Die andere Schwester

Mohlin & Nyström
Kriminalroman
erschienen bei HarperCollins
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den HarperColllns Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi mit rasantem Tempo

Stella die Geschäftsführerin einer neuen Dating-App wird ermordet.
John Adderley übernimmt die Ermittlungen.
In seinen Focus gerät Alice, die Schwester des Opfer.
Die beiden Schwestern sind sehr verschieden und ihr Verhältnis ist geprägt von Neid und Abhängigkeit.
Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, je klarer wird dass viel mehr als nur der Mord hinter allem steckt.
John Adderley muss zusätzlich noch mit seiner Vergangenheit kämpfen.
Sein früheres Leben in der USA und der missglückte Undercover-Einsatz drohen ihn wieder einzuholen.
Und das bedeutet eine tödliche Gefahr.

„Die andere Schwester“ ist der 2. Band der Karlstad-Krimi-Reihe von dem Autorenduo
Peter Mohlin und Peter Nyström.
Schon der 1. Band „Der andere Sohn“ hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Nachdem dieser mit einem Cliffhanger geendet hat konnte ich es kaum erwarten bis der 2. Band erscheint.
Das Warten hat sich gelohnt.
Auch dieser Fall ist wieder spannend aufgebaut.

John Adderley hat einen amerikanischen Vater mit nigerianischen Wurzeln und eine schwedische Mutter.
Nach der Trennung der Eltern lebe John bei seinem Vater in den USA.
Nach einem missglückten Undercover-Einsatz, bei dem er fast getötet wurde musste John eine neue Identität annehmen. Aus John Adderley wurde Fredrik Adamsson. Aus USA wurde Schweden.
Die Angst dass seine Feinde ihn aufspüren ist allgegenwärtig. Und er ahnt nicht wie nahe sie ihm sind.

Trevor hat John damals bei diesem missglückten Undercover-Einsatz in den USA das Leben gerettet.
Seither sind die beiden befreundet.
Auch Trevor lebt unter einer anderen Identität, weit weg von John.
Als Trevor plötzlich wieder Kontakt mit John aufnimmt, läuten bei ihm alle Alarmglocken.

In der Geschichte gibt es zwei Handlungsstränge.
Der aktuellen Fall, da geht es um die ermordete Stella und um ihre Schwester Alice die in den Focus der Ermittlungen gerät.
Alice ist psychisch sehr labil und in gewisser weise von Stella abhängig.
Vieles wird aus der Sicht von Alice erzählt so lernen die LeserInnen Stella und ihre Machenschaften Stück für Stück kennen.

Im 2. Handlungsstrang geht es um die Vergangenheit von John die ihn einzuholen droht
Es wird wieder einmal deutlich, dass John ein gejagter ist.
Er ist und bleibt ein Einzelgänger der niemandem traut. Auch seinem Freund Trevor nicht.

Das Autorenpaar versteh es die Handlungsstränge gekonnt miteinander zu verknüpfen.
Das geschieht in einem rasantem Tempo so, dass man beim Lesen kaum Luftholen kann.
Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch. Vieles spiet sich auch zwischen den Zeilen und somit im Kopf der LeserInnen ab. So wie es bei einem echten Psychothriller sein sollte.

„Die andere Schwester“ ist wieder ein gelungenes Buch von Peter Mohlin und Peter Nyström.
Für mich eine der besten skandinavischen Krimireihen.

Einsame Entscheidung – Lost in Fuseta

Gil Ribeiro
Kriminalroman
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar

Tolle Charaktere, tolle Story

Ein englischer Tourist wird tot in einem Ferienhaus aufgefunden.
Von seiner Begleiterin fehlt jede Spur.
Alles sieh nach einer Beziehungstat aus.
Doch je weiter die Ermittlungen fortschreiten, so mehr Rätsel tauchen auf.
Leander Lost ist nicht davon überzeuge, dass Antonia, die Begleiterin des Opfers die Tat begangen hat.
Als ein ganzes Netzwerk in Bewegung gesetzt wird, GPS Daten manipuliert werden und Jagd auf Antonia gemacht wird trifft Leander Lost eine einsame Entscheidung.
Er flüchtet mit der Tatverdächtigen und ist sich bewusst, dass er damit das Gesetz bricht.

„Einsame Entscheidung“ ist der 5. Band der Leander Lost Reihe von Gil Ribeiro.
Die Krimireihe besticht durch ihre interessanten Protagonisten.

Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg kam vor 2 Jahren im Rahmen eines Austauschprojekt zur Polizei nach Fuseta.
Mittlerweile ist er fester Bestandteil des Teams unter der Leitung von Sub-Inspektorin Graciana Rosado.
Sein Markenzeichen schwarzen Anzug mit weißem Hemd.
Lost ist Asperger Autist, sehr geradlinig, kann schwer Gefühle zeigen und ist für mich einer der interessantesten Charaktere den die Krimiwelt hergibt.

Seine Kollegen Graciana Rossado und Carlos Esteves gefalle mir auch sehr gut.
Auch der Umgang miteinander, wie sie auf Leander Lost eingehen, wenn auch manchmal mit einem Augenrollen gefällt mir gut.

Der Fall ist sehr spannend erzählt.
Er nimmt größere Ausmaße an als am Anfang gedacht.
Eine Verdächtige für den Mord ist schnell gefunden.
Manipulierte Handydaten lassen auch kaum eine andere Vermutung zu.
Nur Lost zweifelt und findet auch Hinweise, dass die Verdächtige nicht die Tätern ist.
Doch da hat die Jagd schon begonnen.
Um eine wahrscheinlich Unschuldige zu schützen begibt Lost sich mit ihr auf die Flucht, im vollen Bewusstsein gegen das Gesetz zu verstoßen und die Konsequenzen tragen zu müssen.
Am Ende gibt es einen großen Showdown und es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Gil Ribeiro hält die Spannung über die gesamte Geschichte.
Am Ende seigert sich die Spannung sogar ins unermessliche.
Es war schwer das Buch auch nur für kurze Zeit aus der Hand zu legen.
Aber auch der Humor fehlt in diesem Buch nicht und dazu kommt noch einiges an portugiesischem Lokalkolorit.
Vor vielen Jahren habe ich in den Algarve Urlaub gemacht und einige Orte die im Buch beschrieben werden, wie z. B. die Capela dos Osso besucht. Die Bilder kamen mir weder deutlich vor Augen.

„Einsame Entscheidung“ hat mir viel Lesevergnügen bereitet.
Für mich war es das erste Buch der Reihe. Ich werde jetzt noch einmal mit Band 1 beginnen und die gesamte Reihe lesen. Die Entwicklung die Leander Lost durchlebt hat ist einfach interessant.

Kalter Fjord

Anne Nørdby
Thriller
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Tom Skagen geht bis an seine Grenzen

Ein Klassentreffen ehemaliger Absolventen eines Eliteinternats endet abrupt als sich einer der ehemaligen Schüler das Leben nimmt.
Das Klassentreffen findet auf einer Kreuzfahrt durch die norwegischen Fjorde statt.
Einer der Schüler springt vom berühmten Felsen Preikestolen in den Tod.
Die ehemaligen Mitschüler ahnen was ihn in den Tod getrieben hat. Doch alle hüllen sich in Schweigen.
Ein weiterer Schüler verschwindet und alle fragen sich, ob er sich auch das Leben genommen hat.
Noch ahnen sie nicht, dass es eine Todesliste gibt auf denen alle ihre Namen stehen.
Und auch die nächste Person wurde schon ins Visier genommen.
Ein Fall für Tom Skagen.

„Kalter Fjord“ ist der dritte Band der Tom Skagen Reihe von Anne Nørdby .
Mit den Handlungsorten bietet die Autorin ihren LeserInnen viel Abwechslung. In diesem Fall geht es nach Norwegen. Denn der Tatort ist ein Kreuzfahrtschiff das in den norwegischen Fjorden unterwegs ist.

Tom Skagen von Skanpol steckt mitten in einem Fall von Waffenschmuggel in großem Stil. Zusammen mit Europol und der norwegischen Behörde ermitteln sie gegen eine Gruppe die Waffen nach Norwegen schmuggelt und womöglich auch ein Attentat plant.
Um nach einiger Aufruhr wieder Ruhe in die Ermittlungen zu bringen wird Tom und eine kleine Truppe zu einem anderen Fall geschickt.
Auf einem Kurzfahrtschiff haben einige Passagiere offenbar Suizid begangen.
Auch bei einer Gruppe von ehemaligen Internatsschülern, die sich zu einem Klassentreffen auf dem Schiff getroffen haben wird eine Person vermisst.
Die Stimmung unter den ehemaligen Schülern ist angespannt.
Es gibt nicht nur alte Freundschaften sondern auch alte Feindschaften.
Tom Skagen fragt sich ob der Täter zwischen den ehemaligen Schülern zu finden ist.
Neben all den Fakten und Ermittlungen sieht Tom sich auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat mit „Kalter Fjord“ wieder einen aufregenden und facettenreichen Thriller hingelegt.
Mehr Spannung wie in dieser Geschichte geht kaum.
Gekonnt verknüpft sie zwei völlig unterschiedlich anmutende Fälle miteinander.
Auch was die Handlungsorte angeht lässt die Autorin sich immer etwas neues einfallen.
Für mich ist „Kalter Fjord“ das bisher spannendste Buch von Anne Nørdby.

Man kann das Buch auch ohne das man die vorherigen Bände kennt lesen. Es gibt immer wieder Querverweise zu den ersten zwei Bänden so das man schnell auf dem aktuellen Stand ist.
Ich denke allerdings, dass es schön ist die Reihe von Anfang an zu verfolgen.

Ich habe jetzt alle drei Bände in einem Rutsch gelesen und freue mich schon auf den 4. Band. Mal sehen wo er uns hinführt.

Kalte Nacht

Anne Nørdby
Thriller
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Auch der 2. Band hat mich überzeugt

Ein schwerer Autounfall in Südschweden.
Die Polizistin Maja Lövgren wird zur Unfallstelle gerufen.
Der Fahrer, ein deutscher Familienvater ist gegen einen Baum gefahren.
Er und seine älteste Tochter sind tot.
Die jüngere Tochter ist schwer verletzt.
Von der Frau fehlt jede Spur.
Die Familie ist seit kurzem im Besitz von einem Haus in einem nahegelegenen Dorf.
Doch der lang gehegte Traum wird zu einem Albtraum.
Als sich herausstellt, dass die Tochter schon vor dem Unfall tot war und die Mutter nicht auffindbar ist, wird Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol, zuständig für grenzüberschreitende Verbrechensbekämpfung zwischen Skandinavien und Deutschland zur Hilfe gerufen.

„Kalte Nacht“ ist der zweite Band der Tom Skagen Reihe von Anne Nørdby .
Nachdem der erste Band „Kalter Strand“ als Handlungsort Dänemark hatte, reisen wir mit dem zweiten Band nach Schweden.

Tom Skagen war mir schon im ersten Band sympathisch.
Er ist mit Leib und Seele Polizist.
Das war er allerdings nicht immer. Er hat eine Vergangenheit von der man in diesem Band etwas mehr erfährt.

Was wie ein ganz normaler Autounfall aussah entpuppt sich als ein Fall für Skanpol.
So übernimmt Tom zusammen mit Maja die Ermittlungen. Das kleine Dorf Hultsjö ist nicht so beschaulich wie es anmutet.
Jeder der Bewohner scheint etwas zu vergeben.
Es gibt einige Verdächtige.

Die Geschichte spielt in der Gegenwart Es gibt aber auch immer wieder Rückblenden und man erfährt was der Familie in der letzten Woche passiert ist.

Anne Nørdby hat in diesen Thriller wieder alles hineingelegt.
Viel Spannung, Dramaturgie, etwas geheimnisvolles und ein bisschen Liebe.
Ihr Schreibstil ist flüssigen und gut verständlich.
Die Autorin versteht es Spannung aufzubauen und über das ganze Buch aufrecht zu halten.

Die Kapitel sind kurz und man will immer weiter lesen.
Einmal angefangen kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der dritte Band „Kalter Fjord“ liegt bei mir schon zum lesen bereit.

Kalter Strand

Anne Nørdby
Thriller
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Aufregend, spannend und böse, der 1. Band der Tom Skagen Reihe

Markus Schneider steht mit einer Fackel und einem Benzinkanister vor einem Haus in dem eine Familie schläft.
Er muss das Haus in Brand setzten. Er muss die Familie auslöschen.
Denn er wird beobachtet.
Nur wenn er diese Familie auslöscht, kann er seine Familie retten.
Kommissar Tom Skagen aus Hamburg von der Sondereinheit Skanpol und seine Chefin Jette Verstergaard ermitteln in einer grausamen Tat in einer Ferienhaussiedlung an einem dänischen Fjord.

„Kalter Strand“ ist der erste Band der Tom Skagen Reihe von Anne Nørdby .
Nachdem mich „Eis. Kat. Tod“ von der Autorin begeistert hat, war ich neugierig auf
die Tom Skagen Reihe.
Der erste Band hat mich gleich wieder begeistert.

Anne Nørdby versteh es interessante Charaktere zu zeichnen.
Tom Skagen war mir auf Anhieb sympathisch.
Er ist mit Leib und Seele Polizist.
Das war er allerdings nicht immer. Er hat eine Vergangenheit die ihn heute noch quält.
So geht ihm dieser Fall recht nahe.
Er steckt seine ganze Energie in die Ermittlungen. Er will den Fall so schnell wie möglich lösen.
Tom ist aber auch ein guter Teamplayer und hat immer ein offenes Ohr für Ermittlungsansätze seiner Kollegen.

Jette Verstergaard ist eine starke Frau. Bei ihr habe ich etwas gebraucht bis ich Zugang zu ihr gefunden habe.
Je besser ich sie kennenlernte, je sympathischer wurde sie mir.
Zusammen mit Tom Skagen bildet sie die Sonderheit Skanpol, die für Grenzübergreifend Ermittlungen zwischen Deutschland und Skandinavien zuständig ist.

Die Story hat zwei Handlungsstränge.
Als LeserIn ist man bei den Ermittlungen dabei. Kann die grausame Tat kaum verstehen.
Man erfährt aber auch die Geschichte von Markus Schneider. Wie er mit deiner Familie von Hamburg nach Dänemark reist. Ein Häuschen in einer Ferienhaussiedlung bezieht.
Wie er selbst zum Opfer wird und seine Familie retten muss.

Dann noch das Setting. Die Beschreibung des Handlungsortes, das Fjord die kleinen Städtchen.
Mir kam es beim lesen so vor als wäre ich selbst schon vor Ort gewesen.
Dabei ist Dänemark bisher immer nur ein Traum gewesen.

Anne Nørdby hat bei diesem Thriller was Spannung angeht alle Register gezogen.
Ihr Schreibstil ist flüssigen und gut verständlich.
Einmal angefangen kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der zweite Band „Kalte Nacht“ liegt bei mir schon zum lesen bereit.

Der letzte Chindit

Peter Balsiger
Thriller
erschienen im Münster Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Münster Verlag für das Rezensionsexemplar

Das Buch muss man einfach empfehlen

Klappentext:
Antoine Steiner glaubt das Leben zu kennen. Es hat ihn von Abenteuer zu Abenteuer geführt. Vom Kriegsreporter in Vietnam und Biafra in die Glitzerwelt der Casinos von Las Vegas, von den Handelsräumen der Börsen an einen paradiesischen Ort am Indischen Ozean. Er ahnt nicht, dass ihm das größte Abenteuer seines Lebens noch bevorsteht: Als sein bester Freund im Goldenen Dreieck Burmas, dem größten Opium-Anbaugebiet der Welt, spurlos verschwindet, erhält er den Auftrag, Joachim zu suchen. Es ist eine „Mission Impossible“. Sein Weg führt ihn über gefährliche Dschungelpfade in ein Gebiet, in dem brutale Banden, kriegerische Bergstämme und korrupte Drogenbarone um die Macht – und das Opium – kämpfen. Allen voran der grausame und mächtige chinesische Warlord Xu, gegen den Joachim kämpft und in dessen Visier bald auch Antoine gerät. Eine Veränderung bahnt sich an, als die französische Journalistin Claire Antoine im Dschungel aufspürt. Er ist inzwischen der „Chindit“, der „Löwe“, wie die Shan-Stämme ihren militärischen Anführer nennen. Doch Gefühle machen selbst einen Löwen verwundbar, und der Warlord Xu hat ihm ewige Rache geschworen …

„Der letzte Chindit“ von Peter Balsiger ist ein Thriller der Extraklasse.
Man begleitet Antoine Steiners auf eine unglaubliche Reise zum Goldenen Dreieck von Burma.
Er sucht nach seinem verschwundenen Freund Joachim.
Und der steckt mittlerweile mitten im Kampf gegen den Warlord Xu.

Die LeserInnen werden mit Drogenbaronen, kriegerischen Bergstämmen, und dem mächtigen chinesische Warlord Xu konfrontiert.
Alles dreh sich um die Macht des Opium.

Peter Balsiger war selbst lange Zeit als Kriegsreporter tätig und das spürt man auf jeder Seite.
Der Mann weiß von was er schreibt.
Die Erzählung ist so intensiv und ehrlich, dass mir beim lesen manchmal der Atem gestockt ist.
Plötzlich hat man Bilder im Kopf, wähnt sich selber mitten im Dschungel.
Schonungslos und ehrlich beschreibt der Autor die Macht der Drogen, der Drogenbarone und den Hintermännern.

Das Buch ist facettenreich und sehr spannend.
Einmal angefangen kommt man in einen Leserausch und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Peter Balsiger ist ein Name den ich mir merken werde. Gerne würde ich von diesem Autor noch mehr solcher spannenden Bücher lesen.

Wenn der Schatten kommt

Carmen Mayer
Kriminalroman
erschienen im Maximum Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Maximum Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer spannenden Krimi-Reihe

Die Inspektion der Kriminalpolizei Eichstätt ist ganz neu eingerichtet.
Da bekommen es Hauptkommissar Konrad Bergmann und seine Kollegin Tessa Plank
schon mit ihrem ersten Fall zu tun.
Eine alte Dame wird tot in der Altmühl gefunden.
Erste Anzeichen sprechen für einen natürlichen Tod.
Die Identität der Frau muss noch geklärt werden.
Ein Ohrring der am Tatort gefunden wurde führt zu Tessa Plank.
Dann gibt es zwei weitere Tote in der Altmühl. Wieder ältere Menschen.
Dazu kommt noch, dass Tessa Plank plötzlich verschwunden ist.
Hauptkommissar Konrad Bergmann und seine Kollegen suchen nach Tessa und nach dem Täter.
Als Konrad Bergmann ein Tagebuch in die Hände fällt, stößt er auf bedrohliche Geheimnisse.

„Wenn der Schatten kommt“ ist der Auftakt der Bergmann und Plank-Reihe von Carmen Mayer.
Die Autorin hat schon einige Historische Romane veröffentliche. Für mich ist es das erste Buch von Carmen Mayer.

Für diese Krimi-Reihe hat die Autorin interessante Charaktere geschaffen.
Die Ermittler sind Konrad Bergmann und Tessa Plank. Die Dienststelle in Eichstätt ist ganz neu eingerichtet.
Wir LeserInnen sind also von Beginn an dabei.
Die Kollegen verstehen sich untereinander, alles ist recht familiär.
Auch mir waren die Charaktere schnell sympathisch.

Der Fall ist spannend und mysteriös.
Senioren werden ermordet.
Eine Kriminalbeamtin verschwindet.
Zwischendurch bekommt man immer wieder verstörende Einblicke in das Tagebuch von Irene Ott.
Hier tun sich wahre Abgründe auf.
Der Fall scheint irgendwie mit der Vergangenheit im Zusammenhang zu stehen.

Carmen Mayer baut immer wieder neue Wendungen in den Fall ein und hält die Spannung somit bis zu Schluss aufrecht.

„Wenn der Schatten kommt“ ist ein gelungener Auftakt der Krimi-Reihe und macht Lust auf mehr.

Brennweite

Bernhard Aichner
Kriminalroman
erschienen im btb Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar

Pageturner

David Bronski und seine Partnerin Svenja Spielmann machen Urlaub in Tirol.
Da kommt Bronski zu Ohren, dass in einem Kloster ein blinder Mönch, nach dem er von einer Marienstatue berührt wurde plötzlich wieder sehen kann.
Bronski wittert eine große Story und überzeugt Svenja mit ihm in das Kloster zu fahren.
Dort können sie den Mönch davon überzeugen ihnen die exklusive Berichterstattung zu erlauben. Als Gegenleistung versprechen sie dem Mönch, der das Kloster verlassen möchte, ihn zu seiner Schwester zu bringen.
Auf dem Weg hat er eine Eingebung und verhindert damit, dass Menschen bei einem Anschlag zu Schaden kommen.
Als der Mönch dann noch ein großes Unglück prophezeit kommen Bronski und Svenja Zweifel an der Ehrlichkeit des Mönchs.
Für alle anderen ist er ein neuer Messias.
Wie gefährlich ist dieser Mann?

„Brennweite“ ist der 3. Band der Bronski-Reihe von Bernhard Aichner.
Die Protagonisten die der Autor für diese Krimireihe konzipiert hat sind interessant und außergewöhnlich.

Im Mittelpunkt steht der Pressefotograf David Bronski.
Bronski ist ein sehr interessanter Charakter.
Er ist mit Leib und Seele Fotograf. Für ein gutes Foto scheint er über Leichen zu gehen.
Nachdem Bronski, nach jahrelanger Einsamkeit, sich endlich seiner Kollegin Svenja Spielmann geöffnet hat scheint die Beziehung in einer Krise zu stecken.

Svenja Spielmann ist stets an Bronskis Seite, wenn es auf die Jagd nach einer guten Story geht. Dabei ist sie mittlerweile genauso hartnäckig und ehrgeizig wie Bronski.
Auch privat steht sie an seiner Seite. Doch sie muss immer hinter seiner erwachsenen Tochter Judith zurückstehen.

Judith Bronski die als Säugling entführt wurde und im 1. Band wieder aufgetaucht ist, tritt in die Fußstapfen ihres Vaters.
Mittlerweile hat auch sie ein Händchen und den richtigen Blick für ein gutes Foto.
Für den richtigen Kick geht sie einen gefährlichen Weg.

Anna Dragic ist die Schwester von David Bronski.
Sie ist Detektivin und Bronski kann sich zu 100 Prozent auf sie verlassen.
Ihr Privatleben mit Mann und Kinder stellt Anna allerdings in Zweifel. Sie will sich von den Fessel befreien.

Bronski und Svenja sind am Anfang angetan von dem Mönch der wie durch ein Wunder wieder sehen kann.
Doch dann nehmen die Wunder überhand und eigentlich glaubt Bronsky auch nicht an Wunder.
Er glaubt eher, dass ein ganz perfider Plan hinter dem Ganzen steckt und dem will er auf den Grund gehen.
Dabei bringt er nicht nur sich in große Gefahr.

Die Story ist sehr spannend und mysteriös geschrieben. Dabei schlägt Bernhard Aichner ein rasantes Tempo an. Es geht Schlag auf Schlag.
Die Sätze sind kurz, die Spannung ist groß.
Der Autor schafft es die Spannung von Anfang bis Ende aufrecht zu halten.

Die Gliederung des Buches ist außergewöhnlich.
Bei jedem 2. Kapitel wohnt man einer Unterhaltung zweier Personen bei.
Dadurch hat man das Gefühl hautnah dabei zu sein.

„Brennweite“ ist wieder einmal ein spannender und außergewöhnlicher Kriminalroman.

Ich freue mich schon wenn Bronski der nächstem großen Story hinterherjagt.

Prost, auf die Nachbarn

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Ein spannender Krimi mit viel Humor und tollen Charakteren

Der Rechtsanwalt im Ruhestand Kurt Lehmann kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben.
Der Anwalt ist aus erst unerklärlichen Gründen gegen eine alte Eiche geknallt.
Bei näherem Hinschauen stellen die Kriminaltechniker fest, dass jemand das Fahrzeug manipuliert hat.
Hauptkommissar Tischler und sein Kollege Polizeiobermeister Fink übernehmen die Ermittlungen.
Bekannt ist, dass Kurt Lehmann immer mit allen Mitteln versucht hat, dass seine Klienten möglichst geringe Strafen bekamen oder gar freigesprochen wurden.
Im Haus des Anwalts finden die Emitter einige Drohbriefe, die dieser fein säuberlich abgeheftet hat.
Die Ermittler fragen sich, wem der Anwalt so auf den Schlips getreten ist, dass er vor einem Mord nicht zurückschreckt.

„Prost, auf die Nachbarn“ ist der mittlerweile 4. Band der Kommissar Tischler Rehe von Friedrich Kalpenstein.

Wenn ein Krimi richtig spannend ist, man bis zum Ende nicht weiß wer der Täter ist und man auch noch Tränen lacht dann hat der Autor wohl alles richtig gemacht.

Die Protagonisten sind einfach genial.
Tischler, der vor einiger Zeit von München nach Brunngries gekommen war, ist ein Liebhaber guten Kaffees und alten Autos.
Er fährt einen alten Jaguar Baujahr 1969 und der ist ein ganzer Stolz.
Leider lässt der Oldtimer Tischler manchmal im Stich.
Mit Franz Steiner hat er einen zuverlässigen und fachkundigen Automechaniker gefunden. So dachte Tischler bis in diesem Band Steiners Machenschaften auffliegen.

Polizeiobermeister Felix Fink ist genauso sympathisch.
Er hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter die über alles und jeden im Ort informiert ist. Und die es auch immer wieder versteht, das Neuste zu den aktuellen Fällen aus Felix herauszukitzeln.

Die Ermittlungen führen in verschiedene Richtungen.
Tischler und Fink tappen lange im Dunkeln.
Doch mit ihrer bewährten T-U-F Methode kommen sie auch bei diesem Fall der Lösung immer näher.

Der Spannungsbogen zieht sich von Anfang bis Ende.
Das Ende hält noch einmal eine Überraschung bereit.
Gewürzt ist das Ganze mit einer ordentlichen Portion Humor.
Einige Male musste ich beim Lesen laut losprusten vor Lachen.
Dabei wird es aber niemals platt. Der Humor fliest fein in die Geschichte und in die Handlung ein.
Auch den Bezug zur Region lässt Friedrich Kalpenstein spielend in die Handlung mit einfließen.
Was Lust macht die Chiemgauer Alpen mal wieder zu besuchen.

Die Reihe mit Kommissar Tischler wird hoffentlich weitergehen.
Ich würde gerne noch öfter sagen Prost auf…

Nebelopfer

Romy Fölck
Kriminalroman
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an die Bloggerjury und den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannung von Anfang bis Ende

An einem Morgen im Februar wird ein erhängter Mann gefunden.
Um den Hals hat er ein Pappschild auf dem steht, dass der Tote bei einer Zeugenaussage zum Prozess von Cord Johannsen gelogen hatte.
Haverkorn war damals in die Ermittlungen involviert und hatte ebenfalls als Zeuge ausgesagt.
Cord Johannsen wurde verurteilt seine Frau und zwei Söhne erschossen zu haben.
Johannsen sitzt seither im Gefängnis. Die Tat hat er immer geleugnet.
Als dann auch der Zweiter der drei Zeugen erhängt aufgefunden wird bekommen die Ermittler erste Zweifel ob Cord Johannsen damals zu Recht verurteilt wurde.
Dabei ahnt niemand wie nahe der Täter Bjarne Haverkorn kommen wird.

„Nebelopfer“ ist der 5. Fall mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, einer Krimireihe die in der Elbmarsch spielt aus der Feder von Romy Fölck.
Ich freue mich Frida und Bjarne wieder zutreffen, sie sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.
Es ist wie mit guten Freunden, wenn man sie längere Zeit nicht gesehen hat merkt man erst wie sehr man sie vermisst hat.

Die Protagonisten sind einfach liebenswert.
Bjarne Haverkorn, der ein Jahr vor der Pensionierung steht ist fester Bestandteil der Mordkommission in Itzehoe und für mich nicht wegzudenken. Doch in diesem Band macht Bjarne auch Bekanntschaft mit der Cold Case Unit in Kiel.

Frida ist im Dienst die Partnerin von Bjarne. Beide wissen, dass sie sich uneingeschränkt aufeinander verlassen können. Haben sie sich doch gegenseitig schon aus einigen brenzligen Lagen geholfen.

Zwei neue Charaktere bereichern die Geschichte ab diesem Band.
In der Mordkommission fängt ein neuer Kollege an. Leonard Bootz soll den in Pension gehenden Henning Kuhns ersetzen.
Um Bootz und seine frühere Tätigkeit beim SEK ranken sich Rätsel.
Frida sieht den neuen Kollegen erst einmal mit kritischen Augen.

Sonja Berger ist an die Abteilung für Cold Case in Kiel ausgeliehen.
Dort treffen Haverkorn und Sonja aufeinander. Eine Frau die dem in Scheidung lebenden Bjarne gefährlich werden kann.

In diesem Band arbeitet das ganze Team eng zusammen.
Nachdem ein Toter erhängt an einem Baum gefunden wurde und feststeht, dass es kein Suizid war ermittelt die Mordkommission auf Hochtouren.
Nach dem zweiten Toten kommen einem Teil des Teams erste Zweifel, ob der Verurteilte Cord Johannsen damals wirklich der Mörder seiner Familie war.
Wer beseitigt die damaligen Zeugen und bezichtigt sie der Falschaussage?
Der Leiter der Mordkommission und auch die Staatsanwaltschaft möchten nicht, dass der alte Fall noch einmal aufrollt wird.

Der Fall ist sehr spannend und nimmt immer wieder neue Wendungen an.
Den LeserInnen ist schnell klar, dass der alte und er neue Fall eng zusammenhängen.
Nur wer ist der wahre Täter? Und wer beseitigt die Zeugen von damals?
Ich hatte immer wieder Verdächtige was sich aber immer sehr schnell wieder zerschlagen hat.
Am Ende nimmt alles noch einmal eine recht überraschende Wendung.
Es wird aber alles stimmig und logisch aufgeklärt.
Ich fragte mich, warum ich da nicht drauf gekommen bin. Die Antwort ist ganz einfach. Romy Fölck hat mich und ihre LeserInnen wieder einmal ganz gekonnt in die Irre geführt.

Romy Fölck versteht es einfach Spannung aufzubauen und bis zum Ende aufrecht zu halten.
Ihr unterhaltsamer und gut verständlicher Schreibstil machen das Lesen zu einem Vergnügen.
Einmal angefangen kann man das Buch kaum aus der Hand legen.

Die Fälle der Krimireihe sind in sich abgeschlossen und können ohne weiteres einzeln gelesen werden.
Da die Personen aber auch ein ereignisreiches Privatleben haben das fortlaufend erzählt wird finde ich es schöner, wenn man die Bücher in der Reihenfolge des Erscheinens liest.
Die Mischung aus Kriminalfall, Ermittlungen und Privatleben ist recht ausgeglichen, interessant und unterhaltsam.

Jetzt heißt es warten und sich auf den 6. Fall von Romy Fölck freuen.