Das Stinktier von Hamburg

Jürgen Ehlers
Thriller
367 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jürgen Ehlers für das Rezensionsexemplar

Spannender und atmosphärischer Thriller

Klappentext:
Sylvia Schröder, 23 Jahre alt, Diebin und Lügnerin, fühlt sich verfolgt. Sie sucht Schutz in einer Beerdigungsgesellschaft und bittet den Wissenschaftler Patrick Pauli (35) um Hilfe. Pauli ahnt nicht, dass diese Hilfe nicht nur darin besteht, die ihm unbekannte junge Frau sicher nach Hause zu bringen. Sie hat gerade kein Zuhause. Sie zieht bei ihm ein. Für Patricks Freundin Michelle ist sie ein Stinktier. Entgegen ihren Behauptungen weiß Sylvia sehr wohl, wer der Mann ist, der sie verfolgt: Alexander Stubbe, erfolgreicher Geschäftsmann, Immobilienhändler, Serienmörder. Stubbe hatte vor drei Monaten auch Sylvia kurzfristig in seiner Gewalt. Was sie erlebt hat, verfolgt sie in ihre Träume. Sie ist die einzige Frau, der es gelungen ist, ihnen zu entfliehen. Allerdings zögert sie, sich an die Polizei zu wenden. Sylvia will kein Gerichtsverfahren mit unsicherem Ausgang. Sie will Rache. Aber Sylvia ist längst nicht mehr die Jägerin, sondern die Gejagte. Sylvias vermeintliche Freunde versuchen auf eigene Faust, Stubbe unter Druck zu setzen. Wenig später sind sie beide tot. Sylvia und Patrick ist klar, dass auch sie in höchster Lebensgefahr sind. Patrick und Sylvia geraten selbst unter Mordverdacht geraten. Ihnen bleibt nur die Flucht.

„Das Stinktier von Hamburg“ ist ein weiterer Hamburg-Thriller von Jürgen Ehlers.
Jürgen Ehlers hat mich mit seinen drei vorherigen Hamburg-Thrillern schon begeistert.
Kommissar Kastrup aus den vorherigen Geschichten ist nicht mehr dabei. Aber Sylvia treffen wir in diesem Thriller wieder.

So stehen auch Sylvia und Patrick im Mittelpunkt. Patrick ist etwas naiv und nimmt alles, was Sylvia erzählt als gegeben hin. Sylvia hingegen tischt Patrick glaubhaft Lügen auf. Alexander Stubbe ist ein Geschäftsmann und Serienmörder. Er ist hinter Sylvia her und macht somit auch Patrick, der Sylvia bei sich wohnen lässt das Leben schwer. Irgendwann wird die Lage so brenzlich, dass ihnen nur noch die Flucht bleibt.

Seine Charaktere sind facettenreich und lebendig.
Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Wer schon einmal in Hamburg war, findet bestimmt bekannte Plätze.

Jürgen Ehlers baut sehr schnell Spannung auf, die er im Laufe der Geschichte immer mehr steigert. Sein Schreibstil ist atmosphärisch, locker und leicht verständlich.

Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von Patrick und Sylvia erzählt aber auch die Gegenseite kommt zwischendurch zu Wort. Die Perspektivwechsel erzeugen zusätzliche Spannung.

Ich bin wieder ganz tief in die Geschichte eingetaucht. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten, nicht mehr aus der Hand legen.

„Das Stinktier von Hamburg“ ist ein Thriller, der mich wieder begeistert hat.

Henriette räumt auf

Meike Paulsen
Roman
352 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Frauenpower

Klappentext:
Henriette Nielsen führt auf ihrem Hof im nordfriesischen Örtchen Wieversum ein glückliches Leben. Mittlerweile ohne Mann, dafür mit einigen Hühnern. Bis ihr nichtsnutziger Bruder, der Bürgermeister von Wieversum, bei einer Fehlinvestition Geld verliert und seinen Anteil an Henriettes Zuhause verpfändet. Ausgerechnet Henriettes Ex, Sparkassenleiter und »Sofagemüse« Sönke, wird sich also am Quartalsende die Hälfte ihres geliebten Hofs unter den Nagel reißen und gleich wieder bei ihr einziehen. Aber so weit wollen es Henriette und ihre Freundinnen nicht kommen lassen! Die »Wieversumer Goldstücke« werden einen Weg finden, die nötigen 80.000 Euro aufzutreiben und wenn es das Letzte ist, was sie gemeinsam tun.

„Henriette räumt auf“ ist ein unterhaltsamer Roman von Meike Paulsen.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen nach Nordfriesland. Hier führt Henriette Nielsen einen Hof. Ihren Mann hat sie durch Hühner ausgetauscht und sie führt ein zufriedenes Leben.
Doch als ihr nichtsnutziger Bruder, der Bürgermeister von Wieversum Geld braucht, verändert er seinen Anteil am elterlichen Hof. Der Sparkassenleiter, ist ausgerechnet der Ex von Henriette. Jetzt heißt es Geld auftreiben bevor der Anteil des Hofs ihrem Ex gehört. Zusammen mit ihren Freundinnen setzt Henriette alles dran an Geld zu kommen. Ihr Motto: „Nett können wir auch, bringt aber nix!“

Meike Paulsen erzählt die Geschichte spannend und humorvoll. Die Charaktere sind gut getroffen. Henriette und Freundinnen stellen ihre Frauenpower unter Beweis. Als Leser*in fiebert man mit, ob die „Wieversumer Goldstücke“ das Geld rechtzeitig auftreiben.

Meike Paulsen hat einen angenehmen Schreibstil. Mir hat es viel Freude gemacht, Henriette durch die Geschichte zu begleiten.

Tatort Kettenhofweg

Franziska Franz
True Crime
339 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

True Crime

Klappentext:
Am 15. August 1994 machen Ermittler der Frankfurter Mordkommission eine grausame Entdeckung. In einer Villa im Westend werden sechs Leichen gefunden – ein Mann und fünf Frauen, alle erdrosselt. Die Witwe Helga Lindemeyer wohnt gegenüber und beobachtet, wie die Leichen abtransportiert werden. Schon lange vor den Morden saß sie oft am Fenster und hatte die Villa im Blick. Dabei ahnte sie zunächst nicht, dass die beiden Hausbesitzer, Ingrid und Gabor Bartos, die auch unter den Toten waren, ein privates Bordell betrieben. Helga ist geschockt und möchte unbedingt mehr über die Hintergründe der Morde erfahren.

„Tatort Kettenhofweg“ ist ein True Crime Kriminalroman von Franziska Franz.

Die Geschichte ist intelligent aufgebaut. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Witwe Helga Lindemeyer, die gegenüber der Villa Bartos wohnt. Frau Lindemeyer ist über 70 Jahre alt und manchmal etwas naiv. Ihr war nicht bekannt, was alle anderen anscheint, wussten. Ingrid und Gabor Bartos betreiben im Kettenhofweg ein Bordell. Frau Lindemeyer sind zwar die leichtbekleideten Mädchen aufgefallen, sie meinte allerdings erst es sind vielleicht die Töchter der Bartos oder sie putzen dort. Für Frau Lindemeyer war es ein Schock, als sie hörte, was in der Villa vor sich geht. Als dann am 15. August 1994 die Leichen in der Villa entdeckt wurden, bekam es Frau Lindemeyer mit der Angst zu tun, wollte aber auch mehr über die Hintergründe erfahren.

Die Protagonisten gefallen mir gut. Frau Lindemeyer ist eine sympathische ältere Frau. Sie trifft sich gerne mit ihrer Freundin im Café Mövenpick und ist einem kleinen Eierlikör nicht abgeneigt.

Die Leserinnen begleiten Frau Lindemeyer durch die Geschichte. Somit beginnt die Geschichte auch recht ruhig. Da man als Leserin mehr wissen als Frau Lindemeyer, wartet man schon darauf, was in der Villa vor sich geht.

Die Beobachtungen von Frau Lindemeyer werden gut beschrieben. Ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Ich selbst habe bis vor ein paar Monaten in Frankfurt gelebt, kann mich aber nicht an den Fall Kettenhofweg erinnern. Um so spannender war es für mich das Buch zu lesen.

„Tatort Kettenhofweg“ erzählt einen spektakulären Mordfall, der sich so in Frankfurt im Jahr 1994 zugetragen hat.

Unter der Erde

Sara Strömberg
Kriminalroman
462 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt von Leena Flegler
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus Schweden

Klappentext:
Heftige Regenfälle läuten das Ende des Sommers in Åre ein. Das führt schließlich zu einem Erdrutsch mit tragischen Folgen. Zeitgleich wird in Stockholm das Armband des vor Jahren in den Bergen verschwundenen Schafzüchters Jonte Andersson gefunden. Neugierig geworden, beginnt Vera zu recherchieren. Doch die Suche nach der Wahrheit reißt alte Wunden auf und bringt eine schreckliche Vergangenheit ans Licht, die alle Beteiligten ins Unglück stürzen wird …

„Unter der Erde“ ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Vera Bergström“ von Sara Strömberg. Schon der 1. Band „Im Unterholz“ hat mir gut gefallen.

Es gibt gleich zwei Ereignisse, die Journalistin Vera Bergström interessieren.
In Åre gab es nach heftigen Regenfällen einen Erdrutsch und in Stockholm ist der Armreif des seit Jahren vermissten Schafzüchters Jonte Andersson aufgetaucht. Jetzt heißt es die Hintergründe und Wahrheiten herauszufinden. Die Suche nach der Wahrheit führt in die Vergangenheit und deckt Ungeahntes auf.

Sara Strömberg erzeugt sehr schnell Spannung und eine dunkel und geheimnisvoll Atmosphäre.

Die Protagonisten sind gut gezeichnet und interessant. Vera Bergström ist mir aus dem 1. Band schon gut bekannt und ich habe mich gefreut, sie wieder bei einem Fall begleiten zu dürfen.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was sie besonders spannend macht. Es kommen die Journalistin Vera und Stina, die Schwester des Vermissten Schafzüchters Jonte zu Wort zwischendurch begleitet man auch Claes, bei dem ich zu Anfang nicht wusste welche Rolle er spielt.
Die wechselnden Perspektiven machen die Geschichte interessant und spannend.

Die Nachforschungen bringen ungeahntes zu Tage, was vielleicht besser in der Versenkung geblieben wäre.

Der Schreibstil von Sara Strömberg ist flüssig und gut verständlich. Es hat etwas gedauert bis ich die komplexe Handlung ganz erfasst habe, doch dann konnte ich das Buch kaum zur Seite legen.

„Unter der Erde“ ist ein guter und spannender Schwedenkrimi den ich gerne gelesen habe.

Not Quite Dead Yet

Holly Jackson
Thriller
480 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Rainer Schuhmacher
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Thriller-Highlight

Klappentext:
Jet ist die Tochter einer der reichsten Familien in Woodstock, Vermont. Mit 27 Jahren wartet sie immer noch darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. „Das kann ich später noch machen“, sagt sie immer. Denn Jet hat Zeit.
Bis zu jener Halloween-Nacht, als sie von einem unsichtbaren Eindringling brutal angegriffen wird.
Dabei erleidet Jet eine schwere Kopfverletzung, und die Ärzte sind sich sicher: In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen.
Jet hätte nie gedacht, dass sie Feinde hat. Doch plötzlich sieht sie alle Menschen in ihrem Umfeld in einem neuen Licht: ihre Familie, ihre ehemalige beste Freundin, die jetzt ihre Schwägerin ist, ihren Ex-Freund.
Sie weiß, ihr bleiben höchstens sieben Tage. Tage, in denen sich ihr Zustand verschlechtert und nur Billy, ein Freund aus Kindertagen, an ihrer Seite ist. Dennoch ist sie fest entschlossen, endlich etwas zu Ende zu bringen.

„Not Quite Dead Yet“ von Holly Jackson ist einer der spannendsten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Jet ist 27 Jahre und schiebt alles auf die lange Band. Sie hat Zeit, denkt sie. Doch dann wird sie angegriffen und schwer verletzt.
Die Ärzte geben ihr 7 Tage, dann wird ein Aneurysma sie töten.

Jet macht sich daran ihren Angreifer ausfindig zu machen. Dabei traut sie niemanden außer Billy, ein Freund aus ihrer Kindheit. Jet muss sich beeilen, wenn sie ihren Mörder finden will, denn es bleibt nicht viel Zeit.

Holly Jackson hat einen sehr spannenden Plot entworfen. Ihre Protagonistin Jet will ihren eigenen Mörder jagen. Sehr spannend beschreibt die Autorin den Wettlauf mit der Zeit.
Dabei ist Jet jetzt nicht unbedingt ein liebenswerter Charakter. Ihre Mitmenschen sind ihr gleichgültig. Sie ist sehr reich aufgewachsen und hat nie etwas in ihrem Leben zu Ende gebracht. Dass muss sie jetzt ändern.

Die Zeit ist Jets größter Gegner. Oft dachte ich, dass schafft sie nicht. So ist das Lesen des Thrillers eine Achterbahn der Gefühle.

Der Schreibstil von Holly Jackson ist flüssig und gut verständlich. Auch wenn nicht Schlag auf Schlag etwas passiert und es recht ruhige Anteile im Buch gibt, hängt die Spannung doch immer im Raum. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte eingezogen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

„Not Quite Dead Yet“ ist ein spektakulärer Thriller mit Suchtpotenzial.

Lava und Lügen auf Lanzarote

Flores & Santana
Kriminalroman
240 Seiten
erschienen bei Haymon Krimi
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Tod auf Lanzarote

Klappentext:
Bienvenidos a Lanzarote, wo die Lügen sich wie Lava über die vulkanische Landschaft ergießen. Journalist Ben Rodríguez hatte sich seine Arbeitsreise anders vorgestellt. Kulturelle Recherchen, Käseverkostungen und das ein oder andere Gläschen Wein, so schön sollte es sein. Doch neben spannenden Stories und kulinarischen Offenbarungen erwarten ihn vor allem offene Fragen: Was steckt hinter dem mysteriösen Tod des Kunstexperten, der vor wenigen Wochen in einer Lavaröhre gefunden wurde? Ein tragischer Unfall oder ein ausgeklügeltes Verbrechen? Und was haben die Bilder von César Manrique, die am Tatort gefunden wurden, mit dem Todesfall zu tun?

„Lava und Lügen auf Lanzarote“ von Flores & Santana ist der 3. Band der Kanaren-Krimi – Reihe, die alle Kanaren-Fans begeistern wird.
Die ersten beiden Bände „Dunkle Verwicklungen auf La Palma“ und „Tödliche Intrigen auf Teneriffa“ sind im Ullstein Verlag erschienen.

Neuer Fall, neue Kanareninsel. In diesem Band geht es nach Lanzarote. Der Journalist Ben Rodríguez ist beruflich auf der Insel, eine Freundin, Naira Calderón begleitet ihn. Und wie es schon in den vorherigen Bänden passiert ist, so stecken Ben und Naira schnell wieder in Ermittlungen.
Ein Kunstexperte wurde in einer Lavahöhle gefunden. Naira kennt die Frau des Toten. Was liegt näher als wieder die Fühler nach dem Motiv und dem Täter auszustrecken.

„Lava und Lügen auf Lanzarote“ ist ein spannender und gleichzeitig unterhaltsamer Krimi und auch ein bisschen ein Reiseführer.
Die Autoren lassen jeden Band der Krimireihe auf einer anderen Kanareninsel spielen.

Die Charaktere werden gut beschrieben und sind sympathisch.
Besonders liebgewonnen habe Ben und Naira, die ich jetzt schon zum 3. Mal begleite.

Mir hat besonders gut gefallen wie die Autoren neben der Spannung auch noch so viel Interessantes über die Insel und die Menschen die dort Leben in ihre Geschichte gepackt haben.
Ich kenne Lanzarote nicht, doch das Flair der Insel kam sehr gut bei mir an. Bei einem Gläschen Wein und etwas zum Essen lässt es sich dort wohl gut leben.

Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig und gut verständlich.
Das Lesen hat große Freude gemacht.

„Lava und Lügen auf Lanzarote“ ist ein spannender Krimi, der auch viel über die schönen Orte der Insel verrät.
Kanaren-Fans wird beim Lesen sicher das Herz höherschlagen.

Ich freue mich schon auf den nächsten Band und bin schon gespannt, auf welche Insel die Reise gehen wird.

Blut

Yrsa Sigurdardóttir
Thriller
379 Seiten
erschienen im btb Verlag
Übersetzt aus dem Isländischen von Anika Wolff
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar

Eiskalter Island Thriller

Klappentext:
Ein Fisch-Trawler vor der Küste Islands: Hier wurde die Köchin Gunndís kurzfristig als Aushilfe angeheuert. Doch von Anfang an bemerkt die junge Frau eine feindselige Stimmung an Bord. Kann es an ihrem Vater liegen, der vor vielen Jahren als Schiffskoch für einen verhängnisvollen Brand verantwortlich gemacht wurde? Mehrere Mitglieder der jetzigen Crew haben damals ihre Väter verloren, Gunndís ebenso. Will sich die Besatzung jetzt an ihr rächen? Doch dann entdeckt sie im Schiff geheime Unterlagen, die darauf hindeuten, dass ihr Vater damals gar nicht der wahre Schuldige war, sondern der Brand eine ganz andere Ursache hatte …

Blut“ ist der neue Thriller aus Island von Yrsa Sigurdardóttir.

Gundis, die auf einem Fisch-Trawler als Köchin arbeitet, wird von der Mannschaft angefeindet. Auch ihr Vater hat einst als Koch auf diesem Schiff gearbeitet. Allerdings ist damals ein Brand an Bord ausgebrochen und einige Männer kamen ums Leben. Ihr Vater wurde damals für den Brand verantwortlich gemacht.

Yrsa Sigurdardóttir versteht es spannende Plots zu entwerfen. Dieses Buch fängt erst einmal ruhig und langsam an. Es gibt zwar ein Skelett, das gefunden wird, aber Spannung baut sich nur langsam auf.
Dafür ist die Atmosphäre an Bord ist feindselig und etwas spuki.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Man kann keinen der Protagonisten richtig durchschauen, allen mutet etwas Geheimnisvolles an.
Nach einiger Zeit steigt die Spannung und Yrsa Sigurdardóttir baut immer wieder überraschende Wendungen in ihre Geschichte ein.
Ich hatte viele Fragen beim Lesen der Geschichte, auf die ich bis zum Ende keine Antwort fand. Doch zum Ende wurde alles aufgeklärt und ich konnte die Buchdeckel zufrieden zuklappen.

Der Wald ist wie das Vergessen

Eva Maria Šmon 
dystopischer Roman
352 Seiten
erschienen bei Hoernchen&Schnabel
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Eva Maria Smon für das Rezensionsexemplar

Ungewöhnlicher und doch fesselnder Schreibstil

Klappentext:
Fast überall ist Wald. Wo kein Wald ist, ist Niemandsland, dahinter die Zone. Eine Organisation, die sich S-Org nennt, beherrscht das Land. Schrift ist verboten, niemand kann lesen. Niemand weiß, was auf den Flugblättern steht, die über dem Dorf abgeworfen werden: Gegenwart, von der keiner weiß, woher sie kommt, weil keiner die Vergangenheit kennt. Blume, eine junge Frau, beginnt Fragen zu stellen. Sie erhält nirgends Antwort. Sie beschließt, in die Zone zu gehen, in der Hoffnung, dort Antwort zu finden. Doch die Zone ist gefährlich …

„Der Wald ist wie das Vergessen“ ist ein dystopischer Roman von Eva Maria Smon.

Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen. Als ich mich dann mit den Gedanken von Blume angefreundet habe und das Land in der sie lebt verstanden habe, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Blume lebt in einem Land, das man sich kaum vorstellen kann. Es ist ein Land der Unwissenden. Keiner kann lesen, keiner kann Schreiben. Auf den Flugblättern, die abgeworfen wurden, steht etwas geschrieben. Hinter dem Wald muss es noch eine andere Welt geben.

Eva Maria Smon zeichnet eine Welt, die man sich so nicht vorstellen kann. Ihre Protagonistin Blume ist interessant. Die Geschichte wird auch aus der Perspektive von Blume erzählt.
Der Schreibstil von Eva Maria Smon ist etwas eigenwillig. Die Sätze sind lang und verschachtelt, die Gedankengänge von Blume manchmal etwas ungewöhnlich. Aber gerade das passt hervorragend zu der Geschichte und hat mich nach kurzer Zeit gefesselt.

Die Atmosphäre, die Eva Maria Smon durch ihre Worte schafft, passt großartig zu dieser Dystopie.

„Der Wald ist wie das Vergessen“ ist ein Roman, der vielleicht etwas Zeit braucht, aber dann eine richtige Sogwirkung hat.

Goldstrand

Katerina Poladjan
Roman
157 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Melancholische und faselnde Geschichte

Klappentext:
An der bulgarischen Schwarzmeerküste entsteht in den 1950er Jahren ein Ferienort: Goldstrand, geplant als Platz an der Sonne für alle. Auf der Baustelle wird Eli gezeugt. Sechzig Jahre später hat er seine größten Erfolge als Filmregisseur längst gefeiert und liegt auf der Couch seiner Dottoressa in Rom. Er mutmaßt und fabuliert seine Familiengeschichte, die durch ein ganzes Jahrhundert und quer über den europäischen Kontinent führt, von Odessa über Konstantinopel und Warna in Bulgarien bis nach Rom.

„Goldstand“ ist ein etwas melancholischer Roman von Katerina Poladjan.

Eli hatte einmal Erfolge als Filmregisseur. Jetzt scheint er mit seinem Leben nicht mehr viel anfangen zu können. Regelmäßig liegt er auch der Couch bei seiner Dottoressa. Er erzählt aus seinem Leben. Seinen Vater hat er nie kennengelernt. Er wurde auf einer Baustelle am Goldstrand gezeugt. Sein Vater hatte die ersten Pläne für das Bauvorhaben entworfen.

Katerina Poladjan erzählt in ihrer Geschichte über das Leben ihres Protagonisten Eli und über die Entstehung des Ferienorts Goldstand an der bulgarischen Küste.

Eli fand ich einen interessanten Charakter. Seinen Sitzungen bei der Dottoressa zu folgen war interessant. Man bekommt seine Lebensgeschichte häppchenweiße vorgetragen. Das Verschwinden seiner Tante von Bord eines Schiffes, die Entstehung des Goldstrands und die Filme, die Eli nicht drehen wird.

Katerina Poladjan beschreibt die Handlungsorte sehr genau, man kann sich alles gut vorstellen. Der Schreibstil, der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Goldstand“ mutet etwas melancholisch an. Der Roman erzählt von einer Flucht, einem Verschwinden und von der Entstehung des Goldstands. Er erzählt aber auch von einem Leben, das nicht viele Lichtblicke erfahren durfte.

Finale

Friedrich Kalpenstein
Roman
314 Seiten
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Die Herbert-Reihe geht weiter

Klappentext:
»Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist das beste Grillteam im Land?«
Diese Frage stellt sich Herbert, nachdem er sich und seinen Kumpel Hans bei einer Meisterschaft angemeldet hat.
Wie schön wäre es, sich nur darauf konzentrieren zu können. Doch die Realität sieht anders aus. Das Leben stellt ihn vor große Herausforderungen. Lehrer, die in seinem Sohn Oskar großes Potenzial sehen, das gilt, gefunden zu werden. Neue Nachbarn, die seine Frau Anja dazu anstacheln, das Maximum an einem nachhaltigen Zuhause herauszuholen. Und nicht zuletzt ein Kater, der eigentlich ein Hund hätte werden sollen. Und der nun mit dem Vorzeige-Vierbeiner der neuen Nachbarn in direkter Konkurrenz steht.
Einmal mehr zieht Herbert in den Kampf gegen seine Alltagsgegner und beweist, dass es auch fernab seines Grills ordentlich heiß hergehen kann.

„Finale“ ist der 8. Band der Herbert-Reihe von Friedrich Kalpenstein.
Das Buch kann man gut einzeln, ohne Vorkenntnisse, lesen.

Beim Grillen macht Herbert niemand etwas vor. Schließlich steht er täglich in seinem Foodtruck und bereitet köstliche Burger zu. Mit seinem Kumpel Hans hat er sich bei einer Grillmeisterschaft angemeldet. Nicht ahnend was auf die zwei zukommt nehmen sie die Herausforderung an.
Aber auch in seinem Eigenheim ist einiges los. Haben Herbert und seine Frau Anja doch neue Nachbarn bekommen und die sind gar nicht so nach Herberts Geschmack.

Friedrich Kalpenstein setzt mit „Finale“ die Reihe mit den Kultbayer Herbert fort. Die Leser*innen dürfen sich viele humorvolle Aktionen freuen. Egal ob bei der Grillmeisterschaft oder bei den Problemen mit den neuen Nachbarn, immer wieder kommt es zu Szenen, die mir beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder mich einmal laut Lachen lassen.

Die Charaktere sind einzigartig. Herbert der gerne einmal ins Fettnäpfchen tritt ist Kult. Ich habe ihn mit Freude durch die Geschichte begleitet. Auch seine Frau Anja und sein Sohn Oskar sind liebenswerte Charaktere. Dass Miteinander der Familie gefällt mir gut.
Die neuen Nachbarn von Herbert bereichern die Geschichte. Sie sind das genaue Gegenteil von Herbert und Anja, was Herbert aber mit Humor nimmt.

Friedrich Kalpenstein hat einen flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil. Die eingestreuten Worte oder Sätze im bayrischen Dialekt machen die Geschichte authentisch.
Mit „Finale“ ist Friedrich Kalpenstein aufs Neue eine humorvolle und unterhaltsame Geschichte gelungen.