Wie Schwimmen im Sand

Alexandra Alius
Roman
351 Seiten
erschienen im Rote Katze Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Wie schwierig es ist, eine gute Mutter zu sein


Klappentext:
Toni und Ben wollen ein Kind, mindestens eines. Aber es will und will nicht klappen. Nach vielen verzweifelten Versuchen entscheiden Sie sich zur Adoption. Und kurz später ist der zweijährige Leon da, mit viel Wut im Gepäck. Doch Toni lässt sich nicht beirren; eine glückliche Zeit beginnt. Dann passiert, was unmöglich erschien: Toni wird schwanger. Ein zweiter, eigener Sohn wird geboren. Damit werden die Verhältnisse schwierig, sehr schwierig. Ist sie der Aufgabe gewachsen? Scheitert daran die Ehe? Muss sie Leon loslassen, um die Familie zu retten? Als auch noch ein dunkles Geheimnis von Tonis Eltern ans Licht kommt, gerät ihr Mutterbild ins Wanken.

„Wie Schwimmen im Sand“ von Alexandra Alius, ist ein Roman, der sich mit dem Thema; der perfekten Mutter befasst.

Toni und Ben bleibt ihr Kinderwunsch verwehrt. Sie entschließen sich zu einer Adoption. So bekommt der 2-jährige Leon ein schönes zuhause. Doch es ist nicht so einfach, ein fremdes Kind an sin neues Zuhause und an die neuen Eltern zu gewöhnen. Es gibt einig Anfangsschwierigkeiten. Dann passiert es, Toni wird schwanger und bekommt einen Sohn. Gelingt es den Eltern die Kinder als gleichberechtigte Geschwister zu erziehen oder wird das eigene Kind immer im Stillen bevorzugt.

Alexandra Alius erzählt die Geschichte sehr ehrlich und aufwühlend und in einem guten Tempo. Ich konnte mich gut in Toni und Ben hineindenken. Aber auch in den kleinen Leon, der schon dramatisiert zu seinen Adoptiveltern gekommen ist. Die Eltern, vor allem Toni gehen bis ans Ende ihrer Kraft, um den Kindern ein gutes Zuhause zu bieten.

Die Charaktere sind sehr authentisch und richtig lebendig. Sowohl Ben und Toni als auch Leon werden sehr gut durch die Geschichte geführt.

Der Schreibstil von Alexandra Alius ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte schreitet i einem ordentlichen Tempo voran. Das Thema Mutter, Adoptivkind und eigene Kinder wird ehrlich behandelt.

„Wie Schwimmen im Sand“ ist ein Roman aber diese Familienkonstellation gibt es in der Realität sicher auch. Ich habe diese Geschichte mit Interesse und Spannung gelesen.

Fluss der versunkenen Träume

Anna Sofia Glass
Roman
erschienen im Ullstein Verlag
400 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Eine Reise an der Donau entlang

Klappentext:
Wien 1902. Lanya flieht vor einer arrangierten Ehe nach Ybbs an der Donau, in eine fremde, verzauberte Welt. Als sie im Fluss ein Goldmedaillon entdeckt, kommt sie einem tragischen Todesfall auf die Spur, der eng mit dem Schicksal ihrer Gastfamilie verknüpft ist. Auf der Flucht vor der Vergangenheit macht sich Lanya mit Boris, dem Sohn der Familie, per Boot stromabwärts auf den Weg nach Budapest und weiter zur orientalischen Insel Ada Kaleh am Fuße der Karpaten. Doch die Reise bringt nicht nur die Wahrheit über das Medaillon ans Licht, sondern auch verbotene Gefühle zwischen Lanya und Boris. Hat ihre Liebe in einer Welt voller gesellschaftlicher Zwänge eine Zukunft?

„Fluss der versunkenen Träume“ von Anna Sofia Glass ist ein Roman, der die Leser*innen an die Donau führt.

Im Mittelpunkt steht Lanya, eine junge Frau, die vor einer arrangierten Ehe flieht. Sie kommt an die Donau und findet im Fluss ein goldenes Medaillon.

Mit ihrer Geschichte führt Anna Sofia Glass ihre Leser*innen die Donau entlang, von Wien nach Ybbs und zur Insel Ada Kaleh.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge und führt uns ins frühe 20.Jahrhundert und in die 1990er Jahre.
Die Zeit und die Handlung ist immer durch das Medaillon verbunden, das ein Geheimnis verbirgt.

Die Autorin beschreibt die einzelnen Handlungsorte sehr anschaulich. Mir haben die verschiedenen Schauplätze gut gefallen.
Die Charakteren sind gut gezeichnet und richtig lebendig. Natürlich haben mit Lanya und Boris, zwischen denen sich Gefühle offenbaren am besten gefallen.
Aber auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet und bereichern die Geschichte.

Der Schreibstil von Anna Sofia Glass ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.

„Fluss der versunkenen Träume“ ist ein Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Die Magnolientochter

Tessa Collins
Roman
493 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Schöne Geschichte mit tollem Setting

Klappentext:
Magnolia weiß eigentlich sehr genau, was sie will und wo sie steht. Doch als sie eine alte Quittung und ein Flugticket nach Neuseeland findet, gerät etwas in ihr aus den Fugen. Um Antworten zu finden, reist sie in die Heimat ihrer Mutter, über deren Vergangenheit immer geschwiegen wurde. Was Magnolia dort entdeckt, hat nicht nur mit der dunklen Geschichte des Landes zu tun, sondern auch mit ihrer eigenen Familie. Zwischen der atemberaubenden Natur Neuseelands, der Liebe und dem Einsatz für den Umweltschutz enthüllt Magnolia das traurige Schicksal ihrer Verwandtschaft. Kann sie die Vergangenheit heilen und zugleich ihren eigenen Weg weitergehen?

„Die Magnolientochter“ ist der 4. Band der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins.
Tessa Collins ist das Pseudonym von Silke Ziegler die mich schon mit ihren Krimis und der Purpurküsten-Reihe begeistert hat.

Nachdem mir die ersten drei Bände so gut gefallen haben, wartete ich schon sehnsüchtig auf Band 4.

Tessa Collins entführt ihre Leser*innen nach Neuseeland. Ein Land reich beschenkt mit schöner Natur. Es war die Heimat von Magnolias Mutter.
Als sie ein altes Flugticket nach Neuseeland findet, ist ihr Interesse geweckt. Sie reist in die Heimat ihrer Mutter.

Im Mittelpunkt steht Magnolia, die auf den Spuren ihrer Mutter wandelt. Von der Heimat ihrer Familie, Neuseeland ist ihr wenig bekannt. Ihre Mutter Maia leidet unter Depressionen und ihre Großmutter Rose ist schon verstorben. In Neuseeland stößt Magnolia auf die Vergangenheit ihrer Familie.

Tessa Collins versteht es Charaktere zu zeichnen und durch die Geschichte zu führen. Vor allem hat mir in diesem Band Magnolia gefallen. Sie ist Umwelttechnikerin und somit liegt ihr die Umwelt sehr am Herzen.

Ich habe Magnolia gerne auf ihrer Reise begleitet. Es war schön mitzuerleben, wie Magnolia das Schicksal ihrer Familie enthüllt.

Tessa Collins versteht es Handlungsorte zu beschreiben. Die schöne Natur Neuseelands hat sie mir mitten in mein Wohnzimmer gebracht. Es ist wunderschön, wie die Autorin das Land beschreibt. Am liebsten wäre ich selbst hingereist.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Zeit der Handlung wechselt immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. So lernt man auch Magnolias Mutter und Großmutter kennen.

Tessa Collins erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich habe das Lesen von „Die Magnolientochter“ wieder sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den 5. Band „Die Rosentochter“ der im August 2026 erscheinen wird und die Leser*innen nach Namibia führen wird.

Königin Esther

John Irving
Roman
550 Seiten
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Peter Torberg und Eva Regul
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein echter John Irving

Klappentext:
Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

„Königin Esther“ ist der neue Roman von John Irving.
Der Autor hat es wieder geschafft, mich mit einem Buch total zu begeistern.

In seiner Geschichte erzählt der Autor das Leben von Jimmy Winslow. Bis er geboren wird, dauert es aber eine Zeit. Erst lernt man Thomas und Constance Winslow, die Großeltern von Jimmy kennen. Er ist Lehrer, sie Bibliothekarin. Gemeinsam haben sie 4 Töchter. Für jede Tochter haben sie ein älteres Mädchen aus einem Waisenhaus geholt, dass sie als Au-pair in die Familie aufgenommen haben. Den Waisenmädchen ging es in der Familie gut und sie durften Bildung, auf die in der Familie großen Wert gelegt wurde, genießen.
Die jüngste Tochter ist Honor, für sie wurde Esther, ein jüdisches Mädchen aus einem Waisenhaus geholt. Hier stoßen eifrige Irvin Leser*innen auf einen bekannten Protagonisten, Dr. Wilbur Larch. In „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ war er auch Arzt in einem Waisenhaus.
Als Honor dann erwachsen war, hegte sie den Wunsch nach einem Kind, wollte aber keinen Kontakt zu Männern haben. Esther, die Honor noch immer verbunden ist, wird für sie schwanger. So kommt Jimmy zur Welt. Er hat zwei Mütter und keinen Vater.

John Irving erzählt die Geschichte wieder sehr detailliert, sehr ausführlich. Man muss der Geschichte etwas Zeit geben, um sich zu entfalten. Wer John Irving kennt, weiß, dass er seine Geschichte gerne reichlich ausschmückt. Die Formulierung der einzelnen Sätze ist oft eine Meisterleistung. Der Autor versteht, die Sprache einzusetzen.
Für Peter Torberg und Eva Regul, die das Buch übersetzt haben, sicher keine leichte Aufgabe. Sie haben sie aber bravourös gemeistert.

Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet und werden auch sehr gut beschrieben. Für mich waren sie lebendig geworden. Jimmys Geschichte hat mir gut gefallen und mich berührt. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

„Königin Esther“ hat zwar zwischendurch einige Längen, John Irving konnte mich mit seiner Geschichte aber wieder begeistern.

Verliebt in Südafrika

Jana Krok
Roman
276 Seiten
erschienen im Selfpublishing
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jana Krok für das Rezensionsexemplar

Wunderschönes Südafrika

Klappentext:
Hannah hat alles, was man sich wünschen kann, einen sicheren Job, klare Strukturen, ein geregeltes Leben. Doch je mehr sie funktioniert, desto leiser wird es in ihrem Inneren. In ihr wächst die Sehnsucht nach Freiheit. Kurz entschlossen reist sie allein nach Südafrika.
Zwischen weiten Savannen und wilden Tieren beginnt Hannah, sich selbst neu zu begegnen. Und dann tritt er in ihr Leben, ein Mann, der ihre Welt ordentlich durcheinanderwirbelt. Folgt sie dem Ruf ihres Herzens oder dem Pfad der Freiheit, den sie sich so hart erkämpft hat?

„Verliebt in Südafrika“ ist ein Roman mit viel Südafrika Feeling von Jana Krok.

In dieser Geschichte begleiten die Leserinnen Hannah auf ihrer Reise durch Südafrika. Zusammen mit einer Reisegruppe startet Hannah eine Rundreise. Weihnachten und Silvester verbringt sie mit der Gruppe in Südafrika. Zusammen mit Hannah erleben die Leserinnen die schöne Natur und die einzigartige Tierwelt Südafrikas. Die Reise macht etwas mit Hannah, sie verändert sich, wächst über sich hinaus. Nimmt es sogar in ihrem Zimmer mit einer Spinne auf. Auch von der Liebe träumt Hannah wieder. Roman aus ihrer Reisegruppe scheint ihr Herz zu erobern.

Jana Krok erzählt die Geschichte mit viel Gefühlt. Die Beschreibung der Landschaft Südafrikas ist sehr anschaulich. Ich habe mich gerne auf diese Reise begeben und mein Fernweh wurde geweckt.

Hannah war mir schnell sympathisch. Hannah ist ein sehr hilfsbereiter Mensch, sie hat älteren Mitreisenden, die in der englischen Sprache nicht so versiert sind, immer gerne geholfen und übersetzt.
Die anderen Charaktere waren mir zu Beginn etwas blass. Ich habe einige Zeit gebraucht, um sie alle zu unterscheiden. Mir hat zu Beginn, als die Reisenden sich trafen eine Vorstellung untereinander gefehlt. Sie wurden nur kurz beim Nehmen genannt. Aber nach einiger Zeit konnte ich sie mir ganz gut vorstellen.

Der Schreibstil von Jana Krok ist flüssig und gut verständlich. Die Reise wird so schön beschrieben, dass ich denke, die hat die Autorin bestimmt auch schon einmal gemacht.

„Verliebt in Südafrika“ ist eine schöne Reisegeschichte verbunden mit einer Liebesgeschichte. Genau das Richtige für die kalte und dunkle Jahreszeit.

Die verlassene Tochter

Soraya Lane
Roman
343 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Sigrun Zühlke
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Wieder ein bewegendes Schicksal

Klappentext:
Nach dem Tod ihrer Mutter glaubt Rose, sie sei nun ganz allein auf der Welt. Umso größer ist ihre Hoffnung, als ihr ein Brief aus Buenos Aires in die Hände fällt, in dem von einem überraschenden Erbe die Rede ist. Gibt es einen Zusammenhang mit den geheimnisvollen Erbstücken, die Rose vor einigen Monaten aus einem Londoner Frauenhaus erhalten hat? Die Pferdefigur und das Stück glitzernde Seide in der kleinen hölzernen Schachtel haben ihr seitdem Rätsel aufgegeben.
Ihre Suche nach Hinweisen führt Rose nach Argentinien und zu einer weitläufigen Ranch, wo einst die besten Polopferde der Welt gezüchtet wurden. Dort lernt sie den charmanten Benjamin kennen, der sie ermutigt, weiter nach ihren Wurzeln zu forschen. Doch dann stößt Rose auf die herzzerreißende Geschichte einer verbotenen Liebe, die das Schicksal von Benjamins und ihrer Familie auf ungeahnte Weise verwebt. Wird Rose den Mut finden, auf ihr Herz zu hören? Oder wird sie die Liebe ihres Lebens aufgeben müssen, um familiäre Bande zu heilen?

„Die verlassene Tochter“ ist der 6. Band der Reihe „Die verlorenen Töchter“ von der neuseeländische Autorin Soraya Lane.

Die Geschichte ist ähnlich aufgebaut wie die der vorherigen Bände und doch wieder so ganz anders.
Wie schon die Frauen in den vorherigen Bänden, so hatte auch in diesem Band eine junge Frau ein geheimnisvolles Holzkästchen bekommen.
In dem Kästchen für Rose waren eine Pferdefigur und ein Stück glitzernde Seide.

Mit Rose reisen die Leser*innen nach Argentinien zu einer Ranch, wo einst die besten Polopferde der Welt gezüchtet wurden.

Die Geschichte hat auch wieder zwei Zeitebenen, einmal die Gegenwart in der die Leser*innen, die junge Anwältin Rose Bellamy begleiten. Nach dem Tod ihrer Mutter und Großmutter erbt Rose ganz überraschend ein Landgut in Argentinien. Rose reist nach Argentinien, um ihr Erbe anzuschauen.

Im 2. Handlungsstrang geht es zurück in die Jahre 1930-1940. Die Leser*innen lernen Valentina Santiago kennen. Sie hat sich in den Stalljungen Felipe verliebt. Ein schwerer Schicksalsschlag droht Valentina alles zu nehmen und stürzt sie in eine tiefe Trauer.

Soraya Lane erzählt ihre Geschichte mit sehr viel Gefühl und sehr atmosphärisch.
Die Beschreibung der Handlungsorte war für mich wie eine virtuelle Reise.
Ihre Charaktere sind mit viel Liebe zum Leben erweckt.
Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich, hat aber auch etwas Geheimnisvolles.
Ich wurde beim Lesen schnell wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.
Ich liebe es einfach, wenn in einer Geschichte Geheimnisse aus der Vergangenheit in der Gegenwart auf geblättert werden.
In der Gegenwart bin ich Rose gerne gefolgt und habe ihre Reise und die Gefühle, die sie dabei überkamen, mit Freude begleitet. Die Vergangenheit und die Geschichte von Valentina haben mich sehr berührt.

Ein Geheimnis ist, es gibt nicht nur eine Schachtel, sondern sieben.
Also gibt es außer Lily, Claudia, Ella, Georgia, Blake und Valentina noch eine weitere Empfängerin.
Jeder von ihnen ist ein Band gewidmet und dabei werden die Leser*innen an die schönsten und geheimnisvollsten Orte geführt.

Jetzt freue ich mich schon auf den 7. Band „Die vergessene Tochter“ der im Mai 2026 erscheinen soll und die Leser*innen nach Norwegen führen wird.

Elbnächte – Schatten über St. Pauli

Henrike Engel
Historischer Roman
392 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein fesselnder 2. Band

Klappentext:
Hamburg, 1913: Louise hat sich mit ihrer kleinen Bar auf St. Pauli ein Stück Freiheit erkämpft. Doch ihr Glück ist bedroht, als ihr krimineller Ehemann aus dem Gefängnis ausbricht. Zeitgleich verschwindet ein junges Mädchen spurlos.
Louises Freundin Ella und der Ex-Polizist Paul nehmen die Suche auf, nicht ahnend, dass sie sich damit in tödliche Gefahr begeben.
Denn Pauls Bruder, Hamburgs gefürchtetster Verbrecher, zieht im Hintergrund die Fäden. In den Wirren von Liebe, Loyalität und Verrat müssen Louise, Ella und Paul zusammenhalten, ihr Leben und die Zukunft des Viertels stehen auf dem Spiel. Können sie dem skrupellosen Gegner die Stirn bieten?

„Elbnächte – Schatten über St. Pauli“ ist der 2. Band der Elbnächte-Saga von Henrike Engel.

Die Autorin führt ihre Leser*innen in die dunkelsten Ecken Hamburgs.
Im Mittelpunkt stehen Louise, Ella und Paul. Louise betreibt, seit sie von ihrem Mann verlassen wurde, eine Bar in St. Pauli und hat dadurch etwas Freiheit gewonnen. Doch jetzt scheint ihre Freiheit bedroht zu sein, denn ihr Mann ist aus dem Gefängnis entkommen.
Ella, eine ehemalige Prostituierte, ist Louises treue Freundin und stets an ihrer Seite.
Paul, ein ehemaliger Polizist, sucht zusammen mit Ella nach einem vermissten Mädchen.
Die Charaktere sind recht unterschiedlich und passen so gut zusammen. Louise ist eher der stille und leise Typ, Ella hingegen ist voller pulsierenden Leben. Paul, der einen Arm verloren hat und kaum Perspektiven für sich sieht, ist immer da, wenn eine der Frauen Hilfe braucht. Ein unbeirrbarer und liebenswerter Charakter.

Henrike Engel erzählt die Geschichte sehr atmosphärisch, man spürt das Leben pulsieren. Hamburg im Jahre 1913 wird gut und anschaulich beschrieben, man kann es sich gut vorstellen. Als Leser*in bekommt man einen guten Einblick vom historischen Hamburg und auch von den Ermittlungsarbeiten jener Zeit. Viele Fakten werden mit Fiktion verknüpft, sodass ein großes Ganzes entsteht.

Mit viel Spannung führt die Autorin ihre Leser*innen durch Hamburg und spart dabei die dunkeln Plätze nicht aus.

Henrike Engel erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was sie facettenreich und abwechslungsreich macht. Dazu legt sie ein ordentliches Tempo vor.
Der Schreibstil von Henrike Engel ist wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Autorin kann gut mit der Sprache umgehen. Es macht einfach Freude die Geschichte, mit der ausdrucksstarken und schönen Sprache zu lesen. Henrike Engel ist einfach eine Meisterin ihres Fachs.

„Elbnächte – Schatten über St. Pauli“ ist eine Mischung aus Historischer Roman und Kriminalroman. Mein zwei liebstes Genre, vereint in einem Buch. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Der Vorleser

Bernhard Schlink
Roman
207 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Beeindruckend und dramatisch

„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink, ist 1995 zum ersten Mal erschienen und gehört zu den modernen Klassikern. Jetzt wurde das Buch vom Diogenes Verlag noch einmal neu aufgelegt.

Die Geschichte ist in 3 Teile unterteilt.
Im 1. Teil erinnert sich der Erzähler an seine Gelbsucht Erkrankung. Damals hat ihm eine Frau auf dem Heimweg von der Schule geholfen. Jetzt nach der Genesung wollte er sich bei der fremden Frau bedanken.
Frau Schmitz war zu der Zeit 36 Jahre alt und Michael, der Erzähler war 15 Jahre. Trotz des Altersunterschieds verliebte sich der Junge in Frau Schmitz. Sie gingen eine sexuelle Beziehung ein. Jeder Tag ging Michael zu der Frau, ohne sie gesehen zu haben, hielt er es nicht aus. Frau Schmitz mochte es besonders gerne, wenn Michael ihr etwas vorgelesen hat.

Im 2. Teil sind 7 Jahre vergangen und Michael studiert mittlerweile Rechtswissenschaft. Frau Schmitz hat er aus den Augen verloren. Aber wie der Zufall es will, trifft er wieder auf seine frühere Geliebte.

Der 3. Teil behandelt dann den weiteren Lebensweg von Michael.
Über den 2. Und 3. Teil möchte ich nicht mehr erzählen, dass müsst ihr schon selbst lesen.

Bernhard Schlink erzählt die Geschichte auf 200 Seiten, doch es steckt sehr viel drin. Sein Erzählstiel ist sehr kompakt, er hält sich nicht an Kleinigkeiten fest.
Die Charaktere werden gut beschrieben, ich konnte mich sowohl in Michael wie auch in Hanna Schmitz hineinversetzten.
Das Thema Kriegsverbrechen wird in der Geschichte eingehend behandelt.
Wohl mit ein Grund, dass „Der Vorleser“ auf den Lehrplänen vieler Schulen stand.

„Der Vorleser“ ist ein Roman, den man auch nach all den Jahren immer noch sehr gut lesen kann.

Die Frauen von Ballymore

Lucinda Riley
Roman
477 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Karin Dufner, Sonja Hauser, Sibylle Schmidt und Ursula Wulfekamp
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Liebe und Schmerz

Klappentext:
Sorcha O’Donovan wächst behütet in Ballymore an der Südküste Irlands heran. Als sie 16 Jahre alt ist, verliebt sie sich unsterblich in den Musiker Con Daly, einen Einzelgänger, der in einer Hütte am Strand lebt. Es beginnt eine heimliche Beziehung zwischen den beiden, die aber zu einem Eklat führt: Sie werden von der ebenso vermögenden wie missgünstigen Helen McCarthy aus dem Dorf verraten, und in seinem Zorn verbannt Sorchas Vater seine Tochter. Die beiden verlassen über Nacht ihre irische Heimat, um im London der 1960er Jahre ein neues Leben zu beginnen. Und dort, in der brodelnden Metropole, wird für Con ein Traum wahr: der Aufstieg vom mittellosen Straßenmusiker zum Leader einer der erfolgreichsten Bands seiner Zeit. Aber als Helen in London auftaucht, sind die Weichen gestellt für ein Drama, das unerbittlich seinen Lauf nimmt.

„Die Frauen von Ballymore“ von Lucinda Riley erzählt von Liebe und Schmerz. Die Autorin ist im Juni 2021 verstorben und dieser Roman wurde erst jetzt in Deutschland veröffentlicht.

Im Mittelpunkt steht Sorcha O’Donovan, sie ist behütet in ihrer Familie in Ballymore aufgewachsen. Doch ihr Traum liegt nicht in Ballymore, sie stellt sich ihr Leben aufregender vor als in dem kleinen Dorf in Irland. Sorcha verliebt sich in den Musiker Con Daly, die beiden führen eine heimliche Beziehung. Als die Beziehung entdeckt wird, werden sie aus dem Dorf gejagt. Sorcha und Con gehen nach London, wo auch die Karriere von Con ihren Lauf nimmt. Aus dem Straßenmusiker wird ein Bandleader.
Doch als jemand aus ihrer Vergangenheit auftaucht, droht alles zu zerbrechen.

Lucinda Riley und ihre Romane sind wohl auf der ganzen Welt bekannt. Ihre Geschichten sind immer voller Emotionen. In diesem Roman vermisse ich dies allerdings etwas.
Die Charaktere werden gut beschrieben, aber auch hier fehlt etwas die Tiefe, man fühlt sich nicht so verbunden mit den Protagonisten, kommt ihnen nicht so nah, wie man es bei Lucinda Riley gewohnt ist.
Die Geschichte und die Entwicklung von Sorcha und Con hat mir aber trotzdem gut gefallen. Die Schicksalsschläge, die, die Charaktere erleiden mussten, haben mich berührt.
London in den 1960er Jahren wird gut beschrieben, ich konnte es mir gut vorstellen.
Der Schreibstil von Lucinda Riley ist flüssig und gut verständlich.

Auch wenn „Die Frauen von Ballymore“ nicht zu den besten Büchern von Lucinda Riley zählt, ist es doch ein fesselnder Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Die stille Heldin

Hera Lind
Roman
434 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein berührender Schicksalsroman

Zum Inhalt
Runau, 1905: Im Mittelpunkt steht Helene, die zu einer Heirat gezwungen wird, die sie nicht will. Ihr Ehemann, der Großbauern Otto ist gewalttätig und bösartig. Helene bekommt 6 Kinder. Als ihr Mann im Krieg fällt, muss sie die Familie allein versorgen. Doch das Leben hält auch Liebe für Helene bereit. Mit ihrem Mann Ewald, bekommt sie noch einmal 6 Kinder. Doch die Zeiten ändern sich und der Nationalsozialismus macht der Familie das Leben schwer. Das Schicksal von Helene dreht sich wieder zum negativen. Durch Unfälle und den 2., Weltkrieg sterben 5 ihrer Kinder. Doch Helene muss stark sein für die Familie, die noch übrig ist.

„Die stille Heldin“ ist ein sehr berührender Schicksalsroman von Hera Lind.
Hera Lind vermittelt das Leben von Helene und ihrer Familie schonungslos ehrlich. Immer wieder habe ich gedacht, Helene hat ein bisschen Glück verdient und wenn es sich dann wirklich gezeigt hat, war es so schnell wie es gekommen war auch schon wieder vorbei.
Helene ist wirklich eine stille Heldin, so viele Schicksalsschläge, die sie überstehen musste. Und immer wieder war sie stark für ihre Familie.

Hera Lind erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Helene. Das bringt den Leser*innen Helene sehr nahe und macht die Geschichte umso emotionaler.
Ich musste beim Lesen immer wieder Schlucken und wahr manchmal den Tränen nahe. Ich denke, der Autorin ging es beim Schreiben und vor allem bei den Gesprächen mit der Familie nicht anders.
Der Schreibstil von Hera Lind ist flüssig und gut verständlich. Ich war von der Geschichte schnell so gefangengenommen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

„Die stille Heldin“ ist ein Buch nach einem wahren Schicksal, das mich sehr bewegt hat.