Sommer auf Perigo Island

Perry Chafe
Roman
267 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem kanadischen Englisch von Claudia Feldmann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Coming-of-Age-Roman oder Krimi?

Klappentext:
Sommer 1991 auf Perigo Island vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien damit, den im Hafen ankommenden Fischern beim Sortieren ihres schwindenden Fangs zu helfen. Bis sie erfahren, dass ein Mädchen von der Insel vermisst wird: ausgerechnet Anna, die in geheimer Verbundenheit zu Pierce stand und als Einzige von seiner Angst vor dem offenen Wasser wusste, die ihn quält, seit sein Vater auf See verschwand. Zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily setzen die Freunde alles daran, Anna zu finden. Auf ihrer abenteuerlichen Suche werden sie einem mysteriösen Meeresbiologen begegnen, eine Faszination für die Geheimnisse des Ozeans entwickeln, sich zum ersten Mal verlieben und sich ihren größten Ängsten stellen müssen.

„Sommer auf Perigo Island“ von Perry Chafe ist ein Coming-of-Age-Roman, der durch seine Charaktere begeistert.

Der Handlungsort ist eine Insel vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce lebt hier mit seiner Mutter, der Vater ist eines Tages nicht mehr vom Fischen zurückgekehrt. Nur Trümmer vom Boot wurde ein paar Tage später angeschwemmt. Die Leiche des Vaters wurde nie gefunden und so hat Pierce auch nie die Hoffnung aufgegeben, dass sein Vater eines Tages wieder nach Hause kommt.
Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas versuchen sich etwas Geld zu verdienen, indem sie den Fischern helfen die Fische zu sortieren und die Fischzungen auszuschneiden, um sie zu verkaufen. Das ist ein hartumkämpfter Job.
Doch eines Tages wird auf der Insel ein Mädchen vermisst. Ein Mädchen das Pierce versprochen hatte nicht mehr wegzulaufen. Pierce ahnt, dass Anna etwas zugestoßen sein muss.
Auf der Insel hält sich ein seltsamer Meeresbiologe auf, der in den Fokus der Jugendlichen gerät.

Perry Chafe, der selbst in einen Fischerort in Neufundland aufgewaschen ist, erzählt die Geschichte so intensiv, dass ich mich frage, wie viel vom Autor selbst in der Geschichte steckt.
Der Autor hat recht unterschiedlichen Charakteren das Leben geschenkt. Sie wirken alle sehr lebendig und sind jeder auf seine Art sympathisch.

Die Geschichte von Pierce hat mich sehr berührt. Auch die Geschichte des Meeresbiologen Solomon hat mich berührt.

Die Geschichte erzählt vom Leben auf der Insel, die meisten sind Fischer, die anderen wandern nach und nach ab. Die Insel wird immer verlassener.
Das Leben ist hart, doch Pierce möchte nirgendwo anders leben.

Durch das Verschwinden von Anna und durch den mysteriösen Meeresbiologen Solomon erhält die Geschichte Krimi Vibes.

Perry Chafe beschreibt de Handlungsort und das Leben auf der Insel sehr anschaulich, ich konnte mir alles sehrt gut vorstellen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus de Hand legen.

„Sommer auf Perigo Island“ ist ein großartiges literarisches Werk, ich habe das Buch gerne gelesen.

Liebe auf den ersten Blick

Nelly Berlin
Liebesroman
erschienen bei‎ Montlake
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Nelly Berlin für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlbuch

Klappentext:
Emmy ist Biochemikerin, ihre beste Freundin Helia Chirurgin in Berlin. Beide lieben ihre Jobs trotz der üblichen Schwierigkeiten in Labor und Notaufnahme, nervigen Patienten und fiesen Oberärzten. Doch dann taucht die Liebe für Emmy ausgerechnet in Form ihres arroganten, aber unglaublich attraktiven Chefs Clark auf und auch Helia wird Hals über Kopf in den Strudel der Gefühle gezogen, Nebenwirkungen und Komplikationen inklusive. Während ihr Leben im Chaos versinkt, müssen Emmy und Helia sich fragen, ob es die Liebe auf den ersten Blick vielleicht doch gibt und wie viel sie bereit sind zu riskieren, um die ganz großen Gefühle zu erleben.

„Liebe auf den ersten Blick“ ist der 2. Band der Reihe „Die Formel der Liebe“ von Nelly Berlin.

Nelly Berlin hat liebenswerte Charaktere ins Leben gerufen.
Da sind die 3 Freundinnen, die zusammen eine WG bilden, Emmy, Helia und Ina. Alle drei haben Jobs, die sie lieben und die sie voll und ganz einnehmen. So hat die Biochemikerin Emmy gerade einen neuen Job in Berlin angetreten.
Helia ist Chirurgin und wird in ihrem Job ziemlich gefordert und Ina arbeitet im Betrieb ihres Vaters.
Bei Emy und Helia scheint die Liebe zuzuschlagen, auch wenn es die beiden Frauen nicht wahrhaben wollen. Denn eine Beziehung am Arbeitsplatz? Nein, da sollte man lieber die Finger davonlassen.
Doch gegen die Liebe auf den 1. Blick kommt man einfach nicht an.

Die Handlungsorte sind das trubelige Berlin, das Labor und das Krankenhaus.
Aber keine Angst es geht nicht allzu wissenschaftlich oder medizinisch zu.
Alles wird gut verständlich beschrieben und oft mit einer Prise Humor gewürzt.

Nachdem man die Charaktere kennen und lieben gelernt hat, ist man auch schon in einer romantischen Liebesgeschichte, auch wenn die Beteiligten sich noch etwas sträuben.

Der Schreibstil von Nelly Berlin ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich bin tief in die Geschichte versunken und habe das Buch nur schwer zur Seite legen können.

„Liebe auf den ersten Blick“ ist wieder einmal ein richtiges Wohlfühlbuch.

Der andere Arthur

Liz Moore
Roman
377 Seiten
erschienen bei C. H. Beck
Übersetzt aus dem Englischen von Cornelius Hartz
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Einsamkeit und Freundschaft

Klappentext:
Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

„Der andere Arthur“ von Liz Moore ist ein Roman über zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und über Freundschaft.
Nach dem Bestseller „Der Gott des Waldes“ war ich auf dieses Buch sehr gespannt.
„Der andere Arthur“ ist so ganz anders als „Der Gott des Waldes“ aber auch wieder ein Roman, der mich total begeistert hat.

Die Geschichte bringt den Leserinnen zwei Charaktere näher. Es fängt mit dem 58jährige Arthur Opp an. Er war einst Literaturprofessor, jetzt hat er sein Haus schon seit Jahrzenten nicht mehr verlassen. Er wiegt mittlerweile 250 Kilo, alles, was er zum täglichen Leben benötigt, bestellter er online. Die Lieferdienste geben sich die Klinke in die Hand. Arthur lebt völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Den einzigen Kontakt, den er hat, ist eine frühere Studentin. Der Kontak findet mittlerweile aber auch nur noch schriftlich statt. Für Arthur ist es schon anstrengend nur bis zu seiner Haustür zu gehen. Es fing an mit einer Esssucht, die er entwickelt hat. Mit zunehmender Körperfülle kam die Scham dazu und so har er sich eingeigelt und immer weiter an Gewicht zugenommen. Nachdem die Leserinnen Arthurs Geschichte kennengelernt haben, wird es zu Kels Geschichte.
Kel ist 17 Jahre und lebt nur 30 Kilometer von Arthur entfernt. Er hat es im Leben nicht leicht gehabt. Jetzt möchte er einen Schulabschluss machen und vielleicht ein Stipendium bekommen.
So richtig lässt auch Kel niemand an sich ran. Er ist unsicher und zerrissen. Auch seine Mutter hat keinen Zugang zu Kel. Seine Mutter ist die Studentin, die immer noch eine Verbindung zu Arthur hat.
Was passiert, wenn man versucht, beide Außenseiter zusammenzubringen?

Liz Moore beschreibt beide Charaktere auf eine grandiose Art. Ich konnte mich in beide hineinversetzten.
Da ist Arthur der sich in einem Teufelskreis befindet, aus dem er allein nicht mehr rauskommt. Da er völlig allein lebt, gibt es auch keine Chance auf Hilfe.
Dann ist da Kel, der auch anfängt sich abzukapseln. Er liebt den Sport und hat seine Freunde aber der Traum vom Schulabschluss scheint zu platzen.
Liz Moore, beschreibt die jeweilige Situation ihrer Charaktere so, dass man sie gut verstehen kann.
Wie die beiden zusammenfinden und was Freundschaft bewirken kann, dass möchte ich hier nicht verraten, das sollte jeder selbst lesen.

Liz Moore hat mich mit dieser Geschichte wieder einmal begeistert. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Ihre Charaktere sind so unterschiedlich wie es nur geht. Doch ich habe schnell einen Zugang zu Arthur, wie auch zu Kel bekommen.

„Der andere Arthur“ ist ein Roman über Einsamkeit und Freundschaft. Ich habe das Buch gerne gelesen.

Wo der Sturm uns findet

Ali Kassemyar
Roman
352 Seiten
erschienen bei heartlines
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an heartlines für das Rezensionsexemplar

Bewegendes Schicksal

Klappentext:
Nach einem Entzug und einer Haftstrafe wegen Drogenhandels will Finn seine kriminelle Vorgeschichte endgültig hinter sich lassen und sein Leben in neue Bahnen lenken. Und tatsächlich hat er endlich einmal Glück: In Hamburg begegnet er der erfolgreichen Schriftstellerin Lena, die mehr in ihm sieht und ihm einen Job als ihr Assistent anbietet. Die gemeinsame Arbeit schweißt die beiden immer enger zusammen, sodass es nicht lange dauert, bis sich Gefühle zwischen ihnen entwickeln. Doch um seinen Neuanfang mit Lena nicht aufs Spiel zu setzen, hält Finn seine dunkle Vergangenheit unter Verschluss. Er verrät ihr nicht, dass alte Geschäftspartner ihn bedrängen und er gegen die andauernde Versuchung ankämpft, in seine selbstzerstörerischen Muster zurückzufallen. Als ihn dann ein ehemaliger Auftraggeber unter Druck setzt, einen allerletzten Deal abzuwickeln, bringen seine Geheimnisse nicht nur die Beziehung zu Lena, sondern auch Finns Chance auf einen Ausstieg aus dem Milieu in Gefahr

„Wo der Sturm uns findet“ von Ali Kassemyar, ist ein True-Fiction-Roman und gehört zu der Reihe Based on a true Story, die bei heartlines veröffentlicht wird.
Diese Geschichte basiert auf der wahren Geschichte von René, der den Strudel aus Sucht und Kriminalität hinter sich gelassen hat und mittlerweile sogar Präventionsvorträge hält um anderen zu helfen.

Die Charaktere Finn und Lena werden authentisch dargestellt. Finn wünscht sich nichts mehr als dem Strudel der Sucht und Kriminalität zu entkommen. Die Schriftstellerin Lena gibt ihm eine Chance. Doch dann droht Finn wieder in alte Muster zu verfallen und die Beziehung zwischen Finn und Lena droht zu zerbrechen.

Ali Kassemyar lässt ihre Leser*innen die Zerrissenheit von Finn hautnah spüren. Mir waren Finn und Lena schnell sympathisch. Lena war groß darin Finn eine Chance zu geben.

Ali Kassemyar erzählt die Geschichte mit viel Gefühl aber auch schonungslos in ihrer Dramatik. Bei der Geschichte handelt es sich immer noch um einen Roman mit Fiktion, aber doch ist viel davon Finn wirklich passiert. Sein Kampf um das Leben, das er gerne führen möchte und das drohende Unheil werden den Leser*innen gut vermittelt.

Ich war schnell gefangen von der Geschichte und wollte das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Die Autorin vermittelt die Gefühle und das damit Verbundene Gefühlschaos ihrer Charaktere sehr gut. Auch das Fazit der Geschichte, egal in welchen Strudel du gerissen wurdest, es gibt5 immer ein Strohhalm, an dem du dich rausziehen kannst.

Oft habe ich René für seine Stärke bewundert, oft habe ich mit ihm gelitten.

„Wo der Sturm uns findet“ ist ein Roman, der auf einer wahren Geschichte basiert, den ich mit großem Interesse und mit Freude gelesen habe.

Ein Zuhause im Frühling

Julie Caplin
Roman
426 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Christiane Steen
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Die Londoner Illustratorin Ella braucht dringend eine Auszeit, von ihrem aufreibenden Großstadtleben, von ihrer On-Off-Beziehung und von ihrer künstlerischen Krise. Zum Glück kann sie für ein halbes Jahr das kleine Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave hüten. Hier in der englischen Countryside versucht Ella zu sich zu finden.
Allerdings hat sie die Rechnung ohne die quirligen Dorfbewohner gemacht. Auch von einem vierbeinigen Mitbewohner im Cottage war nicht die Rede, aber die schwarze Labradorhündin Tess hält Ella ziemlich auf Trab. Und leider merkt der grummelige Dorftierarzt Devon sofort, dass sie eigentlich keine Ahnung von Hunden hat. Doch bei ausgiebigen Spaziergängen entdecken die beiden, dass sie mehr gemeinsam haben als erwartet.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist der 1. Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ella. Sie nimmt sich eine Auszeit und reist nach Wilsgrave, dort hütet sie für 6 Monate das Cottage ihrer Patentante.
Hier will Ella zur Ruhe kommen und zu sich selbst finden. Von der quirligen Labradorhündin hat Ella allerdings nichts gewusst. Sie kennt sich mit Hunden zwar nicht aus, aber so schwierig kann das nichts ein. Das spürt auch schnell der mürrische Dorftierarzt Devon. Ist Devon wirklich so mürrisch? Bei gemeinsamen Spaziergängen gibt Ella sich allerdings genauso mürrisch. Bis Devon und Ella sich nach einiger Zeit annähern. Auch die Hündin Tessa und Ella werden Freunde.

Julie Caplin spinnt das bekannte Muster, eine Protagonistin sucht eine Auszeit und in der neuen Umgebung jemanden kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nähern sich die Personen an.
Die Autorin erzählt die Geschichte allerdings auf eine ganz bezaubernde Art und Weise.
Die Charaktere sind gut beschrieben und lebendig. Mir ist Ella schnell ans Herz gewachsen.
Auch Devon ist mir schnell sympathisch geworden, trotz seiner mürrischen Art.

Die Beschreibung des Handlungsort Wilsgrave ist gut gelungen. Ich konnte mir das Ort mit seinen quirligen Dorfbewohnern gut vorstellen.

Julie Caplin erzählt die Geschichte aus den Perspektiven von Ella und Devon im Wechsel. Dabei kommt man den Charakteren recht nahe und bekommt auch die stillen Gedanken mit.

Julie Caplin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie erzeugt eine schöne Atmosphäre, auch wenn Ella zu Beginn manchmal etwas traurig ist.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist für mich ein echter Wohlfühlroman. Ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band „Ein Wiedersehen im Sommer“ der schon im Mai erscheinen soll.

Louisenstraße 13 – Schröders Herzgefühl

Petra Teufl
Roman
229 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Petra Teufl für das Rezensionsexemplar

Das Haus in der Louisenstraße

Klappentext:
Robert Schröders Konzept als Lagerist die Erinnerungsstücke Fremder zu bewahren, funktioniert nicht mehr.
Seit er sich wieder an die eigene schmerzhafte Vergangenheit erinnert, dringen die Geschichten hinter den Objekten zunehmend in seinen Alltag ein. Das wird ihm eindeutig zu viel.
Ein Unfall zwingt ihn zum Nachdenken. Sollte er in Rente gehen?
Und was wird dann aus den zahllosen Geschichten, die er verwahrt?
Bei der Suchen nach Antworten findet er unerwartete Unterstützung in der Hausgemeinschaft und bei seiner neuen Bekannten Hedwig Doblinger.
Währenddessen nehmen um ihn herum kleine und große Dramen ihren Lauf: Schröder selbst droht das Haus an den Immobilienmarkler Hecht zu verlieren, Julia gerät an eine Betrügerin, Alex hilft einer jungen Musikerin, ihren Vater zu finden, und Patrick versucht, seine Fehler zu bereinigen.

„Louisenstraße 13 – Schröders Herzgefühl“ von Petra Teufl ist der 3. Band der Trilogie rund um das Haus in der Louisenstraße 13 und seine Bewohner.

Ich habe mich sehr gefreut endlich wieder in der Louisenstraße 13 zu Besuch zu sein und die Bewohner zu treffen.
Und es ist auch wieder viel los in der Louisenstraße 13.

Robert Schröder und seine Geschichten, die er in seinem Laden verwahrt habe ich ja schon gut kennen uns Lieben gelernt.
Doch jetzt ist es seine eigene Geschichte die ihn schmerzt. Unterstützung bekommt Schröder durch die Bewohner der Louisenstraße 13. Wie meist stehen sie fest zusammen.
Aber Schröder steht kurz davor sein Haus zu verlieren.

Petra Teufl hat großartige Charaktere erschaffen, die ich gerne durch die Geschichte begleitet habe. Sie wirken lebendig und sympathisch.

Die Geschichte wird von der Autorin wieder mit viel Gefühl erzählt.
Die feine Sprache, die die Petra Teufl nutzt, macht das Lesen zu einer wahren Freude.

Petra Teufl hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie versteht es sehr gut, ihre Leser*innen mit Spannung durch die Geschichte zu führen.

„Louisenstraße 13 – Schröders Herzgefühl“ ist jetzt das Ende der Geschichten aus der Louisenstraße 13. Mit etwas Wehmut klappe ich den Buchdeckel zu. Ich bin aber sicher, dass Petra Teufl ihre Leser*innen bald schon mit neuen Geschichten überraschen wird.

Amok Alarm

Uli Black
Roman
293 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Uli Black für das Rezensionsexemplar

Sehr authentisch erzählte Geschichte

Klappentext:
H.C. Nachtnebel ist sechzehn, ein Mathegenie, ein Basketball-Ass und nach einem Verlust tief traumatisiert. Zwischen Leistungsdruck und Identitätssuche, Nähe und Rückzug, depressiven Episoden und Hochstimmung, versucht er, seinen Platz zu finden.
Als Keira auftaucht unangepasst, direkt, faszinierend, fühlt sich H.C. zum ersten Mal gesehen und geliebt, aber anders als von seinen Eltern. Doch was wie Rettung aussieht, wird schnell zum weiteren Riss im fragilen Gefüge seiner Welt. Von allen im Stich gelassen, gibt es für ihn nur noch einen Ausweg.

„Amok Alarm“ von ist ein Coming-of-Age-Roman von Uli Black.

Oft merkt man erst, was in einer Person vorgeht, wenn es zu spät ist. Dann heißt es, die Person war unauffällig, ruhig und freundlich.
So auch hier der Protagonist H.C. Nachtnebel. Nach außen hin wirkt H.C. eher ruhig, aber innerlich ist er explosiv wie eine Bombe. H.C. spielt sehr gut Basketball, hier kann er sein Trauma etwas kompensieren. Als sein Vorbild im Basketball stirbt, fällt H.C. in ein tiefes Loch, muss sogar ins Krankenhaus. Doch die Depression und seine Panikattacken bleiben.
Sein einziger Lichtblick ist Keira. Von ihr fühlt er sich gesehen, ein Gefühl, das er bei seinen Eltern nicht hat. Doch auch Keira ist nicht der gewünschte Rettungsring.

Uli Black beschreibt seinen Protagonisten H.C. Nachtnebel so authentisch, dass man denken könnte, er würde ihn wirklich kennen. H.C. wirkt lebendig und wie aus dem echten Leben entsprungen.
Die Gefühle und die Hilferufe von H.C. kommen gut zu den Leser*innen durch. Er ist ein junger Mensch mitten in der Pubertät, der dringend Hilfe bracht, aber es sieht niemand.

Der Autor behandelt in seiner Geschichte Themen wie Verlustängste, Traumatisierung, Überforderung, Wut und Gewalt.

Der Schreibstil von Uli Black ist flüssig und gut verständlich, die Sprache hat er dem Alter des Protagonisten hervorragend angepasst.

„Amok Alarm“ ist ein Roman, der mich sehr bewegt hat.

Wer am Ende übrig bleibt

Mark Flemming
Roman
476 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend wie ein Thriller

Klappentext:
Nach Jahren trifft Anne, eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, ihre ehemaligen Mitbewohner Sven, Merle und Paulina wieder. Um dem damaligen Fünften im Bunde, dem kürzlich verstorbenen Ruben, die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einer gemeinsamen Reise durch die Ostsee auf.
Doch der Segeltörn gerät schon bald zum Desaster.
Anne hütet ein dunkles Geheimnis und droht darüber beinahe den Verstand zu verlieren: Sie ist verantwortlich für Rubens Tod und will ihre Schuld ein für alle Mal loswerden. Doch auch unter den anderen herrscht Anspannung: Lange verdrängte Gefühle kommen wieder hoch, Rivalitäten, Eifersüchteleien und Streit kratzen am fragilen Zusammenhalt der Gruppe.
Eine Flaute, zur Neige gehende Treibstoffvorräte und eine Beinahekollision mit einem Tanker lassen die Stimmung an Bord vollends kippen. Ohne die Möglichkeit zu entkommen, sind die Segelnden einander gnadenlos ausgeliefert. Wer kann wem noch trauen? Schon bald ist klar: Nicht alle werden von dem Segeltörn lebend zurückkehren. Und auch für die Überlebenden ist der Albtraum noch lange nicht vorbei.

„Wer am Ende übrig bleibt“, ist ein spannender Roman von Mark Flemming.
Ich würde das Buch eher im Genre Thriller ansiedeln.
Anne trifft nach Jahren ihre früheren Mitbewohner wieder. Einer ist kürzlich verstorben und in Gedenken an Ruben begeben sie sich auf einen Segelturn, der ein verhängnisvolles Ende findet.

Mark Flemming hat interessante und recht unterschiedliche Charaktere entworfen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Anne erzählt, einer Unternehmensberaterin und frühere Mitbewohnerin der Clique. Anne fühlt sich schuldig am Tod von Ruben. Ihre Gedanken führen immer wieder zurück zu der Zeit als die Freunde zusammengewohnt haben. So erfahren die Leser*innen einiges aus der Zeit und von dem Zusammenleben der Clique. Schnell wird aber auch klar, dass man den Gedanken von Anne nicht immer Glauben schenken kann.
Zwischen den Kapiteln kommen immer wieder Auszüge aus einer Gerichtsverhandlung. Angeklagt ist Anne. Somit ist klar, Anne hat den Segelturn überlebt, aber was ist mit den anderen passiert.

Mark Flemming baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Dabei spielt er mit der Psyche der Leser*innen. Die Atmosphäre hat etwas Dunkles und Geheimnisvolles.
Der Schreibstil von Mark Flemming ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.

„Wer am Ende übrig bleibt“, ist ein Roman so spannend wie ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Pleiten, Pech & Papa

Kristina Hortenbach
Roman
394 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Tolle Geschichte mit viel Humor

Klappentext:
Was tun, wenn der 83-jährige Vater bei einem einzieht, mitsamt seinen Excel-Dateien, Bofrost-Katalogen und jeder Menge skurriler Angewohnheiten? Genau das fragt sich Apothekerin Carmen, als ihr Vater Heinz nach einer Hochwasserkatastrophe bei ihr und ihrem Partner Frank vor der Tür steht. Prompt wirbelt Heinz ihren Alltag durcheinander und findet per Zufall seine erste Liebe wieder. Hilde, ihr Zwergpudel Sherry und Heinz vertreiben nicht nur Frank, sie haben auch ganz genaue Pläne für die Zukunft. Während Heinz sich für einen Marathon anmeldet, versucht Carmen herauszufinden, was sie eigentlich vom Leben will. Bis ein Klassentreffen ungeahnte Überraschungen bringt, auch in Sachen Liebe.

„Pleiten, Pech & Papa“ ist ein humorvoller Roman von Kristina Hortenbach.
Schon der Titel und das Cover, lassen darauf schließen, dass es sich um eine humorvolle Geschichte handelt. Beim Lesen habe ich auch oft Schmunzeln und manchmal auch laut Lachen müssen.

Heinz ist 83 Jahre und wegen einem Hochwasser muss er sein Heim verlassen. Er packt das Wichtigste zusammen und steht bei seiner Tochter Carmen und ihrem Partner vor der Tür.
Für Carmen ist die Beherbergung ihres Vaters keine leichte Aufgabe. Heinz kann nicht verstehen, wie Carmen ohne Gefrierschrank überleben kann. Gehört doch zu seinem wichtigsten Gepäck auch der Bofrost Katalog.
Diese und viele weitere skurrile und lustige Szenen finden sich im Roman.

Kristina Hortenbach hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Der etwas verschrobenen Heinz ist einfach köstlich. Zu seinen wichtigsten Habseligkeiten zählen außer seinen Medikamenten noch diverse Exceltabellen und er Bofrost Katalog. Jeder hat andere Prioritäten. Seine Tochter Carmen und ihr Partner sind auch gut getroffen. Carmen hat auch ihre Probleme. Hitzewallungen, Unzufriedenheit bei der Arbeit und jetzt wird sie noch mit den Ideen ihres Vaters konfrontiert.
Bei allem Humor, kann man doch spüren, wie sie sich fühlt und was für eine Aufgabe es ist ihren Vater bei sich wohnen zu haben.

Kristina Hortenbach erzählt die Geschichte mit viel Humor, aber auch mit einem wachsamen Auge auf die ältere Generation. Die Autorin setzt den Humor großartig ein, ich musste oft Schmunzeln.

Der Schreibstil von Kristina Hortenbach ist herrlich erfrischend, flüssig und gut verständlich.

„Pleiten, Pech & Papa“ ist ein toller Roman der bei den Leser*innen, die Lachmuskeln strapaziert.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

Alena Schröder
Roman
328 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Eine Familiengeschichte authentisch und tiefgründig erzählt

Klappentext:
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ Alena Schröder, ist der 3. Roman, der sich mehr oder weniger mit der Familie Borowski beschäftigt.
Im 1. Band „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat man Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennengelernt. Hier bekommt Evelyn einen Brief aus Israel, in dem sie als Erbin eines im Krieg geraubten Gemäldes genannt wird. Hannah macht sich daran, Nachforschungen anzustellen.
Im 2. Band „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lernt man Silvia, die Tochter von Evelyn kennen, die im 1. Und 3. Band schon verstorben ist. Hier wird das Leben von Dr. Evelyn Borowski erzählt und von Silvia, die sich immer ungeliebt fühlte.
Im 3. Band „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist nun auch Evelyn verstorben und Hannah bekommt plötzlich Besuch von ihrem Vater, den sie nicht kennt. Des Weiteren geht es zurück in die Vergangenheit und es wird die Geschichte von Marlene erzählt, die als 14-järiges Mädchen von einer Malerin adoptiert wird.

Auch dieses Buch hat wieder einen außergewöhnlichen Titel, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen. Dazu kommt nach, dass mir die beiden anderen Bände von Alena Schröder sehr gut gefallen haben.

Es ist wieder eine Familiengeschichte, eigentlich sind es zwei Familiengeschichten, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Ich weiß nicht welcher Handlungsstrang mir besser gefallen hat. In der Gegenwart habe ich mich gefreut mehr über Hannah zu erfahren und mitzuerleben, wie sie damit umgeht, plötzlich ihrem Vater gegenüberzustehen.
In der Vergangenheit hat mich die Geschichte von Marlen gefesselt. Wie sie auf Wilma trifft die sie adoptiert hat und im Malen ausgebildet hat.

Alena Schröder hat mit dieser Geschichte eine sehr schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe veröffentlicht. Eigentlich steht jeder Roman für sich und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich habe es aber genossen, die drei Roman nacheinander zu lesen.

Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt, wirkten sehr lebendig und waren mir auch schnell sympathisch.
Der Schreibstil von Alena Schröder ist unkompliziert und flüssig.
Die Sprache ist vielschichtig, je nach Charakter, Situation und Zeit wandelt sie sich von flippig bis situiert.
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel““ ist wieder ein ganz besonderer Roman von Alena Schröder. Eine Familiengeschichte so authentisch, tiefgründig und unterhaltsam erzählt.
On man in einem weiteren Roman noch einmal auf Hannah trifft? Ich lasse mich überraschen.