Als der Himmel nach Hund roch

Verena Glass
Erzählung
509 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Verena Glass für das Rezensionsexemplar

Eine Liebeserklärung an die Vierbeiner

Der Roman „Als der Himmel nach Hund roch“ von Verena Glass ist eine tief berührende Liebeserklärung an die Vierbeiner.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod von Camiro.
Dann erzählt Camiro sein Leben vom alten und pflegebedürftigen Tier bis hin zum kleinen Welpen.
Er hat die Familie viele Jahre begleitet und es gibt so viele schöne Erinnerungen.
Es gab chaotische Tage und schöne Urlaube.
Erinnerungen an seine kleine und wilde Schwester Loretta.
An Nachbars Garten. An immer gefüllte Näpfe. Und an viel Unsinn, den er angestellt hat.

Das Buch lebt durch seine Protagonisten.
Da ist Camiro, aus dessen Sicht die Geschichte zum großen Teil erzählt wird.
Camiro hat die Würde, die einem König gleichkommt. Er ist sehr liebenswürdig, aber auch ein kleiner Dieb.
Loretta, seine Schwester, ist die quirlige von den beiden Hunden.
Für Loretta sind Regeln, die Menschen aufstellen, immer eine Verhandlungssache.
Das Zusammenleben der zwei vom Wesen her verschiedenen Vierbeiner ist ein lebendiges Treiben.
Das Zusammenleben mit der Familie ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Das Leben mit den Vierbeinern ist lebendig und macht allen Spaß.

Verena Glass hat eine originelle Erzählperspektive gewählt. Hier erzählen die Hunde zum Teil den Blick der Regenbogenbrücke zugewendet.
Die Geschichte ist emotional aufgeladen, wird aber mit viel Humor immer wieder aufgelockert.
Da hier die Hunde erzählen, schauen sie auf die Menschen und ihre Marotten werden mit einem Augenzwinkern erzählt.

Die Handlungsorte werden auch aus Sicht der Tiere beschrieben. Sie wechseln zwischen dem liebevollen Zuhause und den Urlaubsorten wie der Ostsee.

Der Schreibstil von Verena Glass ist flüssig und gut verständlich. Ich habe das Klappern der Näpfe, auf das die Tiere immer schon gewartet haben, beim Lesen hören können.

Auch wenn die Geschichte durch Trauer um einen langen Wegbegleiter geprägt ist, ist es kein trauriges Buch.
Es ist eine Geschichte voller liebenswerter Erinnerungen an ein geliebtes Haustier.
Eine Geschichte, die allen Gleichgesinnten Mut macht, ihre Trauer zu überwinden.

Katzentage

Ewald Arenz
Illustrierte Erzählung
Illustriert von Florian Bayer
127 Seiten
erschienen im DuMont Verlag
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar

Schöne Geschichte

Klappentext:
Paula und Peter sind schon seit Langem Kollegen. Sie ist Ärztin, er arbeitet als Jurist in der Klinikverwaltung. Ein Interesse der beiden aneinander war schon immer da. Nach einem mehrtägigen Seminar verbringen sie die letzte Nacht miteinander.
Auf der Rückfahrt nach Hause kommen die beiden mit der Bahn nur bis Würzburg: Streik. Was sollen sie tun mit ihrer ungeklärten Geschichte und den unerwartet freien Tagen? Während sie Stadt und Umgebung erkunden, nähern sich die beiden einander vorsichtig. Peter hält die Ungewissheit, wie es mit ihnen weitergehen wird, nur schwer aus. Sein Drängen nimmt Paula mal spielerisch, mal verärgert. Sie will das Jetzt genießen und weicht den Fragen nach dem Morgen aus. Als eine Katze zu ihrer Begleitung wird, sehen sie an deren Beispiel, wie schwer sich Menschen damit tun, den Moment zu leben, ohne Plan zu sein und sich der Freiheit hinzugeben.

„Katzentage“ ist eine illustrierte Erzählung von Ewald Arenz, mit schönen Illustrationen von Florian Bayer.

Als Leser*in begleitet man Paula und Peter 3 Tage lang. Die beiden Kollegen, sie Ärztin und er Verwaltungsmitarbeiter im Krankenhaus, waren zusammen auf einer Fortbildung. Am letzten Abend sind sie sich nähergekommen und haben die Nacht zusammen verbracht. Jetzt sitzen sie im Zug und wollen nach Hause fahren. Doch in Würzburg ist Schluss, es gibt keine Weiterfahrt, die Bahn streikt. In Würzburg gestrandet leben sie die nächsten Tage wie eine Katze von einem Moment zum anderen. Dabei ist Peter sich sicher, er möchte die Beziehung zu Paula vertiefen. Paula ist sich da nicht so sicher und lebt lieber den Moment.

Ewald Arenz vermittelt die Gefühle seiner Protagonisten in seiner gewohnten poetischen Sprache. Es macht Spaß mit beiden durch Würzburg zu wandeln und die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu sehen. Durch Wälder zu radeln und den Wein aus dem Boxbeutel zu genießen.

„Katzentage“ ist eine Erzählung, die auch mit den Illustrationen lebt. Mir hat das Buch viel Freude bereitet und ich habe es an einem Stück gelesen.

Man sieht nur mit der Schnauze gut

Bernhard Aichner
Erzählung
135 Seiten
erschienen bei HaymonKrimi
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Aus dem spannenden Leben eines Hundes

Zum Inhalt:
Die Welt des treuherzigen Aspro, vielleicht der schlaueste und beste Hund von allen, steht von einer Sekunde auf die andere Kopf. Beim routinemäßigen Stöckchenspielen kommt ihm der Chef, wie er sein Herrchen nennt, bei einem explosiven Unfall abhanden. Leicht eingeschüchtert und von dem lauten Knall noch ganz benommen, wird der treue Rüde von einer jungen, schwangeren Polizistin aufgenommen, ihr Mann ist not amused. Doch die drei (bald: vier) werden warm miteinander, sogar der neue Chef kann letztlich nicht widerstehen und verliebt sich in Aspro.

„Man sieht nur mit der Schnauze gut“ ist ein Buch mit 26 kurzen Geschichten aus einem Hundeleben von Bernhard Aichner.
Der Autor, den ich eigentlich von Thrillern kenne, bei denen es richtig zur Sache geht, zeigt hier eine ganz andere Seite.

Die Hauptperson in diesem Buch ist zweifelsfrei Aspro, ein Mischlingshund der gerne seine Chefin bei der Polizeiarbeit begleitet. Aspro muss man einfach mögen. Bernhard Aichner muss in einem früheren Leben einmal als Hung auf die Welt gekommen sein. So gut wie er sich in die Gedankenwelt von Aspro hineinversetzt, ist das nicht anders zu erklären. So erzählt der Autor die Geschichte auch aus der Perspektive von Aspro.

Aspro, kommt nach dem Tod seines Chefs zu einer schwangeren Polizistin. Schnell werden die beiden ein Team und Aspro begleitet seine neue Chefin bei ihren Einsätzen.

Die 26 kurzen Kapitel werden von Bernhard Aichner humorvoll erzählt. Es macht Freude Aspro durch die Geschichten zu begleiten. Er ist stolz auf seine Chefin und beschützt das Baby, sobald es geboren ist. Auch der Mann seiner Chefin, der erst skeptisch gegenüber Aspro war, kann sich seinem Charm nicht entziehen.

„Man sieht nur mit der Schnauze gut“ ist ein humorvolles Buch, dass ich in einem Rutsch gelesen habe.

Ein Arzt für jede Welle

Dr. Reingard Friedl
Erzählung
252 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an die Agentur Julia Meyn für das Rezensionsexemplar

Hinter den Kulissen eines Kreuzfahrtschiffs

Klappentext:
Ein Kreuzfahrtschiff ist eine eigene kleine Welt, mit Restaurants, Theatern, Maschinenräumen und natürlich auch einem Krankenhaus. Hier arbeitet Schiffsarzt Priv. Doz. Dr. med. Reinhard Friedl und erlebt Tag für Tag, was Medizin auf hoher See bedeutet: Nicht nur Schnupfen, sondern auch Notfälle, rätselhafte Krankheitsverläufe und überraschende Diagnosen. Immer wieder ist detektivischer Spürsinn gefragt. Ist es ein Herzinfarkt, oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

„Ein Arzt für jede Welle“ von Dr. Reinhard Friedl nimmt die Leser*innen mit hinter die Kulissen eines Kreuzfahrtschiffes.

Dr. Reinhard Friedl ist Schiffsarzt auf einem Kreuzfahrtschiff. Der Arzt hat es nicht nur mit Erkältungen von dem Seewind oder mit Seekrankheit zu tun, es kann manchmal auch sehr ernst werden.
Der Unterschied zu einer Arztpraxis an Land und einer Praxis auf dem Schiff ist, der Arzt muss von allem eine Ahnung haben. Man kann ein Patient, der über Schmerzen am Herz klagt, nicht mal schnell zu einem Kardiologen überweisen, oder jemand mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus zum Gipsen. Auf dem Schiff muss der Arzt alles behandeln.

Dr. Reinhard Friedl erzählt in einer teilweise witzigen Art von seinem Alltag auf dem Kreuzfahrtschiff.
Wer denkt schon, wenn er eine Kreuzfahrt antritt an Krankheit. Aber die Schiffe sind für alles gerüstet. Neben einer Arztpraxis gibt es sogar ein OP, wo im Notfall Operationen ausgeführt werden können.

Dr. Reinhard Friedl scheint mir für jeden seiner Patienten ein offenes Ohr zu haben und sich in die jeweiligen Personen gut einzufügen.

Die Erzählung von Dr. Reinhard Friedl ist kurzweilig und unterhaltsam. Auf oft humorvolle Art beschreibt er seinen Alltag. Das macht er auf eine gut verständliche Art, man kann das Buch ohne jegliches Fachwissen lesen.

Mit einem Arzt wie Dr. Reinhard Friedl an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kann einem nichts passieren.

Mir hat es viel Freude gemacht, einmal hinter die Kulissen zu schauen.