Sommer, Glück und Ringelblumen

Ally Zetterberg
Roman
394 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Vanessa Lamatsch
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein leichter Sommerroman

Klappentext:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf.
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte, aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist.

„Sommer, Glück und Ringelblumen“ von Ally Zetterberg ist ein Sommerroman mit Liebesglück.

Die Geschichte beginnt mit 2 Handlungssträngen.
Im schwedischen Svedala möchte die Floristin Sophia gerne das Blumengeschäft ihres verstorbenen Onkels, dass er ihr und ihren Brüdern vermacht hat, weiterführen. Doch die Brüder wollen es lieber so schnell wie möglich loswerden. Jetzt heißt es für Sophia einen großen Auftrag zu generieren, damit sie ihre Brüder auszahlen kann. Dazu eignet sich die anstehende Blumenmesse hervorragend. Doch die Aussichten sind schlecht, denn schon auf dem Weg zur Messe bleibt Sophia mit dem Auto liegen.

In London betreut Blade seine unter Alzheimer leidende Mutter. Ihr Wunsch ist, ihre große Liebe noch einmal zu sehen. Noch heute sitzt Edith noch oft an der Bushaltestelle Hornton Street und wartet auf ihren Sven. Damals, als sie verabredet waren, ist Sven nicht erschienen. Edith bittet ihren Sohn nach Schweden zu reisen um Sven zu finden.
In Schweden angekommen, bemerkt er auf der Straße eine junge Frau, die mit ihrem Auto liegengeblieben ist. Er hält mit seinem Wohnmobil an, um zu helfen.

Ally Zetterberg erzählt die Geschichte mit Herz und Gefühl. Ihre Charaktere wirken wie aus dem echten Leben entsprungen.
Sophia ist Autistin und hat nur den einen Wunsch, ihren Blumenladen zu neuem Leben zu erwecken. Doch sie muss so viel Geld damit verdienen, um ihre Brüder auszahlen zu können.
Blade kümmert sich um seine Mutter und möchte ihr den Wunsch erfüllen und ihre Liebe Sven zu ihr zu bringen.
Sophia und Blade haben mir gut gefallen. Ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Es wird nicht nur das leichte Sommerglück erzählt. Auch Edith ist ein interessanter Charakter. Doch sie triftet immer mehr in die Vergangenheit ab.

Ally Zetterberg vermittelt die Gefühle der an Alzheimer leidenden Edith sehr authentisch. Ich hätte Edith am liebsten immer wieder in den Arm genommen. Es ist schlimm, wenn einem das eigene Leben entgleitet.

Die Autorin beschreibt die Handlungsorte anschaulich. Der Schreibstil von Ally Zetterberg ist gut verständlich.
Auch wenn die Geschichte etwas vorhersehbar war, habe ich „Sommer, Glück und Ringelblumen“ gerne gelesen.

Villa Rivolta

Daniel Speck
Roman
595 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Kindheit in der Villa Rivolta

Klappentext:
Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.
Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.

„Villa Rivolta“ von Daniel Speck ist eine Familiengeschichte, die in den 1950er und 1960er spielt.
Daniel Speck begeistert mich immer wieder mit seinen Romanen. Auf das neue Werk habe ich schon sehnsüchtig gewartet.

Die Geschichte beginnt 1979, die Journalistin Valeria Fabrizi kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur. Das bewirkt, dass Valeria mit ihrem Sohn Tonino vor der Polizei fliehen muss. Bei Piero, ihrem Freund aus Kindertagen will sie Schutz suchen.
Auf der Fahrt erzählt sie ihrem Sohn, ihre Geschichte.
Eine Geschichte aus Kinder- und Jugendtagen. Eine Geschichte als Valeria als Tochter einer Hausangestellten noch in der Vila Rivolta lebte.
Zusammen mit Piero, der Sohn des Patrons erlebte sie eine schöne Kindheit.

Daniel Speck ist zurück in Italien. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Gegenwart, in der Valeria mit ihrem Sohn Tonino zu Piero reist. Und dann die Vergangenheit in der Villa Rivolta.
Beide zeitebenen haben mir gut gefallen. Die Vergangenheit, der größere Teil der Geschichte hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Die Leser*innen lernen Mailand in seinen goldenen Jahren kennen. Ich glaube niemand kann das so gut erzählen wie Daniel Speck.

Der Autor beschreibt das Leben in der Villa sehr lebendig und anschaulich. Auch das Mailand der 1950er und 1960er Jahre wird gut vermittelt. Endlich gab es nach dem Krieg wieder Aufschwung. Mailand erlebte die goldenen Jahre. Wie auch die Familie Rivolta, die Automobile herstellte.

Daniel Speck hat seine Charaktere gut gezeichnet und sie wirken richtig lebendig. Im Anhang gibt es ein Personenregister, in dem viele reale Persönlichkeiten zu finden sind.
So wie die realen Persönlichkeiten; so ist auch die Geschichte einer wahren Begebenheit entsprungen. Die Villa Rivolta gibt es wirklich, genau wie die Familie Rivolta.
In vielen Gesprächen mit Piero Rivolta, fand Daniel Speck Inspirationen für seinen Roman.

„Villa Rivolta“ ist wieder einmal ein echtes Lesehighlight. Ich habe die fast 600 Seiten an 3 Abenden verschlungen.

Spiegelland

Rebekka Frank
Roman
560 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley Deutschland für das Rezensionsexemplar.

Eine spannend erzählte Familiengeschichte

Klappentext:
Elias hat so richtig Mist gebaut, das weiß er. Er versteckt sich den Sommer über bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Doch auch sie hütet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Elias zu wissen glaubt.
Ein unendlich weiter Sommer, ein Vierteljahrhundert zuvor: Nach Jahren der Angst findet Catharina endlich den Mut, aus ihrer Ehe auszubrechen. Mit ihrer Tochter flieht sie in ein altes Haus im Moor. Während der Sonnentau im ersten Licht des Morgens leuchtet und die Rauchschwalben rufen, spürt sie sich zum ersten Mal wieder. Doch nichts ist wirklich sicher. Erst recht nicht, als Catharina im Moor eine Entdeckung macht, die ihren Mann auf ihre Spur bringen könnte.

„Spiegelland“ ist der neue Roman von Rebekka Frank. Nachdem mich „Stromlinien“ so begeistert hatte, musste ich auch dieses Buch unbedingt lesen.

“ Spiegelland“ ist eine Familiengeschichte mit einem Geheimnis.
Die Geschichte wird auf 3 Zeitebenen erzählt. Im Jahr 1756 begleiten die Leserinnen Aletta, eine junge Frau, die einen nie endenden Kampf für Unabhängigkeit kämpft. Hier erfahren die Leserinnen wie schwer das Leben im Moor zu dieser Zeit war.

Im Jahr 1999 lernen die Leser*innen Catharina kennen. Sie muss in ihrem Zuhause viel Gewalt ertragen. Zusammen mit ihrer Tochter flieht sie aus dem Zuhause. In einer Hütte im Moor findet sie Zuflucht und stell sich hier dem harten Leben des Moors.

Im Jahr 2025 ist Elias, der Enkel von Catharina in Schwierigkeiten. Auch er flüchtet ins Moor und findet bei seiner Großmutter Zuflucht.

Rebekka Frank entführt ihre Leserinnen in eine Moorlandschaft. Die Beschreibung der Natur ist so intensiv, man kann die Schönheit und auch die Gefahr der Landschaft richtig vor seinem inneren Auge sehen. Als Leserin ahnt man wie schwierig das Leben mit dem Moor sein kann. Die schöne, naturbelassene Landschaft birgt Gefahren. Man muss sie kennen und einschätzen können.

Die Charaktere sind allesamt gut gezeichnet, sie sind recht unterschiedlich und wirken alle richtig lebendig. Alle sind auf eine gewisse Art sympathisch.

Die Geschichte hat 3 Zeitebenen und das Schicksal der Personen einer Generation spielgelt sich in der nächsten wieder.

Rebekka Frank erzählt die Geschichte recht spannend. Ich konnte nach einigen Seiten das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin nimmt ihre Leser*innen mit auf eine Reise durch das Moor und in vergangene Zeiten.

„Spiegelland“ ist ein Roman, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Ich habe die gut 500 Seiten an zwei Abenden gelesen.

Sie auch

Alexandra Seese
Roman
403 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Alexandra Seese für das Rezensionsexemplar

Mystisch und spannend

Klappentext:
Verwitwet, abgebrannt und vom Rauswurf aus dem Familienanwesen bedroht – die ehemalige Sopranistin Christine steckt in der Bredouille. Ein Vorsingen an der Pariser Oper bietet die Chance auf Unabhängigkeit. Doch die Konkurrenz ist jünger und besser in Form. Ein Brief aus dem Jenseits könnte die Lösung bringen oder neue Schwierigkeiten aus alten Abhängigkeiten entfachen. Zwischen Absender und Empfängerin entfaltet sich ein intensiver Dialog über persönliche und tatsächliche Dämonen, über Täter und Opfer, Schuld und Mitschuld und darüber, wer wie weit bereit ist zu gehen, um ans persönliche Ziel zu gelangen. Sich Gaston Leroux‘ Klassiker Das Phantom der Oper als Vorgeschichte bedienend, spinnt Sie auch die weltweit bekannte Erzählung weiter und stellt sie zugleich kritisch in Frage.

„In ihrem Roman „Sie auch“ spinnt Alexandra Seese den Klassiker „Das Phantom der Oper“ weiter.

Die Autorin schickt ihre Leser*innen nach Paris und nach Perros-Guirec in das Jahr 1887.

Die Sopranistin Christine ist verwitwet und ziemlich mittellos. Sie lebt auf dem Familienanwesen ihres verstorbenen Mannes. Ihre Schwägerin gibt ihr indirekt die Schuld am frühen Tod ihres Bruders. Christine muss ihre Schwägerin erdulden, den sie bangt, sonst ihr Obdach zu verlieren.
Eine Anstellung an einem Opernhaus ist ihr auch verwehrt, die Konkurrenz ist jünger und hat mehr Chancen. Da erreicht sie ein Brief. Die wenigen Zeilen sind mit roter Tinte geschrieben und unterzeichnet mit Orfeo Gluck. Ein Schreck geht Christine durch Mark und Bein.
Zitat, Seite 13:
O.G. wie Operngeist; Gluck nach Willibald Gluck, dem Komponisten der Oper Orfeo und Euridice über den mystischen Sänger Orpheus, der in die Unterwelt hinabgestiegen war, um seine verstorbene Frau zurückzuholen.

Ab diesem Satz hat mich das Buch gefangen.
Zwischen der Geschichte um Christine, bekommen die Leser*innen immer wieder Briefe zu lesen, den zwischen Christine und dem Absender des Briefs entsteht ein Dialog. Ein Dialog über alte Dämonen und über Schuld.

Alexandra Seese hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Sie sind facettenreich und interessant. Vor allem wirken die Protagonisten lebendig.
Die Autorin führt ihre Leser*innen in die Welt der Oper und gleichzeitig in eine mystische Welt.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich zusätzlich noch eine gewisse Spannung.

Der Schreibstil von Alexandra Seese ist flüssig, gut verständlich und der Zeit der Handlung angepasst.
Mich hat die Geschichte schnell begeistert.

„Ich auch“ ist eine Geschichte für alle, die gerne literarische Literatur lesen.

Das Licht der Lofoten

Sophie Van der linden
Roman
119 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem Französischen von Valerie Schneider
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Malerin Anna Boberg

Klappentext:
Eine einsame Hütte auf den Lofoten: Hierher reist die schwedische Malerin Anna Boberg (1864–1935) jeden Winter völlig allein. Sie will die raue Schönheit und das besondere Licht der Arktis auf die Leinwand bannen, auch wenn das die monatelange Trennung von ihrem Mann bedeutet, dem Architekten Ferdinand Boberg, der ihr das arktische Atelier einst erbaute. In diesem Winter Anfang der 1930er ahnt Anna, dass es ihr letzter Aufenthalt sein könnte, und ist von dem Drang getrieben, das eine große Werk zu erschaffen, das ihr endlich auch in ihrer Heimat die Anerkennung bringen wird, die sie in Frankreich und Italien bereits erreicht hat.

„Das Licht der Lofoten“ ist ein Buch über die schwedische Malerin Anna Boberg von Sophie Van der Linden.
Die Malerin Anna Boberg ist mir bisher völlig ungekannt gewesen und hat doch eindrucksvolle Gemälde erschaffen.

Anna Boberg hat sich gerne in eine einsame Hütte in den Lofoten zurückgezogen.
Das hat für sie aber auch eine Trennung über einen längeren Zeitraum von ihrem Mann bedeutet.
Sie wollte für ihre Werke das Licht der Lofoten einfangen, dass besonders im Winter einzigartig ist.
Ich habe mir im Internet Bilder der Künstlerin angeschaut. Sie hat das einzigartige Licht gut eingefangen, besonders auf ihrem Werk „Nordlichter Studie“.

Sophie Van der Linden bringt ihren Leser*innen die Malerin auf eine schöne Art näher. Man spürt die Liebe zur Kunst aber auch eine innere Zerrissenheit.
Man könnte glauben, dass die Autorin Anna Boberg persönlich gekannt hat.

Der Schreibstil von Sophie Van der Linden ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin erzählt die Geschichte in einer feinen Sprache, es macht Freude das Buch zu lesen.

Mit ihrem Buch „Das Licht der Lofoten“ hat Sophie Van der Linden mit die Malerin Anna Boberg nähergebracht.

Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung

Jo Weiler
Roman
491 Seiten
erschienen im Maximum Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Maximum Verlag für das Rezensionsexemplar

Tragisch und romantisch zu gleich

Im Mittelpunkt stehen Emily „Mimi“ Green und ihr Bruder Finn. Seit dem frühen Tod der Eltern ist Finn für seine Schwester da. Die Beiden sind unzertrennlich und führen gemeinsam den elterlichen Fährbetrieb weiter. Doch um die Fähre steht es schlecht, mittlerweile hat sich ein hoher Schuldenberg angehäuft. Die Geschwister drohen alles zu verlieren, die Fähre und das bezaubernde Cottage in Cornwall. Dank einer Nachbarin, erfahren sie, dass auch die Eltern einmal in einer Zwangslage waren und eine Bank in London ihnen geholfen hat. Mit dem Besitzer der Bank verband sie wohl eine Freundschaft. Doch der Banker schickt erst einmal seinen Sohn Aidan, um den Betrieb zu prüfen. Emily und Aidan fühlen sich auf seltsame Art zueinander hingezogen.
Doch was ans Tageslicht kommt, ist alles andere als romantisch.

„Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ ist der 1. Band Brightsand-Reihe von Jo Weiler.

Die Geschichte lebt durch ihre wunderbaren Charaktere und durch das schöne Setting. Der Autor beschreibt die Küste von Cornwall auf eine sehr anschauliche Art. Man hat schnell Bilder vor Augen. Das schöne Cottage, den Fähranleger, den Leuchtturm. Eine traumhafte Landschaft. Man bekommt beim Lesen Fernweh.

Die Charaktere sind sympathisch. Emiliy ist manchmal etwas impulsiv und etwas naiv. Sie gefällt mir aber so wie sie ist. Ihr Bruder Finn, tut alles, um den elterlichen Betrieb aufrecht zu halten, aber das reicht nicht.
Aidan steht unter dem Druck seines Vaters in London. Ob seine Gefühle für Emily echt sind das müsst ihr selbst lesen.

Ein Geheimnis droht ans Licht zu kommen, als Leser*in hat man im Laufe des Buchs schon eine Ahnung, was es sein könnte.

Jo Weiler erzählt die Geschichte auf einen schöne und ruhige Art. Ich bin schnell tief in die Geschichte eingesunken.
Doch eine Kritik habe ich leider. Die Ausschnitte aus dem Historischen Liebesroman, der fast schon einem Pornoheftchen ähnelt, den Emily so gerne liest, hätte ich nicht gebraucht. Auch die Unterhaltung zwischen Emily und den Protagonisten aus dem Roman hat die Geschichte etwas ins Lächerliche gezogen.
Dafür ziehe ich einen Stern ab, sonst hätte der Roman dicke 5 Sterne verdient.

Davon abgesehen ist „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ ein Roman mit Drama und Liebe, den ich gerne gelesen habe.

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam

Annabel French
Roman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Erfrischender Roman

Klappentext:
Rosie hat genug vom grauen Alltag und ihrem öden Bürojob. Kurzentschlossen zieht sie nach Amsterdam, um mit einem eigenen Stand auf dem Bloemenmarkt ihrer wahren Leidenschaft als Floristin nachzugehen. Der berühmte schwimmende Blumenmarkt auf den pittoresken Grachten erobert sofort ihr Herz. Alles könnte perfekt sein – bis ein Konkurrent ihr Geschäft zu zerstören droht. Auch ihr griesgrämiger Hausboot-Nachbar Max macht Rosies Leben nicht leichter. Denn bei dem in sich gekehrten Künstler stößt sie mit ihrer umtriebigen Art auf Widerstand. Blöd nur, dass Rosie ihn verdammt attraktiv findet.

„Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam“ ist der 1. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Rosie und der Bloemenmarkt in Amsterdam. Ich muss gestehen ich war schon in Amsterdam aber den Bloemenmarkt kenne ich nicht. Für mich ein Grund noch einmal nach Amsterdam zu reisen.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Rosie, die einen Neuanfang in Amsterdam sucht. Ihre verstorbene Mutter war Botanikerin und die Liebe zu den Pflanzen ist auf Rosie übergesprungen. Der Neuanfang wird Rosie nicht leicht gemacht. Das Hausboot, dass sie gemietet hat, benötigt erst einmal eine Säuberung und später eine Renovierung. Der Stand auf dem Bloemenmarkt zu bekommen, stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Und der Mann auf dem benachbarten Hausboot ist auch nicht der freundlichste. Rosie denkt sogar schon wieder ans Aufgeben und ans nach Hause zurückkehren.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Den Bloemenmarkt beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Das hat bei dem trüben und kalten Wetter diesen Winter gutgetan. Ich konnte die bunten Blumen förmlich vor meinem inneren Auge sehen und der Duft ist mir um die Nase geweht.

Die Geschichte handelt von einem Neuanfang, von Zusammenhalt und von Liebe.
Ja, es wird auch romantisch in der Geschichte, auch wenn da erst einmal ein paar Hürden genommen werden müssen.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen.

„Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich freue mich schon auf den 2. Band „Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“, der schon im April erscheinen soll.

Sommer auf Perigo Island

Perry Chafe
Roman
267 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem kanadischen Englisch von Claudia Feldmann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Coming-of-Age-Roman oder Krimi?

Klappentext:
Sommer 1991 auf Perigo Island vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien damit, den im Hafen ankommenden Fischern beim Sortieren ihres schwindenden Fangs zu helfen. Bis sie erfahren, dass ein Mädchen von der Insel vermisst wird: ausgerechnet Anna, die in geheimer Verbundenheit zu Pierce stand und als Einzige von seiner Angst vor dem offenen Wasser wusste, die ihn quält, seit sein Vater auf See verschwand. Zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily setzen die Freunde alles daran, Anna zu finden. Auf ihrer abenteuerlichen Suche werden sie einem mysteriösen Meeresbiologen begegnen, eine Faszination für die Geheimnisse des Ozeans entwickeln, sich zum ersten Mal verlieben und sich ihren größten Ängsten stellen müssen.

„Sommer auf Perigo Island“ von Perry Chafe ist ein Coming-of-Age-Roman, der durch seine Charaktere begeistert.

Der Handlungsort ist eine Insel vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce lebt hier mit seiner Mutter, der Vater ist eines Tages nicht mehr vom Fischen zurückgekehrt. Nur Trümmer vom Boot wurde ein paar Tage später angeschwemmt. Die Leiche des Vaters wurde nie gefunden und so hat Pierce auch nie die Hoffnung aufgegeben, dass sein Vater eines Tages wieder nach Hause kommt.
Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas versuchen sich etwas Geld zu verdienen, indem sie den Fischern helfen die Fische zu sortieren und die Fischzungen auszuschneiden, um sie zu verkaufen. Das ist ein hartumkämpfter Job.
Doch eines Tages wird auf der Insel ein Mädchen vermisst. Ein Mädchen das Pierce versprochen hatte nicht mehr wegzulaufen. Pierce ahnt, dass Anna etwas zugestoßen sein muss.
Auf der Insel hält sich ein seltsamer Meeresbiologe auf, der in den Fokus der Jugendlichen gerät.

Perry Chafe, der selbst in einen Fischerort in Neufundland aufgewaschen ist, erzählt die Geschichte so intensiv, dass ich mich frage, wie viel vom Autor selbst in der Geschichte steckt.
Der Autor hat recht unterschiedlichen Charakteren das Leben geschenkt. Sie wirken alle sehr lebendig und sind jeder auf seine Art sympathisch.

Die Geschichte von Pierce hat mich sehr berührt. Auch die Geschichte des Meeresbiologen Solomon hat mich berührt.

Die Geschichte erzählt vom Leben auf der Insel, die meisten sind Fischer, die anderen wandern nach und nach ab. Die Insel wird immer verlassener.
Das Leben ist hart, doch Pierce möchte nirgendwo anders leben.

Durch das Verschwinden von Anna und durch den mysteriösen Meeresbiologen Solomon erhält die Geschichte Krimi Vibes.

Perry Chafe beschreibt de Handlungsort und das Leben auf der Insel sehr anschaulich, ich konnte mir alles sehrt gut vorstellen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus de Hand legen.

„Sommer auf Perigo Island“ ist ein großartiges literarisches Werk, ich habe das Buch gerne gelesen.

Liebe auf den ersten Blick

Nelly Berlin
Liebesroman
erschienen bei‎ Montlake
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Nelly Berlin für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlbuch

Klappentext:
Emmy ist Biochemikerin, ihre beste Freundin Helia Chirurgin in Berlin. Beide lieben ihre Jobs trotz der üblichen Schwierigkeiten in Labor und Notaufnahme, nervigen Patienten und fiesen Oberärzten. Doch dann taucht die Liebe für Emmy ausgerechnet in Form ihres arroganten, aber unglaublich attraktiven Chefs Clark auf und auch Helia wird Hals über Kopf in den Strudel der Gefühle gezogen, Nebenwirkungen und Komplikationen inklusive. Während ihr Leben im Chaos versinkt, müssen Emmy und Helia sich fragen, ob es die Liebe auf den ersten Blick vielleicht doch gibt und wie viel sie bereit sind zu riskieren, um die ganz großen Gefühle zu erleben.

„Liebe auf den ersten Blick“ ist der 2. Band der Reihe „Die Formel der Liebe“ von Nelly Berlin.

Nelly Berlin hat liebenswerte Charaktere ins Leben gerufen.
Da sind die 3 Freundinnen, die zusammen eine WG bilden, Emmy, Helia und Ina. Alle drei haben Jobs, die sie lieben und die sie voll und ganz einnehmen. So hat die Biochemikerin Emmy gerade einen neuen Job in Berlin angetreten.
Helia ist Chirurgin und wird in ihrem Job ziemlich gefordert und Ina arbeitet im Betrieb ihres Vaters.
Bei Emy und Helia scheint die Liebe zuzuschlagen, auch wenn es die beiden Frauen nicht wahrhaben wollen. Denn eine Beziehung am Arbeitsplatz? Nein, da sollte man lieber die Finger davonlassen.
Doch gegen die Liebe auf den 1. Blick kommt man einfach nicht an.

Die Handlungsorte sind das trubelige Berlin, das Labor und das Krankenhaus.
Aber keine Angst es geht nicht allzu wissenschaftlich oder medizinisch zu.
Alles wird gut verständlich beschrieben und oft mit einer Prise Humor gewürzt.

Nachdem man die Charaktere kennen und lieben gelernt hat, ist man auch schon in einer romantischen Liebesgeschichte, auch wenn die Beteiligten sich noch etwas sträuben.

Der Schreibstil von Nelly Berlin ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich bin tief in die Geschichte versunken und habe das Buch nur schwer zur Seite legen können.

„Liebe auf den ersten Blick“ ist wieder einmal ein richtiges Wohlfühlbuch.

Der andere Arthur

Liz Moore
Roman
377 Seiten
erschienen bei C. H. Beck
Übersetzt aus dem Englischen von Cornelius Hartz
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Einsamkeit und Freundschaft

Klappentext:
Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

„Der andere Arthur“ von Liz Moore ist ein Roman über zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und über Freundschaft.
Nach dem Bestseller „Der Gott des Waldes“ war ich auf dieses Buch sehr gespannt.
„Der andere Arthur“ ist so ganz anders als „Der Gott des Waldes“ aber auch wieder ein Roman, der mich total begeistert hat.

Die Geschichte bringt den Leserinnen zwei Charaktere näher. Es fängt mit dem 58jährige Arthur Opp an. Er war einst Literaturprofessor, jetzt hat er sein Haus schon seit Jahrzenten nicht mehr verlassen. Er wiegt mittlerweile 250 Kilo, alles, was er zum täglichen Leben benötigt, bestellter er online. Die Lieferdienste geben sich die Klinke in die Hand. Arthur lebt völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Den einzigen Kontakt, den er hat, ist eine frühere Studentin. Der Kontak findet mittlerweile aber auch nur noch schriftlich statt. Für Arthur ist es schon anstrengend nur bis zu seiner Haustür zu gehen. Es fing an mit einer Esssucht, die er entwickelt hat. Mit zunehmender Körperfülle kam die Scham dazu und so har er sich eingeigelt und immer weiter an Gewicht zugenommen. Nachdem die Leserinnen Arthurs Geschichte kennengelernt haben, wird es zu Kels Geschichte.
Kel ist 17 Jahre und lebt nur 30 Kilometer von Arthur entfernt. Er hat es im Leben nicht leicht gehabt. Jetzt möchte er einen Schulabschluss machen und vielleicht ein Stipendium bekommen.
So richtig lässt auch Kel niemand an sich ran. Er ist unsicher und zerrissen. Auch seine Mutter hat keinen Zugang zu Kel. Seine Mutter ist die Studentin, die immer noch eine Verbindung zu Arthur hat.
Was passiert, wenn man versucht, beide Außenseiter zusammenzubringen?

Liz Moore beschreibt beide Charaktere auf eine grandiose Art. Ich konnte mich in beide hineinversetzten.
Da ist Arthur der sich in einem Teufelskreis befindet, aus dem er allein nicht mehr rauskommt. Da er völlig allein lebt, gibt es auch keine Chance auf Hilfe.
Dann ist da Kel, der auch anfängt sich abzukapseln. Er liebt den Sport und hat seine Freunde aber der Traum vom Schulabschluss scheint zu platzen.
Liz Moore, beschreibt die jeweilige Situation ihrer Charaktere so, dass man sie gut verstehen kann.
Wie die beiden zusammenfinden und was Freundschaft bewirken kann, dass möchte ich hier nicht verraten, das sollte jeder selbst lesen.

Liz Moore hat mich mit dieser Geschichte wieder einmal begeistert. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Ihre Charaktere sind so unterschiedlich wie es nur geht. Doch ich habe schnell einen Zugang zu Arthur, wie auch zu Kel bekommen.

„Der andere Arthur“ ist ein Roman über Einsamkeit und Freundschaft. Ich habe das Buch gerne gelesen.