Bei den Tannen

Lenz Koppelstätter
Kriminalroman
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Spannende Ermittlungen in Südtirol

In einem der besten Restaurants der Welt, dem Tan, wird die Gourmet-Kritikerin Carla Manfredi vergiftet.
Natürlich steht erst einmal die Köchin unter Verdacht.
Nur welchen Grund soll Hedwig Jöchler gehabt haben die Kritikerin zu vergiften?
Bei den Ermittlungen stoßen Commissario Grauner und sein Team auf eine uralte Fete zwischen den Dorfbewohnern und den Jöchlerinnen.
Seit ihre Urahnin 1540 als Hexe denunziert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde haftet der Ruf sie stehen mit dem Teufel im Bunde an ihnen.
Noch heute gibt es Dorfbewohner die, die drei Jöchler Schwestern als Hexe beschimpfen.

„Bei den Tannen“ ist der 7. Band der Commissario Grauner Reihe von Lenz Koppelstätter.
In diesem Buch geht es in die Weilt der Sterneküche.
Wer Commissario Grauner kennt weiß, dass ist nicht seine Welt. Er mag es lieber deftig, ohne viel chi chi. Er ist glücklich wenn er Knödel auf dem Teller hat.

Doch damit nicht genug. Die Geschichte führt uns auch zurück in die Zeit der Hexenverfolgung. Auch in Südtirol wurden Hexen verbrannt. Darunter auch eine Urahnin der Jöchlerinnen.
Also spannende Themen die Lenz Koppelstätter da verarbeitet.

Über dem Buch hängt eine traurige Atmosphäre. Wer sich an den letzten Band „Das dunkle Dorf“ erinnern kann weiß warum.
Piero Marché ein enger Kollege von Commissario Grauner und Claudio Saltapepe war ums Leben gekommen.
Saltapepe ist noch immer dienstunfähig.
Grauner vermisst seine Kollegen sehr. Immer wenn er an dem leeren Schreibstich von Piero vorbeikommt hält er inne.

Tappeiner, die Assistentin von Grauner muss wegen Personalmangel intensiv an den Ermittlungen teilnehmen.
Und sie schlägt sich wacker auch wenn sie in recht gefährliche Situationen gerät.

Die Geschichte mimt immer wieder neue Wendungen an.
Einen Verdacht hatte ich immer wieder und haben ihn auch immer wieder zerschlagen.
Am Ende gab es noch einmal eine unvorhersehbare Wendung.
Der Fall endet für mich überraschend aber stimmig.

Der Schreibstil von Lenz Koppelstätter ist einmalig.
Es ist toll wie er die Handlungsorte beschreibt.
Das schöne Südtirol mit seinen Bergen und versteckten Winkeln.
Ich mag es auch wenn er fast philosophisch die Menschen beschreibt. Die Unterschiede zwischen Dorfmenschen und Stadtmenschen aufzeigt.

Jetzt bleibt mir nur noch mich auf den 8. Band mit Commissario Grauner zu freuen.

Der kleine Medicus – Die geheimnisvolle Villa

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer
Illustration Sabine Rothmund
Kinderbuch
Altersempfehlung ab 8 Jahre
erschienen bei Tessloff
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Ein Buch für kleine Entdecker

„Der kleine Medicus – die geheimnisvolle Villa“ ist der erste Band der Reihe „Der kleine Medicus“ von Dietrich Grönemeyer.
In jedem Band gibt es ein neues Abenteuer mit Nano, dem Held der Geschichten.
Der 10jährige Nano möchte einmal Arzt werden und interessiert sich für alles was moderne Technik angeht.
Als er er in der Villa Nachtigall auf Dr. X und seine Assistentin Micro Minitec trifft beginnt sein erstes Abenteuer.

Dietrich Grönemeyer weckt bei seinen jungen LeserInnen die Neugier und Abenteuerlust.
Er führt sie auf spannende Weise dazu, sich über neue Technologien und über den Körper bewusst zu werden.

Dazu sind die Bücher von Sabine Rothmund liebevoll illustriert.

Empfohlen werden die Bücher für Kinder ab 8 Jahren.
Mit seinen Geschichten wird Dietrich Grönemeyer auch Kinder die sonst nicht viel lesen neugierig machen.

Kinderklinik Weißensee-Jahre der Hoffnung

Antonia Blum
Historischer Roman
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Auch Band 2 ist ein Highlight

Berlin 1918:
Marlene Lindow hat ihr Medizinstudium absolviert und ist zurück in der Kinderklinik Weißensee.
An der Kinderklinik herrscht Ärztemangel. Die meisten Ärzte wurden in die Lazarette beordert.
Das Glück endlich Ärztin zu sein wird überschatten vom Krieg und von der Sorge um ihren Geliebten Maximilian. Ihn hat der Krieg völlig verändert. Aber auch die Spanische Grippe lässt Marlene kaum zur Ruhe kommen. So viele Kinder erkranken. Darunter auch der Sohn ihrer Schwester Emma.
Da kommt der Vater von Emmas Sohn zurück und will ihr eine Heimat außerhalb vom seuchen geplagten Berlin anbieten.
Doch Emma ist im Krankenhaus unentbehrlich und auch ihre Schwester Marlene kann sich nicht vorstellen von Emma getrennt zu sein.
Welchen Weg wird Emma Gehen?

„Kinderklinik Weißensee-Jahre der Hoffnung“ ist der 2. Band der Buchreihe rund um die Kinderklinik in Weißensee von Antonia Blum.
Nach ein paar Seiten war ich wieder in der Kinderklinik angekommen.
Die Hauptpersonen sind die Schwestern Marlene und Emma Lindow die ich schon im ersten Band ins Herz geschlossen habe.
Marlene hat tatsächlich ihr Medizinstudium beendet.
Jetzt ist sie zurück und absolviert ihr Praktikum als Ärztin.
Auch Emma hat sich enorm weiterentwickelt. Sie arbeitet als Kinderkrankenschwester an der Klinik.
Als alleinerziehende Mutter ist es für sie nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen. Ihr Sohn Theodor bekommt dann auch noch die spanische Grippe die in dieser zeit in Berlin herrscht.

Interessant sind auch die Einblicke die man in die Kinderheilkunde bekommt.
Die Kinderklinik Weißensee ist die erste Kinderklinik im Lande und auf das modernste ausgestattet.
Zur Zeit des Kriegs herrscht Ärztemangel. Die Ärzte der Kinderklinik wurden in die Lazarette abgerufen.
Auch das Wüten der spanischen Grippe die zu dieser Zeit Europa befallen hat bekommt man deutlich zu spüren.

Antonia Blum hat diese Geschichte wunderschön geschrieben.
Von Marlene und Emma, ihrem Werken in der Kinderklinik, ihre Liebe und ihre Sorgen hat man sehr schnell Bilder im Kopf.
In dieser Geschichte steckt viel Emotion, viel Liebe und einiges an historischen Informationen.

Die Kinderklinik Weißensee wurde tatsächlich 1911 eröffnet, heute befindet sich dort nur noch eine Ruine.
Die Geschichte der beiden Schwestern geht einen beim lesen richtig ans Herz.
„Kinderklinik Weißensee-Jahre der Hoffnung“ war, wie schon der erste Teil ein echtes Highlight.
Jetzt freue ich mich auf den dritten Band „Kinderklinik Weißensee-Tage des Lichts der im September 2022 erscheinen wird.

SISI Kaiserin wider Willen

Allison Pataki
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Aus einer bayrischen Prinzessin wird die Kaiserin von Österreich.

Als Sisi sich in Franz Joseph von Österreich verliebt ahnt sie nicht was auf sie zukommt.
Sisi, die in Bayern aufgewachsen und sehr naturverbunden ist muss sich in Wien und im Palast der Habsburger zurechtfinden.
Das Volk ist ihr schnell zugetan.
Doch am Hof warten Ränkespiele und Intrige auf sie.
Wie soll Sisi all ihre Pflichten erfüllen, ihre Freiheit wahren und die Liebe zu Franz Joseph nicht verlieren?

Sisi Kaiserin wider Willen ist ein weiterer Roman aus der Reihe außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe.
Mit diesem Roman hat die Autorin Allison Pataki die Reihe bereichert.

Wir begleiten Sisi in den Jahren 1953 – 1967, also ihre Zeit an der Seite von Franz Joseph.
Der Roman ist nicht vergleichbar mit der romantisierenden Verfilmung mit Romy Schneider.
Die Autorin bewegt sich mit ihrer Geschichte nahe an der Realität. Sie hat für dieses Buch Unmengen von historisch belegten Dokumenten gesichtet.
Sisi war für ihre Zeit eine starke und mutige Frau.
Sie wollte sich für Schwächere einsetzten, wollte helfen.
Doch irgendwie ist sie oft gegen Mauern gerannt.

Wenn man das Buch liest hat man das Gefühl die echte Sisi kennenzulernen.
Allison Patkaki verknüpft in ihrem Roman Realität und Fiktion so gekonnt, dass es nahtlos ineinander übergeht und nicht mehr zu trennen ist.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Die eine oder andere Stelle war vielleicht etwas langatmig zu lesen.
Mir hat das Buch viel Freude bereitet und einen guten Einblick in das Leben der legendären Sisi gewährt.