Weserglanz

Christiane Lind
Historischer Roman
erschienen im Ullstein Verlag
441 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Es geht spannend weiter

Klappentext:
Als Louise von einer ereignisreichen Australien-Expedition nach Bremen zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es vorher war: Ihr Onkel Georg ist schwer erkrankt, die Geschäfte der Kaufmannsfamilie stecken in einer Krise und ihre heimliche Liebe zu dem verheirateten Alexander, die sie einst zur Flucht trieb, droht erneut ihr Herz zu erobern.
Als in Bremen eine große Australien-Ausstellung vorbereitet wird, bei der auch menschliche Überreste von Ureinwohnern gezeigt werden sollen, müssen Louise und ihre Freundin, die Naturforscherin Emilie, eine schwerwiegende Entscheidung treffen: Schweigen sie weiter über die dunklen Geheimnisse der Expedition oder stellen sie sich gegen die mächtigsten Männer der Stadt?

„Weserglanz“ von Christiane Lind ist ein historischer Roman, der die Leser*innen am Abenteuer zweier Frauen teilhaben lässt.
Der erste Band der Dilogie „Weserleuchten“ hatte mir gut gefallen und ich war richtig gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Der Geschichte steht ein umfangreiches Personenregister voran, dass ich sehr nützlich finde.
Man kann zu Beginn der Geschichte immer wieder einmal nachschauen, mit wem man es gerade zu tun bekommt. Christiane Lind beschreibt ihre Charaktere allerdings so gekonnt, dass ich sie schnell verinnerlicht hatte.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Frauen. Louise und Emilie.
Louise ist eine Tochter aus gutem Hause. Sie ist von ihrer Australien-Expedition nach Bremen zurückgekehrt, da ihr Onkel Georg schwer erkrankt ist.
Die Forscherin Emilie und Louises Ehemann Felix kehren etwas später nach Bremen zurück. Im Gepäck haben sie menschliche Knochen. In Bremen wird gerade eine Australien-Ausstellung vorbereitet, wo die Knochen sogar ausgestellt werden sollen.
Können Louise und Emilie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass die Überreste der Ureinwohner Australiens zur Schau gestellt werden?

Christiane Lind ist es wieder einmal gelungen, mich ganz tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Ihre Charaktere sind so facettenreich, interessant und liebenswert, dass ich sie schon im 1. Band ins Herz geschlossen habe. Ich habe die Charaktere wieder mit Freude begleitet.
Auch die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben. Vor allem das historische Bremen.
Der Schreibstil von Christiane Lind ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Autorin baut schnell Spannung auf und man will wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Christiane Lind hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ihre Geschichte ist vollgepackt mit Abenteuer, Spannung und auch mit Liebe.
Dabei ist es kein romantischer Schmöker. Es ist eine tiefgehende Geschichte, die auch reale Gegebenheiten widerspiegelt. Die Australien-Ausstellung hat es zu dieser Zeit in Bremen wirklich gegeben.
Am Ende der Geschichte finden sich noch interessante historische Anmerkungen, wo man einen kleinen Einblick in die aufwendige Recherchearbeit bekommen kann.

„Weserglanz“ ist ein interessanter historischer Roman, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Der Glanz von Südseemuscheln

Regina Gärtner/Hanna Caspian
Historischer Roman
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hanna Caspian für das Rezensionsexemplar

Die Südsee-Saga geht aufregend weiter

Alma und der Seemann Joshua haben sich zu ihrer Liebe bekannt.
Zusammen reisen sie nach Sydney.
Doch das Glück hält nicht lange an.
Der 1. Weltkrieg streckt seine Fühler bis nach Australien aus.
Alma ist als Deutsche in Australien nicht mehr gerne gesehen.
Aber auch ihre Familie in Samoa bekommen die Auswirkungen des Kriegs zu spüren.
Die Deutschen Kolonien werden von Neuseeland besetzt.
Hier ist es in diesem Band Mathilde die in Samoa ihre Stärke beweisen muss.
Sie werden enteignet und Fritz wird in Haft genommen.
Als sie sich in einen Offizier verliebt . Fragt sie sich ob diese Liebe sein darf.

„Der Glanz von Südseemuscheln“ ist der 2. Band der Südsee-Saga von Regina Gärtner und bereits 2015 erschienen.
Mittlerweile feiert die Autorin unter ihrem Pseudonym Hanna Caspian große Erfolge.
Jetzt wurde der Historische Roman unter dem Namen Hanna Caspian neu veröffentlicht.

Nachdem ich den 1. Band mit Begeisterung gelesen habe, musste ich sofort mit dem 2. Band beginnen.
Ich wurde wieder wie durch einen Sog in die Geschichte reingezogen und habe sie innerhalb von 2 Tagen gelesen.

Die Handlungsorte sind in diesem Band Australien und Samoa.
Die Leser*innen begleiten Alma nach Australien.
Man könnte denken alles wird gut nachdem Joshua und Alma zu ihrer Liebe stehen.
Doch die Auswirkungen des 1. Weltkrieges ist auch in Australien zu spüren.
Alma und Joshua stehen praktisch auf gegensätzlichen Seiten. Alma bekommt als Deutsche viel Feindschaft entgegengebracht.

Auch Mathilde und Fritz die in Samoa leben werden Opfer des Kriegs.
Die deutsche Kolonie wird von Neuseeland besetzt.
Mathilde und Fritz werden enteignet und Fritz inhaftiert.
Mathilde entwickelt sich zu einer sehr starken Persönlichkeit.

Hanna Caspian erzählt die Geschichte fesselnd und spannend.
Ich habe schon viele Bücher gelesen die den 1. Weltkrieg behandelten.
Allerdings immer aus der Sicht innerhalb Europas.
Mir war nicht bewusst, dass die Auswirkungen in Australien oder in Samoa so gravierend waren.
Ich fand es sehr interessant und spannend zu lesen wie die Deutschen Siedler hier als Feinde angesehen wurden.
Eigentlich hatten sie mit dem Krieg ja nichts zu tun. Sind die doch sehr weit von Deutschland entfernt. Andererseits war Samoa eine Deutsche Kolonie und somit Feindesland.
Die Auswirkungen des 1. Weltkriegs einmal von einer anderen Seite beleuchtet zu sehen war sehr interessant.

Die Charaktere waren wieder sehr lebendig. Alma und Mathilde haben mir beide sehr gut gefallen.
Wobei ich Mathilde als die Stärkere einstufen möchte.

Die Atmosphäre ist der Zeit entsprechen düster. Die Familie muss immer wieder Schicksalsschläge verkraften.
Einzig die zarte Liebesgeschichte zwischen Mathilde und dem Offizier lassen die Sonne etwas durch die dunklen Wolken scheinen.

„Der Glanz von Südseemuscheln“ ist eine fesselnde und spannende Fortsetzung des 1. Bands „Unter den Südseemond“ aus den Anfangsjahren der Autorin.
Man spürt beim lesen aber das ganz viel Hanna Caspian in dem Roman steckt.
Ich habe beide Bände mit großer Freude gelesen.

Solange wir uns hatten

Leonie Wittkamp
Historischer Roman
erschienen bei Leonie Wittkamp
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Leonie Wittkamp für das Rezensionsexemplar

Eine Geschichte mit Sogwirkung

Die Geschichte hat zwei Handlungsorte. Einmal die Rheinprovinz in Preußen und dann Australien.
Als die Australische Regierung in Köln Siedler anwirbt entschließen sich Rose und Henri nach Australien auszuwandern.
Sie bauen sich trotz Strapazen eine Farm aus und bekommen zwei Kinder.
Als eines Tage ein Brief von Henri’s Bruder kommt verschwindet er spurlos.
Rose führt die Farm weiter und hofft, dass Henri eines Tages zurückkommt.
Viele Jahre später findet Joshua den Brief seines Onkels und reist zurück nach Preußen um seinen Vater zu finden.
In Deutschland findet er nicht nur die Liebe sondern auch ein Geheimnis dem sich die Familie stellen muss.

Ich habe Rose und Henri für ihren Mut bewundert fern von der Heimat ein neues Leben zu beginnen.
Als Henri verschwunden war stand Rose mit ihren zwei Kindern alleine da. Trotz aller Widrigkeiten hat sie die Farm weiter ausgebaut.

Es war interessant die zwei Handlungsorte zu verfolgen.
Als Lesender wusste man meist mehr als die Protagonisten. Man konnte ja beide Handlungsstränge, Preußen und Australien verfolgen.
Ich fand es spannend wie die Handlungsstränge zusammengelaufen sind.
Joshua kehrt nach Australien zurück und auch Rose muss sich dem Geheimnis stellen.

Leonie Wittkamp beschreibt vor allem die Handlungsorte und die Zeit der Handlung sehr gut. Man kann es sich richtig gut vorstellen. Die Schwierigkeiten und Strapazen die, die Charaktere in Australien erwartet haben.
„So lange wir uns hatten“ ist eine Geschichte über eine Liebe, einem Neuanfang und um ein Geheimnis.
Das Buch hat sich schnell gelesen. Nach ein paar Seiten wurde ich wie durch einen Sog in die Geschichte reingezogen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Jetzt freue ich mich auf weitere Geschichten von Leonie Wittkamp.

Im Schatten der goldenen Akazie

Christiane Lind
Roman
erschienen bei Nova MD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar.

Wunderschöner Auftakt einer Australien-Saga

Nach einer großen Enttäuschung durch ihre Schwester nimmt Franziska eine Einladung ihrer Großtante aus Australien an.
Sie reist kurzerhand nach Brisbane um die Schmach die sie zu Hause in Hannover erlitten hat zu vergessen.
Franziska die bisher nichts von ihrer Verwandtschaft in Australien wusste sucht mit ihrer Großtante nach ihren Wurzeln.
Dabei treffen sie auf die Schwestern Catherine und Victoria. Zwei starke Frauen die ein Geheimnis umgibt.

„Im Schatten der goldenen Akazie“ ist der erste Band der Australien-Saga von Christiane Lind.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen.
Einmal die Gegenwart und dann verschlägt es die Leser*innen in die Vergangenheit ans Ende des 19.Jahrhunderts.

In der Gegenwart reist Franziska von Hannover nach Brisbane zu ihrer Großtante die sie bis dato gar nicht kennt.
Gemeinsam begeben sich die beiden auf die Erkundung ihrer Ahnen.
Schnell wird deutlich, dass es da ein interessantes Geheimnis in der Vergangenheit gibt das zu lösen ist.

In der Vergangenheit treffen wir auf die beiden Schwestern Catherine und Victoria.
Nach dem die Mutter gestoben ist halten die Schwestern noch mehr zusammen.
Sie denken nicht wird sie je trennen bis ein Mann in ihr Leben tritt.

Die Protagonisten sind sehr gut in Szene gesetzt und durchaus sympathisch.
Es macht Freude ihnen zu begegnen und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Bestechend an der Geschichte ist aber auch das Land Australien.
Es wird so toll beschrieben, dass ich die Landschaft vor meinem inneren Auge sehe.
Es gibt Bücher da läuft beim lesen ein Film im Kopf ab, dieses Buch gehört zweifellos dazu.

Mit ihrem leichten, lockeren und flüssigen Schreibstil macht die Autorin das Lesen leicht.
Christiane Lind erzählt die Geschichte spannend und lässt ein Kapitel gerne mal mit einem Cliffhanger enden so, dass man unbedingt weiterlesen möchte.

„Im Schatten der goldenen Akazie ist ein sehr interessanter, unterhaltsamer und spannender Australien-Roman. Ich könnte immer noch weiterlesen.