Tot überm Weidezaun

Hedda Anders
Kriminalroman
254 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar


Humorvoller Krimi mit skurrilen Charakteren

Klappentext:
Kommissarin Wencke Dierksen will mit der Polizeiarbeit nichts mehr zu tun haben, so viel ist sicher. Sie ist ins beschauliche Sorum nahe Hamburg zurückgezogen und wohnt auf dem Bauernhof, den ihr Onkel ihr vererbt hat zusammen mit Alpaka Christopher, der eine echte Persönlichkeit ist. Hier will sie bleiben, bereit für einen neuen Lebensabschnitt.

Bis ihr ehemaliger Kollege Theo Kleist sie um Hilfe bittet: Es hat ein Verbrechen gegeben, versehentlich gefilmt von Dackel Bootsmann, der mal wieder mit dem Handy seines Besitzers auf Wanderschaft war. Eine leblose Hand im Bild lässt Schlimmstes befürchten. Ein Mord in Sorum?

Wencke Dierksen steigt in die Ermittlung ein, schließlich kennt sie hier jeden, mit ihr reden die Leute. Und zwischen verirrten Kiezlegenden und verräterischen Bio-Kisten stößt sie auf ungeheure Verwicklungen …

„Tot überm Weidezaun“ ist ein humorvoller Krimi Hedda Anders.
Wencke Dierksen lebt zufrieden mit ihrem Alpaka Christopher, auf einem alten Bauernhof, den sie von ihrem Onkel geerbt hat. Vom Polizeidienst will die frühere Kommissarin nichts wissen, bis ihr Kollege Theo Kleist ihre Hilfe braucht. Der Dackel Bootsmann, der seinem Herrschen gerne einmal das Handy klaut und damit herumsteunert hat, wie es aussieht ein Verbrechen gefilmt. So sieht es auf jeden Fall auf der Cloud aus, vom Dackel und vom Handy gibt es noch keine Spur. Auch wo der potenzielle Tatort liegt, ist noch unklar.

Hedda Anders hat für ihre Geschichte skurrile Charaktere erschaffen. Die frühere Kommissarin Wencke Dierksen gefällt mir gut. Sie ist schlagfertig, hat für alles eine Antwort. Das Alpaka Christopher ist ein eigener Charakter. Ich finde es recht humorvoll beschrieben, wie es so in der Wohnung herumsteht und wie es Wencke morgens weckt. Auch die anderen Charaktere sind gut getroffen und zum Teil skurril.

Die Beschreibung der Handlungsorte ist anschaulich, ich habe mich schnell in den Norden versetzt gefühlt. Der Dialekt der Einheimischen ist nicht immer leicht zu verstehen, gibt der Geschichte aber eine Authentizität.

Hedda Anders hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Sie baut Spannung auf und es gibt einige Wendungen, die den Leser*innen das Rätseln nicht einfach machen.

„Tot überm Weidezaun“ ist ein Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.

Wenn Ende gut dann alles

Volker Klüpfel
Kriminalroman
409 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vorablesen für das Rezensionsexemplar

Humor trifft auf Spannung

Klappentext:
Halt an, Tommi! Kind ist ganz nass bei diese scheußliche Wetter, muss sich doch kümmern jemand.« Svetlana deutete energisch auf eine Stelle am Waldrand …

Die erstaunliche Svetlana liebt russische Literatur und Detektivgeschichten. Ihre Lebensweisheiten sind so legendär wie ihre Grammatik. Tommi, liebenswerter Chaot Anfang 30, arbeitet konsequent an seinem Durchbruch als Bestsellerautor. Meistens jedenfalls. Wegen vorübergehender Finanzflaute haust er im alten Wohnmobil seines Vaters. Die Hymer B550 hat der ihm zusammen mit seiner ukrainischen Putzfrau Svetlana überlassen. Als Tommi und Svetlana eines Abends ein kleines Mädchen am Waldrand auflesen, ahnen sie nicht, dass ihre unkonventionelle und bisweilen tollkühne Suche nach der Mutter sie auf die Spur eines schrecklichen Verbrechens bringt. Und sie selbst in große Gefahr.

„Wenn Ende gut, dann alles“ ist der Auftakt einer humorvollen Krimireihe von Volker Klüpfel.
Der Autor ist wohl den meisten bekannt durch die kultige Krimireihe mit Kommissar Kluftinger, die er mit Michael Kobr schreibt. Hier jetzt sein erster solo Roman.

Dazu hat Volker Klüpfel die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt. Die ukrainische Putzfrau Svetlana ist einfach toll. Sie liebt russische Literatur und Sprichwörter. Ihr verdrehtes Deutsch wird so einmalig wiedergegebene, dass man immer wieder schmunzeln muss. Ich habe Svetlana gleich ins Herz geschlossen. Sie weiß auf alles eine Antwort und hat ein großes Herz.

Tommi ist ein möchtegern Schriftsteller. Er hat für seinen Thriller die haarsträubendsten Ideen, bringt aber nichts richtig zu Papier. Oft wenn es ans Schreiben geht, erfindet er 1000 Ausreden, was er erledigen muss. Wegen einer Finanzflaute lebt er im Wohnwagen, den er von seinem Vater samt Putzfrau geerbt hat. Sein Vater ist in ein Altenheim gezogen und mischt da den Laden auf.
Tommi trauert immer noch seiner Freundin nach, die ihn verlassen hat. Auch sonst steht er oft auf dem Schlauch und es dauert etwas bis er versteht.

Zusammen mit Svetlana entdeckt er ein Mädchen ganz alleine am Waldrand. Svetlana, mit ihrem großen Herz fordert Tommi auf anzuhalten. Ihre Worte: „Jemand muss sich doch kümmern“. Das Mädchen wird in einem Heim untergebracht, Svetlana und Tommi versuchen die Mutter ausfindig zu machen. Schon bald finden sich die Beiden mitten in einer Mordermittlung.

Bei seinem Krimi stellt Volker Klüpfel eindeutig den Humor in den Vordergrund. Man hat zu Beginn Zeit sich mit den Charakteren vertraut zu machen und die sind Volker Klüpfel auf einzigartige Weise gelungen. Das miteinander zwischen Tommi und Svetlana ist freundschaftlich. Svetlana ist zwar Tommis Putzfrau aber ich würde sie eine Freundin nennen. Ohne sie wäre er doch aufgeschmissen.
Nach einigen Kapiteln zieht der Autor das Tempo an und die Leser*innen sind genau wie die Charaktere mitten in einer Mordermittlung.
Die wird auch mit kuriosen Ideen der Charaktere geschildert, die aber gar nicht so abwegig sind.

Der Schreibstil von Volker Klüpfel ist flüssig und gut verständlich. Die Ermittlungen werden spannend geschildert.

„Wenn Ende gut, dann alles“ ist ein humorvoller Krimi, der Lust auf mehr macht.

Elefanten Ekstase

Claudia Du Plessis
Reisekrimi
290 Seiten
erschienen bei Claudia Du Plessis
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Claudia Du Plessis für das Rezensionsexemplar

Reisebericht und Krimi vereint in einer Geschichte

Die bayrischen Freunde Fritz, Paul, Sepp und Hans unternehmen zusammen ihre zweite Afrikareise.
Die Freunde genießen die Sonne, die Weite des Landes und die unbeschreibliche Natur.
Doch da wird der Umweltschützer Martin, der noch dazu ein Bekannter von Hans ist seit einer Kanufahrt auf dem Okavango vermisst.
Die vier Freunde, die sich schon einmal als Ermittlerteam hervorgetan haben beginnen die Suche nach dem Vermissten.

Nach „Nashorn Nirwana“ ist „Elefanten Ekstase“ der 2. Reisekrimi von Claudia Du Plessis.
Was steht im Vordergrund? Ist es mehr ein Reisebericht oder ein Krimi?
Für mich stand eindeutig die Reisegeschichte im Vordergrund.
Die Weite von Namibia, der Etosha-Nationalpark und die wilden Tiere haben es mir angetan.
Ein Land in das ich schon immer einmal gerne Reisen wollte.

Aber auch der Krimi und die Ermittlungen der Hobbyermittler haben Spannung und mir als Krimi-Liebhaberin gut gefallen.
Die vier Freunde mit ihrer bayrische Gemütlichkeit sind einfach köstlich.
Als der Naturschützer Martin vermisst wird stürzen die vier sich in die Ermittlungen.

Claudia Du Plessis beschreibt Land und Leute sehr authentisch. Man spürt, dass sie von Namibia begeistert ist.
Ihr Schreibstil ist locker und gut verständlich.
Die vier Freunde sind richtige Bayern manchmal etwas desorientiert aber gerade das macht sie sympathisch.

„Elefanten Ekstase“ ist eine Reisekrimi mit viel Humor der nicht nur Afrikaliebhabern gefallen wird.

Grüsse aus Bad Seltsham

Gloria Gray
Kriminalroman
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bayrischer Krimi mit viel Humor

Vikki Victoria ist Sängerin, Entertainerin und Star des Homeshopping Senders.
Als sie in einer WhatsApp Nachricht beleidigt wird tangiert sie das nicht weiter,.
Doch als Olaf, der die WhatsApp Nachricht publik gemacht hat und dadurch einen Publicitystrudel ausgelöst hat tot in seinem Büro im Homeshopping Sender aufgefunden wird hat Vikki ein Problem.
Die Polizei sieht in ihr die Hauptverdächtige.
Um zu Beweisen, dass sie unschuldig ist muss Vikki den wahren Täter finden.
Zusammen mit Wolf und Kathi begibt sie sich auf die Suche.

„Grüße aus Bad Seltsham“ ist Vikki Victorias zweiter Zwischenfall den Gloria Gray zusammen mit ihrem Co-Autor Robin Felder geschrieben hat.

Vikki Victoria ist mir aus dem ersten Band „Zurück nach Übertreibling“ schon gut bekannt.
Sie und auch die anderen Charaktere sind alle etwas überzeichnet was den Reiz der Geschichte ausmacht.

Vikki ist schrill, laut und bunt.
Sie ist eine starke Frau die kein Blatt vor den Mund nimmt und sie versprüht einen köstlichen Humor.
Ich glaube in Vikki steckt eine ganze Menge Gloria.

Die Geschichte wird auch aus der Sicht von Vikki erzählt.
Vikki ist in diesem Band die Hauptverdächtige in einem Mordfall.
Wer Vikki kennt ahnt schon, dass Vikki nicht tatenlos darauf wartet bis die Polizei den echten Täter findet.
Sie fängt selbst an zu ermitteln. Unterstützt wird sie von Wolf und Kathi.

Der Plot ist spannend und interessant und recht skurril.
Aber das erwartet man von dieser Krimireihe ja auch.
Gloria Gray versetzt die Geschichte mit ganz viel köstlichem Humor.
Oft habe ich beim lesen laut gelacht.

„Grüße aus Bad Seltsham“ ist ein durchaus spannender Krimi, gewürzt mit ganz viel Humor.
Ich freue mich schon auf weitere Bände mit Vikki Victoria.