Klein aber tot

Joe Fischler
Kriminalroman
298 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Mord in Knuffingen

Klappentext:
Willkommen in Knuffingen, der malerischen Miniaturwelt zwischen Harz und Alpen, ein Ort, der vor allem eines ist: überschaubar. Und friedlich. Zumal die Knuffinger gar nicht ahnen, dass sie Teil eines berühmten Miniaturuniversums sind. Doch die Idylle trügt, denn plötzlich steht Kommissar Jojo Wunder vor einem Riesenproblem. Friedrich Frank, Journalist und berüchtigter Schmähkritiker, wird ermordet aufgefunden. Der Tote hatte mehr Feinde als Freunde, was den Fall nicht leichter macht. Und ausgerechnet die Menschen, die Jojo am nächsten stehen, geraten unter Verdacht: seine heimliche Liebe, die undurchschaubare Blumenhändlerin Liora Märklin und seine eigene Mutti, deren Restaurant Frank zuvor vernichtend verrissen hat. Als Jojo sie verhaften soll, ist für ihn endgültig Schluss mit lustig.

„Klein aber tot“ ist der erste Band der Knuffingen-Krimis von Jo Fischler.
Von Jo Fischler habe ich schon die humorvolle Arno Bussi-Reihe gelesen und natürlich die Thriller, die er unter dem Namen Jan Beck veröffentlicht.

Für die Knuffingen-Reihe hat Jo Fischler wieder einmal recht skurrile Charaktere erschaffen.
Jojo Wunder ist der einzige Kommissar in Knuffingen. Eigentlich geht es dort auch eher gemütlich zu. Doch als der Journalist Friedrich Frank ermordet aufgefunden wird, gehören alle die zum Kreis der Verdächtigen, über die der Journalist böse Kritiken geschrieben hat. Dazu gehören auch Jojos Mutter und die Blumenhändlerin Liora Märklin, auf die Jojo ein Auge geworfen hat.
Eine verzwickte Situation, die Jojo einiges abverlangt.

Jo Fischler. Besticht hier wieder mit seinem unverwechselbaren Humor. Schon die Idee, die Miniaturwelt Knuffigen als Handlungsort zu wählen, ist genial.
So sind dann auch die Charaktere. Facettenreich, skurril und sympathisch.

Der Schreibstil von Jo Fischler ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Neben dem Humor kommt natürlich auch die Spannung nicht zu kurz. Es ist ein Mord aufzuklären und gleichzeitig ist ein Brandstifter unterwegs, der es auf das Schloss abgesehen hat.

„Klein aber tot“ ist ein humorvoller Krimi, der mir wunderbare Lesestunden geschenkt hat.

Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient

Philippa Perry
Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Elke Link
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Krimi der ruhigeren Art

Klappentext:
Mit Toten ist man in Westlinke vertraut; die Seven Sisters, weiße, ziemlich hohe Kalksteinklippen, ein Hotspot für traurige Seelen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Ermordete hingegen, die gibt es so gut wie nie in diesem verschlafenen Landstrich an der südenglischen Küste. Für die Polizei ist der Fall Henry Clayton deshalb klar: Selbstmord. Eine Theorie, mit der Pat Philipps so gar nichts anfangen kann. Und sie muss es schließlich wissen. Immerhin war sie Henrys Therapeutin. Und für sie kann er nur auf einem Weg die Klippen hinabgestürzt sein kann: Er wurde gestoßen. Aber bei DS Stevens beißt sie mit ihrem Ansatz auf Granit. Also muss sie wohl selbst ermitteln: mit scharfem Blick für die menschlichen Schattenseiten, einem kratzbürstigen Kater und einem Nachbarn mit fatalen Likör-Ideen. Im Gegensatz zur Polizei stellt Pat die richtigen Fragen und findet Antworten, die sie selbst gefährlich nahe an den Abgrund bringen.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist das Krimidebüt und gleichzeitig der 1. Fall für die Psychotherapeutin Pat Philipps von Philippa Perry.

Die Psychotherapeutin Dr. Pat Philipps muss erfahren, dass ihr Patient Henry Clayton Selbstmord begangen hat. Er hat sich von den Seven Sisters gestürzt. Pat, die ihren Patienten besser zu kennen glaubt, zweifelt die Theorie des Selbstmordes an. Doch DS Stevens, für den der Fall klar und schnell abgeschlossen ist, lässt sich von den Zweifeln der Therapeutin nicht beeindrucken.
Also bleibt der Psychotherapeutin nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln. Hilfe bekommt sie von ihrem besten Freund Pritchard.

Philippa Perry ist selbst Psychotherapeutin, so liegt es nahe, den Krimi auch von der psychologischen Seite anzugehen.
Ihre Protagonistin Dr. Pat Philipps ermittelt so auch nicht im klassischen Sinn. Sie überzeugt durch Beobachtungsgabe und zieht auf psychologische Art ihre Schlüsse. Bald hat sie einen Verdächtigen, damit ist der Fall aber noch lange nicht gelöst.

Philippa Perry erzählt den Fall in einem ruhigen Ton. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mir gefallen Pat Philipps und auch ihr Freund Pritchard gut.
Die Geschichte lebt von den Dialogen und dem Humor, der immer wieder eingestreut wird.

Der Handlungsort, die englische Küste, wird anschaulich beschrieben.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist ein Cosy-Krimi der mich gut unterhalten hat.

Frau Appeldorn und die tote Diva

Vera Nentwich
Kriminalroman
301 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vera Nentwich für das Rezensionsexemplar

Ein großes Lesevergnügen

Klappentext:
Dem Kulturverein ist ein großer Coup gelungen: Die berühmte Operndiva Constanze Wegemann tritt in der kleinen Stadt auf. Doch bevor sie die Bühne betreten kann, liegt sie tot in ihrer Garderobe. Und Frau Appeldorn erkennt sofort: Das war Mord.
Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Alican Büyüktürk, der mehr detektivisches Talent besitzt, als er zugeben möchte, stürzt sie sich in die Ermittlungen. Denn Constanze war nicht nur berühmt, sie war auch berüchtigt.
Streitlustig, fordernd, launisch … und mit einer beeindruckenden Liste an Feinden.
War ihr Manager Helmut Lehnert am Ende von ihren Allüren so genervt, dass er selbst Hand anlegte?
Warum taucht plötzlich ein ehemaliger Geliebter auf, den niemand erwartet hat?
Und was verbergen die anderen Mitglieder ihres Teams?
Je weiter Frau Appeldorn gräbt, desto mehr Geheimnisse, Eitelkeiten und Verwicklungen kommen ans Licht. Doch sie lässt sich nicht beirren – weder von falschen Fährten noch von eingebildeten Künstlern.
Mit Neugier, Humor und ihrem unverwechselbaren roten Hut taucht sie tief in das Leben der Diva ein … und kommt dem Mörder gefährlich nahe.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ ist der 4. Band der Frau Appeldorn-Reihe von Vera Nentwich.

Vera Nentwich hat liebenswerte Charaktere erschaffen. Frau Appeldorn ist eine originelle Figur, die ich schnell liebgewonnen habe. Sie ist eine pensionierte Chefsekretärin und Hobbyermittlerin. Ihr Markenzeichen, der rote Hut. Schon in einigen Fällen hat sie zum Verdruss der Polizei erfolgreich ermittelt.
Mit dabei ihr Nachbar, Herr Büyüktürk. Auch er ist ein großartiger Charakter.
Im Gegensatz zu Frau Appeldorn, die immer drängt, ist er ein eher ruhiger Mann.
Was er nicht zugibt, ist, dass das Ermitteln auch ihm Spaß macht.

In diesem Band kommt die große Diva Constanze Wegemann in die kleine Stadt. Alle sind aufgeregt. Frau Appeldorn versucht als eine der Vorsitzenden des Kulturvereins, der Diva alle Wünsche zu erfüllen. Als die Diva auf die Bühne geholt werden soll, liegt sie tot in ihrer Garderobe.
Frau Appeldorn sieht gleich: Das war Mord.
Schnell ist sie wieder in ihrem Element und geht der Sache, mit Hilfe ihres Nachbarn Herrn Büyüktürk auf den Grund. Dabei stößt sie auf einige Verdächtige.

Mit viel Humor macht Vera Nentwich den Krimi zu einem echten Wohlfühlkrimi.
Die Protagonisten wurden mit viel Liebe ins Leben gerufen. Bei Frau Appeldorn und ihrer Energie musste ich immer wieder schmunzeln.

Der Schreibstil von Vera Nentwich ist flüssig und gut verständlich.
Der Fall wird spannend erzählt und immer wieder mit Humor aufgelockert. Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ ist ein echtes Lesevergnügen. Ich habe den Krimi fast an einem Stück gelesen. Ich wünsche mir noch viele Fälle mit der sympathischen Frau Appeldorn.

Wild Wild Old 2

Micky Molken
Kriminalroman
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Micky Molken für das Rezensionsexemplar

Die Rentnergang von Rügen schlägt wieder zu

Klappentext:
Auf Rügen sollte es eigentlich ruhig zugehen. Eigentlich. Doch als vier eigenwillige Rentner über eine Leiche stolpern, geraten Harry, Lothar, Rolf und Braun erneut mitten in ein Chaos, das größer ist als ihre Geduld und gefährlicher als ihre Rückenschmerzen.
Zwischen skurrilen Begegnungen, turbulenten Missverständnissen und heldenhaft schlechten Entscheidungen graben sich die vier Hobby-Ermittler immer tiefer in ein Geheimnis, das besser verborgen geblieben wäre.
Was als gewöhnlicher Tag beginnt, entwickelt sich schnell zu einem herrlich schrägen Abenteuer voller schwarzem Humor, unerwarteter Wendungen und emotionaler Momente.

„WILD WILD OLD 2“ ist der 2. Band der Cozy-Crime Serie auf der Insel Rügen von Micky Molken.
Der Autor hat mit „Wild Wild Old“ eine spannende, unterhaltsame und humorvolle Cosy-Crime-Reihe veröffentlicht.

Harry, Lothar, Rolf und Braun, die vier Hobby-Ermittler von Rügen, sind über eine Leiche gestolpert. Klar, dass sie wieder in die Ermittlungen eingreifen.
Dabei waren sie gerade am Überlegen, ob sie vielleicht eine Detektei gründen sollten. Auch das Seniorenheim, in dem sie wohnen, soll verlegt werden. Dabei stoßen sie auf dem Dachboden des Haases auf ein Geheimnis.

Micky Molken hat skurrile und liebenswerte Charaktere erschaffen. Jeder ist ein anderes Individuum. Ich mochte sie schon im 1. Band gut leiden und denke, in ihnen steckt das Potenzial für viele weitere Bände.
Auch finde ich es recht authentisch, wenn manche Charaktere in ihren Dialekt verfallen.

Der Schreibstil von Micky Molken ist flüssig und gut verständlich.
Die Geschichte steckt wieder voller schwarzem Humor. Immer wieder musste ich beim Lesen laut auflachen.
Die heimelige Atmosphäre der Insel wird gut widergespiegelt.

„WILD WILD OLD 2“ ist, wie schon Band 1 wieder ein Cosy-Crime ohne viel Blutvergießen. Ich habe das Buch mit Freude gelesen und warte schon sehnsuchtsvoll auf Band 3.

Schuld Aussee

Katja Reiland
Kriminalroman
216 Seiten
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Katja Reiland für das Rezensionsexemplar

Romantischer Cosy Krimi

Klappentext:
Bei einer Wanderung zur Tressensteinwarte finden Marie und Andi schon wieder eine Leiche. Andi und seine neue LKA-Kollegin Feli machen sich an die Arbeit und finden schnell heraus, dass der Tote nicht so unschuldig war, wie sein Beruf vermuten ließ. Marie hat inzwischen ganz andere Sorgen, sie muss nicht nur Arbeit finden, sondern auch einer Freundin helfen. Aber als Andi beginnt, in eine Richtung zu ermitteln, die Marie gar nicht gefällt, macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder und kommt ins Zweifeln. Ist schon wieder jemand aus ihrem Umfeld zum Täter geworden?

„Schuld Aussee“ ist der 3. Band der Marie Haslinger Reihe von Katja Reiland.

Ich habe mich sehr gefreut Marie und Andi wieder zutreffen, die Beiden sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.
Marie ist zum Probewohnen bei Andi. Bevor sie sich für ein Zusammenziehen entscheidet, muss das erst getestet werden, Marie ist ein gebranntes Kind. Außerdem plagen Marie Zukunftsängste, hat sie doch einen großen Kunden verloren und muss dringend neue Aufträge generieren.
Bei einer Wanderung finden Marie und Andi eine Leiche. Jetzt heißt es für Andi wieder nach dem Täter suchen. Bei den Ermittlungen stellt sich raus, dass der tote Pfarrer gar nicht so ein heiliger war wie angenommen. Auch bei Marie wird der Jagdinstinkt wieder geweckt.

Katja Reiland entführt ihre Leser*innen in das schöne Salzkammergut. Die Beschreibung der Handlungsorte ist gelungen, man kann sich alles gut vorstellen und bekommt Lust einmal dahin zu Reisen.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte spannend und unterhaltsam. Sie würzt das Ganze noch mit einer feinen Prise Humor.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und die meisten sehr sympathisch. Besonders Marie, die der Männerwelt eigentlich schon abgeschworen hatte.
Aber als sie im 1. Band den sympathischen Andi Berner kennengelernt hat, da hatte sie doch Schmetterlinge im Bauch. Marie und Andi waren vom 1. Band an gleich sympathisch. Auch Maries Nachbarin Paula, die ihr in brenzligen Situationen immer die Karten legt, ist ein liebenswerter Charakter.

Katja Reiland hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie versteht es ihre Leserinnen von Beginn an zu fesseln. Der leichte österreichische Dialekt macht die Geschichte authentisch und versetzt die Leserinnen auch gedanklich in die Region Salzkammergut. Ihr gut eingesetzter Humor lockert die Geschichte immer wieder auf.

Mir hat es große Freude gemacht an der Seite von Marie und Andi nach dem Täter zu suchen und gleichzeitig die Schönheit des Salzkammerguts kennenzulernen.

Jetzt endet der 3. Band mit einem Cliffhanger und es heißt Warten, bis der 4. Band erscheint.

Das Schweigen der Kanarienvögel

Ingrid Walther
Kriminalroman
376 Seiten
erschienen bei Haymon Krimi
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Grandioser Auftakt einer neuen Krimireihe

Zum Inhalt
Amalia Fink ist Vogelkundlerin. Ihre Liebe zu den gefiederten Tieren geht so weit, dass sie jedem Menschen einer Vogelart zuordnet.
Mit ihrer Freundin Lydia Denk weilt sie auf Teneriffa. Amalia möchte die Vogelwelt erkunden und Lydia leistet ihr Gesellschaft.
Zufällig treffen sie das Rotkehlchen, Katie war einige Zeit Studentin bei Amalia Fink. Die Freude ist beiderseits groß. Katie ist mit ihrem Freund auf Teneriffa, einem Mann, dessen Identität sie nicht preisgeben. Die Frauen treffen eine Verabredung für den nächsten Tag. Als Katie zu dem vereinbarten Termin nicht erscheint, befürchtet Amalia schlimmes. Außerdem hat sich ein Nachbar von Katie vom Balkon gestürzt. Amalia und Lydia beginnen, Nachforschungen über Katies Verbleib anzustellen.

„Das Schweigen der Kanarienvögel“ ist der erste Band der Reihe Fink und Denk von Ingrid Walther.
Die Autorin ist vielen Leser*innen schon durch ihre Provence-Krimis bekannt. Jetzt verschlägt sie es nach Teneriffa.

Ingrid Walther hat großartige Protagonisten ins Leben gerufen. Amalia und Lydia gefallen mir besonders gut. Amalia und ihre Liebe zu den Vögeln sind herrlich. Jeder Mensch wird nach seinen Eigenschaften, seinem Aussehen, einer Vogelart zugeordnet. Auch Lydia mit ihren philosophischen Sprüchen gefällt mir. Zusammen sind sie ein gutes Team, die zum Teil aus Neugierde und zum Teil mit der Befürchtung, dass etwas Schlimmes passiert ist, zum Ermitteln angestachelt.
Auch Katie gefällt mir, obwohl sie etwas naiv ist. Aber wenn die Liebe zuschlägt, kann man oft nicht mehr recht denken. Auch wenn sie wie vom Erdboden verschwunden ist, begleiten die Leser*innen sie auch in dieser Zeit. So weiß man mehr als Fink und Denk, die nach Katie suchen.

Die Geschichte ist auch durch ihre schönen Handlungsorte geprägt. Teneriffa wird mit seiner Flora und Fauna gut und ansehnlich beschrieben.

Der Schreibstil von Ingrid Walther ist flüssig und gut verständlich. Mit gut eingesetztem Humor wird die Geschichte immer wieder aufgelockert.

„Das Schweigen der Kanarienvögel“ ist ein unterhaltsamer Krimi mit Spannung, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Gerüchteküche – Reblandzunft

Ines Parizon
Cosy-Krimi
405 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an BoD für das Rezensionsexemplar

Der ideale Urlaubskrimi

Klappentext:
Obwohl Marie bereits genug mit ihren Nichten beschäftigt ist, wird die Kriminalhauptkommissarin ausgerechnet am Schmutzigen Donnerstag zu einem Leichenfund in der Offenburger Innenstadt gerufen. Sie kann die fünfte Jahreszeit nicht ausstehen, doch um dem Täter auf die Spur zu kommen, müssen sie und ihr Team nun im bunten Treiben der örtlichen Fastnachtsbräuche ermitteln.

„Gerüchteküche – Reblandzunft“ ist der 3. Band der Cosy-Krimireihe Gerüchteküche von Ines Parizon.

Im Mittelpunkt steht die Kriminalkommissarin Marie Müller. Nach dem Tod ihrer Mutter hat Marie das Häuschen, in dem sie aufgewachsen ist in Zell-Weierbach, einer kleinen badischen Ortschaft geerbt. Nachdem sie und ihr Mann Andreas es liebevoll renoviert haben beschlossen Beide dort einzuziehen. Marie lässt sich von der Kriminalpolizei Hamburg zur Kriminalpolizei Offenburg versetzten. Für Andreas spielt es keine Rolle, wo er arbeitet. Er ist Versicherungssachverständigen und arbeitet meist im Homeoffice. Nur, wenn er einen Fall begutachten muss, dann muss er vor Ort sein.
Zell-Weierbach ist eine kleine, idyllische und verträumter Ortschaft, doch seit Marie zurückgekehrt ist, ist es in Zell-Weierbach gar nicht mehr so ruhig. Jetzt gibt es schon die 3. Leiche im Ort und die Gerüchteküche brodelt.

Marie ist mir schon im 1. Band auf Anhieb sympathisch gewesen. Sie ist taff und gleichzeitig locker. Ihre unkonventionelle Art gefällt mir gut. Auch ihr Kollege Raffael ist ein sympathischer Mann. Marie und Raffael verstehen sich auch schnell und arbeiten gut zusammen.

Auch privat lernt man Marie und ihren Mann Andreas kennen. Das Privatleben zieht sich wie ein roter Faden durch die Krimireihe.

In diesem Band müssen sich Marie und Andreas um ihre Nichten kümmern. Maries Schwester liegt nach einem Sturz mit einem Schienbeinbruch im Krankenhaus.
Zudem gibt es auch wieder einen Toten und Marie muss arbeiten. Zudem ist noch Fastnacht und die Kinder wollen sich ins Fastnachtsvergnügen stürzen, was Marie so gar nicht liegt. Zum Glück entdeckt Andreas seine Lieben zur Fastnacht.

Ines Parizon hat großartige Charaktere zum Leben erweckt. Die Handlungsorte beschreibt sie eingehend und man hat schnell Bilder im Kopf. So lässt die Autorin manchmal sogar ein Urlaubsgefühl entstehen für die, diese Region bekannt ist.
Die Autorin vermittelt ihren Leser*innen einiges von der Fastnachtstradition, die mir so gar nicht bekannt war.
Das Thema in diesem 3. Band ist etwas schwerer zu verarbeiten, es geht um Missbrauch, einem Thema, dem sich die Autorin nicht verschließen wollte und das sie gut lesbar in ihre Geschichte einfließen lässt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Der Dialekt, der in den Text mit einfließt, macht die Geschichte authentisch. So ist auch jedes Kapitel liebevoll mit einem Wort in badischen Dialekt (und Übersetzung) betitelt.
Die Ermittlungen sind spannend. Es ist für Marie, die im Ort aufgewachsen ist nicht einfach die Menschen die sie schon als Kind kannten zu befragen. Vor allem wenn es um Paul geht mit dem sie in ihrer Jugend eine enge Beziehung hatte und mit dem sich Andreas angefreundet hat.

Mit „Gerüchteküche – Reblandzunft“ ist Ines Parizon wieder ein spannender, unterhaltsamer Cosy-Krimi gelungen, der mir beim Lesen viel Freude bereitet hat.
Ich freue mich jetzt schon auf den 4. Band.

Sisis Gift aus Griechenland

Thomas Brezina
Cosy Krimi
400 Seiten
erschienen bei edition a
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsam und humorvoll

Klappentext:

Auf der griechischen Insel Korfu kann Sisi die kaiserlichen Pflichten vergessen und ganz sie selbst sein. Eine Frau, die als Medium mit der Totenwelt in Kontakt steht, erzählt Sisi, dass ihr Leben von dem „Gift aus Griechenland“ bedroht wird. Doch kann sie der Frau vertrauen? Und was steckt hinter diesem geheimnisvollen Gift? Als ihre rebellische Schwester Marie zu Besuch kommt und einen mysteriösen britischen Gentleman kennenlernt, überschlagen sich die Ereignisse: Der Mann wird tot aufgefunden und Marie kann sich an nichts mehr erinnern. Um den Fall zu klären und ihrer Schwester zu helfen, reist Sisi mit ihrem Gatten Kaiser Franz Joseph nach London, zu einem Besuch bei Queen Victoria. In England kommt sie einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur … Bald schon ist klar, dass es eine ganz besondere Frau wie Sisi benötigt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

„Sisis Gift aus Griechenland“ ist der 4. Band der Reihe Kaiserin Elisabeth ermittelt: Krimijahre einer Kaiserin von Thomas Brezina.
Nachdem es schon Krimis gibt in denen Angela Merkel oder Queen Elisabeth II ermittelt hat sich der österreichische Autor Thomas Brezina Sisi als Ermittlerin auserwählt.

Kaiserin Sisi weilt auf der Insel Korfu. Hier kann sie einfach nur Sisi sein. Doch eine Frau warnt sie vor einem Gift aus Griechenland. Als es dann in Sissis Umfeld einen Toten gibt, fängt Sisi an zu ermitteln.

Die Ermittlungen werden wieder spannend beschrieben. Sisi ermittelt nicht nur auf Korfu, nein auch als sie mit ihrem Mann Kaiser Franz Joseph, zu einem Besuch nach London zu Queen Victoria reist ermittelt sie und kommt einem Geheimnis auf die Spur.
Hier lernen die Leser*innen nun auch Queen Victoria am englischen Königshof kennen.

Mit „Sisis Gift aus Griechenland“ ist dem Autor Thomas Brezina auch mit dem 4. Band wieder ein unterhaltsamer und amüsanter Cosy Krimi gelungen.
Seine Charaktere sind interessant und lebendig.
Außer den Ermittlungen liest man so einiges vom Leben am österreichischen Kaiserhof.
Man erfährt immer wieder neues über die Kaiserin.
Man begegnet realen Menschen mit denen sich die Kaiserin umgeben hat.
Das alles lässt die Geschichte richtig authentisch wirken.

Thomas Brezina hat für seine Protagonistin Sisi gut recherchiert.
Auch die anderen Charaktere sind sehr lebendig. Einige kennt man ja schon aus den vorherigen Bänden.
Die Zeit der Handlung wird sehr gut widergespiegelt. Man fühlt sich richtig in eine andere Zeit versetzt.

Der Schreibstil von Thomas Brezina ist unterhaltsam und gut verständlich.
Die Spannung zieht sich durch die ganze Geschichte.
Mir macht es Spaß selbst meine Verdächtigen zu finden, was bei diesem Band nicht einfach war. Immer wieder lockert der Autor seine Geschichte mit Humor auf. Es gibt köstlich Dialoge zu lesen.

„Sisis Gift aus Griechenland“ ist ein gelungener Krimi mit einer guten Mischung aus Spannung, Unterhaltung und Humor.

Ich hoffe sehr, dass die Reihe mit Sisi als Ermittlerin weitergeht.


Die Holzpyjama Affäre

Patrick Budgen
Kriminalroman
203 Seiten
erschienen bei edition a
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Mörderjagd mit Wiener Schmäh

Klappentext:
TV-Journalist Alexander Toth hat genug von Dauerstress und Informationsüberflutung und will in seinem neuen Job am Wiener Zentralfriedhof zur Work-Life-Balance finden. Da fährt ein Auto vor der Bestattung Wien vor und auf der Rückbank sitzt ein Toter, mit dem manches nicht stimmt. Toth sieht nur noch eine Chance, seinen inneren Frieden zu finden: den Fall zu lösen.

„Die Holzpyjama Affäre“ von Patrick Budgen ist der erste Band der
Wiener Zentralfriedhofskrimi-Reihe.

Im Mittelpunkt steht Alexander Toth, ehemaliger Journalist, überall bekannt aus dem Fernsehen. Er will ein ruhigeres Leben führen und so hat er auf dem Wiener Zentralfriedhof eine Stelle als Bestatter angenommen.
Doch wird die neue Arbeit wirklich ruhiger? Als ein Toter auf der Rückbank eines Autos zum Friedhof gebracht wird und dann im Rollstuhl in der Leichenhalle sitzt, wittert Alexander Toth, dass da etwas nicht stimmen kann.
Zusammen mit seiner Kollegin, der Sargträgerin Marie-Theres beäugt er den Fall genauer.

Die Protagonisten sind teilweise skurril. Alexander Toth und seine Kollegin Marie-Theres gefallen mir gut. Durch die Neugier seiner Kollegin angestachelt geht Alexander Toth dem Fall mit dem Toten im Rollstuhl nach.
Dabei stößt er auf verdächtige Personen und auf ein spanisches Weihnachtslied.

Patrick Budgen erzählt den Krimi mit viel Humor. Man lernt die wichtigsten Charaktere erst einmal gut kennen. Nach und nach kommen dann immer mehr Verdächtige zu Tage. Auch der Tag der Beisetzung rückt näher und wenn der Tote erst einmal unter der Erde liegt, ist es für Alexander Toth zu spät den oder die Mörder*in zu überführen.

Interessant ist es über die Beisetzung in Wien mehr zu erfahren. Dort wird die Beerdigung direkt von der Bestattung Wien auf dem Friedhof organisiert. Dort sucht man Sarg oder Urne aus und plant die Beerdigungszeremonie.
Der Wiener Zentralfriedhof zählt auch zu den Wiener Sehenswürdigkeiten. Wenn ich wieder einmal in Wien bin, muss ich mir den Friedhof unbedingt ansehen. Vor allem, der Teil mit den Ehrengräber scheint mir interessant.

Der Schreibstil von Patrick Budgen ist flüssig und gut verständlich. Den Wiener Schmäh, den er immer einfließen lässt, macht die Geschichte authentisch. Ich habe den Krimi an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Immer wieder musste ich beim Lesen Schmunzeln.
Jetzt liegt der 2. Band „Die Teigtascherl-Intrige“ schon bereit und ich werden in den nächsten Tagen mit dem Lesen beginnen.

Tod im Piemont

Anna Merati
Kriminalroman
281 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Geheimnisse kommen ans Tageslicht

Klappentext:
Sofia Dalmasso betreibt ein kleines Café in einem Bergdorf unweit des Lago Maggiore. Während die einen wegen ihres Risottos bei ihr einkehren, kommen die anderen, um sich die Zukunft voraussagen zu lassen. Denn Sofia hat von ihrer Großmutter das Kaffeesatzlesen gelernt. Als eines Tages ein Fremder ihr Café betritt und auf ihrer Kunst besteht, sieht sie zum ersten Mal das Symbol für den Tod. Am Tag darauf wird der Mann leblos aufgefunden. Von Schuldgefühlen geplagt, beginnt Sofia sich im Dorf umzuhören.

„Tod im Piemont“ ist ein sehr atmosphärischer Piemont-Krimi von Anna Merati.
Wer wie ich vom schönen Italien. Gutem Essen, gutem Wein und vielleicht ein bisschen Amore träumt, ist hier genau richtig.

Im Mittelpunkt steht Sofia Dalmasso. Sie betreibt in einem Bergdorf ein Café das für sein vorzügliches Risotto und der Haselnusstorte bekannt ist. Nicht nur durch ihr Essen ist Sofia bekannt, sie kann auch die Zukunft voraussagen.
Als sie bei einem Kunden das Symbol für den Tod sieht und der Mann am nächsten Tag tatsächlich tot aufgefunden wird, bekommt Sofia ein schlechtes Gewissen. Sofia versucht herauszufinden, wer für den Tod des Mannes verantwortlich ist und stößt auf ein viele Jahre altes Geheimnis.

Anna Merati erzählt so etwas von spannend, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Beschreibung der Handlungsorte lässt einen beim Lesen vom Urlaub träumen. Natürlich gehört zu einem italienischen Krimi auch gutes Essen und Trinken. Auch hier werden die Leser*innen nicht enttäuscht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet.
Der Schreibstil von Anna Merati ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin flechtet immer wieder Wendungen in ihre Geschichte und es ist schwierig dem Täter auf die Spur zu kommen.

„Tod im Piemont“ ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi. Ich würde gerne mehr davon lesen.