Die Bibliothek der verlorenen Seelen
Alexander Pechmann
Illustriert von Paloma Tarrió Alves
278 Seiten
erschienen im Steidl Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Steidl Verlag für das Rezensionsexemplar
Eine Reise durch die Welt der Spukgestalten
Klappentext:
Ob man nun an Geister glaubt oder nicht, sie begleiten uns unter zahllosen Namen und in vielerlei Gestalt, seit der erste Mensch sich seiner Sterblichkeit bewusst wurde. Aus der Hoffnung, dass ein Jenseits und neben der sichtbaren Welt eine unsichtbare existieren möge, wuchsen Religionen, Mythen, Märchen und Geschichten, die einander in ihren Grundzügen bemerkenswert ähnlich sind, selbst wenn sie aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Alexander Pechmann begibt sich in seinem von Paloma Tarrío Alves wunderschön illustrierten Band auf die Spuren der Schriftsteller, die sich dem Reiz des Unheimlichen nicht entziehen konnten.
„Die Bibliothek der verlorenen Seelen“ von Alexander Pechmann, trägt den Untertitel „eine Reise durch die Weltliteratur der Geister, Dämonen und Spukgestalten“.
Dieser Untertitel beschreibt das Buch genau und hat mich neugierig gemacht.
Das Buch ist in 5 Kapitel aufgeteilt und wird begleitet von schönen Illustrationen von Paloma Tarrió Alves. Zu Beginn werden den Leserinnen die unterschiedlichen Spukgestalten erklärt. Dann geht es auf eine Reise in die Weltliteratur. Denn genau wie viele Menschen haben sich auch Autorinnen schon mit Geistern und Dämonen beschäftigt.
Alexander Pechmann schreibt hier weniger einen herkömmlichen Roman als vielmehr eine Liebeserklärung an das Medium Buch. Wer Freude an literarischer Spurensuche hat und eine Vorliebe für die dunkle Romantik pflegt, findet hier eine meisterhafte Symbiose aus Fachwissen und Erzählkunst.
Berühmte Persönlichkeiten wie Mary Shelley, Edgar Allan Poe, Charles Dickens, Henry James und Shirley Jackson werden von Pechmann aus ihren Schreibstuben geholt. Sie werden als feinfühlige, oft verletzliche Menschen gezeichnet, für die der Spuk eine Notwendigkeit war, um die Welt zu begreifen.
Der Schreibstil von Alexander Pechmanns ist das Herzstück des Buches. Es gelingt ihm, akademische Präzision mit der fesselnden Atmosphäre einer klassischen Novelle zu verbinden. Der Ton ist anspruchsvoll, aber niemals trocken. Alexander Pechmann schreibt mit einer spürbaren Begeisterung für das Abstruse und Kuriose. Seine Sätze fließen elegant und fangen den nostalgischen Charme des 19. Jahrhunderts perfekt ein.
„Die Bibliothek der verlorenen Seelen“ ist eine ganz andere Art von Buch, die ich sehr interessant finde.


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