Tanja Weber
Roman
301 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar
Der Strom der Freiheit
Klappentext:
Der Fluss kennt keine Gnade und genau deshalb liebt Lis ihn. Als ihr Mann bei einem Schiffsunglück ertrinkt, trifft die junge Anneliese in den späten 1950ern eine Entscheidung, die alle für unmöglich halten: Sie wird Kapitänin. In einer von Männern dominierten Welt kämpft sie sich auf ihrem Lastenkahn durch Widerstände und Vorurteile, bis sie auf dem Wasser endlich die Freiheit findet, die ihr an Land versagt blieb. Dann tritt der griechische Schiffsmechaniker Vassili in ihr Leben und weckt in ihr eine Liebe, die alles verändert.
„Die Flussfrau“ von Tanja Weber schildert das außergewöhnliche Leben einer Frau, die sich den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit widersetzt, um auf dem Wasser die Freiheit zu finden, die ihr an Land verwehrt bleibt.
Im Mittelpunkt steht Lis. Die Leser*innen begleiten sie von 1937 bis 2020.
Lis ist mit ihren Eltern und ihren Brüdern auf einem Bauernhof aufgewachsen. Das Leben war geprägt von Armut und Lis musste schon früh auf dem Hof mithelfen. Ihre Freundin Edith war ihr oft eine hilfreiche Stütze.
Als sie den Binnenschiffer Horst heiratet, hofft sie, dass ihr Traum nach Freiheit in Erfüllung geht. Familiare und wirtschaftliche Schwierigkeiten versucht Horst mit Alkohol zu vergessen, was dazu führt, dass er zu Gewalt neigt. Als Horst bei einem Unglück ums Leben kommt, übernimmt Lis das Boot.
Lis lernt den griechischen Fischer Vassili kennen und die Liebe hält noch einmal Einzug in ihr Leben.
Tanja Weber hat vielschichtige Charaktere ins Leben gerufen.
Das Zentrum des Romans liegt bei Lis.
Lis hat einen starken Willen, ist ansonsten aber nüchtern und realistisch. Sie ist freiheitsliebend und der Natur sehr verbunden.
Horst nimmt in Lis’ Lebensgeschichte eine Schlüsselrolle ein, obwohl seine direkte Präsenz im Buch nur eine Epoche umfasst. Er ist die Brücke, die es Lis ermöglicht, der Enge ihres Elternhauses zu entkommen und ihr Leben auf dem Wasser überhaupt erst zu beginnen.
Vassili bringt Wärme und eine neue Facette von Liebe in Lis’ ansonsten raues Leben auf dem Schiff.
Tanja Weber hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Mit feinen, präzisen Strichen zeichnet sie die harte Realität der Nachkriegsjahre nach.
Die Handlungsorte werden bildhaft beschrieben. Der Wechselt von der Enge des elterlichen Hofs zur grenzenlosen Weite des Flusses.
„Die Flussfrau“ ist ein tiefgründiger Roman über die Suche nach Freiheit und Emanzipation.
