Das Licht der Lofoten

Sophie Van der linden
Roman
119 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem Französischen von Valerie Schneider
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Malerin Anna Boberg

Klappentext:
Eine einsame Hütte auf den Lofoten: Hierher reist die schwedische Malerin Anna Boberg (1864–1935) jeden Winter völlig allein. Sie will die raue Schönheit und das besondere Licht der Arktis auf die Leinwand bannen, auch wenn das die monatelange Trennung von ihrem Mann bedeutet, dem Architekten Ferdinand Boberg, der ihr das arktische Atelier einst erbaute. In diesem Winter Anfang der 1930er ahnt Anna, dass es ihr letzter Aufenthalt sein könnte, und ist von dem Drang getrieben, das eine große Werk zu erschaffen, das ihr endlich auch in ihrer Heimat die Anerkennung bringen wird, die sie in Frankreich und Italien bereits erreicht hat.

„Das Licht der Lofoten“ ist ein Buch über die schwedische Malerin Anna Boberg von Sophie Van der Linden.
Die Malerin Anna Boberg ist mir bisher völlig ungekannt gewesen und hat doch eindrucksvolle Gemälde erschaffen.

Anna Boberg hat sich gerne in eine einsame Hütte in den Lofoten zurückgezogen.
Das hat für sie aber auch eine Trennung über einen längeren Zeitraum von ihrem Mann bedeutet.
Sie wollte für ihre Werke das Licht der Lofoten einfangen, dass besonders im Winter einzigartig ist.
Ich habe mir im Internet Bilder der Künstlerin angeschaut. Sie hat das einzigartige Licht gut eingefangen, besonders auf ihrem Werk „Nordlichter Studie“.

Sophie Van der Linden bringt ihren Leser*innen die Malerin auf eine schöne Art näher. Man spürt die Liebe zur Kunst aber auch eine innere Zerrissenheit.
Man könnte glauben, dass die Autorin Anna Boberg persönlich gekannt hat.

Der Schreibstil von Sophie Van der Linden ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin erzählt die Geschichte in einer feinen Sprache, es macht Freude das Buch zu lesen.

Mit ihrem Buch „Das Licht der Lofoten“ hat Sophie Van der Linden mit die Malerin Anna Boberg nähergebracht.

Sommer auf Perigo Island

Perry Chafe
Roman
267 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem kanadischen Englisch von Claudia Feldmann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Coming-of-Age-Roman oder Krimi?

Klappentext:
Sommer 1991 auf Perigo Island vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien damit, den im Hafen ankommenden Fischern beim Sortieren ihres schwindenden Fangs zu helfen. Bis sie erfahren, dass ein Mädchen von der Insel vermisst wird: ausgerechnet Anna, die in geheimer Verbundenheit zu Pierce stand und als Einzige von seiner Angst vor dem offenen Wasser wusste, die ihn quält, seit sein Vater auf See verschwand. Zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily setzen die Freunde alles daran, Anna zu finden. Auf ihrer abenteuerlichen Suche werden sie einem mysteriösen Meeresbiologen begegnen, eine Faszination für die Geheimnisse des Ozeans entwickeln, sich zum ersten Mal verlieben und sich ihren größten Ängsten stellen müssen.

„Sommer auf Perigo Island“ von Perry Chafe ist ein Coming-of-Age-Roman, der durch seine Charaktere begeistert.

Der Handlungsort ist eine Insel vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce lebt hier mit seiner Mutter, der Vater ist eines Tages nicht mehr vom Fischen zurückgekehrt. Nur Trümmer vom Boot wurde ein paar Tage später angeschwemmt. Die Leiche des Vaters wurde nie gefunden und so hat Pierce auch nie die Hoffnung aufgegeben, dass sein Vater eines Tages wieder nach Hause kommt.
Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas versuchen sich etwas Geld zu verdienen, indem sie den Fischern helfen die Fische zu sortieren und die Fischzungen auszuschneiden, um sie zu verkaufen. Das ist ein hartumkämpfter Job.
Doch eines Tages wird auf der Insel ein Mädchen vermisst. Ein Mädchen das Pierce versprochen hatte nicht mehr wegzulaufen. Pierce ahnt, dass Anna etwas zugestoßen sein muss.
Auf der Insel hält sich ein seltsamer Meeresbiologe auf, der in den Fokus der Jugendlichen gerät.

Perry Chafe, der selbst in einen Fischerort in Neufundland aufgewaschen ist, erzählt die Geschichte so intensiv, dass ich mich frage, wie viel vom Autor selbst in der Geschichte steckt.
Der Autor hat recht unterschiedlichen Charakteren das Leben geschenkt. Sie wirken alle sehr lebendig und sind jeder auf seine Art sympathisch.

Die Geschichte von Pierce hat mich sehr berührt. Auch die Geschichte des Meeresbiologen Solomon hat mich berührt.

Die Geschichte erzählt vom Leben auf der Insel, die meisten sind Fischer, die anderen wandern nach und nach ab. Die Insel wird immer verlassener.
Das Leben ist hart, doch Pierce möchte nirgendwo anders leben.

Durch das Verschwinden von Anna und durch den mysteriösen Meeresbiologen Solomon erhält die Geschichte Krimi Vibes.

Perry Chafe beschreibt de Handlungsort und das Leben auf der Insel sehr anschaulich, ich konnte mir alles sehrt gut vorstellen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus de Hand legen.

„Sommer auf Perigo Island“ ist ein großartiges literarisches Werk, ich habe das Buch gerne gelesen.

Wo das Eis niemals Schmilzt

Inkeri Markkula
Roman
320 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt von Stefan Moster
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Klappentext:
Mal ist es ein Rieseln, dann ein leises Heulen, das über den mächtigen Gletscher hallt. Sein Gesang verrät Unni, wo das immer mehr werdende Schmelzwasser einen Weg ins Innerste des Eises findet. Die Forschung hat die Glaziologin zurück nach Kanada geführt, aber es gibt noch einen weiteren Grund: Jon, mit den dunklen Augen und dem verlorenen Blick, dem sie bei ihrem letzten Besuch auf der Baffininsel nahekam, bevor sich ihre Wege wieder trennten. Jon, der hierhergereist war, um die Leerstellen in seiner Biografie zu füllen. Unnis Suche nach Jon führt sie auch in ihre eigene Vergangenheit, zu den magischen Sommern, die sie mit ihrem samischen Vater in Lappland verbrachte, und dem bitteren Alltag in einem Dorf bei Helsinki. Und schließlich bis zu einer jungen Frau, die dreißig Jahre zuvor dem Gletscher lauschte und für das Kind in ihrem Bauch eine dunkle Zukunft vorausahnte.

„Wo das Eis niemals schmilzt“ ist ein Roman über Liebe, Herkunft und Identität von Inkeri Markkula.

Im Mittelpunkt stehen Unni und Jon. Unni kommt aus Finnland und ist Sami, Jon kommt aus Kanada und ist Inuk. Beide sind auf der Suche nach ihren Wurzeln.

Zuerst wird Unnis Geschichte erzählt. Unni ist Glaziologin, sie untersucht die Gletscher und die Auswirkungen des Klimawandels auf das ewige Eis. Unni stammt aus dem hohen Norden, wo die Landschaft weitläufig und karg ist. Die Winter sind lang und dunkel, der Sommer dauert nur wenige Wochen.

Auch die Geschichte von Jon wird erzählt. Jon wuchs in Kanada bei Adoptiveltern auf. Ursprünglich ist er ein Inut. Auch er fühlt sich entwurzelt und muss mit Rassismus und Anfeindungen kämpfen.

An einem Tag haben sich Unni und Jon getroffen und seither nicht mehr aus dem Gedächtnis verloren.

Inkeri Markkula lässt ihre Leserinnen in eine andere Welt eintauchen. Eine Welt aus Eis, die mittlerweile gefährdet ist. Die Geschichte vermittelt zum einen was der Klimawandel im hohen Norden anrichtet und was das für die Menschen bedeutet die dort Leben. Die Geschichte vermittelt aber auch, was mit den indigenen Völkern passiert ist. Die Samen wurden auseinandergerissen und es leben nicht mehr viele in einer Gemeinschaft wie früher. Anhand von Jon erfahren die Leserinnen was alles Schreckliches mit den Inut geschehen ist. Diese Passagen sind oft schwer zu lesen. Man möchte sich das gar nicht vorstellen.

Inkeri Markkula erzählt die Geschichte mit einem flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

„Wo das Eis niemals schmilzt“ ist ein Roman, der mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Das Geschenk des Meeres

Julia R. Kelly
Historischer Roman
345 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Claudia Feldmann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine Geschichte mit viel Gefühl

Klappentext:
Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

„Das Geschenk des Meeres“ ist ein Roman voller Gefühle von Julia R. Kelly.

Die Zeit der Handlung ist im Jahre 1900 angesiedelt. An einem Wintertag wird ein kleiner Junge an den Strand von Skerry gespült. Fischer Joseph bringt den Jungen zum Pfarrer. Doch dessen Frau ist schwanger und steht kurz vor der Geburt, kann sich somit schlecht um das Kind kümmern. Die Lehrerin Dorothy ist nur allzu gerne bereit sich dem Jungen anzunehmen. Dorothy hatte einst ihren eigenen Sohn ans Meer verloren.

Dann gibt es Rückblenden und man erfährt, wie Dorothy den Fischer Joseph kennenlernt, wie sie heiratet, schwanger wird und ihr Kind gebärt. Ihr Sohn Moses wurde mit einer Glückshaube geboren und ist demnach etwas Besonderes.

Julia R. Kelly hat mit „Das Geschenk des Meeres“ einen wunderschönen Roman, voller wechselnder Gefühle veröffentlicht.

Mir haben beide Handlungsstränge gut gefallen. Sie nähern sich Stück für Stück an und langsam beginnt man zu ahnen, was damals geschehen ist.

Die Geschichte ist voller Gefühl, Traurigkeit und Melancholie. Julia R. Kelly versteht es die Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln.
Die Charaktere gefallen mir gut und sie sind richtig lebendig. Manchmal habe ich mich gefragt, ob da zwischen Dorothy und den Fischer Joseph ist.

Der Schreibstil von Julia R. Kelly ist flüssig und gut verständlich. Die Atmosphäre ist zum Teil traurig und düster aber stellenweise auch voller Liebe.

„Das Geschenk des Meeres“ ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.