Das Rätsel von St. Florence

Katharina Schendel
Kriminalroman
240 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Nachtschattenschwestern ermitteln

Klappentext:
Zwischen Kräutergarten und Klostermauern lauern dunkle Geheimnisse: In der Abtei St. Florence an der Küste Cornwalls bereiten die drei ungleichen Nonnen des Nachtschattenordens Marguerite, Angelica und Rosemary das jährliche Kräuterfest vor. Doch als eine Influencerin nach dem Genuss des legendären Melissengeists zusammenbricht, fällt der Verdacht ausgerechnet auf die Abtei. Inmitten von Giftpflanzen, alten Legenden und misstrauischen Dorfbewohnern beginnen die drei zu ermitteln, denn ihr Ruf und die Zukunft des Ordens stehen auf dem Spiel.

„Das Rätsel von St. Florence“ ist ein Cornwall-Krimi von Katharina Schendel.

Die Nachtschattenschwestern, Schwester Angelica und Schwester Rosemary, sind die letzten im Kloster St. Florence.
Das Geld ist knapp und im Kloster müssten dringend Instandhaltungsarbeiten gemacht werden.
Ihre Hoffnung liegt auf dem diesjährigen Kräuterfest. Die Schwestern haben extra frischen Melissengeist gebraut, um ihn auf dem Fest zu verkaufen.
Doch als die Influencerin, die den Schwestern bei der Vermarktung helfen will, von dem Melissengeist probiert, bricht sie zusammen.

Die Charaktere sind sympathisch. Ich habe die Schwestern gerne durch die Geschichte begleitet.

Schwester Marguerite ist 49 Jahre alt und die Äbtissin des Klosters. Vor dem Leben im Kloster war sie Botanikerin, und so kümmert sie sich auch hingebungsvoll um den Klostergarten mit all seinen Kräutern und Heilpflanzen.

Schwester Angelica ist 31 Jahre alt und kümmert sich um den Klosterladen und das Café. Einst war sie Journalistin, zieht jetzt aber die Ruhe des Klosters vor. Ihre Leidenschaft sind True-Crime-Podcasts.

Schwester Rosemary ist 63 Jahre alt und somit die älteste Klosterbewohnerin.
Früher war sie Krankenschwester. Sie stellt aus den Kräutern und Heil- und Giftpflanzen, die im Klostergarten wachsen, Tränke und Salben her. Auch sie liebt Kriminalgeschichten, dabei haben es ihr die französischen Krimis angetan.

Außerdem leben noch Pater Ambrosius, ein 5-jähriger Airedale Terrier, und Poppy die 4-jährige Graugans, im Kloster.

Hin und wieder kommt Reverend Blytheim im Kloster vorbei. Er ist den Schwestern nicht gut gesinnt und verbreitet im Dorf böse Gerüchte.

Ein illustrer Verein, den die Leser*innen begleiten dürfen.
Nachdem sich herausstellt, dass im Melissengeist, den die Influencerin getrunken hat, Gift war und als erstes die Schwestern verdächtigt werden, nehmen sie die Ermittlungen selbst in die Hand.

Katharina Schendel erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Es wechseln sich Spannung und Humor ab.
Der Schreibstil von Katharina Schendel ist flüssig und gut verständlich.
Der Handlungsort, vorwiegend das Kloster, wird anschaulich beschrieben.

„Das Rätsel von St. Florence“ ist ein spannender und zugleich humorvoller Cosy-Krimi, den ich gerne gelesen habe.

Schatten Eis

Anne Nørdby
Thriller
486 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Dänemark

Klappentext:
»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

„Schatten Eis“ ist der 3. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch, das es wirklich verdient, im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.
Die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super-Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise schon das 3. Mal über die Schultern zu schauen, war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet, immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung, nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden spüren.

Jesper Bæk kommt aus einer kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend. Der Anngiaq ist ein böser Geist und ist im Glauben der Inuit verwurzelt. Obwohl Marit eine kluge und selbstbewusste Frau ist, glaubt sie an die Mythologie und an den Anngiaq, denn er hat ihre Familie in Grönland getötet.
Jetzt sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller, was Spannung angeht, alle Register gezogen. Ich denke, das kann man kaum überbieten.
Die Autorin erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre, die immer und überall gegenwärtig ist. Marit fühlt sich beobachtet und man hat beim Lesen das Gefühl, das Böse lauert schon auf der nächsten Seite.
Das führt dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Anne Nørdby vermittelt ihren Leser*innen auch Interessantes über Grönland und wie die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

„Schatten Eis“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt, muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.

Privatermittlerin Marit Rauch Iversen:

  1. Band „Eis. Kalt. Tot.“
  2. Band „Rot. Blut. Tot.“
  3. Band „Schatten Eis“

Hotel Sardona

Martin Oesch und Ralph Weibel
Roman
295 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
3 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hotel in den Schweizer Alpen

Klappentext:
Wo einst prominente Gäste logierten, liegt nun der Staub vergangener Tage: Das Hotel Sardona in den Schweizer Alpen hat seinen Glanz verloren. Drei entfremdete Geschwister, gezeichnet von sehr unterschiedlichen Brüchen in ihrem Leben, erben das Haus, unter der Bedingung, es wiederzueröffnen. Während sie gemeinsam um die Zukunft des Hotels ringen, brechen alte Konflikte auf und lange verdrängte Wahrheiten kommen ans Licht. Kann aus den Trümmern der Vergangenheit eine gemeinsame Zukunft entstehen?

„Hotel Sardona“ von Martin Oesch und Ralph Weibel ist die Geschichte eines Hotels und dessen 3 neuen Besitzern.

Die Autoren haben recht unterschiedliche Charaktere ins Leben gerufen.
Benedikt Walser weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Er schickt seinen einzigen Verwandten einen Brief, indem er sie in sein Hotel Sardona in den Schweizer Alpen einlädt. Dort bekommen die 3 eine Schenkungsurkunde. Benedikt vermacht ihnen sein Hotel, mit der Auflage, es wieder neu zu eröffnen. Doch wenn die Geschwister das Hotel annehmen, müssen sie für die Renovierung viel Geld in die Hand nehmen. Geld, das sie nicht besitzen.

Walter sitzt seit einem Unfall auf einer Baustelle im Rollstuhl. Mit seiner Ehe steht es nicht zum Besten. Finanziell kommt er mehr schlecht als recht über die Runden.

Robert ist der Erfolgreiche der Geschwister. Nach außen hin sieht er auch wohlhabend aus. Fährt ein großes Auto und macht auch sonst einen auf dicke Hose. Nur in Wirklichkeit sieht es ganz anders aus.

Franziska ist gleich von dem Hotel begeistert. Sie lebt in Frankreich, hat einen Sohn, der beim Vater lebt und den sie nur selten sehen darf.

In dem Hotel leben außer Benedikt noch zwei Flüchtlinge, ein Mädchen und ein Bernhardiner.

Die Geschwister treffen sich nach langer Zeit wieder. Dass sie zerstritten sind, ist deutlich zu spüren. Die Leser*innen lernen jeden gut kennen. Ich habe zu keinem einen richtigen Zugang gefunden. Keiner konnte mir so richtig sympathisch werden.

Nach dem Abend, an dem Benedikt den Geschwistern das Hotel anbietet, ist er auch verschwunden.
Nach einiger Zeit einigen sich die Geschwister darauf, das Hotel anzunehmen. Jetzt beginnt die Planung, die eher etwas konstruktiv ist. Ob die Geschwister je das Geld zusammenbekommen, um das Hotel zu renovieren, ist fraglich.
Ich konnte die Handlungen, was die drei Geschwister angeht, nicht immer nachvollziehen.

Die beiden Autoren haben ein schönes Setting für die Geschichte gewählt. Ich konnte es mir gut vorstellen. Das verlassene Hotel, mit seinem prächtigen Entrée.

Die Geschichte wird auch recht kurzweilig erzählt. Die einzigen Bewohner sind zwei Flüchtlinge, was man als Leser*in von ihnen erfahren hat, das fand ich interessant.
Hier hätten die Autoren gerne etwas tiefer ins Detail gehen können.

„Hotel Sardona“ ist ein leichter Roman, den man zwischendurch einmal lesen kann.

Das Schicksal der Herzogin

Johanna von Wild
Historischer Roman
408 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sibylla, Herzogin von Württemberg

Klappentext:
Sibylla von Anhalt wächst Mitte des 16. Jahrhunderts unbeschwert auf Schloss Dessau auf, teilt das Interesse ihrer Stiefmutter an Heilkräutern und heiratet Friedrich von Mömpelgard. Für beide ist es eine Liebesheirat und die Familie wächst schnell. Doch bald trübt sich das Glück. Als Friedrich Herzog von Württemberg wird, kommt es nicht nur zwischen den Eheleuten, sondern auch mit den Landständen zu Spannungen. Sibyllas einzige Lichtblicke sind die Arzneikammer und die heimlich erblühende Liebe zum Arzt von St. Catharina.

„Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild ist ein historischer Roman über Sibylla von Württemberg.

Johanna von Wild schickt ihre LeserInnen in das 16. Jahrhundert. Die junge Sibylla von Anhalt wächst behütet auf Schloss Dessau auf und lernt von ihrer Stiefmutter alles über Heilkräuter.

Wir lernen Sibylla schon bei ihrer Geburt kennen und begleiten ihren Lebensweg. Sie ist das 4. Kind und wächst in liebevoller Umgebung auf. Schon als Kind lernt sie Friedrich von Mömpelgard kennen. Sein Zuhause ist nicht so liebevoll wie das von Sibylla.
Sibylla und Friedrich heiraten aus Liebe, nicht weil die Eltern die Kinder einander versprochen haben. Die Ehe ist glücklich und die Familie wächst. Erst als Friedrich Herzog von Württemberg wird, ändert sich das. Sibylle ist als Herzogin von Württemberg auf einmal der Unbill ihres Ehemannes ausgesetzt. Sie leidet sehr unter der Veränderung ihres Mannes.
Sibylla findet zurück zu ihren Heilkräutern und lernt den Arzt von St. Catharina kennen.

Johanna von Wild erzählt den Lebensweg von Sibylla emotional und interessant. Mir hat es viel Freude gemacht, Sibylla auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben.
Vom kleinen Kind wird sie zur liebenden Frau und später zur Herzogin von Württemberg.
Die Ränkespiele und die Machtkämpfe am Hof setzten ihr zu, dazu kommt noch, dass ihr Ehemann sich sehr verändert und es auch mir der Treue nicht mehr so genau nimmt.

Mir war Sibylla schnell sympathisch und ich habe sie gerne begleitet. Ich habe mit ihr gelacht und mit ihr geweint.

Auch das 16. Jahrhundert wird von Johanna von Wild gekonnt widergespiegelt. Man fühlt sich schnell in diese Zeit versetzt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht verständlich.

Am Anfang ist ein Personenverzeichnis, in dem die realen Persönlichkeiten markiert sind. Das finde ich bei historischen Romanen immer sehr hilfreich.

Mit ihrem Roman „Das Schicksal der Herzogin“ hat mich Johanna von Wild wieder einmal begeistert.

Polarblut-Tödliches Leuchten

Tuva Brø
Kriminalroman
329 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannung aus Norwegen

Klappentext:
In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Noch bevor Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø Antworten finden können, geschieht ein zweiter Mord. Tief im Schnee, in einer abgelegenen Hütte, wird ein Mann in einen Hinterhalt gelockt und erstochen – ausgerechnet in einer Nacht, in der die Nordlichter besonders hell über den Himmel tanzen. Zwei Tote. Zwei Tatorte. Und es gibt nur stumme Zeugen: die Polarlichter.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman aus Norwegen von Tuva Brø.

Die Autorin nimmt ihre Leser*innen mit nach Norwegen, bis hin zum Polarkreis.
Hier geht die Sonne im Sommer nicht unter und im Winter ist es fast den ganzen Tag dunkel, dafür kann man immer wieder die herrlichen Polarlichter sehen.

Der Tourismusunternehmer Glen Solberg wird in ihrem Haus durch einen Kopfschuss ermordet. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen die Ermittlungen auf. Ihnen stehen die Polizisten Harald, Olav und Hedda zur Seite.
Bald schon gibt es einen zweiten Mord. Und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren,
Doch die Ermittler haben es selten mit so brutalen Morden zu tun.

Tuva Brø erzählt die Geschichte mit viel Spannung. Die Atmosphäre ist durch die Dunkelheit im Winter recht düster. Einzig die Polarlichter bringen etwas Licht in die Dunkelheit.
Die Landschaft und die Polarlichter am Himmel werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Anta Thorsen und Hans Vigeland sind keine gesichtslosen Protagonisten, die Leser*innen lernen sie gut kennen und bekommen auch einen Einblick in ihr Privatleben.
Sie gefallen mir gut und haben viel Potenzial für weitere Fälle. Ich hoffe ja, dass es sich hierbei um den Auftakt einer Krimireihe handelt.

Tuva Brø hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzeugt Spannung, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrechterhält.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman, der sich gut in die skandinavische Krimiwelt einreihen kann.

grün, tot, weiß

Anja Goerz und Eric Niemann
Kriminalroman
300 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Insel unter Mordverdacht

Klappentext:
Am Fuß der Hummerklippen wird der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger ermordet aufgefunden, der sich für die Recherche zu seinem neuen Buch auf Helgoland aufhielt. Bei ihren Ermittlungen stoßen die nach einem Burnout frisch in den Dienst zurückgekehrte Hauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp bald auf ein unfertiges Manuskript, das brisanter nicht sein könnte: Darin enthüllt Gröger die dunklen Machenschaften einflussreicher Helgoländer, von Korruption bis Schmuggel. Plötzlich steht die ganze Insel unter Mordverdacht.

„grün, tot, weiß“ ist der 1. Band der neuen Krimireihe „Herma und Jan ermitteln“ von Anja Goerz und Eric Niemann.

Der Krimiautor Christian Gröger ist zwecks einer Recherchereise auf Helgoland. Dann wird seine Leiche am Fuß der Hummerklippen gefunden.
Hauptkommissarin Herma Bahnsen, die nach einem Burnout gerade ihren Dienst wieder antritt übernimmt den Fall. Zusammen mit ihrem Kollege Jan Tesdorp ermittelt sie. Die Ermittler finden ein unfertiges Manuskript, von hoher Brisanz. Darin legt der Autor so einige dunkle Machenschaften der einflussreichen Helgoländer offen. Jetzt steht praktisch die ganze Insel unter Mordverdacht.

Anja Goerz und Eric Niemann bauen in ihrem Krimi schnell Spannung auf und halten diese auch bis zum Ende aufrecht. Mit etwas Humor lockern sie die Geschichte immer wieder auf.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Ermittler gefallen mir gut und haben Potenzial für viele weitere Fälle.
Auch die Helgoländer in ihrer Verschwiegenheit und manchmal etwas rauen Art werden gut in Szene gesetzt.
Auch der Handlungsort wird gut beschrieben.

Der Schreibstil von Anja Goerz und Eric Niemann ist flüssig und gut verständlich. Vor allem ist er aus einem Guss, man spürt beim Lesen nicht, dass 2 Autoren an der Geschichte gearbeitet haben.

„grün, tot, weiß“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band.

FördeBlut

Andreas Schmidt
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannender Küsten-Krimi

Klappentext:
Ein regnerischer Dienstagmorgen in Husum: Die siebzehnjährige Lotta Koopmann ist spurlos verschwunden. Zeitgleich wird auf einer einsamen Landstraße zwischen Fockbek und Rendsburg der Programmierer Jannick Molander brutal hingerichtet. Kristin Voss, eine scharfsinnige Kriminalhauptkommissarin aus Flensburg mit einem unbestechlichen Instinkt, übernimmt mit ihrem Partner Lars Reimers die Ermittlungen. Bald stehen die beiden vor einem Rätsel, das sie tief in die dunklen Abgründe Schleswig-Holsteins führt. Es wird klar: Hier geht es um weit mehr als der erste Blick vermuten lässt.

„FördeBlut ist der 3. Band der Reihe Kommissarin Kristin Voss von Andreas Schmidt.
Auch dieser Band ist wieder ein intelligent konstruierter Krimi und hat ein schönes Setting.
Andreas Schmidt hat sympathische Charaktere zum Leben erweckt.
Kommissarin Kristin Voss war mir gleich im 1. Band sympathisch. Sie hat sich mittlerweile in Flensburg gut eingelebt. Ihr Job bei der Kripo Flensburg gefällt ihr. Mit den Kollegen kommt sie gut zurecht. Ihr Chef, Jens Beck hält große Stücke auf sie. Nur der vorlaute Kollege Max Paulsen macht ihr und den Kollegen das Leben manchmal schwer.
Auffallend sind seine T-Shirts mit „lustigen“ aber auch mal frauenfeindlichen Sprüchen.
Auch Lars Reimers, ein Kollege aus Eckernförde ist auch ein liebenswerter Charakter. Er leistet wieder Amtshilfe und Kristin genießt die Zusammenarbeit mit Lars. Auch privat sind die beiden ein gutes Team.

Es gibt gleich mehrere Fälle. Die siebzehnjährige Lotta Koopmann ist verschwunden. Sie war auf einer Geburtstagsparty und sollte auch dort übernachten. Wie es aussieht, hat sie die Party früher verlassen und seither hat sie niemand mehr gesehen.
Zeitgleich wird der Programmierer Jannick Molander auf der Landstraße in seinem Auto erschossen.
In beiden Fällen wird getrennt voneinander ermittelt.
Kristin Voss und Lars Reimers ermitteln im Umfeld von Jannick Molander. Bald gibt es mehrere Verdächtige. Sein Vater ist nicht gut auf Jannick zu sprechen, seinen Aussagen, seine Aussagen zeugen von Verachtung. Im beruflichen Umfeld gibt es auch Ungereimtheiten. Jannick hat an einer geheimen Verschlüsselungssoftware gearbeitet.

Auch im Fall der vermisste Lotta kommen die Ermittler nur schwer voran. Niemand hat das Mädchen nach der Party gesehen. In ihrem Zimmer machen die Ermittler eine unglaubliche Entdeckung.

Andreas Schmidt hat einen angenehmen und spannenden Schreibstil.
Das Lesen des Krimis, den Ermittlungen zu folgen und zu rätseln, wer der Täter ist,
hat mir großen Spaß gemacht. Das schöne Setting beschreibt Andreas Schmidt eindringlich so, dass man sich die Umgebung gut vorstellen kann und auch ein bisschen Lust auf Urlaub verspürt.

Andreas Schmidt spannt den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte. Die Auflösung und das Motiv sind am Ende überraschend und schlüssig.

Mit „FördeBlut“ ist Andreas Schmidt wieder ein spannender und unterhaltsamer Krimi gelungen.

Ich freue mich jetzt schon auf den 4. Band.

Der grosse Ufa-Bluff

Anton Leiss-Huber
Historischer Roman
262 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Nach einer wahren Begebenheit

Klappentext:
Februar, 1945. Eberhard Schmidt, Produktionsleiter der UfA, schmiedet einen kühnen Plan: Bevor die SS unliebsame Künstler loswerden kann, bringen sich einige von ihnen nach Mayrhofen in Sicherheit. In Tirol werden sie angeblich einen Film für den deutschen Endsieg produzieren. Doch was den Anschein eines Drehs hat, ist in Wirklichkeit ein Spiel mit dem Feuer. Das Team hat keinen Meter Film dabei! Während die Crew den Sieg der Alliierten herbeisehnt, entfacht sich zwischen den Schauspielern Luis Adrian und Lisa Lion ein ganz anderes Feuer.

„Der grosse Ufa-Bluff“ ist ein Roman, der auf eine wahre Begebenheit beruht von Anton Leiss-Huber.

Die Geschichte spiet mitten im 2. Weltkrieg. Vielen ist bekannt, dass, das Naziregime einige Schauspieler loswerden wollte. Stellvertretend für sie, stehen hier die fiktiven Schauspieler Luis Adrian und Lisa Lion, sowie eine Filmcrew.
Sie machen sich auf nach Mayrhofen, um da einen Film für den Endsieg zu drehen. Doch Filmmaterial ist nicht im Gepäck. Alles ist nur eine Inszenierung, um die Darsteller vor dem Naziregime zu retten.

Anton Leiss-Huber legt seiner Geschichte eine wahre und interessante Gegebenheit zu Grunde. Ich habe schon so viele Bücher gelesen, die sich mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt haben. Von dieser Geschichte wusste ich nichts und wahr sehr überrascht.
Man spürt, dass der Autor sehr genau recherchiert hat. Die Geschichte wird sehr realistisch erzählt. Man spürt die Angst und den Druck, ein falsches Wort und alles kann auffliegen.

Anton Leiss-Huber hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Die Dramatik rund um die Inszenierung der angeblichen Filmproduktion wird den Leserinnen gut vermittelt. Auch die Zeit der Handlung, das Hoffen, das der Krieg endlich zu Ende geht kommt gut bei den Leserinnen an.

„Der grosse Ufa-Bluff“ ist ein interessanter und unterhaltsamer Roman den ich mit Freude gelesen habe.

Lügen sind Rudeltiere

Michael Moser
Kriminalroman
465 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein gelungenes Krimidebüt

Klappentext:
Um über einen persönlichen Schicksalsschlag hinwegzukommen, besucht die PR-Beraterin Romy Sternek regelmäßig heimlich fremde Beerdigungen auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. In der Gemeinschaft der Trauernden findet sie Trost. Während der Beisetzung des Mordopfers Lukas Delbrück wird sie Zeugin eines tätlichen Angriffs. Da der ermittelnde Kommissar ihre Beobachtungen ignoriert, beginnt sie selbst Nachforschungen anzustellen. Dabei verstrickt sich Romy immer tiefer in ein Netz aus Intrigen und gefährlichen Lügen, bis sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt.

„Lügen sind Rudeltiere“ ist das Krimidebüt von Carla Eisfeldt.

Im Mittelpunkt steht die PR-Beraterin Romy Sternek. Nach einem Schicksalsschlag findet Romy Trost darin Beerdigungen zu besuchen und in der Gemeinschaft anderer Trauernden zu sehen, sie ist nicht allein. Bei der Beerdigung eines Mordopfers macht Romy eine Beobachtung und sie stellt Nachforschungen an.

Carla Eisfeldt baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Dabei ist die Geschichte aber nicht brutal oder blutrünstig. Es ist ein Krimi den auch zartbesaitete Krimiliebhaber gut lesen können.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Romy Sternek, ist zwar nicht immer ehrlich, doch ich habe sie und auch ihre Nachbarin Margit schnell liebgewonnen.
Die Geschichte wird auch in der Ich-Perspektive aus Sicht von Romy erzählt. So ist man Romy sehr nahe und lernt sie sehr gut kennen.

Die Schauplätze werden von der Autorin sehr gut beschrieben. Ich habe über 60 Jahre in Frankfurt gelebt, bin erst vor ein paar Monaten weggezogen. Für mich war es schön, die Protagonisten zu den mir bekannten Schauplätzen zu begleiten.

Der Schreibstil vom Carla Eisfeldt ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch an 2 Abenden ausgelesen.

„Lügen sind Rudeltiere“ ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi. Ich wünsche mir mehr davon.

Skala des Bösen

Michael Moser
Kriminalroman
284 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Psychothriller vom Feinsten

Klappentext:
Ein perfider Plan, eine tödliche Lüge und eine Frau, die alles verliert. Lena hat als Anwältin gelernt zu kämpfen. Doch nichts hat sie auf diesen Tag vorbereitet: Ihre Familie ist verschwunden und sie steht unter Verdacht. Während die Polizei sie in die Enge treibt, ihre Kollegen sich von ihr abwenden und Freunde zu Feinden werden, wird ihr klar: Jemand inszeniert in ihrem Leben das perfekte Verbrechen. Ein Feind, der ihre tiefsten Ängste kennt. Aber wer? Und warum? Um ihre Familie zu retten, muss Lena tief in eine dunkle Welt eintauchen, aus der es vielleicht kein Zurück mehr gibt.

„Die Skala des Bösen“ von Michael Moser ist ein spannender Thriller.

Im Mittelpunkt steht die Anwältin Lena von Nierstein. Sie ist dabei alles, was sie sich aufgebaut hat zu verlieren. Lena arbeitet in einer namhaften Kanzlei. Ihr Mann Mark ist Künstler aber nicht besonders erfolgreich. Er versorgt den Haushalt und den gemeinsamen Sohn Luca. Doch nach einer Ausstellung, die wenig Zuspruch fand, ändert sich das Verhalten von Mark und es kommt häufig zu Streitigkeiten zwischen dem Paar.
Als die Familie mit dem Auto unterwegs ist und einen Stopp einlegen, steht Lena plötzlich allein da. Das Fahrzeug samt Insassen ist verschwunden. Es beginnt eine Suche nach Mark und Luca die sehr nervenaufreibend ist. Das schlimme, Lena steht unter Verdacht und die ganze Welt scheint sich gegen sie zu stellen.

Michael Moser versteht es Spannung aufzubauen. Manchmal musste ich atemlos innehalten, bevor ich weiterlesen konnte.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd.
Immer wieder führt Michael Moser Wendungen in die Geschichte ein, so dass es nicht möglich ist zu ahnen, wie alles zusammenhängt. Das Ende ist dann spektakulär und überraschend.
Es lässt auch vermuten, dass es einen weiteren Band geben wird. Ich wäre auf jeden Fall wieder dabei.