eines abends in sein Taxi steigt, fühlen sich beide magisch angezogen. Sie unterhalten sich fast die ganze Nacht.
So beginnt ihre engere Beziehung und so soll es auch lange bleiben. Gestohlene Abende im Auto oder auf einer Lichtung im Wald. Zayns Eltern dürfen nichts von Riley erfahren. Sie ist keine Pakistani und keine Muslima.
Riley hat Verständnis dafür will Zayn Zeit geben, obwohl das Versteckspielen nicht so ihr Ding ist. Doch als sie das Geheimnis von Zayn erfährt, droht die Beziehung zu zerbrechen.

Sofia Kus bring auch den Leser*innen, die sich mit der Religion des Islams nicht auskennen, diese näher. Mit der Zeit habe ich die Kultur und die Religion von Zayn gut verstanden. Was für uns aussieht, wie Fesseln, die man schnellstmöglich ablegen möchte, hat für andere Menschen einen hohen Stellenwert und gibt diesen Halt. Gerade wenn sie sich in einem fremden Land befinden, ist es ein Stück Heimat.
Auch die Zerrissenheit von Zayn wurde mir beim Lesen gut vermittelt. Als Kind, egal wie alt man ist, verlässt man nicht einfach das Elternhaus. Erst mit der Hochzeit kann man ein eigenständiges Leben führen. Auch spielt der Respekt vor den Eltern eine große Rolle.

Bei Riley hat mir ihr großes Verständnis gefallen. Den wie im Buch oft erwähnt, Liebe sollte keinen Halt vor Religion oder Hautfarbe machen. Wir sind doch alles Menschen.

Sofia Kus erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Ich war schnell gefangen und wollte das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Die Autorin vermittelt die Gefühle und das damit Verbundene Gefühlschaos ihrer Charaktere sehr gut.
Das einzig negative, was ich zu Sofia Kus Schreibstil sagen kann, ist, der Zeitraum in der die Geschichte spielt ist eher kurzgehalten. Das geht wird den vielen Jahren von Roxys und Abduls Geschichte nicht gerecht.
Auch die sich immer wieder sich wiederholenden Beschreibungen von Zayn und Riley wurden mir manchmal etwas zu viel.
Das ist allerdings meine rein persönliche Ansicht.

Für mich war „Chasing our forever“ eine wundervolle Liebesgeschichte, die mich manchmal zum Nachdenken angeregt hat.

Die Farm der Mädchen

Hans Rosenfeldt
Thriller
492 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg und Maike Barth
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend

Klappentext:
sind hochschwanger, die Verfolger ihnen dicht auf den Fersen.
Kurz darauf wird Polizistin Hannah Wester mit einem neuen Fall konfrontiert: Im Unterholz hat man ein totes Baby entdeckt, die Mutter ist verschwunden.
Hannah, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat und gerade erst im Dienst zurück ist, stürzt sich mit aller Energie in die Ermittlungen. Und sie stößt auf einen Fall, der über alles hinausgeht, was sie sich je hätte vorstellen können.

„Die Farm der Mädchen“ ist ein spannender Thriller von Hans Rosenfeldt. Ich habe schon einiges von dem Autor gelesen und war auf dieses Buch schon sehr gespannt.

Hannah Wester ist Polizistin und hat nach einer Auszeit gerade wieder ihren Dienst aufgenommen.
Gleich bekommt sie es mit einem schweren Fall zu tun. Ein totes Baby wird im Wald gefunden, von der Mutter erst einmal keine Spur.
In diesem Fall muss Hannah über sich selbst hinauswachsen.‘

Hans Rosenfeldt baut sehr schnell Spannung auf und hält diese auch über das gesamte Buch aufrecht.
Obwohl die Leserinnen bald mehr wissen als die Ermittler und die Zusammenhänge früher erkennen bleibt es spannend. Das ganze Ausmaß lernen auch die Leserinnen erst viel später kennen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Polizistin Hannah Wester trägt so einige Probleme mit sich herum, die die Leser*innen im Laufe der Geschichte erfahren. Hannah hat ihren Mann verloren und deshalb eine Auszeit genommen. Vor Jahren hatte Hannah auch ihre Tochter verloren. Welch schweres Schicksal.
Ihr Vater ist dement und kommt oft sehr böse rüber. Das macht Hannahs Leben auch nicht gerade leichter.
So stürzt sie sich in diesen Fall, der sie von ihren eigenen Sorgen ablenkt.
Aber auch die anderen Charaktere sind facettenreich und interessant.

Wie immer beschreibt der Autor die Handlungsorte sehr anschaulich und atmosphärisch.

Der Schreibstil von Hans Rosenfeldt wist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Die Farm der Mädchen“ ist wieder ein sehr spannender Thriller. Ich habe die knapp 500 Seiten an 2 Abenden gelesen.

Welengrab

Stefan Ahnhem
Kriminalroman
622 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Katrin Frey
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Krimi mit reichlich Spannung

Klappentext:
n einem Spätsommerabend versinkt die Küste Schwedens plötzlich in völliger Dunkelheit. Kommissar Fabian Risk erlebt den Blackout von seinem Segelboot aus, gemeinsam mit seiner Tochter Matilda.

Zurück in Helsingborg werden Fabian Risk und seine Kollegen mit einer Reihe scheinbar unerklärlicher Fälle konfrontiert, die auf den rätselhaften Stromausfall folgen. Zeugen verhalten sich seltsam, und nichts will zusammenpassen.

Mitten in diesem Chaos meldet sich auch eine frühere Freundin von Fabian, ihre Tochter ist verschwunden.

Bei der Suche nach dem Mädchen findet Fabian Risk eine Verbindung zu dem Stromausfall. Doch was übersieht er?

„Wellengrab“ ist der 7. Band der „Fabian-Risk-Krimis“ von Stefan Ahnhem

Kommissar Fabian Risk ist mit seiner Tochter Matilda mit dem Segelboot unterwegs und kann vom Wasser aus den Stromausfall in Helsingborg beobachten.
Gleichzeitig mit dem Stromausfall passieren seltsame Dinge und Risk sieht sich einigen recht sonderbaren Fälle gegenüber stehen.
Risk und seine Kollegen untersuchen den Grund für den Stromausfall und die Folgen, wie zum Beispiel ein Banküberfall.
Dazu kommt noch, dass die Tochter einer Freundin vermisst wird.
Wie hängen die seltsamen Fälle, das vermisste Mädchen und der Stromausfall zusammen?

Stefan Ahnhem zieht hier alle Register in Punkto Spannung. Er zeigt in seiner Geschichte auf, wie brüchig doch unsere Demokratie ist und wie schnell sie infiltriert werden kann.

Der Autor hat seine Protagonisten gut gezeichnet. Fabian Risk und seine Kollegen sind mir schon länger bekannt und ich freue mich immer wieder sie wieder zutreffen.

Die Beschreibung der Handlungsorte ist auch in diesem Buch wieder gut gelungen.
Die Ermittlungen gehen schwer voran. Zeugen verhalten sich seltsam.

Stefan Ahnhem baut gleich zu Anfang Spannung auf und hält sie auch über dem gesamten Buch aufrecht.
Das Szenario, dass der Autor sich hier ausgedacht hat, kann schnell überall passieren. In unserer digitalen Welt ist eine Stadt oder sogar ein Land auf diese Art schnell lahmzulegen.

Der Schreibstil von Stefan Ahnhem ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Die meist kurzen Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger und so wird man dazu verführt immer weiterzulesen. Das Buch hat über 600 Seiten und ich habe es an 3 Abenden verschlungen.
„Wellengrab“ ist zwar der 7. Band der Risk Reihe kann aber unabhängig gelesen werden.

Mit „Wellengrab“ hat Stefan Ahnhem wieder einmal bewiesen, dass er einer der ganz großen Krimiautoren ist.

Bambino

Marco Balzano
Roman
242 Seiten
Übersetzt aus dem Italienischen von Peter Klöss
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Triest im Wandel der Zeit

Klappentext:
Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.

„Bambino“ von Marco Balzano führt die Leser*innen nach Triest in das Jahr 1920 und in die Zeit des 2. Weltkriegs.

Mattia Gregori wird Bambino genannt. So harmlos wie das klingt ist er aber nicht. Er ist eher aggressiv und hat so gut wie keine Freunde. Sein Vater ist Uhrmacher und rät Mattia eine Uhrmacherlehre zu machen. Doch Mattia hält sich lieber mit Diebstahl über Wasser. Schließlich landet er bei den italienischen Faschisten, die gegen die Kommunisten kämpfen und auf die Slowenen losgehen.
Ganz verloren ist er, als im seinen Mutter Donatella kurz vor ihm Tod verkündet, dass sie nicht seine leibliche Mutter ist.

Marco Balzano schildert das Leben von Mattia Gregori sehr interessant. Dabei erzählt der Autor auch eine Zeitgeschichte, die mir vorher nicht so bekannt war.
Die Charaktere werden von Marco Balzano stark herausgestellt. Mattia Gregori ist unsympathisch aber eine interessante Figur, die uns durch ein Stück europäische Geschichte führt.

Marco Balzano erzählt die Geschichte wie von ihm gewohnt mit starken Worten. Man wird richtig in die Geschichte hineingezogen.

„Bambino“ ist ein interessanter Roman der sich fast wie eine Biografie liest.

Wem du traust

Petra Johann
Kriminalroman
428 Seiten
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch erzählt

Klappentext:
Eva führt mit ihrem Mann Daniel und dem gemeinsamen kleinen Sohn das perfekte Leben am Stadtrand. Oft hilft Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, als Babysitterin aus. Eines Nachts bringt Daniel die Fünfzehnjährige nach Hause, doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Eine fieberhafte Suche beginnt. Als Sofias blutbefleckter Pullover gefunden wird, bricht Evas heile Welt zusammen. Ihr Mann beteuert seine Unschuld – doch kann sie seinen Worten Glauben schenken?

„Wem du traust“ ist ein spannender Kriminalroman von Petra Johann.

Sofia ist die Tochter von Evas bester Freundin Susanne. Wie schon oft hat sie am Abend auf Evas kleinen Sohn aufgepasst. Eva und ihr Mann Daniel waren zusammen mit Susanne und ihrem Partner Axel bei einer Party. Anschließend hat Daniel Sofia nachhause gefahren. Doch dort ist sie niemals angekommen.

Petra Johann erzählt die Geschichte sehr spannend und atmosphärisch.
Die Charaktere werden gut beschrieben, man kann sie sich gut vorstellen. Eva uns Susanne sind beste Freundinnen und waren mir auch schnell sympathisch. Bei den Männern war ich mir nicht so klar. Eigentlich war mir Daniel auch sympathisch, aber er machte immer wieder Dummheiten und verschwieg Fakten, dass ich ihm bald nicht mehr getraut habe. Auch Axel hatte eine Seite an sich die ich nicht so mochte. Das war aber von der Autorin auch so beabsichtigt.
Sofia ist auch ein interessanter Charakter. Sie ist eine Einzelgängerin, hat kaum Freundinnen. Ob sie unter dem Asperger-Syndrom leidet, bleibt offen.

Die Polizei sucht nach der vermissten Sofia. Ihre Spur verliert sich praktisch auf der Fahrt mit Daniel zu ihr nach Hause. Später werden ihr Fahrrad und ein blutbefleckter Hoodie gefunden. Daniel gerät ins Visier der Polizei. Die Polizei ermittelt im Umfeld von Sofia, die eine Einzelgängerin ist. Einzig in der Schule bekommen sie kleine Hinweise.

Zwischen den tragischen Tagen zwischen Hoffen und Bangen gibt es immer wieder kurze Abschnitte von einer namenlosen Frau der schlimmes angetan wurde und die sich in einem Raum aufhält in der Hoffnung, dass der, der ihr das angetan hat nicht zurückkommt. Handeln die Abschnitte von Sofia? Ich habe mit schlimmen gerechnet und um Sofia gebangt.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, so weniger habe ich den Protagonisten getraut.
Petra Johann hat gleich zu Beginn mit dem Verschwinden von Sofia Spannung aufgebaut und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen können.
Das Ende ist dann überraschend, aber auch schlüssig.

Für mich war „wem du traust“ das erste Buch von Petra Johann, aber bestimmt nicht das Letzte.

Prost, auf die Fischer

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
344 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Eine Leiche im Fischernetz

Zum Inhalt:
Hauptkommissar Tischler und die gesamte Brunngrieser Dienststelle machen eine Wanderung zum Frillensee. Nach einem ausgedehnten Picknick entdeckt Luise eine Leiche im See. Und tatsächlich liegt das der Fischer Harald Lorenz in einem Fischernetzt eingerollt.
Die Ermittlungen ergeben, dass Harald Lorenz bei de anderen Fischer nicht gerade beliebt war.

„Prost, auf die Fischer“ ist mittlerweile der 12. Band, der erfolgreichen Kommissar Tischler Reihe von Friedrich Kalpenstein.

Wieder einmal darf ich in das beschauliche Brunngries reisen und den Ermittlungen von Kommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink beiwohnen.
Ich liebe diese Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und fiebere jedem neuen Band entgegen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und mit ihrem bayrischen Humor sind sie mir richtig ans Herz gewachsen.
Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink sind zu einem großartigen Team geworden. Mit ihrer bekannten T-U-F Methode haben sie schon so manchen brenzligen Fall gelöst.

Der Fall wird wieder spannend erzählt.
Es macht Freude die Ermittler durch Brunngries und Umgebung zu begleiten. Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink ermitteln im näheren Umfeld des Fischers Harald Lorenz. Er arbeitet im Fischereibetrieb seiner Partnerin Christine Winter. Lorenz wollte in dem Betrieb schnell das Sagen haben und den Betrieb zu mehr Ertrag bringen. Dabei machte er sich die anderen Fischer nicht gerade zu Freunden.

Friedrich Kalpenstein lässt gleich zu Beginn, mit dem Fund der Leiche Spannung aufkommen. Diese Spannung hält sich auch über die ganze Geschichte, sie steigert sich sogar noch weiter bis zum Ende hin.

Friedrich Kalpensteins flüssiger und gut verständlicher Schreibstil sorgt dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Spielend lässt der Autor den Bezug zur Region Oberbayern in die Handlung mit einfließe und bringt sie so seinen Leserinnen näher. Natürlich begegnen die Leserinnen auch wieder Resi, die dem Kommissar und auch mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Aufgelockert wird der Kriminalroman durch den intelligent eingesetzten Humor. Beim Lesen muss ich wie immer oft schmunzeln.

„Prost, auf die Fischer“ hat mir wieder schöne Lesestunden bereitet. Jetzt freue ich mich auf Band 13 „Prost, auf die Sportler “ der im September 2026 erscheinen soll.

Der tiefe Grund

Anna Johannsen
Kriminalroman
314 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Johannsen für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch

Klappentext:
Oberkommissarin Lea Nielsen glaubt nicht an einen gewöhnlichen Unfall, als die 25-jährige Lisa Uhlen Opfer einer Fahrerflucht wird und kurz darauf stirbt. Schnell gerät der Ex-Freund der Toten in den Fokus der Ermittlungen. Als die Polizei herausfindet, dass die Tat mit einem gestohlenen Auto begangen wurde, führt die Spur in eine ganz neue Richtung.

„Der tiefe Grund“ ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Lea Nielsen“ von Anna Johannsen.
Die Autorin gehört zu meinen liebsten Krimi-Autorinnen und begeistert mich immer wieder mit ihren Geschichten. Der 1. Band, der neuen Krimireihe hat schon Lust auf mehr gemacht.
Oberkommissarin Lea Nielsen hat sich, trotz ihrer Karriere beim LKA in Niedersachsen in das beschauliche Wittmund versetzten lassen.
Hier ist sie jetzt die Stellvertreterin des 1. Hauptkommissars. Ein Kollege aus ihrem Team hatte sich ebenfalls gute Chance auf die Stelle ausgerechnet, dementsprechend kühl ist die Beziehung zu dem Kollegen.

Der Grund für den Wechsel ist Leas Vater. Bei ihm schreitet die Demenz immer weiter fort. Auch wenn der Vater die Familie verlassen hatte, als Lea noch ein Kind war, fühlt sie sich doch verantwortlich.

Nach dem Lea ihren 1. Fall in Wittmund auf unkonventionelle Art gelöst hat, steht wieder ein Fall an. Eine junge Frau wurde überfahren, der Fahrer hat Fahrerflucht begangen. Was wie ein gewöhnlicher Unfall aussieht, abpumpt sich bei näherer Betrachtung als mutwillige Tat, auch wenn Leas Vorgesetzter das nicht so sieht.

Anna Johannsen erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Lea. So kommt man der Oberkommissarin ganz nahe, spürt was sie fühlt und was sie denkt. Mir ist Lea schnell sympathisch geworden.

Anna Johannsen hat wieder interessante Charaktere geschaffen und lässt sie lebendig werden.
Die Geschichte die ruhig anfängt, nimmt immer mehr Fahrt auf und wird immer spannender.
Es gibt verschiedenen Szenarien, was hinter dem Unfall stecken könnte und somit auch verschiedene Verdächtige.

Die Leserinnen dürfen Lea auch etwas im Privatleben begleiten und erfahren immer mehr von der sympathischen Frau. Sie gab ihre aussichtsreiche Position beim LKA auf, um für ihren Vater da zu sein, der nie für sie da war. Lea hat eine Trennung hinter sich und in diesem Band erfahren die Leserinnen wieder etwas mehr zum Hintergrund.

Der Schreibstil von Anna Johannsen ist wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Mit „Der tiefe Grund“ hat mich Anna Johannsen wieder einmal begeistert. Ich habe das Buch in 2 Tagen ausgelesen.
Jetzt freue ich mich schon auf den 3. Band, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.