So kalt die Nacht

Marika Neitz
Kriminalroman
400 Seiten
erschienen bei SAGA Egmont
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

spannend von Anfang bis Ende

Klappentext:
Eine grausame Mordserie erschüttert Köln. Scheinbar wahllos entführt ein Unbekannter ältere Menschen, fesselt sie und lässt sie dann unbarmherzig verhungern.
Kommissarin Anna Melcher wird auf den Fall angesetzt. Seit ihrer Scheidung leidet die Ermittlerin unter Panikattacken, die sie vor den Kollegen zu verheimlichen versucht. Und gerade jetzt kann Anna sich kein Zeichen der Schwäche erlauben, denn der gnadenlose Täter hat ein weiteres Opfer in seiner Gewalt. Ohne forensische Spuren bleibt Anna allerdings nichts übrig, als in der Vergangenheit der Opfer nach Verbindungen zu suchen. Und tatsächlich: Ein Hinweis führt sie zurück in die achtziger Jahre zu einem grausamen Fall von Kindesmisshandlung. Gemeinsam mit ihrem neuen Partner, dem pedantischen Frieder Tann, muss Anna jetzt schnell handeln. Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn Frieder hält wenig von Annas unkonventionellen Ermittlungsmethoden und der Täter steht kurz davor, sein entsetzliches Werk zu vollenden.

„So kalt die Nacht“ ist der 1. Band der Reihe „Die Fahndung“ von Marika Neitz.

In Köln passieren grausame Morde. Menschen werden entführt und wie es scheint, lässt man sie einfach verdursten.
Kommissarin Anna Melcher übernimmt den Fall. Verstärkung bekommt sie von
Frieder Tann, ein Kollege, der eher als Schreibtischtäter überzeugt und nicht gerne in der Öffentlichkeit ermittelt.
Lange gibt es keine Zusammenhänge zwischen den Opfern. Doch dann weist alles auf einen Fall von Kindermisshandlung in den 1980er Jahren hin.

Marika Neitz hat interessante Charaktere zum Leben erweckt.
Die beiden Ermittler gefallen mir gut. Sie schwimmen nicht im üblichen Mainstream, sondern stechen heraus.
Kommissarin Anna Melcher ist zwar eine starke Frau, die sich im Dienst immer wieder beweisen muss. Dazu kommen noch Probleme mit ihrem pubertierenden Sohn. Doch gegen ihre Panikattacken kommt sie nicht an. Anna versucht, die Attacken zu verheimlichen, doch ihrem neuen Kollegen Frieder Tann kann sie nichts vormachen.

Frieder Tann ist sehr pedantisch. Er hat für fast alles Rituale. Mit Menschen tut er sich richtig schwer. Er zeigt eindeutige Züge des Asperger-Syndroms. Wenn man ihn näher kennenlernt, ist es aber ein sehr ehrlicher Mensch, der mir schnell sympathisch war.

Der Fall wird spannend erzählt. Lange gab es keine Zusammenhänge zwischen den Opfern. Doch als sich herausstellt, wie die einzelnen Opfer zusammenpassen, geht es Schlag auf Schlag.
Das Ende war dann trotz allem überraschend, aber stimmig.

Marika Neitz hat einen flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil. Ich wurde schnell, wie durch einen Sog, in die Geschichte hineingezogen.

„So kalt die Nacht“ ist ein spannender Kriminalroman. Ich freue mich schon jetzt auf den 2. Band „So dunkel das Herz“, der im Januar 2027 erscheinen soll.

Ein unglücklicher Tod

Peter Grainger
Kriminalroman
283 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Eva Regul
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Nach einem internen Ermittlungsverfahren hätte man DC Smith bei der Polizei von Norfolk gern in Rente geschickt. Zu alt, zu eigensinnig, zu charakterstark befand man, doch Smith lebt für seinen Beruf und schert sich wenig darum, was seine Vorgesetzten gern hätten. Er bekommt einen Routinefall zugeteilt. der Unfalltod eines Siebzehnjährigen, doch was sich da vor Smith eröffnet, ist nichts weniger als die Frage nach Recht oder Gerechtigkeit.

„Ein unglücklicher Tod“ ist der 1. Band der Reihe „Ein Fall für DC Smith“ von Peter Grainger.

DC Smith arbeitet bei der Polizei in Norfolk. Nach einer unfreiwilligen Auszeit ist er wieder am Start. Seinen Vorgesetzten wäre es lieber, Smith würde sich für den angebotenen Ruhestand entscheiden. Davon will Smith aber nichts hören. So wird Smith ein Routinefall, ein Unfalltod zugeteilt.
Smith bekommt zur Unterstützung den jungen DC Chris Waters zugeteilt, den er allerdings erst mit der Polizeiarbeit vertraut machen muss. Noch ahnen sie nicht, welche Ausmaße der Fall annehmen wird.

Peter Grainger hat seine Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
DC Smith ist ein erfahrener Polizist und er arbeitet nicht immer nach Vorschrift. Seine unkonventionelle Art hat ihm schon manchen Ärger eingebracht.
DC Chris Waters ist ganz neu in diesem Job. Er hat ein schnelles Auffassungsvermögen und man kann schon ahnen, dass er einmal ein guter Polizist wird. Mit DC Smith zusammenzuarbeiten, war sein Wunsch. Von seinem Vater, der auch Polizist war, hat er schon viel von Smith gehört.

Peter Grainger erzählt den Fall mit all seinen Ausläufern spannend. Zu Beginn sieht alles nach einem Unfall aus, aber Smith ahnt, dass mehr dahintersteckt. Doch Smith fängt an, Dinge zu hinterfragen. Eine unerklärliche Kopfwunde und genauso wenig erklärbare Abdrücke auf der Brust genügen Smith, um an ein Verbrechen zu denken. Er fängt an. die letzten Stunden des Opfers zu rekonstruieren.

Peter Grainger beschreibt außer den Ermittlungen auch die Sparmaßnahmen bei der Polizei. Immer weniger Mitarbeiter stehen zur Verfügung. Trotz allem muss die Arbeit weitergehen und die Ermittlungen müssen zu schnellen Erfolgen führen.

Der Schreibstil von Peter Grainger ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
„Ein unglücklicher Tod“ ist ein gelungener Auftakt der Krimireihe. Da es im Original schon 17 Bände gibt, denke ich, dass es bald neue Fälle mit DC Smith geben wird.

Die Lockvögel

Anna Nicholas
Kriminalroman
395 Seiten
Übersetzt aus dem britischen Englisch von Eva Regul und Alexandra Berlina
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen auf Mallorca

Klappentext:
Isabel Flores wundert sich. Wer bitte stiehlt in Sant Martí den Nachbarn die Haustiere? Als sie gerade die Neugier packt, ruft Tolo Cabot an, ihr Freund und ehemaliger Kollege bei der Polizei. Er bittet sie erneut um Hilfe in einem Entführungsfall, doch keine Hunde und Papageien, sondern die junge Floristin Paloma Crespí ist spurlos verschwunden. Wieder einmal ist Isabels ganzes Können gefragt und die Unterstützung des halben Dorfes.

„Die Lockvögel“ ist der 2. Band der Mallorca-Krimireihe von Anna Nicholas.

Anna Nicholas entführt ihre Leser*innen nach Mallorca.
Der Herbst hält Einzug und langsam kehrt Ruhe auf der beliebten Urlaubsinsel ein.
Isabel Flores möchte die ruhige Zeit nutzen und sich um ihre Ferienwohnungen kümmern.
Da erfährt Isabel, dass Haustiere plötzlich verschwinden. Wer bitte schön stiehlt Haustiere?
Tolo Cabot, ehemaliger Polizeikollege und Freund von Isabel, braucht ihre Hilfe. Er steckt in einem Entführungsfall. Die junge Floristin Paloma Crespí ist verschwunden.
Und schon steckt Isabel wieder mitten in einem Fall.

Wer schon einmal die Insel besucht hat, wird viele bekannte Orte wiederentdecken. Die Autorin beschreibt die Insel sehr detailliert. Ich habe die schöne Landschaft und die Orangenplantagen förmlich vor mir gesehen.
Auch die Protagonisten werden gut in Szene gesetzt.
Isabel hat mir schon im ersten Band gut gefallen. Sie ist selbstbewusst und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Sie arbeitet sie als externe Polizistin und wird immer zu schwierigen Fällen hinzugezogen. Ansonsten vermietet Isabel Ferienwohnungen.

Der Fall der entführten Floristin beschäftigen Isabel und Tolo Cabot, aber auch die verschwundenen Haustiere lassen Isabel nicht zur Ruhe kommen. Im Fall der verschwundenen Haustiere gibt es Spuren, die in ein Versuchslabor führen. Der Fall scheint auch unabhängig von der Entführung der Floristin zu sein. Hier gibt es gleich mehrere Verdächtige. Nur wer schließlich dafür verantwortlich ist, bleibt lange offen.

Anna Nicholas erzählt den Fall spannend. Immer wieder gibt es Wendungen, die einen Verdacht plötzlich unbrauchbar machen.
Die Landschaft, Menschen und das gute Essen Mallorcas werden ausführlich beschrieben.
Ein bisschen Fernweh bekommt man beim Lesen schon.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Die Lockvögel“ ist ein spannender Kriminalroman mit schönem Setting. Ich freue mich schon auf den 3. Band.

Die geheime Grotte von Garda

Bernhard Aichner
Kriminalroman
320 Seiten
erschienen bei HaymonKrimi
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Krimi mit Urlaubsfeeling

Klappentext:
Nach der erfolgreichen Aufklärung eines Mordfalles in Sirmione möchte Edwina Teufel, Chefinspektorin aus Wien, nun endlich die Seele am Gardasee baumeln lassen, sogar in das Wutbuch, das ihr die Psychologin ob ihrer Zornausbrüche aufgedrängt hatte, schreibt sie nun regelmäßig(er). Sirmione kennt sie bereits. Ein Bootsausflug nach Garda könnte der Entspannung zuträglich sein. Ein wohlverdientes Eis und ein Einkaufsbummel, anschließend eine Verabredung mit Freunden, die das naheliegende Weingut Cà della Ginevra besuchen. Klingt herrlich, oder?
Bevor Edwina jedoch in diesen Genuss kommt, läuft ihr ein Hund über den Weg und gleich darauf wird sie Zeugin einer seltsamen Szene: Ein Junge, so etwa acht Jahre alt, wird von einer großen Gestalt bedroht, die Edwina im Dunkeln eines Durchgangs nicht genau erkennen kann. Aber sie kann helfen. Der Junge weigert sich allerdings, mit ihr zu sprechen, nur seinen Namen verrät er ihr: Peppe Rocco.
„Die geheime Grotte von Garda“ ist der 1. Band der Edwina Teufel Reihe von Isabella Archan.

Im Mittelpunkt steht Edwina Teufel. Sie ist Chefinspektorin aus Wien und nimmt sich eine Auszeit, die ihr von einer Psychologin wegen ihrer Wutausbrüche auferlegt wurde. Doch in Ruhe die Seele baumeln zu lassen, ist Edwina nicht vergönnt. Erst hat sie einen Mordfall in Sirmione mit aufgeklärt (1. Band „Die Schlange von Sirmione“). Jetzt bei einem Ausflug nach Garda, läuft ihr Peppe Rocco, ein 8-jähriger Junge, über den Weg. Der Junge wurde von einer großen Gestalt bedroht und braucht zweifelsohne Hilfe. Nach der Frage nach seiner Mutter tischt er Edwina Lügen auf. Edwina wendet sich an Commissario Adriano Alceste, der im Moment den Mordanschlag auf Noemi Loma untersucht. Natürlich kann Edwina nicht widerstehen, ihre Nase auch in diesen Fall zu stecken.

Isabella Archan hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Edwina war mir schnell sympathisch. Sie ist wissbegierig und kann gut Schlüsse ziehen. Sie ist sich auch der Wichtigkeit ihrer Auszeit bewusst und führt mehr schlecht als recht auch ihr Wutbuch, das sie von der Psychologin bekommen hat. Aber Edwina ist nun einmal Chefinspektorin, und wenn sie einen Fall wittert, ist sie nun mal dabei.

Commissario Adriano Alceste ist auch gut getroffen. Ich denke, ihm ist Edwinas Anwesenheit gar nicht so unrecht.

Peppe Rocco ist ein cleverer Junge und ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen. Seine Mutter hat ihn weggeschickt, weil er sonst mit in Gefahr geraten könnte. Von Edwina lässt er sich gerne Eis und Pasta spendieren.

Isabella Archan erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Die Handlungsorte am Gardasee werden anschaulich beschrieben und es kommt ein richtiges Urlaubsfeeling auf.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien. Ich mag den Humor, den Isabella Archan immer wieder einstreut.

„Die geheime Grotte von Garda“ ist ein richtiger Urlaubskrimi, den ich gerne gelesen habe.

Sturm über Christiansø

Kriminalroman
398 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi mit schönem Setting

Klappentext:
Mitten in der Ostsee, unweit der dänischen Sonneninsel Bornholm, liegen die kleinen Erbseninseln. Ein paar Dutzend Einwohner, viel Natur und malerische Fischerkaten: das perfekte Idyll. Bis die junge Umweltaktivistin Anna unter mysteriösen Umständen verschwindet. Besteht ein Zusammenhang mit ihrem erbitterten Kampf gegen einen großen Windpark vor der Küste? Lennart Ipsen, Leiter der Bornholmer Kripo, nimmt das Postschiff, um im winzigen Christiansø erste Ermittlungen anzustellen. Doch ein heftiger Sturm zieht auf, Lennart sitzt fest. Und muss, während der Wind die Inseln umtost, feststellen, dass auch dieser scheinbar so verwunschene Ort nicht von den Herausforderungen der modernen Zeit verschont geblieben ist und Neid, Hass und Habgier ihren festen Platz haben

„Sturm über Christiansø“ ist der 4. Band der Bornholm-Reihe „Lennart Ipsen“ von Michael Kobr.

Michael Kobr entführt seine Leser*innen wieder auf die dänische Sonneninsel Bornholm.
Was nur für einen Übergang gedacht war, um etwas Ruhe zu finden, wird jetzt doch ein längerer Aufenthalt auf der Sonneninsel.
Zurzeit zeigt sich Bornholm nicht von seiner sonnigen Seite. Es hängen dunkle Wolken über der Insel und es regnet und stürmt.

Die junge Umweltaktivistin Anna ist verschwunden. Sie führt eine Gruppe von Umweltaktivisten an, die sich gegen den dort vor der Küste ansässigen Windpark auflehnen.
Lennart Ipsen und sein Team suchen nach der Vermissten. Dazu müssen sie auch auf die nahegelegenen Erbseninseln Christiansø und Frederiksø. Das sind kleine Schäreninseln, die zusammen nicht einmal 100 Bewohner haben.

Michael Kobr hat für seine Krimireihe starke Protagonisten ins Leben gerufen.
Im Mittelpunkt steht Lennart Ipsen, ein Kriminalkommissar, der schon viel erlebt und gesehen hat.
Lennart Ipsen hat 20 Jahre Polizeidienst hinter sich, erst bei der Kripo in Kopenhagen und dann auf internationaler Ebene in Brüssel und Lyon.
Nachdem er durch ein Burnout und seine Scheidung in ein tiefes Loch gefallen ist und einige Zeit pausieren musste, wollte es Lennart Ipsen auf der beschaulichen Insel Bornholm langsam angehen lassen. Doch seit Lennart Ipsen auf der Insel ist, ist sie gar nicht mehr so beschaulich.

Auch seine beiden Mitarbeiterinnen Britta Blomdal und Tao Nguyen gefallen mir sehr gut.
Die drei sind zusammen ein gutes Team und mir schon seit dem 1. Band ans Herz gewachsen.

Die Ermittlungen werden spannend beschrieben. Lennart und sein Team, versuchen Anna zu finden. Dabei stoßen sie in Annas Boot auf Medikamente, die nicht einfach so zu bekommen sind.

Michael Kobr beschreibt die Insel Bornholm auf eine so schöne Art und Weise.
In diesem Band lernt man Bornholm auch von seiner Schlechtwetterseite kennen. Wenn es richtig stürmt, können die Schiffe, und auch die Fähren nicht fahren. So kommt es, dass Ipsen auf Christiansø festsitzt.

Auch die kleinen Erbseninseln Christiansø und Frederiksø werden schön beschrieben.
Hier muss es bei schönem Wetter recht hyggelig sein.

Als Leser*in erfährt man auch einiges über die Windkraftanlage vor der Küste und über die Gegner.

Der fesselnde und flüssige Schreibstil von Michael Kobr, der hin und wieder mit etwas Humor aufgelockert wird, sorgt dafür, dass ich das Buch wieder einmal nicht aus der Hand legen konnte.

„Sturm über Christiansø“ ist ein facettenreicher Kriminalroman mit tollen Charakteren, einem spannenden Plot und einem so schönen Handlungsort.

Ich freue mich auf viele weitere Fälle mit dem tollen Ermittlerteam.

Léon und die Frau im blauen Kleid

Alexander Oetker
Kriminalroman
301 Seiten
erschienen im Atlantik Verlag (Hoffman und Campe)
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Nizza, im Sommer, ausgerechnet hier, wo die Reichen und Schönen unter Palmen flanieren, prunkvolle Yachten ausfahren und den Apéro an der Promenade genießen, spült das Meer die Leiche einer jungen Frau in einem blauen Kleid an den Strand. Nachts gab es keinen Schiffsverkehr, was hat sich also auf dem Wasser zugetragen? Die Ermittlungen führen Commissaire Léon de Cavallier und seine zupackende Kollegin Nadia Bentaleb ins Innere der High Society, wo Geld und Macht eine unheilige Verbindung eingehen mit Sex, Drogen und Korruption. Bestsellerautor Alexander Oetker schickt ein neues Ermittlerduo, das gegensätzlicher nicht sein könnte, vor der mondänen, sonnengefluteten Kulisse der Côte d’Azur auf die Spur eines eiskalten Verbrechens.

„Léon und die Frau im blauen Kleid“ ist der erste Band der Reihe „de Cavallier und Bentaleb ermitteln“ von Alexander Oetker.
Von Alexander Oetker habe ich schon viele Krimis gelesen und weiß immer, hier steckt gute und spannende Unterhaltung drin.

Mit dieser Reihe schickt Alexander Oetker seine Leser*innen an die Côte-d’Azur.

Commissaire Léon de Cavalliers langjähriger Partner geht in den Ruhestand. Nadia Bentaleb kommt neu in das Team und soll ihn nun bei seinen Ermittlungen begleiten.
Léon de Cavallier gehört zur High Society und ist in Südfrankreich wie auch in Monaco bekannt. Er fährt einen schnittigen Porsche, ist meist etwas mürrisch und wirkt auf andere oft arrogant.
So auch auf seine neue Partnerin bei der Polizei, Nadia Bentaleb. Sie ist farbig, stammt aus den Pariser Vorstädten und hat schon viel Elend gesehen.
Hier stoßen zwei Welten aufeinander. Léon de Cavallier nimmt sich vor, dafür zu sorgen, dass Nadia nicht lange in seinem Team bleibt.

Ein neuer Fall ruft Léon und Nadia zu einem Tatort. Eine junge Frau wurde an den Strand von Nizza angespült. Sie muss nachts von einem Schiff gefallen sein. Jetzt heißt es, zu ermitteln, welche Schiffe in der Nacht auf dem Meer verkehrt sind.
Die Ermittlungen führen die beiden Kriminalpolizisten in die hohen Kreise der Anwohner an der Côte-d’Azur. Ohne es zu wollen, ist Léon von der Tatkraft seiner jungen Kollegin beeindruckt.

Alexander Oetker hat wieder einmal eine vielversprechende Krimireihe begonnen. Seine Charaktere sind sehr unterschiedlich. Mir sind Léon de Cavallier und auch Nadia Bentaleb sehr sympathisch. Auch wenn Léon zu Beginn recht arrogant erscheint, ist das nur der äußere Anschein, wie ein Schutzschild, das er vor sich herträgt.

Der Krimi beginnt mit einer Todesanzeige von Léon de Cavallier. Und er kommt auch in gefährliche Situationen. Ob er den 1. Band der neuen Reihe überlebt, das müsst ihr selbst lesen.

Alexander Oetker hat wie immer einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.
Die Handlungsorte an der Côte-d’Azur beschreibt er sehr anschaulich. Der Autor führt seine Leser*innen bis ins nachbarschaftliche Monaco.
Auch für gutes Essen wird wieder gesorgt.

Mit „Léon und die Frau im blauen Kleid“ beginnt Alexander Oetker eine Krimireihe, die sich bestimmt schnell großer Beliebtheit erfreuen wird.

Der Tote auf dem Kniepsand

Anna Johannsen
Kriminalroman
286 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Drogen auf Amrum

Klappentext:
Als der 35-jährige Dennis Claasen tot am Amrumer Kniepsand gefunden wird, vermutet die Polizei schnell einen Zusammenhang mit den Drogenpaketen, die an den Stränden der Nordfriesischen Inseln in den Monaten zuvor angespült wurden.

Hauptkommissarin Lena Lorenzen kehrt auf ihre Heimatinsel Amrum zurück und findet gemeinsam mit ihrer Kollegin Naya Olsen heraus, dass Claasen nach dem Erbe seines Elternhauses Streit mit seinen Geschwistern und akuten Finanzbedarf hatte. War er selbst in den Schmuggel der Drogen involviert? Als in das Haus des Opfers eingebrochen wird, sind die Ermittler alarmiert. Ist das die entscheidende Spur zum Täter?

„Der Tote auf dem Kniepsand“ ist bereits der 13. Fall mit der sympathischen Inselkommissarin Lena Lorenz von Anna Johannsen.

Anna Johannsen ist es auch beim 13. Band der erfolgreichen Krimireihe gelungen, die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
Ihre Kommissarin ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen und ich freue mich immer, wenn wieder ein Treffen mit der taffen Lena Lorenzen ansteht.
Lena versucht immer wieder den Spagat zwischen Familie und Polizeidienst. Wenn eine Ermittlung ansteht und sie wieder einmal einige Tage von der Familie getrennt ist, plagt sie das Gewissen. Im letzten Band hat es aus diesem Grund zwischen Lena und ihrem Mann gekriselt, was auch in diesem Band noch zu spüren ist.
Auch bei Naya und Johann steht privat nicht alles zum Besten. Er ist immer noch hin- und hergerissen zwischen seiner Frau und seiner Tochter und dem Verhältnis mit Naya.

In diesem Band verschlägt es Lena und Naya nach Amrum, die Heimat von Lena. Da sie einige Tage für die Ermittlungen auf Amrum bleiben wird, verbindet sie das mit einem Besuch bei ihrer Tante Berke.

Dennis Claasen, 35 Jahre, wurde am Strand tot aufgefunden. Es gibt verschiedene Ermittlungsansätze. Uneinigkeiten mit den Geschwistern, weil das elterliche Haus verkauft werden soll, Dennis aber dagegen ist. Ein Drogenpaket, das bei Dennis gefunden wurde.
Dazu kommen noch Drogenpakete, die in letzter Zeit auf verschiedenen Inseln angespült wurden.
Mit der Fahndung nach der Organisation, die Drogen per Schiff ins Land bringt, haben Lenas Ermittlungen nichts zu tun. Das macht das Drogendezernat. Aber unweigerlich muss sie in Erwägung ziehen, dass Dennis Claasen Drogenpäckchen aus dem Meer gefischt hat, um an Geld zu kommen.
Musste Dennis aus diesem Grund sterben?

Anna Johannsen schafft genau die richtige Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und dem Privatleben von Lena Lorenzen.
Es macht Freude, die Entwicklung von Lena mitzuerleben und ihren kleinen Sohn aufwachsen zu sehen. Auch wenn die Abwesenheit von Lena während ihrer Ermittlungen schon einmal für Unstimmigkeiten zwischen Lena und ihrem Mann sorgt.

Der leichtverständliche und unkomplizierte Schreibstil der Autorin macht das Lesen zu einem Genuss.
Ganz nebenbei vermittelt die Autorin ihren LeserInnen auch immer wieder schöne Eindrücke von der Inselwelt. Jeder Band führt die Leser*innen an einen anderen Ort.

Viel zu schnell hat sich der Krimi wieder gelesen. Einmal angefangen kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Jetzt heißt es warten, bis der 14. Fall der Inselkommissarin erscheint.

Tödlicher Hafen – Kokainküste

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Zollfahndung ermittelt

Klappentext:
Als eine Kapitänin ermordet wird und eine wertvolle Kokainlieferung spurlos verschwindet, gerät der Hamburger Hafen in Aufruhr. Die Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken, beruflich ein eingespieltes Team und privat ein Paar, nehmen die Ermittlungen auf. Zwischen gigantischen Containerschiffen und den schattigen Ecken des Hafengebiets stoßen sie auf ein gefährliches Netzwerk, das den europäischen Drogenmarkt aufrollen will. Als ein verdeckter Ermittler verschwindet und plötzlich ein Toter vor ihrer Haustür liegt, wird klar: Jemand beobachtet die Ermittler und kommt ihnen gefährlich nahe. Die Spur führt bis in die höchsten Ränge der Behörden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn nicht nur ihr Kollege schwebt in Lebensgefahr – auch sie selbst sind ins Visier geraten.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist der 1. Band der Zollfahndung-Reihe von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.

Der Hamburger Hafen ist ein großer und unübersichtlicher Ort. Hier legen Schiffe aus der ganzen Welt an. Das bedeutet auch, dass der Zoll hier einiges zu tun hat.

In diesem Band wird ein toter Kapitän gefunden. Außerdem ist eine Kokainlieferung verschwunden.
Das ist der Einsatz der Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken. Die Zollfahnder sehen sich einer Verschwörung gegenüber, die bis in die höchsten Kreise führt, was ihre Arbeit nicht gerade einfacher macht.

Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken sind ein gutes Team, auch privat sind sie ein Paar. Mir gefallen die beiden Charaktere ausgesprochen gut. Sie haben viel Potenzial für weitere Fälle.

Die Geschichte wird in einem ordentlichen Tempo erzählt. Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten.
Das Setting, der Hamburger Hafen in all seiner Unübersichtlichkeit, sorgt für die passende Atmosphäre.

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel haben einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.
Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist ein spannender Kriminalroman, ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Bedrohliche Alpilles

Cay Rademacher
Kriminalroman
518 Seiten
erschienen im Dumont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen in der Provence

Klappentext:
Capitaine Roger Blanc ist von Gadet ins benachbarte Salon-de-Provence versetzt worden, wo er ab jetzt vor allem rätselhafte Cold Cases aufklären soll. Sein erster Fall ist ein Mord, der vor sechs Jahren stattgefunden hat: Damals wurde eine Familie in ihrem Auto auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles nahezu vollständig ausgelöscht. Ebenso starb dort ein Radfahrer, der scheinbar nichts mit den anderen Opfern zu tun hatte.
Blanc und seine Kollegen ermitteln in Eyguières und in Aureille, zwei malerischen Kleinstädten, deren Bewohner jedoch dunkle Geheimnisse mit sich herumtragen. Da ist die Freundin eines Opfers, die durch das Verbrechen zu einem Kind und Geld kam. Die alte Bäuerin, die sich betrogen fühlt. Da sind die beiden Rentner, die nicht nur als Touristen in die Provence fahren. Und dann die Toten selbst, die immer mysteriöser werden, je länger die Ermittlungen andauern. Nach und nach entwirren Blanc und seine Kollegen ein Gespinst aus Lügen, Täuschungen und Illusionen. Bis sie erkennen, was sich an dem heißen Sommertag vor sechs Jahren wirklich zugetragen hat.

„Bedrohliche Alpilles“ ist der 13. Band der Krimireihe um Capitaine Roger Blanc von Cay Rademacher.

Ich liebe diese Krimireihe seit dem ersten Band.
Ich mag den kauzigen und unkonventionellen Capitaine Roger Blanc der, wenn es darum geht, einen Fall zu lösen, sich nicht darum schert, was seine Vorgesetzten von ihm verlangen. Das hat ihm schon seine Versetzung von Paris in die Provinz eingebracht.
Jetzt wurde Blanc von Gardet nach Salon-de-Provence versetzt. Dort leitet Roger Blanc eine Einheit, die Cold-Case-Fälle auflösen soll. Er bekommt ein neues Team, zum Glück ist Fabienne mit dabei. Auch Marius wird zu den Ermittlungen dazugeholt. Die neuen Kollegen im Team sind Paul Brisson und Alexandra Ayew, beides sympathische und engagierte Ermittler*innen, die Blanc schnell zu schätzen weiß.

Vor 6 Jahren wurden auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles ein Mann und eine Frau in ihrem Auto erschossen und die 6-jährige Tochter schwer verletzt. Weiterhin wurde ein Radfahrer, der sich wohl zu dieser Zeit auf dem Parkplatz aufgehalten hat, erschossen.
Die Ermittler konnten vor 6 Jahren den Fall nicht lösen.
Das Team rund um Blanc befragt die Zeugen von damals. Das damals schwer verletzte Kind wurde von der Witwe des Radfahrers aufgenommen. Verdächtigt wird ein deutsches Ehepaar, dass schon seit vielen Jahren in die Provence reist und auch zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren.

Die Ermittler sehen sich einem Geflecht voll Lügen gegenüber. Zu gerne möchten sie erfahren, was das Kind vor 6 Jahren gesehen hat, das Mädchen beteuert aber, den Täter nicht gesehen zu habe.

Die Ermittlungen führen Roger Blanc und sein Team zu den Kirchen vor Ort.
Das eine Todesopfer im Auto war Restaurator und hat historische Gebäude für die Gemeinde restauriert. Dabei ist er wohl auf alte Schriften gestoßen, die er heimlich veräußert hat.
Es gibt einige Verdächtige, aber ein richtiges Motiv ist nicht greifbar.
Wird Roger Blanc und sein Team scheitern wie die Ermittler vor 6 Jahren?

Es macht Spaß abzuwägen und zu rätseln, wer der Täter ist.
Es gab verschiedene Verdächtige, es gab auch verschiedene Motivansätze.
Bis der wahre Täter gefunden wurde, war es ein schwieriger Weg.
Der Autor weiß einfach, wie er seine Leserinnen in die Irre führen und wie er Spannung erzeugen kann. Der Schreibstil von Cay Rademacher gefällt mir sehr gut. Er versteht es, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen, beschreibt die Landschaft so, dass man sie vor seinem inneren Auge sehen kann. In jedem Band der Krimireihe gibt es neue Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken, was immer sehr interessant ist. Wie immer sind auch die Charaktere sehr facettenreich und gut in Szene gesetzt. Capitaine Roger Blanc und ein Teil seines Teams sind ja mittlerweile sehr gut bekannt und ich mag sie in jedem Band noch ein bisschen mehr. Auch die beiden Neuen im Team reihen sich prächtig ein und werden den Leserinnen bestimmt noch viel Freude bereiten.

Die Hauptsequenz des Inhalts liegt bei den Ermittlungen, aber auch das Private liest sich gut. Es bringt einen den Kommissar etwas näher und ist ein Bindeglied zwischen den einzelnen Bänden der Krimireihe.
Die Fälle sind in sich abgeschlossen. So kann auch „Bedrohliche Alpilles“ unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden.
Aber ich denke spätestens nach einem Band wird auch dich die Sucht erfassen.

Mord in der Provence – Capitaine Roger Blanc ermittelt:
Band 1: Mörderischer Mistral
Band 2: Tödliche Camargue
Band 3: Brennender Midi
Band 4: Gefährliche Côte Bleue
Band 5: Dunkles Arles
Band 6: Verhängnisvolles Calès
Band 7: Verlorenes Vernègues
Band 8: Schweigendes Les Baux
Band 9: Geheimnisvolle Garrigue
Band 10: Stille Sainte-Victoire
Band 11: Unheilvolles Lançon
Band 12: Rätselhaftes Saint-Rémy
Band 13: Bedrohliche Alpilles

Strandopfer

Frank Goldammer
Kriminalroman
413 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Grenzübergreifende Ermittlungen

Klappentext:
Die Ermittlerin Lena Schuldt wird an die Ostseeküste beordert, ein deutscher Tourist liegt tot am Strand bei Swinemünde. Vermutet wird ein Badeunfall, doch im Mund des Toten steckt ein großer Bernstein. Kurz darauf wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, die Tochter einer Freundin des Toten. Gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk befragt sie die Freunde und Angehörigen, die in einer Villa Urlaub machen. Jeder von ihnen scheint etwas zu verbergen. Als eine weitere Leiche auftaucht, wieder mit Bernstein im Rachen – beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

„Strandopfer“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Frank Goldammer.
Mit diesem Band begibt sich der Autor an die Ostseeküste.
Die Ermittlungen sind grenzübergreifend zwischen Deutschland und Polen.

An der polnischen Ostseeküste wird der deutsche Tourist Joachim Hundt tot aufgefunden. Alles sieht wie ein Badeunfall aus, nur, dem Toten steckt ein Bernstein im Hals. Der Tote hat zusammen mit seiner Frau und seinem Bruder mit Ehefrau und befreundeten Familien an der Ostsee Urlaub gemacht.
Kurz darauf wird Luisa als vermisst gemeldet. Sie ist das Kind eines befreundeten Ehepaars und war angeblich zusammen mit dem Opfer Joachim Hundt an den Strand gefahren. Eine weitläufige Suchaktion beginnt.
Da einer der Urlauber in Deutschland im Innenministerium arbeitet, wird Lena Schuldt vom BKA zu den Ermittlungen geschickt.
Zusammen mit ihrem polnischen Kollegen Adam Krawczyk

Lena Schuldt ist Kriminaloberkommissarin beim BKA Berlin und kehrt für den Fall in ihre alte Heimat zurück, sie wuchs nahe der polnischen Grenze auf. Der Einsatz an der Ostsee zwingt sie, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

Adam Krawczyk, Kommissar bei der polnischen Polizei, versucht, sein jugendliches Aussehen zu kompensieren und tritt meist extrem ernst, distanziert und strikt an Regeln haltend auf. Er trägt schwer an einem persönlichen Verlust und muss lernen, der impulsiven deutschen Kollegin zu vertrauen.

Das sind die Ermittler, es sind beides keine Sympathieträger und ich musste mich erst an die Ermittler gewöhnen. Nach und nach erfährt man einiges aus dem Privatleben der Ermittler.
Adam Krawczyk war einmal mit einer deutschen Frau verheiratet, die nach einigen Jahren zurück in ihre Heimat gegangen ist.

Lena Schuldt ist in der Nähe des Ermittlungsorts, auf deutscher Seite aufgewachsen. Die Mutter hat die Familie verlassen, der Vater war Alkoholiker. Später hat sie bei den Großeltern gelebt, die aber auch nicht besonders liebevoll waren.
Lena bedient alle Klischees. Für sie sind die Polen Polacken und sie fragt sich immer wieder, ob ihr Auto auch noch auf dem Parkplatz steht, wenn sie zurückkommt. Außerdem kommt sie sich bei den Ermittlungen immer vor, als stünde sie in der 2. Reihe. Da sie kein Polnisch spricht, ist sie auf die Übersetzungen von Adam angewiesen. Aber auch hier kommt immer wieder Misstrauen auf.

Mir sind beide Ermittler nicht besonders sympathisch. Gleichzeitig denke ich aber, dass in ihnen Potenzial für mehrere Bände steckt, und ich bin gespannt, wie sich die beiden entwickeln.

Der Fall ist recht unübersichtlich. Das Mädchen ist nirgends zu finden. Im Fall des toten Joachim Hundt gibt es nur den Bernstein als Hinweis. Das Opfer hat selbst gerne Bernsteine gesammelt, in welchem Umfang, kommt erst im Laufe der Geschichte zutage.
Die Ermittler sehen sich bei den Befragungen der Urlauber einem Netz voller Lügen gegenüber, was dazu führt, dass die deutschen Urlauber verdächtig werden.

Frank Goldammer fängt die Geschichte ruhig an. Man hat Zeit, die wichtigsten Protagonisten kennenzulernen. Bei den Deutschen, die zusammen Urlaub gemacht haben, bin ich am Anfang etwas durcheinandergekommen.
Nach und nach wurde mir dann klar, wer zu wem gehörte.

Frank Goldammer lässt die Spannung dann allmählich ansteigen, bis es am Ende zu einem Showdown kommt.

Der Schreibstil von Frank Goldammer ist wie immer flüssig und gut verständlich.

Auch wenn mir die Ermittler nicht besonders sympathisch sind, ist „Strandopfer“ doch ein vielversprechender Auftakt der neuen Krimireihe.