Meeresdunkel

Till Raether
Thriller
408 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Thriller mit ungeahnten Wendungen

Klappentext:
Es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag, in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht.
Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da.
Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen.
Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben.

„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein Thriller mit ungeahnten Wendungen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Familien, die eine Woche Urlaub auf Mallorca verbringen. Was sie bei der Abreise nicht wissen, sie haben die gleiche Unterkunft gebucht. Eine einst stolze Villa auf einer Klippe, die mittlerweile aber in die Jahre gekommen ist. Einige Zimmer sind nicht mehr nutzbar, da feucht. Der Pool ist ausgetrocknet und die Einfahrt nicht befahrbar.

Die eine Familie, das sind Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge Esmé und Finn.
Die andere Familie sind Samuel, Maria und der Sohn Juri mit seiner Puppe Hedwig.
Durch einen dummen Zufall wurde die Unterkunft der Familie doppelt vergeben. Da genug Platz ist, beschließen die Urlauber, die Unterkunft zu teilen.
Noch wissen sie nicht, dass das alles beabsichtigt war.

Till Raether erzählt die Geschichte anfangs in einem ruhigen Ton. Die Leser*innen lernen die Charaktere kennen. Schnell merkt man, dass es in beiden Ehen kriselt. Von Thriller ist nicht viel zu spüren.
Erst in der zweiten Hälfte, in der ein Unwetter aufzieht, nimmt die Geschichte eine Wendung und die Spannung setzt ein. Man spürt plötzlich, dass hier etwas nicht stimmt.
Dafür, dass die erste Hälfte so ruhig erzählt wurde, geht es jetzt Schlag auf Schlag und die Vergangenheit scheint die Protagonisten einzuholen.

Till Raether erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Henrike, Samuel und Juri. Durch die drei Charaktere lernt man die Familien gut kennen.
Die Charaktere sind recht unterschiedlich und auch wenn die Ehepaare sich schon lange kennen, wissen sie doch nicht alles voneinander.

Durch das Unwetter erzeugt Till Raether eine bedrohliche Atmosphäre, die die Spannung in der zweiten Hälfte unterstreicht.

Der Schreibstil von Till Raether ist flüssig und gut verständlich.

„Meeresdunkel“ ist ein Thriller, der Wendungen annimmt, die man so nicht erwartet hätte. Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

Das Gehöft

Leo Brandt
Thriller
394 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Abgeschnitten von der Außenwelt

Klappentext:
Ein kleines Team um die Biologin Lara hat ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um es ökologisch zu bewirtschaften. Doch bald nach der Ankunft geschehen seltsame Dinge. Laras Bruder Malte verschwindet spurlos, kurz darauf reißt die Funkverbindung ab. Die Gruppe ist von der Außenwelt abgeschnitten; ein Entkommen ist wegen der gefährlichen Strömung in einem Priel unmöglich. Lara ist sich sicher, dass sie nicht allein auf der Insel sind. Zugleich verdichten sich Hinweise, dass ihr Lebensgefährte Henry etwas mit dem Verschwinden von Malte zu tun hat. Werden sie von einem Unbekannten verfolgt oder besitzt Henry eine dunkle, gewalttätige Seite? Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation.

„Das Gehöft“ ist das Thriller-Debüt von Leo Brandt.

Der Handlungsort, die unbewohnte Hallig Westeroog, gekauft von einem kleinen Team, rund um die Biologin Lara.
Im Mittelpunkt stehen fünf junge Menschen.
Die Biologin Lara, eine sympathische junge Frau, die sich von dem Versuch, die Hallig biologisch zu bewirtschaften, viel verspricht.
Laras Bruder Malte. Er ist Asperger-Autist und auf seine Schwester Lara angewiesen.
Laras Freund Henry, Softwareentwickler mit eigener IT-Firma, die er mit seinem Freund Kenan zusammen führt.
Kenan ebenfalls Softwareentwickler und Geschäftspartner von Henry. Er ist ein ausgeglichener Typ mit ökologischem Interesse.
Kenans Freundin Silke, Fachärztin für Chirurgie. Silke ist sehr ehrgeizig, was ihren Beruf sowie das Leistungsschwimmen, das sie betreibt, angeht.

Diese fünf begeben sich auf die abgelegene Hallig. Nach dieser Hallig gibt es nur noch das Meer.
Ein Unwetter mit heftiger Sturmflut bricht aus, die jungen Leute sind von der Außenwelt abgeschnitten. Plötzlich auf sich allein gestellt, ohne jeglichen Ausweg, kommt es zu Streitereien unter der Clique. Dann verschwindet plötzlich Malte, Laras Bruder.

Leo Brandt schildert eine Situation, die ich in letzter Zeit oft in Thrillern gelesen habe. Menschen sind plötzlich irgendwo von jeglicher Zivilisation abgeschnitten und es passiert ein Unglück.
Trotzdem gelingt es dem Autor mich mit seinem Thriller zu fesseln.
Leo Brandt baut schon im Prolog Spannung auf, die er im Laufe der Geschichte noch steigert.
Nach der Sturmflut ist die Clique auf sich allein gestellt. Die Situation verschärft sich als, Malte verschwindet und auch das einzige Boot weg ist. Die Internetverbindung ist zusammengebrochen. Wobei es mich wundert, dass auf einer unbewohnten Hallig überhaupt eine Internetverbindung besteht.

Leo Brandt erzählt die Situation auf der Hallig mit einigen Gänsehautmomenten.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Nach einiger Zeit weiß man allerdings nicht mehr, wem man wirklich trauen kann.

Der Schreibstil von Leo Brandt ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

Auch wenn ich solche Szenarien in letzter Zeit häufig gelesen habe, ist „Das Gehöft“ ein spannender Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Fünf Fremde

Romy Fölck
Thriller
380 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Ein dunkles Geheimnis kommt ans Licht

Klappentext:
Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird.

„Fünf Fremde“ von Romy Fölck ist ein spannender Thriller über ein dunkles Geheimnis.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen auf die Nordseeinsel Neuwerk. Ich muss zugeben, von der Insel noch nie gehört zu haben. Sie hat allerdings auch nur 20-30 Einwohner.

Für fünf Passagiere auf der Fähre nach Neuwerk, die sich offensichtlich fremd sind, werden dunkle Erinnerungen wieder hochkommen.

Im Mittelpunkt stehen die 5 Personen:
Annika Lundt ist Kriminalkommissarin. Sie ist auf der Insel geboren und kommt für einige Zeit zurück um sich um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern.

Charlotte Hahnel ist Nonne. Sie kommt auf die Insel, um eine alte Freundin zu besuchen.

Sinje Bianchi ist Journalistin und kommt extra aus Rom auf die Insel. Sie will mehr über den 30 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren, bei dem ein Junge verschwunden ist und bis heute nicht mehr aufgetaucht ist.

Mats Nielsson ist Meeresbiologe und Sturmjäger. Er kommt auf die Insel. Weil ein lebensbedrohlicher Sturm angekündigt wurde. Aber nicht nur das Wetter wird bedrohlich.

Michelle Welm wird in der nächsten Saison als Vogelwartin auf der Nachbarinsel Scharhörn arbeiten. Sie möchte die jetzige Vogelwartin treffen, um einiges über die Arbeit zu erfahren. Doch die taucht nicht auf.

Von den fünf Fremden, haben vier eine gemeinsame Vergangenheit, die langsam ans Licht kommt.

Romy Fölck baut schon gleich am Anfang Spannung auf, als ein Passagier auf der Fähre über Bord geht.

Die Leser*innen lernen die Charaktere nach und nach kennen. Sie bekommen ihre Beweggründe vermittelt, warum sie wirklich auf der Insel sind.

Romy Fölck erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, das macht die Geschichte sehr interessant und spannend. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, die die Personen mit sich herumtragen. Und die dunklen Erinnerungen.

Die Charaktere sind von der Autorin gut gezeichnet. Ich konnte mich schnell in jeden einzelnen einfühlen.

Das Leben auf der einsamen Insel Neuwerk wird gut beschrieben. Im Sommer kommen viele Touristen, aber nach der Saison muss das Leben dort sehr einsam sein.

Romy Fölck, von der ich schon viele Bücher gelesen habe, hat einen flüssigem und gut verständlichen Schreibstil. Den Handlungsort beschreibt die Autorin anschaulich. Eine Skizze im Buch zeigt auch genau auf, wo sich die Charaktere immer befinden.

„Fünf Fremde“ ist ein spannender Thriller, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Die Stockholm Protokolle

Moa Berglöf und Joakim Zander
Thriller
440 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Thomas Altefrohne
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Pageturner

Klappentext:
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia verfolgt eine heiße Spur: Alles deutet darauf hin, dass der charismatische, beliebte Ministerpräsident Schwedens auch dunkle Seiten hat. Der nach außen liebende Familienvater scheint einen Hang zu exzessiven Partys zu haben, die auf Missbrauch schließen lassen. Und er pflegt politische Netzwerke, die einen Rechtsruck bedeuten könnten. Als Julia von ihrem Chefredakteur kaltgestellt wird, ahnt sie, wie hochbrisant die Sache ist. Erst recht als ihr politisch unerfahrener Ehemann, Windkraft-Experte Alfred, plötzlich zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird. Julia kann Alfred nicht sagen, was sie sofort vermutet: Dieser Job wurde ihm nur angeboten, um sie endgültig zum Schweigen zu bringen. Trotzdem beschließt sie, weiter zu ermitteln.
Währenddessen schlägt sich Alfred erstaunlich gut im Polit-Dschungel. Doch in den Korridoren der Macht stößt er auf Betrug und Geheimnisse. Er beginnt nachzuforschen und stellt fest, dass die schmutzigen Geschäfte weit über die Mauern des schwedischen Regierungssitzes Rosenbad hinausreichen.

„Die Stockholm Protokolle“ ist ein spannender Polit-Thriller von Moa Berglöf und Joakim Zander.

Die Investigativjournalistin Julia ist einem Skandal auf der Spur, der den Ministerpräsiden in sehr schlechtes Licht stellen würde. Kurzerhand wird sie von ihrem Chefredakteur ins Abseits gestellt. Dafür bekommt Julias Ehemann Alfred den Job des Pressesprechers des Ministerpräsidenten. Jetzt ist Julia erst recht zum Schweigen verurteilt. Aber auch Alfred bleiben die Geheimnisse und der Betrug nicht verborgen.

Moa Berglöf und Joakim Zander ist hier ein wahrer Pageturner gelungen.
Es wird ein Szenario dargestellt, dass voller Betrug und Missbrauch ist. Der Ministerpräsident ist ein Wolf im Schafspelz. Nach außen hin beliebt und fürsorglicher Familienvater.
Was hinter der Fassade steckt, erfahre die Leser*innen nach und nach.

Der Plot ist intelligent konzipiert. Mit Spannung habe ich die Machtspiele verfolgt.
Die Geschichte wird in einem ruhigen Ton erzählt, aber die Spannung lässt aber nicht lange auf sich warten.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Nicht alle sind sympathisch.

Der Schreibstil des Autoren Duos ist flüssig und gut verständlich, vor allem ist es aus einem Guss, die Leserinnen spüren nicht, dass zwei Autorinnen an der Geschichte gearbeitet haben.

„Die Stockholm Protokolle“ ist ein echter Pageturner, den ich gerne gelesen habe.

Pipeline

Lucas Fassnacht
Thriller
erschienen bei ARS Vivendi
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Lucas Fassnacht für das Rezensionsexemplar

Packender und brisanter Umwelt-Thriller

Klappentext:
Weil die Rhône von Jahr zu Jahr weniger Wasser führt, droht bei einer Reihe von südfranzösischen Atomkraftwerken die Kühlung zu versagen. Notgedrungen wird der deutsche Mittelständler Vogt beauftragt, eine Pipeline zu bauen, die das benötigte Kühlwasser vom Mittelmeer ins Landesinnere pumpen soll.
Die Widerstände sind enorm: Bauernverbände, Umweltorganisationen und die lokale Politik haben jeweils ihre eigenen Gründe, das Projekt verhindern zu wollen. Als eine Pumpstation in Flammen aufgeht, wird die Kommunikationsexpertin Cecilia Thoma von Hamburg nach Avignon beordert. Vorgeblich soll sie die brodelnde Öffentlichkeit beruhigen. Doch als Unbekannte sie mit dem Tode bedrohen, beginnt sie selbst zu recherchieren und findet heraus: Unter den zahlreichen Kräften, die die Pipeline verhindern wollen, haben die gefährlichsten ihre Wurzeln in der eigenen Firma.

„Pipeline“ von Lucas Fassnacht ist ein fiktiver Thriller, der leider gar nicht so realitätsfremd ist.

Die Klimakrise steht im Mittelpunkt des Thrillers. Durch die Erwärmung wird das Wasser knapp.
So auch hier in Südfrankreich, wo die Rhône zu wenig Wasser hat. Doch das Wasser wird dringend zur Kühlung der Atomkraftwerke gebraucht. Eine Pipeline soll gebaut werden, die das Wasser aus dem Meer ins Land pumpt. Doch hier gibt es viele Widerstände, eine Pumpstation wird Opfer der Flammen. Die Kommunikationsexpertin Cecilia Thoma, die, die Öffentlichkeit aufklären und beruhigen soll wird sogar mit dem Tod gedroht.

Lucas Fassnacht hat für seinen Thriller ein aktuelles Thema gewählt. Leider ist das ausgedachte Szenario gar nicht so unrealistisch.

Fakt ist die Klimakrise und auch die dadurch entstehende Wasserknappheit.
Gut vorstellbar ist auch, dass ein solches Projekt wie in dem Thriller beschrieben auf Widerspruch stoßen kann. Unter dem Deckmantel der Bauernverbände und Umweltorganisationen wird gegen das Vorhaben protestiert. Aber wer das Geld hat, dar hat auch die Macht.

„Pipeline“ ist kein Buch, dass man an einem Stück einfach so weg lesen kann. Es fordert schon die Aufmerksamkeit der Leser*innen, schließlich ist es ja auch ein komplexes Thema.

Lucas Fassnacht hat seine Charaktere gut gezeichnet und lässt sie lebendig wirken.

Das Thema wird vom Autor gut und auch für Laien verständlich vermittelt.
Der Schreibstil von Lucas Fassnacht ist flüssig und gut verständlich.

Mit seinem neuen Thriller „Pipeline“, konnte mich Lucas Fassnacht wieder einmal überzeugen.

Nie wieder Opfer

Thomas Schwank
Thriller
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Thomas Schwank für das Rezensionsexemplar

Atmosphärisch und spannend

Klappentext:
Vor zweieinhalb Jahren stirbt Neeles Familie bei einem angeblichen Autounfall in der Elbe. Die Polizei spricht von einem tragischen Unglück. Keine Fremdeinwirkung. Keine Ermittlungen. Der Fall wird geschlossen.
Lisa lebt in Berlin. Sie schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und jagt gemeinsam mit Ünal und Imany neuerdings Prämien für ungelöste Fälle – riskante Recherchen für schnelles Geld.
Ihr erster Auftrag führt sie nach Hamburg, in die glitzernde Welt der Modedesignerin Berit Hansen. Doch hinter Luxus und Erfolg lauert ein Verbrechen, das um jeden Preis verborgen bleiben soll.

„Nie wieder Opfer“ ist das Thriller-Debüt von Thomas Schwank.
Vor der ersten eigenen Veröffentlichung hat der Autor schon als Drehbuchautor reichlich Erfahrung gesammelt. Und das spürt man auch, Thomas Schwank schreib sehr atmosphärisch und seine Charaktere sind wie aus dem echten Leben entsprungen.

Thomas Schwank entführt seine Leser*innen in die Welt der Mode, was gleichzeitig auch eine Welt der Gier und der Macht ist.

Lisa, Ünal und Imany wollen schnelles Geld verdienen. So recherchieren sie in Fällen, für die eine Belohnung ausgeschrieben wurde.
Sie hängen sich an einen Fall in dem es um Markenpiraterie geht. Ein heikles Thema und die drei stoßen auch an ihre Grenzen und bringen sich in Gefahr.
Ob sie mehr zu diesem Fall herausbekommen und der Gefahr gewachsen sind, dass müsst ihr selbst lesen.

Lisa, Ünal und Imany haben mir gut gefallen. Sie haben ein bewegtes Leben, ihre Ecken und Kanten. Und sie haben das Potential für mehr.

Thomas Schwank baut schon mit dem Prolog Spannung auf und hält sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht.
Ich habe schon sehr viele Krimis und Thriller gelesen. Es gibt viele Arten von Ermittler: Polizisten, Kriminalbeamten, Journalisten und und und…
Hier ist ein neuartiges Team am Start, junge Leute, die sich mit Belohnungen, die auf Verbrechen ausgesetzt wurden, Geld verdienen wollen. Also eine Art moderne Kopfgeldjäger. Das ist einmal neu und erfrischend.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Atmosphärische Beschreibung sorgt dafür, dass bei mir schnell Bilder im Kopf entstehen.
Mit Humorlockert Thomas Schwank die Geschichte immer wieder auf.

„Nie wieder Opfer“ ist ein Spannender Thriller, der Lust auf mehr macht.

Krakenkind

Maria Grund
Thriller
384 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit geheimnisvoller Atmosphäre

Klappentext:
Småland, Spätsommer 1996: Die Abendsonne taucht den kleinen schwedischen Ort Augu in goldenes Licht. Doch die Idylle trügt, denn in der Dunkelheit der Nacht geschieht ein brutales Verbrechen. Eigentlich wollte die junge Polizistin Sanna nach Gotland ziehen und dort ein neues Leben beginnen, doch dieser Fall hält sie davon ab, ihre Koffer zu packen. Anhaltspunkte gibt es wenige, die Ermittlungen kommen nur schleppend voran, aber bei näherem Hinsehen bekommt das friedliche Bild der Gemeinde tiefe Risse. Die Bewohner von Augu hüten dunkle Geheimnisse, und noch bevor Sanna das Geflecht aus Lügen entwirren kann, gibt es weitere Opfer. Das Grauen beginnt erst.

„Krakenkind“ ist der 4. Band der „Berling-und-Pedersen-Reihe“ von Maria Grund.
Die Autorin wurde bereits für ihr Debüt „Fuchsmädchen“ von der Swedish Crime Fiction Academy ausgezeichnet.

Die Geschichte beginnt recht ruhig. Die Leser*innen haben genügend Zeit sich mit den Charakteren und den Örtlichkeiten vertraut zu machen.

Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich abwechseln und die Geschichte facettenreich machen.

Die Polizistin Sanna steckt mitten in den Vorbereitungen ihres Umzugs nach Gotland. Doch der Fall in dem ermittelt werden muss, es geht an ein Verbrechen an einer Frau, lässt Sinna innehalten, erst muss dieser Fall gelöst werden, dann kann Sina sich ihrem Umzug widmen.

Die Hauptrolle in dieser Geschichte, hat diesmal eine ganze Gemeinde. In Augu stoßen die Ermittler auf ein Geflecht aus Lügen und dunkle Geheimnisse. Die Ermittlungen gehen dadurch recht schleppend von statten.

Maria Grund schreibt in einem spannenden Schreibstil. Die Autorin versteht es, den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte zu spannen.
Maria Grund hat die verschiedenen Handlungsstränge fest in der Hand und verknüpft sie am Ende auf eine überzeugende Weise.

Die Atmosphäre in den Thrillern der Autorin, hat immer etwas Dunkles und Geheimnisvolles an sich.

Ihre Charaktere hat die Autorin mit viel psychologischem Geschick entworfen und verlangt ihnen immer einiges ab.

Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

Wie schon „Fuchsmädchen“, „Rotwild“ und „Krähentochter“ ist auch „Krakenkind“ wieder ein überaus spannender Thriller.

Moorland – Die Zwillinge

Andreas Winkelmann
Thriller
426 Seiten
erschienen bei Droemer Knaur
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit beängstigendem Setting

Klappentext:
Dichte Nebelschwaden hängen über der Marsch, als die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana von einem ihrer Ausflüge ins Moor nicht zurückkehren. Die Suche durch die eiskalte, unwegsame Landschaft bleibt erfolglos, nur eine Kamera deutet auf das Verschwinden der Mädchen hin. Als plötzlich verstörende Bilder von Jana auf ihrem TikTok-Kanal auftauchen, beginnt Kommissarin Malia Gold unter Hochdruck zu ermitteln. Mit jedem Schritt sinkt sie tiefer in den Sumpf aus Lügen und Geheimnissen, die die verschworene Gemeinde zusammenhalten. Doch um die beiden Schwestern zu finden, würde Malia alles tun – sogar sich ihrer eigenen dunklen Vergangenheit stellen.

„Moorland – Die Zwillinge“, ist der Start einer neuen und spannenden Thriller-Reihe von Andreas Winkelmann.

Die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana sind trotz schlechtem Wetter aufgebrochen, um im Moor Bilder und Videos für ihren TikTok-Kanal zu machen. Im Moor ist so starker Nebel, man sieht die Hand vor Augen nicht. Dafür hören die Zwillinge seltsame Geräusche, die selbst ihnen, die sich im Moor auskennen eine Gänsehaut verursachen.
Als die Zwillinge nicht aus dem Moor zurückkommen, geben die Eltern eine Vermisstenmeldung auf. Dann tauchen erschreckende Bilder auf dem TikTok-Kanal der Mädchen auf.
Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Tag in der neuen Dienststelle hat, beginnt die Suche nach den Mädchen.

Das sind die groben Umrisse des Plots.
Mehr möchte ich auch nicht verraten, das müsst ihr selbst lesen.

Die Geschichte wird von Andreas Winkelmann sehr spannend erzählt.
Allein schon die Beschreibung des Settings lässt einen manchmal einen Schauer über den Rücken laufen.
Der Autor lässt seine Leser*innen auch immer wieder das Schicksal der Zwillinge verfolgen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Kommissarin Malia Gold gefällt mir gut. Sie hat so ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit, die noch nicht alle gelüftet wurden. Auf jeden Fall hat sie das Potential für viele weitere Bände der Reihe.

Das Moor als Setting ist genial, es vermittelt ein leichtes Gruseln. Man hat immer das Gefühl, jeden Moment kann etwas Unverhofftes passieren.

Mit dem Verschwinden der Zwillinge baut Andreas Winkelmann schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Genau wie Malia, hatte ich auch verschiedene Verdächtige. Doch die Lösung zum Fall muss bis zum Ende warten.
Dafür erfährt man einiges über die Zwillinge, sie sind nicht immer so unschuldig wie es scheint.
Auch über Malia und ihre Vergangenheit erfahren die Leser*innen einiges. Da bleibt aber noch genug für die nächsten Bände übrig.

Der Schreibstil von Andreas Winkelmann ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Nach ein paar Seiten ist man mitten in der Geschichte und es wird schwer das Buch zur Seite zu legen.
„Moorland – Die Zwillinge“ hat mir wieder viel Lesefreude geschenkt. Ich bin jetzt schon auf den nächsten Band gespannt.

Ungelöst – Die erste Zeugin

Arno Strobel
Thriller
379 Seiten
erschienen im Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt der neuen Thriller Reihe

Klappentext:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.
Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll.
Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer – Dr. Joachim Lichner – jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.
Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.

„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der 1. Band einer neuen Thriller Reihe von Arno Strobel.

Die Geschichte fängt eigentlich ruhig an. Es gibt eine vermisste Frau und die Studentin Luisa Menkhoff kennt diese Frau. Nicole Klement war dabei, als Luisa als 5-jähriges Mädchen entführt wurde. Hauptkommissar Ramin Brunner wird hellhörig.

Die Leserinnen bekommen am Anfang genug Zeit sich mit den Charakteren vertraut zu machen. Hauptkommissar Ramin Brunner steht kurz davor, die Abteilung zu wechseln. Er soll in Zukunft eine Cold Case Abteilung leiten. Doch diesen einen Fall möchte er noch zu Ende bringen. Luise Menkhoff wurde mit 5 Jahren entführt, sie hat ein eidetisches Gedächtnis und sieht alle Bilder immer wieder genau vor sich. Eifrigen Leserinnen von Arno Strobel ist die Geschichte von Luisa Menkoff aus „Das Wesen“ bekannt. Auch den Tod ihres Vaters dem Polizisten Menkhoff, an dem Max Bischoff beteiligt war, haben viele Leserinnen miterlebt. Luisa Menkoff wird in diesem Fall als Beraterin tätig. Auch hier verschwindet wieder ein Kind und es stellt sich heraus, dass Luises Entführer, Joachim Lichner wieder auf freiem Fuß ist. Als Leserin bekommt man einen Einblick darin, wie Lichner damals Nicole Klement psychisch manipuliert hat. Tut er das jetzt immer noch oder will Nicole sich an Lichner rächen?

Als der Aussaß des Falls erst einmal offenliegt, baut Arno Strobel gewaltige Spannung auf. Dabei muss man keine Vorkenntnisse der früheren Bücher haben, das für die Geschichte Relevante wird erwähnt.
Wie üblich muss man bei Arno Strobel auch zwischen den Zeilen lesen, denn einiges wird immer nur angeschnitten und die Leser*innen können sich ihr Bild machen. Ob sie damit richtigliegen, stellt sich dann später raus.

Der Schreibstil von Arno Strobel ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd. Immer wieder gibt es Wendungen und die Ermittler müssen umdenken.

Der Autor beschreibt seine Handlungsorte und seine Charaktere sehr anschaulich. Gerade bei den Charakteren ist man bei Arno Strobel nie sicher, ob man sie nicht irgendwann und irgendwo wieder trifft.

Am Ende legt die Geschichte noch einmal an Spannung zu. Die Auflösung ist überzeugend und lässt mich zufrieden zurück.
Jetzt hoffe ich, Luise Menkhoff im nächsten Band an der Seite von Hauptkommissar Ramin Brunner wieder zu sehen.

Die Tiefe – Verblendet

Karen Sander
Thriller
327 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und sein Team haben einen Doppelmord auf dem Darß aufgeklärt, aber dem Unbekannten, der eine ganze Familie auf einer Segeljacht umgebracht hat, sind sie noch keinen Schritt näher gekommen.
Auch Kryptologin Mascha Krieger und ihr Bruder Holger haben den Mörder der jungen Ärztin aus Anklam noch nicht gefasst. Derweil ermittelt Kriminaloberkommissar Björn André aus Teterow in einem vermeintlichen Fall von Suizid. Eine junge Frau hat sich die Pulsadern aufgeschnitten, aber die Umstände sind merkwürdig. Björn stößt auf einen Brief, ganz ähnlich dem, den die Ärztin aus Anklam am Tag ihres Todes erhielt. Als auch auf dem Darß ein solcher Brief auftaucht, ist klar, dass alle Verbrechen zusammenhängen müssen. Eine große Soko unter Leitung von Tom Engelhardt wird gebildet.
Und es gibt auch schon einen Verdächtigen: Hagen Oltmanns, ein im Wald lebender Obdachloser, der nicht nur eine Kiste voller Waffen besitzt, sondern auch unter paranoider Schizophrenie leidet. Doch Oltmanns ist spurlos verschwunden.
Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Und plötzlich drehen sich die Ermittlungen in eine völlig unerwartete Richtung.

„Die Tiefe – Verblendet“ ist der 8. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 2. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken war sehr spannend und der Mord an der Familie auf dem Segelboot wurde noch nicht aufgeklärt. Somit gehen die Ermittlungen in die 2. Runde.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zu gute Ermittlerin,

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau, hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzten lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der ermordeten Familie auf dem Segelboot. Auch bei dem Fall der toten Ärztin gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Und schon wieder eine tote Frau und bei ihr wird ein Brief gefunden, der Ähnlichkeiten zu dem Fund bei der toten Ärztin hat.

Die Story ist ziemlich komplex. Es sind mehrere Fälle die, die Ermittler bearbeiten müssen. Das lässt die Geschichte recht authentisch wirken, den im realen Leben hat die Polizei auch nicht immer einen Fall nach dem anderen zu bearbeiten.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen muss, ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält. Denn auch dieser Band endet mit einem Cliffhanger und jetzt heißt es warten, bis der nächste Band erscheint.

Der 3. Band dieser Staffel „Die Tiefe – Verloren“, soll dann auch schon im Mai erscheinen.