Der Fährmann
Regina Denk
Historischer Roman
380 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar
Fesselnder und tiefgründiger Roman
Zum Inhalt
Die Geschichte ist im Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Hannes Winkler ist Fährmann und darf aus beruflichen Gründen nicht heiraten. Ein Fährmann ist der Gewalt des Wassers ausgesetzt und sollte im Fall eines Unglücks keine zu versorgenden Hinterbliebenen zurücklassen.
Doch Hannes ist in Elisabeth verliebt und Elisabeth hegt auch Gefühle für Hannes, sie ist jedoch Josef Steiner versprochen.
Elisabeths Freundin Annemarie hingegen hegt Gefühle für Josef.
So hat jeder der vier jungen Menschen Gefühle und Träume, die zum Scheitern verurteilt sind.
Der Fährmann Hannes, fährt auf der Salzach immer zwischen Hohenwart und Siegering hin und her. Die Salzach trennt nicht nur die zwei Orte, die durch Freundschaft und Handel eng verbunden sind, sondern auch Deutschland und Österreich. Um so wichtiger ist der Fährmann, der die Verbindung zwischen den 2 Orten ermöglicht.
Als der 1. Weltkrieg ausbricht, gerät das Leben der 4 jungen Menschen und auch die Beziehung zwischen den 2 Orten in einen tiefen Strudel.
Regina Denk erzählt die Geschichte tiefgründig und lässt je weiter man vorankommt, dunkle Wolken aufziehen.
Die Charaktere lernt man zum Teil schon als Jugendliche kennen und verfolgt ihr Leben einige Jahre.
Hannes muss einer Tradition folgen und den Job des Fährmanns übernehme. Das Leben als Fährmann ist der Einsamkeit verschrieben.
Elisabeth ist von den Eltern dem Bauern Josef versprochen. Ein bösartiger und gewaltbereiter Charakter, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte.
Annemarie musste schon als junges Mädchen in der Gaststube der Eltern helfen.
Regina Denk lässt die Leser*innen an dem Leben der Charaktere teilhaben. Beim Lesen lernt man die jungen Menschen gut kennen und lieben, oder im Fall von Josef eben zu verachten.
Die Handlungsorte werden von der Autorin anschaulich beschrieben.
Regina Denk erzählt die Geschichte mit viel Tiefgang. Die Traditionen und der zum Teil von den Eltern vorgegebene Lebensweg und der Zwang, der damit verbunden ist, wird gut vermittelt. Auch der Krieg, der 2 befreundete Orte und die dort lebenden Menschen, die wie durch ein Band verbunden sind, spalten will ist anschaulich beschrieben.
Der Schreibstil von Regina Denk ist flüssig und gut verständlich. Dieb Sprache passt großartig in die Zeit der Handlung.
„Der Fährmann“ ist ein fesselnder historischer Roman, den ich mit großem Interesse und mit großer Freude gelesen habe.



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