Winterschlaf

Mario Petuzzi
Roman
234 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Toller Debüt-Roman

Zum Inhalt:
Sobald im Frühjahr der Schnee bis ins Tal schmilzt, schickt der Großvater die zehnjährigen Zwillinge in den Keller, um die Mutter aus ihrem monatelangen, buchstäblichen Winterschlaf zu wecken.
Die Mutter erwacht mit einem Kopf voller Träume.
Die Träume sind jedoch keine gewöhnlichen Träume, sondern besitzen hellseherische Kräfte.

„Winterschlaf“ ist der bemerkenswerte Debüt-Roman von Mario Petuzzi.

Die Charaktere haben keine Namen, was sie märchenhaft wirken lässt.
Da sind die Zwillinge, sie werden nur „die Eine“ und „der Andere“ genannt. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt.
Für die Zwillinge gehört es zur Normalität, dass die Mutter im Winter mehrere Monate im Keller Winterschlaf hält.
Der Großvater, hier Apo genannt, ist das Oberhaupt der Familie. Er führt ein Geschäft mit den Träumen der Mutter. Kaum ist der Winterschlaf beendet, stehen die Menschen schon in der Tür, um von den Träumen zu erfahren.
Die Mutter ist im Winter eine leblose Hülle. Im Sommer ist sie die Heilbringerin.

Sie alle werden den Leser*innen nicht nähergebracht. Man kennt sie nur von der Erzählung der Zwillinge und ist so etwas wie ein stiller Beobachter.

Der Schreibstil von Mario Petuzzi ist fast poetisch zu nennen.
Er passt die Sprache gekonnt den Traumsequenzen und der rauen Realität an.
Mario Petuzzi erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Er nimmt sich viel Zeit für ausgiebige Beschreibungen.
Mario Petuzzi lässt viel Spielraum, damit sich die Leser*innen ihre eigene Fantasie spielen lassen können.

„Winterschlaf“ ist ein so anderes Buch und sticht somit aus den vielen literarischen Werken hervor.

Die Honigfrauen – Eine neue Heimat

Mirjam Müntefering
Historischer Roman
504 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Schöner Abschluss der Honigfrauen-Saga

Klappentext:
Bergisches Land, 1910. Irma ist verzweifelt: Das Landcafé im Honigstal hat bei der Einweihung versagt! Es fehlen die einzigartigen Kreationen ihres verstorbenen Großvaters. Einzige Lösung scheint ihre Tante Harriet, die das Talent Ludwigs geerbt hat. Womöglich weiß sie von den geheimen Rezepten? Aber wird Irmas Großmutter die uneheliche Tochter ihres Mannes hier wirken lassen? Auch Arno lässt sich seit der Eröffnung nicht mehr blicken, während Irmas guter Freund Eugen sich höchst sonderbar verhält. Als sich ein Tester des Guide Michelin ankündigt, gilt es für die Honigfrauen, zusammenzuhalten.

„Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ ist der 2. Band der Honigfrauen-Saga von Mirjam Müntefering.

Es geht zurück ins frühe 20. Jahrhundert und ins Bergische Land.
Die Geschichte wird aus der Perspektive dreier Frauen erzählt.

Da ist Irma Honig, sie ist die Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig.
Auguste Honig, die Ehefrau und Witwe von Ludwig.
Harriet Lenze ist Ludwigs uneheliche Tochter, von der bis zu Ludwigs Tod niemand etwas wusste.

Die drei Frauen haben schon im 1. Band für gute und turbulente Unterhaltung gesorgt.
Ich habe jede der drei Frauen auf ihre Art gemocht.

Irma und Auguste haben mit dem Landcafé einen Neustart gewagt. Leider war dieser nicht von Erfolg gekrönt. Der Konditor, der die feinen Backwerke herstellt, kann die Gäste nicht überzeugen. Die feinen Kreationen von Ludwig Honig fehlen.
Es stellt sich die Frage, ob Harriet, die uneheliche Tochter von Ludwig, das Landcafé retten kann.
Harriet ist Feinbäckerin und scheint das Talent von Ludwig geerbt zu haben.

Mirjam Müntefering hat interessante Charaktere ins Leben gerufen. Die drei Frauen haben alle ihre Stärken und gefallen mir gut.

Mirjam Müntefering hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Gekonnt führt sie ihre Leser*innen zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.
Die Familiengeschichte wird unterhaltsam und interessant erzählt, auch wenn manches schon recht vorhersehbar ist.

„Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ ist eine gelungene Fortsetzung und leider schon das Ende der Honigfrauen-Saga.

Autumn Secrets

Sarah Fulmar
Roman
314 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an LovelyBooks für das Rezensionsexemplar

Herzklopfen und raue Klippen

Die erfolgreiche Londoner Unternehmensberaterin Penelope wird von ihrem Chef unfreiwillig in eine Auszeit geschickt. Sie kehrt zurück in ihre Heimat St. Ives, um den Kopf freizubekommen. Spontan übernimmt sie dort die Organisation der traditionellen Herbstwanderung. Das Schicksal führt sie dabei direkt zu Nathan. Er ist der beste Freund ihres Bruders und ihr unerfüllter Crush aus Teenagerzeiten. Schnell flammen alte Funken wieder auf. Doch ein großes Hindernis bleibt: Penelopes Leben ist in London, während Nathan tief in Cornwall verwurzelt ist.

Der Liebesroman „Autumn Secrets“ von Sarah Fulmar ist der zweite Band der Seasons by the Sea-Reihe. Die Geschichte entführt die Leserschaft in ein herbstliches Wohlfühlszenario voller tiefgründiger Gefühle.

Die Charaktere sind greifbar, nahbar und glaubwürdig.
Penelope ist intelligent und gut organisiert.
Die angeordnete Auszeit ist für sie ein Kontrollverlust, den sie erst einmal verarbeiten muss.
Nathan ist attraktiv. Er ist bodenständig, aber stur. Hinter seiner rauen Schale verbirgt sich ein weicher Kern.

Die Nebenfiguren, wie die Dorfgemeinschaft, sind zum Teil skurril, aber liebenswert.

Der Handlungsort wird von Sarah Fulmar anschaulich beschrieben. Die malerische Kulisse von St. Ives kommt hier gut zur Geltung. Die Autorin fängt die landschaftliche Schönheit der englischen Küste perfekt ein.

Der Schreibstil von Sarah Fulmar ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin schreibt emotional und auch recht anschaulich. Ich hatte schnell Bilder im Kopf und das Rascheln des Herbstlaubs im Ohr.

„Autumn Secrets“ ist genau das richtige Buch für den anstehenden Herbst.
Die Stimmung im Buch schreit förmlich nach einer Decke und einer heißen Tasse Tee.

Und der Wind steht still

Astrid Lehmann
Roman
279 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein ergreifendes Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne

Klappentext:
Bretagne, Gegenwart. Die achtzigjährige Alice ist so rau wie die bretonische Küste und am liebsten allein mit ihrer Hündin Marguerite. Doch in ihr tobt ein Sturm. Lange schon hütet sie ein dunkles Geheimnis. Als die Schatten ihrer Geschichte sie einholen, beginnt eine Reise zurück in den Schwarzwald, und vielleicht auch zu sich selbst.
Schwarzwald, 1942. Elsa, eine tüchtige Magd, lernt beim Tanz den älteren Soldaten Heinrich kennen. Bereits beim nächsten Heimaturlaub läuten die Hochzeitsglocken, dann verliert sich von Heinrich jede Spur im Krieg. Beim französischen Soldaten Antoine findet Elsa Trost. Doch hat ihre Liebe Zukunft?

Mit ihrem Roman „Und der Wind steht still“ ist Astrid Lehmann ein tief berührender Roman gelungen. Hier zeigt die Autorin ein oft vergessenes Kapitel der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte auf.
Die Geschichte verwebt gekonnt das Schicksal zweier Frauen über Jahrzehnte hinweg und entfaltet dabei eine emotionale Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen, die miteinander verknüpft werden.

In der Gegenwart begleiten die Leser*innen Alice. Sie lebt sehr zurückgezogen an der bretonischen Küste.
Alice wird von der Vergangenheit eingeholt und begibt sich mit ihrer Tochter auf eine Reise in den Schwarzwald. Hier hofft Alice, auf die Vergangenheit ihrer Familie zu stoßen.

Die 2. Zeitebene führt die Leser*innen zurück in die 1940er Jahre.
Hier lebt die Magd Elsa. Sie lernt den Soldaten Heinrich kennen. Beim nächsten Heimaturlaub wird schon geheiratet. Doch danach verliert sich die Spur von Heinrich. Er gilt als vermisst. Trost findet Alice bei dem französischen Soldaten Antoine. Doch darf Alice eine neue Liebe finden?

Astrid Lehmann erzählt die Geschichte mit viel Emotion.
Die Charaktere sind vielschichtig und plastisch dargestellt.
Ich bin Alice in der Gegenwart und auch Magda in der Vergangenheit gerne gefolgt.
Die Autorin vermittelt die Zerrissenheit ihrer Charaktere sehr gut.

Auch die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Die raue Küste der Bretagne ähnelt der rauen Alice.
Im Schwarzwald ist der Hunger und die Ohnmacht der Menschen nach dem Krieg zu spüren.

Der Schreibstil von Astrid Lehmann ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin spiegelt die Nachkriegszeit und die Zeit der Besatzung realistisch wider.

„Und der Wind steht still“ ist ein gut recherchierter Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Wenn wir Frauen uns einige wären

Jule Marek
341 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jule Marek für das Rezensionsexemplar

Zusammen sind wir stark

Klappentext:
Im kleinen Ort Richport an Floridas Küste kämpft jede Frau für sich:
Lenie schweigt und ordnet sich unter, um Harmonie zu wahren.
Sena macht, was nötig ist, um wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Rics stürzt sich in jeden Konflikt, um weibliche Selbstbestimmung zu verteidigen.
Als Kenneth seine Verlobte Lenie aalglatt übergeht, stellt Rics sich ihm vehement in den Weg. Doch ihr Widerstand hat Folgen: Der einflussreiche Anwalt setzt sie unter Druck. Und Sena und Lenie sehen durch Rics ihre Ziele bedroht. Erst als die vierzehnjährige Madlin Schutz braucht, wird klar, wie hoch der Preis für Schweigen und Anpassung ist. Gelingt es den Frauen rechtzeitig, ihre gemeinschaftliche Stärke zu erkennen und aufeinander zu vertrauen?

„Wenn wir Frauen uns einig wären“ von Jule Marek, ist ein Roman, der aufzeigt, dass Frauen, wenn sie zusammenhalten, viel bewirken können.

Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Lenie ist Lehrerin und in Richport beliebt. Leni passt sich gerne überall und jedem an. Jetzt wagt sie sich aus ihrem Schneckenhaus und möchte von ihrem Verlobten Kenneth einen Hochzeitstermin. Doch der hat zurzeit andere Prioritäten.

Sena führt das Diner in Richport. Sie ist ganz Geschäftsfrau, die rein zweckorientiert handelt und alles dem wirtschaftlichen Erfolg unterordnet.

Rics ist eine kleine Rebellin. Sie scheut keinen Konflikt, um für Gleichberechtigung einzustehen. Dabei macht sie sich bei Anwalt Kenneth, der ihre Tauchschule kaufen möchte, um ein Luxushotel zu bauen, nicht gerade beliebt.

Madlin ist 14 Jahre und verbringt mit ihrem Onkel David ein paar Tage in Richport um Tauchen lernen.
Seit dem Tod ihrer Mutter steht ihr Leben auf dem Kopf. Ihr Vater, der offensichtlich mit dem Tod seiner Frau nicht zurechtkommt, greift oft zum Alkohol und wird dann gewalttätig gegen seine Tochter.
Erst als Madlin sich weigert, wieder nach Hause zu ihrem Vater zurückzukehren, und einfach verschwindet, werden die Erwachsenen wach.
Als Madlin erzählt, was sie bedrückt, stehen die Frauen fest zusammen und erreichen Großes.

Das Herzstück in der Geschichte sind die Charaktere. Die sind von Jule Marek gut gezeichnet und sympathisch.
Anhand der vier Frauen zeigt Jule Marek auf, was Frauen zusammen bewirken können.
Mir hat es gut gefallen, wie die vier so unterschiedlichen Frauen plötzlich wie eine Mauer zusammenstehen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Auch der Handlungsort Richport in Florida wird anschaulich beschrieben.

„Wenn wir Frauen uns einig wären“ ist ein Roman über Frauen, den nicht nur Frauen lesen können.

Filmriss auf Immenhof: Trippel. Trappel. Tot.

Karsten Dusse
Roman
316 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Tod auf Immenhof

Klappentext:
Die Kriminalpsychologin Sophia, geschieden, zweifache Teenager-Mutter und frisch getrennt, schenkt sich zum 45. Geburtstag ein Wochenende auf Gut Immenhof, für Sie der sehnsuchtsvolle Inbegriff von heiler Welt und Geborgenheit. Nach einer Retro-Party mit Pony-Romantik und Wodka Red Bull wacht sie allerdings mit einem Filmriss neben der abgetrennten Hand ihres Ex-Freundes auf. Da sie offenbar selbst ein Motiv für die Tat hatte, ermittelt sie lieber gleich gegen sich. Zwischen Kindheitsidyll und Mord rekonstruiert sie die Nacht und findet dabei überraschend zu sich selbst zurück.

Mit seinem Roman „Filmriss auf Immenhof: Trippel. Trappel. Tot.“ entführt Karsten Dusse seine Leser*innen an einen Ort, der einst Filmgeschichte geschrieben hat. Auf den Immenhof.

Karsten Dusse hat wie gewohnt, skurrile Charaktere ins Leben gerufen.
Die Kriminalpsychologin Sophia trägt die Geschichte fast im Alleingang.
Sie erwacht nach einer Retro-Party und neben ihr liegt nicht etwa ihr Ex-Freund, nein, sein Arm liegt neben ihr.
Sophia hat zwar mit dem Gedanken gespielt, ihren Ex zu beseitigen. An den vergangenen Abend kann sie sich jedoch kaum erinnern.
Jetzt ermittelt Sophia gegen sich selbst und arbeitet dabei ihre Vergangenheit auf.

Die Kulisse des Immenhof hat bei mir Kindheitserinnerungen wach werden lassen. Ich habe Immenhof geliebt.
So war die Atmosphäre für mich auch das Kernstück der Geschichte:
Die zuckersüße Nostalgie-Sehnsucht des Immenhof-Hotels habe ich genossen.
Im Gegensatz dazu stand ein Gewaltverbrechen, das aufgeklärt werden muss.
Ein Kontrast zwischen romantischer Nostalgie und skurriler Krimikomödie sorgt für viel Ironie.

Karsten Dusse hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Seinen bösen Humor setzt er punktgenau ein.
Der Roman lebt von scharfzüngigen Dialogen und absurden Einfällen bei der Spurensuche.

„Filmriss auf Immenhof: Trippel. Trappel. Tot.“ Ist eine Krimikomödie mit nostalgischem Hintergrund.

Die Rache trägt Prada

Lauren Weisberger
Roman
432 Seiten
erschienen im Second Chances Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Regina Rawlinson und Martina Tichy
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Der Teufel kommt zurück

Klappentext:
Zehn Jahre sind vergangen, seit Andrea Sachs dem legendären Modemagazin Runway und seiner gefürchteten Chefin Miranda Priestly den Rücken gekehrt hat. Heute ist Andy eine erfolgreiche Magazinherausgeberin, arbeitet Seite an Seite mit ihrer besten Freundin und steht kurz vor ihrer Traumhochzeit. Endlich scheint ihr Leben genau dort zu sein, wo sie es haben wollte. Doch manche Kapitel lassen sich nicht einfach abschließen und manche Menschen verschwinden nie ganz. Als Miranda Priestly erneut die Bühne betritt, gerät Andys sorgfältig aufgebautes Glück ins Wanken. Denn Miranda hat nichts von ihrer Macht verloren. Und sie bekommt fast immer, was sie will.

„Die Rache trägt Prada“ von Lauren Weisberger wurde vom Second Chances Verlag neu aufgelegt:

Wer den Film gesehen hat, der hat beim Lesen dieses Buchs schnell Bilder im Kopf.

Andrea Sachs und Miranda Priestly sind zurück.
Andrea bringt heute selbst erfolgreich ein Brautmagazin heraus. Emily Charlton, die einst ihre Gegnerin war, ist heute ihre Geschäftspartnerin.
Jetzt steht Andreas Hochzeit mit Max Harrison, einem wohlhabenden Erben eines Medienkonzerns, bevor.
Doch in der Beziehung fängt es an zu kreiseln. Andrea erfährt, dass die Mutter von Max von Beginn an gegen die Beziehung war. Jetzt steht Andrea vor einer großen Entscheidung und zudem ist sie schwanger.
Da betritt Miranda Priestly wieder die große Bühne und diesmal hat sie ein Angebot für Andrea im Gepäck.

Lauren Weisberger hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Aufgrund des Films hatte ich als Miranda Priestly immer Meryl Streep vor Augen.

10 Jahre sind vergangen und die Charaktere haben sich verändert.
Andrea ist nicht mehr die naive junge Frau, die sich verbiegt, nur um ihrer Chefin alles recht zu machen, was ein haltloses Unterfangen war.
Sie hat ihre Erfahrungen genutzt und ist heute selbst eine erfolgreiche Herausgeberin eines Magazins.
Emily Charlton, einst ihre größte Feindin, ist heute ihre beste Freundin und Geschäftspartnerin.
Auch Miranda Priestly kehrt zurück auf die große Bühne. Sie beherrscht nicht mehr die ganze Geschichte, hat aber ihre wirksamen Auftritte.

Der Schreibstil von Lauren Weisberger ist flüssig und gut verständlich.
Der Humor der Autorin besticht durch seine Bissigkeit.

Für alle Leser*innen, die den 1. Band „Der Teufel trägt Prada“ lieben, ist der 2. Band „Die Rache trägt Prada“ Pflichtprogramm.

Die Patin von New York

Felicity Whitmore
Roman
349 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Das Erbe der Patin

Klappentext:
Zur feierlichen Enthüllung eines Denkmals für ihre Vorfahren, die als ›Eltern der Waisen‹ verehrt werden, trägt Mallory Taunton ein wertvolles Diamantcollier, ein Erbstück. Da erhebt sich ein Mann und behauptet, Jesse und Georgiana Birnbaum seien keineswegs soziale Wohltäter gewesen, sondern Mitglieder der Organisation von Fredericka Mandelbaum, New Yorks berüchtigter Verbrecherkönigin. Auch das Collier sei Diebesgut, seiner Familie vor 150 Jahren entwendet. Auf der Spur der Diamanten enthüllt sich eine unglaubliche Geschichte.

„Die Patin von New York“ ist ein vielschichtiger Familienroman von Felicity Whitmore.
Inspiriert wurde die Autorin von der legendären Gangsterin Fredericka Mandelbaum.

Felicity Whitmore hat starke Charaktere gezeichnet und lebendig werden lassen.

Fredericka Mandelbaum (die Patin) ist eine historisch überlieferte Person. Sie verleiht dem Roman nicht nur den Titel, sondern ist auch die Stärke der Geschichte.
Von der Autorin wird sie als intelligente und charismatische Frau dargestellt. Eine richtige Anführerin.

Jesse und Georgiana Birnbaum gelten als Wohltäter. Sie werden als „Eltern der Waisen“ bezeichnet und sie werden mit einem Denkmal gewürdigt. Jetzt kommt die Behauptung auf, dass sie keine Wohltäter waren, sondern Mitglieder der Organisation von Fredericka Mandelbaum.

Mallory Taunton ist die Protagonistin der Gegenwart. Ihr wird vorgeworfen, dass das Schmuckstück, das sie bei der Enthüllung des Denkmals trägt, Diebesgut ist. Und auch, dass ihre Vorfahren Jesse und Georgiana Birnbaum in Wahrheit keine Wohltäter waren. Mallory beginnt, in die Vergangenheit einzutauchen.

Felicity Whitmore erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen.
In der Gegenwart begleiten die Leserinnen Mallory Taunton bei ihren Nachforschungen. In der zweiten Zeitebene, der Vergangenheit, erleben die Leserinnen alle das hautnah, was Mallory Taunton in der Gegenwart mühsam ans Tageslicht bringt.

Der Schreibstil von Felicity Whitmore ist flüssig und gut verständlich. Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben. Die Autorin lässt historische Gegebenheiten leicht in die Geschichte einfließen. Dabei gelingt es Felicity Whitmore gut, die zwei Zeitebenen zu trennen. In die Gegenwart genauso wie in die Vergangenheit einzutauchen.

„Die Patin von New York“ ist ein Roman, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Das schwimmende Café von Kopenhagen

Annabel French
Roman
351 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Roman mit traumhaftem Setting

Klappentext:
Mit einem gebrochenen Herzen flieht Milly nach Kopenhagen, um ihre beste Freundin dabei zu unterstützen, ein schwimmendes Café zu retten. Dabei trifft sie auf Theo, wortkarg, charmant und unverschämt attraktiv. Inmitten von duftenden Zimtschnecken, heißem Kaffee und dänischem Lebensgefühl knistert es gewaltig. Doch als das Ende des Sommers naht, müssen sich die beiden der Frage stellen, ob sie bereit sind, ihrer Liebe eine Chance zu geben.

„Das schwimmende Café von Kopenhagen“ ist der 3. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Milly. Nach einer missglückten Beziehung braucht sie eine Auszeit. Da kommt die Einladung von Ada, ihrer Freundin seit Kindertagen, gerade recht. Ada ist Mitbesitzerin eines Cafés in Kopenhagen, das nicht so läuft wie erwartet. Außerdem muss Ada beruflich für einige Zeit Kopenhagen verlassen und Milly könnte sich in dieser Zeit etwas im Café einbringen.
In Kopenhagen trifft Milly auf Theo und es fängt gewaltig an zu knistern.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Milly, die eine Auszeit in Kopenhagen sucht. Milly ist durch und durch Geschäftsfrau. Mir war sie gleich sympathisch.
Der Gegenpol ist Theo, der kreative Bäcker. Zwischen den beiden entsteht eine schöne Liebesgeschichte.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Das Café beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Ich hatte den Geruch von Kaffee und Zimtschnecken in der Nase.
Auch Kopenhagen wird anschaulich beschrieben. Eine Stadt, die ich mir schon lange ansehen möchte.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das schon bald nicht mehr aus der Hand legen.

„Das schwimmende Café von Kopenhagen“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich habe alle 3 Bände mit großer Freude gelesen.

Love and the City:
Band 1 Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
Band 2 Die schwimmende Buchhandlung von Venedig
Band 3 Das schwimmende Café von Kopenhagen

Geteiltes Haus

Alice Horáčková
Roman
880 Seiten
Übersetzt aus dem Tschechischen von Sophia Marzolff
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Meisterhaftes Porträt über Identität, Familie und das fragile Zusammenleben im Sudetenland

Zum Inhalt:
Die Geschichte spielt in Benetzko, einem malerischen, aber von geopolitischen Verwerfungen zerrissenen Bergdorf im Sudetenland. Über mehrere Generationen hinweg werden den Leser*innen die Auswirkungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs vermittelt. In Benetzko leben sowohl Menschen deutscher Herkunft als auch Menschen tschechischer Herkunft.
Das Zusammenleben ist freundlich und nachbarschaftlich. Doch mit dem aufkeimenden Nationalismus bekommt das Zusammenleben Risse, die mit der Zeit immer tiefer werden.

Alice Horáčková erzählt mit ihrem Roman „Geteiltes Haus“ ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte. Durch die Recherche in alten Briefen, Memoiren, Archivfunden und vergilbten Zeitungen rekonstruierte sie das Schicksal ihrer eigenen Vorfahren.

Die Protagonisten zeichnen sich durch eine bemerkenswerte psychologische Tiefe aus.
Die Charaktere sind keine Helden, sondern Menschen mit Widersprüchlichkeiten, Fehlern, Zweifeln und Geheimnissen.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Frauen Zdenka und Anežka.
Zdenka ist tschechischer Herkunft und Anežka ist deutscher Herkunft.
Es sind zwei stolze Frauen, die trotz der Kriegswirren ihre Freundschaft nicht aufgeben.
Die männlichen Charaktere sind getrieben von patriarchalen Mustern.
Auch die Nebenfiguren, von Fabrikanten bis zu Deserteuren, werden stark in die Geschichte eingebunden.

Alice Horáčková beschreibt das raue, neblige Riesengebirge so plastisch, dass die Landschaft selbst wie ein eigener Charakter wirkt.
Zu Beginn der Geschichte verfolgen die Leser*innen ein lebendiges, ländliches Treiben.
Die Atmosphäre wird, je mehr man in die Geschichte eintaucht, bedrückender.
Misstrauen und Angst greifen um sich und sind fast körperlich zu spüren.

Alice Horáčková erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Sie verzichtet bewusst auf Effekthascherei, bei ihr sind es die leisen Töne, die die Leser*innen aber mitten ins Herz treffen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Die Beschreibungen von Alice Horáčková sind sehr detailreich und man bekommt schnell Bilder in den Kopf. Der Autorin gelingt es, die komplexen historischen Konflikte zwischen Deutschen und Tschechen greifbar zu machen, ohne eine Partei zu ergreifen.

„Geteiltes Haus“ ist ein opulenter, schmerzhafter und zugleich wunderschöner Familienroman. Ein Roman, der noch lange nachwirken wird.