Der Geschmack von Freiheit

Ladina Bordoli
Historischer Roman
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Der Traum von der Schokolade

Klappentext:
Vevey am Genfersee, 1861. Es ist bald zehn Jahre her, seit Fanny Caillers Vater gestorben ist: der berühmte Chocolatier François Cailler. Ihre Mutter und ihre Brüder haben das Familienunternehmen übernommen. Obwohl si ch Fanny ebenfalls sehr für die Herstellung von Schokolade interessiert, darf sie nur in der Verpackungsabteilung arbeiten. Als die Dreiundzwanzigjährige den attraktiven Kerzenfabrikanten Daniel Peter kennenlernt, verliebt sie sich sofort und heiratet ihn. Er teilt ihre Leidenschaft für Schokolade. Und so beschließen Fanny und Daniel, ein eigenes Unternehmen zu gründen: Denn die beiden haben eine Idee für eine Zutat, die die Welt der Schokolade für immer verändern soll.

„Der Geschmack von Freiheit“ ist der Auftakt einer neuen Familien-Sage von Ladina Bordoli. Die Autorin hat mich schon mit der Mandelli-Saga begeistert und so nahm ich mit Vorfreude das neue Werk in Angriff.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen an den Genfersee in das Jahr 1861. Wir dürfen im 1. Band der Saga die Charaktere bis in das Jahr 1879 begleiten.

Der Vater von Fanny Cailler war der berühmte Chocolatier François Cailler. Er ist vor einiger Zeit gestorben und seit dem führen Fannys Mutter und ihre Brüder das Unternehmen. Fanny, die auch die Schokolade liebt, hätte gerne im Unternehmen mitgearbeitet. Doch weiter als in die Verpackungsabteilung kommt Fanny nicht.
So heiratet sie Kerzenfabrikanten Daniel Peter. Auch Daniel liebt Schokolade. Das Paar beschließt ihr eigenes Schokoladenimperium zu gründen und muss einen steinigen Weg gehen. Aber sie werden die Welt der Schokolade auf den Kopf stellen.

Ladina Bordoli hat mich mit ihrem neuen Roman begeistert.
Fanny und ihre Familie, wie auch Daniel Peter werden sehr gut beschrieben, nach einiger Zeit kam es mir so vor als würde ich sie alle schon lange kennen.
Man spürt auf jeder Seite die Liebe zur Schokolade. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass ich beim Lesen das eine oder andere Stückchen Schokolade genießen musste.
Für Fanny und Daniel ist es ein weiter Weg zum Erfolg. Es gibt Intrigen und Neid die sie immer wieder zurückwerfen.
Auch bei der Familie Cailler bleiben Schicksalsschläge nicht aus.

Ladina Bordoli erzählt eine fesselnde und interessante Geschichte über Schokolade. Die Autorin hat gute Recherchearbeit geleistet um ihren Leser*innen die Geschichte der Schokoladen-Familie näher zubringen. Dabei verwebt Ladina Bordoli Realität und Fiktion so fein, dass man es nicht mehr zu trennen vermag.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft. Ich konnte mir alles so gut vorstellen.
Die Charaktere sind mir schnell vertraut geworden. Auch über die Erfindung der Milchschokolade kann man einiges Lesen.

„Der Geschmack von Freiheit“ ist ein wunderbarer Auftakt der Reihe „Die Schokoladen-Pionierinnen“. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Der Duft von Glück“ der im Dezember erscheinen soll.

Das Haus des Schicksals (Die Mandelli-Saga)

Ladina Bordoli
Roman / Familiensaga
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Zurück zu den Wurzeln

Eleonora, die Tochter von Rosalba und Enkelin von Aurora hat mittlerweile das Bauunternehmen ihrer Mutter in der Schweiz übernommen.
Auch Eleonora hat das Bauhandwerk von der Pike auf gelernt.
Doch die Auftragslage für das kleine Bauunternehmen wird immer schlechter seit sich die Baurichtlinien in der Schweiz verschärft haben.
Auch kämpft Eleonora immer noch damit, dass ihre Wurzeln in Italien liegen und sie somit nicht als echte Schweizerin angesehen wird.
Als Eleonora auf einer Tagung Flurin kennenlernt, der genau wie sie aus dem Bauhandwerk kommt verliebt sie sich in ihn.
Eleonora hat die Hoffnung, dass sich mit Flurin das Blatt wendet. Doch ist Flurin der Richtige für Eleonaor?

„Das Haus des Schicksals“ ist der 3. und letzte Band der Mandelli Saga von Ladina Bordoli.
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2015 und die dritte Generation der Mandelli-Frauen hat das Bauunternehmen übernommen.
Eleonora hat wie ihre Mutter und ihre Großmutter das Bauhandwerk gelernt.
Leider haben sich die Baurichtlinien in der Schweiz verschärft und das Unternehmen gerät unter der Leitung von Eleonora in Schieflage.
Das Unternehmen hat sich mittlerweile der Nachfrage angepasst und grenzt sich somit nicht mehr von den anderen Firmen ab. Sie bieten Hoch- und Tiefbau an wie unzählige andere Firmen auch.
Dabei war die Firma Mandelli einmal für ihre Besonderheiten bekannt.

Ich finde auch Eleonora ist sehr ein sehr gelungenen Charakter.
Sie ist vielleicht manchmal etwas gutgläubig und bei ihren Angestellten zu nachsichtig.
Aber sie glaubt eben an das Gute im Menschen.
Eleonora bedeutet die Firma sehr viel und sie versucht sie mit allen Mitteln zu retten.

Rosalba unterstützt Eleonora noch in der Firma.
Doch braucht sie mehr Zeit für ihren Mann der nicht gesund ist.
Sie vertraut Eleonora doch hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie mit der einen oder anderen Handlung ihrer Tochter gehadert hat.

Aurora hat es immer noch nicht ganz verwunden, dass ihre Tochter Rosalba in der Schweiz geblieben ist.
Sie hat ihr Unternehmen in Italien aufgegeben.

In diesem letzten Band sind alle drei Generationen der Mandelli-Frauen vereint.
Mutter und Großmutter können auf ihre große Erfahrung zurückschauen und Eleonora muss ihren Weg finden, bei dem wir sie begleiten dürfen.

Ladina Bordoli erzählt auch die Geschichte von Eleonora wieder sehr gefühlvoll.
Die Autorin hat die ganze Geschichte der Mandelli-Frauen sehr anschaulich erzählt.
Man kann sich die Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte gut vorstellen.
Auch die Unterschiede und Traditionen zwischen der Schweiz und Italien kommen sehr deutlich zum Vorschein.

Die Mandelli-Saga hat mich zu einem Thema geführt mit dem ich mich vorher noch nie befasst habe.
Mittlerweile finde ich das Bauhandwerk so vielseitig und interessant.
Genauso facettenreich hat Ladina Bordoli ihre Geschichte aufgebaut.
Ich habe die Mandellid-Saga sehr gerne gelesen.

Das Bauwerk der Sehnsucht

Ladina Bordoli
Historischer Roman
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rosalba Mandelli ist mittlerweile 19 Jahre. Nach ihrem Praktikum in der Schweiz hat sie wieder ihre Mutter in ihrem Bauunternehmen unterstützt.
Doch die Auftragslage wird in Italien und besonders in den kleinen Dörfern immer schwerer.
Rosalba träumt davon ihren eigenen Weg zu gehen.
Sie will ihr Glück noch einmal in der Schweiz versuchen.
Als sie das Bauunternehmen ihres Cousin Antonio übernimmt, widerfährt Rosalba ein ähnlicher Widerstand wie ihre Mutter ihn als Frau in Italien erlebt hatte.
Eine Frau, die ein Bauunternehmen führt wird von der Männerwelt nicht akzeptiert.
Dazu ist Rosalba eine Ausländerin die den Schweizern die Arbeit wegnimmt.
In dem Architekt Remo findet sie einen treuen Unterstützer der ihr immer wieder Mut zuspricht.
Als sie dann Zwillinge erwartet steht sie vor einem Wendepunkt in ihrem Leben.
Welchen Weg wird Rosalba wählen.

„Das Bauwerk der Sehnsucht“ ist der 2. Band der Mandelli Saga von Ladina Bordoli.

Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gezogen. Rosalba ist schon 19 Jahre und steht in diesem Band im Mittelpunkt.
Von Aurora hat sie das Talent zum Bauen geerbt, von ihrer Urgroßmutter Camilla den Dickkopf.
Ich finde Rosalba einen sehr gelungenen Charakter. Sie gefällt mir noch besser als ihre Mutter die im ersten Band „Das Fundament der Hoffnung“ im Mittelpunkt stand.

Der Architekt Remo gefällt mir auch ausgesprochen gut. Er glaubt an Rosalba.
Die Beiden passen gut zusammen. Remo gibt Rosalba Halt und macht ihr immer wieder Mut.

Aurora und Lorenzo, die Eltern von Rosalba stehen in diesem Band etwas im Hintergrund.
Doch man spürt oft die Liebe mit der sie ihrer Tochter begegnen, auch wenn diese ihre Mutter sehr enttäuscht.
Aurora wollte ihr Bauunternehmen an Rosalba abtreten doch diese hat die Schweiz und das Unternehmen ihre Cousin gewählt.

Die Zeit der 1970er Jahre wird sehr gut widergespiegelt.
Auch die Unterschiede zwischen dem leben in der Schweiz und in Italien wird gut hervorgehoben.

Ladina Bordoli erzählt die Geschichte von Rosalba Mandelli sehr gefühlvoll.
Dabei ist ihr Schreibstil gut verständlich und fließend.
Ich finde es immer schön wenn, wie hier einige italienische begriffe in den Text mit einließen. Es macht das Ganze rund und authentisch.

Der 2. Band hat mir noch besser gefallen als der 1. Band.
Jetzt freue ich mich auf den 3. Band „Das Haus des Schicksals“ der im November 2021 erscheinen wird. Ich bin gespannt wie die 3. Generation der Mandellis sich schlagen wird.

Das Fundament der Hoffnung

Ladina Bordoli
Historischer Roman
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ladina Bordoli für die Leserunde auf LovelyBooks.

Auftakt einer Familien-Saga

Bei einem Unfall kommt Tommaso Mandelli ums Leben.
In ihm lag die ganze Hoffnung der Familie, er sollte das Bauunternehmen seines Vaters einmal weiterführen.
Der Vater fällt nach dem Tod seines Sohnes in eine tiefe Depression. Michele, der einzige Angestellt der Firma kann die Aufträge nicht alleine bearbeiten. Auch kann er keine neuen Aufträge annehmen.
So hängt es an der erst 19jährigen Aurora Mandelli die Firma und somit das Auskommen der Familie zu retten.

Aurora stößt überall auf Ablehnung, weder die Bewohner des kleinen Ortes noch die Kunden haben Verständnis für eine Frau die sich in eine von Männern dominierte Welt begibt.
Einzig ihr Angestellter Michele steht zu ihr und versichert ihr seine volle Unterstützung.
Aurora verliebt sich in Michele und möchte mit ihm zusammen die Firma leiten.
Meint es Michele wirklich ehrlich mir Aurora oder sieht er nur seinen Vorteil?

„Das Fundament der Hoffnung“ ist der Auftakt der Mandelli Saga von Ladina Bordoli.

Angesiedelt ist die Geschichte in Italien, in einem kleinen Ort in der Nähe des Comer Sees.
Die Handlungsorte werden sehr schön beschrieben.
Auch die Protagonisten gefallen mir durchweg gut.

Die Geschichte beginnt mit der Trauer um Tommaso Mandelli.
Die Trauer der Familie ist zum greifen nahe. Man spürt sie in jedem Satz.
Auch die Tradition der Aufbahrung, die Kondolenzbesuche und die Beerdigung selbst unterscheidet sich doch von dem was man in Deutschland kennt.
Nach dem Tod seines Sohnes ist der Vater Daniele Mandelli in eine tiefe Depression gefallen.
Aurora, die als Kind schon immer ein Gefühl für Steine gehabt hat und auch die besten Sandschlösser gebaut hat sieht ihre Berufung darin die Firm vor dem Untergang zu retten.

Aurora durchlebt in dieser Geschichte eine große Entwicklung. Vom jungen Mädchen wird sie zu einer erwachsene Frau. Sie Entwickelt ein einzigartiges Talent für die Gestaltung von Bauwerken und Gärten.
Aber sie kann nicht jeden überzeugen, viele stören sich daran, dass sie eine Frau ist und in einen Männerdomäne eindringt.

Auch Daniele Mandelli durchläuft in der Geschichte einer Entwicklung und kann sich gegen seine Gefühle nach dem Tod seines Sohnes nicht wehren.
Michele der einzige Angestellt der Firma sichert Aurora seine volle Unterstützung zu. Ihm habe ich nicht immer so getraut. Ob das berechtigt war müsst ihr selbst lesen.

Die Zeit der 1950er Jahre wird sehr gut widergespiegelt.
Die Voreingenommenheit der Menschen, vor allem in kleineren Ortschaften wird gut und authentisch wiedergegeben.
Ich denke mal hier in Deutschland war das auch nicht viel anders.
Einige Traditionen unterscheiden sich dennoch ziemlich von den unseren.
So ist eine Trauerzeit mit Kondolenzbesuchen oder auch eine Hochzeit in ihrem Ablauf anders als in Deutschland.

Ladina Bordoli erzählt die Geschichte von Aurora Mandelli sehr gefühlvoll.
Dabei ist ihr Schreibstil gut verständlich und fließend.
Ich finde es immer schön wenn, wie hier einige italienische begriffe in den Text mit einließen. Es macht das Ganze rund und authentisch.

Einziges Minus an dieser Geschichte ist das Ende.
Ich will nicht Spoilern, nur so viel es ging zum Schluss doch alles ein bisschen zu schnell.
Mit seiner Fantasie kann der Leser zwar die Geschehnisse nachvollziehen, dennoch hätte ich es mir etwas ausführlicher gewünscht.

Jetzt freue ich mich auf den 2. Band „Das Bauwerk der Sehnsucht“ der im September 2021 erscheinen wird.