Du kriegst mich nicht

Chris Carter
Thriller
458 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Sybille Uplegger
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts ist wie es scheint

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt im Gerichtssaal. Nelson Stewart wird dafür, dass er seiner Ehefrau Samantha Stewart Gewalt angetan hatte und sie an ein Rohr unter dem Waschbecken gekettet hatte, zu dreizehn Jahren Haft verurteilt. Nach der Urteilsverkündung spricht er im Gerichtssaal noch eine Drohung gegen seine Frau aus.

Der Staatsanwalt rät Samantha, sich nach der Scheidung eine neue Identität zuzulegen. Ihren Wohnort in ein anderes Bundesland zu verlegen und die ersten Monate mehrmals umzuziehen. Nach der Scheidung wird Samantha ein Großteil des Vermögens zugesprochen. Aus Samantha Stewart wird Mary Smith.
Mary wechselt öfter ihren Wohnort und 5 Monate nach der Scheidung ist sie in Nashville, Tennessee angekommen. Sie mietet eine kleine Wohnung und hat kaum Besitz. Da merkt Mary, dass sie verfolgt wird. Ihr gelingt es, den Verfolger abzuschütteln, indem sie Nashville verlässt.
Das scheint geglückt und Mary lässt sich nach weiteren 5 Monaten in San Francisco nieder.
Hier begegnet Mary einem Mann, in den sie sich verliebt. Endlich scheint Ruhe und Glück in Marys Leben einzukehren.

„Du kriegst mich nicht“ ist ein spannender Psychothriller von Chris Carter.
Dieses Buch gehört nicht zur bekannten und beliebten Hunter-und-Garcia-Reihe. Es ist so ganz anders und doch ein echter Chris Carter.

Chris Carter hat seine Charaktere gut gezeichnet.
Samantha/Mary war mir schnell sympathisch. Sie hat viel durchgemacht und endlich etwas Glück verdient.

Nelson Stewart erleben die Leser*innen nur vor Gericht. Er ist sehr beherrscht, versucht jede Regung zu vermeiden. Nur am Ende spricht er eine Drohung gegen seine Noch-Ehefrau aus.

Thomas oder Quaddra wie er mit richtigem Namen heißt, scheint endlich Glück in Marys Leben zu bringen. Mir war er schnell sympathisch.

Nachdem Mary sesshaft geworden ist, geht die Geschichte ziemlich ruhig weiter.
Es gibt Rückblicke in Samanthas/Marys Vergangenheit und da spürt man, es ist nicht alles so, wie es scheint.
Dann baut Christ Carter eine Wendung nach der anderen ein. Ich wusste nicht mehr, wo vorne und hinten ist, wem man noch trauen kann. Die Jagd beginnt.

„Du kriegst mich nicht“ ist ein spannender Psychothriller mit unerwarteten Wendungen.

Er lügt

Rebecca Taylor McKay
Thriller
410 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Silke Jellinghaus
erschienen bei Rowohlt Polaris
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Geheimnisse wollen ans Licht

Zum Inhalt:
Rebecca Taylor McKay schickt ihre Leser*innen zurück in das Jahr 1961.
Die 22-jährige Clara Carmichael verbringt mit ihrem reichen und charmanten Ehemann Spencer die Flitterwochen an der Amalfiküste. Alles ist perfekt. Der Palazzo Rosso, in dem das Paar wohnt, bietet einen großartigen Ausblick. Das Meer ist türkisblau und liegt direkt zu ihren Füßen.
Clara wundert sich, dass ihr Mann Italienisch spricht und sie nichts davon weiß.
Als Clara und Spencer auf Vivian und Fred treffen, die am gleichen Ort ihren Urlaub verbringen, reagiert Spencer ungewohnt feindselig. Eine angespannte Atmosphäre spinnt sich um die zwei Paare.
Als Clara dann einen anonymen Zettel bekommt, auf dem steht „Er lügt“, ist klar, hier gibt es einige Geheimnisse, die ans Licht wollen.

„Er lügt“ ist ein spannender Psychothriller von Rebecca Taylor McKay.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und man spürt schnell, dass sie einiges zu verbergen haben.

Clara wirkt zu Beginn der Geschichte noch etwas leichtgläubig. Das ändert sich aber schnell und sie wirkt selbstbewusst und entschlossen.

Spencer ist der perfekte Ehemann. Er ist fürsorglich und charmant. Doch sobald er sich nicht mehr ganz unter Kontrolle hat, fängt die Fassade an zu bröckeln.

Vivian und Fred, das zweite Ehepaar, das an der Amalfiküste den Urlaub verbringt, wirken auf den ersten Blick überaus sympathisch.
Doch zwischen Vivian und Spencer scheint etwas zu schwellen.

Die Autorin entführt die Leser*innen an die malerische Amalfiküste in Italien, genauer gesagt nach Positano und in das luxuriöse Hotel Palazzo Rosso.
Die Atmosphäre wechselt immer wieder zwischen Urlaubsfeeling, Sonne, Strand und Meer und einer beklemmenden Stimmung voller Misstrauen.

Rebecca Taylor McKay erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Es bleibt genug Zeit, die schöne Landschaft zu bestaunen. Gekonnt spiegelt die Autorin die 1960er Jahre wider.
Der Schreibstil von Rebecca Taylor McKay ist flüssig und gut verständlich.
Durch die Perspektive aus Sicht von Clara kommt man ihr natürlich ganz nahe. Man kann ihre Gedanken lesen und stellt sich die gleiche Frage, die sich Clara stellt: „Wem kann man noch trauen?“

Rebecca Taylor McKay baut einige Wendungen in die Geschichte ein, was das Ganze noch spannender macht.

„Er lügt“ ist kein actiongeladener Hardcore-Thriller, sondern ein wunderbar atmosphärischer Psychothriller, der von leisen Tönen, psychologischer Tiefe und einem grandiosen Setting lebt.
Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Düstere Gedanken

Toby Winter
Sprecher: Mathias Grimm
Hörbuch – Thriller
Länge: 9 Stunden und 20 Minuten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Toby Winter für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Hallo, ich heiße Florian, meine Freunde nennen mich Flo.
Ich bin ein skrupelloser Serienkiller.
Das mag Sie schockieren, denn ich bin auch ein liebevoller Ehemann und Vater von drei Kindern.
In meinem bevorzugten Jagdrevier am Dortmunder Phoenix-See wird ein Mann brutal ermordet.
Der Mörder lässt die Leiche zurück und zieht damit die Aufmerksamkeit von Polizei und Presse auf sich.
Das macht mich wütend und ich beschließe, Jagd auf meinen Rivalen zu machen.
Doch schon bald bin ich der Gejagte und muss um das Leben meiner Liebsten fürchten.

„Düstere Gedanken“ von Toby Winter ist ein Psychothriller, der aus der Sicht eines Serienmörders erzählt wird.

Im Mittelpunkt steht Florian. Er ist eigentlich ein ganz normaler Mann. Er arbeitet bei einer Bank, ist liebender Vater und Ehemann. Ein sympathischer Mensch, den man mögen muss.
Florian hat aber auch noch eine andere, eine dunkle Seite. Er ist ein Serienmörder.
Wenn das Dunkle in ihm zum Vorschein kommt, entführt er Frauen, foltert und tötet sie.
Jetzt wird die Polizei aufmerksam, da ein anderer Mörder in Florians Revier gejagt hat. Florian macht Jagd auf seinen Rivalen und wird selbst gejagt. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Toby Winter erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo und mit einer dunklen Atmosphäre.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant.
Da ist natürlich Florian. Er ist liebender Familienvater und gleichzeitig ein brutaler Mörder. Die dunkle Seite in Florian war allerdings nicht immer da. Erst nach einer Kopfoperation hat sich sein inneres Wesen verändert. Jetzt muss das Böse aus ihm heraus.

Im Gegensatz dazu steht Florians Familie, die ihren Vater und Ehemann nur als lieb und fürsorglich kennen.
Als Leser*in wartet man ständig auf die Aufdeckung von Florians Charaktereigenschaften.

Der Schreibstil von Toby Winter ist flüssig und gut verständlich.
Der Autor erzählt die Geschichte aus wechselnder Perspektive. Die Abschnitte, die aus Sicht von Florian erzählt werden, lassen die Leser*innen Florian ganz nahekommen.
Toby Winter beschreibt die Gewalt recht detailliert, hier musste ich schon manchmal schlucken. Hier werden gute Nerven vorausgesetzt.

Ich habe das Hörbuch gehört. Es wird von Mathias Grimm gelesen. Die Stimme von Mathias Grim ist wandelbar. Er kann mit seiner Stimme gekonnt zwischen Florian dem Familienvater und Florian dem Serienmörder differenzieren. Beim Hören bekommt man das Gefühl, es mit zwei verschiedenen Personen zu tun zu haben.
Mathias Grimm macht das Hörbuch zu einem spannenden Vergnügen.

„Düstere Gedanken“ ist ein wirklich düsterer und hochspannender Thriller.

Die Nachbarin

Nova Winter
Thriller
365 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Wem kann man noch vertrauen

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Smilla. Beim Joggen kommt Smilla an einem See vorbei, in dem ein kleiner Junge ums Überleben kämpft. Beherzt springt Smilla ins Wasser, um den Jungen zu retten. Als die Mutter des Jungen erscheint, beschimpft sie Smilla.

In Smilla bleibt ein unerklärliches Gefühl zurück, sie kennt den Jungen, es ist ihr Sohn. Dabei hat Smilla den Jungen noch nie gesehen und war auch nie schwanger gewesen.

Als Smilla die Frau wieder sieht, muss sie feststellen, sie ist ihre Nachbarin. Quentin, der Vater des Jungen, bedankt sich überschwänglich bei Smilla und lädt sie und ihren Mann zum Essen ein. Und Quentin bietet Smilla auch noch einen Job als Patissière in seinem Hotel an.

Kurze Zeit später erfährt Smilla vom Verschwinden des ersten Kindes ihrer Nachbarn, vor sechs Jahren. Dann geschehen seltsame Dinge. Smilla traut sich selbst und auch keinem anderen mehr. Auch nicht ihrem eigenen Ehemann.

„Die Nachbarin“ ist ein spannender Psychothriller von Nova Winter.

Die Autorin hat die Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
Smilla war mir schnell sympathisch. Sie hat eine schwere Krankheit überstanden und will jetzt einen Neuanfang starten.
Auch Jonas, Smillas Ehemann, war mir schnell sympathisch. Doch im Laufe der Geschichte spürt man, dass er nicht immer ehrlich ist.
Die Nachbarn Quentin und Lou sind etwas seltsam. Lou scheint psychisch labil zu sein, was man versteht, wenn man ihre Geschichte kennt.

Nova Winter baut langsam, aber stetig Spannung auf. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Das führt dazu, dass man die Charaktere sehr gut kennenlernt und schnell spürt, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

In der 2. Hälfte der Geschichte baut Nova Winter einige Wendungen ein und man weiß wirklich nicht mehr, wem man trauen kann.

Am Ende gibt es einen richtigen Showdown, der die Spannung bis ins Endlose steigen lässt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Nova Winter hat mich mit ihrem Thriller „Die Nachbarin“ begeistert.

Eine zu viel

Samantha Hayes
Thriller
411 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Psychothriller

Klappentext:
Nach dem Tod des Familienvaters Ray lädt Mutter Connie ihre drei Töchter samt Partnern und Kindern in eine abgelegene schottische Lodge ein. Zehn Tage sollen sie dort verbringen: nachtrauern, zusammenrücken, vielleicht neu beginnen. Doch Connie hütet ein brisantes Geheimnis: Rays Testament – und die Wahrheit, die es an die Oberfläche bringen wird. Während Connie den richtigen Moment für ihre Offenbarung sucht, kippt die Stimmung wie das Wetter in den Highlands. Wer steht zu wem? Und was geschieht, wenn die größte Gefahr nicht draußen lauert, sondern mit am Tisch sitzt?

„Eine zu viel“ ist ein Thriller mit Hochspannung von Samantha Hayes.

Ray ist gestorben. Connie lädt ihre Töchter mit Familie in eine schottische Lodge ein. Hier möchte die Familie zusammen trauern, den Tod des Vaters und Ehemanns verarbeiten. Connie will aber auch ein Geheimnis lüften, das mit der Testamentseröffnung eine Wahrheit ans Licht bringen wird.

Samantha Hayes lässt die Spannung gleich im Prolog aufblitzen.
Die Familie Hunter ist eine Familie voller Geheimnisse, Eifersucht und Verletzungen. Am Ende ist einer von ihnen tot.
Das Drama spielt sich in den schottischen Highlands, in einem abgelegenen Ferienhaus ab. Die Leser*innen folgen den einzelnen Familienmitgliedern. Es hat den Anschein eines normalen Familienurlaubs, doch wenn man den Prolog gelesen hat, wartet man auf jeder Seite darauf, dass das Unausweichliche passiert.

Die Autorin spielt mit der Psyche ihrer Leser*innen. Die unterschwellige Spannung ist allgegenwärtig.
Dazu wird die Geschichte noch aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Charaktere sind recht unterschiedlich und sehr lebendig.
Ich habe ein bisschen gebraucht, um die einzelnen Familienmitglieder auseinanderhalten zu können. Nach einiger Zeit ist mir das aber gut gelungen.

Samantha Hayes hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Die eingebauten Wendungen sorgen dafür, dass es bis zum Ende spannend bleibt.

„Eine zu viel“ ist ein spannender Thriller, der mit der Psyche seiner Leser*innen spielt.

Die Klippe

Ulf Kvensler
Thriller
377 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Psychothriller

Zum Inhalt
Marcus passiert das, was wohl jeder Autor fürchtet. Nach einem Bestseller kommt nichts mehr. Er bringt einfach keine gute Geschichte mehr zu Stande.
Da wird er von Ernst, einem Bekannten aus einem Schreibseminar kontaktiert. Er hat einen Kriminalroman geschrieben und möchte den, unter einem Pseudonym veröffentlichen. Marcus bietet seine Hilfe an und reicht das Manuskript an seine Agentin weiter.
Die Agentin ist der Meinung, dass das Manuskript von Marcus ist. Sie ist überzeugt davon, dass es ein Bestseller werden wird. Auch der Verlag ist davon überzeugt. Das Buch soll allerdings unter dem Namen von Marcus erscheinen. Der eigentliche Autor ist angetan von der Idee, dass Marcus das Buch unter seinem Namen veröffentlicht.
Das Buch wird tatsächlich ein Bestseller. Doch dann kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Marcus und Ernst. Ernst stellt immer mehr Forderungen an Marcus. Und Marcus verstrickt sich in einem Gerüst aus Lügen. Bis das Unvermeidbare passiert.

„Die Klippe“ ist der neue Thriller von Ulf Kvensler.
Nachdem mich „Der Ausflug“ und „Die Insel“ mich gefesselt hatten, war ich auf das neue Werk gespannt.

Ulf Kvensler beginnt die Geschichte ruhig. Die Leser*innen ahnen zwar schnell, dass es zwischen Marcus und Ernst kein gutes Ende nehmen wird. Aber bis dahin dauert es eine Weile.
Als es dann zu den Unstimmigkeiten zwischen den beiden Charakteren kommt, baut der Autor eine düstere Atmosphäre auf.
Auch zwischen Marcus und seiner Frau wird die Stimmung immer schlechter und man ahnt, dass auch das kein gutes Ende nehmen kann.

Zwischendrin gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und die Leser*innen erfahren, wie sich Marcus und Ernst bei einem Schreibseminar kennengelernt haben.

Ulf Kvensler hat seine Protagonisten sehr gut gezeichnet, sie wirken richtig lebendig.

Der Schreibstil von Ulf Kvensler ist flüssig und gut verständlich. Bei diesem Buch dauert es allerdings etwas, bis die Spannung einsetzt. Auch zwischendrin gibt es immer wieder einmal Stellen, die etwas langatmiger sind.

„Die Klippe“ ist kein actiongeladener Thriller, eher ein ruhiger Psychothriller, wo man auch viel zwischen den Zeilen lesen kann.

Racheflamme

Tina N. Martin
Thriller
541 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Schweden

Klappentext:
Luleå, Nordschweden: Auf der Hauptbühne des Stadttheaters steht eine mit ätzender Flüssigkeit gefüllte Badewanne. Die Analyse der Säure ergibt Spuren von menschlichem Blut. Idun Lind übernimmt gemeinsam mit Calle Brandt und Tareq Shaheen die Ermittlungen. Sie kommen einem Täter auf die Spur, der vor nichts zurückschreckt, um seine Opfer in den Wahnsinn zu treiben, bevor er sie auf grausamste Weise tötet

„Racheflamme“ von Tina N. Martin ist der 5. Band der Thriller-Reihe „Kommissarin Lind ermittelt“ aus Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Ermittler Idun Lind und Calle Brand. Calle ist oft etwas ruppig, arbeitet aber schon länger gut mit Idun zusammen.

Kriminalkommissarin Idun Lind arbeitet in der Abteilung für Kapitalverbrechen im nordschwedischen Luleå.
Sie ist eine toughe Ermittlerin, die vor nichts zurückschreckt.
Mit ihrem Kollegen Calle Brand arbeitete sie immer gerne und gut zusammen.

Auch auf Tareq treffen wir wieder, er leitet eine Ermittlungseinheit bei der Abteilung Kapitalverbrechen in Stockholm. Er ist ein elegant gekleideter großer Mann mit dunklem Bart.

Die Ermittler gefallen mir gut und ich begleite sie mit Freude seit dem 1. Band.

Schon der Prolog sorgt für Gänsehautmomente und lässt auf viel Spannung hoffen.
Und es wird auch wieder sehr spannend.

Die Ermittler werden in ein Theater gerufen. Eine Badewanne mit Säure und menschlichem Blut. Jetzt geht es darum, herauszufinden, was passiert ist. Da geschieht schon der nächste Mord und die Ermittler stecken mitten in einem brenzligen Fall.

Die Ermittlungen sind schwierig und gehen nur langsam voran. Vor allem die Rückblenden, in denen man einer unbekannten Person folgt, sorgen für Spannung.

Der Schreibstil von Tina N. Martin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.
Die einzelnen Szenen werden von der Autorin so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann.
Mit ihren Ermittlern hat die Autorin großartige Charaktere geschaffen. Idun Lind finde ich besonders sympathisch.
Die Autorin baut von Beginn an Spannung auf und hält sie auch bis zu Ende aufrecht.
Es macht Spaß, zu rätseln, wer der Täter ist, aber auch als ich einen Verdacht hatte, war mir das Motiv bis zum Ende unklar.

Das soll der letzte Band der Reihe gewesen sein. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich wäre den Ermittlern gerne noch eine Weile länger gefolgt.

Die „Kommissarin Lind ermittelt“ Reihe:
Band 1: Apfelmädchen
Band 2: Gewittermann
Band 3: Schattenschwester
Band 4: Sturmschreie
Band 5: Racheflamme

Im Morgengrauen

Marc Raabe
Thriller
575 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend – eben ein echter Marc Raabe

Klappentext:
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos.
In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

„Im Morgengrauen“ ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe.
Wenn man, wie ich, schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.

Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig.
Art Mayer besticht durch seine Coolness.
Er ist Diabetiker, was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell.
Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer.
Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern.
Nele Tschaikowsky ist noch recht jung.
Sie trennt Gut und Böse.
Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau.
Nele ist sehr motiviert; aber auch noch mit wenig Erfahrung.

Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft.
Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch.

Es gibt Videos, die den Bundeskanzler Henrik Westphal und eine junge Frau in intimen Situationen zeigen.
Das Gesicht der Frau ist nicht zu erkennen, nur ein Eulen-Tattoo auf ihrem Unterarm ist zu sehen. Ob das Video echt ist oder ein fake, ist noch nicht bekannt.
Im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz wird eine Frauenleiche gefunden. Ist es die Frau aus dem Video? Der Bundeskanzler ist verschwunden. Was ist der Grund?
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski haben alle Hände voll zu tun.

Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache.
Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter.
Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.
Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Immer wieder werden einige Details aus ihrer Vergangenheit entblättert.

Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil.
Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht essen, trinken und nicht schlafen, ich will nur lesen.
So hat Marc Raabe mir auch mit „Im Morgengrauen“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.

Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.

Schatten Eis

Anne Nørdby
Thriller
486 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Dänemark

Klappentext:
»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

„Schatten Eis“ ist der 3. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch, das es wirklich verdient, im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.
Die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super-Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise schon das 3. Mal über die Schultern zu schauen, war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet, immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung, nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden spüren.

Jesper Bæk kommt aus einer kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend. Der Anngiaq ist ein böser Geist und ist im Glauben der Inuit verwurzelt. Obwohl Marit eine kluge und selbstbewusste Frau ist, glaubt sie an die Mythologie und an den Anngiaq, denn er hat ihre Familie in Grönland getötet.
Jetzt sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller, was Spannung angeht, alle Register gezogen. Ich denke, das kann man kaum überbieten.
Die Autorin erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre, die immer und überall gegenwärtig ist. Marit fühlt sich beobachtet und man hat beim Lesen das Gefühl, das Böse lauert schon auf der nächsten Seite.
Das führt dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Anne Nørdby vermittelt ihren Leser*innen auch Interessantes über Grönland und wie die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

„Schatten Eis“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt, muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.

Privatermittlerin Marit Rauch Iversen:

  1. Band „Eis. Kalt. Tot.“
  2. Band „Rot. Blut. Tot.“
  3. Band „Schatten Eis“