Freunde von früher

Micha Lewinsky
Roman
266 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Empfehlenswerter Roman

Klappentext.
Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf. Dreißig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.

„Freunde von früher“ von Micha Lewinsky, ist ein kluger und humorvoller Roman, der sich der Frage des Älterwerdens stellt.
Der Autor hat schon einige Drehbücher und ein Kinderbuch geschrieben und mich mit seinem Debütroman „Sobald wir angekommen sind“ begeistert.

Béla führt ein eher unaufgeregtes Leben. Doch die Information, dass das alte Haus in der Zederstraße verkauft werden soll, bringt ihn zum Nachdenken.
Genau dort hat er mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gelebt. Der damalige Traum, immer zusammen in einem großen Haus zu leben, könnte sich jetzt erfüllen.
Doch die einst so rebellischen Jugendlichen müssten jetzt zu gediegenen Immobilienkäufern werden. Wäre die Clique von damals dazu bereit?

Micha Lewinsky erzählt die Geschichte sehr anschaulich und mit Humor. Wer fragt sich nicht, wo all die Jahre hin sind, und sieht sich (wohl als Einziger) immer noch so wie früher.
Man selbst ist ja kaum älter geworden, nur die anderen, die sind gealtert.

Die Charaktere sind glaubwürdig und lebendig.
Béla hat mir auf Anhieb gut gefallen. Er ist liebenswert und zweifelt manchmal an sich. Er weigert sich, zu erkennen, dass er gealtert ist. Er fühlt sich eigentlich immer noch wie der 20-jährige in der WG. Als sie sich wiedersehen, treffen doch verschiedene Charaktere aufeinander.
Die einstigen WG-Freunde haben sich unterschiedlich entwickelt.
Kaja ist Bélas junge Partnerin. Sie bildet den Kontrast zu den Junggebliebenen und den wirklich Jungen.

Der Schreibstil von Micha Lewinsky ist flüssig und gut verständlich, manchmal fast philosophisch. Der Autor spiegelt die Gegenwart wie auch die Vergangenheit, in der die Jugendlichen in der WG gewohnt haben, gut wider.
Dabei lockert Micha Lewinsky die Geschichte immer wieder mit Humor auf.

„Freunde von früher“ ist eine unterhaltsame Geschichte mit Humor an den richtigen Stellen. Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Nächstes Mal für immer

Lucien Marant
Roman
315 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Wenn die Liebe eine zweite Chance bekommt

Klappentext:
Paris, 1999. Mona kommt als Studentin für ein Semester in die Stadt ihrer Träume. Noch ehe sie ihr WG-Zimmer beziehen kann, lernt sie Thibauld kennen. Eigentlich kann sie den arroganten Schönling nicht ausstehen. Doch etwas an seinem verträumten Wesen und seinem ganz eigenen Blick auf die Welt lässt Mona nicht los. Und so stürzt sie sich in einen Strudel der Gefühle, voller Kribbeln und Krampfen, Glücksmomente und Enttäuschungen.
Paris, 2019. Nach zwanzig Jahren kehrt Mona zurück in die Stadt, die einen Sommer lang ihr Zuhause war und blickt unversehens in ein Paar funkelnder Augen, die nichts von ihrer ansteckenden Freude und Wachheit verloren haben. Thibauld! Ausgerechnet dem Menschen, der für das größte Glück und die tiefste Verletzung in ihrem Leben verantwortlich war, läuft sie gleich nach ihrer Ankunft hier in die Arme. Hält das Schicksal eine zweite Chance für die beiden bereit?

„Nächstes Mal für immer“ ist ein schöner und tiefgründiger Roman von Lucien Marant.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen, zwischen denen 20 Jahre liegen.

Im Mittelpunkt steht Mona: Sie kommt als Studentin für ein Jahr nach Paris. Hier trifft sie Thibauld und verliebt sich in ihn. Doch es kommt zu einer Trennung.
20 Jahre später reist Mona wieder nach Paris und ausgerechnet läuft sie Thibauld über den Weg.

Lucien Marant hat großartige Charaktere erschaffen.
Mona war mir schnell sympathisch. Sie wirkt stark und doch hat sie etwas Verletzliches an sich.
Einst hatte sie sich in Paris verliebt, eine Liebe, die sie auch 20 Jahre später nicht vergessen hat.

Lucien Marant erzählt die Geschichte gefühlvoll. Man begleitet Mona und Thibauld in der Gegenwart. Ist dabei, wie die Frage der Schuld gestellt wird.
In der Vergangenheit erfährt man, wie es 1999 war. Wie Mona und Thibauld sich kennenlernen und wie es zur Trennung kommt.

Lucien Marant hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Der Autor erzählt nicht nur eine Liebesgeschichte, die zu Beginn gescheitert ist. Sie hinterfragt die Beziehung auch, fragt nach Schuld und Vergebung.

Der Handlungsort Paris gibt der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre.

Für mich ist „Nächstes Jahr für immer“ ein sehr schöner Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Alleinruhelage

Eva Menasse
Roman
209 Seiten
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar

Haus zu verkaufen

Klappentext:
Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer „stabilen Alleinruhelage“.

„Alleinruhelage“ ist die Geschichte von einem Haus mit Garten von Eva Menasse.

Die Leserinnen begleiten in dieser Geschichte eine Frau, die keinen Namen bekommen hat. Die Frau ist Mitte 50, ist Schriftstellerin und kommt aus Österreich. So weit stimmt die Frau mit der Autorin überein. Der Rest bleibt der Fantasie der Leserinnen überlassen.

Das Haus, um das es in der Geschichte geht, hat die Frau mit ihrem Mann gekauft. Es steht in der ostdeutschen Provinz. Das Haus liegt in schöner „Alleinruhelage“ direkt am See.
Jetzt ist die Frau allein und möchte das Haus verkaufen. Um es in einen repräsentablen Zustand zu bringen, heuert die Frau Alla und Bolek aus Polen an. Die beiden, quasi Alleskönner, sollen das Haus wieder fit bekommen. Dabei passieren einige unerwartete Dinge.

Eva Menasse lässt das Haus zu einem Protagonisten werden.
Als Leser*in erfährt man über das Leben in diesem Haus. Von schönen und weniger schönen Zeiten.
So erfährt man auch von den anfänglichen Schwierigkeiten, die sich auftaten, als sie aus dem Westen kommend das Haus in Ostdeutschland erworben haben.
Die Autorin beleuchtet die Zeit nach der Wende ziemlich genau.

Die Charaktere sind lebensnah und authentisch.
Die Frau, die das Haus verkaufen möchte, hat viele Erinnerungen, die den Leser*innen offenbart werden.

Alla und Bolek aus Polen, die das Haus renovieren sollen, haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Für mich ist der Hauptprotagonist das Haus, das schon viel gesehen und erlebt hat.

Der Schreibstil von Eva Menasse ist flüssig und gut verständlich. Immer wieder streut sie etwas Humor in die Geschichte ein, was das Ganze auflockert.

Die Atmosphäre wechselt so, wie die Erinnerungen. Von himmelhochjauchzend bis hin zur Melancholie.

„Alleinruhelage“ ist ein Roman, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat.

Herbstlichtzauber

Sophie Jomain
Roman
333 Seiten
Übersetzt aus dem Französischen von Annika Klapper und Anja Malich
erschienen bei Rowohlt Polaris
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Phèdre. Sie erbt das alte Herrenhaus „Little Balmoral“ in einem französischen Dorf, von ihrer Tante.
Ihr Plan ist, das Haus zu besichtigen und zu verkaufen. Doch an das Erbe sind Bedingungen geknüpft. Das Haus muss erst vollständig saniert werden, bevor es zum Verkauf angeboten wird. Das Geld für die Sanierung hat die Tante auch hinterlassen.
In „Little Balmoral“ angekommen, kommen viele schöne Erinnerungen wieder hoch. Vor neun Jahren hat Phèdre hier ihre große Liebe zurückgelassen. Jetzt steht sie Adam wieder gegenüber. Heute ist Adam Journalist und recherchiert über „Spukhäuser“. Dazu gehört offenbar auch „Little Balmoral“.
Den Brief, den Phèdre Adam vor neun Jahren hinterlassen hatte, den hat Adam nie bekommen.
Dafür findet Phèdre jetzt überall im Haus verteilt kleine Stücke des Briefs, die sie zusammensetzt. Nur kann man auch eine alte Liebe wieder zusammensetzten?

„Herbstlichtzauber“ ist ein Roman zum Wohlfühlen von Sophie Jomain.
Die Aufmachung, das Cover des Buchs, ist ein Hingucker und hat mir schon vor dem Lesen herbstliche Gefühle vermittelt.

Sophie Jomain hat lebendige und authentische Charaktere erschaffen. Mich hat Phèdre schnell überzeugen können.
Genauso Adam, er ist ein wundervoller Charakter. Man spürt schnell, dass die Gefühle der beiden noch nicht gestorben sind.
Auch die Dorfgemeinschaft und ihre Herzlichkeit bereichern den Roman ungemein.

Schön gemacht sind die kleinen Stücke des Briefs, die überall im Haus versteckt sind. Die Leser*innen finden diese im Buch abgedruckt und können sich selbst ein Bild davon machen.

Der Schreibstil von Sophie Jomain ist flüssig und gut verständlich. Das alte Herrenhaus wird anschaulich beschrieben. Ich hatte direkt Bilder im Kopf.
Mit den Vorbereitungen zum großen Halloween-Ball bekommt das Ganze eine herbstliche Atmosphäre.

Man möchte sich nur noch in eine Wolldecke einkuscheln, eine Tasse Tee in der Hand und lesen.

Die Töchter vom Königssee – Schmetterlingstage

Martina Sahler
Roman
385 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein gelungener und emotionaler Auftakt der Trilogie

Klappentext:
Vor zwanzig Jahren waren sie ein starkes Gespann: Die junge Lehrerin Isabella Thomsen vom Königssee-Gymnasium und ihre drei liebsten Schülerinnen Mona, Valerie und Charlotte. Jetzt wird Isabella zur Schulleiterin ernannt, und die offizielle Feier ist ein wunderbarer Anlass für ein Wiedersehen der alten Schulfreundinnen. So kehrt Mona nach langer Zeit in Paris zurück an den Königssee. Schon die Anreise weckt in ihr gemischte Gefühle, denn sie wird gleich mit der dörflichen Enge konfrontiert. Aber auch mit der Schönheit der Landschaft. Es ist nie zu spät für Veränderungen, heißt es. Gilt dies auch für Monas heimliche Beziehung und die massive Ablehnung ihrer Tochter Pia?

„Die Töchter vom Königssee – Schmetterlingstage“ ist der 1. Band der geplanten Trilogie „Die Töchter vom Königssee“ von Martina Sahler.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin immer wieder von ihrem atmosphärischen Schreibstil begeistert.

Seit vielen Jahren verbindet die Lehrerin Isabella Thomsen eine Freundschaft mit Mona, Valerie und Charlotte, die einst ihre liebsten Schülerinnen waren.
Jetzt wird Mona zur Schulleiterin befördert und nutzt die Gelegenheit, bei der anstehenden Feier ihre Freundinnen wiederzusehen.

Die Autorin hat lebendige und authentische Charaktere erschaffen.
Mir waren die Frauen auf Anhieb sympathisch und ich wollte gleich mehr von ihnen erfahren.
Von den 3 Freundinnen steht im 1. Band Mona im Vordergrund. Ich gehe davon aus, dass bei den 3 Bänden immer eine der Frauen in den Vordergrund rückt.

Martina Sahler erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen.
In der Gegenwart verfolgen die Leserinnen die junge Lehrerin Isabella Thomsen, die zur Schulleiterin befördert wird. In der Vergangenheit lernen die Leserinnen vor allem Mona besser kennen. Sie erfahren, warum sie einst die Heimat so plötzlich verlassen hat.
Mona ist auf ihrer Reise in die alte Heimat hin- und hergerissen. Zum einen hat sie vor langer Zeit die Heimat fluchtartig verlassen und die Erinnerungen kommen zurück. Zum anderen ist sie von der Schönheit ihrer Heimat überwältigt.

Martina Sahler hat einen flüssigen, gut verständlichen und emotionalen Schreibstil.
Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Der Königssee wird den Leser*innen mit seiner Schönheit nahegebracht.

„Die Töchter vom Königssee – Schmetterlingstage“ ist eine schöne und emotionale Geschichte. Ich freue mich schon auf den 2. Band.
„Die Töchter vom Königssee – Libellensommer“ der am 1. 2. 2027 erscheinen soll. In diesem Band wird dann Valerie in den Vordergrund rücken.

Winterschlaf

Mario Petuzzi
Roman
234 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Toller Debüt-Roman

Zum Inhalt:
Sobald im Frühjahr der Schnee bis ins Tal schmilzt, schickt der Großvater die zehnjährigen Zwillinge in den Keller, um die Mutter aus ihrem monatelangen, buchstäblichen Winterschlaf zu wecken.
Die Mutter erwacht mit einem Kopf voller Träume.
Die Träume sind jedoch keine gewöhnlichen Träume, sondern besitzen hellseherische Kräfte.

„Winterschlaf“ ist der bemerkenswerte Debüt-Roman von Mario Petuzzi.

Die Charaktere haben keine Namen, was sie märchenhaft wirken lässt.
Da sind die Zwillinge, sie werden nur „die Eine“ und „der Andere“ genannt. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt.
Für die Zwillinge gehört es zur Normalität, dass die Mutter im Winter mehrere Monate im Keller Winterschlaf hält.
Der Großvater, hier Apo genannt, ist das Oberhaupt der Familie. Er führt ein Geschäft mit den Träumen der Mutter. Kaum ist der Winterschlaf beendet, stehen die Menschen schon in der Tür, um von den Träumen zu erfahren.
Die Mutter ist im Winter eine leblose Hülle. Im Sommer ist sie die Heilbringerin.

Sie alle werden den Leser*innen nicht nähergebracht. Man kennt sie nur von der Erzählung der Zwillinge und ist so etwas wie ein stiller Beobachter.

Der Schreibstil von Mario Petuzzi ist fast poetisch zu nennen.
Er passt die Sprache gekonnt den Traumsequenzen und der rauen Realität an.
Mario Petuzzi erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Er nimmt sich viel Zeit für ausgiebige Beschreibungen.
Mario Petuzzi lässt viel Spielraum, damit sich die Leser*innen ihre eigene Fantasie spielen lassen können.

„Winterschlaf“ ist ein so anderes Buch und sticht somit aus den vielen literarischen Werken hervor.

Die Honigfrauen – Eine neue Heimat

Mirjam Müntefering
Historischer Roman
504 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Schöner Abschluss der Honigfrauen-Saga

Klappentext:
Bergisches Land, 1910. Irma ist verzweifelt: Das Landcafé im Honigstal hat bei der Einweihung versagt! Es fehlen die einzigartigen Kreationen ihres verstorbenen Großvaters. Einzige Lösung scheint ihre Tante Harriet, die das Talent Ludwigs geerbt hat. Womöglich weiß sie von den geheimen Rezepten? Aber wird Irmas Großmutter die uneheliche Tochter ihres Mannes hier wirken lassen? Auch Arno lässt sich seit der Eröffnung nicht mehr blicken, während Irmas guter Freund Eugen sich höchst sonderbar verhält. Als sich ein Tester des Guide Michelin ankündigt, gilt es für die Honigfrauen, zusammenzuhalten.

„Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ ist der 2. Band der Honigfrauen-Saga von Mirjam Müntefering.

Es geht zurück ins frühe 20. Jahrhundert und ins Bergische Land.
Die Geschichte wird aus der Perspektive dreier Frauen erzählt.

Da ist Irma Honig, sie ist die Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig.
Auguste Honig, die Ehefrau und Witwe von Ludwig.
Harriet Lenze ist Ludwigs uneheliche Tochter, von der bis zu Ludwigs Tod niemand etwas wusste.

Die drei Frauen haben schon im 1. Band für gute und turbulente Unterhaltung gesorgt.
Ich habe jede der drei Frauen auf ihre Art gemocht.

Irma und Auguste haben mit dem Landcafé einen Neustart gewagt. Leider war dieser nicht von Erfolg gekrönt. Der Konditor, der die feinen Backwerke herstellt, kann die Gäste nicht überzeugen. Die feinen Kreationen von Ludwig Honig fehlen.
Es stellt sich die Frage, ob Harriet, die uneheliche Tochter von Ludwig, das Landcafé retten kann.
Harriet ist Feinbäckerin und scheint das Talent von Ludwig geerbt zu haben.

Mirjam Müntefering hat interessante Charaktere ins Leben gerufen. Die drei Frauen haben alle ihre Stärken und gefallen mir gut.

Mirjam Müntefering hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Gekonnt führt sie ihre Leser*innen zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.
Die Familiengeschichte wird unterhaltsam und interessant erzählt, auch wenn manches schon recht vorhersehbar ist.

„Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ ist eine gelungene Fortsetzung und leider schon das Ende der Honigfrauen-Saga.

Autumn Secrets

Sarah Fulmar
Roman
314 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an LovelyBooks für das Rezensionsexemplar

Herzklopfen und raue Klippen

Die erfolgreiche Londoner Unternehmensberaterin Penelope wird von ihrem Chef unfreiwillig in eine Auszeit geschickt. Sie kehrt zurück in ihre Heimat St. Ives, um den Kopf freizubekommen. Spontan übernimmt sie dort die Organisation der traditionellen Herbstwanderung. Das Schicksal führt sie dabei direkt zu Nathan. Er ist der beste Freund ihres Bruders und ihr unerfüllter Crush aus Teenagerzeiten. Schnell flammen alte Funken wieder auf. Doch ein großes Hindernis bleibt: Penelopes Leben ist in London, während Nathan tief in Cornwall verwurzelt ist.

Der Liebesroman „Autumn Secrets“ von Sarah Fulmar ist der zweite Band der Seasons by the Sea-Reihe. Die Geschichte entführt die Leserschaft in ein herbstliches Wohlfühlszenario voller tiefgründiger Gefühle.

Die Charaktere sind greifbar, nahbar und glaubwürdig.
Penelope ist intelligent und gut organisiert.
Die angeordnete Auszeit ist für sie ein Kontrollverlust, den sie erst einmal verarbeiten muss.
Nathan ist attraktiv. Er ist bodenständig, aber stur. Hinter seiner rauen Schale verbirgt sich ein weicher Kern.

Die Nebenfiguren, wie die Dorfgemeinschaft, sind zum Teil skurril, aber liebenswert.

Der Handlungsort wird von Sarah Fulmar anschaulich beschrieben. Die malerische Kulisse von St. Ives kommt hier gut zur Geltung. Die Autorin fängt die landschaftliche Schönheit der englischen Küste perfekt ein.

Der Schreibstil von Sarah Fulmar ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin schreibt emotional und auch recht anschaulich. Ich hatte schnell Bilder im Kopf und das Rascheln des Herbstlaubs im Ohr.

„Autumn Secrets“ ist genau das richtige Buch für den anstehenden Herbst.
Die Stimmung im Buch schreit förmlich nach einer Decke und einer heißen Tasse Tee.

Und der Wind steht still

Astrid Lehmann
Roman
279 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein ergreifendes Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne

Klappentext:
Bretagne, Gegenwart. Die achtzigjährige Alice ist so rau wie die bretonische Küste und am liebsten allein mit ihrer Hündin Marguerite. Doch in ihr tobt ein Sturm. Lange schon hütet sie ein dunkles Geheimnis. Als die Schatten ihrer Geschichte sie einholen, beginnt eine Reise zurück in den Schwarzwald, und vielleicht auch zu sich selbst.
Schwarzwald, 1942. Elsa, eine tüchtige Magd, lernt beim Tanz den älteren Soldaten Heinrich kennen. Bereits beim nächsten Heimaturlaub läuten die Hochzeitsglocken, dann verliert sich von Heinrich jede Spur im Krieg. Beim französischen Soldaten Antoine findet Elsa Trost. Doch hat ihre Liebe Zukunft?

Mit ihrem Roman „Und der Wind steht still“ ist Astrid Lehmann ein tief berührender Roman gelungen. Hier zeigt die Autorin ein oft vergessenes Kapitel der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte auf.
Die Geschichte verwebt gekonnt das Schicksal zweier Frauen über Jahrzehnte hinweg und entfaltet dabei eine emotionale Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen, die miteinander verknüpft werden.

In der Gegenwart begleiten die Leser*innen Alice. Sie lebt sehr zurückgezogen an der bretonischen Küste.
Alice wird von der Vergangenheit eingeholt und begibt sich mit ihrer Tochter auf eine Reise in den Schwarzwald. Hier hofft Alice, auf die Vergangenheit ihrer Familie zu stoßen.

Die 2. Zeitebene führt die Leser*innen zurück in die 1940er Jahre.
Hier lebt die Magd Elsa. Sie lernt den Soldaten Heinrich kennen. Beim nächsten Heimaturlaub wird schon geheiratet. Doch danach verliert sich die Spur von Heinrich. Er gilt als vermisst. Trost findet Alice bei dem französischen Soldaten Antoine. Doch darf Alice eine neue Liebe finden?

Astrid Lehmann erzählt die Geschichte mit viel Emotion.
Die Charaktere sind vielschichtig und plastisch dargestellt.
Ich bin Alice in der Gegenwart und auch Magda in der Vergangenheit gerne gefolgt.
Die Autorin vermittelt die Zerrissenheit ihrer Charaktere sehr gut.

Auch die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Die raue Küste der Bretagne ähnelt der rauen Alice.
Im Schwarzwald ist der Hunger und die Ohnmacht der Menschen nach dem Krieg zu spüren.

Der Schreibstil von Astrid Lehmann ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin spiegelt die Nachkriegszeit und die Zeit der Besatzung realistisch wider.

„Und der Wind steht still“ ist ein gut recherchierter Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Wenn wir Frauen uns einige wären

Jule Marek
341 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jule Marek für das Rezensionsexemplar

Zusammen sind wir stark

Klappentext:
Im kleinen Ort Richport an Floridas Küste kämpft jede Frau für sich:
Lenie schweigt und ordnet sich unter, um Harmonie zu wahren.
Sena macht, was nötig ist, um wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Rics stürzt sich in jeden Konflikt, um weibliche Selbstbestimmung zu verteidigen.
Als Kenneth seine Verlobte Lenie aalglatt übergeht, stellt Rics sich ihm vehement in den Weg. Doch ihr Widerstand hat Folgen: Der einflussreiche Anwalt setzt sie unter Druck. Und Sena und Lenie sehen durch Rics ihre Ziele bedroht. Erst als die vierzehnjährige Madlin Schutz braucht, wird klar, wie hoch der Preis für Schweigen und Anpassung ist. Gelingt es den Frauen rechtzeitig, ihre gemeinschaftliche Stärke zu erkennen und aufeinander zu vertrauen?

„Wenn wir Frauen uns einig wären“ von Jule Marek, ist ein Roman, der aufzeigt, dass Frauen, wenn sie zusammenhalten, viel bewirken können.

Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Lenie ist Lehrerin und in Richport beliebt. Leni passt sich gerne überall und jedem an. Jetzt wagt sie sich aus ihrem Schneckenhaus und möchte von ihrem Verlobten Kenneth einen Hochzeitstermin. Doch der hat zurzeit andere Prioritäten.

Sena führt das Diner in Richport. Sie ist ganz Geschäftsfrau, die rein zweckorientiert handelt und alles dem wirtschaftlichen Erfolg unterordnet.

Rics ist eine kleine Rebellin. Sie scheut keinen Konflikt, um für Gleichberechtigung einzustehen. Dabei macht sie sich bei Anwalt Kenneth, der ihre Tauchschule kaufen möchte, um ein Luxushotel zu bauen, nicht gerade beliebt.

Madlin ist 14 Jahre und verbringt mit ihrem Onkel David ein paar Tage in Richport um Tauchen lernen.
Seit dem Tod ihrer Mutter steht ihr Leben auf dem Kopf. Ihr Vater, der offensichtlich mit dem Tod seiner Frau nicht zurechtkommt, greift oft zum Alkohol und wird dann gewalttätig gegen seine Tochter.
Erst als Madlin sich weigert, wieder nach Hause zu ihrem Vater zurückzukehren, und einfach verschwindet, werden die Erwachsenen wach.
Als Madlin erzählt, was sie bedrückt, stehen die Frauen fest zusammen und erreichen Großes.

Das Herzstück in der Geschichte sind die Charaktere. Die sind von Jule Marek gut gezeichnet und sympathisch.
Anhand der vier Frauen zeigt Jule Marek auf, was Frauen zusammen bewirken können.
Mir hat es gut gefallen, wie die vier so unterschiedlichen Frauen plötzlich wie eine Mauer zusammenstehen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Auch der Handlungsort Richport in Florida wird anschaulich beschrieben.

„Wenn wir Frauen uns einig wären“ ist ein Roman über Frauen, den nicht nur Frauen lesen können.