Der Tote auf dem Kniepsand

Anna Johannsen
Kriminalroman
286 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Drogen auf Amrum

Klappentext:
Als der 35-jährige Dennis Claasen tot am Amrumer Kniepsand gefunden wird, vermutet die Polizei schnell einen Zusammenhang mit den Drogenpaketen, die an den Stränden der Nordfriesischen Inseln in den Monaten zuvor angespült wurden.

Hauptkommissarin Lena Lorenzen kehrt auf ihre Heimatinsel Amrum zurück und findet gemeinsam mit ihrer Kollegin Naya Olsen heraus, dass Claasen nach dem Erbe seines Elternhauses Streit mit seinen Geschwistern und akuten Finanzbedarf hatte. War er selbst in den Schmuggel der Drogen involviert? Als in das Haus des Opfers eingebrochen wird, sind die Ermittler alarmiert. Ist das die entscheidende Spur zum Täter?

„Der Tote auf dem Kniepsand“ ist bereits der 13. Fall mit der sympathischen Inselkommissarin Lena Lorenz von Anna Johannsen.

Anna Johannsen ist es auch beim 13. Band der erfolgreichen Krimireihe gelungen, die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
Ihre Kommissarin ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen und ich freue mich immer, wenn wieder ein Treffen mit der taffen Lena Lorenzen ansteht.
Lena versucht immer wieder den Spagat zwischen Familie und Polizeidienst. Wenn eine Ermittlung ansteht und sie wieder einmal einige Tage von der Familie getrennt ist, plagt sie das Gewissen. Im letzten Band hat es aus diesem Grund zwischen Lena und ihrem Mann gekriselt, was auch in diesem Band noch zu spüren ist.
Auch bei Naya und Johann steht privat nicht alles zum Besten. Er ist immer noch hin- und hergerissen zwischen seiner Frau und seiner Tochter und dem Verhältnis mit Naya.

In diesem Band verschlägt es Lena und Naya nach Amrum, die Heimat von Lena. Da sie einige Tage für die Ermittlungen auf Amrum bleiben wird, verbindet sie das mit einem Besuch bei ihrer Tante Berke.

Dennis Claasen, 35 Jahre, wurde am Strand tot aufgefunden. Es gibt verschiedene Ermittlungsansätze. Uneinigkeiten mit den Geschwistern, weil das elterliche Haus verkauft werden soll, Dennis aber dagegen ist. Ein Drogenpaket, das bei Dennis gefunden wurde.
Dazu kommen noch Drogenpakete, die in letzter Zeit auf verschiedenen Inseln angespült wurden.
Mit der Fahndung nach der Organisation, die Drogen per Schiff ins Land bringt, haben Lenas Ermittlungen nichts zu tun. Das macht das Drogendezernat. Aber unweigerlich muss sie in Erwägung ziehen, dass Dennis Claasen Drogenpäckchen aus dem Meer gefischt hat, um an Geld zu kommen.
Musste Dennis aus diesem Grund sterben?

Anna Johannsen schafft genau die richtige Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und dem Privatleben von Lena Lorenzen.
Es macht Freude, die Entwicklung von Lena mitzuerleben und ihren kleinen Sohn aufwachsen zu sehen. Auch wenn die Abwesenheit von Lena während ihrer Ermittlungen schon einmal für Unstimmigkeiten zwischen Lena und ihrem Mann sorgt.

Der leichtverständliche und unkomplizierte Schreibstil der Autorin macht das Lesen zu einem Genuss.
Ganz nebenbei vermittelt die Autorin ihren LeserInnen auch immer wieder schöne Eindrücke von der Inselwelt. Jeder Band führt die Leser*innen an einen anderen Ort.

Viel zu schnell hat sich der Krimi wieder gelesen. Einmal angefangen kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Jetzt heißt es warten, bis der 14. Fall der Inselkommissarin erscheint.

Tödlicher Hafen – Kokainküste

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Zollfahndung ermittelt

Klappentext:
Als eine Kapitänin ermordet wird und eine wertvolle Kokainlieferung spurlos verschwindet, gerät der Hamburger Hafen in Aufruhr. Die Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken, beruflich ein eingespieltes Team und privat ein Paar, nehmen die Ermittlungen auf. Zwischen gigantischen Containerschiffen und den schattigen Ecken des Hafengebiets stoßen sie auf ein gefährliches Netzwerk, das den europäischen Drogenmarkt aufrollen will. Als ein verdeckter Ermittler verschwindet und plötzlich ein Toter vor ihrer Haustür liegt, wird klar: Jemand beobachtet die Ermittler und kommt ihnen gefährlich nahe. Die Spur führt bis in die höchsten Ränge der Behörden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn nicht nur ihr Kollege schwebt in Lebensgefahr – auch sie selbst sind ins Visier geraten.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist der 1. Band der Zollfahndung-Reihe von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.

Der Hamburger Hafen ist ein großer und unübersichtlicher Ort. Hier legen Schiffe aus der ganzen Welt an. Das bedeutet auch, dass der Zoll hier einiges zu tun hat.

In diesem Band wird ein toter Kapitän gefunden. Außerdem ist eine Kokainlieferung verschwunden.
Das ist der Einsatz der Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken. Die Zollfahnder sehen sich einer Verschwörung gegenüber, die bis in die höchsten Kreise führt, was ihre Arbeit nicht gerade einfacher macht.

Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken sind ein gutes Team, auch privat sind sie ein Paar. Mir gefallen die beiden Charaktere ausgesprochen gut. Sie haben viel Potenzial für weitere Fälle.

Die Geschichte wird in einem ordentlichen Tempo erzählt. Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten.
Das Setting, der Hamburger Hafen in all seiner Unübersichtlichkeit, sorgt für die passende Atmosphäre.

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel haben einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.
Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist ein spannender Kriminalroman, ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Bedrohliche Alpilles

Cay Rademacher
Kriminalroman
518 Seiten
erschienen im Dumont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen in der Provence

Klappentext:
Capitaine Roger Blanc ist von Gadet ins benachbarte Salon-de-Provence versetzt worden, wo er ab jetzt vor allem rätselhafte Cold Cases aufklären soll. Sein erster Fall ist ein Mord, der vor sechs Jahren stattgefunden hat: Damals wurde eine Familie in ihrem Auto auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles nahezu vollständig ausgelöscht. Ebenso starb dort ein Radfahrer, der scheinbar nichts mit den anderen Opfern zu tun hatte.
Blanc und seine Kollegen ermitteln in Eyguières und in Aureille, zwei malerischen Kleinstädten, deren Bewohner jedoch dunkle Geheimnisse mit sich herumtragen. Da ist die Freundin eines Opfers, die durch das Verbrechen zu einem Kind und Geld kam. Die alte Bäuerin, die sich betrogen fühlt. Da sind die beiden Rentner, die nicht nur als Touristen in die Provence fahren. Und dann die Toten selbst, die immer mysteriöser werden, je länger die Ermittlungen andauern. Nach und nach entwirren Blanc und seine Kollegen ein Gespinst aus Lügen, Täuschungen und Illusionen. Bis sie erkennen, was sich an dem heißen Sommertag vor sechs Jahren wirklich zugetragen hat.

„Bedrohliche Alpilles“ ist der 13. Band der Krimireihe um Capitaine Roger Blanc von Cay Rademacher.

Ich liebe diese Krimireihe seit dem ersten Band.
Ich mag den kauzigen und unkonventionellen Capitaine Roger Blanc der, wenn es darum geht, einen Fall zu lösen, sich nicht darum schert, was seine Vorgesetzten von ihm verlangen. Das hat ihm schon seine Versetzung von Paris in die Provinz eingebracht.
Jetzt wurde Blanc von Gardet nach Salon-de-Provence versetzt. Dort leitet Roger Blanc eine Einheit, die Cold-Case-Fälle auflösen soll. Er bekommt ein neues Team, zum Glück ist Fabienne mit dabei. Auch Marius wird zu den Ermittlungen dazugeholt. Die neuen Kollegen im Team sind Paul Brisson und Alexandra Ayew, beides sympathische und engagierte Ermittler*innen, die Blanc schnell zu schätzen weiß.

Vor 6 Jahren wurden auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles ein Mann und eine Frau in ihrem Auto erschossen und die 6-jährige Tochter schwer verletzt. Weiterhin wurde ein Radfahrer, der sich wohl zu dieser Zeit auf dem Parkplatz aufgehalten hat, erschossen.
Die Ermittler konnten vor 6 Jahren den Fall nicht lösen.
Das Team rund um Blanc befragt die Zeugen von damals. Das damals schwer verletzte Kind wurde von der Witwe des Radfahrers aufgenommen. Verdächtigt wird ein deutsches Ehepaar, dass schon seit vielen Jahren in die Provence reist und auch zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren.

Die Ermittler sehen sich einem Geflecht voll Lügen gegenüber. Zu gerne möchten sie erfahren, was das Kind vor 6 Jahren gesehen hat, das Mädchen beteuert aber, den Täter nicht gesehen zu habe.

Die Ermittlungen führen Roger Blanc und sein Team zu den Kirchen vor Ort.
Das eine Todesopfer im Auto war Restaurator und hat historische Gebäude für die Gemeinde restauriert. Dabei ist er wohl auf alte Schriften gestoßen, die er heimlich veräußert hat.
Es gibt einige Verdächtige, aber ein richtiges Motiv ist nicht greifbar.
Wird Roger Blanc und sein Team scheitern wie die Ermittler vor 6 Jahren?

Es macht Spaß abzuwägen und zu rätseln, wer der Täter ist.
Es gab verschiedene Verdächtige, es gab auch verschiedene Motivansätze.
Bis der wahre Täter gefunden wurde, war es ein schwieriger Weg.
Der Autor weiß einfach, wie er seine Leserinnen in die Irre führen und wie er Spannung erzeugen kann. Der Schreibstil von Cay Rademacher gefällt mir sehr gut. Er versteht es, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen, beschreibt die Landschaft so, dass man sie vor seinem inneren Auge sehen kann. In jedem Band der Krimireihe gibt es neue Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken, was immer sehr interessant ist. Wie immer sind auch die Charaktere sehr facettenreich und gut in Szene gesetzt. Capitaine Roger Blanc und ein Teil seines Teams sind ja mittlerweile sehr gut bekannt und ich mag sie in jedem Band noch ein bisschen mehr. Auch die beiden Neuen im Team reihen sich prächtig ein und werden den Leserinnen bestimmt noch viel Freude bereiten.

Die Hauptsequenz des Inhalts liegt bei den Ermittlungen, aber auch das Private liest sich gut. Es bringt einen den Kommissar etwas näher und ist ein Bindeglied zwischen den einzelnen Bänden der Krimireihe.
Die Fälle sind in sich abgeschlossen. So kann auch „Bedrohliche Alpilles“ unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden.
Aber ich denke spätestens nach einem Band wird auch dich die Sucht erfassen.

Mord in der Provence – Capitaine Roger Blanc ermittelt:
Band 1: Mörderischer Mistral
Band 2: Tödliche Camargue
Band 3: Brennender Midi
Band 4: Gefährliche Côte Bleue
Band 5: Dunkles Arles
Band 6: Verhängnisvolles Calès
Band 7: Verlorenes Vernègues
Band 8: Schweigendes Les Baux
Band 9: Geheimnisvolle Garrigue
Band 10: Stille Sainte-Victoire
Band 11: Unheilvolles Lançon
Band 12: Rätselhaftes Saint-Rémy
Band 13: Bedrohliche Alpilles

Strandopfer

Frank Goldammer
Kriminalroman
413 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Grenzübergreifende Ermittlungen

Klappentext:
Die Ermittlerin Lena Schuldt wird an die Ostseeküste beordert, ein deutscher Tourist liegt tot am Strand bei Swinemünde. Vermutet wird ein Badeunfall, doch im Mund des Toten steckt ein großer Bernstein. Kurz darauf wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, die Tochter einer Freundin des Toten. Gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk befragt sie die Freunde und Angehörigen, die in einer Villa Urlaub machen. Jeder von ihnen scheint etwas zu verbergen. Als eine weitere Leiche auftaucht, wieder mit Bernstein im Rachen – beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Strandopfer“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Frank Goldammer.
Mit diesem Band begibt sich der Autor an die Ostseeküste.
Die Ermittlungen sind grenzübergreifend zwischen Deutschland und Polen.

An der polnischen Ostseeküste wird der deutsche Tourist Joachim Hundt tot aufgefunden. Alles sieht wie ein Badeunfall aus, nur, dem Toten steckt ein Bernstein im Hals. Der Tote hat zusammen mit seiner Frau und seinem Bruder mit Ehefrau und befreundeten Familien an der Ostsee Urlaub gemacht.
Kurz darauf wird Luisa als vermisst gemeldet. Sie ist das Kind eines befreundeten Ehepaars und war angeblich zusammen mit dem Opfer Joachim Hundt an den Strand gefahren. Eine weitläufige Suchaktion beginnt.
Da einer der Urlauber in Deutschland im Innenministerium arbeitet, wird Lena Schuldt vom BKA zu den Ermittlungen geschickt.
Zusammen mit ihrem polnischen Kollegen Adam Krawczyk

Lena Schuldt ist Kriminaloberkommissarin beim BKA Berlin und kehrt für den Fall in ihre alte Heimat zurück, sie wuchs nahe der polnischen Grenze auf. Der Einsatz an der Ostsee zwingt sie, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

Adam Krawczyk, Kommissar bei der polnischen Polizei, versucht, sein jugendliches Aussehen zu kompensieren und tritt meist extrem ernst, distanziert und strikt an Regeln haltend auf. Er trägt schwer an einem persönlichen Verlust und muss lernen, der impulsiven deutschen Kollegin zu vertrauen.

Das sind die Ermittler, es sind beides keine Sympathieträger und ich musste mich erst an die Ermittler gewöhnen. Nach und nach erfährt man einiges aus dem Privatleben der Ermittler.
Adam Krawczyk war einmal mit einer deutschen Frau verheiratet, die nach einigen Jahren zurück in ihre Heimat gegangen ist.

Lena Schuldt ist in der Nähe des Ermittlungsorts, auf deutscher Seite aufgewachsen. Die Mutter hat die Familie verlassen, der Vater war Alkoholiker. Später hat sie bei den Großeltern gelebt, die aber auch nicht besonders liebevoll waren.
Lena bedient alle Klischees. Für sie sind die Polen Polacken und sie fragt sich immer wieder, ob ihr Auto auch noch auf dem Parkplatz steht, wenn sie zurückkommt. Außerdem kommt sie sich bei den Ermittlungen immer vor, als stünde sie in der 2. Reihe. Da sie kein Polnisch spricht, ist sie auf die Übersetzungen von Adam angewiesen. Aber auch hier kommt immer wieder Misstrauen auf.

Mir sind beide Ermittler nicht besonders sympathisch. Gleichzeitig denke ich aber, dass in ihnen Potenzial für mehrere Bände steckt, und ich bin gespannt, wie sich die beiden entwickeln.

Der Fall ist recht unübersichtlich. Das Mädchen ist nirgends zu finden. Im Fall des toten Joachim Hundt gibt es nur den Bernstein als Hinweis. Das Opfer hat selbst gerne Bernsteine gesammelt, in welchem Umfang, kommt erst im Laufe der Geschichte zutage.
Die Ermittler sehen sich bei den Befragungen der Urlauber einem Netz voller Lügen gegenüber, was dazu führt, dass die deutschen Urlauber verdächtig werden.

Frank Goldammer fängt die Geschichte ruhig an. Man hat Zeit, die wichtigsten Protagonisten kennenzulernen. Bei den Deutschen, die zusammen Urlaub gemacht haben, bin ich am Anfang etwas durcheinandergekommen.
Nach und nach wurde mir dann klar, wer zu wem gehörte.

Frank Goldammer lässt die Spannung dann allmählich ansteigen, bis es am Ende zu einem Showdown kommt.

Der Schreibstil von Frank Goldammer ist wie immer flüssig und gut verständlich.

Auch wenn mir die Ermittler nicht besonders sympathisch sind, ist „Strandopfer“ doch ein vielversprechender Auftakt der neuen Krimireihe.

Bredouille

Martin Walker
Kriminalroman
368 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Michael Windgassen
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Guter Kriminalroman der sich von Mainstream abgrenzt

Klappentext:
An einem malerischen Aussichtspunkt über dem Vézère-Tal findet Bruno die Leiche von Monique, einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auf dem Beifahrersitz drei Abschiedsbriefe, der Fall scheint klar. Doch Bruno wird ein ungutes Gefühl nicht los. Gleichzeitig verbreiten sich in Saint-Denis heimtückische Gerüchte, und schon bald steht sein Posten auf dem Spiel. Trotz allem bleibt Bruno Bruno. Er lässt sich ein köstliches Essen in prickelnder weiblicher Gesellschaft nicht entgehen und macht sich daran herauszufinden, was wirklich mit Monique passiert ist.

„Bredouille“ ist der 18. Band der Reihe Bruno Chef De Police von Martin Walker.

Die erfolgreiche Geschäftsfrau Monique hat offensichtlich Selbstmord begangen. Sie wird in ihrem Auto gefunden, ein Abschiedsbrief auf dem Beifahrersitz. Für Bruno sieht das alles nicht so offensichtlich aus. Für ihn ergeben sich einige Fragen, warum hat Monique sich in ihrem Auto umgebracht? Warum auf einem Parkplatz? Dafür spricht, dass Monique erst kürzlich eine Fehlgeburt hatte und wahrscheinlich ihren Kinderwunsch begraben muss. Aber hat sie sich deshalb das Leben genommen?
Bruno hat Zweifel und muss dem nachgehen.

Dazu kommt noch, dass der Neffe eines Generals, ein junger Rekrut der Polizeiakademie, ins schlechte Licht gerückt ist. Das gilt es mit Vorsicht und Diplomatie zu untersuchen.

Bruno ist Chef De Police und ein interessanter Charakter. Ich habe ihn im Laufe der Reihe zu schätzen gelernt. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe und löst seine Fälle immer mit Engagement und Intelligenz. Nebenbei ist er ein begnadeter Koch und es gibt in den Geschichten immer reichlich zu essen.
Um besser Nachdenken zu können, macht er gerne lange Spaziergänge, neben ihm sein Basset. Oder auch mal zwei Bassets und Laura, das Frauchen des anderen Hundes.
Da ist aber immer noch Florence, die fast Ehefrau von Bruno.

Bruno sitzt bei seinen Ermittlungen und auch privat zwischen zwei Stühlen, eine echte Bredouille.

Martin Walker hat hier wieder eine interessante und spannende Geschichte verfasst.
Die Leser*innen können sich auf Spannung, viel Lokalkolorit und gutes Essen freuen.

Martin Walker hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.
Seine Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

„Bredouille“ ist wieder ein spannender und authentischer Kriminalroman von Martin Walker.

Madame le Commissaire und die tödliche Rallye

Pierre Martin
Kriminalroman
370 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Roadtrip durch die Provence

Klappentext.
Madame le Commissaire Isabelle Bonnet hat eine heimliche Leidenschaft: Sie begeistert sich für Motoren. Das weiß auch ihr Chef und macht sie kurzerhand zur Personenschützerin für die Frau eines Ministers. Denn die will an einer Oldtimer-Rallye teilnehmen, obwohl sie eine Morddrohung erhalten hat. Der Mut der Frau gefällt Isabelle. Dass sie selbst auf dem Beifahrersitz Platz nehmen soll, findet sie dagegen weniger erfreulich, auch wenn es durch die schönsten Orte der Provence gehen wird.
Am mythischen Mont Ventoux wird es zum ersten Mal gefährlich: Die steile Straße eignet sich perfekt für einen Anschlag. Zwar kann Isabelle ihrer Schutzbefohlenen das Leben retten, doch ein anderer Fahrer hat nicht so viel Glück. Eine Verwechslung? Oder hat es mehr als ein Täter auf die Rallye-Teilnehmer abgesehen?

„Madame le Commissaire und die tödliche Rallye“ ist bereits der 13. Band der Reihe „Ein Fall für Isabelle Bonnet“ von Pierre Martin.

Isabelle Bonnet war ehemals Leiterin einer geheimen Antiterroreinheit. Nach einigen dramatischen Ereignissen leitet sie heute ein kleines Kommissariat im beschaulichen Fragolin.
Unterstellt ist sie allerdings nur dem Polizeichef und der beauftragt sie gerne mit komplizierten Specialfällen.
Isabelle Bonnet ist eigentlich eine nette Frau, aber sie kann auch knallhart sein.

Der Mitarbeiter von Isabelle ist Apollinaire. Er schätzt Isabelle sehr.
Er trägt gerne Uniform und ist mit Blaulicht unterwegs. Kennt viele Zitate aus Büchern, die er gerne heranzieht.
Manchmal hat man allerdings den Eindruck, er steht etwas auf dem Schlauch, aber letztlich zieht er meist die richtigen Schlüsse.

In diesem Band soll Isabelle als verdeckte Personenschützerin an einer Oldtimer-Rallye durch die Provence teilnehmen.
Isabelle liebt Oldtimer und schnelle Autos, leider muss sie bei der Rallye auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Die zu schützende Person ist die Frau des Kulturministers. Auf sie wurde bei ihrer morgendlichen Joggingrunde geschossen.

Pierre Martin setzt wie gewohnt seine Charaktere gekonnt ein. Mir sind Isabelle Bonnet und Appolinaire ja schon lange bekannt und beide sind sehr sympathisch. Appolinaire bringt mich mit seinen Ideen immer wieder zum Staunen und zum Schmunzeln. Die beiden arbeiten aber sehr gut zusammen. Isabelle weiß, sie kann sich immer auf Appolinaire verlassen.
Während der Rallye muss Apolinaire im Kommissariat bleiben. Dort wird er mit Recherchearbeiten beauftragt.

Die Rallye geht durch die Provence, mit Stopps in kleinen Orten und an Sehenswürdigkeiten.
Somit beginnt die Geschichte ruhig und beschaulich. Erst nach der Hälfte der Rallye kommt eine Teilnehmerin ums Leben. Vergiftet! Für Isabelle stellt sich die Frage, sollte der Giftanschlag ihrer Klientin gegolten haben und es war eine Verwechslung.
Ab diesem Punkt setzt die Spannung ein. Das Böse kann überall lauern. Zu dem Personenschutz kommt noch eine Mordermittlung dazu, die Isabelle nicht ruhen lässt.

Auch in Isabelles Privatleben tut sich wieder etwas. Ihr gegenwärtiger Freund, der Schauspieler Morgan Dumas erholt sich gerade von einer Herzoperation. Ihr Freund Rouven hat sich auf seine Yacht zurückgezogen und betrauert den Tod seiner Verlobten. Bei einem Bombenanschlag auf seinen Privatjet sind sie und die Besatzung ums Leben gekommen.

Wie gewohnt setzt der Autor seinen Humor intelligent ein. Man muss schon manchmal richtig Schmunzeln.
Der Schreibstil von Pierre Martin ist flüssig und leicht verständlich. Die französischen Worte oder Sätze machen die Geschichte authentisch.
Mit entsprechender Beschreibung der Handlungsorte und der Kulinarik verdeutlicht der Autor das französische Lebensgefühl.

Auch der 13. Band der Madame le Commissaire Reihe war wieder ein großes Lesevergnügen und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Mordspiel

Ines Balkow
Horror
354 Seiten
erschienen bei ‎ Independently published
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ines Balkow für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Cosy-Crime

Klappentext:
Ein harmloser Fotoauftrag beim örtlichen Fußballverein? Von wegen! Der junge Star des Teams fällt mitten im Spiel tot um. Plötzlich stehen geheimnisvolle Affären und Dopingverdacht im Raum. Als kurz darauf ein weiterer Spieler unter mysteriösen Umständen stirbt, ist klar: Ein Mörder geht um.
Mit viel Spürsinn, jeder Menge Witz und einem Hauch Chaos stürzen sich Giulietta und ihr bunt zusammengewürfeltes Team in den Fall. Werden sie den Mörder stellen?

„Mordspiel“ ist der 2. Band der Reihe „Giulietta ermittelt“ von Ines Balkow.

Giulietta ist Fotografin, bei einem ihrer letzten Aufträge bei einer Vernissage ist sie zur Hobbyermittlerin geworden.
Heute ist sie beim örtlichen Fußballverein, um Fotos der Spieler zu machen. Doch einer der Spieler fällt plötzlich tot um. Es steht ein Verdacht auf Dopping im Raum. Doch als ein zweiter Spieler stirbt, ist Giulietta klar, ein Mörder geht um.
Schnell ist Giuliettas Spürsinn geweckt. Unterstützung bei ihren Nachforschungen bekommt sie vom Chefredakteur Siedelmeyer, von ihrer besten Freundin Chiara und natürlich ist auch der mürrische Hauptkommissar Trotten an den Ermittlungen beteiligt.

Ines Balkow hat für ihre Krimireihe tolle Charaktere entwickelt. Giulietta gefällt mir sehr gut und ich finde es amüsant, wie sie wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Bei ihrer Spurensuche wird sie von ihrem Chefredakteur Siedelmeyer unterstützt.
Die beiden waren mir recht sympathisch, auch wenn es bei Siedelmeyer etwas länger gedauert hat. Guilietta ist ein bisschen chaotisch, kann aber schnell Schlüsse ziehen. Auch ihre Freundin Chiara unterstützt sie bei den Ermittlungen.

Ines Balkow baut mit dem Tod des Spielers schnell Spannung auf. Nach dem 2. Spieler, der ums Leben kommt, ist den Leser*innen klar, dass geht nicht mit rechten Dingen zu.
Das Rätselraten, wer der Täter ist, beginnt.
Ich hatte das Gefühl, Hauptkommissar Trotten würde lieber allein ermitteln. Er ist ein wenig mürrisch, hat mich aber oft zum Schmunzeln gebracht.

Der Schreibstil von Ines Balkow ist flüssig und gut verständlich. Mit ihrem Humor lockert sie die Geschichte immer wieder auf.

„Mordspiel“ ist ein spannender und humorvoller Krimi aus dem Fußballmilieu. Man muss allerdings kein Fußballfan sein, um den Krimi zu genießen.

Vermisst – Der Fall Lucas

Christine Brand
Kriminalroman
538 Seiten
erschienen bei Blanvalet
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Cold Case Reihe

Klappentext:
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden, er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt, bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird.

„Vermisst – Der Fall Lucas“ ist der 3. Band mit der sympathischen Privatdetektivin Malou Löwenberg von Christine Brand.

Die Ermittlerin Malou Löwenberg ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ihr Verhalten manchmal merkwürdig ist.
Ihre Vespa hört auf den Namen Bruna. Malou geht in ihrer Freizeit zu Beerdigungen von Verstorbenen, die sie gar nicht kannte und die keine Angehörigen mehr haben. Malou wurde als Baby in einem Korb vor die Tür eines Bestatters gestellt. Bis heute weiß sie nicht, wer ihre Eltern sind.

In diesem Band soll Malou den Bruder einer todkranken Frau finden. Im Sterbebett liegend äußert Lana den Wunsch, ihren Bruder Lucas noch einmal vor ihrem Tode sehen zu wollen.
Doch Lucas hält sich, seit er zwei Mädchen ermordet hat, im Verborgenen.
Für Malou ein aussichtsloser Kampf, den sie aber nicht so einfach aufgeben möchte.
Bei ihren Recherchen stellt sich Malou die Vermutung, dass nicht nur die zwei Mädchen Opfer von Lucas wurden.

Christine Brand schreibt ihre Geschichte sehr spannend. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Inspirieren lässt sich die Autorin gerne von wahren Begebenheiten.
Die Autorin spielt gekonnt mit den Emotionen der Charaktere und ihren Leser*innen.
Ihre Charaktere werden sehr lebensnah beschrieben. Ich habe Malou gerne bei ihrer Suche nach Lucas begleitet.

Christine Brand erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo, doch die Puzzleteile fügen sich nur langsam zusammen.
Die Autorin hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Manchmal kam ich kaum zum Luftholen, so hat mich die Story gepackt.

„Vermisst-Der Fall Lucas“ ist ein sehr spannender Kriminalroman und ich freue mich auf weitere Fälle mit Malou Löwenberg.

Teuflische Provence

Pierre Lagrange
Kriminalroman
297 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Wie immer spannende Unterhaltung der Extraklasse

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des ›Teufelsliedes‹, einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden.

„Teuflische Provence“ ist bereits der 14. Band der Reihe mit Commissaire Leclerc von Pierre Lagrange.

Der Autor lässt seine Leser*innen wieder in die Provence reisen.
Die Orte und die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat beschreibt Pierre Lagrange wieder einmal sehr stimmungsvoll.

Die eigentlichen Ermittler sind die Polizisten Theroux und Castel. Sie sind mir aus den vorherigen Bänden gut bekannt und sehr sympathisch.
Theroux ist ein guter Ermittler, doch kommt es einem manchmal so vor, als stehe er auf der Leitung.
Es ist zum Schmunzeln, wenn die beiden genervt die Anrufe von Leclerc ignorieren und dieser immer wieder einen Weg findet, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Leclerc sitzt, wie jeden Morgen, zusammen mit seinem Mops Tyson im Café von Matteo.
Hier kommen oft Streifenwagen vorbei und holen sich einen Kaffee. So erfährt Leclerc oft, was in der Umgebung passiert ist.
So auch heute, Leclerc erfährt von einem Mord im Kloster St. Gargas. Eigentlich war Leclerc schon lange nicht mehr in dem Kloster, was für eine Schande. Zusammen mit Tyson macht er sich auf den Weg zum Kloster. Wie üblich sind Theroux und Castel genervt den Ex-Commissaire wieder an einem Tatort zu sehen. Leclarc macht sich mit den Umständen vertraut und fängt seine eigenen Ermittlungen an.
So müssen die eigentlichen Ermittler wieder einmal feststellen, dass Leclerc ihnen um eine Nasenlänge voraus ist.

Pierre Lagrange erzählt die Geschichte spannend und mit etwas Humor.
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Die Hauptcharaktere sind aus den vorherigen Bänden gut bekannt und mir schon lange ans Herz gewachsen.

„Teuflische Provence“ ist wieder ein gelungener Krimi. Ich freue mich jetzt schon auf Band 15.
Doch erst einmal startet eine neue Reihe von Pierre Lagrange „Madame Mort und der tote Onkel“ ist der 1. Band und erscheint am 07. Oktober 2026.
Aufmerksame Leser*innen kennen Madame Mort natürlich, es ist die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, die Leclerc immer mit Schokocroissants besticht. Ich freue mich schon auf das Buch.

Mord ist die beste Beseitigung

Volker Klüpfel
Kriminalroman
341 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Humor trifft auf Spannung

Klappentext:

Wir unterbrechen das Programm für einen Reiseruf: Frau Gabriele Zorn, unterwegs mit einem blauen Audi in Richtung Süden, wird gebeten, sich sofort mit ihrem Ehemann in Verbindung zu setzen!«
Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur schier unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr

„Mord ist die beste Beseitigung“ ist der 2. Band der humorvollen Krimireihe „Svetlana und Tommi ermitteln“ von Volker Klüpfel.
Der Autor ist wohl den meisten bekannt durch die kultige Krimireihe mit Kommissar Kluftinger, die er mit Michael Kobr schreibt. Hier jetzt der 2. Band seiner Solo-Reihe.

Dazu hat Volker Klüpfel die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt. Die ukrainische Putzfrau Svetlana ist einfach eine geniale Protagonistin.
Sie liebt russische Literatur und Sprichwörter. Ihr verdrehtes Deutsch wird so einmalig wiedergegeben, dass man immer wieder schmunzeln muss. Ich habe Svetlana gleich ins Herz geschlossen. Sie weiß auf alles eine Antwort und hat ein großes Herz.

Tommi ist ein Möchtegern-Schriftsteller. Nachdem er den Thriller, den er schreiben wollte, erst einmal zur Seite gelegt hat, möchte er sich jetzt im Genre Romantasy versuchen. Auch hier hat Thommi die haarsträubendsten Ideen.
Wegen einer Finanzflaute lebt er im Wohnwagen, den er von seinem Vater samt Putzfrau geerbt hat. Sein Vater ist in ein Altenheim gezogen und mischt da den Laden auf.
Tommi trauert immer noch seiner Freundin nach, die vorübergehende Auszeit dauert jetzt schon ein Jahr.

Zusammen mit Svetlana hört er einen Reiseruf und kurz darauf fährt er neben dem gesuchten PKW.
Als Svetlana und Tommi auf einen Parkplatz fahren, steht der Wagen der gesuchten Frau verlassen da. Von der Frau keine Spur.
Kurz darauf erscheint der Ehemann der vermissten Frau und bittet Tommi, nach der Frau zu suchen.

Bei seinem Krimi stellt Volker Klüpfel eindeutig den Humor in den Vordergrund. Man hat zu Beginn Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen und die sind Volker Klüpfel auf einzigartige Weise gelungen. Das Miteinander zwischen Tommi und Svetlana ist freundschaftlich und herzlich. Svetlana ist zwar Tommis Putzfrau, aber ich würde sie eine Freundin nennen. Ohne sie wäre er doch manchmal völlig aufgeschmissen.
Nach einigen ruhigeren Kapiteln zieht der Autor das Tempo an und die Leser*innen sind genau wie die Charaktere mitten in einer Ermittlung.

Der Schreibstil von Volker Klüpfel ist flüssig und gut verständlich. Die Ermittlungen werden spannend und humorvoll geschildert.

Mir hat der 1. Band „Wenn Ende gut dann alles“ schon gut gefallen. Mit dem 2. Band „Mord ist die beste Beseitigung“ hat Volker Klüpfel noch einmal eine Schippe draufgelegt.