Stille

Ragnar Jónasson
Thriller
312 Seiten
erschienen im btb Verlag
Übersetzt aus dem Isländischen von Anika Wolff
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar

Wenn die Vergangenheit dich einholt

Klappentext:
Helgi Reykdal hat sich als Kommissar bei der Polizei in Reykjavík etabliert, nachdem er die Nachfolge von Hulda übernommen hat. Jetzt wird er mit einem ungewöhnlichen Fall betraut: Die 70jährige gefeierte isländische Krimiautorin Elín S. Jónsdóttir ist spurlos verschwunden. Ist sie freiwillig untergetaucht oder steckt ein Verbrechen dahinter? Während Helgi in Elíns Vergangenheit nachforscht und dabei erstaunliche Ungereimtheiten entdeckt, kämpft er zugleich mit familiären Spannungen. Um sich davon abzulenken, nimmt er immer wieder Krimis seiner Lieblingsautorin Agatha Christie zur Hand und lässt sich davon inspirieren. Jónasson verwebt meisterhaft nordische Atmosphäre und subtile Spannung zu einem vielschichtigen Krimi. Ein Muss für Fans nordischer Kriminalliteratur – vom isländischen Bestsellerautor Ragnar Jónasson.

„Stille“ ist der 2. Band der Thriller-Reihe „Kommissar Helgi Reykdal ermittelt“ von Ragnar Jónasson.
Ich habe bisher alle Bücher von Ragnar Jónasson gelesen. Auch dieser Band hat mir wieder gut gefallen.

Die Geschichte wird wieder in verschiedenen Zeitebenen erzählt.
Einmal die Gegenwart, was in dem Buch 2012 ist. Hier ermittelt Helgi im Fall der vermissten isländischen Krimiautorin Elín S. Jónsdóttir.

Die zweite Zeitebene ist das Jahr 2005, in dem die Krimiautorin einer Journalistin ein umfangreiches Interview gegeben hat. Hier erzählt Elín S. Jónsdóttir aus der Zeit ihres Autorinnenlebens und warum sie mit dem Schreiben aufgehört hat.

Die dritte Zeitebene ist das Jahr 1965. Hier sind die Leser*innen dabei, wie ein Banküberfall geplant wird.

Und schließlich noch die Jahre 1976/1977. Hier treffen die Leserinnen Hulda wieder, die treuen Leserinnen aus der Hulda-Reihe kennen.
Ihr Verschwinden beschäftigt Helgi heute noch und er möchte hinter die Hintergründe des Verschwindens kommen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig.
Kommissar Helgi Reykdal habe ich im 1. Bad „Frost“ schon gut kennengelernt.
Er ist jung und engagiert. Privat hat er Probleme mit seiner Ex, die ihm und seiner neuen Partnerin das Leben schwer macht.

Elín S. Jónsdóttir ist zwar physisch abwesend, trotzdem atmet das Buch ihre Präsenz.
Durch die Rückblenden des Interviews und die Befragungen im Umfeld der Autorin bekommt man ein gutes Bild von Elín S. Jónsdóttir.

Ragnar Jónassons Schreibstil ist gewohnt ruhig, präzise und schnörkellos.
Der Autor kann auch ohne viel Blutvergießen und mit wenig Action viel Spannung erzeugen.
Gekonnt jongliert Ragnar Jónassons mit den verschiedenen Handlungssträngen, ohne einen Faden zu verlieren.

„Stille“ ist wieder ein gelungener Kriminalroman, den ich mit Begeisterung gelesen habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert