Wirf einen Schatten

Elena Fischer
Roman
288 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein einfühlsamer Roman

Klappentext:
Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis‘ ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie, sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.

„Wirf einen Schatten“ ist der neue Roman von Elena Fischer.
Schon der Debütroman von Elena Fischer, „Paradise Garden“, hatte mir gut gefallen, und so war ich schon gespannt auf das neue Werk der Autorin.

Im Mittelpunkt steht Joseph. Er ist ein sehr sensibler Mensch. Er bewältigt seinen Alltag auf dem Hof, denn er ist der Einzige aus seiner Familie, der den Hof hat übernehmen können. Seine Eltern sind gestorben und auch sein Bruder lebt nicht mehr. Zum Leben als Bauer, gehört es auch Tiere zu schlachten. Das fällt Joseph nach all den Jahren immer noch schwer und er verspürt eine gewisse Schuld.
Sein Wunsch, mit der Krankenschwester Lis zusammen den Hof zu bewirtschaften, ist fehlgeschlagen. Lis hat nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes den Hof verlassen. Sie hat realisiert, dass sie für das Leben auf dem Land nicht geschaffen ist.
Joseph fühlt sich allein und denkt darüber nach, was das Leben noch für einen Sinn macht. Er träumt sogar davon, sich umzubringen.
Doch da klopft Birdie an seine Tür. Eine junge, geschwächte und kranke Frau. Joseph holt Hilfe bei einer Hebamme und pflegt die junge Birdie gesund.

Auch Ada, Josephs Schwägerin, sorgt sich um ihn. Ada ist eine intellektuelle junge Frau, die sich im Gegensatz zu ihrer Schwester, mit Joseph verbunden fühlt.

Das Ganze verfasst Elena Fischer zu einer spannenden und einfühlsamen Geschichte.
Die Charaktere wirken lebendig und haben mir gefallen.
Besonders Joseph mit seiner Sensibilität, auch seinen Tieren gegenüber. Ich habe mit ihm gefühlt, als er so allein auf seinem Hof war.

Die Geschichte ist in den Jahren 1963/1964 angesiedelt, vieles kann man sich aber auch in der heutigen Zeit vorstellen. Es gibt Rückblicke in die Jahre 1957-1961, in denen die Leser*innen erfahren, wie es zu der Situation in der Gegenwart gekommen ist.

Elena Fischer hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Ihre Sprache ist ausdrucksstark und einfühlsam.

Mit „Wirf einen Schatten“ konnte Elena Fischer mich wieder beeindrucken.

Ein unglücklicher Tod

Peter Grainger
Kriminalroman
283 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Eva Regul
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Nach einem internen Ermittlungsverfahren hätte man DC Smith bei der Polizei von Norfolk gern in Rente geschickt. Zu alt, zu eigensinnig, zu charakterstark befand man, doch Smith lebt für seinen Beruf und schert sich wenig darum, was seine Vorgesetzten gern hätten. Er bekommt einen Routinefall zugeteilt. der Unfalltod eines Siebzehnjährigen, doch was sich da vor Smith eröffnet, ist nichts weniger als die Frage nach Recht oder Gerechtigkeit.

„Ein unglücklicher Tod“ ist der 1. Band der Reihe „Ein Fall für DC Smith“ von Peter Grainger.

DC Smith arbeitet bei der Polizei in Norfolk. Nach einer unfreiwilligen Auszeit ist er wieder am Start. Seinen Vorgesetzten wäre es lieber, Smith würde sich für den angebotenen Ruhestand entscheiden. Davon will Smith aber nichts hören. So wird Smith ein Routinefall, ein Unfalltod zugeteilt.
Smith bekommt zur Unterstützung den jungen DC Chris Waters zugeteilt, den er allerdings erst mit der Polizeiarbeit vertraut machen muss. Noch ahnen sie nicht, welche Ausmaße der Fall annehmen wird.

Peter Grainger hat seine Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
DC Smith ist ein erfahrener Polizist und er arbeitet nicht immer nach Vorschrift. Seine unkonventionelle Art hat ihm schon manchen Ärger eingebracht.
DC Chris Waters ist ganz neu in diesem Job. Er hat ein schnelles Auffassungsvermögen und man kann schon ahnen, dass er einmal ein guter Polizist wird. Mit DC Smith zusammenzuarbeiten, war sein Wunsch. Von seinem Vater, der auch Polizist war, hat er schon viel von Smith gehört.

Peter Grainger erzählt den Fall mit all seinen Ausläufern spannend. Zu Beginn sieht alles nach einem Unfall aus, aber Smith ahnt, dass mehr dahintersteckt. Doch Smith fängt an, Dinge zu hinterfragen. Eine unerklärliche Kopfwunde und genauso wenig erklärbare Abdrücke auf der Brust genügen Smith, um an ein Verbrechen zu denken. Er fängt an. die letzten Stunden des Opfers zu rekonstruieren.

Peter Grainger beschreibt außer den Ermittlungen auch die Sparmaßnahmen bei der Polizei. Immer weniger Mitarbeiter stehen zur Verfügung. Trotz allem muss die Arbeit weitergehen und die Ermittlungen müssen zu schnellen Erfolgen führen.

Der Schreibstil von Peter Grainger ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
„Ein unglücklicher Tod“ ist ein gelungener Auftakt der Krimireihe. Da es im Original schon 17 Bände gibt, denke ich, dass es bald neue Fälle mit DC Smith geben wird.

Die Lockvögel

Anna Nicholas
Kriminalroman
395 Seiten
Übersetzt aus dem britischen Englisch von Eva Regul und Alexandra Berlina
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen auf Mallorca

Klappentext:
Isabel Flores wundert sich. Wer bitte stiehlt in Sant Martí den Nachbarn die Haustiere? Als sie gerade die Neugier packt, ruft Tolo Cabot an, ihr Freund und ehemaliger Kollege bei der Polizei. Er bittet sie erneut um Hilfe in einem Entführungsfall, doch keine Hunde und Papageien, sondern die junge Floristin Paloma Crespí ist spurlos verschwunden. Wieder einmal ist Isabels ganzes Können gefragt und die Unterstützung des halben Dorfes.

„Die Lockvögel“ ist der 2. Band der Mallorca-Krimireihe von Anna Nicholas.

Anna Nicholas entführt ihre Leser*innen nach Mallorca.
Der Herbst hält Einzug und langsam kehrt Ruhe auf der beliebten Urlaubsinsel ein.
Isabel Flores möchte die ruhige Zeit nutzen und sich um ihre Ferienwohnungen kümmern.
Da erfährt Isabel, dass Haustiere plötzlich verschwinden. Wer bitte schön stiehlt Haustiere?
Tolo Cabot, ehemaliger Polizeikollege und Freund von Isabel, braucht ihre Hilfe. Er steckt in einem Entführungsfall. Die junge Floristin Paloma Crespí ist verschwunden.
Und schon steckt Isabel wieder mitten in einem Fall.

Wer schon einmal die Insel besucht hat, wird viele bekannte Orte wiederentdecken. Die Autorin beschreibt die Insel sehr detailliert. Ich habe die schöne Landschaft und die Orangenplantagen förmlich vor mir gesehen.
Auch die Protagonisten werden gut in Szene gesetzt.
Isabel hat mir schon im ersten Band gut gefallen. Sie ist selbstbewusst und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Sie arbeitet sie als externe Polizistin und wird immer zu schwierigen Fällen hinzugezogen. Ansonsten vermietet Isabel Ferienwohnungen.

Der Fall der entführten Floristin beschäftigen Isabel und Tolo Cabot, aber auch die verschwundenen Haustiere lassen Isabel nicht zur Ruhe kommen. Im Fall der verschwundenen Haustiere gibt es Spuren, die in ein Versuchslabor führen. Der Fall scheint auch unabhängig von der Entführung der Floristin zu sein. Hier gibt es gleich mehrere Verdächtige. Nur wer schließlich dafür verantwortlich ist, bleibt lange offen.

Anna Nicholas erzählt den Fall spannend. Immer wieder gibt es Wendungen, die einen Verdacht plötzlich unbrauchbar machen.
Die Landschaft, Menschen und das gute Essen Mallorcas werden ausführlich beschrieben.
Ein bisschen Fernweh bekommt man beim Lesen schon.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Die Lockvögel“ ist ein spannender Kriminalroman mit schönem Setting. Ich freue mich schon auf den 3. Band.

Die unmögliche Rückkehr

Amélie Nothomb
Roman
132 Seiten
Übersetzt aus dem Französischen von Brigitte Große
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

len Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Reise nach Japan

Klappentext:
An Orte der Vergangenheit zurückkehren, an das anschließen, was einmal war, für Amélie Nothomb ist das unmöglich. Seit 12 Jahren war sie nicht mehr in Japan, dem Land ihrer Kindheit, das sie so liebt und zu dem sie eine so zwiespältige Beziehung hat. Doch als eine Freundin eine Reise gewinnt und Amélie kurzerhand als Fremdenführerin verpflichtet, kann sie nicht anders als sich mitreißen lassen. Sie entdeckt das Land aufs Neue und damit auch ihre Faszination. Denn die Rückkehr ist unmöglich, zum Glück.

In „Die unmögliche Rückkehr“ erzählt Amélie Nothomb wieder ein Stückchen aus ihrem Leben.

Als Tochter eines Diplomaten musste die Autorin in ihrer Kindheit und Jugend zusammen mit ihren Eltern oft den Wohnort wechseln. Dabei ist sie nicht nur in eine andere Stadt gezogen, sondern gleich in ein anderes Land.

Geboren wurde Amélie Nothomb in Japan, dem Land, das ihr von allen am meisten bedeutet hat. Als junge Erwachsene reist die Autorin zusammen mit ihrer Freundin wieder nach Japan. Doch das Land ist Amélie fremd geworden und sie muss es auf eine neue Art für sich entdecken.

Die Geschichte liest sich wie ein Reiseführer. Die Leser*innen lernen zusammen mit der Autorin das Land kennen.
Aber auch alte Erinnerungen der Autorin finden ihren Platz in diesem Buch.
So vermischen sich alte und neue Eindrücke.

Amélie Nothomb zeichnet ein deutliches Bild von sich, die in vielen Ländern aufgewachsen ist. Von Japan heute und den Erinnerungen des früheren Japans.

So wie Amélie Nothomb ihrer Freundin das Land und dessen Kultur zeigt, so zeigt sie es auch ihren Leser*innen.
Dabei hat Amélie Nothomb einen so schönen und poetischen Schreibstil. Die Geschichte hat viele schöne Sätze, die ich mir angestrichen hab. Die Autorin versteht es, mit der Sprache zu spielen.

„Die unmögliche Rückkehr“ hat mir, wie schon einige Geschichten von Amélie Nothomb wieder sehr gut gefallen.

Die unbekannte Sally Hemings

Barbara Chase-Riboud
Roman
610 Seiten
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Werner Peterlich
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Interessanter Roman, nicht ganz einfach zu lesen

Klappentext:
Über 200 Jahre wurde unter Verschluss gehalten, dass die wichtigste Frau an der Seite des dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson seine Sklavin Sally Hemings war. Erst die international bekannte Künstlerin Barbara Chase-Riboud gab ihr mit diesem Roman eine Identität und ihre eigene Geschichte zurück. In ›Sally Hemings‹ zeichnet sie das Bild einer stolzen, eigenwilligen Frau, die statt Freiheit die Liebe wählte und zeitlebens um ihren Platz in Jeffersons Leben kämpfte.

„Die unbekannte Sally Hemings“ von Barbara Chase-Riboud, erzählt die Geschichte der Frau, die hinter dem US-Präsidenten Thomas Jefferson stand.

Im Mittelpunkt steht Sally Hemings, die wir zu Beginn als ältere Frau kennenlernen. Sie erzählt hier ihre Geschichte.
Sally kam schon als Kind mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf die Plantage Monticello von Thomas Jefferson.
Als Sally Hemings 15 Jahre alt war, begann ihre Liebesbeziehung mit Thomas Jefferson. Im Laufe der Jahre bekam sie 7 Kinder von Jefferson. Die Beziehung zwischen Sally und Jefferson blieb unentdeckt. Auch ahnte niemand, dass Jefferson der Vater von Sallys Kindern ist.
Erst im Jahre 1998 bestätigte eine DNA-Analyse, was einige vermuteten.

Barbara Chase-Riboud erzählt die Geschichte recht umfangreich, mit einigen Zeitsprüngen.
Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Man sollte diesem Buch auch die nötige Zeit geben.
Die ganzen familiären Verbindungen und Zugehörigkeiten sind auch nicht einfach zu verfolgen. Zum Glück ist dem Buch ein Stammbaum vorangestellt, der „die weisse Familie“ und einmal „die Sklavenfamilie“ aufzeigt. Ja, diese Unterschiede werden hier gemacht, denn Sally ist eine Sklavin und die Beziehung zwischen ihr und Jefferson bleibt geheim.

Barbara Chase-Riboud führt die Leserinnen in ein historisches Amerika, das diese hautnah erleben können. Als Leserin erfährt man viel über das Amerika der 1770er bis zu den 1830er Jahren. Die Zeit wird detailliert und interessant beschrieben.

Barbara Chase-Riboud lässt das Thema Sklaverei auferstehen und gibt auch hier detaillierte Beschreibungen.
Stellenweise ist das Buch eine lange Geschichtskunde, in der man viel Interessantes erfährt.

Der Schreibstil von Barbara Chase-Riboud ist nicht einfach zu lesen. Manchmal sind die Dialoge etwas sperrig. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Bei mir war das Interesse, mehr über Sally zu erfahren, so groß, dass ich immer weiterlesen musste.

Sally Hemings ist ein sehr interessanter Charakter. Sie hat von Barbara Chase-Riboud die Aufmerksamkeit bekommen, die ihr als Frau an der Seite des US-Präsidenten Thomas Jefferson eigentlich auch zusteht.

Bredouille

Martin Walker
Kriminalroman
368 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Michael Windgassen
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Guter Kriminalroman der sich von Mainstream abgrenzt

Klappentext:
An einem malerischen Aussichtspunkt über dem Vézère-Tal findet Bruno die Leiche von Monique, einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auf dem Beifahrersitz drei Abschiedsbriefe, der Fall scheint klar. Doch Bruno wird ein ungutes Gefühl nicht los. Gleichzeitig verbreiten sich in Saint-Denis heimtückische Gerüchte, und schon bald steht sein Posten auf dem Spiel. Trotz allem bleibt Bruno Bruno. Er lässt sich ein köstliches Essen in prickelnder weiblicher Gesellschaft nicht entgehen und macht sich daran herauszufinden, was wirklich mit Monique passiert ist.

„Bredouille“ ist der 18. Band der Reihe Bruno Chef De Police von Martin Walker.

Die erfolgreiche Geschäftsfrau Monique hat offensichtlich Selbstmord begangen. Sie wird in ihrem Auto gefunden, ein Abschiedsbrief auf dem Beifahrersitz. Für Bruno sieht das alles nicht so offensichtlich aus. Für ihn ergeben sich einige Fragen, warum hat Monique sich in ihrem Auto umgebracht? Warum auf einem Parkplatz? Dafür spricht, dass Monique erst kürzlich eine Fehlgeburt hatte und wahrscheinlich ihren Kinderwunsch begraben muss. Aber hat sie sich deshalb das Leben genommen?
Bruno hat Zweifel und muss dem nachgehen.

Dazu kommt noch, dass der Neffe eines Generals, ein junger Rekrut der Polizeiakademie, ins schlechte Licht gerückt ist. Das gilt es mit Vorsicht und Diplomatie zu untersuchen.

Bruno ist Chef De Police und ein interessanter Charakter. Ich habe ihn im Laufe der Reihe zu schätzen gelernt. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe und löst seine Fälle immer mit Engagement und Intelligenz. Nebenbei ist er ein begnadeter Koch und es gibt in den Geschichten immer reichlich zu essen.
Um besser Nachdenken zu können, macht er gerne lange Spaziergänge, neben ihm sein Basset. Oder auch mal zwei Bassets und Laura, das Frauchen des anderen Hundes.
Da ist aber immer noch Florence, die fast Ehefrau von Bruno.

Bruno sitzt bei seinen Ermittlungen und auch privat zwischen zwei Stühlen, eine echte Bredouille.

Martin Walker hat hier wieder eine interessante und spannende Geschichte verfasst.
Die Leser*innen können sich auf Spannung, viel Lokalkolorit und gutes Essen freuen.

Martin Walker hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.
Seine Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

„Bredouille“ ist wieder ein spannender und authentischer Kriminalroman von Martin Walker.

Mit anderen Augen

Jane Tara
Roman
485 Seiten
Übersetzt aus dem australischen Englisch von Tanja Handels
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Sichtbarkeit und Selbstverwirklichung

Klappentext:
Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.

„Mit anderen Augen“ ist ein faszinierender Roman von Jane Tara.

Im Mittelpunkt steht Tilda Finch, eine 52-jährige Geschäftsfrau und Mutter. Sie traut ihren Augen nicht mehr, den plötzlich sieht sie immer weniger Körperteile von sich. Es ist, als ob sie sich auflöst.
Doch ihre Ärztin sagt, genau so wäre es. Tilda würde langsam unsichtbar werden. Doch Tilda steht mitten im Leben und möchte sichtbar sein.

Jane Tara hat sich ein schweres Thema für ihren Roman ausgesucht, das Unsichtbarwerden von Frauen.
So wie es Tildas in diesem Roman ergeht, so ergeht es vielen Frauen, ab einem gewissen Alter werden sie nicht mehr wahrgenommen. Doch Tilda kämpft um ihre Sichtbarkeit.

Jane Tara hat tolle Charaktere zum Leben erweckt. Besonders gefällt mir natürlich Tilda. Es macht Freude, sie auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit zu begleiten.

Mit viel Humor und manchmal auch etwas überspitzten Szenen nimmt Tilda den Kampf auf.
Ich musste bei der Geschichte, obwohl es ein ernstes Thema ist, oft schmunzeln.

Jane Tara erzählt die Geschichte mit einem flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Immer wieder streut sie Humor ein und man stößt auf einige Metaphern.

„Mit anderen Augen“ ist ein erfrischender Roman, den ich in einem Stück gelesen habe.

Giftige Blüten

Luca Ventura
Roman
352 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Capri-Krimi

Klappentext:
Die junge Lina Verde sucht an den rauen, steilen Hängen von Capri nach einer seltenen Orchidee. Kurz darauf findet Fischer Zeno ihren leblosen Körper. Er behauptet, Lina und er seien ein Paar gewesen, kennt aber nicht einmal ihre Adresse. Hat er sie getötet? Zeno ist ein notorischer Lügner, bei Touristinnen gibt er den Capri-Fischer zum Anfassen. Rizzi und Cirillo trauen ihm alles zu, doch ein Parfumeur bringt sie auf eine neue Spur. Hat Lina wirklich nur eine Blume gesucht?

„Giftige Blüten“ ist der 7. Capri-Krimi“ von Luca Ventura. Ich habe schon einige Bände der Reihe gelesen und war immer begeistert.

Lina ist als Praktikantin bei einer bekannten Parfümerie tätig. Im Parcours Astarita ist sie auf der Suche nach einer seltenen Orchidee. Hier wird sie auch von dem Fischer Zeno tot aufgefunden. Die Polizisten Rizzi und Cirillo übernehmen, die Ermittlungen. Die Behauptung von Zeno, dass er und Lina ein Paar waren glauben die Polizisten nicht. Denn Zeno ist als Lügner bekannt.

„Giftige Blüten“ ist ein spannender und anspruchsvoller Kriminalroman.
Luca Ventura führt seine Leser*innen in die Welt der Parfümeure. Man erfährt so einiges über die Herstellung eines Parfüms.
Wie immer beschreibt der Autor seine Handlungsorte sehr anschaulich. Egal ob die Hügel von Capri oder Neapel, wo die Geschichte auch hinführt.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig. Die beiden Ermittler sind schon aus einigen Bänden bekannt und mir sehr sympathisch. Immer wieder erfahren die Leser*nnen ein bisschen aus dem Privatleben der Polizisten, was mir gut gefällt und sie menschlicher erscheinen lässt.

Luca Ventura baut schnell Spannung auf und hält sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht. Der Autor baut etliche Wendungen ein und es gibt immer wieder Spuren, die im Sande verlaufen. Das Mitraten hat Spaß gemacht, der wahre Täter war eine Überraschung, ich habe ihn nicht enttarnen können.

„Giftige Blüten“ ist ein spannender Krimi mit schönem Setting. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Eine andere Geschichte

Charles Lewinsky
Roman
413 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine interessante Geschichte

Klappentext:
Los Angeles, 1959. Der betagte Filmproduzent Curtis Melnitz wird jede Nacht von Albträumen heimgesucht. Er braucht unbedingt Schlaftabletten, aber die bekommt er nur, wenn er regelmäßig zur Psychoanalyse geht. Auf der Couch des Psychiaters erzählt er wider Willen seine Geschichte, sein Leben zwischen Hollywood und Berlin, zwischen der noch schwarz-weißen, stummen Traumfabrik und der umso grelleren, schreienden deutschen Wirklichkeit des frühen 20. Jahrhunderts. Jede Sitzung ein Kapitel. Ein Leben wie ein Roman.

„Eine andere Geschichte“ ist der neue Roman von Charles Lewinsky.

Im Mittelpunkt steht der alternde Filmproduzent Curtis Melnitz. Kenner der Romane von Charles Lewinsky werden sagen: „Melnitz, den Roman kenne ich doch“. Ja, aber wie der Titel schon sagt, es ist eine andere Geschichte.

Curtis Melnitz wird von Albträumen geplagt, kaum eine Nacht kann er richtig schlafen. Um Schlaftabletten zu bekommen, die ihm einen geruhsamen Schlaf ermöglichen, muss er einem Psychiater seine Lebensgeschichte erzählen. Eine Geschichte zwischen zwei Welten. Zwischen der Traumfabrik des Films und dem realen Leben.

Wie von Charles Lewinsky gewohnt, hat er seine Charaktere gut gezeichnet. Ich konnte schnell eine Verbindung zu Curtis Melnitz aufbauen.
Auch der Psychiater Dr. Cowan ist ein Charakter, der die Geschichte bereichert.

Charles Lewinsky hat einen klaren und gut verständlichen Schreibstil. In seinen Geschichten ist er sehr wandelbar. Ich habe einige Bücher des Autors gelesen und war immer begeistert.

Für diese Geschichte hat sich Charles Lewinsky eine reale Person auserkoren. Curtis Melnitz hat wirklich gelebt und war unter anderem auch Filmproduzent in Hollywood.

Ich fand es sehr interessant, die Geschichte zu lesen. Besonders die Besuche bei Dr. Cowan. Die Gespräche waren gehaltvoll und oft mit Humor versehen. Melnitz hat viel aus seinem Leben in Hollywood und von der Filmwelt erzählt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, direkt bei den Gesprächen als stiller Zuhörer dabei zu sein.

„Eine andere Geschichte“ unterscheidet sich wirklich von den Romanen, die Charles Lewinsky bisher veröffentlicht hat.
Ich habe das Buch mit Freuden gelesen.

Heaven’s Gate

Daniel Faßbender
Kriminalroman
290 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ermittlungen im Surfer-Paradies

Klappentext:
Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.

„Heaven’s Gate“ von Daniel Faßbender führt die Leser*innen auf die philippinische Insel Surogao. Die Philippinen sind ein Handlungsort, der nicht oft in Büchern vorkommt und hat mich daher interessiert.

Im Mittelpunkt steht Caruso. Einst war er Profi-Surfer, jetzt versucht er sich als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über Wasser zu halten.
Als Caruso dringend Geld braucht, kommt Ángel Guzmán Gaviria zu ihm. Ihr Sohn Juan ist verschwunden und Caruso soll ihn finden. Der philippinischen Polizei traut Ángel Guzmán Gaviria nicht zu, den Sohn zu finden. Die Bequemlichkeit der örtlichen Polizei, hat für Caruso seine Vorteile, es bringt ihm doch immer wieder einen Auftrag ein.
So macht er sich daran Juan zu finden. Dabei stößt er auf Korruption, Drogen und Alkohol. Unterstützung bekommt er durch den Hacker Yahoo.

Daniel Faßbender verbindet in seinem Kriminalroman das Parasitische der Insel Surogao, mit den Abgründen, die er entdeckt und natürlich mit Spannung.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Caruso ist ein Unikum, er frönt am liebsten dem Nichtstun, Surfen ist seine Leidenschaft, er kann sich aber auch in die Ermittlungen stürzen. Denn mit dem Geld, das er damit verdient, kann er wieder dem Nichtstun frönen.
Daniel Faßbender beschreibt den Handlungsort eindrucksvoll und gibt seinen Leser*innen auch tiefe Einblicke in das Surfen. Ich konnte das Meer rauschen hören und die Wellen vor meinem inneren Auge brechen sehen.

Die philippinische Polizei gibt in dieser Geschichte kein gutes Bild ab. Willkür und Faulheit zeichnen sie eher aus.

Der Autor lässt das Surfer Paradies sich mit den Ermittlungen abwechseln. So ist das Buch sehr kurzweilig, unterhaltsam und auch spannend.

„Heaven’s Gate“ habe ich gerne gelesen, ich würde mich freuen Caruso einmal wieder zutreffen.