Der Pakt der Verräter

Ellin Carsta
Historischer Roman
302 Seiten
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Familiensaga mit Suchtpotenzial

Klappentext:
Bernried am Starnberger See, 1943: Der Krieg wird immer grausamer und fordert ein erstes Opfer in den Reihen der Familien von Falkenbach und Lehmann. Die Verzweiflung, aber auch die Entschlossenheit zu handeln, ist so groß wie noch nie.
Gemeinsam mit Paul-Friedrich von Falkenbach brütet Wilhelm darüber, wie sie gegen das Nazi-Regime vorgehen können und sind dabei nicht immer einer Meinung. Auch Ferdinand Lehmann vollführt weiterhin einen gefährlichen Balanceakt im Arbeitslager und legt sich mit dem Wachpersonal an.
Die Familie plant eine riskante Aktion, um Kontakt zum britischen Geheimdienst aufzunehmen. Doch der SS-Mann Alfred Breuer ist ihnen dicht auf den Fersen. Können sie ihre Pläne verwirklichen, ohne alles zu verlieren? Und welche Opfer sind sie bereit zu bringen für eine ungewisse Zukunft?

„Der Pakt der Verräter“ ist der 13. Band der Falkenbach Saga von Ellin Carsta.
Die Falkenbach Saga ist für viele Bände angelegt und ich freue mich immer wieder auf den nächsten Band.
Jedes Kapitel ist mit einem Gedanken eines Familienmitglieds der Familien Falkenbach oder Lehmann überschrieben. Diese Person steht dann im Mittelpunkt des Kapitels.
Durch die immerwährenden Perspektivwechsel ist die Geschichte so facettenreich und interessant.

Der Krieg schreitet fort und wir sind mittlerweile im Jahr 1943 angekommen.
Leopold Lehmann und Gustav von Falkenbach sind an der Front, zuhause bangen die Familien um sie.

Auch auf Gut Falkenbach spürt man den Krieg immer mehr. Auch wenn die Familien nicht hungern müssen, fordert der Krieg doch seine Opfer.
Paul-Friedrich von Falkenbach und Wilhelm Lehmann überlegen weiterhin, wie man dem Nazi-Regime ein Ende setzen kann.
Ferdinand Lehmann führt weiterhin die Fabrik, in der Waffen hergestellt werden und das Arbeitslager. Dabei ist er immer darum bemüht, dass es den Arbeitern besser geht als in anderen Arbeitslagern. Trotzdem führt das zu einer Arbeitsniederlegung in der Fabrik.

SS-Mann Alfred Breuer kommt den Familien, besonders den von Falkenbachs immer näher. Ich hoffe sehr, dass Paul-Friedrich die Gefahr abwenden kann.

Auch Ferdinands Frau Elisabeth treffen die Leser*innen wieder. Sie ist weiterhin eine große Anhängerin des Führers, bereut jedoch, dass sie ihren Mann so hintergangen hat.

Ellin Carsta erzählt die Geschichte in einem flüssigen und spannenden Schreibstil, sie vermittelt die Atmosphäre, die zu dieser Zeit in Deutschland herrscht, sehr gut. Außer der Familie und den Freunden trauen auch die von Falkenbachs und die Lehmanns niemanden mehr.
Das Land ist mitten im Krieg und man spürt deutlich die Auswirkungen, auch wenn es den Familien an nichts mangelt.
Nach außen lassen die Familien von Falkenbach und Lehmann sich nicht anmerken, was sie wirklich vom Krieg und ihren Verursachern halten. Gerade Paul-Friedrich ist immer darauf aus, dass man seine Treue gegenüber Hitler nicht anzweifelt. In der Geschichte bekommt man die Denkweise der Charaktere natürlich mit. Die Geschichte ist an einen Zeitpunkt angekommen, wo ich mir immer mehr Sorgen um die Familien mache. Paul-Friedrich scheint zwar immer bestens informiert zu sein und immer das Ziel zu verfolgen Unheil von den Familien fernzuhalten. Aber es gibt Gegner, die den Familien schaden wollen.

Auch der 13. Band war wieder sehr spannend erzählt.
Ich hoffe, Ellin Carsta lässt ihre Leser*innen die Familien noch einige Zeit begleiten.

Jetzt fiebere ich schon wieder ganz aufgeregt dem 14. Band entgegen.
„Die Stimme der Gewalt“ soll im Juni erscheinen und schon der Titel lässt ahnen, dass es aufregend weitergeht.

Die Papierschöpferin

Anna Thaler
Historischer Roman
319 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Interessanter Historischer Roman

Klappentext:
Norditalien im 15. Jahrhundert: Der plötzliche Tod ihres Vaters lässt Sofia di Maderno mit drei jüngeren Geschwistern zurück. Jetzt muss sie, auf sich allein gestellt, die Papiermühle der Familie führen. Als Sofia sich weigert, den Sohn eines anderen Müllers zu heiraten, werden aus den Nachbarn Konkurrenten, die ihr die Gesellen abwerben. Bald steht die Mühle kurz vor dem Ruin. Erst die Unterstützung des väterlichen Freunds Sebastiano, eines Franziskaner-Mönchs, lässt Sofia wieder Hoffnung schöpfen. Sebastianos Novize Gianluca lässt Sofias Herz höher schlagen. Schließlich führt der Kampf um ihr Erbe Sofia nach Augsburg, wo nach den Erfindungen Johannes Gutenbergs der Buchdruck revolutioniert wird. Und nach Venedig, wo ihr Vater einen gefährlichen Plan verfolgt hat.

„Die Papierschöpferin“ ist ein interessanter Historischer Roman von Anna Thaler.

Sofia di Maderno lebt in Norditalien im Papiermühlental. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert sich Sofia um die Familie. Jetzt ist ihr Vater von einer Reise nach Venedig nicht zurückgekommen. Sofia steht mit der Papiermühle und drei jüngeren Geschwistern allein da.
Zuerst sieht es so aus, als würden die anderen Papierhersteller Sofia unterstützen. Das hält aber nicht lange an. Zu einer Heirat will sie sich nicht zwingen lassen. So bleibt ihr nur die Unterstützung von Frate Sebastiano, einem Freund ihres Vaters und dem nahegelegenen Kloster.
Als es um die Mühle schlecht aussieht und es keine Arbeiter im Ort gibt, geht Sofia mit Frate Sebastiano auf eine Reise nach Augsburg, um neue Arbeiter anzuheuern.
Hier macht Sofia die Bekanntschaft mit dem Buchdruck, eine revolutionäre Erfindung von Johannes Gutenberg. Weiter geht es nach Venedig, um herauszufinden, was das Vorhaben ihres Vaters war.

Anna Thaler verpackt in ihrer Geschichte viele Informationen über die damalige Papierherstellung. Ich fand das sehr interessant und habe mir die Herstellung von Papier nicht so mühsam vorgestellt. Für den neue Buchdruck kann man dann auch nicht jedes Papier gebrauchen. Vor allem der Leim, der auf die Papierbögen aufgetragen wird, braucht eine bestimmte Rezeptur. Hier habe ich Sofia bewundert, wie sie sich gleich an die Rezepturen ihres Vaters erinnert hat und die richtige parat hatte.

Die Charaktere sind von Anna Thaler gut gezeichnet und wirken lebendig. Mir hat Sofia gut gefallen. Sie hat viel Verantwortung übernommen, für ihre Geschwister und für die Mühle. Auch Frate Sebastiano war mir schnell sympathisch, auch wenn ich nicht mit jeder Handlung von ihm einverstanden war. Sein Novize Gianluca ist auch eine große Bereicherung für die Geschichte.
In der Geschichte treffen die Leser*innen auch auf einige historische Persönlichkeiten wie z. B. Jakob Fugger. Das macht die ganze Geschichte noch authentischer.

Anna Thaler erzählt die Geschichte in einer der zeit angepassten Sprache. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten kaum aus der Hand legen.

Mir haben so wohl die Geschichte, wie auch die interessanten Informationen zur Papierherstellung sehr gut gefallen.

„Die Papierschöpferin“ ist ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack.

Bambino

Marco Balzano
Roman
242 Seiten
Übersetzt aus dem Italienischen von Peter Klöss
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Triest im Wandel der Zeit

Klappentext:
Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.

„Bambino“ von Marco Balzano führt die Leser*innen nach Triest in das Jahr 1920 und in die Zeit des 2. Weltkriegs.

Mattia Gregori wird Bambino genannt. So harmlos wie das klingt ist er aber nicht. Er ist eher aggressiv und hat so gut wie keine Freunde. Sein Vater ist Uhrmacher und rät Mattia eine Uhrmacherlehre zu machen. Doch Mattia hält sich lieber mit Diebstahl über Wasser. Schließlich landet er bei den italienischen Faschisten, die gegen die Kommunisten kämpfen und auf die Slowenen losgehen.
Ganz verloren ist er, als im seinen Mutter Donatella kurz vor ihm Tod verkündet, dass sie nicht seine leibliche Mutter ist.

Marco Balzano schildert das Leben von Mattia Gregori sehr interessant. Dabei erzählt der Autor auch eine Zeitgeschichte, die mir vorher nicht so bekannt war.
Die Charaktere werden von Marco Balzano stark herausgestellt. Mattia Gregori ist unsympathisch aber eine interessante Figur, die uns durch ein Stück europäische Geschichte führt.

Marco Balzano erzählt die Geschichte wie von ihm gewohnt mit starken Worten. Man wird richtig in die Geschichte hineingezogen.

„Bambino“ ist ein interessanter Roman der sich fast wie eine Biografie liest.

Der Tote an der Alster

Anja Marschall
Historischer Kriminalroman
269 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Interessanter historischer Kriminalroman

Klappentext:
1906: In Hamburgs vornehmem Hotel Vier Jahreszeiten feiern die Reichen der Stadt – doch der schöne Schein wird jäh getrübt, als ein Toter in einer Suite gefunden wird. Kommissar Hauke Sötje begreift sofort, dass dieser Fall etwas mit ihm zu tun hat, denn das Opfer ist sein Widersacher Graf von Lahn. Während sein Vorgesetzter den Mörder im Hotel sucht, stellt Hauke eigene Ermittlungen an und stößt auf Spionage, Verrat und die erschütternde Erkenntnis, dass er und seine Familie längst ins Visier des Täters geraten sind.

„Der Tote an der Alster“ ist ein spannender und interessanter historischer Kriminalroman von Anja Marschall. Es ist der 6. Band der Hauke Sötje Reihe.
Die vorherigen Bände habe ich nicht gelesen, was für das Verständnis auch nicht unbedingt nötig ist.

Hauke Sötje ist Kommissar in Hamburg. Sein Vorgesetzter hält viel von ihm, bei seinen Kollegen hat er eher einen schweren Stand. Das hat vielleicht mit seiner Vergangenheit als Kapitän zu tun.
Jetzt wird er in das luxuriöse Hotel Vier Jahreszeiten gerufen. Im Zimmer 301 wurde ein toter Gast gefunden. Dem Hoteleigentümer nach handelt es sich um den Kaufmann Eugenius Oppenheimer aus Stuttgart. Hauke Sötje glaubt allerdings in dem Opfer den Spion und seinen Widersacher Graf von Lahn zu erkennen.
Während der Ermittlungen wird Sötje von seiner Vergangenheit eingeholt und auch seine Familie gerät in Gefahr.

Anja Marschall erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Die Charaktere sind zum größten Teil sympathisch. Vor allem Hauke Sötje gefällt mir gut. Er bringt moderne Ansätze mit in seine Ermittlungen ein und verlangt auch von seinen Mitarbeitern, dass sie sich ein wenige in der Gerichtsmedizin auskennen. Zumindest sollen sie erkennen können, wie lange ein Opfer schon tot ist.

Es ist spannend bei den Ermittlungen zu folgen. Hauke Sötje steht kurz vor einer Beförderung, die er bei diesem Fall zu verspielen scheint. Der Kommissar will an die Identität des Toten nicht glauben.
Da Sötje mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, erfahren die Leser*innen auch etwas vor seiner Zeit bei der Polizei.

Anja Marschall vermittelt die Zeit in ihrem Kriminalroman sehr gut. Vor jedem Kapitel gibt es unabhängig von der Geschichte einen kurzen Auszug aus einer örtlichen Zeitung. Damit kann man sich gut in die Zeit hineinversetzten.
Auch die Sprache ist hervorragend an die Zeit angepasst.

Anja Marschall erzählt den Fall spannend, es gibt aber auch immer wieder einmal stellen, die etwas langatmig sind und man sich wünscht, dass es zur Sache geht.

Das Ende hat mich etwas bestürzt. Der Kriminalroman hört praktisch mitten in der Geschichte auf.
Jetzt heißt es warten bis im Herbst der nächste Band erscheint.

Wem du traust

Petra Johann
Kriminalroman
428 Seiten
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch erzählt

Klappentext:
Eva führt mit ihrem Mann Daniel und dem gemeinsamen kleinen Sohn das perfekte Leben am Stadtrand. Oft hilft Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, als Babysitterin aus. Eines Nachts bringt Daniel die Fünfzehnjährige nach Hause, doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Eine fieberhafte Suche beginnt. Als Sofias blutbefleckter Pullover gefunden wird, bricht Evas heile Welt zusammen. Ihr Mann beteuert seine Unschuld – doch kann sie seinen Worten Glauben schenken?

„Wem du traust“ ist ein spannender Kriminalroman von Petra Johann.

Sofia ist die Tochter von Evas bester Freundin Susanne. Wie schon oft hat sie am Abend auf Evas kleinen Sohn aufgepasst. Eva und ihr Mann Daniel waren zusammen mit Susanne und ihrem Partner Axel bei einer Party. Anschließend hat Daniel Sofia nachhause gefahren. Doch dort ist sie niemals angekommen.

Petra Johann erzählt die Geschichte sehr spannend und atmosphärisch.
Die Charaktere werden gut beschrieben, man kann sie sich gut vorstellen. Eva uns Susanne sind beste Freundinnen und waren mir auch schnell sympathisch. Bei den Männern war ich mir nicht so klar. Eigentlich war mir Daniel auch sympathisch, aber er machte immer wieder Dummheiten und verschwieg Fakten, dass ich ihm bald nicht mehr getraut habe. Auch Axel hatte eine Seite an sich die ich nicht so mochte. Das war aber von der Autorin auch so beabsichtigt.
Sofia ist auch ein interessanter Charakter. Sie ist eine Einzelgängerin, hat kaum Freundinnen. Ob sie unter dem Asperger-Syndrom leidet, bleibt offen.

Die Polizei sucht nach der vermissten Sofia. Ihre Spur verliert sich praktisch auf der Fahrt mit Daniel zu ihr nach Hause. Später werden ihr Fahrrad und ein blutbefleckter Hoodie gefunden. Daniel gerät ins Visier der Polizei. Die Polizei ermittelt im Umfeld von Sofia, die eine Einzelgängerin ist. Einzig in der Schule bekommen sie kleine Hinweise.

Zwischen den tragischen Tagen zwischen Hoffen und Bangen gibt es immer wieder kurze Abschnitte von einer namenlosen Frau der schlimmes angetan wurde und die sich in einem Raum aufhält in der Hoffnung, dass der, der ihr das angetan hat nicht zurückkommt. Handeln die Abschnitte von Sofia? Ich habe mit schlimmen gerechnet und um Sofia gebangt.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, so weniger habe ich den Protagonisten getraut.
Petra Johann hat gleich zu Beginn mit dem Verschwinden von Sofia Spannung aufgebaut und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen können.
Das Ende ist dann überraschend, aber auch schlüssig.

Für mich war „wem du traust“ das erste Buch von Petra Johann, aber bestimmt nicht das Letzte.

Prost, auf die Fischer

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
344 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Eine Leiche im Fischernetz

Zum Inhalt:
Hauptkommissar Tischler und die gesamte Brunngrieser Dienststelle machen eine Wanderung zum Frillensee. Nach einem ausgedehnten Picknick entdeckt Luise eine Leiche im See. Und tatsächlich liegt das der Fischer Harald Lorenz in einem Fischernetzt eingerollt.
Die Ermittlungen ergeben, dass Harald Lorenz bei de anderen Fischer nicht gerade beliebt war.

„Prost, auf die Fischer“ ist mittlerweile der 12. Band, der erfolgreichen Kommissar Tischler Reihe von Friedrich Kalpenstein.

Wieder einmal darf ich in das beschauliche Brunngries reisen und den Ermittlungen von Kommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink beiwohnen.
Ich liebe diese Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und fiebere jedem neuen Band entgegen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und mit ihrem bayrischen Humor sind sie mir richtig ans Herz gewachsen.
Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink sind zu einem großartigen Team geworden. Mit ihrer bekannten T-U-F Methode haben sie schon so manchen brenzligen Fall gelöst.

Der Fall wird wieder spannend erzählt.
Es macht Freude die Ermittler durch Brunngries und Umgebung zu begleiten. Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink ermitteln im näheren Umfeld des Fischers Harald Lorenz. Er arbeitet im Fischereibetrieb seiner Partnerin Christine Winter. Lorenz wollte in dem Betrieb schnell das Sagen haben und den Betrieb zu mehr Ertrag bringen. Dabei machte er sich die anderen Fischer nicht gerade zu Freunden.

Friedrich Kalpenstein lässt gleich zu Beginn, mit dem Fund der Leiche Spannung aufkommen. Diese Spannung hält sich auch über die ganze Geschichte, sie steigert sich sogar noch weiter bis zum Ende hin.

Friedrich Kalpensteins flüssiger und gut verständlicher Schreibstil sorgt dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Spielend lässt der Autor den Bezug zur Region Oberbayern in die Handlung mit einfließe und bringt sie so seinen Leserinnen näher. Natürlich begegnen die Leserinnen auch wieder Resi, die dem Kommissar und auch mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Aufgelockert wird der Kriminalroman durch den intelligent eingesetzten Humor. Beim Lesen muss ich wie immer oft schmunzeln.

„Prost, auf die Fischer“ hat mir wieder schöne Lesestunden bereitet. Jetzt freue ich mich auf Band 13 „Prost, auf die Sportler “ der im September 2026 erscheinen soll.

Der tiefe Grund

Anna Johannsen
Kriminalroman
314 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Johannsen für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch

Klappentext:
Oberkommissarin Lea Nielsen glaubt nicht an einen gewöhnlichen Unfall, als die 25-jährige Lisa Uhlen Opfer einer Fahrerflucht wird und kurz darauf stirbt. Schnell gerät der Ex-Freund der Toten in den Fokus der Ermittlungen. Als die Polizei herausfindet, dass die Tat mit einem gestohlenen Auto begangen wurde, führt die Spur in eine ganz neue Richtung.

„Der tiefe Grund“ ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Lea Nielsen“ von Anna Johannsen.
Die Autorin gehört zu meinen liebsten Krimi-Autorinnen und begeistert mich immer wieder mit ihren Geschichten. Der 1. Band, der neuen Krimireihe hat schon Lust auf mehr gemacht.
Oberkommissarin Lea Nielsen hat sich, trotz ihrer Karriere beim LKA in Niedersachsen in das beschauliche Wittmund versetzten lassen.
Hier ist sie jetzt die Stellvertreterin des 1. Hauptkommissars. Ein Kollege aus ihrem Team hatte sich ebenfalls gute Chance auf die Stelle ausgerechnet, dementsprechend kühl ist die Beziehung zu dem Kollegen.

Der Grund für den Wechsel ist Leas Vater. Bei ihm schreitet die Demenz immer weiter fort. Auch wenn der Vater die Familie verlassen hatte, als Lea noch ein Kind war, fühlt sie sich doch verantwortlich.

Nach dem Lea ihren 1. Fall in Wittmund auf unkonventionelle Art gelöst hat, steht wieder ein Fall an. Eine junge Frau wurde überfahren, der Fahrer hat Fahrerflucht begangen. Was wie ein gewöhnlicher Unfall aussieht, abpumpt sich bei näherer Betrachtung als mutwillige Tat, auch wenn Leas Vorgesetzter das nicht so sieht.

Anna Johannsen erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Lea. So kommt man der Oberkommissarin ganz nahe, spürt was sie fühlt und was sie denkt. Mir ist Lea schnell sympathisch geworden.

Anna Johannsen hat wieder interessante Charaktere geschaffen und lässt sie lebendig werden.
Die Geschichte die ruhig anfängt, nimmt immer mehr Fahrt auf und wird immer spannender.
Es gibt verschiedenen Szenarien, was hinter dem Unfall stecken könnte und somit auch verschiedene Verdächtige.

Die Leserinnen dürfen Lea auch etwas im Privatleben begleiten und erfahren immer mehr von der sympathischen Frau. Sie gab ihre aussichtsreiche Position beim LKA auf, um für ihren Vater da zu sein, der nie für sie da war. Lea hat eine Trennung hinter sich und in diesem Band erfahren die Leserinnen wieder etwas mehr zum Hintergrund.

Der Schreibstil von Anna Johannsen ist wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Mit „Der tiefe Grund“ hat mich Anna Johannsen wieder einmal begeistert. Ich habe das Buch in 2 Tagen ausgelesen.
Jetzt freue ich mich schon auf den 3. Band, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

This Story Might Save Your Life

Tiffanay Crum
Thriller
440 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Susann Rehlein
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ruhige aber doch recht spannende Geschichte

Klappentext:
Was dich nicht umbringt, lässt dich überleben. Das ist das Motto des beliebten Podcasts von Joy und Benny mit Geschichten über Leben und Tod. Sie sind ein eingespieltes Team und als beste Freunde unzertrennlich. Doch eines Morgens ist Joy verschwunden, ihr Ehemann auch. Freiwillig ist sie nicht gegangen. Die Scherben im Badezimmer sprechen eine klare Sprache. Die Polizei nimmt Benny ins Visier, der selbst verzweifelt nach Joy sucht. Und obwohl er verdächtigt wird, sagt er den Ermittlern nichts, als er ein Manuskript findet. Denn Joys Memoiren offenbaren eine Wahrheit, die alles infrage stellt, was er zu wissen glaubte. Sie erzählen von gefährlichen Geheimnissen und einer großen Liebe und enden abrupt.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein spannender Thriller von Tiffany Crum.

Joys und Benny sind beste Freunde. Zusammen betreiben sie sie den Podcast „This Story Might Save Your Life“. In diesem Podcast fordern sich die Beiden mit gefährlichen Situationen heraus. Einer stellt die Aufgabe und der andere muss überlegen, wie er aus dieser Situation wieder herausfindet.
Doch dann ist Joys plötzlich verschwunden und wie es aussieht auch ihr Mann. Die Wohnung sieht nicht so aus, als wären die Bewohner freiwillig gegangen.
Die Polizei verdächtigt Benny und Benny beginnt nach Joys zu suchen und stößt auf so manches Geheimnis.

Tiffany Crum hat interessante Charaktere ins Rennen geschickt.
Joys ist Grafikdesignerin und leidet unter Narkolepsie, das ist eine Störung im Schlaf-Wach-Rhythmus.
Benny nett und hilfsbereit. Sein Makel, er ist vorbestraft, was ihm sehr unangenehm ist.
Genau wie Joys ist er kreativ und lustig. So ist auch der Podcast der Beiden entstanden.

Tiffany Crum erzählt die Geschichte in einem recht ruhigen und unaufgeregten Ton und trotzdem erzeugt die Autorin reichlich Spannung, auch wenn die durch einige Längen, die die Geschichte zwischendurch aufweist, unterbrochen wird.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Benny erzählt. Zwischendurch gibt es immer wieder Auszüge aus einem Manuskript von Joys, das Benny findet und das aus Joys Vergangenheit erzählt. So lernen die Leserinnen eine Seite von Joys kennen, die man so nicht geahnt hätte. Als Leserin erfährt man so aber auch noch einiges über den Podcast und über die freundschaftliche Beziehung zwischen Joys und Benny.

Die Geschichte ist durch die Erzählung der Gegenwart und den Auszügen aus dem Manuskript von Joys recht abwechslungsreich.

Tiffany Crum hat einen angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Wer am Ende übrig bleibt

Mark Flemming
Roman
476 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend wie ein Thriller

Klappentext:
Nach Jahren trifft Anne, eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, ihre ehemaligen Mitbewohner Sven, Merle und Paulina wieder. Um dem damaligen Fünften im Bunde, dem kürzlich verstorbenen Ruben, die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einer gemeinsamen Reise durch die Ostsee auf.
Doch der Segeltörn gerät schon bald zum Desaster.
Anne hütet ein dunkles Geheimnis und droht darüber beinahe den Verstand zu verlieren: Sie ist verantwortlich für Rubens Tod und will ihre Schuld ein für alle Mal loswerden. Doch auch unter den anderen herrscht Anspannung: Lange verdrängte Gefühle kommen wieder hoch, Rivalitäten, Eifersüchteleien und Streit kratzen am fragilen Zusammenhalt der Gruppe.
Eine Flaute, zur Neige gehende Treibstoffvorräte und eine Beinahekollision mit einem Tanker lassen die Stimmung an Bord vollends kippen. Ohne die Möglichkeit zu entkommen, sind die Segelnden einander gnadenlos ausgeliefert. Wer kann wem noch trauen? Schon bald ist klar: Nicht alle werden von dem Segeltörn lebend zurückkehren. Und auch für die Überlebenden ist der Albtraum noch lange nicht vorbei.

„Wer am Ende übrig bleibt“, ist ein spannender Roman von Mark Flemming.
Ich würde das Buch eher im Genre Thriller ansiedeln.
Anne trifft nach Jahren ihre früheren Mitbewohner wieder. Einer ist kürzlich verstorben und in Gedenken an Ruben begeben sie sich auf einen Segelturn, der ein verhängnisvolles Ende findet.

Mark Flemming hat interessante und recht unterschiedliche Charaktere entworfen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Anne erzählt, einer Unternehmensberaterin und frühere Mitbewohnerin der Clique. Anne fühlt sich schuldig am Tod von Ruben. Ihre Gedanken führen immer wieder zurück zu der Zeit als die Freunde zusammengewohnt haben. So erfahren die Leser*innen einiges aus der Zeit und von dem Zusammenleben der Clique. Schnell wird aber auch klar, dass man den Gedanken von Anne nicht immer Glauben schenken kann.
Zwischen den Kapiteln kommen immer wieder Auszüge aus einer Gerichtsverhandlung. Angeklagt ist Anne. Somit ist klar, Anne hat den Segelturn überlebt, aber was ist mit den anderen passiert.

Mark Flemming baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Dabei spielt er mit der Psyche der Leser*innen. Die Atmosphäre hat etwas Dunkles und Geheimnisvolles.
Der Schreibstil von Mark Flemming ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.

„Wer am Ende übrig bleibt“, ist ein Roman so spannend wie ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Hörst du den Schrei?

Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell
Kriminalroman
367 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Start einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist.

„Hörst du den Schrei?“ ist der erste Band der norwegischen Krimireihe „Ein Fall für Podcaster Markus Hegerørn“ von Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell.
Von Jan-Erik Fjell habe ich schon die „Anton-Brekke-Reihe“ gelesen. Auf die neue Reihe war ich schon gespannt.

Der Podcaster Markus Heger beschäftigt sich mit dem Fall der vor 15-Jahren verschwundenen Leah. Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, geht die Polizei davon aus, dass, das Mädchen ermordet wurde. Dafür wurde ihr Vater verurteilt und sitzt im Gefängnis. Jetzt ist eine Journalistin, die sich auch mit dem Fall beschäftigt hatte, verschwunden. Markus Heger geht davon aus, dass der Vater unschuldig im Gefängnis sitzt und der wahre Mörder noch frei herumläuft. Jetzt nimmt er den Fall in die Hand.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Markus Heger gefällt mir gut, er ist clever und kann schnell gute Schlüsse ziehen. Er hat sich für seinen Podcast mit dem Fall Leah beschäftigt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört zu den Zuhörenden des Podcast und will mit Markus über den Fall sprechen. Doch dazu kommt es nicht. Nach der ersten kurzen Kontaktaufnahme wird die Journalistin vermisst.

Jorn Lier Horst und Jan-Erik Fjell erzählen den Fall, der ja eigentlich abgeschlossen ist recht spannend. Die Autoren bauen die Spannung schon früh auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht. Markus Heger ermittelt in dem von der Polizei erfolgreich abgeschlossenen Fall. Es tauchen immer neue Personen auf, die in den Fall involviert sein können. Immer wenn ich dachte, dem wahren Täter auf der Spur zu sein haben die Autoren wieder eine Wendung eingebaut und ich war so schlau wie vorher.
Die Lösung des Falls hat mich dann doch überrascht, aber wenn man 1+1 zusammenzählt, so ging es doch geplant in diese Richtung, nur das die Autoren ihren Leser*innen so einige Fallen gebaut haben, in die ich gerne getreten bin.
„Hörst du den Schrei?“ ist ein gelungener Auftakt für die neue Krimireihe. Ich bin schon jetzt auf den 2. Band gespannt.