Die Papierschöpferin

Anna Thaler
Historischer Roman
319 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Interessanter Historischer Roman

Klappentext:
Norditalien im 15. Jahrhundert: Der plötzliche Tod ihres Vaters lässt Sofia di Maderno mit drei jüngeren Geschwistern zurück. Jetzt muss sie, auf sich allein gestellt, die Papiermühle der Familie führen. Als Sofia sich weigert, den Sohn eines anderen Müllers zu heiraten, werden aus den Nachbarn Konkurrenten, die ihr die Gesellen abwerben. Bald steht die Mühle kurz vor dem Ruin. Erst die Unterstützung des väterlichen Freunds Sebastiano, eines Franziskaner-Mönchs, lässt Sofia wieder Hoffnung schöpfen. Sebastianos Novize Gianluca lässt Sofias Herz höher schlagen. Schließlich führt der Kampf um ihr Erbe Sofia nach Augsburg, wo nach den Erfindungen Johannes Gutenbergs der Buchdruck revolutioniert wird. Und nach Venedig, wo ihr Vater einen gefährlichen Plan verfolgt hat.

„Die Papierschöpferin“ ist ein interessanter Historischer Roman von Anna Thaler.

Sofia di Maderno lebt in Norditalien im Papiermühlental. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert sich Sofia um die Familie. Jetzt ist ihr Vater von einer Reise nach Venedig nicht zurückgekommen. Sofia steht mit der Papiermühle und drei jüngeren Geschwistern allein da.
Zuerst sieht es so aus, als würden die anderen Papierhersteller Sofia unterstützen. Das hält aber nicht lange an. Zu einer Heirat will sie sich nicht zwingen lassen. So bleibt ihr nur die Unterstützung von Frate Sebastiano, einem Freund ihres Vaters und dem nahegelegenen Kloster.
Als es um die Mühle schlecht aussieht und es keine Arbeiter im Ort gibt, geht Sofia mit Frate Sebastiano auf eine Reise nach Augsburg, um neue Arbeiter anzuheuern.
Hier macht Sofia die Bekanntschaft mit dem Buchdruck, eine revolutionäre Erfindung von Johannes Gutenberg. Weiter geht es nach Venedig, um herauszufinden, was das Vorhaben ihres Vaters war.

Anna Thaler verpackt in ihrer Geschichte viele Informationen über die damalige Papierherstellung. Ich fand das sehr interessant und habe mir die Herstellung von Papier nicht so mühsam vorgestellt. Für den neue Buchdruck kann man dann auch nicht jedes Papier gebrauchen. Vor allem der Leim, der auf die Papierbögen aufgetragen wird, braucht eine bestimmte Rezeptur. Hier habe ich Sofia bewundert, wie sie sich gleich an die Rezepturen ihres Vaters erinnert hat und die richtige parat hatte.

Die Charaktere sind von Anna Thaler gut gezeichnet und wirken lebendig. Mir hat Sofia gut gefallen. Sie hat viel Verantwortung übernommen, für ihre Geschwister und für die Mühle. Auch Frate Sebastiano war mir schnell sympathisch, auch wenn ich nicht mit jeder Handlung von ihm einverstanden war. Sein Novize Gianluca ist auch eine große Bereicherung für die Geschichte.
In der Geschichte treffen die Leser*innen auch auf einige historische Persönlichkeiten wie z. B. Jakob Fugger. Das macht die ganze Geschichte noch authentischer.

Anna Thaler erzählt die Geschichte in einer der zeit angepassten Sprache. Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten kaum aus der Hand legen.

Mir haben so wohl die Geschichte, wie auch die interessanten Informationen zur Papierherstellung sehr gut gefallen.

„Die Papierschöpferin“ ist ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack.