Schwesternland

Katharina Fuchs
Roman
478 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Auftakt einer großen Familiensaga

„Schwesterland“ ist der 1. Band der Schwesternreihe von Katharina Fuchs.
Die Autorin hat mich schon mit einigen Romanen begeistert, auf diese Reihe, in der 4 Schwestern im Mittelpunkt stehen bin ich besonders gespannt.

Es geht um die vier Schwestern Antonia, Chiara, Elisa und Lucia. In jedem Band wird einen der Schwestern in den Vordergrund rücken.
Nach dem frühen Tod des Vaters, ist die Verbindung der Schwestern nicht mehr so wie sie war.

Zum 100. Geburtstag der Großmutter, treffen sich alle im Ferienhaus im Havelland. Das Schwesternland, wie die vier es gerne nennen. Hier haben die Geschwister viele schöne Sommer verbracht und so kommen auch wieder Erinnerungen auf.

Die Großmutter hat zum Geburtstag ein Ahnengutachten bekommen. Eine Person erregt besonders die Aufmerksamkeit von Antonia. Die junge Hugenottin Jeanne Beauvais, Tochter eines Seidenhändlers aus dem 17. Jahrhundert. Nach dem Jeanne alles verloren hatte, muss sie in Berlin-Brandenburg ganz von vorne anfangen. Antonia ist von Jeanne fasziniert und folgt ihren Spuren zurück ins 17. Jahrhundert.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Einmal die Gegenwart, der Geburtstag der Großmutter und das Havelland. Nach einiger Zeit, folgen die Leser*innen Antonia bei der Suche nach der Vergangenheit von Jeanne Beauvais.

Die zweite Zeitebenen führt zurück ins 17. Jahrhundert und die Leser*innen lernen Jeanne leibhaftig kennen. Die Geschichte erzählt, das Leben von Jeanne, wie sie alles verlor.

Katharina Fuchs erzählt in ihrem neuen Roman eine Familiengeschichte über mehrere Generationen.
Mich hat sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit fasziniert.
Antonia ist eine tolle Protagonistin, die ich schnell ins Herz geschlossen habe. Mit großem Elan geht sie an die Nachforschung über ihre Ahnin.

Der Handlungsstrang in dem Jeanne Beauvais eine große Rolle spielt hat mich besonders gefesselt. Als König Ludwig XIV. auf brutale Weise gegen die Hugenotten vorgeht und diese gezwungen werden zum katholischen Glauben überzutreten, sieht die Familie Beauvais, Mutter, Vater und vier Kinder keinen anderen Ausweg als Frankreich zu verlassen. Ihr Weg führt sie nach Preußen, wo König Friedrich Wilhelm I. die Hugenotten mit vielen Versprechen anlockt.

Das 17. Jahrhundert wird gut und glaubwürdig widergespiegelt. Die Brutalität, mit der die Hugenotten gezwungen werden, den Glauben zu wechseln hat mich erschüttert. Aber sind die Kämpfe im Namen des Glaubens nicht immer die brutalsten?

Katharina Fuchs erzählt die Geschichte von Antonia und vor allem die Geschichte von Jeanne sehr eindringlich und fesselnd. Im Laufe der Geschichte verflechten sich die beiden Handlungsstränge immer mehr.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ich bin nach wenigen Seiten wieder einmal tief eine Geschichte eingetaucht und habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

„Schwesternland“ ist der Auftakt zu einer ganz großen Familiensaga. Ich bin jetzt schon sehr auf den 2. Band gespannt.