Au revoir und tschüss

Gudrun Lochte
Roman
320 Seiten
erschienen im VANI Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Eine Reise zum eigenen Ich

Klappentext:
Caro spürt, dass sie etwas ändern muss. Ihre Ehe ist erstarrt, der Alltag vorhersehbar und sie hat sich selbst aus den Augen verloren. Kurz entschlossen reist sie allein nach Südfrankreich und trifft damit eine Entscheidung, die alles ins Wanken bringt.
Zwischen warmem Licht, neuen Begegnungen und einer unerwarteten Verbindung beginnt für sie eine Reise zu sich selbst. Doch zwischen Sehnsucht, Schuld und dem Wunsch nach Veränderung steht sie vor der Frage, wie viel Mut es braucht, um wirklich glücklich zu sein.

„Au revoir und tschüss“ ist ein Roman über die Selbstfindung und Neuanfänge von Gudrun Lochte.

Im Mittelpunkt steht Caro. Sie ist Mitte 40, hat Mann und zwei Söhne, doch ihr Leben scheint festgefahren zu sein. Ihr Mann scheint sie nicht mehr zu bemerken. Ihr Gesagtes registriert er entweder nicht oder versucht, ihr seinen eigenen Willen aufzudrücken.

Caro muss raus, und so meldet sie sich zu einem Sprachkurs in Südfrankreich an. Schon länger hegt sie den Wunsch, ihre Französischkenntnisse zu verbessern.
Nach einem Zwischenstopp in Paris kommt Caro im südfranzösischen Uzès an. Neue Eindrücke und neue Bekanntschaften helfen Caro, auf andere Gedanken zu kommen, ihr Leben zu reflektieren und zu sich selbst zu kommen.

Gudrun Lochte erzählt die Geschichte ruhig und doch fesselnd.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mir ist Caro schnell sympathisch gewesen. Sie ist in einem Alter, in dem man schon einmal hinterfragt, ob es so weitergehen soll oder ob da noch mehr auf einen wartet.
Man erlebt beim Lesen eine Veränderung bei Caro. Es ist, als ob sie sich langsam aufrichtet, was mir gut gefallen hat.
Ihr Mann Holger hingegen ist mir nicht sonderlich sympathisch. Er machte auf mich einen egoistischen Eindruck und ist selbstverliebt.

Die Autorin beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich.
Uzès mit seinen schönen Plätzen und dem Markt hätte ich auch gerne besucht.

Der Schreibstil von Gudrun Lochte ist flüssig und gut verständlich. Ich wurde schnell in die Geschichte hineingezogen.

„Au revoir und tschüss“ ist ein wunderbarer Sommerroman über das Leben, Selbstfindung und Neuanfang.


Bonjour Agneta

Emma Hamberg
Roman
399 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Der ideale Urlaubsroman

Klappentext:
Agneta reicht es. Sie ist 49 und fühlt sich, als ob das Leben an ihr vorbeizieht. Ihre Kinder melden sich nur, wenn sie Geld brauchen, für die Kollegen ist sie unsichtbar und ihren Mann Magnus sieht sie neuerdings nur noch in Radlershorts oder Neoprenanzug. Weißbrot, Käse, Wein – strengstens VERBOTEN. Also alles, was Agneta liebt und seit Neuestem hinter dem Kühlschrank versteckt.

Als sie eines Tages eine seltsame Zeitungsanzeige entdeckt, fasst sie einen Entschluss. Kurz darauf findet Agneta sich in einem malerischen Städtchen in der Provence wieder. Es beginnt ein Abenteuer, in dem sie endlich die Liebe zu sich selbst entdeckt und vielleicht auch die zu einem anderen Mann.

„Bonjour Agneta“ Emma Hamberg ist ein Roman über Selbstreflexion und Neuerfindung.

Im Mittelpunkt steht die 49-jährige Agneta. Ihr wird zu Hause alles zufiel, sie fühlt sich nicht mehr wahrgenommen.
Gerne sitzt sie gemütlich auf dem Sofa. Sie isst gerne Käse und trinkt ein Glas Wein. Doch ihr Mann ist im Fitnesswahn und alles schönen Dinge sind verboten.
Agneta will aus ihrer Welt ausbrechen und bewirbt sich spontan auf eine Stelle als Au-pair in der Provence.
Ihr Mann prophezeit ihr, dass sie das nicht lange durchsteht. Schließlich spricht sie kein Französisch.
Als sie in Frankreich ankommt, ist es auch nicht einfach sich zurechtzufinden. Ihre Französischkenntnisse sind spärlich.
Dann erfährt sie auch noch, dass sie einen 80-jährigen, dementen Mann betreuen soll. Das einzig Gute ist, Einar spricht Schwedisch.
Als der erste Schreck überwunden ist, nimmt Agneta die Herausforderung an.

„Bonjour Agneta“ ist ein Roman über Selbstreflexion und Neuerfindung.
Emma Hamberg erzählt die Geschichte mit viel Gefühl und mit Humor.
Agneta ist mir schnell sympathisch gewesen und ich habe sie gerne bei ihrem Abenteuer begleitet.
Agneta durchlebt eine große Entwicklung in der Geschichte. Am Anfang ist sie eine Frau in den mittleren Jahren die an sich Zweifelt. Agneta hatte das Gefühl, ob privat oder beruflich nicht mehr wahrgenommen zu werden.
In der Provence ist sie auf sich alleine gestellt. Ohne viel Sprachkenntnisse muss sie sich durchschlagen. Die Betreuung von Einar ist auch nicht einfach. Er steht Agneta recht ablehnend gegenüber.
Doch nach und nach findet Agneta einen Zugang zu Einar und er erzählt ihr seine Lebensgeschichtliche.

Auch Einar wurde mir während der Geschichte immer sympathischer. Seine Lebens- und Liebesgeschichte hat mich berührt. Besonders fand ich, dass Einar immer nur das Positive aus allen Ereignissen gezogen hat.

Ganz nebenbei vermittelt die Autorin auch das französische Lebensgefühl. Es wird gemeinsam gekocht, gegessen und getrunken.

Der Schreibstil von Emma Hamberg ist flüssig und gut verständlich. Auch wenn der Roman seine traurigen Stellen hat, sprüht die Geschichte doch vor Lebensfreude.

„Bonjour Agneta“ ist der ideale Sommerroman und ein guter Begleiter für den Urlaub.