Die Briefträgerin
Francesca Giannone
Historischer Roman
504 Seiten
erschienen im btb Verlag
Übersetzt aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar
Eine beeindruckende Familiengeschichte
Klappentext:
Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen
Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.
„Die Briefträgerin“ ist der große Erfolgsroman von Francesca Giannone.
Inspiriert wurde die Autorin vom Leben ihrer Urgroßmutter.
Wie man es sonst nur in Romanen liest, hat Francesca Giannone in ihrem Elternhaus eine 100 Jahre alte Visitenkarte, Briefe, Fotos und Dokumente ihrer Urgroßmutter gefunden. Damit war ihre Neugierde geweckt und sie begann zu recherchieren.
Die Geschichte beginnt mit dem Tod der Briefträgerin und dann wird ihre Geschichte erzählt.
Anna und Carlo sind frisch verheiratet, als sie 1934 von Norditalien zurück in die Heimat von Carlo, Süditalien, gekommen sind.
Anna ist eine selbstbewusste junge Frau und fragt sich, was sie hier in diesem kleinen Ort erwartet.
Sie nimmt sich vor, ihren eigenen Weg zu gehen, und wird Briefträgerin. Über Jahrzehnte bringt sie den Einwohnern von Lizzanello täglich die Post.
Dabei lernt sie die Bewohner des kleinen Orts und auch so manches Geheimnis immer besser kennen.
Auch Anna verbirgt ein Geheimnis: seit ihrer Ankunft in Lizzanello hegt sie Gefühle für Antonio, den Bruder ihres Ehemanns.
Francesca Giannone hat eine ganz wunderbare Art, die Geschichte zu erzählen. Die Autorin erzählt hier nicht vorwiegend die Geschichte von Anna, der Briefträgerin, sondern eine Familiengeschichte.
Ich wurde ganz schnell von der Geschichte und den Charakteren gefangengenommen.
Die Charaktere wirken lebendig. Anna ist mir schnell sympathisch gewesen. Je mehr ich gelesen habe, umso mehr hatte ich das Gefühl, Anna persönlich zu kennen.
Auch die anderen Charaktere Carlo und sein Bruder Antonio gefallen mir gut.
Die Bewohner des kleinen Orts lernt man durch Anna langsam kennen. Zu Beginn waren sie nicht begeistert, dass Anna die Stelle als Briefträgerin angetreten ist.
Der Schreibstil von Francesca Giannone ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Der Handlungsort Süditalien wird sehr anschaulich beschrieben. Das süditalienische Flair wird gut vermittelt.
„Die Briefträgerin“ wird ohne Zweifel zu meinen Jahreshighlights gehören.

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