Nordlicht – Das fremde Gesicht

Anette Hinrichs
Kriminalroman
477 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Grenzübergreifende Ermittlungen

Klappentext:
Eine schreckliche Mordserie zieht sich vom deutsch-dänischen Grenzland bis nach Kopenhagen: Ein Pferdezüchter im nordfriesischen Süderlügum wird aufgehängt im Stall entdeckt, ein Gastronom im dänischen Tøndern sitzt tot an einem gedeckten Tisch, in Kopenhagen treibt die Leiche eines Geschäftsmanns nackt im Hafenbecken. Alle Opfer sind qualvoll erstickt. In ihren zugeklebten Mündern findet sich ein Foto mit einem fremden Gesicht.
Was verbindet die Opfer und welches Motiv verfolgt der Mörder? Die Ermittler der Sondereinheit GZ Padborg stehen vor einem Rätsel. Der Druck wächst, als eine weitere Leiche auftaucht. Und ausgerechnet Rasmus Nyborg scheint nicht bei der Sache zu sein und bringt sich mit Nachforschungen zu einem ganz anderen Fall in Gefahr.

„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ ist der 7. Band der spannenden Nordlicht-Reihe von Anette Hinrichs.
Das Ermittlerteam setzt sich aus deutschen und dänischen Ermittlern zusammen.
Die zwei leitenden Ermittler*innen gefallen mir sehr gut, ich mag Ermittler, die ihre Ecken und Kanten haben.
So haben auch die Beiden eine bewegte Vergangenheit, die sie mit sich herumtragen.
Vibeke Boisen, Teamleiterin bei der Mordkommission Flensburg auf der deutschen Seite. Sie ist äußerst sympathisch, kann aber auch knallhart sein und hält sich immer strikt an die Regeln. Sie leidet unter ihrer Vergangenheit. Ihre leibliche Mutter war psychisch krank und ist vor kurzem verstorben. Vibeke lebt immer mit der Angst die Krankheit geerbt zu haben.
Ihre Adoptiveltern liebt sie über alles. Ihr Adoptivvater war auch bei der Kripo in Flensburg und Vibeke ist in seine Fußstapfen getreten.

Rasmus Nyborg von der Kripo Esbjerg ist der dänische Ermittler.
Er liebt die legere, unkonventionelle Art und hält sich nicht immer an die Regeln. Es darf bei ihm schon einmal der „kleine Dienstweg“ sein.
Auch er schleppt so einigen Ballast aus seiner Vergangenheit mit sich herum. Vor allem den Tod seines Sohnes kann er nicht überwinden. Und das bringt ihn in diesem Band auch wieder in Gefahr.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich Vibeke und Rasmus mittlerweile gut, wie auch das restliche Team der Soko Padborg.

Der Fall ist äußerst kompliziere. Zuerst taucht in Deutschland, genauer gesagt im nordfriesischen Süderlügum eine Leiche auf. Ein Pferdewirt wird im Stall erhängt aufgefunden. Alles spricht gegen einen Suizid. In seinem Mund wird ein Bild, von einem fremden Jungen gefunden.
Es dauert eine Weile, bis der Zusammenhang an einem Mord auf der dänischen Seite gezogen wird. Auch hier gab es einen Toten, bei dem ein Bild im Mundraum gefunden wurde.
Schnell wird die Sondereinheit GZ Padborg zusammengerufen. Trotz eifriger Ermittlungen bleibt es nicht bei den zwei Opfern.

Anette Hinrichs hat auch mit ihrem 7. Band wieder geliefert.
Die Autorin versteht es gut, ihre Protagonisten in Szene zu setzten und zu führen. Die Charaktere sind richtig lebendig und das Ermittlerteam sympathisch.

Ohne viel Vorgeplänkel baut die Autorin schnell Spannung auf, die sie dann auch bis zum Ende aufrecht hält.
Dabei gibt es immer wieder neue Ansatzpunkte und Wendungen so, dass ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wer der wahre Täter sein könnte. Dazu kommen immer wieder Rückblenden, in denen von Jugendlichen erzählt wird.

Anette Hinrichs hat einen klaren, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Die Beschreibung der Handlungsorte ist sehr anschaulich, man hat schnell ein Bild vor Augen.

„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ war wieder ein Lesegenuss mit viel Spannung.
Ich freue mich jetzt schon auf den 8. Band.

Tödliches Déjà-Vu

Rene Anour
Kriminalroman
380 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein spannender Krimi mit interessanten Charakteren

Klappentext:
Die Provence, ein Land der Bienen: Doch Commissaire Louis Campanards Lavendelgarten wird kaum von ihnen besucht. Niemand kann das seltsame Verschwinden der Bienen erklären. Monique Gaillard, eine exzentrische Bioimkerin, kämpft um ihre Lieblinge. Immer wieder stört sie das öffentliche Leben in Grasse und ruft die Polizei hinaus auf ihren Hof, um die Schuldigen anzuzeigen. Beweise für ihre Anschuldigung hat sie keine, aber Campanard ist sprachlos, wie harmonisch sie mit ihren Bienen umgeht. Ohne Schutzkleidung lässt sie die Insekten auf sich sitzen und bekommt keinen einzigen Stich ab. Bis sie kurz darauf tot aufgefunden wird. Zu Tode gestochen von ihren eigenen Bienen. Ein seltsamer Zufall, der Campanard misstrauisch macht. Denn schon vor Jahrzehnten gab es in der Region einen mysteriösen Unfall mit Bienen und nun ein tödliches Déjà Vu.

„Tödliches Déjà Vu“ ist der3. Band der Krimireihe „Campanard ermittelt in der Provence“ von Rene Anour.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Südfrankreich, genauer in die Provence.
Blühender Lavendel, ein wahres Paradies, wäre da nicht die bedrohliche Stille. Wo sonst immer Bienen summten, ist jetzt, nichts! Auf dem Boden liegen tot Insekten. Was steckt hinter dem Bienensterben.
Die Imkerin Monique Gaillard will die Antwort darauf kennen. Sie verdächtigt ein nahegelegenes Werk, das Mittel zur Schädlingsbekämpfung herstellt.
Monique Gaillard macht durch exzentrische Aktionen darauf aufmerksam, Beweise hat sie allerdings nicht.
Doch dann wird sie tot aufgefunden. Die Todesursache Stiche von ihren Bienen.
Commissaire Louis Campanard geht zusammen mit Linda Delacours und Inspektor Olivier der Sache nach.

Die Charaktere hat man im 1. und 2. Band schon gut kennengelernt. Trotzdem hängt jedem der drei Ermittler noch etwas Geheimnisvolles an.

Commissaire Louis Campanard ist ein Bär von einem Mann mit einer sehr freundlichen Art. Sein Markenzeichen sind seine bunt bedruckten Hemden. Dass er einmal eine sehr schwere Zeit durchleben musste, erfährt man in den Büchern häppchenweise.
Im letzten Band hat man erfahren, dass er einmal im Kerker einer alten Festung inhaftiert war.
Nachdem Campanard seinen Polizeidienst wieder angetreten hat, machte er es sich zur Aufgabe den am Boden liegenden Inspektor Olivier wieder aufzubauen und in sein Team zu holen. Olivier litt an einer Krankheit, die ihn jeglicher Kraft beraubt hat. Jetzt hat er Angst einen Rückschlag zu bekommen. Denn er verliert immer mehr von seiner wiedergewonnenen Stärke.

Linda Delacours hat in Paris an einem KI gesteuerten Programm gearbeitet. Auch sie hat einen Schicksalsschlag erlebt, der mittlerweile etwas gelüftet wurde.

Die drei sind zu einem guten Team zusammengewachsen.
Der Fall mit dem das Projet Obscur betraut wird, ist der Tod von Monique Gaillard und das ominöse Bienensterben. Linda Delacours und Inspektor Olivier ermitteln verdeckt und geraten in große Gefahr.

Rene Anour hat für die Geschichte großartige Charaktere zum Leben erweckt.
Besonders das Ermittlerteam hat mich beeindruckt. Die drei sind mir seit dem ersten Band schon sehr ans Herz gewachsen.
In diesen drei Charakteren steckt sehr viel Potenzial und ich hoffe Rene Anour lässt sie weiterhin noch viele Fälle lösen.

Der Autor hat ein sehr großes Talent die Handlungsorte zu beschreiben. Die schönen Orte und Gärten in der Provence.

Rene Anour baut in seinem Krimi recht schnell Spannung auf und spannt den Spannungsbogen auch über die gesamte Geschichte.
Ich konnte das Buch oft gar nicht aus der Hand legen so rasant ging es voran. Zum Ende hin hat der Autor noch einmal alles an Spannung und Dramatik in die Geschichte hineingelegt was möglich war.
Der Schreibstil von Rene Anour ist flüssig, fesselnd und leicht verständlich.

„Tödliches Déjà Vu“ ist ein spannender Kriminalroman mit eine m wunderschönen Setting. Ich freue mich auf weitere Fälle mit dem interessanten und liebenswerten Ermittlerteam.

Dein ist die Sühne

Maria Höfle
Kriminalroman
322 Seiten
erschienen im Piper Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Maria Höfle für das Rezensionsexemplar

Der Ruf nach Rache

Klappentext:
Was geschah tatsächlich in jener schaurigen Halloweennacht vor zwanzig Jahren? Zwei Jahrzehnte nach dem Mord an ihrem Vater erhält die junge Studentin Theresa einen kryptischen Hinweis, nun will sie der Wahrheit auf den Grund gehen.
Sie bittet Inspektorin Dorothea Keusch, neuestes Mitglied der Mordkommission, den Cold Case zu untersuchen. Weder die Leiterin des LKA noch Dorotheas Kollege Konstantin Schmitt halten das für eine gute Idee. Dennoch beginnt Dorothea, in dem rätselhaften Fall zu ermitteln. Erneut setzt sie dabei das Vertrauen ihrer Vorgesetzten und die zarte Nähe zu Konstantin aufs Spiel. Doch schon bald bereut sie ihre Entscheidung: Als ein neuer Mord Kufstein erschüttert, muss sie erkennen, dass es besser gewesen wäre, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

„Dein ist die Sühne“ ist der 4. Band der Reihe „Dorothea Keusch ermittelt“ von Maria Höfle.
Für mich ist es der 1. Band der Reihe und ich bin ohne Vorkenntnisse gut in die Geschichte eingetaucht.

Die Studentin Theresa möchte 20 Jahre nach dem Mord an ihrem Vater endlich Klarheit haben. Sie bittet das LKA den Fall noch einmal aufzunehmen und nach dem Täter zu suchen.
Inspektorin Dorothea Keusch, sowie Konstantin Schmitt vom LKA lehnen das ab. Nur Dorothea möchte den Fall noch einmal aufnehmen. So beginnt sie allein zu ermitteln und schon bald versetzt ein neuer Mord Kufstein in Angst und Schrecken.

Maria Höfle entführt ihre Leser*innen in dieser Krimireihe nach Kufstein.
Die Autorin baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Dazu erzeugt Maria Höfle eine recht düstere Stimmung, was dafür sorgt, dass man auf jeder Seite damit rechnet, dass etwas passiert.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Besonders Dorothea gefällt mir gut. Sie hat einen großen Gerechtigkeitssinn, was sie dazu veranlasst, eigenständig in diesem Cold Case zu ermitteln. Dies bereut Dorothea aber schnell wieder, denn es gibt ein neues Opfer.
Man lernt Dorothea auch privat kennen, wo auch einiges im Argen liegt.

Maria Höfle beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich, wer schon einmal in Kufstein war, erkennt bestimmt das eine oder andere wieder.

Maria Höfle hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil.

Das Ende und die Auflösung haben mich überrascht, ich habe mit einem anderen Täter gerechnet.

„Dein ist die Sühne“ ist ein spannender Krimi, ich habe das Buch innerhalb von zwei Abenden gelesen.

Dünenwut

Sven Koch
Kriminalroman
263 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Nordseekrimi, mit beängstigendem Thema

Klappentext:
Deutschland steht unter Schock: Eine Gruppe von Öko-Terroristen hat in der Nordsee ein Strom- und Daten-Kabel gekappt und damit in ganz Norddeutschland einen Blackout verursacht.
Nach einer chaotischen Nacht ist zwar das Stromnetz stabilisiert. Doch die Gruppe droht mit weiteren Anschlägen, sollte das heftig umstrittene, milliardenschwere Projekt »Green Islands« nicht gestoppt werden. Denn die künstlich angelegten Inseln, auf denen grüner Strom erzeugt werden soll, gelten vielen Experten als ernste Bedrohung für das ohnehin bereits gefährdete Ökosystem der Nordsee.
Für die SOK um Tjark Wolf und Femke Folkmer beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Und gegen eine neue Bundesbehörde, die ganz eigene Ziele verfolgt.

„Dünenwurt“ ist der 9. Band der Reihe „Ein Fall für Femke Folkmer und Tjark Wolf“ von Sven Koch.

Sven Koch hat seinem neuen Krimi ein aktuelles Thema zugrunde gelegt. Hier kann man zum einen verfolgen, wie an Profit gedacht wird unter dem Mantel des Umweltschutzes.
Zum anderen wie angreifbar man als Land ist und wie wenig ohne Strom noch funktioniert.

Sven Koch beschreibt die Szenarien des Blackouts sehr eindringlich. Ich wusste nicht, dass auf dem Meeresboden so viele Kabel liegen, um die Verbindung zwischen den Kontinenten oder die Inseln zu ermöglichen.
Der Autor beschreibt das auch für Laien so weit verständlich, doch manchmal wurde es mir zu technisch, zu detailliert, was den Lesefluss etwas bremste.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig.
Femke Folkmer und Tjark Wolf gefalle mir gut. In diesem Fall ermitteln sie, obwohl sie nicht wirklich ermitteln sollen. Doch den beiden geht es um Gerechtigkeit, was ich gut finde.

Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Das Sprengen der Stromleitung ist erschrecken real.

„Dünenwurt“ ist ein spannender Krimi mit einem aktuellen Thema, den ich gerne gelesen habe.

Schattenmädchen

Frida Skybäck
Kriminalroman
429 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Klappentext:
An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Fredrika Storm und Henry Calment entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen, die sieben Jahre zuvor getötet wurde. Zwar gibt es einen verurteilten Täter, doch die damaligen Ermittlungen zeigen eklatante Mängel. Was ist wirklich mit den beiden Frauen passiert? Und wer profitiert bis heute von der offiziellen Wahrheit?

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hoch motiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Eine Studentin verschwindet spurlos. Sie wurde zuletzt auf einer Party der Firma BubbleBuy gesehen. Nur was ist danach passiert. Fredrika Storm und Henry Calment versuchen die letzten Tage der Studentin zu rekonstruieren. Dabei stoßen die Ermittler auf einen Fall, vor 7 Jahren verschwand auch eine Studentin. Allerdings wurde hier der Mörder gefunden und verurteilt. Bis zum Schluss behauptet der Verurteilte unschuldig zu sein, bis er Suizid begann.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was das Ganze sehr facettenreich macht.
Frida Skybäck baut schnell Spannung auf und steigert diese, mit dem zurückliegenden Fall noch einmal.

Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und sind sympathisch. Die Ermittler sind mir schon vom ersten Band gut bekannt. Wieder erfahren die Leser*innen einiges über das Privatleben der Ermittler.

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band einer Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

„Schattenmädchen“ ist ein gelungener 3. Band, der auch wieder Lust auf mehr macht.

Eine tödliche Partie

KJ Charles
Kriminalroman
280 Seiten
erschienen im Second Chances Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Nina Restemeier
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Second Chances Verlag für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit Herz und Humor

Klappentext:
Meisterschützin Patricia Merton freut sich darauf, mit ihrem Bruder an der Jagdgesellschaft ihres alten Freundes Jimmy Lord Witton teilzunehmen. Dass die anwesenden Gentlemen ihre Schießfertigkeit undamenhaft finden, ist ihr dabei völlig egal. Nicht egal ist ihr jedoch die bezaubernde Fenella Carruth. Ein Dilemma, denn sie ist Jimmys Verlobte und damit für Pat tabu.
Als ein Gast der Gesellschaft ermordet aufgefunden wird, bleibt Pat keine Wahl: Mit Hilfe von Fenella will sie den Mörder finden, um Jimmys Ruf zu schützen. Dabei merkt Pat schnell: Fenellas Charme ist mindestens ebenso gefährlich wie die Intrigen und Geheimnisse, die das Haus durchziehen und einen Schatten auf die aufblühende Liebe der beiden werfen. Pat muss sich fragen: Kann sie ihrer neuen Freundin wirklich trauen? Denn auf Rodington Court haben alle etwas zu verbergen.

„Eine tödliche Partie“ von KJ Charles, ist ein Cosy-Crime mit Herz und Humor.

Im Mittelpunkt stehen Patricia und Fenella. Patricia ist zusammen mit ihrem Bruder bei einer Jagdgesellschaft, die ihr Freund Jimmy Lord Witton ausrichtet, eingeladen. Dort fällt Patricia schon durch ihr undamenhaftes Verhalten auf.
Fenella Carruth, auch ein Gast der Jagdgesellschaft fällt Patricia angenehm auf. Sie spürt in ihrer Nähe ein Kribbeln, doch leider ist Fenella die Verlobte des Gastgebers.
Als einer der Gäste ermordet aufgefunden wird, will Patricia zusammen mit Fenella den Mörder finden.

KJ Charles lässt die Geschichte ruhig beginnen. Die Leser*innen könne sich erst einmal mit den Charakteren und den Gegebenheiten vertraut machen. Schnell spürt man, dass Patricia sich von Fenella angezogen fühlt.

Nach fast der Hälfte des Buches gibt es einen Toten. Hier setzt jetzt zusätzlich zu der vorher schon guten Unterhaltung auch Spannung ein.

Die Charaktere erden alle gut beschrieben und sind sympathisch. Patricia mit ihrer unkonventionellen Art hat mir besonders gefallen.

Der Handlungsort und die Jagdgesellschaft werden bildhaft beschrieben, ich konnte mir alles gut vorstellen.

Bei der Suche nach dem Mörder kommen schnell Miss‑Marple Vibes auf.

KJ Charles hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil, der immer wieder mit Humor versetzt wird.

„Eine tödliche Partie“ ist ein unterhaltsames Cosy-Crime, den ich an einem Stück gelesen habe.

grün, tot, weiß

Anja Goerz und Eric Niemann
Kriminalroman
300 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Insel unter Mordverdacht

Klappentext:
Am Fuß der Hummerklippen wird der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger ermordet aufgefunden, der sich für die Recherche zu seinem neuen Buch auf Helgoland aufhielt. Bei ihren Ermittlungen stoßen die nach einem Burnout frisch in den Dienst zurückgekehrte Hauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp bald auf ein unfertiges Manuskript, das brisanter nicht sein könnte: Darin enthüllt Gröger die dunklen Machenschaften einflussreicher Helgoländer, von Korruption bis Schmuggel. Plötzlich steht die ganze Insel unter Mordverdacht.

„grün, tot, weiß“ ist der 1. Band der neuen Krimireihe „Herma und Jan ermitteln“ von Anja Goerz und Eric Niemann.

Der Krimiautor Christian Gröger ist zwecks einer Recherchereise auf Helgoland. Dann wird seine Leiche am Fuß der Hummerklippen gefunden.
Hauptkommissarin Herma Bahnsen, die nach einem Burnout gerade ihren Dienst wieder antritt übernimmt den Fall. Zusammen mit ihrem Kollege Jan Tesdorp ermittelt sie. Die Ermittler finden ein unfertiges Manuskript, von hoher Brisanz. Darin legt der Autor so einige dunkle Machenschaften der einflussreichen Helgoländer offen. Jetzt steht praktisch die ganze Insel unter Mordverdacht.

Anja Goerz und Eric Niemann bauen in ihrem Krimi schnell Spannung auf und halten diese auch bis zum Ende aufrecht. Mit etwas Humor lockern sie die Geschichte immer wieder auf.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Ermittler gefallen mir gut und haben Potenzial für viele weitere Fälle.
Auch die Helgoländer in ihrer Verschwiegenheit und manchmal etwas rauen Art werden gut in Szene gesetzt.
Auch der Handlungsort wird gut beschrieben.

Der Schreibstil von Anja Goerz und Eric Niemann ist flüssig und gut verständlich. Vor allem ist er aus einem Guss, man spürt beim Lesen nicht, dass 2 Autoren an der Geschichte gearbeitet haben.

„grün, tot, weiß“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band.

Tote Vettern erben nicht

Vera Nentwich
Kriminalroman
293 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vera Nentwich für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Krimi

Klappentext:
Ohne jede Vorwarnung steht eines Morgens Bienes Cousine vor der Tür. Zu der Verwandtschaft väterlicherseits war ihr Kontakt bisher eher sperrig, aber jetzt bittet Cousine Franziska Biene um Hilfe. Ihr Bruder und Bienes Vetter Paul ist verschwunden. Da bleibt Sabine „Biene“ Hagen als Detektivin nichts anderes übrig, als zu helfen. Dumm nur, dass sie ihren Vetter kurze Zeit später im Müllcontainer seines Wohnhauses findet und aus dem Vermisstenfall ein Mord wird. Dabei wollte sie sich doch darum kümmern, ihre Beziehung zu Jochen wieder zu kitten. Die Ermittlungen führen Biene tief in Pauls Leben, das einige überraschende Seiten zu bieten hat. War der Vetter ein zu übereifriger Finanzbeamter und musste er deshalb sterben? Oder war sein Ehrgeiz im örtlichen Puzzleverein der Grund für das plötzliche Ableben?
Biene forscht wie gewohnt konsequent und mit vollem Einsatz nach. Unterstützt wird sie erneut von ihrem Kompagnon Jago Diaz Fernandez und von Oma Trudi, die nicht nur ein offenes Ohr hat, sondern immer auch mit dem Essen parat steht.

„Tote Vettern erben nicht“ ist mittlerweile schon der 9. Band der Reihe Biene Hagen von Vera Nentwich.
Die humorvollen Krimis der Autorin lese ich immer wieder gerne, egal ob Biene Hagen oder die Reihe Frau Appeldorn, es ist immer ein Lesevergnügen.

Sabine Hagen, genannt Biene ist Detektivin. Sie ist spontan und handelt oft aus dem Bauch heraus, was sie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Mit dem Polizisten Jochen führt sie eine On-Off Beziehung.

In diesem Band wird es familiär.
Unverhofft steht Bienes Cousine Franziska vor der Tür. Zu diesem Zweig der Verwandtschaft hat Biene eigentlich keinen Kontakt. Doch Franziskas Bruder Paul ist verschwunden und Biene soll helfen ihn zu suchen.
Paul ist ein etwas schwieriger Charakter, der oft bei den Menschen aneckt. Doch, dass man ihn tot und wie Abfall in einem Müllcontainer entsorgt, das ist schrecklich. So übernimmt Biene die auch die Suche nach dem Mörder.

Vera Nentwich hat liebenswerte Charaktere erschaffen. Biene gefällt mir sehr gut. Jago, ihrem Partner in der Detektei ist auch ein liebenswerter Charakter.
Oma Trudi ist sympathisch und umsorgt Biene immer liebevoll. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck.

Als Handlungsort hat die Autorin den Niederrhein auserkoren. Eine eher ruhige Gegend, doch auch hier macht das Verbrechen nicht halt. Gut, dass mit Biene eine erfahrene Detektivin vor Ort ist.

Mit viel Humor macht Vera Nentwich den Krimi zu einem echten Wohlfühlkrimi.
Die Protagonisten wie auch die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Der Fall wird durchaus spannend erzählt und immer wieder mit Humor aufgelockert. Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien.

„Tote Vettern erben nicht“ ist wieder ein humorvoller Cosy-Crime den ich an einem Stück durchgelesen habe. Ich wünsche mir noch mehr Fälle mit der sympathischen Sabine Hagen.

Strandgut

Alexander Oetker
Kriminalroman
310 Seiten
erschienen bei Hoffman und Campe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Luc Verlain ermittelt im Nudistencamp

Klappentext:
Am Strand des Feriendorfs Euronat, Europas größtem Nudistencamp an der französischen Atlantikküste, wird mitten in der Hauptsaison ein junger Politiker tot aufgefunden, nackt, ermordet. Erst kurz zuvor hatte er angekündigt, das traditionsreiche Camp schließen zu wollen. Während die Gemeinschaft der Camper leidenschaftlich gegen das drohende Ende ihres Freiheitsraums protestiert, nimmt Kommissar Luc Verlain die Ermittlungen in ungewohnt freizügiger Umgebung auf, und stößt auf ein Geflecht aus politischem Kalkül, gesellschaftlichen Spannungen und einem persönlichen Geheimnis, das tödlich endete. Ein hitziger Fall, der mit einem einzigartigen, faszinierenden Setting überrascht – Luc Verlains wohl ungewöhnlichster Einsatz.

„Strandgut“ ist mittlerweile schon der 10. Aquitaine Krimi von Alexander Oetker.

Luc Verlain der smarte Kommissar ist mir schon seit dem ersten Band sympathisch.
Auf sein Töchterchen Aurélie ist er sehr stolz, sie ist ein wahrer Sonnenschein. Luc’s Partnerin Anouk ist mittlerweile Leiterin der Police national in Bordeaux und somit Luc’s Chefin. Die kleine Aurélie ist, während Anouk und Luc arbeiten bei Luc’s Vater gut aufgehoben.

Das Feriendorfs Euronat ist ein Nudistencamp an der französischen Atlantikküste und der Bürgermeisterin Anne Dujardin ein Dorn im Auge. Viele Anhänger der freien Körperkultur haben sich hier niedergelassen, darunter auch viele Deutsche. Es gibt nicht nur den großen Campingplatz, viele haben sich auch aufwendigere Häuser gebaut. Nur leider ist das Land von der Gemeinde nur gepachtet, für 99 Jahre, dann fällt es an die Gemeinde zurück. Die Bürgermeisterin, will den Pachtvertrag allerdings aufkündigen, was zu viel Umut führt. Der junge, erfolgreiche Politiker, der neben ihr auf der Bühne stand und sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen scheint wird kurz nach der Verkündung im Camp tot aufgefunden, natürlich nackt.
Luc Verlain nimmt die Ermittlungen auf, an seiner Seite seine Partnerin Anouk.

Alexander Oetker beschreibt wie immer die Handlungsorte sehr anschaulich. Die malerischen Orte werden immer gut beschrieben. So auch das Feriendorfs Euronat. Es ist ein richtiger kleine Ortsteil, mit Campingplatz, Häusern, Restaurants und Geschäften. Nur das hier die Menschen einfach nackt durch die Straßen laufen. Für Luc ist das eine verzwickte Situation, er muss sich erst einmal an den Anblick der nackten Menschen, die ihm bei Befragungen gegenüberstehen gewöhnen.

Natürlich fehlt auch die Kulinarik nicht. Den auch während der Ermittlungen muss Luc und sein Team essen und trinken.

Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet und einige ja schon aus den vorherigen Bänden bekannt. So treffen die Leser*innen auch Rose Schillinger wieder, die man im letzten Band kennenlernt hatte.

Alexander Oetker erzeugt recht schnell Spannung, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter steigert. Der Schreibstil von Alexander Oetker ist flüssig, leicht verständlich und fesselnd.
Die kurzen Kapitel verleiden dazu immer weiterzulesen.

„Strandgut“ ist wieder einmal ein richtig guter und spannender Krimi.
Ich freue mich jetzt schon auf den 11. Band, „Silberküste“ der im September 2026 erscheinen soll.

Schlangengrube

Anna Jansson
Kriminalroman
478 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt von Susanne Dahmann
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Schweden Krimi

Klappentext:
Nach dem Brand eines Kinos wird im Lüftungsschacht die Leiche eines 18-Jährigen gefunden. Der junge Mann verschwand vor 40 Jahren, in derselben Nacht, als seine Klassenkameradin ermordet wurde. Kristoffer Bark beginnt zu ermitteln, bis ein anderer Fall zur Priorität wird: Auf einem Universitätsfest wurden mehrere Ehrengäste tödlich vergiftet. Bald lassen neue Informationen einen Zusammenhang zwischen dem Cold Case von 1985 und dem Anschlag erkennen, und Bark begreift, dass ihre Vergangenheit die Opfer auf verhängnisvolle Weise eingeholt hat. Aber auch er und sein Team müssen auf der Hut sein.

„Schlangengrube“ ist der 6. Band der Reihe Kristoffer Bark von Anna Jansson.
Eigentlich will Kristoffer Bark den Nachmittag mit seiner Freundin genießen. Doch ein neuer Fall macht dem Kommissar einen Strich durch die Rechnung. In einem Kino hat es gebrandet und danach wurde eine Leiche gefunden. Bei der Leiche handelt es sich um einen Mann, der vor Jahrzehnten verschwunden ist.
Kommissar Kristoffer Bark übernimmt mit seinem Team die Ermittlungen.
Doch ein zweiter Fall lässt ihm nicht allzu viel Raum den Ermittlungen nachzugehen. Bei einem Fest der Uni sterben einige der Gäste. Immer mehr Indizien sprechen dafür, dass der Fall der Leiche mit dem Tod der Gäste an der Uni zusammenhängt.

Anna Jansson baut schnell Spannung auf. Der Anschlag an der Uni ist gut ausgeklügelt. Der Fall der Leiche Im Kino ist mysteriös. Der Tote ist vor vielen Jahren verschwunden, gerade zu dem Zeitpunkt als eine Klassenkameradin ermordet wurde.
Dia Autorin lässt ihre Leser*innen im Laufe der Geschichte in den Kopf des Täters schauen, was manchmal ein Gänsehautgefühl verursacht.

Die Charaktere sind gut in Szene gesetzt. Kristoffer Bark und sein Team sind mir ja von den anderen Bänden her schon bekannt. Kristoffer Bark ist ein interessanter Charakter und hat viel Potenzial. Sein Privatleben wird immer wieder angeschnitten, in dem es problematisch zugeht.

Anna Jansson hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Es gibt zwar immer wieder einmal Stellen die ein paar Längen aufweisen. Die Spannung holt sie aber immer wieder ein.

„Schlangengrube“ ist ein spannender Krimi, den ich mit Freude gelesen habe.