Kalte Erlösung

Leo Born
Thriller
381 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Ein Serienmörder geht um

Klappentext:
Kalter Herbstwind weht durch Frankfurts dunkle Straßenschluchten. Hier, zwischen glitzernden Wolkenkratzern und dem Elend des Bahnhofsviertels, ist das Revier der »Krähe«. Hier jagt Kommissarin Mara Billinsky einen psychopathischen Serienmörder, der seine scheinbar zufällig ausgewählten Opfer mit Stacheldraht zu Tode foltert. Als Mara eine heiße Spur zu dem Täter verfolgt, tritt ihr ein mächtiger Strafverteidiger in den Weg: ihr eigener Vater. Doch Mara lässt nicht locker – und bemerkt dabei nicht, wie sich im Hintergrund ein gewaltiger Sturm aus Rache und Verrat zusammenbraut.

„Kalte Erlösung“ ist schon der 9. Fall der Mara Billinsky Reihe von Leo Born.
Auch dieser Fall hat wieder alles was ein guter und spannender Thriller braucht.
Es ist eben ein echter Leo Born.

Mara Billinsky ist eine etwas eigensinnige Ermittlerin die sich von der Masse an Ermittlern die es in den zahlreichen Krimis und Thrillern gibt, deutlich abhebt. Sie hat Ecken und Kanten, ist stur aber vor allem hat sie Biss. Bei ihren Ermittlungen geht sie bis an die Grenze des Erlaubten und manchmal auch darüber hinaus. Aber deswegen lieben wir sie ja auch.
Durch ihr Äußeres, schwarz gefärbtes Haar, mit Kajal schwarz umrandeten Augen, schwarze Kleider und Tattoos stößt sie bei ihren Mitmenschen oft auf Ablehnung.
Mittlerweile hat sie sich bei der Polizei einen Namen gemacht. Aber nicht alle ihre Kollegen mögen Mara.

Bis vor kurzem hat Mara mit ihrem Kollegen Jan Rosen sehr gut zusammengearbeitet. Jan ist das genaue Gegenteil von Mara aber er ist auch ihr Ruhepol. Jan ist in die Abteilung für Internet-Kriminalität gewechselt. Seit dem ist Mara alleine auf weiter Flur. Aber sie ist sowieso kein Teamplayer.

Der oder besser die Fälle sind verzwickt. Mara scheint an mehreren Fronten zu kämpfen. In Frankfurt geht ein Serienmörder um. Seine Opfer scheinen keine Verbindung zueinander zu haben. Mara verzweifelt fast, denn sie kommt in dem Fall nicht weiter. Die einzige Verdächtige, die sie hatte, wurde von ihrem Vater aus der Untersuchungshaft geholt.

Auch die Suche vom internationalen Team nach Polaris geht weiter. Mara hat das Gefühl sie muss sich zerreißen, an allen Fronten kämpfen.
Dazu kommt noch ihr Privatleben mit dem Schwede Nordin, der ihr manchmal viel zu nah ist.
Dank der guten Recherche von Jan Rosen kommen sie Polaris ein Stückchen näher.


Leo Born hat wieder einmal eine spannungsgeladene Atmosphäre geschaffen. Dazu die herbstliche, kühle die auf der Stadt liegt und zusätzlich für ein Kribbeln sorgt.
Das Buch hat mich nach wenigen Seiten wieder in seinen Bann gezogen.
Die Kapitel sind recht kurz und enden oft mit einem Cliffhanger.
Wie oft habe ich gedacht nur noch ein Kapitel und dann….
Schlaf wird eh überbewertet. Ich habe es mir lieber mit „Kalter Erlösung“ und einem roten Sizilianer gemütlich gemacht.

Die Mara Billinsky Reihe ist für mich eine der zurzeit besten deutschen Thriller-Reihen.
„Kalte Erlösung“ wird somit auch wieder zu meinen Highlights des Jahres gehören.
Das Buch kann man auch lesen, wenn man die ersten Bände nicht kennt. Aber die Sucht wird irgendwann jeden befallen.

Jetzt heißt es wieder warten, bis der 10. Band der Reihe erscheint. Ich bin schon jetzt gespannt.

The Twenty

Sam Holland
Thriller
45 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Susanne Just
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Der Countdown läuft!

„The Twenty“ ist der erste Band der neuen Thriller-Reihe „Major Crimes Unit“ von Sam Holland.

DCI Adam Bishop kommt an einen Tatort, wo er 5 Leichen findet. Die Leichen sind völlig ausgeblutet und sie sind nummeriert.
Was Bishop am meisten schockt, die Leichen sind von 20 an rückwärts nummeriert. Schnell wird ihm klar, dass ist erst der Anfang. Der Countdown läuft.
Bishops Ex-Frau Dr. Romilly Cole liefert Bishop Beweise, dass die Morde mit einem 30 Jahre zurückliegenden Fall zusammenhängen. Jetzt müssen die Ermittler schnell sein, schneller, als der Countdown abläuft. Ihnen ist klar, jeden Tag kann ein neuer Mord geschehen.

Sam Holland erzählt seinen Thriller schonungslos und in einem rasanten Tempo. Von Anfang an hat die Geschichte mich gefesselt.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und recht unterschiedlich. Man lernt sie im Laufe der Geschichte immer besser kennen.

Das Buch ist sehr gut strukturiert. Die Geschichte ist in 3 Teile gegliedert. Jeder Teil enthält mehrerer Kapitel, die nach den Tagen der Ermittlungen sortiert sind und auch jeder Tag enthält mehrere Kapitel. So weiß man immer wie weit die Ermittlungen fortgeschritten sind.
Zwischendurch gibt es Rückblicke und die Leser*innen bekommen mit, was Damals geschah. Man bekommt auch Einblicke in die Ermittlungsakte, es werden z. B. forensische Gutachten und auch Patientenberichte der Psychologie abgedruckt. So sind die Leser*innen immer hautnah dabei.

Die Geschichte ist insgesamt spannend, ja manchmal direkt beängstigend. Die Ermittler tun ihr Bestes den Täter zu stoppen. Es gibt einige Wendungen in der Geschichte so, dass es recht schwierig ist auch nur zu ahnen wer der Täter ist. Es bleibt spannend bis zum Ende.

Der klar strukturierte, flüssige und nicht zuletzt der fesselnde Schreibstil von Sam Holland, sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahin fliegen.
Ich bin so tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Manchmal habe ich direkt atemlos aufgeschaut um gleich weiterzulesen.

„The Twenty“ ist ein schonungsloser und spanne der Thriller. Ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Starck und der erste Tag

Christian Jaschinski
Thriller
401 Seiten
erschienen im Maximum Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Maximum Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein mysteriöser und spannender Thriller

Klappentext:
Als Andreas Starck aus dem Gefängnis freikommt, möchte er nur eines: endlich seine Tochter Greta wieder in die Arme schließen, die er jahrelang nicht gesehen hat. Doch das Recht dazu wird ihm verweigert.

Starck hat genug. Nicht nur wurde dem Ex-Staatsanwalt seine Frau genommen, jetzt versucht auch noch jemand, ihn der gemeinsamen Zukunft mit seiner Tochter zu berauben. Entschlossen beginnt er, den eigenen Fall neu zu untersuchen, unterstützt von einem eigenwilligen Kommissar. Doch zu spät merkt er, dass er damit mächtige Gegner verärgert

„Starck und der erste Tag“ ist der 1. Band einer Thriller-Trilogie von Christian Jaschinski.

Im Mittelpunkt steht der frühere Staatsanwalt Andreas Starck.
Die Geschichte beginnt mit Starcks Haftentlassung. Fünf Jahre saß Stark unschuldig im Gefängnis. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Goldbarren und Bitcoin-Konten entdeckt. Die wurde als Bestechungsgelder eingeordnet. Dabei war der Staatsanwalt nur einer Organisation zu nahe gekommen und diese hat versucht ihn und seine Familie auszurotten.
Seine Frau wurde überfahren und starb. Mittlerweile ahnt Starck, dass es kein Unfall war. Seine kleine Tochter Greta kam zu einer Pflegefamilie. Jetzt möchte Starck alles dran setzten seine Tochter wieder in die Arme schließen zu können. Vorerst zieht er wieder bei seiner Mutter ein damit er einen festen Wohnsitz hat. Starck will Licht ins Dunkle bringen und herausfinden, wer hinter der Intrige gegen ihn steckt.
Außer Duncan, ein Mithänfling hat er keinen Menschen, dem er vertrauen kann.

Christian Jaschinski erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Nachbarin Moira St. John-Smythe beobachtet das Haus oft aus ihrem Fenster. Ich denke da spiet Neid mit, da die Starcks wohlhabend sind.
Ihr Sohn ist Kriminalbeamter und ermittelt wegen eines Einbruches im Hause Starck. Ich hätte Moira St. John-Smythe manchmal gerne geschüttelt, damit sie ihrem Sohn Jobst Stukenbröker von ihren Beobachtungen erzählt.
Jobst Stukenbröker und Starck kennen sich seit Kindertagen. Stuckenbröker ist davon überzeugt, dass Starck zu Recht im Gefängnis gesessen hat und möchte ihm zu gerne wieder etwas anhängen.
Dann gibt es da noch einige Kriminelle, einer der sich der Waran nennt, hat es auch auf Starck abgesehen. Starck ahnt nicht, in welcher Gefahr er sich befindet.

Die Kapitel sind recht kurz, immer wieder wechselt der Handlungsort und die Perspektive. Die Spannung, die in der Luft liegt, ist fast greifbar.
Man kann nicht immer unterscheiden, wer gut und wer böse ist.

Starck hat in diesem ersten Band schon einiges in Erfahrung bringen können, besonders über seinen verstorbenen Vater. Aber was seinen Fall angeht, liegt noch sehr viel im Verborgenen und wartet auf den 2. Band um der Lösung näherzukommen.

Der 2. Band „Starck und die 2. Frau“ soll im Dezember 2025 erscheinen.

Zorn – Der Fall Schröder

Stephan Ludwig
Thriller
359 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Zorn ist einfach Kult

Klappentext:
Hauptkommissar Claudius Zorn wundert sich. So hat er seinen Kollegen Schröder noch nie erlebt. Schröder ist der hellste Kopf, den er kennt. Aber in diesem Sommer wirkt er teilnahmslos und zerstreut. Selbst als sich bei einem neuen Fall herausstellt, dass Schröder das Todesopfer gekannt haben muss, erwacht er nicht zu gewohnter Form.

Zorn versteht die Welt nicht mehr und fürchtet, dass jetzt alle Arbeit an ihm hängen bleibt, zumal es einen weiteren Toten gibt. Und wieder eine Verbindung zu Schröder. Als Zorn kurz darauf etwas Ungeheuerliches erfährt, wird ihm schlagartig klar, dass er die Wahrheit nie kennen wollte. Und dass dieser Fall ihrer beider Leben zerstören wird.

„Zorn – Der Fall Schröder“ ist bereits der 14. Band der Zorn-Reihe von Stephan Ludwig.
Mittlerweile füllen die Krimis schon eine ganze Reihe im Bücherregal.

Hauptkommissar Claudius Zorn ist einfach Kult. Er ist eigenbrötlerisch, schrullig und hat die Arbeit wahrlich nicht erfunden.
Er verlässt sich immer auf seinen Kollegen Schröder. Schröder ist ein etwas dicklicher Mann mit schneller Auffassungsgabe. Die Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit von Zorn macht Schröder immer wet. Ihm macht die Arbeit Spaß und er ermittelt immer effizient und zieht Zorn in seinem Eifer auch manchmal mit. Ohne Schröder wäre Zorn nicht das, dass er ist.

In diesem Fall bekommt es Hauptkommissar Claudius Zorn gleich mit zwei Opfern zu tun. Ausgerechnet jetzt kann er sich nicht wie sonst auf Schröder verlassen. Schröder wirkt teilnahmslos uns in sich gekehrt. Die ganze Arbeit bleibt an Zorn hängen.
Es stellt sich heraus, dass die Opfer alle einen Bezug zu Schröder hatten, was Schröder zum Hauptverdächtigen macht.

Stephan Ludwig erzählt auch den 14. Band wieder so, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.
Die beiden Ermittler sind mir nach der langen Zeit so sehr ans Herz gewachsen. Ich freue mich über jeden neuen Band.
Die Charaktere sind wie immer sehr gut gezeichnet. Die Ermittler, die man schon lange kennt, stechen natürlich heraus.
In diesem Band habe ich mir richtig Sorgen um Schröder gemacht.
Der Autor erzählt die Geschichte diesmal auf zwei Zeitebenen. Einmal die Ermittlungen und dann Rückblicke in die Kindheit von Schröder. Die Erzählungen aus Schröders Kindheit haben mich sehr berührt, ja auch wütend gemacht.
Dazu gerät Schröder noch unter Mordverdacht.
Zorn steht diesmal ziemlich alleine da und wächst über sich hinaus.
Die Atmosphäre, die Stephan Ludwig geschaffen hat, ist passend zum Plot ziemlich erdrückend.
Die ganze Zeit fiebert man der Lösung des Falls entgegen und hofft natürlich, dass Schröder heil aus der Sache rauskommt.

„Zorn – Der Fall Schröder“ ist wieder ein spannender Thriller, den ich an zwei Abenden gelesen habe.

Todesspur

Andreas Gruber
Thriller
618 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Pageturner

Bei einem nächtlichen Großeinsatz soll Dr. Paul Conrad festgenommen werden. Doch er entkommt auf spektakuläre Weise.
Die BKA-Ermittler Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez müssen Dr. Paul Conrad finden. Er ist die einzig bekannte Person die an der Entstehung der RAF die 4. Generation beteiligt ist. Und die Zeit wird knapp. Die ersten Anschläge sind schon geschehen und es soll noch viel schlimmer werden.
Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez reisen unter falschen Namen nach Mallorca. Schnijder gibt sich für den Psychologen Ron D. Pacula, der im Resort Workshops abhält aus. Sneijder erhofft sich unter den Worksopteilnehmern Verdächtige zu finden.
Hier trifft er auf Lea Fuchs, die unter dem Namen ihrer Cousine Vicky Fuchs reist und ihre eigenen Pläne verwirklichen will.

„Todesspur“ ist schon der 8. Band der Thriller-Reihe mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez von Andreas Gruber.
Die Charaktere sind aus den vorhergehenden Bänden gut bekannt.
Maarten S. Sneijder ist, milde ausgedrückt ein recht schwieriger Charakter.
Er sticht aus der Vielzahl der Ermittler, die es in all den Krimis und Thrillern gibt deutlich heraus und ist irgendwie einzigartig.
Er hat immer seine Akupunkturnadeln dabei und ein Joint darf auch nicht fehlen.
Ich glaube, die Einzige, die einen richtigen Zugang zu Sneijder hat, ist Sabine Nemez. Die Beiden haben auch schon sehr viel zusammen durchgestanden.
Auch Miyu hat mittlerweile ihren Platz im Team erobert. Sie ist noch einmal eine Bereicherung für die Geschichte.

Der Fall ist sehr brisant. Eine neue Generation der RAF fängt an Anschläge zu verüben und droht mit weiteren, schwereren Anschlägen.
Die Ermittlungen führen die Ermittler nach Mallorca, wo sie sich in einem Luxusressort Antworten auf ihre Fragen erhoffen.

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von Lea/Vicky Fuchs. Auch sie reist nach Mallorca, in das Luxusressort. Maarten S. Sneijder kommt Lea/Vicky Fuchs seltsam vor und weiß noch nicht wie er sie einordnen soll. Die Leser*innen hingegen kennen ihre Geschichte.

Andreas Gruber ist ein Meister darin Spannung aufzubauen.
Er versteht es auch die Spannung über das gesamte Buch aufrecht zu halten.
Sein temporeicher Schreibstil und die facettenreichen Charaktere, wie auch die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen muss.
Wie durch einen Sog wurde ich in die Story hineingezogen.
Mir war es kaum möglich das Buch zur Seite zu legen.
Somit war der langersehnte Band 8. Band in zwei Tagen ausgelesen.
Jetzt heißt es wieder warten bis Maarten S. Sneijder wieder ermittelt.
Der 9. Band soll allerdings der Abschluss der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe sein. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Totenmoor – Ich sehe dich

Bettina Mittelacher und Klaus Püschel
Thriller
404 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Auftakt einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Er hat die Person, die als Nächstes auf seiner Liste steht, bereits ausspioniert. Er weiß, wo der Mann wohnt, kennt seine Gewohnheiten. Wenn er es darauf anlegt, kann er ihn schon morgen in seine Gewalt bringen. Es wird ihm ein Vergnügen sein. Doch damit ist er noch nicht am Ziel. Er will mehr. Er will sie alle.

„Totenmoor – Ich sehe dich“ ist der 1. Band mit Kriminalkommissarin Emma Claasen und Rechtsmediziner Kai Plathe von Bettina Mittelacher und Klaus Püschel.

Die Spannung setzt gleich zu Beginn ein. Im Prolog, der im Jahr 1999 spielt, werden zwei Leichen im Moor versenkt.
Die Geschichte startet dann im Jahr 2023. Jonas Spranker ist auf Vogelerkundung im Moor unterwegs. Als er in einen Tümpel rutscht, stößt er auf eine Leiche.
Die Polizei muss 2 Frauenleichen aus dem Moor bergen. Die Mordkommission Hamburg übernimmt den Fall. Die Leichen der Frauen müssen gut 20 Jahr im Moor gelegen haben, demnach gibt es auch so gut wie keine verwertbaren Spuren. Kriminalkommissarin Emma Claasen tut sich schwer mit dem Fall. Sie ist auf die Untersuchungsergebnisse von dem Rechtsmediziner Kai Plathe angewiesen. Kai steht Emma mit seinem Fachwissen zur Seite und so können die Leichen identifiziert werden.
Kurz nach dem Identifizieren der Leichen beginnt eine Mordserie in Hamburg.

Bettina Mittelacher und Klaus Püschel erzählen die Geschichte mit viel Spannung. Man lernt die Kriminalkommissarin Emma Claasen und den Rechtsmediziner Kai Plathe langsam kennen. Die Leser*innen begleiten die Charaktere nicht nur bei den Ermittlungen. Auch das Privatleben spielt eine Rolle. Beide haben ihre privaten Probleme. In der Ehe von Kai Plathe kriselt es und durch das Geplänkel der beiden Charaktere meint man beim Lesen zu spüren, dass sich zwischen Plathe und Claasen etwas anbahnen könnte.

Beide Charaktere sind mir sympathisch. Emma Claasen wirkt noch ein bisschen blass für eine Kriminalkommissarin, Kai Plathe steht irgendwie mehr im Vordergrund.

Die beiden Autoren erzählen die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, was auch zur Spannung beiträgt.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und gut verständlich. Die Sprache ist vielleicht etwas einfach. Da könnte man für die nächsten Bände noch etwas daran arbeiten.

„Totenmoor – Ich sehe dich“ ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi. Ich würde mich über weitere Bände freuen.

Krähentochter

Maria Grund
Thriller
349 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit geheimnisvoller Atmosphäre

Klappentext:
Småland, März 1986. Eisnebel hängt über den beiden spiegelglatten Seen, die wie leblose Augen in der kargen Landschaft wirken. Bei ihrem Anblick fröstelt es die frisch zur Polizistin ausgebildete Sanna, denn zwei Jahre zuvor wurden genau hier die blutigen Überreste eines verschwundenen Mädchens in zwei weißen Koffern gefunden. Der grausame Mörder sitzt seitdem hinter Gittern, zumindest glauben das die Einwohner des Dorfes Augu. Als Sanna erfährt, dass erneut ein Mädchen aus dem Ort vermisst wird, stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an und stößt auf Unstimmigkeiten in der damaligen Beweisführung. Auch wenn die Einwohner ihr mit Misstrauen und Ablehnung begegnen, gibt sie nicht auf. Je mehr sie sich im Dickicht aus Lügen und Geheimnissen verfängt, desto entschlossener ist sie, die Wahrheit ans Licht zu zerren und das verschwundene Mädchen zu finden, bevor es erneut zu spät ist …

„Krähentochter“ ist der 3. Band der „Berling-und-Pedersen-Reihe“ von Maria Grund.
Die Autorin wurde bereits für ihr Debüt „Fuchsmädchen“ von der Swedish Crime Fiction Academy ausgezeichnet.

Die Protagonisten Sanna und Eir sind sehr unterschiedliche Charaktere.
Beide haben ihr Päckchen zu tragen.
Sanna ist eine brillante Ermittlerin. Sie möchte mit ihrer Vergangenheit abschließen, sie hat bei einem Brand ihren Mann und ihren Sohn verloren.
Eir ist eine knallharte Ermittlerin. Sie verbeißt sich richtig in einen Fall und wirkt auf ihre Mitmenschen oft abweisend. Wer sie näher kennt, spürt das sie einen weichen Kern hat. Sie ist an sonst eine gute und zuverlässige Partnerin.
Sanna und Eir haben sich mittlerweile nicht nur zusammengerauft sondern sind Freundinnen geworden.
Sie haben sich beide weiterentwickelt und sind zu einem guten Team geworden.
Ich habe im ersten Band ein bisschen gebraucht um mich mit den beiden Ermittlerinnen anzufreunden. Mittlerweile sind sie mir sehr sympathisch geworden.

In diesem Band gelangt Sana an den Ort, an dem vor 2 Jahren die Leiche eines Mädchens in zwei weißen Koffern gefunden wurde. Der Täter sitzt in Haft. Oder doch nicht?

Die Atmosphäre der Geschichte ist durch den tiefen Nebel und die Kälte regelrecht mystisch und geheimnisvoll.
Im Vordergrund stehen die Ermittlungen des Mordfalls. Man bekommt aber auch immer wieder einmal einen Einblick in das Privatleben der Ermittlerinnen. Ich finde das macht die Charaktere lebendig.

Maria Grund schreibt in einem sehr spannenden Schreibstil. Die Autorin versteht es, den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte zu spannen.
Man wird direkt zu Beginn in die Geschichte katapultiert. Ihre Charaktere hat die Autorin mit viel psychologischem Geschick entworfen und verlangt ihnen immer einiges ab.
Auch dieser Fall ist ziemlich verzwickt und man spürt oft, dass einen eine Gänsehaut erfasst.

Wie schon „Fuchsmädchen“ und „Rotwild“ so ist auch „Krähentochter“ wieder ein überaus spannender Thriller.

Das Bild der Toten

David Lagercrantz
Thriller
430 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender 2. Band

Klappentext:
Der brillante Psychologe Hans Rekke und die clevere Polizistin Micaela Vargas haben soeben ihren ersten Fall gelöst. Da taucht plötzlich ein verzweifelter Mann bei Rekke auf. Vor vielen Jahren ist seine Frau nicht mehr von ihrem Abendspaziergang zurückgekehrt. Als ihre Leiche kurz darauf gefunden wurde, sah alles nach einem Unfall aus. Doch nun ist ein kürzlich aufgenommenes Foto aufgetaucht, das sie auf dem Markusplatz in Venedig zeigt. Lebt Claire Lidman noch? Die Ermittlungen stürzen Rekke und Vargas überraschend in private Abgründe. Denn es gibt einen gefährlichen Menschen aus Rekkes Vergangenheit, der auf Rache sinnt. Welche Rolle spielt die Frau auf dem Bild in dessen teuflischem Plan?

„Das Bild der Toten“ ist der zweite Band der Rekke-Vargas-Reihe von David Lagercrantz.
Bekannt wurde der Autor durch die Fortsetzung der Millennium Reihe.
Jetzt veröffentlicht der Autor seine erste eigene Thriller Reihe.
Hierfür hat David Lagercrantz interessante Protagonisten geschaffen.

Die Streifenpolizistin Micaela Vargas ist ein vielversprechendes Talent und hat erfolgreich ihren ersten Fall gelöst.
Sie ist als Kind chilenischer Einwanderer im selben Problemviertel aufgewachsen.
Micaela ist eine engagierte Polizistin, hat aber einen Bruder der auf der anderen Seite des Gesetztes steht.

Der Psychologe Hans Rekke ist wohl ein Genie was Verhörmethoden angeht.
Er ist der Sohn einer reichen Reederfamilie, Philosoph und musikalisch hochbegabt.
Rekke lebt in einer Villa in einem besseren Viertel.

Man sieht die beiden Hauptfiguren sind recht unterschiedlich, doch beides interessante und sympathische Charaktere.

Der Fall den der Psychologe Hans Rekke übernimmt klingt sonderbar. Ein Mann, dessen Frau vor vielen Jahren nach einem Abendspaziergang nicht nach Hause gekommen ist glaubt, dass seine Frau noch am Leben ist.
Doch nach dem Verschwinden der Frau wurde ihre Leiche gefunden und ein Unfalltod diagnostiziert.
Jetzt ist ein Bild aufgetaucht, dass die Frau in Venedig zeigt.
Hans Rekke hat einen Feind, das Superhirn Gabor. Hängt das Verschwinden seiner Frau mit Gabor zusammen?

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge die nebeneinander laufen und sich Stück für Stück einander annähern bis sie am Ende ganz miteinander verknüpft werden.
Die Handlung wird sehr spannend und mit einem ordentlichen Tempo erzählt.
Das Leben der Verschwundenen Ehefrau wird durchleuchtet. Sie war als Chefanalystin in der Finanzkrise tätig. Auch hier stellt sich den Ermittlern die Frage, ob die Tätigkeit mit dem Verschwinden zusammenhängt.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und gestaltet sich dadurch recht facettenreich.


Der Schreibstil von David Lagercrantz ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.

Mit „Das Bild der Toten“ hat David Lagercrantz mich auch mit seinem 2. Band überzeugt.

Jetzt freue ich mich auf Band 3 „Das Zeichen des Fremden“ der im März 2025 erscheinen soll.

Die Strafe

Hubertus Borck
Thriller
375 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Mord im Namen der Umwelt

Klappentext:
Bei einem Brand im Müllkeller eines Hochhauses kommt eine Frau ums Leben. So verzweifelt sie auch versucht zu entkommen, die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Kurz vor ihrem qualvollen Tod entdeckt sie eine geheimnisvolle Botschaft über sich an der Decke: «Ich sehe, was du tust». Wenige Wochen später verbrennt ein erfolgreicher Rechtsanwalt in einem Bordell auf der Reeperbahn, eingesperrt in einem Käfig. Beide Brände scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, doch dann entdecken Hauptkommissarin Franka Erdmann und Alpay Eloğlu vom LKA Hamburg eine besorgniserregende Spur. Wurden die Feuer absichtlich gelegt, um Menschen im Namen der Umwelt zu bestrafen? Dann könnte es jede und jeden treffen. Die fieberhafte Suche nach dem Täter beginnt, oder ist gleich eine ganze Gruppe für diese Bestrafungen verantwortlich? Und während die Soko hoch konzentriert ermittelt, wird schon das nächste Feuer entfacht. Werden Franka und Alpay die Flammen aufhalten können, bevor ein weiteres Opfer verbrennt?

„Die Strafe“ von Hubertus Borck ist der 3. Band der Franka Erdmann und Alpay Eloğlu Reihe.

Der Handlungsort ist Hamburg. Die zwei Ermittler sind Franka Erdmann, Hauptkommissarin beim LKA Hamburg. Wenn Franka ermittelt, verbeißt sie sich in die Fälle. Lässt nicht locker bis der Täter gefunden ist. Dabei verbringt sie auch die eine oder andere Nacht im Büro.
Und Alpay Eloğlu, er ist noch ganz am Anfang seiner Laufbahn. Auch er ist mit vollem Einsatz bei den Ermittlungen dabei. Mit der barschen Art seiner Vorgesetzten Franka tut er sich manchmal schwer.

Bei einem Brand kommt eine alleinerziehende Mutter ums Leben. Trotz aller Versuche hat sie es nicht mehr aus dem Müllkeller geschafft.
Bei einem weiteren Brand kommt ein Rechtsanwalt in einem Bordell bei einem Brand ums Leben. Zwischen den Bränden scheint es kein Zusammenhang zu geben.
Bei näherer Betrachtung kommt zutage, dass das erste Opfer illegal Müll entsorgt hat und das zweite Opfer Rechtsanwalt eines Chemieunternehmen ist.
War es in beiden Fällen doch Mord, Mord im Namen der Umwelt?
Wenn ja, besteht die Gefahr, dass es noch mehr Opfer gibt und das hinter den Bränden eine Organisation steckt.
Franka Erdmann und Alpay Eloğlu ermitteln auf Hochtouren den die Zeit rennt ihnen davon.

Hubertus Borck hat für diesen Krimi ein sehr aktuelles Thema ausgewählt.
Der Autor baut schnell Spannung auf und lässt das Geschehen in einem ordentlichen Tempo voranschreiten.
Seine Ermittler gefallen mir gut. Es sieht aus als wären sie völlig gegensätzlich aber das stimmt nicht. Sie liefern sich immer wieder Wortgefechte und bei dem Schlagabtausch kommen auch immer einmal etwas aus ihrem Privatleben zutage.
Ich folge den beiden Ermittlern gerne bei ihrer Arbeit. Sie sind mir schnell sympathisch gewesen.
Der Autor hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil.
Für mich war es das erste Buch der Reihe. Ich denke ich werde die vorherigen Bände auch lesen und freue mich natürlich über weitere Bände.

Rot. Blut. Tot.

Anne Nørdby
Thriller
503 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannender Thriller aus Dänemark

Ein grausamer Mord.
Eine entstellte Leiche.
Ein aus der Haft entlassener Mörder.
Nach 31 Jahren wird der Mörder Hans Erik Rask aus der Haft entlassen.
Er wurde einst „Wolf von Møn“ genannt.
Seit der Mörder wieder auf freiem Fuß ist tauchen Leichen mit einem brutal auseinandergerissenen Kiefer auf.

Die Bewohner der Insel Møn geraden in Panik und setzten die Ermittler unter Druck.
Kirsten Vinther, Jesper Bæk und die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen sind die Ermittler in diesem Fall.
Dabei müssen sie den alten Mordfall noch einmal unter die Lupe nehmen um Gemeinsamkeiten der Opfer zu finden.

Rot. Blut. Tot. Ist der 2. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch das es wirklich verdient im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.

Die Super- Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super- Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise über die Schultern zu schauen war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden Spüren.

Jesper Bæk ist noch nicht so lange im Team. Er kommt aus eine kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir durchaus gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend.
Es gibt mehrere Leichen bei denen der Kiefer auseinandergerissen wurde.
Die Ermittler sind sich sicher, dass die Morde zusammenhängen und wahrscheinlich auch mit dem Mord an einem Mädchen vor 31 Jahren zu tun haben.
Damals wurde der Täter verurteilt und ist jetzt aus der Haft entlassen.
Interessant sind auch die nordischen Mythen die in die Geschichte eingebunden werden.

Es gibt immer wieder Rückblenden in das Jahr 1990 in dem der Mord an der kleinen Line geschah.
Auch ist man manchmal in den Gedanken des entlassenen Mörders der sich nur Nummer 25 nennt und der das Gefühl hat, dass ein Wolf in ihm steckt.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller was Spannung angeht alle Register gezogen. Ich denke das kann man kaum überbieten.
Immer wenn die Ermittler dem Täter ganz nah waren gab es eine neue Wendung und sie mussten ihre Ermittlungsergebnisse neu sortieren.
So blieb die Spannung wirklich bis zum Ende erhalten.

„Rot. Blut. Tot“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.