Die Leuchtturmschwester

Lori Kilian
Roman
374 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine bewegende Reise zu den Äußeren Hebriden

Klappentext:
1923, Schottland: Nach Jahren fern der Heimat kehrt Eliza als Krankenschwester auf die windgepeitschten Äußeren Hebriden Schottlands zurück. Dort soll sie die abgelegen wohnenden Leuchtturmwärterfamilien versorgen – und sie hofft, ihrer Schwester Màiri wieder nahe zu sein. Doch die raue Inselwelt, das Misstrauen der Bewohner und die Erinnerungen an eine Nacht, die ihr Leben für immer veränderte, stellen sie auf die Probe. Dann begegnet sie Aidan, einem Arzt, der sich nach einem Kriegstrauma als Leuchtturmwärter in die Einsamkeit geflüchtet hat. Zwischen Stürmen, gefährlichen Einsätzen und stillen Stunden am Meer muss Eliza lernen, Schuld loszulassen – und entscheiden, ob sie den Mut hat, ihrem Herzen ein zweites Mal zu vertrauen.

In ihrem historischen Roman „Die Leuchtturmschwester“ entführt die Autorin Lori Kilian ihre Leser*innen nach Schottland in das Jahr 1923.
Inspiriert von den historischen Überlieferungen der mutigen „District Nurses“ zeichnet die Autorin ein tiefgründiges Bild von Schuld, Heilung und der ungezähmten Kraft des Meeres.

Lori Kilian hat starke Charaktere gezeichnet und lebendig werden lassen.

Eliza ist eine pflichtbewusste, innerlich zerrissene Protagonistin. Eine Frau, die trotz eigener seelischer Wunden unermüdlich für das Wohl anderer kämpft.

Màiri ist Elizas jüngere Schwester. Die Leser*innen lernen sie auf ihrer Hochzeit kennen. Und hier begegnen sich Eliza und Màiri auch nach längerer Zeit wieder. Ihr Verhältnis zueinander ist angespannt.

Aidan ist ein Leuchtturmwärter mit einem tiefen Trauma. In seinem Leben vor dem Krieg war er Arzt. Eliza fühlt sich zu ihm hingezogen und möchte erfahren, warum Aidan die Einsamkeit des Leuchtturms gewählt hat und nicht mehr als Arzt tätig ist.

Mir gefallen die Charaktere sehr gut und ich habe sie allesamt schnell ins Herz geschlossen.

Lori Kilian beschreibt den Handlungsort, die Äußeren Hebriden, sehr anschaulich. Ich konnte mir die raue Landschaft und das gewaltige Meer gut vorstellen. Im Gegensatz dazu sind die weiten weißen Strände ein toller Gegensatz.

Die Atmosphäre der Geschichte wechselt zwischen Melancholie und Hoffnung.
Der Leitsatz des Buches „Solange das Licht nicht erlischt, ist alles gut“ gefällt mir so gut, dass ich ihn hier erwähnen möchte.

Der Schreibstil von Lori Kilian ist flüssig und gut verständlich. Das schwere Leben auf den Äußeren Hebriden wird gut vermittelt.

„Die Leuchtturmschwester“ ist ein ergreifender und atmosphärischer Historischer Roman, den ich mit Freude gelesen habe.