Die geheime Grotte von Garda

Bernhard Aichner
Kriminalroman
320 Seiten
erschienen bei HaymonKrimi
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Krimi mit Urlaubsfeeling

Klappentext:
Nach der erfolgreichen Aufklärung eines Mordfalles in Sirmione möchte Edwina Teufel, Chefinspektorin aus Wien, nun endlich die Seele am Gardasee baumeln lassen, sogar in das Wutbuch, das ihr die Psychologin ob ihrer Zornausbrüche aufgedrängt hatte, schreibt sie nun regelmäßig(er). Sirmione kennt sie bereits. Ein Bootsausflug nach Garda könnte der Entspannung zuträglich sein. Ein wohlverdientes Eis und ein Einkaufsbummel, anschließend eine Verabredung mit Freunden, die das naheliegende Weingut Cà della Ginevra besuchen. Klingt herrlich, oder?
Bevor Edwina jedoch in diesen Genuss kommt, läuft ihr ein Hund über den Weg und gleich darauf wird sie Zeugin einer seltsamen Szene: Ein Junge, so etwa acht Jahre alt, wird von einer großen Gestalt bedroht, die Edwina im Dunkeln eines Durchgangs nicht genau erkennen kann. Aber sie kann helfen. Der Junge weigert sich allerdings, mit ihr zu sprechen, nur seinen Namen verrät er ihr: Peppe Rocco.
„Die geheime Grotte von Garda“ ist der 1. Band der Edwina Teufel Reihe von Isabella Archan.

Im Mittelpunkt steht Edwina Teufel. Sie ist Chefinspektorin aus Wien und nimmt sich eine Auszeit, die ihr von einer Psychologin wegen ihrer Wutausbrüche auferlegt wurde. Doch in Ruhe die Seele baumeln zu lassen, ist Edwina nicht vergönnt. Erst hat sie einen Mordfall in Sirmione mit aufgeklärt (1. Band „Die Schlange von Sirmione“). Jetzt bei einem Ausflug nach Garda, läuft ihr Peppe Rocco, ein 8-jähriger Junge, über den Weg. Der Junge wurde von einer großen Gestalt bedroht und braucht zweifelsohne Hilfe. Nach der Frage nach seiner Mutter tischt er Edwina Lügen auf. Edwina wendet sich an Commissario Adriano Alceste, der im Moment den Mordanschlag auf Noemi Loma untersucht. Natürlich kann Edwina nicht widerstehen, ihre Nase auch in diesen Fall zu stecken.

Isabella Archan hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Edwina war mir schnell sympathisch. Sie ist wissbegierig und kann gut Schlüsse ziehen. Sie ist sich auch der Wichtigkeit ihrer Auszeit bewusst und führt mehr schlecht als recht auch ihr Wutbuch, das sie von der Psychologin bekommen hat. Aber Edwina ist nun einmal Chefinspektorin, und wenn sie einen Fall wittert, ist sie nun mal dabei.

Commissario Adriano Alceste ist auch gut getroffen. Ich denke, ihm ist Edwinas Anwesenheit gar nicht so unrecht.

Peppe Rocco ist ein cleverer Junge und ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen. Seine Mutter hat ihn weggeschickt, weil er sonst mit in Gefahr geraten könnte. Von Edwina lässt er sich gerne Eis und Pasta spendieren.

Isabella Archan erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Die Handlungsorte am Gardasee werden anschaulich beschrieben und es kommt ein richtiges Urlaubsfeeling auf.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien. Ich mag den Humor, den Isabella Archan immer wieder einstreut.

„Die geheime Grotte von Garda“ ist ein richtiger Urlaubskrimi, den ich gerne gelesen habe.

Klein aber tot

Joe Fischler
Kriminalroman
298 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Mord in Knuffingen

Klappentext:
Willkommen in Knuffingen, der malerischen Miniaturwelt zwischen Harz und Alpen, ein Ort, der vor allem eines ist: überschaubar. Und friedlich. Zumal die Knuffinger gar nicht ahnen, dass sie Teil eines berühmten Miniaturuniversums sind. Doch die Idylle trügt, denn plötzlich steht Kommissar Jojo Wunder vor einem Riesenproblem. Friedrich Frank, Journalist und berüchtigter Schmähkritiker, wird ermordet aufgefunden. Der Tote hatte mehr Feinde als Freunde, was den Fall nicht leichter macht. Und ausgerechnet die Menschen, die Jojo am nächsten stehen, geraten unter Verdacht: seine heimliche Liebe, die undurchschaubare Blumenhändlerin Liora Märklin und seine eigene Mutti, deren Restaurant Frank zuvor vernichtend verrissen hat. Als Jojo sie verhaften soll, ist für ihn endgültig Schluss mit lustig.

„Klein aber tot“ ist der erste Band der Knuffingen-Krimis von Jo Fischler.
Von Jo Fischler habe ich schon die humorvolle Arno Bussi-Reihe gelesen und natürlich die Thriller, die er unter dem Namen Jan Beck veröffentlicht.

Für die Knuffingen-Reihe hat Jo Fischler wieder einmal recht skurrile Charaktere erschaffen.
Jojo Wunder ist der einzige Kommissar in Knuffingen. Eigentlich geht es dort auch eher gemütlich zu. Doch als der Journalist Friedrich Frank ermordet aufgefunden wird, gehören alle die zum Kreis der Verdächtigen, über die der Journalist böse Kritiken geschrieben hat. Dazu gehören auch Jojos Mutter und die Blumenhändlerin Liora Märklin, auf die Jojo ein Auge geworfen hat.
Eine verzwickte Situation, die Jojo einiges abverlangt.

Jo Fischler. Besticht hier wieder mit seinem unverwechselbaren Humor. Schon die Idee, die Miniaturwelt Knuffigen als Handlungsort zu wählen, ist genial.
So sind dann auch die Charaktere. Facettenreich, skurril und sympathisch.

Der Schreibstil von Jo Fischler ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Neben dem Humor kommt natürlich auch die Spannung nicht zu kurz. Es ist ein Mord aufzuklären und gleichzeitig ist ein Brandstifter unterwegs, der es auf das Schloss abgesehen hat.

„Klein aber tot“ ist ein humorvoller Krimi, der mir wunderbare Lesestunden geschenkt hat.

Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient

Philippa Perry
Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Elke Link
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Krimi der ruhigeren Art

Klappentext:
Mit Toten ist man in Westlinke vertraut; die Seven Sisters, weiße, ziemlich hohe Kalksteinklippen, ein Hotspot für traurige Seelen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Ermordete hingegen, die gibt es so gut wie nie in diesem verschlafenen Landstrich an der südenglischen Küste. Für die Polizei ist der Fall Henry Clayton deshalb klar: Selbstmord. Eine Theorie, mit der Pat Philipps so gar nichts anfangen kann. Und sie muss es schließlich wissen. Immerhin war sie Henrys Therapeutin. Und für sie kann er nur auf einem Weg die Klippen hinabgestürzt sein kann: Er wurde gestoßen. Aber bei DS Stevens beißt sie mit ihrem Ansatz auf Granit. Also muss sie wohl selbst ermitteln: mit scharfem Blick für die menschlichen Schattenseiten, einem kratzbürstigen Kater und einem Nachbarn mit fatalen Likör-Ideen. Im Gegensatz zur Polizei stellt Pat die richtigen Fragen und findet Antworten, die sie selbst gefährlich nahe an den Abgrund bringen.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist das Krimidebüt und gleichzeitig der 1. Fall für die Psychotherapeutin Pat Philipps von Philippa Perry.

Die Psychotherapeutin Dr. Pat Philipps muss erfahren, dass ihr Patient Henry Clayton Selbstmord begangen hat. Er hat sich von den Seven Sisters gestürzt. Pat, die ihren Patienten besser zu kennen glaubt, zweifelt die Theorie des Selbstmordes an. Doch DS Stevens, für den der Fall klar und schnell abgeschlossen ist, lässt sich von den Zweifeln der Therapeutin nicht beeindrucken.
Also bleibt der Psychotherapeutin nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln. Hilfe bekommt sie von ihrem besten Freund Pritchard.

Philippa Perry ist selbst Psychotherapeutin, so liegt es nahe, den Krimi auch von der psychologischen Seite anzugehen.
Ihre Protagonistin Dr. Pat Philipps ermittelt so auch nicht im klassischen Sinn. Sie überzeugt durch Beobachtungsgabe und zieht auf psychologische Art ihre Schlüsse. Bald hat sie einen Verdächtigen, damit ist der Fall aber noch lange nicht gelöst.

Philippa Perry erzählt den Fall in einem ruhigen Ton. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mir gefallen Pat Philipps und auch ihr Freund Pritchard gut.
Die Geschichte lebt von den Dialogen und dem Humor, der immer wieder eingestreut wird.

Der Handlungsort, die englische Küste, wird anschaulich beschrieben.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist ein Cosy-Krimi der mich gut unterhalten hat.

Frau Appeldorn und die tote Diva

Vera Nentwich
Kriminalroman
301 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vera Nentwich für das Rezensionsexemplar

Ein großes Lesevergnügen

Klappentext:
Dem Kulturverein ist ein großer Coup gelungen: Die berühmte Operndiva Constanze Wegemann tritt in der kleinen Stadt auf. Doch bevor sie die Bühne betreten kann, liegt sie tot in ihrer Garderobe. Und Frau Appeldorn erkennt sofort: Das war Mord.
Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Alican Büyüktürk, der mehr detektivisches Talent besitzt, als er zugeben möchte, stürzt sie sich in die Ermittlungen. Denn Constanze war nicht nur berühmt, sie war auch berüchtigt.
Streitlustig, fordernd, launisch … und mit einer beeindruckenden Liste an Feinden.
War ihr Manager Helmut Lehnert am Ende von ihren Allüren so genervt, dass er selbst Hand anlegte?
Warum taucht plötzlich ein ehemaliger Geliebter auf, den niemand erwartet hat?
Und was verbergen die anderen Mitglieder ihres Teams?
Je weiter Frau Appeldorn gräbt, desto mehr Geheimnisse, Eitelkeiten und Verwicklungen kommen ans Licht. Doch sie lässt sich nicht beirren – weder von falschen Fährten noch von eingebildeten Künstlern.
Mit Neugier, Humor und ihrem unverwechselbaren roten Hut taucht sie tief in das Leben der Diva ein … und kommt dem Mörder gefährlich nahe.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ ist der 4. Band der Frau Appeldorn-Reihe von Vera Nentwich.

Vera Nentwich hat liebenswerte Charaktere erschaffen. Frau Appeldorn ist eine originelle Figur, die ich schnell liebgewonnen habe. Sie ist eine pensionierte Chefsekretärin und Hobbyermittlerin. Ihr Markenzeichen, der rote Hut. Schon in einigen Fällen hat sie zum Verdruss der Polizei erfolgreich ermittelt.
Mit dabei ihr Nachbar, Herr Büyüktürk. Auch er ist ein großartiger Charakter.
Im Gegensatz zu Frau Appeldorn, die immer drängt, ist er ein eher ruhiger Mann.
Was er nicht zugibt, ist, dass das Ermitteln auch ihm Spaß macht.

In diesem Band kommt die große Diva Constanze Wegemann in die kleine Stadt. Alle sind aufgeregt. Frau Appeldorn versucht als eine der Vorsitzenden des Kulturvereins, der Diva alle Wünsche zu erfüllen. Als die Diva auf die Bühne geholt werden soll, liegt sie tot in ihrer Garderobe.
Frau Appeldorn sieht gleich: Das war Mord.
Schnell ist sie wieder in ihrem Element und geht der Sache, mit Hilfe ihres Nachbarn Herrn Büyüktürk auf den Grund. Dabei stößt sie auf einige Verdächtige.

Mit viel Humor macht Vera Nentwich den Krimi zu einem echten Wohlfühlkrimi.
Die Protagonisten wurden mit viel Liebe ins Leben gerufen. Bei Frau Appeldorn und ihrer Energie musste ich immer wieder schmunzeln.

Der Schreibstil von Vera Nentwich ist flüssig und gut verständlich.
Der Fall wird spannend erzählt und immer wieder mit Humor aufgelockert. Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ ist ein echtes Lesevergnügen. Ich habe den Krimi fast an einem Stück gelesen. Ich wünsche mir noch viele Fälle mit der sympathischen Frau Appeldorn.

Wild Wild Old 2

Micky Molken
Kriminalroman
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Micky Molken für das Rezensionsexemplar

Die Rentnergang von Rügen schlägt wieder zu

Klappentext:
Auf Rügen sollte es eigentlich ruhig zugehen. Eigentlich. Doch als vier eigenwillige Rentner über eine Leiche stolpern, geraten Harry, Lothar, Rolf und Braun erneut mitten in ein Chaos, das größer ist als ihre Geduld und gefährlicher als ihre Rückenschmerzen.
Zwischen skurrilen Begegnungen, turbulenten Missverständnissen und heldenhaft schlechten Entscheidungen graben sich die vier Hobby-Ermittler immer tiefer in ein Geheimnis, das besser verborgen geblieben wäre.
Was als gewöhnlicher Tag beginnt, entwickelt sich schnell zu einem herrlich schrägen Abenteuer voller schwarzem Humor, unerwarteter Wendungen und emotionaler Momente.

„WILD WILD OLD 2“ ist der 2. Band der Cozy-Crime Serie auf der Insel Rügen von Micky Molken.
Der Autor hat mit „Wild Wild Old“ eine spannende, unterhaltsame und humorvolle Cosy-Crime-Reihe veröffentlicht.

Harry, Lothar, Rolf und Braun, die vier Hobby-Ermittler von Rügen, sind über eine Leiche gestolpert. Klar, dass sie wieder in die Ermittlungen eingreifen.
Dabei waren sie gerade am Überlegen, ob sie vielleicht eine Detektei gründen sollten. Auch das Seniorenheim, in dem sie wohnen, soll verlegt werden. Dabei stoßen sie auf dem Dachboden des Haases auf ein Geheimnis.

Micky Molken hat skurrile und liebenswerte Charaktere erschaffen. Jeder ist ein anderes Individuum. Ich mochte sie schon im 1. Band gut leiden und denke, in ihnen steckt das Potenzial für viele weitere Bände.
Auch finde ich es recht authentisch, wenn manche Charaktere in ihren Dialekt verfallen.

Der Schreibstil von Micky Molken ist flüssig und gut verständlich.
Die Geschichte steckt wieder voller schwarzem Humor. Immer wieder musste ich beim Lesen laut auflachen.
Die heimelige Atmosphäre der Insel wird gut widergespiegelt.

„WILD WILD OLD 2“ ist, wie schon Band 1 wieder ein Cosy-Crime ohne viel Blutvergießen. Ich habe das Buch mit Freude gelesen und warte schon sehnsuchtsvoll auf Band 3.

Madame le Commissaire und die tödliche Rallye

Pierre Martin
Kriminalroman
370 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Roadtrip durch die Provence

Klappentext.
Madame le Commissaire Isabelle Bonnet hat eine heimliche Leidenschaft: Sie begeistert sich für Motoren. Das weiß auch ihr Chef und macht sie kurzerhand zur Personenschützerin für die Frau eines Ministers. Denn die will an einer Oldtimer-Rallye teilnehmen, obwohl sie eine Morddrohung erhalten hat. Der Mut der Frau gefällt Isabelle. Dass sie selbst auf dem Beifahrersitz Platz nehmen soll, findet sie dagegen weniger erfreulich, auch wenn es durch die schönsten Orte der Provence gehen wird.
Am mythischen Mont Ventoux wird es zum ersten Mal gefährlich: Die steile Straße eignet sich perfekt für einen Anschlag. Zwar kann Isabelle ihrer Schutzbefohlenen das Leben retten, doch ein anderer Fahrer hat nicht so viel Glück. Eine Verwechslung? Oder hat es mehr als ein Täter auf die Rallye-Teilnehmer abgesehen?

„Madame le Commissaire und die tödliche Rallye“ ist bereits der 13. Band der Reihe „Ein Fall für Isabelle Bonnet“ von Pierre Martin.

Isabelle Bonnet war ehemals Leiterin einer geheimen Antiterroreinheit. Nach einigen dramatischen Ereignissen leitet sie heute ein kleines Kommissariat im beschaulichen Fragolin.
Unterstellt ist sie allerdings nur dem Polizeichef und der beauftragt sie gerne mit komplizierten Specialfällen.
Isabelle Bonnet ist eigentlich eine nette Frau, aber sie kann auch knallhart sein.

Der Mitarbeiter von Isabelle ist Apollinaire. Er schätzt Isabelle sehr.
Er trägt gerne Uniform und ist mit Blaulicht unterwegs. Kennt viele Zitate aus Büchern, die er gerne heranzieht.
Manchmal hat man allerdings den Eindruck, er steht etwas auf dem Schlauch, aber letztlich zieht er meist die richtigen Schlüsse.

In diesem Band soll Isabelle als verdeckte Personenschützerin an einer Oldtimer-Rallye durch die Provence teilnehmen.
Isabelle liebt Oldtimer und schnelle Autos, leider muss sie bei der Rallye auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Die zu schützende Person ist die Frau des Kulturministers. Auf sie wurde bei ihrer morgendlichen Joggingrunde geschossen.

Pierre Martin setzt wie gewohnt seine Charaktere gekonnt ein. Mir sind Isabelle Bonnet und Appolinaire ja schon lange bekannt und beide sind sehr sympathisch. Appolinaire bringt mich mit seinen Ideen immer wieder zum Staunen und zum Schmunzeln. Die beiden arbeiten aber sehr gut zusammen. Isabelle weiß, sie kann sich immer auf Appolinaire verlassen.
Während der Rallye muss Apolinaire im Kommissariat bleiben. Dort wird er mit Recherchearbeiten beauftragt.

Die Rallye geht durch die Provence, mit Stopps in kleinen Orten und an Sehenswürdigkeiten.
Somit beginnt die Geschichte ruhig und beschaulich. Erst nach der Hälfte der Rallye kommt eine Teilnehmerin ums Leben. Vergiftet! Für Isabelle stellt sich die Frage, sollte der Giftanschlag ihrer Klientin gegolten haben und es war eine Verwechslung.
Ab diesem Punkt setzt die Spannung ein. Das Böse kann überall lauern. Zu dem Personenschutz kommt noch eine Mordermittlung dazu, die Isabelle nicht ruhen lässt.

Auch in Isabelles Privatleben tut sich wieder etwas. Ihr gegenwärtiger Freund, der Schauspieler Morgan Dumas erholt sich gerade von einer Herzoperation. Ihr Freund Rouven hat sich auf seine Yacht zurückgezogen und betrauert den Tod seiner Verlobten. Bei einem Bombenanschlag auf seinen Privatjet sind sie und die Besatzung ums Leben gekommen.

Wie gewohnt setzt der Autor seinen Humor intelligent ein. Man muss schon manchmal richtig Schmunzeln.
Der Schreibstil von Pierre Martin ist flüssig und leicht verständlich. Die französischen Worte oder Sätze machen die Geschichte authentisch.
Mit entsprechender Beschreibung der Handlungsorte und der Kulinarik verdeutlicht der Autor das französische Lebensgefühl.

Auch der 13. Band der Madame le Commissaire Reihe war wieder ein großes Lesevergnügen und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Teuflische Provence

Pierre Lagrange
Kriminalroman
297 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Wie immer spannende Unterhaltung der Extraklasse

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des ›Teufelsliedes‹, einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden.

„Teuflische Provence“ ist bereits der 14. Band der Reihe mit Commissaire Leclerc von Pierre Lagrange.

Der Autor lässt seine Leser*innen wieder in die Provence reisen.
Die Orte und die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat beschreibt Pierre Lagrange wieder einmal sehr stimmungsvoll.

Die eigentlichen Ermittler sind die Polizisten Theroux und Castel. Sie sind mir aus den vorherigen Bänden gut bekannt und sehr sympathisch.
Theroux ist ein guter Ermittler, doch kommt es einem manchmal so vor, als stehe er auf der Leitung.
Es ist zum Schmunzeln, wenn die beiden genervt die Anrufe von Leclerc ignorieren und dieser immer wieder einen Weg findet, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Leclerc sitzt, wie jeden Morgen, zusammen mit seinem Mops Tyson im Café von Matteo.
Hier kommen oft Streifenwagen vorbei und holen sich einen Kaffee. So erfährt Leclerc oft, was in der Umgebung passiert ist.
So auch heute, Leclerc erfährt von einem Mord im Kloster St. Gargas. Eigentlich war Leclerc schon lange nicht mehr in dem Kloster, was für eine Schande. Zusammen mit Tyson macht er sich auf den Weg zum Kloster. Wie üblich sind Theroux und Castel genervt den Ex-Commissaire wieder an einem Tatort zu sehen. Leclarc macht sich mit den Umständen vertraut und fängt seine eigenen Ermittlungen an.
So müssen die eigentlichen Ermittler wieder einmal feststellen, dass Leclerc ihnen um eine Nasenlänge voraus ist.

Pierre Lagrange erzählt die Geschichte spannend und mit etwas Humor.
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Die Hauptcharaktere sind aus den vorherigen Bänden gut bekannt und mir schon lange ans Herz gewachsen.

„Teuflische Provence“ ist wieder ein gelungener Krimi. Ich freue mich jetzt schon auf Band 15.
Doch erst einmal startet eine neue Reihe von Pierre Lagrange „Madame Mort und der tote Onkel“ ist der 1. Band und erscheint am 07. Oktober 2026.
Aufmerksame Leser*innen kennen Madame Mort natürlich, es ist die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, die Leclerc immer mit Schokocroissants besticht. Ich freue mich schon auf das Buch.

Küstenstille

Anja Marschall
Kriminalroman
331 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsamer Kriminalroman mit schönem Setting

Klappentext:
Ein Kunstsammler stürzt kurz vor einer spektakulären Enthüllung in den Tod. War es ein Unfall oder Mord? Seine Schwestern wittern böse Absichten und beauftragen den Hobbydetektiv Johann Lupin mit Nachforschungen. Bei seinen Ermittlungen in der exzentrischen Kunstszene an der Ostsee stößt Lupin auf eine Spur, die bis zu dem berühmten Maler Ernst Ludwig Kirchner zurückführt. Hat vor über hundert Jahren etwas begonnen, das nun tödliche Kreise zieht?

„Küstenstille“ ist ein ruhiger und unterhaltsamer Kriminalroman von Petra Tessendorf.

Im Mittelpunkt steht der Tod eines Kunstsammlers. Der Hobbydetektiv Johann Lupin wird von der Schwester des Opfers beauftragt, Ermittlungen anzustellen. Diese führen Lupin in die Kunstszene, bis zu einem bekannten Maler.
Der Hobbydetektiv Johann Lupin steht einer Welt aus Intrigen gegenüber. Und ein Geheimnis aus früheren Zeiten will aufgedeckt werden.

Petra Tessendorf hat für ihre Geschichte skurrile Charaktere erschaffen. Besonders Lupin hat mir gut gefallen. Ich denke, er hat Potenzial für mehr Geschichten.

Besonders die Kunstszene wird gut und mit einem Augenzwinkern dargestellt.
Das Setting spielt an der Ostsee, was dem Krimi eine schöne Atmosphäre verleiht.

Petra Tessendorf erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo und lässt den Leser*innen Zeit, sich mit den Charakteren und der schönen Umgebung vertraut zu machen.
Aber keine Angst, auf Spannung müssen die Krimifreunde nicht verzichten.

Petra Tessendorf hat einen flüssigen, gut verständlichen Schreibstil, den sie mit einer Prise Humor würzt.

„Küstenstille“ ist ein unterhaltsamer Kriminalroman mit schönem Setting. Ich habe das Buch gerne gelesen.

La Commissarina und die Toten von Verona

Anna Vigneto
Kriminalroman
441 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Vigneto für das Rezensionsexemplar

Der ideale Urlaubskrimi

Klappentext:
Eine Woche im wunderschönen Verona und am Gardasee! Die Münchner Kunsthistorikerin Franka Köhler freut sich darauf, die Studentengruppe auf der Reise zu betreuen.
Doch dann entgeht der Professor, der die Gruppe leitet, nur knapp einem Giftanschlag.
Gibt es einen Zusammenhang mit dem mysteriösen Todesfall im berühmten »Haus der Julia« in Verona, in dem Kriminalkommissar Antonio Acero gleichzeitig ermittelt? Die Spur führt zum »Club di Giulietta«, der Liebesbriefe aus aller Welt beantwortet. Als eine weitere Person aus Frankas Gruppe erdolcht aufgefunden wird, spitzt sich die Lage zu und Franka selbst gerät ins Visier des Mörders.

„La Commissarina und die Toten von Verona“ ist der 2. Band der Reihe „La Commissarina von Anna Vigneto.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen an den schönen Gardasee und nach Verona. Franka ist als Tourguide unterwegs und begleitet eine Schulklasse. Der Professor, der illustren Gruppe, entgeht nur knapp einem Giftanschlag.
Zur gleichen Zeit ermittelt Kriminalkommissar Antonio Acero in einem Todesfall, der sich im Haus der Julia zugetragen hat. Als auch noch eine Person aus Frankas Gruppe tot aufgefunden wird, kommt der Gedanke auf, dass die Todesfälle zusammenhängen könnten. Dann gerät Franka selbst in Gefahr.

Anna Vigneto baut in ihrem Krimi recht schnell Spannung auf und steigert sie bis zum Ende immer weiter. Die Charaktere sind gut beschrieben und Franka und der Commissario waren mir schon im 1. Band schnell sympathisch. Franka kommt eigentlich aus Deutschland und plant in Italien einen Neuanfang. Jetzt gerät sie wie schon im 1. Band in Mordermittlungen.
Auch der Handlungsort, die Stadt von Romeo und Julia, Verona wird schön beschrieben.
Trotz der Mordopfer und der Spannung schafft die Autorin es gut, dass das italienische Flair bei den Leser*innen ankommt. Da ich Italien liebe, hat sich bei mir schnell ein Urlaubsgefühl eingestellt.

Die Autorin hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.

„La Commissarina und die Toten von Verona“ ist ein spannender Krimi, den ich mit Freude gelesen habe. Ich würde mir mehr davon wünschen.

Ein romantischer Tod

Andrea Bonetto
Kriminalroman
315 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Krimi mit Urlaubsflair


Klappentext:
Commissario Vito Grassi glaubt nicht an einen Unfall, als ein Wanderer nahe des Sentiero Azzurro tot aufgefunden wird. Erschlagen von den Steinen einer jahrhundertealten Mauer bei einem romantischen Picknick mit Meerblick? Ausgeschlossen, findet Grassi. Nur der Hartnäckigkeit Dottore Penzas ist es zu verdanken, dass man nach der Obduktion zweifelsfrei von einem Verbrechen ausgeht. Der Tote entpuppt sich als Ex-Polizist, der undercover den Machenschaften des skrupellosen Geschäftsmanns Nicola DiLorenzo auf der Spur war. Er soll sich in einer fragwürdigen Beziehung zu zwei Erbinnen und einem romantischen Poeten befunden haben. Doch die Ermittlungen stagnieren, nichts ergibt Sinn. Beim legendären Schwimmwettkampf Coppa Byron werden Grassi und seine Kollegin Marta Ricci schließlich Zeuge eines erneuten Mordanschlags, der ihren Fall plötzlich in neues Licht stellt.

„Ein romantischer Tod“ ist der 3.Band der Krimireihe „Ein Fall für Commissario Grassi“ von Andrea Bonetto.

Der Autor hat recht unterschiedliche Charaktere zum Leben erweckt.
Commissario Vito Grassi hatte man ja im 1. Band schon gut kennengelernt. Er hatte sich von Rom nach La Spezia versetzten lassen. Die Kinder sind erwachsen und von seiner Ehefrau, die weiterhin in Rom weilt, lebt Grassi weiterhin getrennt.
.Er lebt in einem kleinen Haus, das er von seinem Vater geerbt hat. Aber nicht nur das Haus hat er geerbt, sondern auch Toni, die Mitbewohnerin.
Ich finde Vito Grassi sehr sympathisch. Manchmal kommt er etwas grummelig rüber, aber das passt gut zu dieser Figur.

Seine Kollegin, die junge Marta Ricci ist eine engagierte Polizistin.
Vito und sie haben keinen guten Einstieg gehabt, haben sich aber gut zusammengerauft. Sie ergänzen sich und sind einfach ein gutes Team.

Dann haben wir noch Toni. Die hat Grassi praktisch mit dem Haus geerbt. Sie kümmert sich um das kleine Olivenhain das zum Haus gehört.
Am Anfang wollte Grassi Toni loswerden, jetzt haben die Beiden sich aneinander gewöhnt und mögen sich recht gerne.

In diesem Band ist Lucy, Grassis Tochter zu Besuch. Sie verbringt die Semesterferien bei ihrem Vater. Mit Toni versteht Lucy sich sehr gut um ihren Vater, der nach einem Schlag auf dem Kopf im Krankenhaus liegt, sorgt Lucy sich.

Das sind die Charaktere die, die Leser*innen durch die Krimireihe begleiten werden.

Andrea Bonetto beginnt die Geschichte in einem gemäßigten Tempo, man bekommt genug Zeit sich mit den Charakteren und der Umgebung verdaut zu machen.
Doch als der Tote auf einer Terrasse auf einem Wanderweg durch die Cinque Terre gefunden wird, legt die Geschichte an Tempo zu.

Bei der Begutachtung der Leiche bekommt Grassi einen Schlag auf den Kopf. War es ein Stein, der sich aus der maroden Trockenmauer gelöst hat, oder war es gar ein Anschlag auf den Commissario. Trotz Wunde am Kopf und Stimmungsschwankungen kann Grassi das Ermitteln nicht lassen.

Für mich lebt die Geschichte durch die Beschreibung der eindrucksvollen Landschaft. Vor einigen Jahren habe ich die Cinque Terre Dörfer besucht und hatte schnell alles wieder vor Augen. Man bekommt beim Lesen richtig Sehnsucht nach Urlaub.
Aber auch die Ermittlungen beschreibt der Autor spannend und sie nehmen ungeahnte Ausmaße an.

Andrea Bonetto erzählt die Geschichte spannend und mit einem feinen Humor.
„Ein romantischer Tod“ ist ein gelungener 3. Band der Commissario Grassi Reihe.
Ich freue mich auf viele weitere Bände.