Kleopatra

Saara El-Arifi
Historischer Roman
420 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Volker Oldenburg
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Eine Königin spricht

Klappentext:
Dieser atemberaubende Roman erzählt das Leben der ehemals mächtigsten Frau der Welt: Kleopatra, die letzte altägyptische Königin, war eine Pharaonin, Ehefrau, Mutter – und eine Herrscherin mit unermesslicher Macht. Ihr Tod ist legendenumwoben, ihr Leben sagenhaft. Mit gerade einmal 19 Jahren besteigt sie nach dem Tod ihres Vaters den Thron eines Weltreichs, nicht ahnend, welche ungeheuerlichen Herausforderungen von diesem Moment an ihr Leben bestimmen sollten.
Bestsellerautorin Saara El-Arifi erzählt das Leben der Kleopatra jetzt erstmals aus ihrer eigenen Sicht: ein einzigartiges Leseabenteuer und ein Manifest von Macht, Liebe und dem unbezwingbaren Geist einer wahren Königin, die sich den Zwängen ihrer Zeit widersetzte.

„Kleopatra“ von Saara El-Arifi ist ein außergewöhnlicher Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

Kleopatra, wohl eine der bekanntesten und mit Mythen behaftete Frau aus dem alten Ägypten.
Saara El-Arifi verleiht ihr in ihrem Roman eine Stimme. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Kleopatra geschrieben. Ich habe mich beim Lesen Kleopatra nahe gefühlt. Mir hat besonders gefallen, dass die Leser*innen von Kleopatra direkt angesprochen wurden. Sie hat offen einige Überlieferungen bemängelt. Ob Bilder oder Überlieferungen in geschriebener Form, Kleopatra bemängelt und stellt richtig, was ihrer Meinung nach falsch überliefert wurde.

Saara El-Arifi beschreibt Kleopatra sehr gut und auch ihre Beziehung zu Caesar und später zu Marcus Antonius und auch die Geburt und die Liebe zu ihren Kindern werden gut erzählt.
Kleopatra war eine Königin die lange umstritten war. Dazu haben auch ihre Schwester und ihr Bruder beigetragen, die ihr den Thron streitig machen wollten.

Natürlich musste auch Saara El-Arifi sich an die alten Überlieferungen halten. Die Autorin hat genau recherchiert und das für sie wahrscheinlichste Bild von Kleopatra in diesem Roman gezeichnet.

Der Schreibstil von Saara El-Arifi ist flüssig und gut verständlich. Sie hat mich mit ihren Worten in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.
Mit diesem Buch habe ich eine neue Autorin für mich entdeckt.

Das Herz aus Gold

Weina Dai Randel
Historischer Roman
443 Seiten
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Emotionale Geschichte

„Das Herz aus Gold“ von Weina Dai Randel entführt die Leser*innen bis nach Shanghai

China: 1925. Im Mittelpunkt steht Anyu Zhang. Als 15-jähriges Mädchen findet sie im Schnee ein Fabergé-Ein und setzt alles dran es dem Besitzer zurückzugeben. Isaak Mandelburg, Juwelier des russischen Zaren, der auf der Flucht ist, dankt Anyu indem er ihr eine Adresse in Shanghai gibt uns sagt sie sei dort immer willkommen.
Jahre später, Anyu ist zur Waisen geworden, nimmt sie ihren Mut zusammen und geht nach Shanghai. Sie ist fest entschlossen auch Juwelierin zu werden und lernt die Welt des Glanzes kennen.
Aber nicht nur der Glanz und die Schönheit der Juwelen begegnen Anyu in Shanghai, sondern auch die Schattenseiten, die von Gier und Brutalität beherrscht werden. Kann sich Anyu in der gefährlichen Stadt zurechtfinden, ohne unterzugehen?

Weina Dai Randel hat großartige Protagonisten das Leben geschenkt. Anyu hat mir gleich gefallen. Sie ist mutig und intelligent und fest entschlossen, das Juwelierhandwerk zu erlernen. Es dauert aber nicht lange bis sie die Schattenseiten kennenlernt. Auch Isaak Mandelburg, der Juwelier hat mir gut gefallen. Einst Juwelier des Zaren, musste er nach Shanghai flüchten.

Weina Dai Randel erzählt die Geschichte auf eine emotionale Art. Es mutet fast an, wie ein Märchen. Das junge Mädchen Anyu geht nach Shanghai in die Welt des Glanzes und des Glimmers, um dort bei einem Juwelier das Handwerk zu erlernen. Aber die Autorin führt ihre Leser*innen auch in den Abgrund, in die Unterwelt von Shanghai in der alles andere als Glimmer herrscht.

Weina Dai Randel lässt Themen wie Rassenhass und die Unterschiede zwischen Arm und Reich sehr deutlich in ihre Geschichte einfließen.
Auch über die Herstellung edler Schmuckstücke kann man einiges lesen.
Der Schreibstil von Weina Dai Randel ist flüssig und gut verständlich.

„Das Herz aus Gold“ ist ein Roman, den ich gerne gelesen habe.

Die Welt in unseren Händen

Emily Walton
Historischer Roman
372 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Emily Walton für das Rezensionsexemplar

Ein fesselnder historischer Roman

Klappentext:
Als die junge Emma ihre Großmutter June in Oxford besucht, ahnt sie zunächst nicht, dass dies ihr letzter Besuch bei ihr sein wird. Und auch nicht, was ihr bevorsteht, als sie ein Gedichtbändchen mit der Widmung eines gewissen Ken aus dem Jahr 1944 entdeckt. Nach und nach enthüllt sich eine abenteuerliche Lebensgeschichte, die Emma nie vermutet hätte. Als June kaum so alt ist wie sie jetzt, stellt sie sich in den Dienst der Royal Air Force. Die Kriegswirren führen sie von London bis in die Wüste Ägyptens. Als sie in Kairo dem südafrikanischen Kameramann Ken gegenübersteht, hat sie zum ersten Mal das Gefühl, eine innere Heimat zu finden. Doch kann sie sich diesen Gefühlen hingeben, während die Welt im Argen liegt und ihre beste Freundin Dotty in London um ihr Leben ringt? Während Emma in die Jugend ihrer Großmutter eintaucht, beginnt sie ihre eigene Zukunft mit anderen Augen zu sehen.

„Die Welt in unseren Händen“ von Emily Walton ist ein großartiger historischer Roman, der die Leser*innen von London bis nach Ägypten führt.

Als Emma ihre Großmutter June besuchte, fand sie bei ihr ein Gedichtband mit einer Widmung. Aus dem Jahr 1944. Zusammen mit Emma tauchen die Leser*innen in Junes Leben ein. June absolvierte während des Kriegs ihren Dienst bei der Royal Air Force. Die Wirren des Kriegs haben sie bis nach Ägypten gespült, wo sie Ken getroffen hat.

Emily Walton erzählt mit dem Roman „Die Welt in unseren Händen“ einen berührenden Roman. Die Geschichte beginnt im Jahr 2012, von da aus werden die Leser*innen zurück in die 1940er Jahre geschwemmt. Es ist die Geschichte von June, die erzählt wird.
June möchte Karriere bei der Women’s Auxiliary Air Force machen. Sie träumt von einem selbstbestimmten Leben. Doch der Krieg verändert alles.

Mir haben June und auch Emma sofort gefallen. Auch die anderen Protagonisten werden gut beschrieben und wirken lebendig.

Emily Walton beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich. Ich sah die Wüste Ägyptens vor meinen Augen. Es ist bewegend und spannend zugleich, die Geschichte von June zu lesen. Die Liebesgeschichte zwischen June und dem südafrikanischen Kameramann Kent hat mich berührt. Auch die Sorge um Junes Freundin Dotty, die in London um ihr Leben ringt, ist berührend. June würde gerne zu Dotty reisen, doch der Krieg lässt das nicht zu.

Am Ende der Geschichte treffen die Leser*innen wieder auf Emma. Sie kennt jetzt die Lebensgeschichte ihrer Großmutter und findet Parallelen zu ihrem Leben, aus denen sie Kraft und Hoffnung ziehen kann.

Ich liebe Geschichten, in denen ein Geheimnis der Vergangenheit entblättert wird. So war „Die Welt in unseren Händen“ genau das richtige Buch für mich. Inspiriert zu dieser Geschichte wurde die Autorin durch Erzählungen ihrer Großmutter, die sie zum Teil in die Geschichte einfließen ließ.

„Die Welt in unseren Händen“ ist ein berührender Roman, den ich mit viel Freude gelesen habe.

Die wilden Jahre

Susanne Goga
Historischer Roman
438 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender und interessanter historischer Roman

Klappentext:
Rheinland 1919. Die Geschwister Thora und Hannes Bernrath entstammen einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie aus Mönchen-Gladbach und stehen einander sehr nah. Sie leben in bewegten Zeiten von Krieg, Revolution und Besatzung. Thora nutzt die neue aufregende Zeit, um ein Schauspielstudium in Düsseldorf zu beginnen, während Hannes, der eigentlich Architektur studieren wollte, nach seiner Rückkehr von der Front orientierungslos ist. Eines Tages wird Hannes wegen Mordverdachts verhaftet, schweigt aber beharrlich. Im Zimmer ihres Bruders findet Thora einen Gedichtband von Eichendorff, in dem die Worte »Adler« und »Vulkan« markiert sind. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Rätsel, das sich dahinter verbirgt. Und erfährt vom geheimen Leben ihres Bruders. Thora begreift, dass sie mit allen Mitteln darum kämpfen muss, ihn aus dem Gefängnis zu befreien.

„Die wilden Jahre“ von Susanne Goga entführt die Leserinnen ins Jahr 1919.

Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Thora und Hannes Bernrath. Sie sind als Kinder einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie in Mönchen-Gladbach aufgewachsen.
Der erste Weltkrieg ist vorbei, jetzt heißt es wieder Leben und Pläne machen. Thora beginnt ein Schauspielstudium in Düsseldorf. Hannes hingegen hat der Krieg und die Front aus der Bahn geworfen.

Susanne hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Die Geschwister Thora und Hannes waren mir schnell vertraut und sympathisch.
Thora ist eine mutige junge Frau, die, wenn sie einen Entschluss fasst, ihn auch durchzieht. Ihrem Bruder ist sie sehr verbunden und als er unter Mordverdacht gerät, beginnt Thora auf eigene Faust zu ermitteln, damit ihr Bruder seine Unschuld beweisen kann.

Hannes ist ganz anders als seine Schwester. Man lernt ihn und seine Geschichte erst im Laufe der Geschichte kennen. Durch Rückblenden und Briefe wird das Geheimnis um Hannes nach und nach entblättert.

Susanne Goga fängt die Zeit nach dem 1. Weltkrieg hervorragend ein. Vieles ist im Umbruch, vieles scheint sich zu verändern und es gibt viele Spannungen. Auch die politische Situation wird gut beschrieben. So war Mönchen-Gladbach von den Alliierten und es wurde gestreikt.
Auch wenn ich viel historische Romane und auch einiges über die Nachkriegsjahre gelesen habe, habe ich doch einiges Neues erfahren.

Susanne Goga hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Mit der Geschichte von Hannes und dem Mordverdacht bringt die Autorin Spannung in die Geschichte. Mit den historischen Hintergründen, vermittelt die Autorin viel interessantes Wissen.

„Die wilden Jahre“ ist ein historischer Roman mit Krimi Vibes, den ich mit Freude gelesen habe.

Die Farbe des Bösen

Ralf H. Dorweiler
Historischer Kriminalroman
407 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender und informativer Historischer Kriminalroman

Klappentext:
Hamburg 1887. Die Richterstochter Johanna Ahrens hat sich Hals über Kopf in einen Sozialisten verliebt. Als sie ihn zu einer Protestaktion vor einer Tapetenfabrik begleitet, wird sie Zeugin, wie zwei Männer eine Leiche aus einem Nebengebäude tragen. Schockiert wendet Johanna sich an Criminalcommissar Hermann Rieker. Der kann vor Ort zunächst keine Spur eines Verbrechens finden, wird aber hellhörig, als auf einem nahe gelegenen Brachgelände ein grausam zugerichteter Toter entdeckt wird. Während Johanna auf eigene Faust inkognito in der Fabrik ermittelt, forscht Rieker nach der Identität des Toten. Schon bald stößt er auf weitere Leichen, die ähnlich entstellt sind.

„Die Farbe des Bösen“ ist der zweite Band der historischen Krimireihe „Ein Fall für Rieker und Ahrens“ von Ralf H. Dorweiler.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Hamburg in das Jahr 1887.
Criminalcommissar Hermann Rieker ist erst kurz vor dem ersten Band zum Commissar befördert und hat nun seinen 2. Fall. Das Verhältnis zu seinem Kollegen Commissar Breiden ist nicht besonders gut, den Rieker kommt nicht aus den höheren Kreisen wie Breiden. Auch Riekers Vorgesetzter Criminalinspektor von Stresenbeck beäugt Rieken oft kritisch, obwohl er seinen ersten Fall gut und schnell gelöst hatte.

Wieder einmal kommt die Tochter von Richter Ahrens mit einem Verbrechen in Konflikt.
Bei einer Demonstration vor einer Tapetenfabrik, sieht sie, wie eine totgeglaubte Person in einer Schubkarre abtransportiert wird. Mit ihrer Erkenntnis geht sie zu Criminalcommissar Rieker. Da Rieker zurzeit keinen aktuellen Fall zu bearbeiten hat, geht er dem nach. In einem verlassenen Fabrikgebäude findet sich dann tatsächlich eine Leiche und auf dem dazugehörigen Gelände gibt es auffällige Stellen, mit frisch aufgeschütteter Erde.
Derweil schleust sich Johanna Ahrens inkognito in die Tapetenfabrik ein. Johanna und auch Criminalcommissar Rieker geraden wieder in eine gefährliche Situation.

Johanna ist die Tochter eines Richters und kommt aus gutem und wohlbehütetem Haus. Trotzdem gelingt es ihr immer wieder unauffällig von zu Hause zu verschwinden. Sie ist sehr sozial eingestellt und hat in ersten Band heimlich eine Schule für Frauen aus der unteren Schicht gegründet, um ihnen Bildung angedeihen zu lassen. Mittlerweile hat Johannas Vater eine Lehrerin eingestellt und Johanna darf nicht mehr selbst unterrichten.
Jetzt geht es Johanna um das Recht der Arbeiter in den Fabriken.

Ralf H. Dorweiler hat großartige Charaktere gezeichnet. Commissar Rieker und Johanna Ahrens gefallen mir gut. Johanna stellt ihren kriminalistischen Spürsinn wieder einmal unter Beweis und gibt Commissar Rieker nützliche Hinweise, bringt Rieker damit aber auch wieder in einen Zwiespalt, da Johanna die Richter von Richter Ahrens ist.

Das alte Hamburg wird gut beschrieben. Die sozialen Schichten unter den Bürgern werden gut aufgezeigt.

Ralf H. Dorweiler hat sich auch in diesem Band wieder einem Teil des menschlichen Körpers gewidmet. War es im ersten Band das Herz, so sind es im zweiten Band die Zähne. Ich fand es sehr interessant, wie Commissar Rieker sich über echten Zahnersatz informiert und was er da alles in Erfahrung brachte.

Der Schreibstil von Ralf H. Dorweiler ist flüssig und gut verständlich.
Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können, so wurde ich in die Geschichte hineingezogen.

„Die Farbe des Bösen“ ist wieder ein interessanter und spannender Historischer Kriminalroman. Ich freue mich jetzt schon auf den 3. Band.

Die Heilerin des Nordens

Ines Thorn
Historischer Roman
351 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein atmosphärischer Roman

Klappentext:
In der rauen Wildnis des Nordens wächst Miija als Tochter einer Schamanin auf. Schon als junges Mädchen zeigt sie eine außergewöhnliche Gabe, auf die Stimmen der Natur zu achten. Es steht bald außer Frage, dass sie die Nachfolge ihrer Mutter antreten wird. Eine Berufung, die großes Ansehen mit sich bringt, aber Miija auch zur Außenseiterin macht. Vor allem, als die traditionelle Welt der Sámi ins Wanken gerät. Der christliche Glaube und neue, moderne Methoden der Heilkunst brechen mit Macht in Miijas Welt ein. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten zweier Glaubenswelten, sondern trifft auch einen Mann, der ihr Schicksal ändert.

„Die Heilerin des Nordens“ von Ines Thorn führt die Leser*innen nach Lappland ins 19. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt steht Miija, sie ist die Tochter einer Ureinwohnerin und Schamanin. Auch Miija zeigt Interesse an der Natur. antreten. Miija kann der Stimme der Natur lauschen, sie versteht die Pflanzen und ihre Heilkräfte. Sie wird darauf vorbereitet, einmal die Nachfolge ihrer Mutter anzutreten. Doch die Welt dreht sich weiter und auch die Welt der Sami verändert sich.

Ines Thorn hat mich wieder einmal mit ihrem lebendigen Schreibstil begeistert. Ihre Charaktere sind liebenswert und lebendig. Es ist interessant, Miija von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter zu begleiten. Mit Miija zusammen erfährt man als Leser*in viel über die Wirkung der Pflanzen. Miija verschmelzt manchmal richtig mit der Natur und mir kam es manchmal so vor, als ob Miija zwischen zwei Welten wandelt.
Miija gerät in der Geschichte aber auch in den Konflikt zwischen ihrer Heilkunst und der immer fortschrittlicher werdenden Medizin. Für die einen ist sie eine Heilerin, für die anderen eine Schamanin, an deren Kunst sie nicht glauben. So ist Miija manchmal hin- und her gerissen zwischen ihrem Glauben und ihren Zweifeln an ihre Heilkunst.
Auch das Leben der Samen an sich verändert sich. Die Zeit wird modernen und die Samen müssen um ihren Platz kämpfen.
Dabei gelingt Ines Thorn ein guter Mittelweg zwischen der Heilkunst der Natur und der modernen Medizin.

Ines Thorn erzählt sehr atmosphärisch. Gerade die Weite Lapplands mit der schneebedeckten Landschaft hatte ich schnell vor Augen.

Der Schreibstil von Ines Thorn ist wie immer flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so wurde ich in die Geschichte hineingezogen.

„Die Heilerin des Nordens“ ist ein historischer Roman, der den Leser*innen die Kunst und das Leben der Samen näherbringt. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Die Frauen vom Tafelberg

Inès Keerl
Historischer Roman
487 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Historischer Roman mit vielen realen Persönlichkeiten

Klappentext:
Liebe und Verrat am Kap der Guten Hoffnung Kapstadt, 1672. Sieben Jahre nach den dramatischen Ereignissen am Tafelberg steht Catharina Ustings erneut vor einer existenziellen Bedrohung: Sie wird des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Zusätzlich drohen ihre heimliche Affäre mit einem neuen Kommandanten und ein gefährliches Geheimnis sie zu vernichten. Gemeinsam mit der ehemaligen Sklavin Amisha und Krotoa, der »Urmutter Südafrikas«, riskiert Catharina alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr Glück zu retten.

„Die Frauen vom Tafelberg“ ist der 2. Band der Reihe Catharina Ustings von Inès Keerl.

Den 1. Band „Die Löwin vom Tafelberg“ habe ich leider nicht gelesen, möchte es aber gerne noch nachholen. Aber auch ohne den 1. Band zu kennen, bin ich gut in das Buch hineingekommen.

Catharina Ustings hat sich mit Hans, ihrem Ehemann, ein Leben am Kap der Guten Hoffnung aufgebaut. Catharina muss vor Jahren schwere Schicksalsschläge hinnehmen, das wurde im 1. Band behandelt, wo sie von Lübeck nach Südafrika geflohen ist.
Jetzt wird sie des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Doch Catharina kämpft für ihr Recht, für ihre Freiheit und für ihren Besitz in Südafrika.

Dem Roman ist ein Personenregister angefügt, was ich sehr hilfreich fand. So konnte ich immer wieder einmal nachschlagen, um den Überblick über die vielen Protagonisten zu behalten. In dem Personenregister sind belegte historische Personen gekennzeichnet und es ist erstaunlich, wie vielen realen Persönlichkeiten man in der Geschichte begegnet.

Catharina Ustings hat mir auf Anhieb gefallen. Sie ist eine mutige und starke Frau, der das Schicksal schon übel mitgespielt hat.

Krotoa, in dieser Geschichte auch oft Eva genannt, ist eine südafrikanische Ureinwohnerin, die oft als Übersetzerin dient. Ihre Figur ist eine Bereicherung für die Geschichte.

Inès Keerl beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich. Die Charaktere, die zum großen Teil historisch belegt sind, werden authentisch die Geschichte geführt.
Die fiktiven Personen sind gekonnt in die Geschichte integriert.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten kaum noch aus der Hand legen.

Inès Keerl webt in dieser Geschichte Realität und Fiktion so fein zusammen, dass ein großes Ganzes entsteht, was nicht mehr zu trennen ist.

„Die Frauen vom Tafelberg“ ist die Art von historischem Roman, die ich besonders liebe. Ich habe die Geschichte mit großer Freude gelesen und werde sie bestimmt lange im Gedächtnis behalten.

Die an den Tod nicht glauben

Cleo Sternberg
Kriminalroman
386 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen historischen Krimireihe

Klappentext:
Berlin, 1910. Als eine weibliche Leiche aus der Spree gezogen wird, wird ihr Fall vom zuständigen Rechtsmediziner schnell und nachlässig abgehandelt: Vermutlich hat die bitterarme ledige Mutter schlicht Selbstmord begangen.
Ganz anders sieht das die angehende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke. Ein Detail an der Leiche hat ihre Aufmerksamkeit geweckt. Und weil ihre Mutter sich ebenfalls das Leben genommen haben soll, was Perdita bis heute nicht glaubt, nimmt sie den Fall persönlich. Bei ihren Ermittlungen stößt sie bald auf den ebenso geheimnisumwitterten wie charmanten Bestatter Charon Czerny. Perdita misstraut ihm zutiefst, scheint er doch aus dem Tod eine Show für sein Geschäft zu machen. Versucht Charon gar, den Mörder zu decken? Erst als es für sie beide gefährlich wird, erkennen Perdita und Charon, dass sie auf derselben Seite stehen.

„Die an den Tod nicht glauben“ ist der 1. Band einer neuen historischen Krimireihe von Cleo Sternberg.

Mit ihrer Geschichte führt Cleo Sternberg ihre Leser*innen in das historische Berlin des Jahres 1910.

Der angehende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke fallen an einer Leiche verschiedene Merkmale auf, die der Gerichtsmediziner übersehen werden. Vom Gerichtsmediziner wird der Tod als Selbstmord abgehandelt, genau wie bei der Mutter von Perdita Menke. Als sie die Tode noch einmal heimlich untersuchen will, wurde die Leiche schon vom Bestatter Charon Czerny abgeholt. Perdita wendet sich an den Kriminalanwärter Dieter Schulz und erfährt, dass auch ihm Ungereimtheiten aufgefallen sind. .
Perdita und Schulz stellen Nachforschungen an. In ihren Fokus gerät der Bestatter Charon Czerny. Auch werden sie auf anderen mysteriösen Todesfällen aufmerksam, die als Selbstmord deklariert wurden. Alles Frauen aus ärmlichen Verhältnissen.

Cleo Sternberg erzählt die Geschichte atmosphärische. Sie beschreibt die Handlungsorte sehr deutlich. Als Leser*in kann man die Ermittlungen und die Untersuchungen von vor über 100 Jahren verfolgen und schnell wird einem bewusst, was sich in der Zeit alles geändert hat.
Die Charaktere sind von Cleo Sternberg gut gezeichnet. Das ungleiche Ermittlerpaar gefällt mir sehr gut und ich freue mich jetzt schon sie über mehrere Bände begleiten zu dürfen.
Durch die mysteriösen Todesfälle erzeugt die Autorin eine spannungsgeladene und geheimnisvolle Atmosphäre. Mir hat es beim Lesen oft im Nacken gekribbelt.
Der Schreibstil von Cleo Sternberg ist flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Ihre Sprache hat sie der Zeit gut angepasst.

„Die an den Tod nicht glauben“ ist ein spannender historischer Kriminalroman, den ich sehr gerne gelesen habe.

Geschenk des Loslassens

Ellin Carsta
Historischer Roman
302 Seiten
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Die Kinder der Hansens geht spannend weiter

Klappentext:
Hamburg 1928: Das Hansens, Hamburgs glamouröses Vergnügungslokal, ist Dreh- und Angelpunkt für die Schicksale der Familie Hansen: Amala Hansen ist hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen in ihrer Beziehung und ihrer Arbeit als Geschäftsführerin des Lichtspielhauses. Eduard Ahrendsen wandelt auf einem gefährlichen Pfad zwischen geschäftlichem Erfolg und kriminellen Machenschaften. Als die Fenster des Hansens zerstört werden und die Polizei den Fall untersucht, kündigt sich weiteres Unheil an. Mit welchen Leuten hat sich Eduard hier angelegt?

„Geschenk des Loslassens“ ist jetzt schon der 8. Band der Familiensaga „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta. Ich hibbele immer noch jedem neuen Band entgegen.

Therese ist wieder zurück nach Wien, Amalas Bruder Robert ist mit ihr gereist, um die Familie in Wien kennenzulernen. Von Wien aus wird er wieder in die USA zurückkehren.
Es ist ruhiger geworden in der Hansen Villa, doch das Leben der Charaktere bleibt aufregend.
Im Hansens wurden Scheiben eingeschlagen. Für Eduard ist es klar, das war eine Warnung an ihn. Er holt sich Hilfe aus Berlin und gerät immer tiefer in seine kriminalistischen Machenschaften.

In den vorherigen Bänden hat man die verschiedenen Charaktere schon gut kennen und lieben gelernt.
Die Familie lebt weit verzweigt in Hamburg, im Schwarzwald, in München, in Wien und in den USA.
Das sind auch die Schauplätze der Geschichte.
In jedem Kapitel steht eine Person im Mittelpunkt, die wir ein Stück durch die Geschichte begleiten dürfen.
Diese Perspektivwechsel machen die Geschichte besonders interessant und facettenreich.

Wir sind im Jahre 1928 angekommen. Zwischen dem 7. und 8. Band ist nicht viel Zeit vergangen.
Amala und Eduard sind vollauf mit dem Hansens beschäftigt. Augusta hat sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, da sie mehr für ihre kleine Tochter Dasein möchte.
Was mir Sorge bereitet, sind Eduards Machenschaften. Er sinkt immer tiefer in den kriminellen Sumpf. Ich hoffe er zieht Amala, die sich für das Hansens aufopfert, da nicht mit rein.

Therese ist wieder zurück in Wien und sucht Ablenkung in ihrem Kaffeehaus.
In Philadelphia hat sich Marie dazu entschieden gegen ihren Mann vorzugehen.

Das ist so in groben Zügen das, was passiert. Mehr will ich auch nicht verraten. Ihr seht aber, es bleibt an allen Fronten spannend.

Ellin Carsta hat mich wie schon mit vielen anderen Büchern wieder begeistert.
„Die Kinder der Hansens“ ist aufgrund der vielen Schauplätze und Familienzweige sehr abwechslungsreich und wird immer spannender.
Jeden Familienzweig begleitet man ein kurzes Stück des Weges.

Der Schreibstil von Ellin Carsta ist unterhaltsam und gleichzeitig fesselnd.
Die Autorin spricht in der Geschichte viele spannende Themen an.
Vor allem müssen Amala und auch Robert sich immer wieder mit Rassismus auseinandersetzen.
Was mich immer wieder bei dieser Reihe begeistert, ist die Herzlichkeit und der Zusammenhalt aller Familienmitglieder untereinander, obwohl es in diesem Band zu kleinen Unstimmigkeiten kommt.

Auch die politische Situation kommt zur Sprache. Anhand von Frederikes Mann werden die Veränderungen, die in Deutschland um sich greifen, aufgezeigt.

Egal, unter welchem Pseudonym die Autorin ihre Bücher veröffentlicht, ich weiß immer: Das Buch wird mich nicht enttäuschen.
Ellin Carsta ist einfach eine begnadete Geschichtenerzählerin.

Jetzt freue ich mich schon auf Band 9, der hoffentlich im nächsten Jahr erscheint.

Der Dorfladen – Wie das Schicksal spielt

Anne Jacobs
Historischer Roman
606 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Der Dorfladen ist das Herzstück des Dorfs

Klappentext:
Dingelbach am Fuße des Taunus, 1927. Unruhige Zeiten stehen den drei Schwestern vom Dorfladen bevor. Während Frieda, die mittlere Tochter, in ihrem ersten Theaterengagement Höhen und Tiefen durchlebt, ist Ida, die jüngste, glücklich verliebt in ihren Florian und setzt damit das angestrebte Abitur aufs Spiel. Florians Nähe zur KPD erweist sich jedoch für sie beide als Desaster, Ida kehrt zurück nach Dingelbach. Hier erwartet die dritte Schwester, die brave Herta, ein uneheliches Kind, was für viel Aufruhr im Dorf sorgt. Werden die drei dennoch ihr Glück finden?

„Der Dorfladen – Wie das Schicksal spielt“ von Anne Jacobs ist der 3. Band der Trilogie rund um den Dorfladen.
Die Autorin hat schon einige Historische Romane veröffentlicht. Mit ihrer Reihe „Die Tuchvilla“ hat sie große Bekanntheit erreicht.
Die Dorfladen-Saga hat mir bisher sehr gut gefallen und ich freue mich, die Charaktere wieder zutreffen.

Anne Jacobs hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Die Familie Haller war mir schon im 1. Band schnell sympathisch.
Der Dorfladen, der von der Mutter Haller geführt wird, ist das Herzstück des Dorfes. Hier kommen die Einwohner nicht nur zum Einkaufen hin, hier trifft man sich und erfährt die Neuigkeiten des Dorfs.

Herta ist die älteste und vernünftigste der drei Schwestern. Sie ist meist still und unterstützt ihre Mutter im Dorfladen. Doch jetzt erwartet ausgerechnet Herta ein uneheliches Kind. Das sorgt für Aufruhr im Dorf.

Frieda ist die mittlere Schwester
Sie ist spontan und neugierig. Ihr Wunsch, Schauspielerin zu werden, scheint in Erfüllung gegangen zu sein. Doch es gibt Höhen und Tiefen, die Frieda durchleben muss.

Ida ist die jüngste Schwester
Sie ist intelligent und wissbegierig. Ida geht in Frankfurt aufs Gymnasium. Sie ist in Florian verliebt und vergisst darüber hinaus das Lernen für das Abitur. Nur ist Florian, mit seiner Nähe zur KPD der Richtige für Ida?

Es gibt aber noch viel mehr interessante und liebenswerte Charaktere.

Nach wenigen Seiten war ich wieder tief in die Geschichte versunken. Da war er wieder, der geliebte Kaffeeklatsch im Dorfladen. Hier werden die Neuigkeiten ausgetauscht.
Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben. Die Schauplätze sind der Taunus, wo der Dorfladen beheimatet ist und Frankfurt.
Die Atmosphäre im Dorf wird den Leser*innen gut vermittelt.
In diesem Buch geht Anne Jacobs zwar auch auf die politische Situation und die Studentenunruhen ein, aber die Gefühle und Hoffnungen der Charaktere stehen deutlich im Vordergrund.

Die Autorin hat ihre Sprache, in der sie die Geschichte erzählt, gut auf die Zeit der Handlung abgestimmt. Ihr Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.

„Der Dorfladen – Wie das Schicksal spielt“ ist das Ende der Trilogie. Da auf der Tuchvilla-Saga auch mehr Bände geworden sind als zu Beginn geplant, hege ich die Hoffnung, die Familie Haller doch noch einmal wieder zutreffen.