Die Reise der Pilgerin

Christiane Lind
Historischer Roman
368 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt der Pilgerinnen-Saga

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt im mittelalterlichen Braunschweig. Die junge Leonore von Calven begibt sich scheinbar aus reinem Glauben auf eine beschwerliche Wallfahrt nach Jerusalem. Ihr Pilgergewand dient jedoch nur als Tarnung. Der wahre, hochbrisante Grund ihrer Reise muss unter allen Umständen im Verborgenen bleiben.
Auf dem gefährlichen Weg in die Heilige Stadt schließt sie sich einer Reisegruppe an. Fast jeder ihrer Begleiter hütet dabei eigene, dunkle Geheimnisse. Als die Lage eskaliert und Leonore in Lebensgefahr gerät, wird sie von dem muslimischen Karawanenführer Nadim gerettet. Diese schicksalhafte Begegnung wirft nicht nur ihre Mission, sondern auch ihr gesamtes christliches Weltbild über den Haufen. Es entspinnt sich eine hochemotionale, verbotene Liebesgeschichte zwischen den Fronten der Religionen.

„Die Reise der Pilgerin“ von Christiane Lind ist ein fesselnder historischer Roman, der seine Leser*innen direkt in die Epoche der Kreuzzüge entführt.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und richtig lebendig.
Leonore von Calven: Eine starke und mutige Frau, die sich nicht in die typische passive Frauenrolle ihrer Zeit drängen lässt. Ihre Entwicklung von der pflichtbewussten Tochter zur eigenständigen Denkerin ist glaubhaft dargestellt.

Nadim: Der sarazenische Karawanenführer bricht mit den typischen westlichen Vorurteilen der damaligen Epoche. Er ist gebildet, tolerant und zeigt Leonore die reiche Kultur des Orients.

Auch die Nebencharaktere sind farbenfroh und vielschichtig gezeichnet.

Die Handlungsorte werden von Christiane Lind anschaulich beschrieben.
Das mittelalterliche Braunschweig ist düster, von starren christlichen Konventionen und den Vorbereitungen auf den Kreuzzug geprägt.
Das Heilige Land und Jerusalem sind farbgewaltig, lebendig und voller Exotik. Die Autorin beschreibt die Gerüche, Märkte, die Gelehrsamkeit und die Hitze des Orients so bildhaft, dass man als Leser*in das Gefühl hat, selbst durch die Wüste zu reiten.

Der Schreibstil von Christiane Lind ist von der ersten Seite an fesselnd.
Die Autorin vermittelt ihren Leser*innen viel von ihrem historischen Wissen.

„Die Reise der Pilgerin“ ist ein interessanter historischer Roman, genauso, wie ich es gerne lese.