Ein Zuhause im Frühling

Julie Caplin
Roman
426 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Christiane Steen
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Die Londoner Illustratorin Ella braucht dringend eine Auszeit, von ihrem aufreibenden Großstadtleben, von ihrer On-Off-Beziehung und von ihrer künstlerischen Krise. Zum Glück kann sie für ein halbes Jahr das kleine Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave hüten. Hier in der englischen Countryside versucht Ella zu sich zu finden.
Allerdings hat sie die Rechnung ohne die quirligen Dorfbewohner gemacht. Auch von einem vierbeinigen Mitbewohner im Cottage war nicht die Rede, aber die schwarze Labradorhündin Tess hält Ella ziemlich auf Trab. Und leider merkt der grummelige Dorftierarzt Devon sofort, dass sie eigentlich keine Ahnung von Hunden hat. Doch bei ausgiebigen Spaziergängen entdecken die beiden, dass sie mehr gemeinsam haben als erwartet.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist der 1. Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ella. Sie nimmt sich eine Auszeit und reist nach Wilsgrave, dort hütet sie für 6 Monate das Cottage ihrer Patentante.
Hier will Ella zur Ruhe kommen und zu sich selbst finden. Von der quirligen Labradorhündin hat Ella allerdings nichts gewusst. Sie kennt sich mit Hunden zwar nicht aus, aber so schwierig kann das nichts ein. Das spürt auch schnell der mürrische Dorftierarzt Devon. Ist Devon wirklich so mürrisch? Bei gemeinsamen Spaziergängen gibt Ella sich allerdings genauso mürrisch. Bis Devon und Ella sich nach einiger Zeit annähern. Auch die Hündin Tessa und Ella werden Freunde.

Julie Caplin spinnt das bekannte Muster, eine Protagonistin sucht eine Auszeit und in der neuen Umgebung jemanden kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nähern sich die Personen an.
Die Autorin erzählt die Geschichte allerdings auf eine ganz bezaubernde Art und Weise.
Die Charaktere sind gut beschrieben und lebendig. Mir ist Ella schnell ans Herz gewachsen.
Auch Devon ist mir schnell sympathisch geworden, trotz seiner mürrischen Art.

Die Beschreibung des Handlungsort Wilsgrave ist gut gelungen. Ich konnte mir das Ort mit seinen quirligen Dorfbewohnern gut vorstellen.

Julie Caplin erzählt die Geschichte aus den Perspektiven von Ella und Devon im Wechsel. Dabei kommt man den Charakteren recht nahe und bekommt auch die stillen Gedanken mit.

Julie Caplin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie erzeugt eine schöne Atmosphäre, auch wenn Ella zu Beginn manchmal etwas traurig ist.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist für mich ein echter Wohlfühlroman. Ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band „Ein Wiedersehen im Sommer“ der schon im Mai erscheinen soll.

Louisenstraße 13 – Schröders Herzgefühl

Petra Teufl
Roman
229 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Petra Teufl für das Rezensionsexemplar

Das Haus in der Louisenstraße

Klappentext:
Robert Schröders Konzept als Lagerist die Erinnerungsstücke Fremder zu bewahren, funktioniert nicht mehr.
Seit er sich wieder an die eigene schmerzhafte Vergangenheit erinnert, dringen die Geschichten hinter den Objekten zunehmend in seinen Alltag ein. Das wird ihm eindeutig zu viel.
Ein Unfall zwingt ihn zum Nachdenken. Sollte er in Rente gehen?
Und was wird dann aus den zahllosen Geschichten, die er verwahrt?
Bei der Suchen nach Antworten findet er unerwartete Unterstützung in der Hausgemeinschaft und bei seiner neuen Bekannten Hedwig Doblinger.
Währenddessen nehmen um ihn herum kleine und große Dramen ihren Lauf: Schröder selbst droht das Haus an den Immobilienmarkler Hecht zu verlieren, Julia gerät an eine Betrügerin, Alex hilft einer jungen Musikerin, ihren Vater zu finden, und Patrick versucht, seine Fehler zu bereinigen.

„Louisenstraße 13 – Schröders Herzgefühl“ von Petra Teufl ist der 3. Band der Trilogie rund um das Haus in der Louisenstraße 13 und seine Bewohner.

Ich habe mich sehr gefreut endlich wieder in der Louisenstraße 13 zu Besuch zu sein und die Bewohner zu treffen.
Und es ist auch wieder viel los in der Louisenstraße 13.

Robert Schröder und seine Geschichten, die er in seinem Laden verwahrt habe ich ja schon gut kennen uns Lieben gelernt.
Doch jetzt ist es seine eigene Geschichte die ihn schmerzt. Unterstützung bekommt Schröder durch die Bewohner der Louisenstraße 13. Wie meist stehen sie fest zusammen.
Aber Schröder steht kurz davor sein Haus zu verlieren.

Petra Teufl hat großartige Charaktere erschaffen, die ich gerne durch die Geschichte begleitet habe. Sie wirken lebendig und sympathisch.

Die Geschichte wird von der Autorin wieder mit viel Gefühl erzählt.
Die feine Sprache, die die Petra Teufl nutzt, macht das Lesen zu einer wahren Freude.

Petra Teufl hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie versteht es sehr gut, ihre Leser*innen mit Spannung durch die Geschichte zu führen.

„Louisenstraße 13 – Schröders Herzgefühl“ ist jetzt das Ende der Geschichten aus der Louisenstraße 13. Mit etwas Wehmut klappe ich den Buchdeckel zu. Ich bin aber sicher, dass Petra Teufl ihre Leser*innen bald schon mit neuen Geschichten überraschen wird.

Die Löwin vom Tafelberg

Inès Keerl
Historischer Roman
445 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Historischer Roman mit vielen realen Persönlichkeiten

Klappentext:
1662: Um einer Zwangsheirat zu entgehen, begibt sich die junge Catharina Ustings von Lübeck aus auf eine abenteuerliche Reise. Als Mann verkleidet, versteckt sie sich auf einem Schiff der Vereinigten Ostindischen Kompanie und gelangt ans Kap der Guten Hoffnung. Doch in der brutalen Männerwelt der ersten Siedlungsjahre Kapstadts muss sie ihren Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung fortsetzen, an der Seite starker Frauen wie Krotoa, die als Urmutter Südafrikas und Begründerin der Sprache Afrikaans gilt, aber auch getragen von der Liebe.

„Die Löwin vom Tafelberg-Catharina Ustings kühner Weg in die Freiheit“ von Inès Keerl, ist der 1. Band der Reihe Catharina Ustings.
Nachdem ich den 2. Band „Die Frauen vom Tafelberg“ schon gelesen habe, musste ich unbedingt wissen, wie alles begann.

Catharina Ustings war mir, da ich ja den 2. Band schon gelesen habe bekannt. Catharina flieht in diesem Band vor eine Zwangsheirat. Sie begibt sich heimlich, als Mann verkleidet auf ein Schiff und kommt am Kap der Guten Hoffnung an. Doch auch hier landet Catharina in einer Männerwelt. Sie lernt Krota kennen, eine starke Frau, die als Urmutter Südafrikas gilt. Mit Krota an der Seite kämpft Catharina für ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung.

Catharina Ustings hat mir auf Anhieb gefallen. Sie ist eine mutige und starke Frau, die nichts anderes will als ihr Recht auf Selbstbestimmung. Ein fast unmöglicher Wunsch in dieser von Männern beherrschten Zeit. So grenzt das, was Catharina erleben muss, schon an Brutalität.
Krotoa, ist eine südafrikanische Ureinwohnerin und die Begründerin der Sprache Afrikaans. Ich finde Krotoa bereichert die Geschichte sehr. Ich bin froh, dass ich diese Frau kennenlernen durfte.

Inès Keerl beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich. Vor allem die ersten Siedlungsjahre Südafrikas, fand ich interessant.

Die Charaktere, die zum großen Teil historisch belegt sind, werden authentisch durch die Geschichte geführt.
Die fiktiven Personen sind gekonnt in die Geschichte integriert.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten kaum noch aus der Hand legen.

Inès Keerl webt in dieser Geschichte Realität und Fiktion so fein zusammen, dass ein großes Ganzes entsteht, was nicht mehr zu trennen ist.

„Die Löwin vom Tafelberg-Catharina Ustings kühner Weg in die Freiheit“
ist die Art von historischem Roman, die ich besonders liebe. Ich habe die Geschichte mit großer Freude gelesen und werde sie bestimmt lange im Gedächtnis behalten.

Chasing our forever

Sofia Kus
Roman
436 Seiten
erschienen bei heartlines
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an heartlines für das Rezensionsexemplar

Wenn Liebe und Religion nicht kompatibel sind

Klappentext:
Riley und Zayn kennen sich nur flüchtig, als sie eines Abends ein Gespräch führen, das die ganze Nacht anhält. Die immer tiefer werdenden Gefühle füreinander verändern nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ihr gesamtes Leben. Zayn respektiert als pakistanischer Moslem die Traditionen seiner Familie und weiß, dass die Regeln der westlich erzogenen Riley allem widersprechen, was ihm beigebracht wurde. Obwohl Riley mit Schatten kämpft, die manchmal größer sind als sie selbst, ist sie stark, sieht direkt in Zayns Herz und glaubt an eine gemeinsame Zukunft. Bis sie von Zayns Geheimnis erfährt, das er mit aller Macht für sich behalten wollte.

„Chasing our forever“ von Sofia Kus, ist ein True-Fiction-Roman und gehört zu der Reihe Based on a true Story, die bei heartlines veröffentlicht wird.
Diese Geschichte basiert auf der Liebesgeschichte von Roxanne und Abdul. Roxanne ist mir von ihrem PostCast Roxys PodCast bekannt und somit war ich auf diese Geschichte sehr gespannt.

Die Charaktere Riley und Zayn waren mir auch schnell sympathisch. Die religiösen und kulturellen Unterschiede der beiden Personen wurden in der Geschichte auch gut vermittelt.
Riley studiert und lebt bei ihren Eltern. Sie leidet unter psychischen Problemen wie Verlustängste und Panikattacken. Die hat sie zurzeit im Griff. Dabei hat ihr, der PodCast, zu dem sie ihr Vater ermutigt hat, geholfen. Mittlerweile ist Rileys PodCast recht erfolgreich und sie bekommt immer wieder Anfragen für Interviews und Moderationen (wie auch Roxy im echten Leben).
Über Religion hat Riley sich noch nie viel Gedanken gemacht.

Auch Zayn lebt bei seinen Eltern. Er ist in Deutschland geboren, seine Wurzeln liegen in Pakistan. Seine Eltern achten sehr auf die heimische Kultur und auf die Religion. Auch Zayn ist gläubiger Moslem und hält sich an die Regeln, wie kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken. Das Freitagsgebet besucht Zayn aber nicht so regelmäßig, zum Verdruss seines Vaters.

Riley und Zayn kennen sich schon länger aus dem Freundeskreis. Mehr als ein paar Worte haben sie allerdings noch nicht gewechselt.
Als Riley eines abends in sein Taxi steigt, fühlen sich beide magisch angezogen. Sie unterhalten sich fast die ganze Nacht.
So beginnt ihre engere Beziehung und so soll es auch lange bleiben. Gestohlene Abende im Auto oder auf einer Lichtung im Wald. Zayns Eltern dürfen nichts von Riley erfahren. Sie ist keine Pakistani und keine Muslima.
Riley hat Verständnis dafür will Zayn Zeit geben, obwohl das Versteckspielen nicht so ihr Ding ist. Doch als sie das Geheimnis von Zayn erfährt, droht die Beziehung zu zerbrechen.

Sofia Kus bring auch den Leser*innen, die sich mit der Religion des Islams nicht auskennen, diese näher. Mit der Zeit habe ich die Kultur und die Religion von Zayn gut verstanden. Was für uns aussieht, wie Fesseln, die man schnellstmöglich ablegen möchte, hat für andere Menschen einen hohen Stellenwert und gibt diesen Halt. Gerade wenn sie sich in einem fremden Land befinden, ist es ein Stück Heimat.
Auch die Zerrissenheit von Zayn wurde mir beim Lesen gut vermittelt. Als Kind, egal wie alt man ist, verlässt man nicht einfach das Elternhaus. Erst mit der Hochzeit kann man ein eigenständiges Leben führen. Auch spielt der Respekt vor den Eltern eine große Rolle.

Bei Riley hat mir ihr großes Verständnis gefallen. Den wie im Buch oft erwähnt, Liebe sollte keinen Halt vor Religion oder Hautfarbe machen. Wir sind doch alles Menschen.

Sofia Kus erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Ich war schnell gefangen und wollte das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Die Autorin vermittelt die Gefühle und das damit Verbundene Gefühlschaos ihrer Charaktere sehr gut.
Das einzig negative, was ich zu Sofia Kus Schreibstil sagen kann, ist, der Zeitraum in der die Geschichte spielt ist eher kurzgehalten. Das geht wird den vielen Jahren von Roxys und Abduls Geschichte nicht gerecht.
Auch die sich immer wieder sich wiederholenden Beschreibungen von Zayn und Riley wurden mir manchmal etwas zu viel.
Das ist allerdings meine rein persönliche Ansicht.

Für mich war „Chasing our forever“ eine wundervolle Liebesgeschichte, die mich manchmal zum Nachdenken angeregt hat.

Amok Alarm

Uli Black
Roman
293 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Uli Black für das Rezensionsexemplar

Sehr authentisch erzählte Geschichte

Klappentext:
H.C. Nachtnebel ist sechzehn, ein Mathegenie, ein Basketball-Ass und nach einem Verlust tief traumatisiert. Zwischen Leistungsdruck und Identitätssuche, Nähe und Rückzug, depressiven Episoden und Hochstimmung, versucht er, seinen Platz zu finden.
Als Keira auftaucht unangepasst, direkt, faszinierend, fühlt sich H.C. zum ersten Mal gesehen und geliebt, aber anders als von seinen Eltern. Doch was wie Rettung aussieht, wird schnell zum weiteren Riss im fragilen Gefüge seiner Welt. Von allen im Stich gelassen, gibt es für ihn nur noch einen Ausweg.

„Amok Alarm“ von ist ein Coming-of-Age-Roman von Uli Black.

Oft merkt man erst, was in einer Person vorgeht, wenn es zu spät ist. Dann heißt es, die Person war unauffällig, ruhig und freundlich.
So auch hier der Protagonist H.C. Nachtnebel. Nach außen hin wirkt H.C. eher ruhig, aber innerlich ist er explosiv wie eine Bombe. H.C. spielt sehr gut Basketball, hier kann er sein Trauma etwas kompensieren. Als sein Vorbild im Basketball stirbt, fällt H.C. in ein tiefes Loch, muss sogar ins Krankenhaus. Doch die Depression und seine Panikattacken bleiben.
Sein einziger Lichtblick ist Keira. Von ihr fühlt er sich gesehen, ein Gefühl, das er bei seinen Eltern nicht hat. Doch auch Keira ist nicht der gewünschte Rettungsring.

Uli Black beschreibt seinen Protagonisten H.C. Nachtnebel so authentisch, dass man denken könnte, er würde ihn wirklich kennen. H.C. wirkt lebendig und wie aus dem echten Leben entsprungen.
Die Gefühle und die Hilferufe von H.C. kommen gut zu den Leser*innen durch. Er ist ein junger Mensch mitten in der Pubertät, der dringend Hilfe bracht, aber es sieht niemand.

Der Autor behandelt in seiner Geschichte Themen wie Verlustängste, Traumatisierung, Überforderung, Wut und Gewalt.

Der Schreibstil von Uli Black ist flüssig und gut verständlich, die Sprache hat er dem Alter des Protagonisten hervorragend angepasst.

„Amok Alarm“ ist ein Roman, der mich sehr bewegt hat.

Bambino

Marco Balzano
Roman
242 Seiten
Übersetzt aus dem Italienischen von Peter Klöss
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Triest im Wandel der Zeit

Klappentext:
Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.

„Bambino“ von Marco Balzano führt die Leser*innen nach Triest in das Jahr 1920 und in die Zeit des 2. Weltkriegs.

Mattia Gregori wird Bambino genannt. So harmlos wie das klingt ist er aber nicht. Er ist eher aggressiv und hat so gut wie keine Freunde. Sein Vater ist Uhrmacher und rät Mattia eine Uhrmacherlehre zu machen. Doch Mattia hält sich lieber mit Diebstahl über Wasser. Schließlich landet er bei den italienischen Faschisten, die gegen die Kommunisten kämpfen und auf die Slowenen losgehen.
Ganz verloren ist er, als im seinen Mutter Donatella kurz vor ihm Tod verkündet, dass sie nicht seine leibliche Mutter ist.

Marco Balzano schildert das Leben von Mattia Gregori sehr interessant. Dabei erzählt der Autor auch eine Zeitgeschichte, die mir vorher nicht so bekannt war.
Die Charaktere werden von Marco Balzano stark herausgestellt. Mattia Gregori ist unsympathisch aber eine interessante Figur, die uns durch ein Stück europäische Geschichte führt.

Marco Balzano erzählt die Geschichte wie von ihm gewohnt mit starken Worten. Man wird richtig in die Geschichte hineingezogen.

„Bambino“ ist ein interessanter Roman der sich fast wie eine Biografie liest.

Wer am Ende übrig bleibt

Mark Flemming
Roman
476 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend wie ein Thriller

Klappentext:
Nach Jahren trifft Anne, eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, ihre ehemaligen Mitbewohner Sven, Merle und Paulina wieder. Um dem damaligen Fünften im Bunde, dem kürzlich verstorbenen Ruben, die letzte Ehre zu erweisen, brechen sie zu einer gemeinsamen Reise durch die Ostsee auf.
Doch der Segeltörn gerät schon bald zum Desaster.
Anne hütet ein dunkles Geheimnis und droht darüber beinahe den Verstand zu verlieren: Sie ist verantwortlich für Rubens Tod und will ihre Schuld ein für alle Mal loswerden. Doch auch unter den anderen herrscht Anspannung: Lange verdrängte Gefühle kommen wieder hoch, Rivalitäten, Eifersüchteleien und Streit kratzen am fragilen Zusammenhalt der Gruppe.
Eine Flaute, zur Neige gehende Treibstoffvorräte und eine Beinahekollision mit einem Tanker lassen die Stimmung an Bord vollends kippen. Ohne die Möglichkeit zu entkommen, sind die Segelnden einander gnadenlos ausgeliefert. Wer kann wem noch trauen? Schon bald ist klar: Nicht alle werden von dem Segeltörn lebend zurückkehren. Und auch für die Überlebenden ist der Albtraum noch lange nicht vorbei.

„Wer am Ende übrig bleibt“, ist ein spannender Roman von Mark Flemming.
Ich würde das Buch eher im Genre Thriller ansiedeln.
Anne trifft nach Jahren ihre früheren Mitbewohner wieder. Einer ist kürzlich verstorben und in Gedenken an Ruben begeben sie sich auf einen Segelturn, der ein verhängnisvolles Ende findet.

Mark Flemming hat interessante und recht unterschiedliche Charaktere entworfen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Anne erzählt, einer Unternehmensberaterin und frühere Mitbewohnerin der Clique. Anne fühlt sich schuldig am Tod von Ruben. Ihre Gedanken führen immer wieder zurück zu der Zeit als die Freunde zusammengewohnt haben. So erfahren die Leser*innen einiges aus der Zeit und von dem Zusammenleben der Clique. Schnell wird aber auch klar, dass man den Gedanken von Anne nicht immer Glauben schenken kann.
Zwischen den Kapiteln kommen immer wieder Auszüge aus einer Gerichtsverhandlung. Angeklagt ist Anne. Somit ist klar, Anne hat den Segelturn überlebt, aber was ist mit den anderen passiert.

Mark Flemming baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Dabei spielt er mit der Psyche der Leser*innen. Die Atmosphäre hat etwas Dunkles und Geheimnisvolles.
Der Schreibstil von Mark Flemming ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.

„Wer am Ende übrig bleibt“, ist ein Roman so spannend wie ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Pleiten, Pech & Papa

Kristina Hortenbach
Roman
394 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Tolle Geschichte mit viel Humor

Klappentext:
Was tun, wenn der 83-jährige Vater bei einem einzieht, mitsamt seinen Excel-Dateien, Bofrost-Katalogen und jeder Menge skurriler Angewohnheiten? Genau das fragt sich Apothekerin Carmen, als ihr Vater Heinz nach einer Hochwasserkatastrophe bei ihr und ihrem Partner Frank vor der Tür steht. Prompt wirbelt Heinz ihren Alltag durcheinander und findet per Zufall seine erste Liebe wieder. Hilde, ihr Zwergpudel Sherry und Heinz vertreiben nicht nur Frank, sie haben auch ganz genaue Pläne für die Zukunft. Während Heinz sich für einen Marathon anmeldet, versucht Carmen herauszufinden, was sie eigentlich vom Leben will. Bis ein Klassentreffen ungeahnte Überraschungen bringt, auch in Sachen Liebe.

„Pleiten, Pech & Papa“ ist ein humorvoller Roman von Kristina Hortenbach.
Schon der Titel und das Cover, lassen darauf schließen, dass es sich um eine humorvolle Geschichte handelt. Beim Lesen habe ich auch oft Schmunzeln und manchmal auch laut Lachen müssen.

Heinz ist 83 Jahre und wegen einem Hochwasser muss er sein Heim verlassen. Er packt das Wichtigste zusammen und steht bei seiner Tochter Carmen und ihrem Partner vor der Tür.
Für Carmen ist die Beherbergung ihres Vaters keine leichte Aufgabe. Heinz kann nicht verstehen, wie Carmen ohne Gefrierschrank überleben kann. Gehört doch zu seinem wichtigsten Gepäck auch der Bofrost Katalog.
Diese und viele weitere skurrile und lustige Szenen finden sich im Roman.

Kristina Hortenbach hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Der etwas verschrobenen Heinz ist einfach köstlich. Zu seinen wichtigsten Habseligkeiten zählen außer seinen Medikamenten noch diverse Exceltabellen und er Bofrost Katalog. Jeder hat andere Prioritäten. Seine Tochter Carmen und ihr Partner sind auch gut getroffen. Carmen hat auch ihre Probleme. Hitzewallungen, Unzufriedenheit bei der Arbeit und jetzt wird sie noch mit den Ideen ihres Vaters konfrontiert.
Bei allem Humor, kann man doch spüren, wie sie sich fühlt und was für eine Aufgabe es ist ihren Vater bei sich wohnen zu haben.

Kristina Hortenbach erzählt die Geschichte mit viel Humor, aber auch mit einem wachsamen Auge auf die ältere Generation. Die Autorin setzt den Humor großartig ein, ich musste oft Schmunzeln.

Der Schreibstil von Kristina Hortenbach ist herrlich erfrischend, flüssig und gut verständlich.

„Pleiten, Pech & Papa“ ist ein toller Roman der bei den Leser*innen, die Lachmuskeln strapaziert.

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

Alena Schröder
Roman
328 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Eine Familiengeschichte authentisch und tiefgründig erzählt

Klappentext:
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ Alena Schröder, ist der 3. Roman, der sich mehr oder weniger mit der Familie Borowski beschäftigt.
Im 1. Band „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat man Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennengelernt. Hier bekommt Evelyn einen Brief aus Israel, in dem sie als Erbin eines im Krieg geraubten Gemäldes genannt wird. Hannah macht sich daran, Nachforschungen anzustellen.
Im 2. Band „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lernt man Silvia, die Tochter von Evelyn kennen, die im 1. Und 3. Band schon verstorben ist. Hier wird das Leben von Dr. Evelyn Borowski erzählt und von Silvia, die sich immer ungeliebt fühlte.
Im 3. Band „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist nun auch Evelyn verstorben und Hannah bekommt plötzlich Besuch von ihrem Vater, den sie nicht kennt. Des Weiteren geht es zurück in die Vergangenheit und es wird die Geschichte von Marlene erzählt, die als 14-järiges Mädchen von einer Malerin adoptiert wird.

Auch dieses Buch hat wieder einen außergewöhnlichen Titel, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen. Dazu kommt nach, dass mir die beiden anderen Bände von Alena Schröder sehr gut gefallen haben.

Es ist wieder eine Familiengeschichte, eigentlich sind es zwei Familiengeschichten, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Ich weiß nicht welcher Handlungsstrang mir besser gefallen hat. In der Gegenwart habe ich mich gefreut mehr über Hannah zu erfahren und mitzuerleben, wie sie damit umgeht, plötzlich ihrem Vater gegenüberzustehen.
In der Vergangenheit hat mich die Geschichte von Marlen gefesselt. Wie sie auf Wilma trifft die sie adoptiert hat und im Malen ausgebildet hat.

Alena Schröder hat mit dieser Geschichte eine sehr schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe veröffentlicht. Eigentlich steht jeder Roman für sich und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich habe es aber genossen, die drei Roman nacheinander zu lesen.

Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt, wirkten sehr lebendig und waren mir auch schnell sympathisch.
Der Schreibstil von Alena Schröder ist unkompliziert und flüssig.
Die Sprache ist vielschichtig, je nach Charakter, Situation und Zeit wandelt sie sich von flippig bis situiert.
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel““ ist wieder ein ganz besonderer Roman von Alena Schröder. Eine Familiengeschichte so authentisch, tiefgründig und unterhaltsam erzählt.
On man in einem weiteren Roman noch einmal auf Hannah trifft? Ich lasse mich überraschen.

Das Unwetter

Brit Bildøen
Roman
234 Seiten
erschienen im btb Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Frank Zuber
3 von 5 Sternen

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar

Hat mich nicht richtig überzeugt

Klappentext:
Ein abgelegenes Hotel in den norwegischen Bergen: Die Goldene Hochzeit der Eltern ist für Dorte und ihre zwei Geschwister Anlass für eine mehrtägige Familienfeier Ende Oktober. Doch ein dramatischer Dauerregen drückt auf die Stimmung, ein Bergrutsch hat zudem die Straße für die Rückfahrt blockiert. Als zwei Jäger im Hotel stranden, wird die Atmosphäre immer angespannter. Was hatten die beiden Männer bei diesem Unwetter vor, womöglich eine illegale Wolfsjagd? Und warum verhält sich der gutmütige Familienhund so merkwürdig, seit er die Jäger beschnüffelt hat? Im Laufe eines einzigen Abends spitzt sich die Lage zwischen allen Beteiligten dramatisch zu

„Das Unwetter“ von Brit Bildøen ist ein Roman mit einem spannenden Plot, der mich in der Umsetzung nicht richtig überzeugen konnte.

Das Szenario ist ein abgelegenes Hotel, in dem eine Familienfeier stattfindet. Ein Unwetter und ein Bergrutsch sorgen dafür, dass alle Straßen blockiert sind. Außer der Familie sind noch zwei mysteriöse Jäger im Hotel gestrandet. Es stellt sich die Frage, was hatten die Jäger vor. Und schon spitzt sich die Lage allmählich.

Die Charaktere sind mir nicht wirklich nahegekommen und waren mir auch nicht sehr sympathisch. Die Familie kam mir sehr oberflächlich vor, vor allem Dorte hat mich etwas genervt. Sie legte den Fokus nur auf die Familienfeier und die genau nach Plan laufenden Vorbereitungen. Zwischendurch hatte sie nur Gedanken für den Hotelbesitzer.

Auch wenn der Plot spannend klang, setzte bei mir keine Spannung ein. Als der Hund der Familie vergiftet wurde, da dachte ich kurz jetzt aber. Doch außer der etwas zu langen Beschreibung des Todes passierte nichts.

„Das Unwetter“ war für mich etwas enttäuschend, vielleicht liegt es daran, dass ich die letzte Zeit viele Bücher gelesen habe, bei denen ein einsamer und abgeschnittener Ort mit einem schrecklichen Szenario verknüpft wurde.

Das mich das Buch nicht fesseln konnte ist meine persönliche Meinung. Ich bin sicher, dass die Geschichte ihre Liebhaber finden wir.