Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.

Schatten Eis

Anne Nørdby
Thriller
486 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Dänemark

Klappentext:
»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

„Schatten Eis“ ist der 3. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch, das es wirklich verdient, im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.
Die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super-Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise schon das 3. Mal über die Schultern zu schauen, war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet, immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung, nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden spüren.

Jesper Bæk kommt aus einer kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend. Der Anngiaq ist ein böser Geist und ist im Glauben der Inuit verwurzelt. Obwohl Marit eine kluge und selbstbewusste Frau ist, glaubt sie an die Mythologie und an den Anngiaq, denn er hat ihre Familie in Grönland getötet.
Jetzt sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller, was Spannung angeht, alle Register gezogen. Ich denke, das kann man kaum überbieten.
Die Autorin erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre, die immer und überall gegenwärtig ist. Marit fühlt sich beobachtet und man hat beim Lesen das Gefühl, das Böse lauert schon auf der nächsten Seite.
Das führt dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Anne Nørdby vermittelt ihren Leser*innen auch Interessantes über Grönland und wie die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

„Schatten Eis“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt, muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.

Privatermittlerin Marit Rauch Iversen:

  1. Band „Eis. Kalt. Tot.“
  2. Band „Rot. Blut. Tot.“
  3. Band „Schatten Eis“

Die Tür

Dorothea Hoefth
Psychothriller (FSK 18)
435 Seiten
erschienen im Selfpublishing
4 von 5 Sternen

Harter und düsterer Psychothriller

Klappentext:
Er hat sie gerettet, als sie zwölf war. Jetzt ist sie achtzehn und die Einzige die Ihn retten kann.
Marcus ist kein Mensch. Er ist ein Werkzeug. Ein ehemaliger Spezialist für das Grobe, der unter dem Decknamen „Der Geist“ Probleme löst, die andere nicht einmal benennen können. Sein Herz ist so kalt wie der Stahl seiner Waffen, bis er sich entschließt, nach Jahren der Brieffreundschaft, zu ihr zu fahren.
Sonya, die Frau, die er als Kind aus der Hölle eines bulgarischen Menschenhandelsrings befreite, ist nun erwachsen. Sie ist das Licht in seinem sorgfältig konstruierten Schattenreich. Doch gerade als Marcus lernt, was es bedeutet, zu fühlen, schlägt die Vergangenheit zu: Die zwölfjährige Nachbarstochter Kaithlyn wird entführt.
Um sie zu finden, muss Marcus den „Geist“ wiedererwecken, die emotionslose Killermaschine in ihm. Er infiltriert ein globales Netzwerk der Elite, das vor nichts zurückschreckt. Während Marcus eine Spur aus Blut und Daten hinterlässt, erkennt Sonya, dass sie ihren Beschützer nicht nur begleiten, sondern ihn vor der vollständigen Dunkelheit bewahren muss.

„Die Tür“ ist ein Dark-Suspense-Thriller (FSK 18) ist das Debüt von Dorothea Hoefth.
Ein Psychothriller, der die Leser*innen tief in die Abgründe der menschlichen Psyche zieht.

Im Mittelpunkt steht Marcus. Ein Mann, der jahrelang wie eine emotionslose Maschine funktionierte und die Tür zu seiner Gefühlswelt strikt verschlossen hielt. Er hat eine Vergangenheit als professioneller Auftragskiller, versucht nun aber mühsam, ein „normales“ Leben aufzubauen und echte Emotionen zuzulassen.
Gerade als dieser fragile Prozess der Menschwerdung beginnt, schlägt die Realität grausam zu. Die zwölfjährige Nachbarstochter Kaithlyn wird entführt.
Um das Mädchen zu retten, muss Marcus die mühsam verschlossene Tür wieder aufstoßen. Er muss den „Geist“, die eiskalte Killermaschine in seinem Inneren, reaktivieren. Die Suche führt ihn tief in ein globales, skrupelloses Netzwerk einer mächtigen Elite.

Dorothea Hoefth hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.

Marcus ist das Herzstück des Romans. Seine Darstellung fasziniert durch die Zweiteilung seines Wesens. Auf der einen Seite steht die erlernte, fast roboterartige Kälte. Auf der anderen Seite die unendliche Zerbrechlichkeit seines Traumas.
Sonya bildet sie das moralische und emotionale Gegengewicht im Buch. Sie fungiert nicht nur als bloße Nebenfigur, sondern als Marcus Anker zur Realität. Während er eine blutige Spur zieht, kämpft Sonya verzweifelt darum, ihn vor dem endgültigen Abdriften in die absolute Finsternis zu bewahren.

Dorothea Hoefth erzählt die Geschichte mit viel Spannung und einer düsteren Atmosphäre.
Ein großer Teil der Geschichte wird in der Ich-Form von Marcus erzählt, was die Leser*innen recht nahe an Marcus herankommen lässt.

Dorothea Hoefths Schreibstil ist analytisch und scharf. Doch dieser Hang zur absoluten Präzision führt manchmal zu ausufernden Erklärungen, die den Lesefluss einschränken.
Kleine Abstriche gibt es für die Wiederholungen der Gedanken und des Handelns, die immer wieder erwähnt werden.

„Die Tür“ ist ein Psychothriller der harten Art und nicht für schwache Nerven gedacht.

Totenfrau – Der Rausch

Bernhard Aichner
Thriller
334 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Keine Ruhe für die Totenfrau

Klappentext:
Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss, denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist.

„Totenfrau – Der Rausch“ ist der 3. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV-Start im Free-TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.
Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau-Reihe vorgenommen. Nachdem der 1. Und 2. Band ein richtige Pageturner waren, musste ich auch den 3. Band unbedingt lesen.

Brünhilde Blum wird immer noch als Mörderin gesucht. Doch inzwischen hat sie eine neue Identität und lebt mit ihren Kindern in Hamburg, wo sie Ruhe finden möchte.
Brünhilde arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsunternehmen, was bei ihr ja naheliegt.
Doch schon wieder wird sie aufgefordert jemanden zu töten.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Schon im 1. Und 2. Band hat sie mich richtig überwältigt. Sie ist zwar die Böse, bringt Menschen um, trotzdem mag ich die Protagonisten.
Jetzt hätte ich ihr einmal Ruhe gegönnt, Bernhard Aichner allerdings nicht.

Bernhard Aichner baut von der 1. Seite an Spannung auf. Der Autor lässt die Geschichte zwar ruhig anfangen aber als Leser*in weiß man, dass ist die Ruhe vor dem Sturm. Und der Sturm setzt schon bald ein.

Auch der 3. Band „Totenfrau – Der Rausch“ ist ein spannender Thriller, den ich wieder mit Freuden gelesen habe.
Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den 4. Band, „Totenfrau – Die Rückkehr“, der am 18.09.erscheinen soll.

Der Code der Antagonisten

Ute Sommer
Thriller
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ute Sommer für das Rezensionsexemplar

Hoch aktuell

Klappentext:
Deutschland 2036. Die Regierung plant die vollständige Automatisierung aller Finanzämter durch Künstliche Intelligenz. Ein Projekt, das die Zukunft der Arbeit neu schreiben soll und hunderttausend Menschen den Arbeitsplatz kosten wird.
Die Hauptfiguren. Die brillante KI-Forscherin Elena Hartmann und der machthungrige Unternehmensberater Alexander von Hohenfeld verkörpern gegensätzliche Weltanschauungen, verfolgen aber dasselbe Ziel: den Regierungsauftrag, um jeden Preis zu gewinnen. Doch bald steht für beide mehr auf dem Spiel als nur ein prestigeträchtiges Projekt: ihre Karrieren, ihre Visionen und ihre engsten Beziehungen.

„Die Codes der Antagonisten“ von Ute Sommer ist ein Wirtschaftsthriller mit einem aktuellen Thema.

Der Thriller führt die Leser*innen in die Zukunft, und zwar in die Jahre 2036 und 2037.
Die KI hat sich weiterentwickelt und droht, immer mehr Arbeitsplätze zu vernichten.
So sollen nun auch die Finanzämter gänzlich automatisiert werden.
Das führt zu Widerständen und Sabotage.

Das Herzstück des Romans ist das psychologische Duell zwischen den beiden Hauptfiguren, die als personifizierte Gegenpole agieren und dennoch dasselbe Ziel verfolgen.

Elena Hartmann ist eine brillante KI-Forscherin. Sie brennt für den technologischen Fortschritt und die logische Perfektion. Sie verkörpert den idealistischen, wenngleich oft kühlen Glauben an die Optimierung der Welt durch Algorithmen. Im Laufe der Handlung gerät ihre rationale Fassade jedoch ins Wanken, als sie mit den realen, existenziellen Konsequenzen ihrer Arbeit für Hunderttausende Menschen konfrontiert wird.

Alexander von Hohenfeld ist ein machthungriger Unternehmensberater und dient als das klassische, pragmatische Gegenüber. Für ihn ist das KI-Projekt die ultimative Karriereleiter. Seine Motivation entspringt nicht dem wissenschaftlichen Ehrgeiz, sondern dem puren Drang nach Einfluss und Status. Seine Figur zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie skrupellos das moderne Wirtschaftssystem agiert.

Die Handlungsorte sind Deutschland und die Schweiz in den Jahren 2036 und 2037.
Die Charaktere sind facettenreich und gut gezeichnet. Es sind beides keine klassischen Helden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten.

Der Schreibstil von Ute Sommer ist klar und präzise. Sie verzichtet auf zu viel Ausschmückung und erzählt in präzisen konstruierten Sätzen.
Ohne Fachbegriffe ist so eine Geschichte nicht möglich, denn wir befinden uns in der Welt der Technik. Trotzdem war die Geschichte auch für mich als Laien gut verständlich.

„Die Codes der Antagonisten“ ist ein spannender Wirtschaftsthriller, der tief in die Materie eindringt.

Die Tiefe – Verloren

Karen Sander
Thriller
347 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Sieben Morde gehen bereits auf das Konto des unbekannten Serientäters. Die Soko um Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger sucht fieberhaft nach dem Täter, aber es gibt keine heiße Spur.
Parallel versucht Mascha herauszufinden, wer die unbekannte Frau ist, die sie seit Wochen stalkt und mindestens einmal in ihre Wohnung eingedrungen ist.
Als ein achtes Opfer gefunden wird und erneut ein verschlüsselter Brief auftaucht, begreifen Mascha und Tom endlich, was es mit dem Rachefeldzug auf sich hat. Und Mascha hat auch einen Verdacht, wer hinter den Taten stecken könnte. Die Zeit drängt, denn wenn sie richtigliegt, wird es weitere Opfer geben.
Allerdings ahnt Mascha nicht, dass sie ebenfalls auf der Liste des Mörders steht. Als sie endlich die volle Wahrheit begreift, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

„Die Tiefe – Verloren“ ist der 9. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 3. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken“ und auch der 2. Band „Die Tiefe-Verblendet“ waren sehr spannend und die 7 Morde noch nicht aufgeklärt.

Der neue Band schließt direkt an den vorherigen Band an. Die Soko sucht weiter fieberhaft nach dem Mörder. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger haben noch keine richtige Spur. Als ein weiterer Mord geschieht und wieder ein Brief gefunden wird, kommt Tempo in die Ermittlungen.

Für Mascha spitzt sich auch ihr privates Problem zu. Sie wird von einer ihr unbekannten Frau gestalkt und die Frau ist auch schon in ihre Wohnung eingedrungen.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zugute Ermittlerin.

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzen lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der 7 Mordopfer.
Und schon wieder kommt ein neues Opfer dazu. Auch hier wird ein Brief gefunden, ähnlich wie schon bei den vorherigen Fällen.
Die Story ist ziemlich komplex, die Atmosphäre ist düster.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen musste. Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält.

„Die Tiefe – Verloren“ ist wieder ein spannender Band der insgesamt sehr spannenden Thriller-Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Totenfrau – Das Haus

Bernhard Aichner
Thriller
333 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Totenfrau kehrt zurück

Klappentext:
Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin infrage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahren leer stehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie besser gemieden hätte. Bei Menschen, denen sie besser nie begegnet wäre.

„Totenfrau – Das Haus“ ist der 2. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV-Start im Free-TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.
Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau-Reihe vorgenommen. Nachdem der 1. Band ein richtiger Pageturner war, musste ich auch den 2. Band unbedingt lesen.

Seit der Rache, die die Brünhilde Blum verübt hat, sind zwei Jahre vergangen. Bei einer Exhumierung kommt ans Tageslicht, dass in den Sarg mehr als nur ein Toter beigesetzt wurde. Da Brünhilde Blum in ihrem Bestattungsunternehmen die Beisetzung organisiert hatte, gerät sie in Verdacht. Brünhilde Blum
 flieht in ein leerstehendes Haus, in dem sie besser keinen Schutz gesucht hätte.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Schon im 1. Band hat sie mich richtig überwältigt. Sie ist zwar die Böse, bringt Menschen um, trotzdem mag ich die Protagonisten.
Im 1. Band hat sie nach dem Tod ihres Mannes die Rache aufrecht gehalten.
Jetzt zwei Jahre später holen sie die Geschehnisse ein.

Der Schauplatz ist zum großen Teil ein leerstehendes Hotel, was eine spannende und bedrohliche Atmosphäre hervorruft.

Auch der 2. Band „Totenfrau – Das Haus“ ist ein spannender Thriller, den ich wieder mit Freuden gelesen habe.
Jetzt folgt der 3. Band, „Totenfrau – Der Rausch“, der bei mir schon zum Lesen bereitliegt.

Schlafende Vulkane

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson
Thriller
477 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Island-Thriller

Klappentext:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

„Schlafende Vulkane“ ist der Auftakt der Thriller-Reihe Helga & Bjarki von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson.

Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen ist noch nicht lange Ermittlerin. Jetzt soll sie ihren ersten Fall selbstständig leiten.
Eine Frau wird tot in einem Reitstall aufgefunden. Es stellt sich schnell heraus, dass die Tote einen 10-jährigen Sohn hat, der spurlos verschwunden ist. In der Wohnung gibt es Hinweise, dass der Junge durch ein kleines Fenster entkommen konnte. Vor dem Mörder?
Der verschwundene Junge bereitet Helga große Sorgen und sie bittet Bjarki, der sich wie kein anderer in der Vulkanlandschaft auskennt, um Hilfe.
Kurz darauf wird wieder eine Frau tot aufgefunden. Helga steht unter Zeitdruck und gerät in die Kritik ihrer Kollegen.

Mittlerweile gibt es einige Kriminalromane und Thriller, die Island als Handlungsort erkoren haben. Ich lese sie immer wieder gerne. Die raue und dünn besiedelte Landschaft bietet sich regelrecht an.
Michael Hjorth und Bjarni Thorsson machen sich das auch zunutze. Sie beschreiben die Landschaft sehr anschaulich.

Zu Beginn gerät der Vater des verschwundenen Jungen in Verdacht, doch dazu passt das zweite Todesopfer nicht.

Die Leser*innen können zwischendurch die Gedanken des Täters lesen, doch wer es sein könnte, bleibt bis kurz vor dem Ende im Verborgenen.

Die beiden Autoren bauen recht schnell Spannung auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und mir sympathisch. Helga Jónsdóttir zweifelt manchmal an sich selbst, traut sich selbst nicht immer zu, den Fall, der ihr übertragen wurde, zu lösen. Dabei ist sie eine starke und selbstbewusste Frau. Mir war sie gleich sympathisch.
Genauso der Polizist Barki, der früher selbst Ermittler war und jetzt zur Streifenpolizei gehört. Er ist etwas verschlossen und kommt manchmal mürrisch rüber. Dabei ist er nett und hat einen weichen Kern:
In beiden Charakteren steckt viel Potenzial und ich freue mich, noch mehr Fälle mit ihnen zu lösen.

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson haben einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Die Autoren haben mich schnell mit ihrer Geschichte gefesselt.

„Schlafende Vulkane“ ist ein spannender Island-Thriller. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Stumme Fjorde“, der im November erscheinen soll.

Verstricktes Spiel

Oliver Keller
Thriller
474 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Oliver Keller für das Rezensionsexemplar

Achtung Hochspannung!

Klappentext:
Lukas Reinhardt, BND. Ethan Porter, CIA. Zwei Männer, die sich seit Jahren kennen, die Regeln ihres Geschäfts, die Lügen, den Preis. Und die einander vertrauen. So weit, wie man in dieser Welt überhaupt vertrauen kann. Der Auftrag scheint klar. Doch er ist größer, als sie ahnen. Mit jedem Schritt verschiebt sich das Bild. Leise. Kaum greifbar. Aber unumkehrbar. Grenzen beginnen zu verschwimmen. Zwischen Freund und Feind. Zwischen Auftrag und Verrat. Zwischen dem, was richtig ist und dem, was notwendig wird. Ihre Spur führt von den Straßen Berlins über die Bergpässe Afghanistans bis in die Machtzentren von Moskau und Washington. Eine Spur, die sich verändert. Eine Spur, die jemand bewusst gelegt hat. Und irgendwann bleibt nicht mehr die Frage, was wahr ist, sondern, wem diese Wahrheit überhaupt noch gehört.

„Verstricktes Spiel“ ist der Auftakt der „Verstrickte-Welten-Trilogie“ von Oliver Keller.

Verschwörungen, Lügen und internationale Konflikte halten die Leser*innen bei diesem Thriller in Atem.

Es wird ein weltweit agierendes Netzwerk aus Korruption und verdeckten Machtspielen aufgedeckt.

Die Ermittler sind Lukas Reinhardt vom BND und Ethan Porter vom CIA. Lukas Reinhardt und Ethan Porter kennen sich seit vielen Jahren aus gemeinsamen internationalen Operationen. Obwohl sie ein tiefes Grundvertrauen teilen, zwingt der aktuelle Fall sie dazu, die Loyalität des jeweils anderen und ihrer Organisationen permanent zu hinterfragen.
Der Autor zeigt beide Charaktere explizit nicht als unfehlbare Superhelden. Ihre Beziehung zueinander ist von ehrlichen Konflikten und der gemeinsamen, schweren psychologischen Last ihrer Einsätze geprägt.

Die Gegenspieler agieren nicht als klassische Bösewichte, sondern als Strippenzieher innerhalb eines globalen Netzwerks aus Politik und korrupten Machtstrukturen.
Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Antagonisten nutzen legitime staatliche und wirtschaftliche Institutionen für ihre Zwecke, was es für Lukas Reihardt und Ethan Porter extrem schwer macht, die Drahtzieher direkt zu fassen oder überhaupt zu identifizieren.
Die Gegenspieler greifen gezielt die Schwachpunkte der Agenten an, insbesondere ihre Familien, um Druck auszuüben, wodurch die Jagd zu einem psychologisch dichten Nervenkrieg wird.

Oliver Keller nutzt seine Handlungsorte effektiv, um die globale Dimension der Verschwörung sichtbar zu machen.
Die Handlung der Geschichte springt dynamisch zwischen verschiedenen internationalen Metropolen und geopolitischen Brennpunkten hin und her.
Die verschiedenen Handlungsorte werden atmosphärisch dicht, bildhaft und mit großem Respekt vor den jeweiligen lokalen Kulturen beschrieben.

Der Schreibstil von Oliver Keller ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Verstricktes Spiel“ ist ein Thriller mit Hochspannung, ich bin schon auf den 2. Band gespannt.

Das Event

Antje Zimmermann
Thriller
303 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit tollem Setting

Klappentext:
Kommen Sie sofort raus!“, brüllte Maxi. Doch niemand folgte ihrer Aufforderung. Sie trat langsam, Schritt für Schritt, zur Wanne und schob mit dem Fuß den Vorhang zur Seite. Als der blutverschmierte, nackte Körper vor ihr auftauchte, schrie Maxi auf und machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Dabei kollidierte sie mit etwas, das zuvor nicht im Raum gewesen war …

„Das Event“ ist ein spannender Thriller von Antje Zimmermann, der seine Leser*innen nach Helgoland führt.

Das verlassene Hotel Hummer auf Helgoland soll Schauplatz für ein Live-Event wie „The Shining“ von Stephen King sein. Eigentlich ist das Hotel wegen Erbstreitigkeiten schon länger geschlossen. Das Event gerät schnell außer Kontrolle.
Die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler, die sich gerade auf Helgoland aufhalten,, sind gefragt.

Kommissarin Leandra Kern kommt aus Hamburg und sucht Ruhe auf Helgoland. Außerdem will sie sich über ihren Traum, Mutter zu werden, klar werden.

Kommissar-Anwärterin Maxi Adler stammt aus einer einflussreichen Inseldynastie. Sie möchte auf Helgoland für Ordnung sorgen.

Unterschiedlicher können zwei Charaktere nicht sein. Jeder hat seinen Hintergrund, den er mit sich herumschleppt. Die beiden Ermittlerinnen trauen sich einander nicht, was für Unruhe sorgt.

Antje Zimmermann hat starke Charaktere geschaffen. Mir gefallen die zwei so unterschiedlichen Ermittlerinnen gut. Sie sind menschlich und lebendig.

Das Setting Helgoland ist ein großes Plus in der Geschichte. Das verlassene Hotel sorgt für ein Gänsehautgefühl. Meiner Meinung nach lag noch mehr Potenzial in dem Schauplatz Hotel, das leider nicht genutzt wurde.

Antje Zimmermann erzählt die Geschichte flüssig und unterhaltsam. Es gibt immer wieder Rückblenden, um dem Grund für die Ereignisse näherzukommen.
Das Buch ist gut strukturiert, es gibt immer genaue Zeitangaben, so weiß man immer, wo und wann man sich befindet.

Die Geschichte wird meist aus den Perspektiven von Leandra und Maxi erzählt, zwischendurch kommen aber auch andere zu Wort.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, doch Antje Zimmermann hält die einzelnen Fäden fest in der Hand, sodass keiner verloren geht.

Das Ende war dann überraschend, aber auch einleitend.

„Das Event“ ist ein spannender Thriller mit einem großartigen Setting.