Sisi-Die Sterne der Kaiserin

Mara Andeck
Historischer Roman
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen

Covertext:

Wien 1863. Bei einer Premierenaufführung am Wiener Burgtheater wird Kaiserin Elisabeth auf die kunstvolle Frisur der Hauptdarstellerin aufmerksam. Sie verlangt, deren Friseurin zu sprechen, und bietet ihr kurzerhand eine Stelle bei Hofe an. So gelangt die junge Fanny Angerer, uneheliche Tochter einer Hebamme, an die prunkvolle Hofburg. Von nun an widmet sie sich jeden Morgen drei Stunden lang der Haarpflege der Kaiserin, die schon bald ihre intimsten Geheimnisse mit ihr teilt. Doch als Fanny sich Hals über Kopf verliebt und den Dienst quittieren will, droht Sisi ihre Friseurin und engste Vertraute zu verlieren.

„Sisi – Die Sterne der Kaiserin“ von Mara Andeck ist ein Roman mit einem historischen Hintergrund.

Zwei Frauen die unterschiedlicher nicht sein können.
Dies wir den LeserInnen schon im Prolog vor Augen geführt.

Sisi wird 1837 geboren.
Ihre Eltern der Herzog Max Joseph in Bayern und ihre Mutter Prinzessin Ludovika Wilhelmine.
Elisabeth hat alles was man sich wünschen kann.
Mit 16 Jahren heiratet sie den Kaiser Franz Joseph von Österreich und wird Kaiserin.
Aber glücklich wird sie am Kaiserhof nicht.

Franziska Angerer wird 1842 geboren.
Sie ist die Tochter einer unverheirateten Hebamme.
Der Vater von Fanny ist gestorben.
Die Mutter versucht sich mit den Kindern mehr schlecht als recht durchzuschlagen.
Später heiratet sie den Friseur Angerer.
Durch ihn entdeckt Fanny die Liebe zum Friseurhandwerk.
Sie wird erst Friseurin am Wiener Burgtheater und später Friseurin von Kaiserin Sisi und ihre engste Vertraute.

Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Man verfolgt das Leben der zwei unterschiedlichen Frauen.
Man erlebt wie sich die beiden anfreunden.
Fanny widmet sich jeden Tag mehrere Stunden der Haarpflege von Kaiserin Elisabeth.
Dabei vertraut ihr Sisi viele ihrer intimen Geheimnisse an.
Sie begleitet die Kaiserin zu Terminen und auf ihren vielen Reisen.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Fanny erzählt.
Von Sisi gibt es natürlich unzählige Überlieferungen.
An die hat sich Mara Andeck auch ziemlich genau gehalten.
Auch der historische Hintergrund ist exzellent recherchiert.
Von Fanny Angerer gibt es nicht so viele Informationsquellen.
Hier hat die Autorin ihre künstlerische Freiheit walten lassen.
Diese Fiktive Seite ist so eng mit den historischen Fakten verwebt, dass man als LeserIn es nicht mehr trennen kann.
Für mich gibt alles ein sehr schönes Gesamtbild.
Der Schreibstil von Mara Andeck ist flüssig und sehr angenehm zu lesen.
Die Geschichte mit Sisi und Fanny hat mich gefesselt und begeistert.
In letzter Zeit sind einige Romane über Sisi erschienen.
„Sisi – Die Sterne der Kaiserin“ gehört zu den wirklich guten Geschichten.
Mich hat das Buch schon nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen.

Dallmayr – Der Glanz einer neuen Ära

Lisa Graf
Historischer Roman
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Lebendig und authentisch mit viel historischem Hintergrund

Covertext:

München 1905. Mit ihrem Gespür für Delikatessen hat Therese Randlkofer Köstlichkeiten aus aller Welt nach Deutschland gebracht. Handverlesene Früchte von den Kanaren, feinster Blätterkrokant aus der Schweiz und goldgelber französischer Lavendelhonig zieren die Auslage des Dallmayr. Doch ihr missgünstiger Schwager und größter Kontrahent Max versteht sich darin, Zwietracht in der Familie zu säen – besonders bei ihren eigenen erwachsenen Kindern. Dabei bräuchte Therese deren Hilfe dringender denn je. Denn um das Unternehmen in die Zukunft zu führen, hat sie einen folgenschweren Entschluss gefasst. Einen Entschluss, der sie alles kosten könnte.


Dallmayr – Der Glanz einer neuen Ära“ ist der 2. Band der Dallmayr-Saga von Lisa Graf.
Der zweite Band umfasst die Jahre 1905-1920.

Nach dem Tod ihres Mannes führt Therese Dallmayr ihr Geschäft erfolgreich weiter.
Ihr Traum ist es, das Geschäft noch größer und glanzvoller werden zu lassen.
Ihr Vorbild ist das luxuriöse Kaufhaus Tietz.

Hermann und Paul sind mittlerweile erwachsen und arbeiten im Familienunternehmen mit.
Besonders Hermann ist es ein Dorn im Auge wenn seine Mutter ihn vor vollendete Tatsachen stellt.
Auch Paul fordert mehr Mitspracherecht. Schließlich werden die Brüder einmal das Geschäft übernehmen.
Doch Therese ist noch nicht bereit das Ruder aus der Hand zu geben.

Elsa ist als Anwältin in der Schweiz tätig.
Sie hat wenig Interesse am Geschäft und genießt das freie Leben in der Schweiz.

Balbina lebt in Lindau am Bodensee und ist mit einem Hotelier verheiratet.
Die Beiden haben eine Tochter. Doch so richtig glücklich ist Balbina nicht geworden.
Ob sie und Therese sich wieder annähern und das Kriegsbeil begraben können?

Alle Charaktere werden sehr lebendig dargestellt und sind mir im 1. Band schon sehr ans Herz gewachsen.
Es macht Freude sie alle wieder ein Stück ihres Weges zu begleiten.
Doch gibt es auch wehmütige Augenblicke.
Die LeserInnen erleben mit den Charakteren zusammen den 1. Weltkrieg.
Hunger und Entbehrung sind angesagt.
Statt Kaviar gibt es Gemüse in Aspik bei Dallmayr zu kaufen.

Auch die Zeit der Handlung mit den geschichtlichen Hintergründen wird sehr authentisch und sehr lebendig vermittelt. Hier muss ich Lisa Graf ein großes Kompliment für ihre genaue Recherche machen.

Mir ist klar, dass Lisa Graf und Therese Randlkofer sich nie begegnet sind, doch liest sich die Geschichte so, als hätte Therese selbst ihr Leben der Autorin anvertraut.
Eine Geschichte so den LeserInnen zu vermitteln ist schon eine Kunst.

Jetzt habe ich den zweiten Band ausgelesen und bin richtig wehmütig.
Ich hoffe sehr, dass es noch einen 3. Band geben wird.

Kinder des Aufbruchs

Claire Winter
Historischer Roman
erschienen im Diana Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Claire Winter für meinen Buchgewinn bei LovelyBooks

Spannende Fortsetzung

Covertext:
Sechs Jahre nach dem Mauerbau lernt die erfolgreiche Dolmetscherin Emma in West-Berlin die aus dem Ostteil der Stadt geflohene Sängerin Irma Assmann kennen. Als sie ihrer Zwillingsschwester Alice davon erzählt, reagiert diese beunruhigt. Alice schreibt als Journalistin über die Studentenbewegung und steht in Kontakt mit verschiedenen Fluchthilfe-Organisationen. Ist Irma mit ihren ehemaligen Beziehungen zum KGB als Informantin im Westen? Oder sind die Schwestern und deren Männer Julius und Max durch ihre Verbindungen zur DDR zu Zielscheiben geworden? Kurz darauf wird die Sängerin ermordet, und die vier geraten inmitten der Studentenunruhen zwischen die Fronten der Geheimdienste.

„Kinder des Aufbruchs“ ist die Fortsetzung des Bestsellerromans „Kinder ihrer Zeit“ von Claire Winter.
Der ersten Band habe ich mit großer Begeisterung gelesen.
Auch die Fortsetzung ist wieder sehr bewegend und hat mich mehr als begeistert.

Im Mittelpunkt stehen wieder die Zwillinge Emma und Alice und ihre Männer Julius und Max.
Alle leben im Westteil des Landes.
Emma ist erfolgreiche Dolmetscherin und Alice ist Journalistin.

Wie schon in „Kinder des Aufbruchs“ stößt man als LeserIn auch in dem neuen Roman „Kinder des Aufbruchs“ auf viel Zeitgeschehen.
Die deutsch-deutsche Vergangenheit wird beleuchtet. Die Studentenbewegung in dieser Zeit ist mir noch gut im Gedächtnis.
Genauso der Tod von Benno Ohnesorg und der Anschlag auf Rudi Dutschke.
Wie der Titel schon sagt, es ist die Zeit des Aufbruchs, der Veränderungen, zumindest im Westen.
Die Geheimdienste beider Länder KGB und BND spionierten sich gegenseitig aus.
Auch versuchten immer wieder Menschen die Fluch in den Westen.
Neu für mich war, dass West und Ost Berlin trotz der Mauer unterirdisch immer noch verbunden waren.
Es gab Kanalisationen und alten Bunkeranlagen die eine Verbindung zwischen West und Ost darstellten.
Die DDR musste viel Aufwand betreiben um hier die Fluchtmöglichkeiten zu unterbinden.

Claire Winter hat auch für diese Geschichte wieder genaustens Recherchiert.
Natürlich musste die Autorin bei all den realen Begebenheiten auch ihre Fantasie spielen lassen.
Claire Winter hat die Gabe Realität und Fiktion so gekonnt miteinander zu verflechten, dass man sie nicht zu trennen vermag.

„Kinder des Aufbruchs“ ist ein herausragender Roman der auch wieder ein Teil der Deutschen Geschichte behandelt. Durch den flüssigen und spannenden Schreibstil von Claire Winter ist das Buch ein echter Lesegenuss.

Wiedersehen in der Tuchvilla

Anne Jacobs
Historischer Roman
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Zeiten werden immer dunkler

Covertext:
Augsburg, 1939: Auf die Familie Melzer und ihre Angestellten warten schwere Zeiten. Der Zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor, und es ist klar, dass sich das Leben aller Bewohner verändern wird. Die Tuchfabrik steht kurz vor dem Aus, und Paul muss ein weiteres Mal unbequeme Entscheidungen treffen und das ohne seine Frau Marie. Denn diese lebt nun bereits seit 1935 mit ihrem Sohn Leo in New York, und die Zeit der Abwesenheit hat ihre Spuren hinterlassen, auch wenn Maries Liebe zu Paul ungebrochen ist. Als sie aber erfährt, dass eine andere Frau in Pauls Leben getreten ist, trifft sie das hart. Wird es Marie gelingen, ihren geliebten Ehemann zurückzugewinnen?

„Wiedersehen in der Tuchvilla“ ist nun der 6. Band der Tuchvilla-Saga von Anne Jacobs.
Was haben Marie und Paul nicht alles schon für Krisen bewältigt.
Immer wieder haben sie zusammengefunden. In diesem 6. Band nun gehen sie getrennte Wege.

Wir sind in der Tuchvilla-Saga mittlerweile im Jahr 1939 angekommen und begleiten die Protagonisten währender der gesamten Kriegsjahre.
Marie lebt mit Leo in New York um der Judenverfolgung zu entgehen.
Mit ihrer Familie in Augsburg steht sie immer in brieflichem Kontakt.
So kommt ihr auch zu Ohren, dass es in Pauls Leben eine andere Frau gibt.

Um die Tuchfabrik steht es schlecht. Paul muss einige schwerwiegende Entscheidungen treffen und das ganz ohne Marie, die ihm bei Krisen immer zur Seite stand.
Auf Familie Melzer und ihre Angestellten im Haus und in der Tuchfabrik kommen schwere Zeiten zu.

Die Charaktere sind mir im Laufe der 6 Bände sehr ans Herz gewachsen.
Es war einfach nur schön sie ein so großes Stück in ihrem Leben zu begleiten.
Die einzelnen Charaktere haben alle eine große Entwicklung durchlebt,.
Die Kinder sind erwachsen geworden und gehen zum Teil ihren eigenen Weg.
So hat mich die Trennung von Paul und Marie auch getroffen.
Ich habe immer wieder gehofft, dass sie wieder zueinander finden.

Nach ein paar Seiten war ich wieder so richtig in der Geschichte drin.
Anne Jacobs beschreibt diese dunkle Zeit in Deutschland sehr ehrlich.
Man spürt wie der Krieg das Leben der Menschen verändert.
Man spürt die Angst und Not der Menschen.
Der gut verständliche und fesselnde Schreibstil der Autorin ,acht das Lesen zu einer echten Freude.
Ich denke dieser 6. Band ist nun das Ende der Tuchvilla Saga.
Ich habe die Familie Melzer über die vielen Jahre gerne begleitet.

Das Los der Männer

Ellin Carsta
Historischer Roman
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Familiensaga mit Suchtpotenzial

Bernried am Starnberger See, 1939:
Auf Gut Falkenbach leben 3 Familien.
Die von Falkenbachs, die Familie Heinrich Lehmann und die Familie Wilhelm Lehmann.
Wobei Heinrich Lehmann mittlerweile verstorben ist.
Zu Paul-Friedrich von Falkenbachs 60. Geburtstag ist alles geladen was Rang und Namen hat.
Es wird ein großes Fest. Auch die Parteigrößen der Region sind geladen.
Nach außen hin ist Paul-Friedrich von Falkenbach ein glühender Anhänger des Führers.
Schließlich möchte er seine Feinde im Auge zu behalten.
Der zweite Weltkrieg ist ausgebrochen.
Wilhelm Lehmann und Paul-Friedrich von Falkenbach können die Auswirkungen auf ihre Familien noch nicht einschätzen.
Sie wollen alles in ihrer Macht stehende tun, damit ihre Söhne nicht in den Krieg ziehen müssen.
Wilhelmine von Falkenbach hat endlich ein Lebenszeichen von Martin bekommen. Sie schöpft wieder Hoffnung, dass sie Martin bald wiedersehen kann.

„Das Los der Männer“ ist der 6. Band der Falkenbach Saga von Ellin Carsta, die schon mit ihrer Hansa Saga große Erfolge gefeiert hat.
Auch die Falkenbach Saga ist für viele Bände angelegt und ich fiebere jedem Band entgegen.

In jedem Band steht eine Gruppe Familienmitglieder im Vordergrund. Im 6. Band sind es wieder die Männer. Der 2. Weltkrieg ist ausgebrochen und es ist zu befürchten, dass die Söhne der Familien eingezogen werden.
Ich finde diese Titel und die Aufteilung nach Familienmitgliedern sehr gelungen.

Ellin Carsta erzählt die Geschichte in einem flüssigen und spannenden Schreibstil, sie vermittelt die Atmosphäre die zu dieser Zeit in Deutschland herrscht sehr gut.
Man spürt deutlich, dass es immer dunkler wird über Deutschland.
Je weiter die Zeit voran schreitet so interessanter wird die Familien-Saga.
Ihre Protagonisten sind mir alle sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich immer wenn ich sie wieder treffen darf.
Es macht mir große Freude die Entwicklung der einzelnen Charaktere mitzuerleben.
In den einzelnen Bänden trifft man auch immer wieder auf reale Personen.
In „Das Los der Männer“ ist es Eleonore Baur auch bekannt als Schwester Pia die mit bisher unbekannt war.
In dieser Geschichte wird die dunkelste Seite der Frau aufgedeckt.

Jetzt fiebere ich schon ganz aufgeregt dem 7. Band „Die Zeit der Tyrannen“ entgegen, der im April 2023 erscheinen soll.


Die Töchter der Ärztin – Zeit der Sehnsucht

Helene Sommerfeld
Historischer Roman
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Ärztinnen Saga geht weiter

Covertext:
Berlin und Afrika, 1928. Henny und Antonia sind die Töchter der berühmten Ärztin Ricarda Thomasius. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet sie die Liebe zur Medizin. Während Henny sich in Berlin eine Praxis für Onkologie aufbaut und für Furore sorgt, träumt die jüngere Toni davon, an den Ort ihrer Kindheit, Ostafrika, zurückzukehren. Nun, mit 27, ist sie auf dem Schiff, das sie diesem Traum näher bringt gegen den Willen ihrer Mutter, die lange in Afrika gelebt hat. In Daressalam angekommen, fühlt Toni sich sofort zu Hause. Doch die Liebe zu einem geheimnisvollen Mann und ihre unkonventionelle Hilfe für Einheimische bringen sie in große Gefahr. Als Nachricht aus Afrika kommt, dass Toni verschollen ist, muss Familie Thomasius eine Entscheidung treffen.

„Die Töchter der Ärztin – Zeit der Sehnsucht ist der erste Band der Reihe
„Die Thomasius-Schwestern“ von Helene Sommerfeld.
Mit diesem ersten Band geht die Ärztinnen Saga zur nächsten Generation über.
Helene Sommerfeld steht als Pseudonym für ein Autorenpaar.
Bekannt sind mir die Autoren schon von der Ärztinnen Reihe und der Reihe um die Polizeiärztin Magda Fuchs.
Beides zwei tolle und fesselnde Buchreihen.

Über drei Bände habe ich die Ärztin Ricarda Thomasius begleitet und freue mich jetzt um so mehr sie und ihre Töchter wieder zutreffen.
Henny und Antonia sind in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten.
Beide sind Ärztinnen geworden.
Henny hat sich auf Onkologie spezialisiert. Sie baut sich erfolgreich eine eigene Praxis auf.
Antonia hingegen hegt den Traum nach Afrika zu gehen um dort die Einheimischen zu versorgen.

Im ersten Band begleiten wir die Charaktere in den Jahren 1927 bis 1929.
Die Geschichte hat zwei Erzählstränge.
Einmal Berlin , dort verfolgt man die Geschichte von Henny..
Natürlich begegnen wir auch weiterhin Ricarda und einigen anderen Charakteren aus der Ärztinnen Reihe.

Der zweite Erzählstrang führt die LeserInnen nach Afrika.
Dort in Ostafrika begleiten wir Antonia bei ihren Bemühungen um die Einheimischen und erleben wie sie in Gefahr gerät.

Die Geschichte ist sehr fesselnd und abwechslungsreich geschrieben.
Das Autorenpaar hat einen flüssigen und lockeren Schreibstil.
Dabei spiegeln sie die Zeit der Handlung sehr authentisch wider.

Die Charaktere sind sympathisch und richtig lebendig.
Es macht freute Henny und Antonia als erwachsene Frauen wieder zu treffen.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Ricarda, Henny und Antonia.
Der Handlungsort wechselt dann auch immer zwischen Berlin und Ostafrika hin und her

„Die Töchter der Ärztin – Zeit der Sehnsucht“ hat mich wieder sehr gut unterhalten.
Mit einem Cliffhanger endet der erste Band.
Jetzt heißt es warten auf den zweiten Band „Die Töchter der Ärztin – Zeit der Hoffnung“ der im November 2023 erscheinen soll.

Fräulein Gold – Die Rote Insel

Anne Stern
Historischer Roman
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr emotional und spannend geschrieben

Klappentext:

Berlin, 1926. Hulda Gold musste ihre Stelle als Hebamme in der Frauenklinik aufgegeben und lebt nun in einem Arbeiterviertel fern von ihrem alten Kiez. Hier auf der sogenannten Roten Insel kann sie in der Praxis von Grete Fischer mitarbeiten. Gemeinsam kümmern sich die beiden Frauen um Menschen, die täglich gegen Armut und Not kämpfen während in ganz Berlin die politischen Spannungen zunehmen. Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen Kommunisten, Anhängern der nationalsozialistischen Bewegung und den Ringvereinen. Auch das Viertel auf der Roten Insel ist von den Unruhen geprägt. Grete, die einer kommunistischen Gruppe anhängt, scheint es mit dem Gesetz nicht so genau zu nehmen. Als sich die brodelnde Stimmung in handfeste Gewalt entlädt, gerät Hulda zwischen alle Fronten. Und sie muss sich der größten Bewährungsprobe ihres Lebens stellen.

„Fräulein Gold – Die Rote Insel“ ist der 5. Band der Reihe „Die Hebamme von Berlin“ von Anne Stern.

Im Mittelpunkt steht natürlich Hulda Gold.
Hulda ist mir seit dem ersten Band ans Herz gewachsen.
Sie ist einfach ein toller Charakter, den die Autorin mit sehr viel Hingabe kreiert hat.
Für die Zeit, mittlerweile sind wir im Jahre 1926 angekommen, ist Hulda eine bemerkenswerte und selbstbewusste Frau.
Jetzt hat das Schicksal sie hart getroffen.
Ihr Verlobter ist tot und Hulda ist schwanger.
Zum Glück kann sie, bis das Kind auf die Welt kommt bei Grete Fischer in der Praxis arbeiten.
Dort wird sie mit viel Not und Armut konfrontiert.

Anne Stern beschreibt das Leben und die 1920er Jahre sehr eindringlich.
Man spürt wie lebenshungrig die Menschen nach dem Krieg sind.
Die neue Republik ist noch sehr jung und instabil.
Die drohende Inflation ist auch schon sehr gut zu spüren.
Es gibt viel Not und Armut.
Auch auf politischer Ebene herrscht Unruhe.
Die Kommunisten und auch die Nazis sind auf dem Vormarsch.

Anne Stern lässt Geschichte lebendig werden.
Verpackt in einer interessanten Geschichte mit Charakteren die man gerne mag vermittelt die Autorin gekonnt die politischen und sozialen Hintergründe der 1920er Jahre.
Der Schreibstil von Amme Stern ist fesselnd und gut verständlich.
Nach ein paar Seiten war ich wieder mittendrin im Leben von Hulda Gold.
Jetzt lasse ich Hulda Gold nur ungern alleine.
Aber zum Trost gibt es noch eine Leseprobe zum 6. Band.
„Fräulein Gold – Die Lichter der Stadt“ der im Oktober 2023 erscheinen soll.

Zeiten der Sehnsucht

Carmen Bellmonte
Historischer Roman / Familiensaga
erschienen im Heyne Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Buch in das man ganz tief eintauchen kann

Covertext:

Mallorca 1929: Nur mit größten Anstrengungen gelingt es den Delgados, sich über Wasser zu halten. Antonia und ihr Mann haben auf Kuba ein florierendes Geschäft aufgebaut. Antonias Bemühungen, ihre Familie zu sich zu holen, bleiben jedoch fruchtlos. Und auch auf Kuba zieht ein Sturm auf: Die Mafia gewinnt immer größeren Einfluss, Antonia muss sich entscheiden: Freiheit oder Sicherheit. Ihre Schwester Carla kämpft unterdessen auf Mallorca mit ihren Dämonen, und Bruder Leo verstrickt sich in heikle Machenschaften, die den Graben zwischen ihm und seiner Familie weiter verstärken.

„Zeiten der Sehnsucht“ ist der zweite Band der Mallorca-Saga von Carmen Bellmonte.
Hinter dem Namen Carmen Bellmonte verbergen sich die zwei Autorinnen Elke Becker und Ute Köhler.

In dieser Familiensaga geht es um die Delgados, einer Weinbaufamilie auf Mallorca.
Im Laufe der geplanten 4 Bände wird man die Familie über mehrere Jahrzehnte begleiten, man wird den Wandel in der Familie, der Insel, auf Kuba und den Wandel der Zeit miterleben.

Der zweite Band beginnt 1927 und wir sind auf Kuba.
Die LeserInnen begleiten Antonia, ihren Mann Frederico und ihre vier Kinder.
Die Familie hat sich in Kuba gut etabliert, die Geschäfte laufen erfolgreich.
Doch die Konkurrenz neidet ihnen den Erfolg.

Auf Mallorca sieht es nicht so gut aus.
Die Geschäfte mit den Mandeln und Aprikosen laufen nicht so gut.
Leo der jüngste träumt hingegen immer noch davon eines Tages den Hof der Familie zu übernehmen.

Die Protagonisten sind mir ja aus dem ersten Band schon gut bekannt.
Ich habe mich gefreut sie wieder zutreffen.
Sind sie mir doch schon im ersten Band sehr ans Herz gewachsen.

Die Geschichte ist sehr facettenreich und wird abwechselnd aus dem Blickwinkel der Familienmitgliedern erzählt.
Es gibt immer wider Wendungen und Schicksalsschläge die die LeserInnen mitleiden lassen.
Die Handlungsorte wechseln zwischen Mallorca und Kuba.
Beide Handlungsorte werden sehr schön von den Autorinnen beschrieben.
Auch bekommt man, wie schon im ersten Band auch hier die Veränderungen, die in der Familie vor sich gehen zu spüren.
Ich bin schon sehr gespannt wie die einzelnen Charaktere sich im Laufe der Jahrzehnte weiter entwickeln und wie die Handlungsorte sich verändern.

Die Autorinnen haben einen leichten und lockeren Schreibstil.
Sie erzählen ihre Geschichte so fesselnd, dass man ganz tief in das Buch eintaucht und erst wieder aufschaut wenn es beendet ist.

Ich freue mich jetzt schon auf Band 3 „Zeiten des Umbruchs“ der im Februar 2023 erscheinen soll.

Das Tor zur Welt – Hoffnung

Miriam Georg
Historischer Roman
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Hoffnung auf ein besseres Leben

Die Hafenmetropole Hamburg ist rettungslos überfüllt, es kocht wie in einem Kessel. Bei den Auswandererhallen werden mit den Hoffnungen der Menschen auf ein besseres Leben rücksichtslose Geschäfte gemacht.
Hier arbeitet Ava unermüdlich, Tag für Tag, nachdem ihre einzige Hoffnung zerschlagen wurde, in Amerika ihre Familie zu finden. Sie wurde gnadenlos hintergangen. Von der Frau, die ihr näherstand als eine Schwester. Trotzdem sorgt sie sich um Claire. Sie sucht nach ihr, überall, doch diese ist wie vom Erdboden verschluckt.
Claire musste alles aufgeben, um sich zu retten. Sie musste Ava verraten, ihre Mutter verlassen, alle Brücken hinter sich abbrechen. Aber ihr Stolz und ihr Eigensinn helfen ihr durch die dunkelsten Stunden. Denn nun wird sie kämpfen. Gegen sich selbst. Um Ava. Um die Liebe. Und um ihr Leben.

Das Tor zur Welt – Hoffnung ist der zweite Band der Dilogie „Die Hamburger Auswandererstadt“ von Miriam Georg.

Wie schon mit ihrer hanseatischen Familiensaga „Elbleuchten“ und „Elbstürme“ hat Miriam Georg mich auch mit der Geschichte der Hamburger Auswandererstadt begeistert.

Miriam George hat ein Talent Geschichten lebendig werden zu lassen.
Die Autorin beschreibt das Geschehen so eingängig, dass man es direkt vor sich sehen kann.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet.

Hier sind es Ava und Claire die mich besonders berühren.
Zwei Frauen so verschieden wie Ebbe und Flut und doch ziehen sie sich gegenseitig an.
Ava arbeitet in den Hamburger Auswandererhallen.
Auch sie wollte nach Amerika und ihre Familie suchen.
Doch dieser Traum hat sich zerschlagen.
Ava wurde von Claire, die ihr eigentlich sehr nahe stand hinterlistig hintergangen.
Jetzt ist Claire verschwunden und Ava lässt die Sorge um die Frau, die ihr so nahe stand nicht los.
Sie ahnt noch nicht, dass Claire wieder in Hamburg ist.

Ich bin nach ein paar Seiten wieder ganz in die Geschichte eingetaucht.
Die zwei Frauen waren mir im ersten Band schon sehr ans Herz gewachsen und ich habe mich gefreut sie wieder ein Stück ihres Weges zu begleiten.
Es war schön ihre Entwicklung mitzuerleben.
Ava wie auch Claire sind beides mutige Frauen, sie für ihr Schicksal und ihre Liebe kämpfen.

Miriam Georg erzählt die Geschichte aus der Sicht von Ava und Claire.
Der Schreibstil der Autorin ist emotional und leicht verständlich.
Die Zeit der Handlung spiegelt sie gut wider. Hier spürt man die ausgiebige und gute Recherchearbeit. Trotz der über 600 Seiten war das Buch schnell gelesen.
Die Seiten sind nur so verflogen, ich konnte die Geschichte nicht ruhen lassen, musste immer weiter lesen.

Das Ende hat mich sehr überrascht und war ganz anders als gedacht.
Genau wie „Elbleuchten“ und „Elbstürme“ waren auch die beiden Bände
„Das Tor zur Welt – Träume/Hoffnung“ ein Lesehighlight für mich.

Labyrinth der Freiheit

Andreas Izquierdo
Historischer Roman
erschienen im DuMont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender und aufwühlender Abschluss einer großartigen Trilogie

Klappentext:
Berlin 1922: Die Weimarer Republik steuert auf die Inflation zu, die Nachwehen der Revolution haben sich noch nicht ganz gelegt und die Feinde der Demokratie stehen längst in den Startlöchern. Artur, Isi und Carl entgehen nur knapp einem Mordanschlag. Eine Gruppe rechter Verschwörer will sie tot sehen. Der Feind scheint übermächtig, aber er hat sich mit dem Falschen angelegt: Artur schlägt gnadenlos zurück und treibt die Verschwörer vor sich her.
Carl leidet derweil unter Regisseur Fritz Lang, für den er an Dr. Mabuse arbeitet, wird bei der UFA aber immerhin Zeuge einer echten Revolution: Der sprechende Film startet seinen Siegeszug. Doch die Widerstände gegen die neue Technik sind groß. Und dann ist da noch die Sorge um Isi, die seit dem Anschlag Streit mit jedem sucht, der sich ihr in den Weg stellt. Ihr kompromissloses Verhalten führt schließlich in die Katastrophe …

Mit „Labyrinth der Freiheit“ schließt Andreas Izquierdo seine Trilogie mit den drei Freunde Carl, Artur und Isi ab.
Dies tut er natürlich nicht ohne seine LeserInnen noch einmal ordentlich aufzuwühlen.

Die Protagonisten sind mir ja schon seit den ersten beiden Bänden ans Herz gewachsen.
Ich freue mich darauf sie wieder ein Stück begleiten zu können und habe auch wieder ordentlich mit ihnen gelitten.

Gleich zu Beginn geht es sehr turbulent los. Die drei Freunde entgehen nur knapp einem Mordanschlag.
Artur setzt alles daran um die Verschwörer ausfindig zu machen und Rache zu üben.
Isi ist seit dem Anschlag nicht mehr die selbe.
Sie ist streitsüchtig und kompromisslos.
Auch Carl ist seit der Zusammenarbeit mit Regisseur Lang nicht mehr so glücklich bei der Ufa.

Andreas Izquierdo erzählt die Geschichte in der Ich-Form aus der Sicht von Carl.
Carl erzählt sein Leben und auch das seiner zwei Freunde.
Der Autor beschreibt die Zeit der Weimarer Republik, die Inflation, das wilde Berlin und dessen Schattenseiten sehr authentisch.
Er vermittelt die vielen Gefahren die in der Stadt lauern genauso intensiv wie die Armut und den Hunger.
Das Land kommt einfach nicht zu Ruhe.
Die alleinige Kriegsschuld der Deutschen und die hohen Reparationszahlungen sorgen für immer höhere Inflationsraten.

Andreas Izquierdo schreibt so detailreich und gleichzeitig so unterhaltsam, dass man gar nicht merkt wie die Seiten dahinfliegen.
Ganz nebenbei lässt er viel Zeitkolorit in seine Geschichte einfließen.
So bekommen die LeserInnen ein Gefühl dafür wie schnell die Inflation voranschreitet. Genauso wie die ersten Versuche mit dem sprechenden Film.

Wie schon „Schatten der Welt“ und „Revolution der Träume“ ist auch „Labyrinth der Träume ein wunderschöner und detailreicher Roman. Man spürt die Liebe mit der, der Autor diese Geschichte zu Papier gebracht hat auf jeder Seite.
Ich wurde nach ein paar Seiten schon wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.

Für mich ist auch dieses Buch wieder ein besonderes Highlight.