Prost, auf die Fischer

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
344 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Eine Leiche im Fischernetz

Zum Inhalt:
Hauptkommissar Tischler und die gesamte Brunngrieser Dienststelle machen eine Wanderung zum Frillensee. Nach einem ausgedehnten Picknick entdeckt Luise eine Leiche im See. Und tatsächlich liegt das der Fischer Harald Lorenz in einem Fischernetzt eingerollt.
Die Ermittlungen ergeben, dass Harald Lorenz bei de anderen Fischer nicht gerade beliebt war.

„Prost, auf die Fischer“ ist mittlerweile der 12. Band, der erfolgreichen Kommissar Tischler Reihe von Friedrich Kalpenstein.

Wieder einmal darf ich in das beschauliche Brunngries reisen und den Ermittlungen von Kommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink beiwohnen.
Ich liebe diese Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und fiebere jedem neuen Band entgegen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und mit ihrem bayrischen Humor sind sie mir richtig ans Herz gewachsen.
Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink sind zu einem großartigen Team geworden. Mit ihrer bekannten T-U-F Methode haben sie schon so manchen brenzligen Fall gelöst.

Der Fall wird wieder spannend erzählt.
Es macht Freude die Ermittler durch Brunngries und Umgebung zu begleiten. Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink ermitteln im näheren Umfeld des Fischers Harald Lorenz. Er arbeitet im Fischereibetrieb seiner Partnerin Christine Winter. Lorenz wollte in dem Betrieb schnell das Sagen haben und den Betrieb zu mehr Ertrag bringen. Dabei machte er sich die anderen Fischer nicht gerade zu Freunden.

Friedrich Kalpenstein lässt gleich zu Beginn, mit dem Fund der Leiche Spannung aufkommen. Diese Spannung hält sich auch über die ganze Geschichte, sie steigert sich sogar noch weiter bis zum Ende hin.

Friedrich Kalpensteins flüssiger und gut verständlicher Schreibstil sorgt dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Spielend lässt der Autor den Bezug zur Region Oberbayern in die Handlung mit einfließe und bringt sie so seinen Leserinnen näher. Natürlich begegnen die Leserinnen auch wieder Resi, die dem Kommissar und auch mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Aufgelockert wird der Kriminalroman durch den intelligent eingesetzten Humor. Beim Lesen muss ich wie immer oft schmunzeln.

„Prost, auf die Fischer“ hat mir wieder schöne Lesestunden bereitet. Jetzt freue ich mich auf Band 13 „Prost, auf die Sportler “ der im September 2026 erscheinen soll.

Der tiefe Grund

Anna Johannsen
Kriminalroman
314 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Johannsen für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch

Klappentext:
Oberkommissarin Lea Nielsen glaubt nicht an einen gewöhnlichen Unfall, als die 25-jährige Lisa Uhlen Opfer einer Fahrerflucht wird und kurz darauf stirbt. Schnell gerät der Ex-Freund der Toten in den Fokus der Ermittlungen. Als die Polizei herausfindet, dass die Tat mit einem gestohlenen Auto begangen wurde, führt die Spur in eine ganz neue Richtung.

„Der tiefe Grund“ ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Lea Nielsen“ von Anna Johannsen.
Die Autorin gehört zu meinen liebsten Krimi-Autorinnen und begeistert mich immer wieder mit ihren Geschichten. Der 1. Band, der neuen Krimireihe hat schon Lust auf mehr gemacht.
Oberkommissarin Lea Nielsen hat sich, trotz ihrer Karriere beim LKA in Niedersachsen in das beschauliche Wittmund versetzten lassen.
Hier ist sie jetzt die Stellvertreterin des 1. Hauptkommissars. Ein Kollege aus ihrem Team hatte sich ebenfalls gute Chance auf die Stelle ausgerechnet, dementsprechend kühl ist die Beziehung zu dem Kollegen.

Der Grund für den Wechsel ist Leas Vater. Bei ihm schreitet die Demenz immer weiter fort. Auch wenn der Vater die Familie verlassen hatte, als Lea noch ein Kind war, fühlt sie sich doch verantwortlich.

Nach dem Lea ihren 1. Fall in Wittmund auf unkonventionelle Art gelöst hat, steht wieder ein Fall an. Eine junge Frau wurde überfahren, der Fahrer hat Fahrerflucht begangen. Was wie ein gewöhnlicher Unfall aussieht, abpumpt sich bei näherer Betrachtung als mutwillige Tat, auch wenn Leas Vorgesetzter das nicht so sieht.

Anna Johannsen erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Lea. So kommt man der Oberkommissarin ganz nahe, spürt was sie fühlt und was sie denkt. Mir ist Lea schnell sympathisch geworden.

Anna Johannsen hat wieder interessante Charaktere geschaffen und lässt sie lebendig werden.
Die Geschichte die ruhig anfängt, nimmt immer mehr Fahrt auf und wird immer spannender.
Es gibt verschiedenen Szenarien, was hinter dem Unfall stecken könnte und somit auch verschiedene Verdächtige.

Die Leserinnen dürfen Lea auch etwas im Privatleben begleiten und erfahren immer mehr von der sympathischen Frau. Sie gab ihre aussichtsreiche Position beim LKA auf, um für ihren Vater da zu sein, der nie für sie da war. Lea hat eine Trennung hinter sich und in diesem Band erfahren die Leserinnen wieder etwas mehr zum Hintergrund.

Der Schreibstil von Anna Johannsen ist wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Mit „Der tiefe Grund“ hat mich Anna Johannsen wieder einmal begeistert. Ich habe das Buch in 2 Tagen ausgelesen.
Jetzt freue ich mich schon auf den 3. Band, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

Hörst du den Schrei?

Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell
Kriminalroman
367 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Start einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist.

„Hörst du den Schrei?“ ist der erste Band der norwegischen Krimireihe „Ein Fall für Podcaster Markus Hegerørn“ von Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell.
Von Jan-Erik Fjell habe ich schon die „Anton-Brekke-Reihe“ gelesen. Auf die neue Reihe war ich schon gespannt.

Der Podcaster Markus Heger beschäftigt sich mit dem Fall der vor 15-Jahren verschwundenen Leah. Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, geht die Polizei davon aus, dass, das Mädchen ermordet wurde. Dafür wurde ihr Vater verurteilt und sitzt im Gefängnis. Jetzt ist eine Journalistin, die sich auch mit dem Fall beschäftigt hatte, verschwunden. Markus Heger geht davon aus, dass der Vater unschuldig im Gefängnis sitzt und der wahre Mörder noch frei herumläuft. Jetzt nimmt er den Fall in die Hand.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Markus Heger gefällt mir gut, er ist clever und kann schnell gute Schlüsse ziehen. Er hat sich für seinen Podcast mit dem Fall Leah beschäftigt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört zu den Zuhörenden des Podcast und will mit Markus über den Fall sprechen. Doch dazu kommt es nicht. Nach der ersten kurzen Kontaktaufnahme wird die Journalistin vermisst.

Jorn Lier Horst und Jan-Erik Fjell erzählen den Fall, der ja eigentlich abgeschlossen ist recht spannend. Die Autoren bauen die Spannung schon früh auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht. Markus Heger ermittelt in dem von der Polizei erfolgreich abgeschlossenen Fall. Es tauchen immer neue Personen auf, die in den Fall involviert sein können. Immer wenn ich dachte, dem wahren Täter auf der Spur zu sein haben die Autoren wieder eine Wendung eingebaut und ich war so schlau wie vorher.
Die Lösung des Falls hat mich dann doch überrascht, aber wenn man 1+1 zusammenzählt, so ging es doch geplant in diese Richtung, nur das die Autoren ihren Leser*innen so einige Fallen gebaut haben, in die ich gerne getreten bin.
„Hörst du den Schrei?“ ist ein gelungener Auftakt für die neue Krimireihe. Ich bin schon jetzt auf den 2. Band gespannt.

Nachtschattenspiele

Pascal Engman und Johannes Selåker
Kriminalroman
438 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Stockholm, 1996: Ein Gefangenentransport wird überfallen und ein berüchtigter Neonazi befreit. Ermittler Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines älteren Bruders an den Tatort gerufen. Als er hört, wer entflohen ist, schnürt es ihm die Kehle zu. Die beiden teilen eine Geschichte, die tief in den Schatten der Vergangenheit verwurzelt ist. Journalistin Vera Berg, die in die Online-Redaktion strafversetzt wurde, wittert ihre Chance, um es zurück auf die Titelseiten zu schaffen. Als sie den Flüchtigen erschossen im Wald findet, wird klar: Hinter dieser Befreiung steckt mehr als alle ahnen – und im Dunkel der Nacht beginnt ein Spiel um Leben und Tod.

„Nachtschattenspiele“ ist der 3. Band der Reihe Wolf und Berg ermitteln von Pascal Engman und Johannes Selåker.

Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines Bruders, zu einem Tatort gerufen. Ein Gefangenentransport wurde überfallen und dabei ein Neonazi, der in eine andere Strafanstalt verlegt werden sollte, befreit. Tomas Wolf ist der entflohene aus seiner Vergangenheit nur allzu gut bekannt.
Auch die Journalistin Vera Berg ist wieder dabei, sie möchte mit den Schlagzeilen wieder zurück aufs Titelblatt.

Die Protagonisten gefallen mir gut. Kommissar Tomas Wolf ist eher ein tragischer Fall. Er ist traumatisiert und Tablettenabhängig. Seine Kinder liebt er abgöttisch und ich denke nur der Kinder wegen versucht er sich in den Griff zu kriegen.

Die Journalistin Vera Berg ist für ihren großen Gerechtigkeitssinn bekannt. Sie kümmert sich rührend um den Sohn ihres Exfreundes. Für ihre Beiträge recherchiert sie sorgfältig und oft etwas leichtsinnig, nicht auf ihre eigene Sicherheit bedacht.

Vera Berg und Tomas arbeite mittlerweile gut zusammen, auch wenn sie sich nicht immer sympathisch sind.

Auch die Nebenfiguren werden gut beschrieben. Genauso die Handlungsorte. Der Fall ist vom ersten Moment an spannend. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die beiden Autoren Pascal Engman und Johannes Selåker arbeiten gut zusammen. Der Krimi ist aus einem Guss.
Die Autoren lassen die Spannung sehr früh einsetzten und halten sie über das gesamte Buch.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und gut verständlich. Das Tempo, in dem die Geschichte voranschreitet, ist ordentlich.

„Nachtschattenspiele“ ist ein sehr spannender Kriminalroman aus Schweden. Ich freue mich schon auf den 4. Band.

Down Cemetery Road

Mich Herron
Kriminalroman
550 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe

Klappentext:
Sarah Tucker lebt in einem beschaulichen Vorort von Oxford, in der Rolle als Hausfrau gestrandet. Als jedoch nach einer Explosion in der Nachbarschaft ein Kind spurlos verschwindet, findet sie keine Ruhe mehr und holt sich Hilfe bei der Privatermittlerin Zoë Boehm. Gemeinsam bringen die beiden Frauen mehr Geheimnisse als Antworten ans Licht, Menschen, die lange für tot gehalten wurden, weilen unter den Lebenden, während sich immer mehr schnell zu den Toten gesellen. Vom ruhigen, abgründigen Pflaster Oxfords in ein Netz aus Verschwörungen von hochoffizieller Seite.

„Down Cemetery Road“, ist der 1. Band der Reihe „Zoë Boehm ermittelt in Oxford“ von Mick Herron.

Sarah Tucker lebt in Oxford. Sie ist Hausfrau und in ihrer Ehe mit Mark nicht wirklich glücklich. Nach einer Explosion in der Nachbarschaft, bei der zwei Menschen ums Leben kommen und die 4jährige Dinah geborgen werden kann, aber dann spurlos verschwindet.

Sarah, die auf ihre Fragen nach Dinah keiner Antworten bekommt, ahnt das hier etwas nicht stimmt. Sie beauftragt die Privatdetektiven Zoë Boehm, mit ihr zusammen das Kind zu suchen. Bald schon sehen sie sich eine Verschwörung gegenüber, die sie in tödliche Gefahr bringt.

Mick Herron versteht es gut, Spannung aufzubauen und sie über die gesamte Geschichte aufrechtzuhalten.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant. Sarah Tucker, die das Dasein einer gelangweilten Hausfrau fristet, ist schnell damit beschäftigt nach Dinah zu suchen. Später stößt dann noch Zoë Boehm hinzu. Die beiden Frauen als Team gefallen mir gut.

Die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Die Geschichte schreitet in einem ordentlichen Tempo fort.
Der Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und etwas anspruchsvoller als beide en meisten Kriminalromanen.
Mit seinem sarkastischen Humor, vor dem auch der britische Geheimdienst nicht verschont wird, lockert Mick Herron die Geschichte immer wieder auf.

„Mir hat „Down Cemetery Road“ gut gefallen und ich freue mich schon auf den 2. Band.

Schuld Aussee

Katja Reiland
Kriminalroman
216 Seiten
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Katja Reiland für das Rezensionsexemplar

Romantischer Cosy Krimi

Klappentext:
Bei einer Wanderung zur Tressensteinwarte finden Marie und Andi schon wieder eine Leiche. Andi und seine neue LKA-Kollegin Feli machen sich an die Arbeit und finden schnell heraus, dass der Tote nicht so unschuldig war, wie sein Beruf vermuten ließ. Marie hat inzwischen ganz andere Sorgen, sie muss nicht nur Arbeit finden, sondern auch einer Freundin helfen. Aber als Andi beginnt, in eine Richtung zu ermitteln, die Marie gar nicht gefällt, macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder und kommt ins Zweifeln. Ist schon wieder jemand aus ihrem Umfeld zum Täter geworden?

„Schuld Aussee“ ist der 3. Band der Marie Haslinger Reihe von Katja Reiland.

Ich habe mich sehr gefreut Marie und Andi wieder zutreffen, die Beiden sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.
Marie ist zum Probewohnen bei Andi. Bevor sie sich für ein Zusammenziehen entscheidet, muss das erst getestet werden, Marie ist ein gebranntes Kind. Außerdem plagen Marie Zukunftsängste, hat sie doch einen großen Kunden verloren und muss dringend neue Aufträge generieren.
Bei einer Wanderung finden Marie und Andi eine Leiche. Jetzt heißt es für Andi wieder nach dem Täter suchen. Bei den Ermittlungen stellt sich raus, dass der tote Pfarrer gar nicht so ein heiliger war wie angenommen. Auch bei Marie wird der Jagdinstinkt wieder geweckt.

Katja Reiland entführt ihre Leser*innen in das schöne Salzkammergut. Die Beschreibung der Handlungsorte ist gelungen, man kann sich alles gut vorstellen und bekommt Lust einmal dahin zu Reisen.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte spannend und unterhaltsam. Sie würzt das Ganze noch mit einer feinen Prise Humor.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und die meisten sehr sympathisch. Besonders Marie, die der Männerwelt eigentlich schon abgeschworen hatte.
Aber als sie im 1. Band den sympathischen Andi Berner kennengelernt hat, da hatte sie doch Schmetterlinge im Bauch. Marie und Andi waren vom 1. Band an gleich sympathisch. Auch Maries Nachbarin Paula, die ihr in brenzligen Situationen immer die Karten legt, ist ein liebenswerter Charakter.

Katja Reiland hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie versteht es ihre Leserinnen von Beginn an zu fesseln. Der leichte österreichische Dialekt macht die Geschichte authentisch und versetzt die Leserinnen auch gedanklich in die Region Salzkammergut. Ihr gut eingesetzter Humor lockert die Geschichte immer wieder auf.

Mir hat es große Freude gemacht an der Seite von Marie und Andi nach dem Täter zu suchen und gleichzeitig die Schönheit des Salzkammerguts kennenzulernen.

Jetzt endet der 3. Band mit einem Cliffhanger und es heißt Warten, bis der 4. Band erscheint.

Rostiges Grab

Anders de la Motte
Kriminalroman
505 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Marie-Sophie Kasten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus Schweden

Klappentext:
Leo Asker steht eine Beförderung in Aussicht, und damit die Hoffnung, die Abteilung für verlorene Seelen bald hinter sich zu lassen. Doch dann wird ihr ein Cold Case zugespielt, der ihr zum Verhängnis werden könnte.
Zehn Jahre zuvor wurde eine Frau unter mysteriösen Umständen ermordet und in einer verlassenen Torffabrik abgelegt. Das Opfer weist verblüffende Ähnlichkeiten mit dem »Graumädchen« auf, einer zweitausend Jahre alten Moorleiche aus derselben Gegend. Als nun – ähnlich mysteriös und wie aus dem Nichts – der abgetrennte, nie gefundene Finger der ermordeten Frau auftaucht, gerät nicht nur der Fall wieder in den Fokus, sondern auch der Ort: der mythenumwobene und vor Schauergeschichten strotzende Wald „Rostskogen“, der seit jeher, so munkelt man, Tod und Unheil über die Menschen bringt.

„Rostiges Grab“ ist der 3. Band der Leo Asker Reihe von Anders de la Motte.

Leonore Asker steht kurz vor einer Beförderung. Endlich soll sie den Keller verlassen können, aber da gibt es noch einen Konkurrenten, der die Stelle auch haben möchte.
Ausgerechnet da bekommt es Leo mit einem schwierigen Fall zu tun, der eigentlich schon 10 Jahre alt ist. Damals wurde eine ermordete Frau in einer Torffabrik gefunden. Jetzt ist der abgetrennte Finger des Opfers, der damals nicht aufzufinden war, gefunden worden. Leonore Asker muss den Fall noch einmal neu aufrollen. Dazu holt sie sich wieder den Lost-Place-Experten Martin Hill zur Hilfe. Seit dort in den 1970er Jahren beim Torfstechen eine Leiche, die heute noch als „Graumädchen“ bekannt ist, gefunden wurde, gilt der Platz als mysteriös und es ranken sich Schauergeschichten um den Ort.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig. Man bekommt es hier nicht mit glatten Ermittlern zu tun. Alle haben ihre eigene Seite, ihre Ecken und Kanten.
Leo hat mir schon im 1. Band schon gut gefallen und ist mir jetzt richtig ans Herz gewachsen.

Anders de la Motte, von dem ich schon einige Krimis gelesen habe, führt wieder spannend durch die Geschichte.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Der Autor beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich. Vor allem den mysteriösen Wald
„Rostskogen“ kann man sich gut vorstellen. Alles ist in einem rostbraunen Ton gefärbt. Die Atmosphäre ist dunkel und geheimnisvoll

Der Kriminalfall wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was die Spannung erhöht. Es gibt Rückblicke, die es den Leser*innen ermöglicht, das Schicksal des „Graumädchen“ kennenzulernen.
Der Fall nimmt wieder ungeahnte Dimensionen an und bleibt spannend bis zum Ende.

Mich hat der Kriminalroman so in Atem gehalten, dass ich ihn fast in einem Zug ausgelesen habe.
Jetzt hoffe ich, dass es einen 4. Band geben wird.

Mordsstille

Dieter Kaufmann
Kriminalroman
283 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Dieter Kaufmann für das Rezensionsexemplar

Frankfurt-Krimi vom Feinsten

Klappentext:
Das gehörlose Ehepaar Paul und Martha Unger lebt in einer Welt der Stille, bis eine Nacht im Mai 2023 sie in einen Albtraum reißt. Paul überrascht nachts einen Einbrecher in der Küche. Der zieht ein Messer aus dem Messerblock und sticht auf ihn ein. Paul verblutet, weil Martha seine Hilfeschreie im Schlafzimmer nicht hören kann. Als sie ihn am Morgen blutüberströmt findet und die Spuren des Einbruchs entdeckt, kann sie weder die Polizei noch einen Notarzt anrufen.

„Mordsstille“ ist bereits der 12. Band der Krimireihe Yunus Abbas ermittelt in Frankfurt von Dieter Kaufmann. Für mich eine Krimireihe mit Suchtpotenzial.

Das Ermittlerteam besteht aus einer Reihe interessanter Charaktere.
Der Leiter des Teams ist Yunus Abbas, er hat eine deutsche Mutter und einen türkischen Vater. Mit seiner Kollegin Sabine Riedel ist er mittlerweile verheiratet. Beruflich wie privat sind beide ein großartiges Team. Nur der Wunsch nach einem Kind wurde bisher nicht erfüllt.
Birgit Holzapfel hat einen kleinen Sohn und all die Probleme die man als alleinerziehende Mutter so hat. Mittlerweile ist sie in einer Beziehung mit einem alleinerziehenden Vater was die Lage doch sehr entspannt.
Bernhard Schulze ist der erfahrenste im Team und besticht durch seine innere Ruhe. Mit seiner Partnerin Isabell wohnt er in einem der Solitäre auf der Frankfurter Westhafen Mole.
Michael Nosek ist mit einem Mann verheiratet aber einem Abenteuer aber nicht abgeneigt.

Der Handlungsort ist Frankfurt am Main, was mir als ehemalige Frankfurterin besonders gut gefällt.
So kann ich die Charaktere durch die Stadt und zu den einzelnen Handlungsorten begleiten, die mir alle gut bekannt sind.

Der Fall ist sehr kompliziert und für die Leser*innen sehr spannend.
Der gehörlose Paul Unger wird von seiner Frau Martha tot in der Küche ihres Hauses aufgefunden. Offensichtlich hat Paul Unger in der Nacht einen Einbrecher überrascht, der ihn niedergestochen hat. Martha ist auch gehörlos und kann selbstständig keine Polizei rufen, sie geht zum nächsten Nachbar und versucht ihn mit Gesten zum Mitkommen zu überreden.
Yunus Abbas und sein Team übernehmen den Fall. Eine Befragung der Ehefrau ist schwierig, dafür brauchen die Ermittler einen Gebärden-Dolmetscher oder die Tochter Patricia Unger angewiesen. Es stellt sich die Frage, nach was der Einbrecher gesucht hat. Die Ungers haben sichtlich keine Wertsachen.

Dieter Kaufmann baut gleich zu Beginn mit dem Mord, bei dem die Leser*innen dabei sind, Spannung auf. Auch die Ermittlungen mit all den Hindernissen und Hürden, die es zu bewältigen gibt, wird anschaulich und spannend erzählt.
Dieter Kaufmann lässt gerne einer Minderheit, die oft auf Hilfe und Verständnis anderer angewiesen sind zu Wort kommen. In diesem Band ist es das gehörlose Ehepaar Unger. Es ist interessant sich in den Alltag von gehörlosen einzufühlen. Seien es die Lichtblitzen, die statt einem Klingelton durch die Zimmer blitzen oder die Gebärdensprache mit denen sich gehörlose verständigen können.

Auch am Privatleben von Yunus und Sabine lässt Dieter Kaufmann seine Leser*innen wieder etwas teilhaben. Die Mischung aus Privatleben und Ermittlungen finde ich genau richtig. Die Ermittlung steht im Vordergrund und das Privatleben wird immer in Häppchen dazwischen erzählt. Ich finde, das macht der Autor genau richtig.

Dieter Kaufmann hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Der Autor kann hervorragend Spannung aufbauen und die Schauplätze beschreiben.

Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen und können einzeln gelesen werden.
Das Privatleben und die Entwicklung der Ermittler zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bände.
Aber wenn man erst einmal einen Band gelesen hat und Blut geleckt hat, wird man neugierig auf die vorherigen Bände.

„Mordsstille“ ist schon der 12. Band und Dieter Kaufmann ist schon längst ein leuchtender Stern am Frankfurter Krimi-Himmel.

Der Tote mit dem Silberzeichen

Robert Galbraith
Kriminalroman
1248 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus den Englischen von Wulf Bergner / Christoph Göhler / Kristof Kurz
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender und komplexer Kriminalroman

Klappentext:
Im Tresorraum eines Silberhändlers wird eine verstümmelte Leiche gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen verurteilten Einbrecher handelt. Doch Decima Mullins, die Privatdetektiv Comoran Strike um Hilfe bittet, ist überzeugt davon, dass es sich bei der Leiche um ihren Freund handelt, der unter mysteriösen Umständen verschwand. Je tiefer Strike und seine Geschäftspartnerin Robin Ellacott in den Fall eintauchen, desto undurchsichtiger wird er. Denn der Silberladen neben der Freemasons‘ Hall ist kein gewöhnliches Geschäft: Er hat sich auf Freimaurersilber spezialisiert. Und es werden noch weitere Männer vermisst, die auf das Profil der Leiche passen könnten. Neben dem komplizierten Fall steht Strike vor einem weiteren Dilemma. Robins Beziehung zu ihrem Freund Ryan scheint immer ernster zu werden. Doch Strikes Wunsch, ihr endlich seine Gefühle zu gestehen, ist größer denn je.

„Der Tote mit dem Silberzeichen“ ist der 8. Band der Cormoran-Strike-Reihe von Robert Galbraith.
Wie mittlerweile die meisten wissen, steckt hinter Robert Galbraith J.K. Rowling.

Die Geschichte ist recht komplex, wie der Umfang des Buchs auch vermuten lässt.
Trotzdem haben sich die knapp 1300 Seiten schnell gelesen. Nach kurzer Zeit wurde ich wie durch einen Sog in das Buch hineingezogen und habe die Welt um mich herum fast vergessen.

Das Privatdetektiv-Team besteht aus Cormoran Strike und Robin Ellacott.

Cormoran Strike ist in Cornwall aufgewachsen. Nach seiner erfolgreichen Karriere bei der Armee hat er sich dazu entschlossen eine Privatdetektei in London zu eröffnen.
Er macht dem Klischee eines Privatdetektivs alle Ehren.
Dabei ist er nicht unbedingt ein Sympathieträger.
Einer Affäre ist er nie abgeneigt. Für seine Geschäftspartnerin Robin hegt er Gefühle, die er ihr aber nicht offenbart.

Robin Ellacott ist die zweite Hälfte der Detektei.
Sie ist in Yorkshire geboren und aufgewachsen.
Sie ist eine ziemlich taffe Frau.
Ihre Leidenschaft für Psychologie hilft ihr bei der Arbeit ungemein.
Die Beziehung zu ihrem Freund Ryan, scheint ernst zu sein.

Im Tresorraum eines Silberhändlers wird eine Leiche gefunden, die Identität der Leiche ist nicht bekannt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen Einbrecher handelt.
Doch Decima Mullins, ist davon überzeugt, dass es sich bei der Leiche um ihren vermissten Freund handelt. Sie bittet Cormoran Strike und Robin Ellacott um Hilfe. Der Fall wird viel komplexer als anfangs gedacht. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte und Fährten, die, die Leser*innen zusammen mit dem Detektiventeam verfolgen.

J.K. Rowling oder Robert Galbraith, wie sie sich bei dieser Reihe nennt, versteht es die LeserInnen über knapp 1300 Seiten in Atem zu halten.
Ihre Charaktere sind recht facettenreich und werden eingehend beschrieben.
Auch das rege Privatleben nimmt immer wieder einige Seiten in Anspruch und es ist spannend, es über mehrere Bände hinweg zu verfolgen.
Dazu ist es natürlich gut, wenn man die vorherigen Bände gelesen hat.
Man kann sich ein detaillierteres Bild der Protagonisten machen.
Die Fälle sind allerdings immer abgeschlossen, dazu braucht man keine Vorkenntnisse.

Der Fall ist spannend und komplex. Die Suche nach der Identität des Opfers und nach der Suche des Motivs und des Täters nimmt einige Zeit in Anspruch.
Robert Galbraith alias J.K. Rowling hält einige lose Fäden in der Hand. Die er über Irrwege weiterspinnt. Es geht aber kein Faden verloren, alles wird nach verschiedenen Wendungen aufgelöst.

Wer Robert Galbraith alias J.K. Rowling kennt, weiß, dass sie sich nicht nur mit dem hauptsächlichen Fall beschäftigt. Es gibt einige Nebenschauplätze, ob alle nötig sind, sei dahingestellt.
Es ist aber sehr realistisch, dass sich eine Detektei nicht nur mit einem Fall beschäftigt.

„Der Tote mit dem Silberzeichen“ ist ein Kriminalroman, der die Leser*innen einiges abverlangt. Die Spannung lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen. So haben sich die fast 1300 Seiten doch recht schnell gelesen.

Gift

Jón Atli Jónasson
Kriminalroman
254 Seiten
Übersetzt aus dem Isländischen von Freyja Melsted
erschienen bei Fischer Scherz
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus Island

Klappentext:
Auf einem Lavafeld vor Reykjavík ergießt sich literweise Blut aus einem Lkw auf die Landstraße. Und in einem Filmstudio wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Chefkommissar Elliði legt den Fall in die Hände der beiden, denen er am meisten vertraut: Dora und Rado. Doch sie haben mit ihren eigenen Dämonen zu tun. Dora kämpft mit ihrer Schmerzmittelsucht, Rado mit seiner Vergangenheit. Während sich ein tödliches Gift im Land verbreitet, begeben sich Dora und Rado auf eine gefährliche Suche.

„Gift“ ist der 2. Band, der isländischen Krimireihe „Dora-und-Rado“ von Jón Atli Jónasson.

Die beiden Ermittler sind ungewöhnlich und gefallen mir gut. Dora nimmt alles intensiver wahr als andere, was in ihrem Beruf ein großer Vorteil ist. Bei einem Einsatz trug Dora eine Hirnverletzung davon. Jetzt lebt Dora mit Schmerzen und tut sich mit anderen Menschen schwer. Ihre Kollegen finden sie seltsam und ignorieren sie weitgehendst.

Rado ist der Sohn serbischer Einwanderer. Er hat sich im Polizeidienst hochgearbeitet wie kaum sonst ein Polizist mit Migrationshintergrund. Seine familiären Verbindungen bringen ihn manchmal in Schwierigkeiten.
Rado ist Leiter der Abteilung Rauschgift und bekommt es hier mit einem schwierigen Fall zu tun.

Dora und Rado sind ein spannendes Ermittlerduo. Beide haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen.

Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge.
Es wird die Leiche eines jungen Sanitäters auf einem Filmgelände entdeckt. Die Leiche wurde übel zugerichtet.
Ein LKW zieht eine rote Spur hinter sich her, später liegt er umgekippt an der Straße. Aus Kanistern, die der LKW geladen hat, fließt dieselbe rote Flüssigkeit. Dora kommt zur Unfallstelle, den Fahrer des LKWs findet sie tot neben dem LKW.
Bei diesen beiden Fällen treffen sich die Ermittler Rado und Dore wieder.
Der Tote auf dem Filmgelände ist der Partner von Elliði, dem ehemaligen Chef der Ermittler. Die rote Flüssigkeit aus dem verunfallten LKW stellt sich als neue Droge dar.

Jón Atli Jónasson lässt die Geschichte ruhig anfangen. Die Leserinnen bekommen genug Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen. Dann zieht das Tempo allerdings an und die Spannung steigt. Als Leserin verfolgt man praktisch zwei verschiedenen Ermittlungen.
Dora und Rado, die so unterschiedlich sind, ergänzen sich gut bei der Arbeit.
Für alle, die den 1. Band nicht gelesen habe, gibt es immer wieder einmal einen Hinweis auf das Vorgehen der Ermittler und auf ihre Vorgeschichte.

Jón Atli Jónasson lässt aktuelle Themen wie Medikamentenmissbrauch, Drogenabhängigkeit und organisiertes Verbrechen in die Geschichte einfließen. Themen, die wohl auch die Isländer beschäftigen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Er beschreibt seine Charaktere und auch die Handlungsorte sehr gut.

Auch den 2. Band „Gift“ habe ich schon wie den 1. Band „Schmerz“ mit Begeisterung gelesen. Ich hoffe sehr auf einen 3. Band.