Die Klippe

Ulf Kvensler
Thriller
377 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Psychothriller

Zum Inhalt
Marcus passiert das, was wohl jeder Autor fürchtet. Nach einem Bestseller kommt nichts mehr. Er bringt einfach keine gute Geschichte mehr zu Stande.
Da wird er von Ernst, einem Bekannten aus einem Schreibseminar kontaktiert. Er hat einen Kriminalroman geschrieben und möchte den, unter einem Pseudonym veröffentlichen. Marcus bietet seine Hilfe an und reicht das Manuskript an seine Agentin weiter.
Die Agentin ist der Meinung, dass das Manuskript von Marcus ist. Sie ist überzeugt davon, dass es ein Bestseller werden wird. Auch der Verlag ist davon überzeugt. Das Buch soll allerdings unter dem Namen von Marcus erscheinen. Der eigentliche Autor ist angetan von der Idee, dass Marcus das Buch unter seinem Namen veröffentlicht.
Das Buch wird tatsächlich ein Bestseller. Doch dann kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Marcus und Ernst. Ernst stellt immer mehr Forderungen an Marcus. Und Marcus verstrickt sich in einem Gerüst aus Lügen. Bis das Unvermeidbare passiert.

„Die Klippe“ ist der neue Thriller von Ulf Kvensler.
Nachdem mich „Der Ausflug“ und „Die Insel“ mich gefesselt hatten, war ich auf das neue Werk gespannt.

Ulf Kvensler beginnt die Geschichte ruhig. Die Leser*innen ahnen zwar schnell, dass es zwischen Marcus und Ernst kein gutes Ende nehmen wird. Aber bis dahin dauert es eine Weile.
Als es dann zu den Unstimmigkeiten zwischen den beiden Charakteren kommt, baut der Autor eine düstere Atmosphäre auf.
Auch zwischen Marcus und seiner Frau wird die Stimmung immer schlechter und man ahnt, dass auch das kein gutes Ende nehmen kann.

Zwischendrin gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und die Leser*innen erfahren, wie sich Marcus und Ernst bei einem Schreibseminar kennengelernt haben.

Ulf Kvensler hat seine Protagonisten sehr gut gezeichnet, sie wirken richtig lebendig.

Der Schreibstil von Ulf Kvensler ist flüssig und gut verständlich. Bei diesem Buch dauert es allerdings etwas, bis die Spannung einsetzt. Auch zwischendrin gibt es immer wieder einmal Stellen, die etwas langatmiger sind.

„Die Klippe“ ist kein actiongeladener Thriller, eher ein ruhiger Psychothriller, wo man auch viel zwischen den Zeilen lesen kann.

Racheflamme

Tina N. Martin
Thriller
541 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Schweden

Klappentext:
Luleå, Nordschweden: Auf der Hauptbühne des Stadttheaters steht eine mit ätzender Flüssigkeit gefüllte Badewanne. Die Analyse der Säure ergibt Spuren von menschlichem Blut. Idun Lind übernimmt gemeinsam mit Calle Brandt und Tareq Shaheen die Ermittlungen. Sie kommen einem Täter auf die Spur, der vor nichts zurückschreckt, um seine Opfer in den Wahnsinn zu treiben, bevor er sie auf grausamste Weise tötet

„Racheflamme“ von Tina N. Martin ist der 5. Band der Thriller-Reihe „Kommissarin Lind ermittelt“ aus Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Ermittler Idun Lind und Calle Brand. Calle ist oft etwas ruppig, arbeitet aber schon länger gut mit Idun zusammen.

Kriminalkommissarin Idun Lind arbeitet in der Abteilung für Kapitalverbrechen im nordschwedischen Luleå.
Sie ist eine toughe Ermittlerin, die vor nichts zurückschreckt.
Mit ihrem Kollegen Calle Brand arbeitete sie immer gerne und gut zusammen.

Auch auf Tareq treffen wir wieder, er leitet eine Ermittlungseinheit bei der Abteilung Kapitalverbrechen in Stockholm. Er ist ein elegant gekleideter großer Mann mit dunklem Bart.

Die Ermittler gefallen mir gut und ich begleite sie mit Freude seit dem 1. Band.

Schon der Prolog sorgt für Gänsehautmomente und lässt auf viel Spannung hoffen.
Und es wird auch wieder sehr spannend.

Die Ermittler werden in ein Theater gerufen. Eine Badewanne mit Säure und menschlichem Blut. Jetzt geht es darum, herauszufinden, was passiert ist. Da geschieht schon der nächste Mord und die Ermittler stecken mitten in einem brenzligen Fall.

Die Ermittlungen sind schwierig und gehen nur langsam voran. Vor allem die Rückblenden, in denen man einer unbekannten Person folgt, sorgen für Spannung.

Der Schreibstil von Tina N. Martin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.
Die einzelnen Szenen werden von der Autorin so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann.
Mit ihren Ermittlern hat die Autorin großartige Charaktere geschaffen. Idun Lind finde ich besonders sympathisch.
Die Autorin baut von Beginn an Spannung auf und hält sie auch bis zu Ende aufrecht.
Es macht Spaß, zu rätseln, wer der Täter ist, aber auch als ich einen Verdacht hatte, war mir das Motiv bis zum Ende unklar.

Das soll der letzte Band der Reihe gewesen sein. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich wäre den Ermittlern gerne noch eine Weile länger gefolgt.

Die „Kommissarin Lind ermittelt“ Reihe:
Band 1: Apfelmädchen
Band 2: Gewittermann
Band 3: Schattenschwester
Band 4: Sturmschreie
Band 5: Racheflamme

Im Morgengrauen

Marc Raabe
Thriller
575 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend – eben ein echter Marc Raabe

Klappentext:
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos.
In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

„Im Morgengrauen“ ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe.
Wenn man, wie ich, schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.

Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig.
Art Mayer besticht durch seine Coolness.
Er ist Diabetiker, was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell.
Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer.
Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern.
Nele Tschaikowsky ist noch recht jung.
Sie trennt Gut und Böse.
Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau.
Nele ist sehr motiviert; aber auch noch mit wenig Erfahrung.

Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft.
Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch.

Es gibt Videos, die den Bundeskanzler Henrik Westphal und eine junge Frau in intimen Situationen zeigen.
Das Gesicht der Frau ist nicht zu erkennen, nur ein Eulen-Tattoo auf ihrem Unterarm ist zu sehen. Ob das Video echt ist oder ein fake, ist noch nicht bekannt.
Im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz wird eine Frauenleiche gefunden. Ist es die Frau aus dem Video? Der Bundeskanzler ist verschwunden. Was ist der Grund?
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski haben alle Hände voll zu tun.

Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache.
Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter.
Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.
Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Immer wieder werden einige Details aus ihrer Vergangenheit entblättert.

Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil.
Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht essen, trinken und nicht schlafen, ich will nur lesen.
So hat Marc Raabe mir auch mit „Im Morgengrauen“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.

Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.

Schatten Eis

Anne Nørdby
Thriller
486 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Dänemark

Klappentext:
»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

„Schatten Eis“ ist der 3. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch, das es wirklich verdient, im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.
Die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super-Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise schon das 3. Mal über die Schultern zu schauen, war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet, immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung, nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden spüren.

Jesper Bæk kommt aus einer kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend. Der Anngiaq ist ein böser Geist und ist im Glauben der Inuit verwurzelt. Obwohl Marit eine kluge und selbstbewusste Frau ist, glaubt sie an die Mythologie und an den Anngiaq, denn er hat ihre Familie in Grönland getötet.
Jetzt sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller, was Spannung angeht, alle Register gezogen. Ich denke, das kann man kaum überbieten.
Die Autorin erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre, die immer und überall gegenwärtig ist. Marit fühlt sich beobachtet und man hat beim Lesen das Gefühl, das Böse lauert schon auf der nächsten Seite.
Das führt dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Anne Nørdby vermittelt ihren Leser*innen auch Interessantes über Grönland und wie die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

„Schatten Eis“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt, muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.

Privatermittlerin Marit Rauch Iversen:

  1. Band „Eis. Kalt. Tot.“
  2. Band „Rot. Blut. Tot.“
  3. Band „Schatten Eis“

Die Tür

Dorothea Hoefth
Psychothriller (FSK 18)
435 Seiten
erschienen im Selfpublishing
4 von 5 Sternen

Harter und düsterer Psychothriller

Klappentext:
Er hat sie gerettet, als sie zwölf war. Jetzt ist sie achtzehn und die Einzige die Ihn retten kann.
Marcus ist kein Mensch. Er ist ein Werkzeug. Ein ehemaliger Spezialist für das Grobe, der unter dem Decknamen „Der Geist“ Probleme löst, die andere nicht einmal benennen können. Sein Herz ist so kalt wie der Stahl seiner Waffen, bis er sich entschließt, nach Jahren der Brieffreundschaft, zu ihr zu fahren.
Sonya, die Frau, die er als Kind aus der Hölle eines bulgarischen Menschenhandelsrings befreite, ist nun erwachsen. Sie ist das Licht in seinem sorgfältig konstruierten Schattenreich. Doch gerade als Marcus lernt, was es bedeutet, zu fühlen, schlägt die Vergangenheit zu: Die zwölfjährige Nachbarstochter Kaithlyn wird entführt.
Um sie zu finden, muss Marcus den „Geist“ wiedererwecken, die emotionslose Killermaschine in ihm. Er infiltriert ein globales Netzwerk der Elite, das vor nichts zurückschreckt. Während Marcus eine Spur aus Blut und Daten hinterlässt, erkennt Sonya, dass sie ihren Beschützer nicht nur begleiten, sondern ihn vor der vollständigen Dunkelheit bewahren muss.

„Die Tür“ ist ein Dark-Suspense-Thriller (FSK 18) ist das Debüt von Dorothea Hoefth.
Ein Psychothriller, der die Leser*innen tief in die Abgründe der menschlichen Psyche zieht.

Im Mittelpunkt steht Marcus. Ein Mann, der jahrelang wie eine emotionslose Maschine funktionierte und die Tür zu seiner Gefühlswelt strikt verschlossen hielt. Er hat eine Vergangenheit als professioneller Auftragskiller, versucht nun aber mühsam, ein „normales“ Leben aufzubauen und echte Emotionen zuzulassen.
Gerade als dieser fragile Prozess der Menschwerdung beginnt, schlägt die Realität grausam zu. Die zwölfjährige Nachbarstochter Kaithlyn wird entführt.
Um das Mädchen zu retten, muss Marcus die mühsam verschlossene Tür wieder aufstoßen. Er muss den „Geist“, die eiskalte Killermaschine in seinem Inneren, reaktivieren. Die Suche führt ihn tief in ein globales, skrupelloses Netzwerk einer mächtigen Elite.

Dorothea Hoefth hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.

Marcus ist das Herzstück des Romans. Seine Darstellung fasziniert durch die Zweiteilung seines Wesens. Auf der einen Seite steht die erlernte, fast roboterartige Kälte. Auf der anderen Seite die unendliche Zerbrechlichkeit seines Traumas.
Sonya bildet sie das moralische und emotionale Gegengewicht im Buch. Sie fungiert nicht nur als bloße Nebenfigur, sondern als Marcus Anker zur Realität. Während er eine blutige Spur zieht, kämpft Sonya verzweifelt darum, ihn vor dem endgültigen Abdriften in die absolute Finsternis zu bewahren.

Dorothea Hoefth erzählt die Geschichte mit viel Spannung und einer düsteren Atmosphäre.
Ein großer Teil der Geschichte wird in der Ich-Form von Marcus erzählt, was die Leser*innen recht nahe an Marcus herankommen lässt.

Dorothea Hoefths Schreibstil ist analytisch und scharf. Doch dieser Hang zur absoluten Präzision führt manchmal zu ausufernden Erklärungen, die den Lesefluss einschränken.
Kleine Abstriche gibt es für die Wiederholungen der Gedanken und des Handelns, die immer wieder erwähnt werden.

„Die Tür“ ist ein Psychothriller der harten Art und nicht für schwache Nerven gedacht.

Totenfrau – Der Rausch

Bernhard Aichner
Thriller
334 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Keine Ruhe für die Totenfrau

Klappentext:
Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss, denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist.

„Totenfrau – Der Rausch“ ist der 3. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV-Start im Free-TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.
Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau-Reihe vorgenommen. Nachdem der 1. Und 2. Band ein richtige Pageturner waren, musste ich auch den 3. Band unbedingt lesen.

Brünhilde Blum wird immer noch als Mörderin gesucht. Doch inzwischen hat sie eine neue Identität und lebt mit ihren Kindern in Hamburg, wo sie Ruhe finden möchte.
Brünhilde arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsunternehmen, was bei ihr ja naheliegt.
Doch schon wieder wird sie aufgefordert jemanden zu töten.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Schon im 1. Und 2. Band hat sie mich richtig überwältigt. Sie ist zwar die Böse, bringt Menschen um, trotzdem mag ich die Protagonisten.
Jetzt hätte ich ihr einmal Ruhe gegönnt, Bernhard Aichner allerdings nicht.

Bernhard Aichner baut von der 1. Seite an Spannung auf. Der Autor lässt die Geschichte zwar ruhig anfangen aber als Leser*in weiß man, dass ist die Ruhe vor dem Sturm. Und der Sturm setzt schon bald ein.

Auch der 3. Band „Totenfrau – Der Rausch“ ist ein spannender Thriller, den ich wieder mit Freuden gelesen habe.
Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den 4. Band, „Totenfrau – Die Rückkehr“, der am 18.09.erscheinen soll.

Der Code der Antagonisten

Ute Sommer
Thriller
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ute Sommer für das Rezensionsexemplar

Hoch aktuell

Klappentext:
Deutschland 2036. Die Regierung plant die vollständige Automatisierung aller Finanzämter durch Künstliche Intelligenz. Ein Projekt, das die Zukunft der Arbeit neu schreiben soll und hunderttausend Menschen den Arbeitsplatz kosten wird.
Die Hauptfiguren. Die brillante KI-Forscherin Elena Hartmann und der machthungrige Unternehmensberater Alexander von Hohenfeld verkörpern gegensätzliche Weltanschauungen, verfolgen aber dasselbe Ziel: den Regierungsauftrag, um jeden Preis zu gewinnen. Doch bald steht für beide mehr auf dem Spiel als nur ein prestigeträchtiges Projekt: ihre Karrieren, ihre Visionen und ihre engsten Beziehungen.

„Die Codes der Antagonisten“ von Ute Sommer ist ein Wirtschaftsthriller mit einem aktuellen Thema.

Der Thriller führt die Leser*innen in die Zukunft, und zwar in die Jahre 2036 und 2037.
Die KI hat sich weiterentwickelt und droht, immer mehr Arbeitsplätze zu vernichten.
So sollen nun auch die Finanzämter gänzlich automatisiert werden.
Das führt zu Widerständen und Sabotage.

Das Herzstück des Romans ist das psychologische Duell zwischen den beiden Hauptfiguren, die als personifizierte Gegenpole agieren und dennoch dasselbe Ziel verfolgen.

Elena Hartmann ist eine brillante KI-Forscherin. Sie brennt für den technologischen Fortschritt und die logische Perfektion. Sie verkörpert den idealistischen, wenngleich oft kühlen Glauben an die Optimierung der Welt durch Algorithmen. Im Laufe der Handlung gerät ihre rationale Fassade jedoch ins Wanken, als sie mit den realen, existenziellen Konsequenzen ihrer Arbeit für Hunderttausende Menschen konfrontiert wird.

Alexander von Hohenfeld ist ein machthungriger Unternehmensberater und dient als das klassische, pragmatische Gegenüber. Für ihn ist das KI-Projekt die ultimative Karriereleiter. Seine Motivation entspringt nicht dem wissenschaftlichen Ehrgeiz, sondern dem puren Drang nach Einfluss und Status. Seine Figur zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie skrupellos das moderne Wirtschaftssystem agiert.

Die Handlungsorte sind Deutschland und die Schweiz in den Jahren 2036 und 2037.
Die Charaktere sind facettenreich und gut gezeichnet. Es sind beides keine klassischen Helden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten.

Der Schreibstil von Ute Sommer ist klar und präzise. Sie verzichtet auf zu viel Ausschmückung und erzählt in präzisen konstruierten Sätzen.
Ohne Fachbegriffe ist so eine Geschichte nicht möglich, denn wir befinden uns in der Welt der Technik. Trotzdem war die Geschichte auch für mich als Laien gut verständlich.

„Die Codes der Antagonisten“ ist ein spannender Wirtschaftsthriller, der tief in die Materie eindringt.

Die Tiefe – Verloren

Karen Sander
Thriller
347 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Sieben Morde gehen bereits auf das Konto des unbekannten Serientäters. Die Soko um Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger sucht fieberhaft nach dem Täter, aber es gibt keine heiße Spur.
Parallel versucht Mascha herauszufinden, wer die unbekannte Frau ist, die sie seit Wochen stalkt und mindestens einmal in ihre Wohnung eingedrungen ist.
Als ein achtes Opfer gefunden wird und erneut ein verschlüsselter Brief auftaucht, begreifen Mascha und Tom endlich, was es mit dem Rachefeldzug auf sich hat. Und Mascha hat auch einen Verdacht, wer hinter den Taten stecken könnte. Die Zeit drängt, denn wenn sie richtigliegt, wird es weitere Opfer geben.
Allerdings ahnt Mascha nicht, dass sie ebenfalls auf der Liste des Mörders steht. Als sie endlich die volle Wahrheit begreift, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

„Die Tiefe – Verloren“ ist der 9. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 3. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken“ und auch der 2. Band „Die Tiefe-Verblendet“ waren sehr spannend und die 7 Morde noch nicht aufgeklärt.

Der neue Band schließt direkt an den vorherigen Band an. Die Soko sucht weiter fieberhaft nach dem Mörder. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger haben noch keine richtige Spur. Als ein weiterer Mord geschieht und wieder ein Brief gefunden wird, kommt Tempo in die Ermittlungen.

Für Mascha spitzt sich auch ihr privates Problem zu. Sie wird von einer ihr unbekannten Frau gestalkt und die Frau ist auch schon in ihre Wohnung eingedrungen.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zugute Ermittlerin.

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzen lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der 7 Mordopfer.
Und schon wieder kommt ein neues Opfer dazu. Auch hier wird ein Brief gefunden, ähnlich wie schon bei den vorherigen Fällen.
Die Story ist ziemlich komplex, die Atmosphäre ist düster.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen musste. Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält.

„Die Tiefe – Verloren“ ist wieder ein spannender Band der insgesamt sehr spannenden Thriller-Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Totenfrau – Das Haus

Bernhard Aichner
Thriller
333 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Totenfrau kehrt zurück

Klappentext:
Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin infrage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahren leer stehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie besser gemieden hätte. Bei Menschen, denen sie besser nie begegnet wäre.

„Totenfrau – Das Haus“ ist der 2. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV-Start im Free-TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.
Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau-Reihe vorgenommen. Nachdem der 1. Band ein richtiger Pageturner war, musste ich auch den 2. Band unbedingt lesen.

Seit der Rache, die die Brünhilde Blum verübt hat, sind zwei Jahre vergangen. Bei einer Exhumierung kommt ans Tageslicht, dass in den Sarg mehr als nur ein Toter beigesetzt wurde. Da Brünhilde Blum in ihrem Bestattungsunternehmen die Beisetzung organisiert hatte, gerät sie in Verdacht. Brünhilde Blum
 flieht in ein leerstehendes Haus, in dem sie besser keinen Schutz gesucht hätte.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Schon im 1. Band hat sie mich richtig überwältigt. Sie ist zwar die Böse, bringt Menschen um, trotzdem mag ich die Protagonisten.
Im 1. Band hat sie nach dem Tod ihres Mannes die Rache aufrecht gehalten.
Jetzt zwei Jahre später holen sie die Geschehnisse ein.

Der Schauplatz ist zum großen Teil ein leerstehendes Hotel, was eine spannende und bedrohliche Atmosphäre hervorruft.

Auch der 2. Band „Totenfrau – Das Haus“ ist ein spannender Thriller, den ich wieder mit Freuden gelesen habe.
Jetzt folgt der 3. Band, „Totenfrau – Der Rausch“, der bei mir schon zum Lesen bereitliegt.