Dünenwut

Sven Koch
Kriminalroman
263 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Nordseekrimi, mit beängstigendem Thema

Klappentext:
Deutschland steht unter Schock: Eine Gruppe von Öko-Terroristen hat in der Nordsee ein Strom- und Daten-Kabel gekappt und damit in ganz Norddeutschland einen Blackout verursacht.
Nach einer chaotischen Nacht ist zwar das Stromnetz stabilisiert. Doch die Gruppe droht mit weiteren Anschlägen, sollte das heftig umstrittene, milliardenschwere Projekt »Green Islands« nicht gestoppt werden. Denn die künstlich angelegten Inseln, auf denen grüner Strom erzeugt werden soll, gelten vielen Experten als ernste Bedrohung für das ohnehin bereits gefährdete Ökosystem der Nordsee.
Für die SOK um Tjark Wolf und Femke Folkmer beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Und gegen eine neue Bundesbehörde, die ganz eigene Ziele verfolgt.

„Dünenwurt“ ist der 9. Band der Reihe „Ein Fall für Femke Folkmer und Tjark Wolf“ von Sven Koch.

Sven Koch hat seinem neuen Krimi ein aktuelles Thema zugrunde gelegt. Hier kann man zum einen verfolgen, wie an Profit gedacht wird unter dem Mantel des Umweltschutzes.
Zum anderen wie angreifbar man als Land ist und wie wenig ohne Strom noch funktioniert.

Sven Koch beschreibt die Szenarien des Blackouts sehr eindringlich. Ich wusste nicht, dass auf dem Meeresboden so viele Kabel liegen, um die Verbindung zwischen den Kontinenten oder die Inseln zu ermöglichen.
Der Autor beschreibt das auch für Laien so weit verständlich, doch manchmal wurde es mir zu technisch, zu detailliert, was den Lesefluss etwas bremste.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig.
Femke Folkmer und Tjark Wolf gefalle mir gut. In diesem Fall ermitteln sie, obwohl sie nicht wirklich ermitteln sollen. Doch den beiden geht es um Gerechtigkeit, was ich gut finde.

Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Das Sprengen der Stromleitung ist erschrecken real.

„Dünenwurt“ ist ein spannender Krimi mit einem aktuellen Thema, den ich gerne gelesen habe.

Krakenkind

Maria Grund
Thriller
384 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit geheimnisvoller Atmosphäre

Klappentext:
Småland, Spätsommer 1996: Die Abendsonne taucht den kleinen schwedischen Ort Augu in goldenes Licht. Doch die Idylle trügt, denn in der Dunkelheit der Nacht geschieht ein brutales Verbrechen. Eigentlich wollte die junge Polizistin Sanna nach Gotland ziehen und dort ein neues Leben beginnen, doch dieser Fall hält sie davon ab, ihre Koffer zu packen. Anhaltspunkte gibt es wenige, die Ermittlungen kommen nur schleppend voran, aber bei näherem Hinsehen bekommt das friedliche Bild der Gemeinde tiefe Risse. Die Bewohner von Augu hüten dunkle Geheimnisse, und noch bevor Sanna das Geflecht aus Lügen entwirren kann, gibt es weitere Opfer. Das Grauen beginnt erst.

„Krakenkind“ ist der 4. Band der „Berling-und-Pedersen-Reihe“ von Maria Grund.
Die Autorin wurde bereits für ihr Debüt „Fuchsmädchen“ von der Swedish Crime Fiction Academy ausgezeichnet.

Die Geschichte beginnt recht ruhig. Die Leser*innen haben genügend Zeit sich mit den Charakteren und den Örtlichkeiten vertraut zu machen.

Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich abwechseln und die Geschichte facettenreich machen.

Die Polizistin Sanna steckt mitten in den Vorbereitungen ihres Umzugs nach Gotland. Doch der Fall in dem ermittelt werden muss, es geht an ein Verbrechen an einer Frau, lässt Sinna innehalten, erst muss dieser Fall gelöst werden, dann kann Sina sich ihrem Umzug widmen.

Die Hauptrolle in dieser Geschichte, hat diesmal eine ganze Gemeinde. In Augu stoßen die Ermittler auf ein Geflecht aus Lügen und dunkle Geheimnisse. Die Ermittlungen gehen dadurch recht schleppend von statten.

Maria Grund schreibt in einem spannenden Schreibstil. Die Autorin versteht es, den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte zu spannen.
Maria Grund hat die verschiedenen Handlungsstränge fest in der Hand und verknüpft sie am Ende auf eine überzeugende Weise.

Die Atmosphäre in den Thrillern der Autorin, hat immer etwas Dunkles und Geheimnisvolles an sich.

Ihre Charaktere hat die Autorin mit viel psychologischem Geschick entworfen und verlangt ihnen immer einiges ab.

Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

Wie schon „Fuchsmädchen“, „Rotwild“ und „Krähentochter“ ist auch „Krakenkind“ wieder ein überaus spannender Thriller.

Schattenmädchen

Frida Skybäck
Kriminalroman
429 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Klappentext:
An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Fredrika Storm und Henry Calment entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen, die sieben Jahre zuvor getötet wurde. Zwar gibt es einen verurteilten Täter, doch die damaligen Ermittlungen zeigen eklatante Mängel. Was ist wirklich mit den beiden Frauen passiert? Und wer profitiert bis heute von der offiziellen Wahrheit?

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hoch motiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Eine Studentin verschwindet spurlos. Sie wurde zuletzt auf einer Party der Firma BubbleBuy gesehen. Nur was ist danach passiert. Fredrika Storm und Henry Calment versuchen die letzten Tage der Studentin zu rekonstruieren. Dabei stoßen die Ermittler auf einen Fall, vor 7 Jahren verschwand auch eine Studentin. Allerdings wurde hier der Mörder gefunden und verurteilt. Bis zum Schluss behauptet der Verurteilte unschuldig zu sein, bis er Suizid begann.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was das Ganze sehr facettenreich macht.
Frida Skybäck baut schnell Spannung auf und steigert diese, mit dem zurückliegenden Fall noch einmal.

Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und sind sympathisch. Die Ermittler sind mir schon vom ersten Band gut bekannt. Wieder erfahren die Leser*innen einiges über das Privatleben der Ermittler.

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band einer Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

„Schattenmädchen“ ist ein gelungener 3. Band, der auch wieder Lust auf mehr macht.

Eine tödliche Partie

KJ Charles
Kriminalroman
280 Seiten
erschienen im Second Chances Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Nina Restemeier
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Second Chances Verlag für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit Herz und Humor

Klappentext:
Meisterschützin Patricia Merton freut sich darauf, mit ihrem Bruder an der Jagdgesellschaft ihres alten Freundes Jimmy Lord Witton teilzunehmen. Dass die anwesenden Gentlemen ihre Schießfertigkeit undamenhaft finden, ist ihr dabei völlig egal. Nicht egal ist ihr jedoch die bezaubernde Fenella Carruth. Ein Dilemma, denn sie ist Jimmys Verlobte und damit für Pat tabu.
Als ein Gast der Gesellschaft ermordet aufgefunden wird, bleibt Pat keine Wahl: Mit Hilfe von Fenella will sie den Mörder finden, um Jimmys Ruf zu schützen. Dabei merkt Pat schnell: Fenellas Charme ist mindestens ebenso gefährlich wie die Intrigen und Geheimnisse, die das Haus durchziehen und einen Schatten auf die aufblühende Liebe der beiden werfen. Pat muss sich fragen: Kann sie ihrer neuen Freundin wirklich trauen? Denn auf Rodington Court haben alle etwas zu verbergen.

„Eine tödliche Partie“ von KJ Charles, ist ein Cosy-Crime mit Herz und Humor.

Im Mittelpunkt stehen Patricia und Fenella. Patricia ist zusammen mit ihrem Bruder bei einer Jagdgesellschaft, die ihr Freund Jimmy Lord Witton ausrichtet, eingeladen. Dort fällt Patricia schon durch ihr undamenhaftes Verhalten auf.
Fenella Carruth, auch ein Gast der Jagdgesellschaft fällt Patricia angenehm auf. Sie spürt in ihrer Nähe ein Kribbeln, doch leider ist Fenella die Verlobte des Gastgebers.
Als einer der Gäste ermordet aufgefunden wird, will Patricia zusammen mit Fenella den Mörder finden.

KJ Charles lässt die Geschichte ruhig beginnen. Die Leser*innen könne sich erst einmal mit den Charakteren und den Gegebenheiten vertraut machen. Schnell spürt man, dass Patricia sich von Fenella angezogen fühlt.

Nach fast der Hälfte des Buches gibt es einen Toten. Hier setzt jetzt zusätzlich zu der vorher schon guten Unterhaltung auch Spannung ein.

Die Charaktere erden alle gut beschrieben und sind sympathisch. Patricia mit ihrer unkonventionellen Art hat mir besonders gefallen.

Der Handlungsort und die Jagdgesellschaft werden bildhaft beschrieben, ich konnte mir alles gut vorstellen.

Bei der Suche nach dem Mörder kommen schnell Miss‑Marple Vibes auf.

KJ Charles hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil, der immer wieder mit Humor versetzt wird.

„Eine tödliche Partie“ ist ein unterhaltsames Cosy-Crime, den ich an einem Stück gelesen habe.

Sommer, Glück und Ringelblumen

Ally Zetterberg
Roman
394 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Vanessa Lamatsch
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein leichter Sommerroman

Klappentext:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf.
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte, aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist.

„Sommer, Glück und Ringelblumen“ von Ally Zetterberg ist ein Sommerroman mit Liebesglück.

Die Geschichte beginnt mit 2 Handlungssträngen.
Im schwedischen Svedala möchte die Floristin Sophia gerne das Blumengeschäft ihres verstorbenen Onkels, dass er ihr und ihren Brüdern vermacht hat, weiterführen. Doch die Brüder wollen es lieber so schnell wie möglich loswerden. Jetzt heißt es für Sophia einen großen Auftrag zu generieren, damit sie ihre Brüder auszahlen kann. Dazu eignet sich die anstehende Blumenmesse hervorragend. Doch die Aussichten sind schlecht, denn schon auf dem Weg zur Messe bleibt Sophia mit dem Auto liegen.

In London betreut Blade seine unter Alzheimer leidende Mutter. Ihr Wunsch ist, ihre große Liebe noch einmal zu sehen. Noch heute sitzt Edith noch oft an der Bushaltestelle Hornton Street und wartet auf ihren Sven. Damals, als sie verabredet waren, ist Sven nicht erschienen. Edith bittet ihren Sohn nach Schweden zu reisen um Sven zu finden.
In Schweden angekommen, bemerkt er auf der Straße eine junge Frau, die mit ihrem Auto liegengeblieben ist. Er hält mit seinem Wohnmobil an, um zu helfen.

Ally Zetterberg erzählt die Geschichte mit Herz und Gefühl. Ihre Charaktere wirken wie aus dem echten Leben entsprungen.
Sophia ist Autistin und hat nur den einen Wunsch, ihren Blumenladen zu neuem Leben zu erwecken. Doch sie muss so viel Geld damit verdienen, um ihre Brüder auszahlen zu können.
Blade kümmert sich um seine Mutter und möchte ihr den Wunsch erfüllen und ihre Liebe Sven zu ihr zu bringen.
Sophia und Blade haben mir gut gefallen. Ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Es wird nicht nur das leichte Sommerglück erzählt. Auch Edith ist ein interessanter Charakter. Doch sie triftet immer mehr in die Vergangenheit ab.

Ally Zetterberg vermittelt die Gefühle der an Alzheimer leidenden Edith sehr authentisch. Ich hätte Edith am liebsten immer wieder in den Arm genommen. Es ist schlimm, wenn einem das eigene Leben entgleitet.

Die Autorin beschreibt die Handlungsorte anschaulich. Der Schreibstil von Ally Zetterberg ist gut verständlich.
Auch wenn die Geschichte etwas vorhersehbar war, habe ich „Sommer, Glück und Ringelblumen“ gerne gelesen.

Villa Rivolta

Daniel Speck
Roman
595 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Kindheit in der Villa Rivolta

Klappentext:
Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.
Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.

„Villa Rivolta“ von Daniel Speck ist eine Familiengeschichte, die in den 1950er und 1960er spielt.
Daniel Speck begeistert mich immer wieder mit seinen Romanen. Auf das neue Werk habe ich schon sehnsüchtig gewartet.

Die Geschichte beginnt 1979, die Journalistin Valeria Fabrizi kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur. Das bewirkt, dass Valeria mit ihrem Sohn Tonino vor der Polizei fliehen muss. Bei Piero, ihrem Freund aus Kindertagen will sie Schutz suchen.
Auf der Fahrt erzählt sie ihrem Sohn, ihre Geschichte.
Eine Geschichte aus Kinder- und Jugendtagen. Eine Geschichte als Valeria als Tochter einer Hausangestellten noch in der Vila Rivolta lebte.
Zusammen mit Piero, der Sohn des Patrons erlebte sie eine schöne Kindheit.

Daniel Speck ist zurück in Italien. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Gegenwart, in der Valeria mit ihrem Sohn Tonino zu Piero reist. Und dann die Vergangenheit in der Villa Rivolta.
Beide zeitebenen haben mir gut gefallen. Die Vergangenheit, der größere Teil der Geschichte hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Die Leser*innen lernen Mailand in seinen goldenen Jahren kennen. Ich glaube niemand kann das so gut erzählen wie Daniel Speck.

Der Autor beschreibt das Leben in der Villa sehr lebendig und anschaulich. Auch das Mailand der 1950er und 1960er Jahre wird gut vermittelt. Endlich gab es nach dem Krieg wieder Aufschwung. Mailand erlebte die goldenen Jahre. Wie auch die Familie Rivolta, die Automobile herstellte.

Daniel Speck hat seine Charaktere gut gezeichnet und sie wirken richtig lebendig. Im Anhang gibt es ein Personenregister, in dem viele reale Persönlichkeiten zu finden sind.
So wie die realen Persönlichkeiten; so ist auch die Geschichte einer wahren Begebenheit entsprungen. Die Villa Rivolta gibt es wirklich, genau wie die Familie Rivolta.
In vielen Gesprächen mit Piero Rivolta, fand Daniel Speck Inspirationen für seinen Roman.

„Villa Rivolta“ ist wieder einmal ein echtes Lesehighlight. Ich habe die fast 600 Seiten an 3 Abenden verschlungen.

grün, tot, weiß

Anja Goerz und Eric Niemann
Kriminalroman
300 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Insel unter Mordverdacht

Klappentext:
Am Fuß der Hummerklippen wird der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger ermordet aufgefunden, der sich für die Recherche zu seinem neuen Buch auf Helgoland aufhielt. Bei ihren Ermittlungen stoßen die nach einem Burnout frisch in den Dienst zurückgekehrte Hauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp bald auf ein unfertiges Manuskript, das brisanter nicht sein könnte: Darin enthüllt Gröger die dunklen Machenschaften einflussreicher Helgoländer, von Korruption bis Schmuggel. Plötzlich steht die ganze Insel unter Mordverdacht.

„grün, tot, weiß“ ist der 1. Band der neuen Krimireihe „Herma und Jan ermitteln“ von Anja Goerz und Eric Niemann.

Der Krimiautor Christian Gröger ist zwecks einer Recherchereise auf Helgoland. Dann wird seine Leiche am Fuß der Hummerklippen gefunden.
Hauptkommissarin Herma Bahnsen, die nach einem Burnout gerade ihren Dienst wieder antritt übernimmt den Fall. Zusammen mit ihrem Kollege Jan Tesdorp ermittelt sie. Die Ermittler finden ein unfertiges Manuskript, von hoher Brisanz. Darin legt der Autor so einige dunkle Machenschaften der einflussreichen Helgoländer offen. Jetzt steht praktisch die ganze Insel unter Mordverdacht.

Anja Goerz und Eric Niemann bauen in ihrem Krimi schnell Spannung auf und halten diese auch bis zum Ende aufrecht. Mit etwas Humor lockern sie die Geschichte immer wieder auf.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Ermittler gefallen mir gut und haben Potenzial für viele weitere Fälle.
Auch die Helgoländer in ihrer Verschwiegenheit und manchmal etwas rauen Art werden gut in Szene gesetzt.
Auch der Handlungsort wird gut beschrieben.

Der Schreibstil von Anja Goerz und Eric Niemann ist flüssig und gut verständlich. Vor allem ist er aus einem Guss, man spürt beim Lesen nicht, dass 2 Autoren an der Geschichte gearbeitet haben.

„grün, tot, weiß“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band.

Moorland – Die Zwillinge

Andreas Winkelmann
Thriller
426 Seiten
erschienen bei Droemer Knaur
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit beängstigendem Setting

Klappentext:
Dichte Nebelschwaden hängen über der Marsch, als die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana von einem ihrer Ausflüge ins Moor nicht zurückkehren. Die Suche durch die eiskalte, unwegsame Landschaft bleibt erfolglos, nur eine Kamera deutet auf das Verschwinden der Mädchen hin. Als plötzlich verstörende Bilder von Jana auf ihrem TikTok-Kanal auftauchen, beginnt Kommissarin Malia Gold unter Hochdruck zu ermitteln. Mit jedem Schritt sinkt sie tiefer in den Sumpf aus Lügen und Geheimnissen, die die verschworene Gemeinde zusammenhalten. Doch um die beiden Schwestern zu finden, würde Malia alles tun – sogar sich ihrer eigenen dunklen Vergangenheit stellen.

„Moorland – Die Zwillinge“, ist der Start einer neuen und spannenden Thriller-Reihe von Andreas Winkelmann.

Die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana sind trotz schlechtem Wetter aufgebrochen, um im Moor Bilder und Videos für ihren TikTok-Kanal zu machen. Im Moor ist so starker Nebel, man sieht die Hand vor Augen nicht. Dafür hören die Zwillinge seltsame Geräusche, die selbst ihnen, die sich im Moor auskennen eine Gänsehaut verursachen.
Als die Zwillinge nicht aus dem Moor zurückkommen, geben die Eltern eine Vermisstenmeldung auf. Dann tauchen erschreckende Bilder auf dem TikTok-Kanal der Mädchen auf.
Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Tag in der neuen Dienststelle hat, beginnt die Suche nach den Mädchen.

Das sind die groben Umrisse des Plots.
Mehr möchte ich auch nicht verraten, das müsst ihr selbst lesen.

Die Geschichte wird von Andreas Winkelmann sehr spannend erzählt.
Allein schon die Beschreibung des Settings lässt einen manchmal einen Schauer über den Rücken laufen.
Der Autor lässt seine Leser*innen auch immer wieder das Schicksal der Zwillinge verfolgen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Kommissarin Malia Gold gefällt mir gut. Sie hat so ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit, die noch nicht alle gelüftet wurden. Auf jeden Fall hat sie das Potential für viele weitere Bände der Reihe.

Das Moor als Setting ist genial, es vermittelt ein leichtes Gruseln. Man hat immer das Gefühl, jeden Moment kann etwas Unverhofftes passieren.

Mit dem Verschwinden der Zwillinge baut Andreas Winkelmann schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Genau wie Malia, hatte ich auch verschiedene Verdächtige. Doch die Lösung zum Fall muss bis zum Ende warten.
Dafür erfährt man einiges über die Zwillinge, sie sind nicht immer so unschuldig wie es scheint.
Auch über Malia und ihre Vergangenheit erfahren die Leser*innen einiges. Da bleibt aber noch genug für die nächsten Bände übrig.

Der Schreibstil von Andreas Winkelmann ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Nach ein paar Seiten ist man mitten in der Geschichte und es wird schwer das Buch zur Seite zu legen.
„Moorland – Die Zwillinge“ hat mir wieder viel Lesefreude geschenkt. Ich bin jetzt schon auf den nächsten Band gespannt.

Die Bestie von Dresden

Frank Goldammer
Historischer Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Krimi und historischer Roman spannend verknüpft

Klappentext:
Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau.

„Die Bestie von Dresden ist der 3. Band der Kriminalrat Gustav Heller Reihe von Frank Goldammer.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Dresden in das Jahr 1883.
Im Mittelpunkt steht Gustav Heller, der Großvater von Max Heller aus der Bestseller-Reihe Max Heller.
Gustav Heller ist ein sehr starker Mann mit einem großen Gerechtigkeitsgefühl. Er kann aber auch manchmal ganz schön aufbrausend sein.
Nur sein Assistent Adelbert Schrumm und seine Frau Helene wissen ihn zu nehmen.
Mit seinem Sohn Albert ist er sehr streng. Natürlich möchte er nur das Beste für Albert, aber das erkennt man nicht immer. So hat Albert auch sein Elternhaus verlassen und lebt bei den künftigen Schwiegereltern in eher einfachen Verhältnissen.
Seine Tochter Johanna hingegen vergöttert er, was daran liegt, dass Johanna eine angeborene Herzschwäche hat und ihr Zimmer nur selten verlassen kann.

Es fängt damit an, dass in Dresden aus dem Zoo ein Tiger entlaufen ist. Die Bevölkerung ist in Aufruhr. Auch Gustav Heller und seine Leute sichern das betroffene Gebiet ab, der Tiger allerdings lässt sich nicht Blicken.
Dafür gibt es Opfer eines Mörders. Nach und nach tauchen tote Jugendliche, aus gutem Hause auf. Gustav Heller hat wechselnde Verdächtige und verschiedene Theorien. Beweise hat er allerdings nicht.

Gekonnt hat Frank Goldammer die Zeitenwende geschafft und geht jetzt schon mit dem 3. Band seiner neuen Krimireihe zurück zu Gustav Heller.
Auch wenn Gustav Heller etwas schwierig ist, finde ich ihn als Protagonist sehr interessant.
Er hat sehr innovative Gedanken darüber, was die Ermittlungen erleichtern könnte.
Die Polizei und die Spurensicherung waren zu dieser Zeit lange nicht so ausgerüstet wie heute.
Interessant ist auch die Beschreibung von Dresden im Jahr 1883. Die Fortbewegung war, wenn nicht zu Fuß, dann mit Pferd oder Kutsche. Der Zoo in Dresden war zu dieser Zeit hoch verschuldet. Von dem neuen Tiger versprach man sich mehr Publikum. Doch der war erst einmal entlaufen. Als Kenner von Großtieren und als Berater tritt in diesem Band Karl May auf.

Frank Goldammer hat mich wieder einmal mit seiner Geschichte begeistert.
Er beschreibt die Handlungsorte sowie die Zeit der Handlung sehr eingängig. Man kann sich schnell ein Bild davon machen.
Sein Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin.
Als treue Leserin der Max-Heller-Reihe hat mich die Gustav Heller Reihe gleich mit ihrem 1. Band in ihren Bann gezogen.
Ich bin auch bei „Die Bestie von Dresden“ wieder schnell tief in die Geschichte eingetaucht.

Jetzt freue ich mich, wenn es einen neuen Fall für den Kriminalrat Gustav Heller geben wird.

Tote Vettern erben nicht

Vera Nentwich
Kriminalroman
293 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vera Nentwich für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Krimi

Klappentext:
Ohne jede Vorwarnung steht eines Morgens Bienes Cousine vor der Tür. Zu der Verwandtschaft väterlicherseits war ihr Kontakt bisher eher sperrig, aber jetzt bittet Cousine Franziska Biene um Hilfe. Ihr Bruder und Bienes Vetter Paul ist verschwunden. Da bleibt Sabine „Biene“ Hagen als Detektivin nichts anderes übrig, als zu helfen. Dumm nur, dass sie ihren Vetter kurze Zeit später im Müllcontainer seines Wohnhauses findet und aus dem Vermisstenfall ein Mord wird. Dabei wollte sie sich doch darum kümmern, ihre Beziehung zu Jochen wieder zu kitten. Die Ermittlungen führen Biene tief in Pauls Leben, das einige überraschende Seiten zu bieten hat. War der Vetter ein zu übereifriger Finanzbeamter und musste er deshalb sterben? Oder war sein Ehrgeiz im örtlichen Puzzleverein der Grund für das plötzliche Ableben?
Biene forscht wie gewohnt konsequent und mit vollem Einsatz nach. Unterstützt wird sie erneut von ihrem Kompagnon Jago Diaz Fernandez und von Oma Trudi, die nicht nur ein offenes Ohr hat, sondern immer auch mit dem Essen parat steht.

„Tote Vettern erben nicht“ ist mittlerweile schon der 9. Band der Reihe Biene Hagen von Vera Nentwich.
Die humorvollen Krimis der Autorin lese ich immer wieder gerne, egal ob Biene Hagen oder die Reihe Frau Appeldorn, es ist immer ein Lesevergnügen.

Sabine Hagen, genannt Biene ist Detektivin. Sie ist spontan und handelt oft aus dem Bauch heraus, was sie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Mit dem Polizisten Jochen führt sie eine On-Off Beziehung.

In diesem Band wird es familiär.
Unverhofft steht Bienes Cousine Franziska vor der Tür. Zu diesem Zweig der Verwandtschaft hat Biene eigentlich keinen Kontakt. Doch Franziskas Bruder Paul ist verschwunden und Biene soll helfen ihn zu suchen.
Paul ist ein etwas schwieriger Charakter, der oft bei den Menschen aneckt. Doch, dass man ihn tot und wie Abfall in einem Müllcontainer entsorgt, das ist schrecklich. So übernimmt Biene die auch die Suche nach dem Mörder.

Vera Nentwich hat liebenswerte Charaktere erschaffen. Biene gefällt mir sehr gut. Jago, ihrem Partner in der Detektei ist auch ein liebenswerter Charakter.
Oma Trudi ist sympathisch und umsorgt Biene immer liebevoll. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck.

Als Handlungsort hat die Autorin den Niederrhein auserkoren. Eine eher ruhige Gegend, doch auch hier macht das Verbrechen nicht halt. Gut, dass mit Biene eine erfahrene Detektivin vor Ort ist.

Mit viel Humor macht Vera Nentwich den Krimi zu einem echten Wohlfühlkrimi.
Die Protagonisten wie auch die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Der Fall wird durchaus spannend erzählt und immer wieder mit Humor aufgelockert. Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien.

„Tote Vettern erben nicht“ ist wieder ein humorvoller Cosy-Crime den ich an einem Stück durchgelesen habe. Ich wünsche mir noch mehr Fälle mit der sympathischen Sabine Hagen.