Tote Vettern erben nicht

Vera Nentwich
Kriminalroman
293 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vera Nentwich für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Krimi

Klappentext:
Ohne jede Vorwarnung steht eines Morgens Bienes Cousine vor der Tür. Zu der Verwandtschaft väterlicherseits war ihr Kontakt bisher eher sperrig, aber jetzt bittet Cousine Franziska Biene um Hilfe. Ihr Bruder und Bienes Vetter Paul ist verschwunden. Da bleibt Sabine „Biene“ Hagen als Detektivin nichts anderes übrig, als zu helfen. Dumm nur, dass sie ihren Vetter kurze Zeit später im Müllcontainer seines Wohnhauses findet und aus dem Vermisstenfall ein Mord wird. Dabei wollte sie sich doch darum kümmern, ihre Beziehung zu Jochen wieder zu kitten. Die Ermittlungen führen Biene tief in Pauls Leben, das einige überraschende Seiten zu bieten hat. War der Vetter ein zu übereifriger Finanzbeamter und musste er deshalb sterben? Oder war sein Ehrgeiz im örtlichen Puzzleverein der Grund für das plötzliche Ableben?
Biene forscht wie gewohnt konsequent und mit vollem Einsatz nach. Unterstützt wird sie erneut von ihrem Kompagnon Jago Diaz Fernandez und von Oma Trudi, die nicht nur ein offenes Ohr hat, sondern immer auch mit dem Essen parat steht.

„Tote Vettern erben nicht“ ist mittlerweile schon der 9. Band der Reihe Biene Hagen von Vera Nentwich.
Die humorvollen Krimis der Autorin lese ich immer wieder gerne, egal ob Biene Hagen oder die Reihe Frau Appeldorn, es ist immer ein Lesevergnügen.

Sabine Hagen, genannt Biene ist Detektivin. Sie ist spontan und handelt oft aus dem Bauch heraus, was sie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Mit dem Polizisten Jochen führt sie eine On-Off Beziehung.

In diesem Band wird es familiär.
Unverhofft steht Bienes Cousine Franziska vor der Tür. Zu diesem Zweig der Verwandtschaft hat Biene eigentlich keinen Kontakt. Doch Franziskas Bruder Paul ist verschwunden und Biene soll helfen ihn zu suchen.
Paul ist ein etwas schwieriger Charakter, der oft bei den Menschen aneckt. Doch, dass man ihn tot und wie Abfall in einem Müllcontainer entsorgt, das ist schrecklich. So übernimmt Biene die auch die Suche nach dem Mörder.

Vera Nentwich hat liebenswerte Charaktere erschaffen. Biene gefällt mir sehr gut. Jago, ihrem Partner in der Detektei ist auch ein liebenswerter Charakter.
Oma Trudi ist sympathisch und umsorgt Biene immer liebevoll. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck.

Als Handlungsort hat die Autorin den Niederrhein auserkoren. Eine eher ruhige Gegend, doch auch hier macht das Verbrechen nicht halt. Gut, dass mit Biene eine erfahrene Detektivin vor Ort ist.

Mit viel Humor macht Vera Nentwich den Krimi zu einem echten Wohlfühlkrimi.
Die Protagonisten wie auch die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Der Fall wird durchaus spannend erzählt und immer wieder mit Humor aufgelockert. Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien.

„Tote Vettern erben nicht“ ist wieder ein humorvoller Cosy-Crime den ich an einem Stück durchgelesen habe. Ich wünsche mir noch mehr Fälle mit der sympathischen Sabine Hagen.

Strandgut

Alexander Oetker
Kriminalroman
310 Seiten
erschienen bei Hoffman und Campe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Luc Verlain ermittelt im Nudistencamp

Klappentext:
Am Strand des Feriendorfs Euronat, Europas größtem Nudistencamp an der französischen Atlantikküste, wird mitten in der Hauptsaison ein junger Politiker tot aufgefunden, nackt, ermordet. Erst kurz zuvor hatte er angekündigt, das traditionsreiche Camp schließen zu wollen. Während die Gemeinschaft der Camper leidenschaftlich gegen das drohende Ende ihres Freiheitsraums protestiert, nimmt Kommissar Luc Verlain die Ermittlungen in ungewohnt freizügiger Umgebung auf, und stößt auf ein Geflecht aus politischem Kalkül, gesellschaftlichen Spannungen und einem persönlichen Geheimnis, das tödlich endete. Ein hitziger Fall, der mit einem einzigartigen, faszinierenden Setting überrascht – Luc Verlains wohl ungewöhnlichster Einsatz.

„Strandgut“ ist mittlerweile schon der 10. Aquitaine Krimi von Alexander Oetker.

Luc Verlain der smarte Kommissar ist mir schon seit dem ersten Band sympathisch.
Auf sein Töchterchen Aurélie ist er sehr stolz, sie ist ein wahrer Sonnenschein. Luc’s Partnerin Anouk ist mittlerweile Leiterin der Police national in Bordeaux und somit Luc’s Chefin. Die kleine Aurélie ist, während Anouk und Luc arbeiten bei Luc’s Vater gut aufgehoben.

Das Feriendorfs Euronat ist ein Nudistencamp an der französischen Atlantikküste und der Bürgermeisterin Anne Dujardin ein Dorn im Auge. Viele Anhänger der freien Körperkultur haben sich hier niedergelassen, darunter auch viele Deutsche. Es gibt nicht nur den großen Campingplatz, viele haben sich auch aufwendigere Häuser gebaut. Nur leider ist das Land von der Gemeinde nur gepachtet, für 99 Jahre, dann fällt es an die Gemeinde zurück. Die Bürgermeisterin, will den Pachtvertrag allerdings aufkündigen, was zu viel Umut führt. Der junge, erfolgreiche Politiker, der neben ihr auf der Bühne stand und sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen scheint wird kurz nach der Verkündung im Camp tot aufgefunden, natürlich nackt.
Luc Verlain nimmt die Ermittlungen auf, an seiner Seite seine Partnerin Anouk.

Alexander Oetker beschreibt wie immer die Handlungsorte sehr anschaulich. Die malerischen Orte werden immer gut beschrieben. So auch das Feriendorfs Euronat. Es ist ein richtiger kleine Ortsteil, mit Campingplatz, Häusern, Restaurants und Geschäften. Nur das hier die Menschen einfach nackt durch die Straßen laufen. Für Luc ist das eine verzwickte Situation, er muss sich erst einmal an den Anblick der nackten Menschen, die ihm bei Befragungen gegenüberstehen gewöhnen.

Natürlich fehlt auch die Kulinarik nicht. Den auch während der Ermittlungen muss Luc und sein Team essen und trinken.

Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet und einige ja schon aus den vorherigen Bänden bekannt. So treffen die Leser*innen auch Rose Schillinger wieder, die man im letzten Band kennenlernt hatte.

Alexander Oetker erzeugt recht schnell Spannung, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter steigert. Der Schreibstil von Alexander Oetker ist flüssig, leicht verständlich und fesselnd.
Die kurzen Kapitel verleiden dazu immer weiterzulesen.

„Strandgut“ ist wieder einmal ein richtig guter und spannender Krimi.
Ich freue mich jetzt schon auf den 11. Band, „Silberküste“ der im September 2026 erscheinen soll.

Schlangengrube

Anna Jansson
Kriminalroman
478 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt von Susanne Dahmann
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Schweden Krimi

Klappentext:
Nach dem Brand eines Kinos wird im Lüftungsschacht die Leiche eines 18-Jährigen gefunden. Der junge Mann verschwand vor 40 Jahren, in derselben Nacht, als seine Klassenkameradin ermordet wurde. Kristoffer Bark beginnt zu ermitteln, bis ein anderer Fall zur Priorität wird: Auf einem Universitätsfest wurden mehrere Ehrengäste tödlich vergiftet. Bald lassen neue Informationen einen Zusammenhang zwischen dem Cold Case von 1985 und dem Anschlag erkennen, und Bark begreift, dass ihre Vergangenheit die Opfer auf verhängnisvolle Weise eingeholt hat. Aber auch er und sein Team müssen auf der Hut sein.

„Schlangengrube“ ist der 6. Band der Reihe Kristoffer Bark von Anna Jansson.
Eigentlich will Kristoffer Bark den Nachmittag mit seiner Freundin genießen. Doch ein neuer Fall macht dem Kommissar einen Strich durch die Rechnung. In einem Kino hat es gebrandet und danach wurde eine Leiche gefunden. Bei der Leiche handelt es sich um einen Mann, der vor Jahrzehnten verschwunden ist.
Kommissar Kristoffer Bark übernimmt mit seinem Team die Ermittlungen.
Doch ein zweiter Fall lässt ihm nicht allzu viel Raum den Ermittlungen nachzugehen. Bei einem Fest der Uni sterben einige der Gäste. Immer mehr Indizien sprechen dafür, dass der Fall der Leiche mit dem Tod der Gäste an der Uni zusammenhängt.

Anna Jansson baut schnell Spannung auf. Der Anschlag an der Uni ist gut ausgeklügelt. Der Fall der Leiche Im Kino ist mysteriös. Der Tote ist vor vielen Jahren verschwunden, gerade zu dem Zeitpunkt als eine Klassenkameradin ermordet wurde.
Dia Autorin lässt ihre Leser*innen im Laufe der Geschichte in den Kopf des Täters schauen, was manchmal ein Gänsehautgefühl verursacht.

Die Charaktere sind gut in Szene gesetzt. Kristoffer Bark und sein Team sind mir ja von den anderen Bänden her schon bekannt. Kristoffer Bark ist ein interessanter Charakter und hat viel Potenzial. Sein Privatleben wird immer wieder angeschnitten, in dem es problematisch zugeht.

Anna Jansson hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Es gibt zwar immer wieder einmal Stellen die ein paar Längen aufweisen. Die Spannung holt sie aber immer wieder ein.

„Schlangengrube“ ist ein spannender Krimi, den ich mit Freude gelesen habe.

Lacroix und der Flussschiffer von der Seine

Alex Lépic
Kriminalroman
200 Seiten
erschienen im Kampa Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Kampa Verlag für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsamer Frankreich-Krimi

Klappentext:
Die Touristen auf dem Pont Alexandre III sind entsetzt. Statt den Eiffelturm zu fotografieren, der sich gegenüber in den Himmel reckt, starren sie über das Geländer nach unten: Auf dem Flussschiff, das gerade die Brücke passiert, liegt ein Mann. Seit Stunden tot, wie die Polizei später feststellt, und unentdeckt durch das halbe Land geschippert. Commissaire Lacroix eilt ans Seineufer und an Bord der Romantica, doch die wortkarge Crew will von der Leiche nichts gewusst haben. Ihre Ermittlungen führen Lacroix und seine Kollegin Jade Rio die Seine entlang bis in die Normandie, wo Laurent Poissy seinen Bruder Sylvain als vermisst gemeldet hat. Ihr Boot war zeit ihres Lebens das Zuhause der beiden Schiffer. Sylvain Poissy wollte seinen Fluss sauber halten, kämpfte gegen Drogenhandel, Schmuggel und Korruption. Musste er deshalb sterben? Lacroix wird bald klar: Der geplante Ausflug nach Giverny mit seiner Frau Dominique fällt ins Wasser.

„Lacroix und der Flussschiffer von der Seine“ ist der 9. Fall für Commissaire Lacroix von Alex Lépic.
Nach langem Rätselraten ist enthüllt, wer sich hinter dem Pseudonym Aley Lépic versteckt, es ist kein anderer als Alexander Oetker, der mit seinen Luc Verlain Krimis große Beliebtheit erreicht hat.

Mit Commissaire Lacroix hat Alex Lépic einen Protagonisten ins Rennen geschickt. Lacroix war mir vom ersten Moment an sympathisch. Er ist ein bisschen ein gestriger. Handys lehnt er strickt ab, somit hat seinen Kollegin Jade Rio oft etwas Mühe ihn zu finden.
Jade Rio gefällt mir auch sehr gut. Sie ist mit der modernen Technik bestens vertraut und eine gute Ergänzung zu Lacroix.

Der Fall wird spannend erzählt. Die Leser*innen erfahren einiges über die Flussschiffe auf der Seine. Vieles wird so noch transportiert.
In diesem Fall sind es allerdings auch Drogen.

Die Leserinnen bekommen einige Sehenswürdigkeiten von Paris nähergebracht. Bei einer Geschichte, die in Frankreich spielt, darf natürlich das gute Essen und der Wein nicht fehlen. Auch hier kommen die Leserinne auf ihre Kosten.

Alex Lépic hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Seine Liebe zu Frankreich ist auf jeder Seite zu spüren.
Ich liebe die Kriminalromane des Autors, egal unter welchem Namen sie veröffentlicht werden.

„Lacroix und der Flussschiffer von der Seine“ ist ein unterhaltsamer Kriminalroman, den ich mit Freude gelesen habe.

FördeBlut

Andreas Schmidt
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannender Küsten-Krimi

Klappentext:
Ein regnerischer Dienstagmorgen in Husum: Die siebzehnjährige Lotta Koopmann ist spurlos verschwunden. Zeitgleich wird auf einer einsamen Landstraße zwischen Fockbek und Rendsburg der Programmierer Jannick Molander brutal hingerichtet. Kristin Voss, eine scharfsinnige Kriminalhauptkommissarin aus Flensburg mit einem unbestechlichen Instinkt, übernimmt mit ihrem Partner Lars Reimers die Ermittlungen. Bald stehen die beiden vor einem Rätsel, das sie tief in die dunklen Abgründe Schleswig-Holsteins führt. Es wird klar: Hier geht es um weit mehr als der erste Blick vermuten lässt.

„FördeBlut ist der 3. Band der Reihe Kommissarin Kristin Voss von Andreas Schmidt.
Auch dieser Band ist wieder ein intelligent konstruierter Krimi und hat ein schönes Setting.
Andreas Schmidt hat sympathische Charaktere zum Leben erweckt.
Kommissarin Kristin Voss war mir gleich im 1. Band sympathisch. Sie hat sich mittlerweile in Flensburg gut eingelebt. Ihr Job bei der Kripo Flensburg gefällt ihr. Mit den Kollegen kommt sie gut zurecht. Ihr Chef, Jens Beck hält große Stücke auf sie. Nur der vorlaute Kollege Max Paulsen macht ihr und den Kollegen das Leben manchmal schwer.
Auffallend sind seine T-Shirts mit „lustigen“ aber auch mal frauenfeindlichen Sprüchen.
Auch Lars Reimers, ein Kollege aus Eckernförde ist auch ein liebenswerter Charakter. Er leistet wieder Amtshilfe und Kristin genießt die Zusammenarbeit mit Lars. Auch privat sind die beiden ein gutes Team.

Es gibt gleich mehrere Fälle. Die siebzehnjährige Lotta Koopmann ist verschwunden. Sie war auf einer Geburtstagsparty und sollte auch dort übernachten. Wie es aussieht, hat sie die Party früher verlassen und seither hat sie niemand mehr gesehen.
Zeitgleich wird der Programmierer Jannick Molander auf der Landstraße in seinem Auto erschossen.
In beiden Fällen wird getrennt voneinander ermittelt.
Kristin Voss und Lars Reimers ermitteln im Umfeld von Jannick Molander. Bald gibt es mehrere Verdächtige. Sein Vater ist nicht gut auf Jannick zu sprechen, seinen Aussagen, seine Aussagen zeugen von Verachtung. Im beruflichen Umfeld gibt es auch Ungereimtheiten. Jannick hat an einer geheimen Verschlüsselungssoftware gearbeitet.

Auch im Fall der vermisste Lotta kommen die Ermittler nur schwer voran. Niemand hat das Mädchen nach der Party gesehen. In ihrem Zimmer machen die Ermittler eine unglaubliche Entdeckung.

Andreas Schmidt hat einen angenehmen und spannenden Schreibstil.
Das Lesen des Krimis, den Ermittlungen zu folgen und zu rätseln, wer der Täter ist,
hat mir großen Spaß gemacht. Das schöne Setting beschreibt Andreas Schmidt eindringlich so, dass man sich die Umgebung gut vorstellen kann und auch ein bisschen Lust auf Urlaub verspürt.

Andreas Schmidt spannt den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte. Die Auflösung und das Motiv sind am Ende überraschend und schlüssig.

Mit „FördeBlut“ ist Andreas Schmidt wieder ein spannender und unterhaltsamer Krimi gelungen.

Ich freue mich jetzt schon auf den 4. Band.

Wem du traust

Petra Johann
Kriminalroman
428 Seiten
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und atmosphärisch erzählt

Klappentext:
Eva führt mit ihrem Mann Daniel und dem gemeinsamen kleinen Sohn das perfekte Leben am Stadtrand. Oft hilft Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, als Babysitterin aus. Eines Nachts bringt Daniel die Fünfzehnjährige nach Hause, doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Eine fieberhafte Suche beginnt. Als Sofias blutbefleckter Pullover gefunden wird, bricht Evas heile Welt zusammen. Ihr Mann beteuert seine Unschuld – doch kann sie seinen Worten Glauben schenken?

„Wem du traust“ ist ein spannender Kriminalroman von Petra Johann.

Sofia ist die Tochter von Evas bester Freundin Susanne. Wie schon oft hat sie am Abend auf Evas kleinen Sohn aufgepasst. Eva und ihr Mann Daniel waren zusammen mit Susanne und ihrem Partner Axel bei einer Party. Anschließend hat Daniel Sofia nachhause gefahren. Doch dort ist sie niemals angekommen.

Petra Johann erzählt die Geschichte sehr spannend und atmosphärisch.
Die Charaktere werden gut beschrieben, man kann sie sich gut vorstellen. Eva uns Susanne sind beste Freundinnen und waren mir auch schnell sympathisch. Bei den Männern war ich mir nicht so klar. Eigentlich war mir Daniel auch sympathisch, aber er machte immer wieder Dummheiten und verschwieg Fakten, dass ich ihm bald nicht mehr getraut habe. Auch Axel hatte eine Seite an sich die ich nicht so mochte. Das war aber von der Autorin auch so beabsichtigt.
Sofia ist auch ein interessanter Charakter. Sie ist eine Einzelgängerin, hat kaum Freundinnen. Ob sie unter dem Asperger-Syndrom leidet, bleibt offen.

Die Polizei sucht nach der vermissten Sofia. Ihre Spur verliert sich praktisch auf der Fahrt mit Daniel zu ihr nach Hause. Später werden ihr Fahrrad und ein blutbefleckter Hoodie gefunden. Daniel gerät ins Visier der Polizei. Die Polizei ermittelt im Umfeld von Sofia, die eine Einzelgängerin ist. Einzig in der Schule bekommen sie kleine Hinweise.

Zwischen den tragischen Tagen zwischen Hoffen und Bangen gibt es immer wieder kurze Abschnitte von einer namenlosen Frau der schlimmes angetan wurde und die sich in einem Raum aufhält in der Hoffnung, dass der, der ihr das angetan hat nicht zurückkommt. Handeln die Abschnitte von Sofia? Ich habe mit schlimmen gerechnet und um Sofia gebangt.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, so weniger habe ich den Protagonisten getraut.
Petra Johann hat gleich zu Beginn mit dem Verschwinden von Sofia Spannung aufgebaut und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen können.
Das Ende ist dann überraschend, aber auch schlüssig.

Für mich war „wem du traust“ das erste Buch von Petra Johann, aber bestimmt nicht das Letzte.

Prost, auf die Fischer

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
344 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Eine Leiche im Fischernetz

Zum Inhalt:
Hauptkommissar Tischler und die gesamte Brunngrieser Dienststelle machen eine Wanderung zum Frillensee. Nach einem ausgedehnten Picknick entdeckt Luise eine Leiche im See. Und tatsächlich liegt das der Fischer Harald Lorenz in einem Fischernetzt eingerollt.
Die Ermittlungen ergeben, dass Harald Lorenz bei de anderen Fischer nicht gerade beliebt war.

„Prost, auf die Fischer“ ist mittlerweile der 12. Band, der erfolgreichen Kommissar Tischler Reihe von Friedrich Kalpenstein.

Wieder einmal darf ich in das beschauliche Brunngries reisen und den Ermittlungen von Kommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink beiwohnen.
Ich liebe diese Krimireihe von Friedrich Kalpenstein und fiebere jedem neuen Band entgegen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und mit ihrem bayrischen Humor sind sie mir richtig ans Herz gewachsen.
Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink sind zu einem großartigen Team geworden. Mit ihrer bekannten T-U-F Methode haben sie schon so manchen brenzligen Fall gelöst.

Der Fall wird wieder spannend erzählt.
Es macht Freude die Ermittler durch Brunngries und Umgebung zu begleiten. Hauptkommissar Tischler und Polizeihauptmeister Fink ermitteln im näheren Umfeld des Fischers Harald Lorenz. Er arbeitet im Fischereibetrieb seiner Partnerin Christine Winter. Lorenz wollte in dem Betrieb schnell das Sagen haben und den Betrieb zu mehr Ertrag bringen. Dabei machte er sich die anderen Fischer nicht gerade zu Freunden.

Friedrich Kalpenstein lässt gleich zu Beginn, mit dem Fund der Leiche Spannung aufkommen. Diese Spannung hält sich auch über die ganze Geschichte, sie steigert sich sogar noch weiter bis zum Ende hin.

Friedrich Kalpensteins flüssiger und gut verständlicher Schreibstil sorgt dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Spielend lässt der Autor den Bezug zur Region Oberbayern in die Handlung mit einfließe und bringt sie so seinen Leserinnen näher. Natürlich begegnen die Leserinnen auch wieder Resi, die dem Kommissar und auch mir schon sehr ans Herz gewachsen ist. Aufgelockert wird der Kriminalroman durch den intelligent eingesetzten Humor. Beim Lesen muss ich wie immer oft schmunzeln.

„Prost, auf die Fischer“ hat mir wieder schöne Lesestunden bereitet. Jetzt freue ich mich auf Band 13 „Prost, auf die Sportler “ der im September 2026 erscheinen soll.

Hörst du den Schrei?

Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell
Kriminalroman
367 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Start einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Fagernes, Norwegen: Krimi-Podcaster Markus Heger plant eine Serie über die vor fünfzehn Jahren verschwundene Leah. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam Leahs Vater Tobias für den Mord an ihr damals ins Gefängnis. Als nun eine Journalistin, die sich für den Fall interessierte, verschwindet, nimmt Markus die Ermittlung selbst auf. Und je tiefer er in die Abgründe der Vergangenheit eintaucht, desto überzeugter ist er, dass der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dass dies noch lange nicht sein letztes Verbrechen gewesen ist.

„Hörst du den Schrei?“ ist der erste Band der norwegischen Krimireihe „Ein Fall für Podcaster Markus Hegerørn“ von Jørn Lier Horst und Jan-Erik Fjell.
Von Jan-Erik Fjell habe ich schon die „Anton-Brekke-Reihe“ gelesen. Auf die neue Reihe war ich schon gespannt.

Der Podcaster Markus Heger beschäftigt sich mit dem Fall der vor 15-Jahren verschwundenen Leah. Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, geht die Polizei davon aus, dass, das Mädchen ermordet wurde. Dafür wurde ihr Vater verurteilt und sitzt im Gefängnis. Jetzt ist eine Journalistin, die sich auch mit dem Fall beschäftigt hatte, verschwunden. Markus Heger geht davon aus, dass der Vater unschuldig im Gefängnis sitzt und der wahre Mörder noch frei herumläuft. Jetzt nimmt er den Fall in die Hand.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Markus Heger gefällt mir gut, er ist clever und kann schnell gute Schlüsse ziehen. Er hat sich für seinen Podcast mit dem Fall Leah beschäftigt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört zu den Zuhörenden des Podcast und will mit Markus über den Fall sprechen. Doch dazu kommt es nicht. Nach der ersten kurzen Kontaktaufnahme wird die Journalistin vermisst.

Jorn Lier Horst und Jan-Erik Fjell erzählen den Fall, der ja eigentlich abgeschlossen ist recht spannend. Die Autoren bauen die Spannung schon früh auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht. Markus Heger ermittelt in dem von der Polizei erfolgreich abgeschlossenen Fall. Es tauchen immer neue Personen auf, die in den Fall involviert sein können. Immer wenn ich dachte, dem wahren Täter auf der Spur zu sein haben die Autoren wieder eine Wendung eingebaut und ich war so schlau wie vorher.
Die Lösung des Falls hat mich dann doch überrascht, aber wenn man 1+1 zusammenzählt, so ging es doch geplant in diese Richtung, nur das die Autoren ihren Leser*innen so einige Fallen gebaut haben, in die ich gerne getreten bin.
„Hörst du den Schrei?“ ist ein gelungener Auftakt für die neue Krimireihe. Ich bin schon jetzt auf den 2. Band gespannt.

Nachtschattenspiele

Pascal Engman und Johannes Selåker
Kriminalroman
438 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Stockholm, 1996: Ein Gefangenentransport wird überfallen und ein berüchtigter Neonazi befreit. Ermittler Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines älteren Bruders an den Tatort gerufen. Als er hört, wer entflohen ist, schnürt es ihm die Kehle zu. Die beiden teilen eine Geschichte, die tief in den Schatten der Vergangenheit verwurzelt ist. Journalistin Vera Berg, die in die Online-Redaktion strafversetzt wurde, wittert ihre Chance, um es zurück auf die Titelseiten zu schaffen. Als sie den Flüchtigen erschossen im Wald findet, wird klar: Hinter dieser Befreiung steckt mehr als alle ahnen – und im Dunkel der Nacht beginnt ein Spiel um Leben und Tod.

„Nachtschattenspiele“ ist der 3. Band der Reihe Wolf und Berg ermitteln von Pascal Engman und Johannes Selåker.

Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines Bruders, zu einem Tatort gerufen. Ein Gefangenentransport wurde überfallen und dabei ein Neonazi, der in eine andere Strafanstalt verlegt werden sollte, befreit. Tomas Wolf ist der entflohene aus seiner Vergangenheit nur allzu gut bekannt.
Auch die Journalistin Vera Berg ist wieder dabei, sie möchte mit den Schlagzeilen wieder zurück aufs Titelblatt.

Die Protagonisten gefallen mir gut. Kommissar Tomas Wolf ist eher ein tragischer Fall. Er ist traumatisiert und Tablettenabhängig. Seine Kinder liebt er abgöttisch und ich denke nur der Kinder wegen versucht er sich in den Griff zu kriegen.

Die Journalistin Vera Berg ist für ihren großen Gerechtigkeitssinn bekannt. Sie kümmert sich rührend um den Sohn ihres Exfreundes. Für ihre Beiträge recherchiert sie sorgfältig und oft etwas leichtsinnig, nicht auf ihre eigene Sicherheit bedacht.

Vera Berg und Tomas arbeite mittlerweile gut zusammen, auch wenn sie sich nicht immer sympathisch sind.

Auch die Nebenfiguren werden gut beschrieben. Genauso die Handlungsorte. Der Fall ist vom ersten Moment an spannend. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die beiden Autoren Pascal Engman und Johannes Selåker arbeiten gut zusammen. Der Krimi ist aus einem Guss.
Die Autoren lassen die Spannung sehr früh einsetzten und halten sie über das gesamte Buch.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und gut verständlich. Das Tempo, in dem die Geschichte voranschreitet, ist ordentlich.

„Nachtschattenspiele“ ist ein sehr spannender Kriminalroman aus Schweden. Ich freue mich schon auf den 4. Band.

Schuld Aussee

Katja Reiland
Kriminalroman
216 Seiten
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Katja Reiland für das Rezensionsexemplar

Romantischer Cosy Krimi

Klappentext:
Bei einer Wanderung zur Tressensteinwarte finden Marie und Andi schon wieder eine Leiche. Andi und seine neue LKA-Kollegin Feli machen sich an die Arbeit und finden schnell heraus, dass der Tote nicht so unschuldig war, wie sein Beruf vermuten ließ. Marie hat inzwischen ganz andere Sorgen, sie muss nicht nur Arbeit finden, sondern auch einer Freundin helfen. Aber als Andi beginnt, in eine Richtung zu ermitteln, die Marie gar nicht gefällt, macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder und kommt ins Zweifeln. Ist schon wieder jemand aus ihrem Umfeld zum Täter geworden?

„Schuld Aussee“ ist der 3. Band der Marie Haslinger Reihe von Katja Reiland.

Ich habe mich sehr gefreut Marie und Andi wieder zutreffen, die Beiden sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.
Marie ist zum Probewohnen bei Andi. Bevor sie sich für ein Zusammenziehen entscheidet, muss das erst getestet werden, Marie ist ein gebranntes Kind. Außerdem plagen Marie Zukunftsängste, hat sie doch einen großen Kunden verloren und muss dringend neue Aufträge generieren.
Bei einer Wanderung finden Marie und Andi eine Leiche. Jetzt heißt es für Andi wieder nach dem Täter suchen. Bei den Ermittlungen stellt sich raus, dass der tote Pfarrer gar nicht so ein heiliger war wie angenommen. Auch bei Marie wird der Jagdinstinkt wieder geweckt.

Katja Reiland entführt ihre Leser*innen in das schöne Salzkammergut. Die Beschreibung der Handlungsorte ist gelungen, man kann sich alles gut vorstellen und bekommt Lust einmal dahin zu Reisen.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte spannend und unterhaltsam. Sie würzt das Ganze noch mit einer feinen Prise Humor.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und die meisten sehr sympathisch. Besonders Marie, die der Männerwelt eigentlich schon abgeschworen hatte.
Aber als sie im 1. Band den sympathischen Andi Berner kennengelernt hat, da hatte sie doch Schmetterlinge im Bauch. Marie und Andi waren vom 1. Band an gleich sympathisch. Auch Maries Nachbarin Paula, die ihr in brenzligen Situationen immer die Karten legt, ist ein liebenswerter Charakter.

Katja Reiland hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie versteht es ihre Leserinnen von Beginn an zu fesseln. Der leichte österreichische Dialekt macht die Geschichte authentisch und versetzt die Leserinnen auch gedanklich in die Region Salzkammergut. Ihr gut eingesetzter Humor lockert die Geschichte immer wieder auf.

Mir hat es große Freude gemacht an der Seite von Marie und Andi nach dem Täter zu suchen und gleichzeitig die Schönheit des Salzkammerguts kennenzulernen.

Jetzt endet der 3. Band mit einem Cliffhanger und es heißt Warten, bis der 4. Band erscheint.