Der Totengräber und der Orden des Teufels

Oliver Pötzsch
Historischer Kriminalroman
535 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Historik und Spannung kunstvoll miteinander verflochten

Klappentext:
Ein blutiges Ritual erschüttert das vornehme Wien des Jahres 1896: Bei einer vermeintlich satanistischen Messe wurde eine junge Frau bestialisch ermordet, ihre Kehle durchgeschnitten, Zunge und Herz fehlen. Als Inspektor Leopold von Herzfeldt mit den Ermittlungen beauftragt wird, stößt er auf eine Freimaurer-Loge. Aber hat er es wirklich mit Teufelsanbetung zu tun? Der Totengräber Augustin Rothmayer, empört über eine Grabschändung auf dem Zentralfriedhof, bietet ihm seine Hilfe an. Gemeinsam mit Herzfeldts Verlobter, der scharfsinnigen Reporterin Julia Wolf, und dem aufstrebenden Nervenarzt Dr. Sigmund Freud folgen sie einer Spur, die sie in die Abgründe der Wiener Gesellschaft führt, wo hinter okkulten Ritualen und antisemitischen Geheimbünden eine Ideologie heranwächst, die Jahrzehnte später die Welt ins Verderben stürzen wird.

„Der Totengräber und der Orden des Teufels“ ist der 5. Band der Totengräber-Reihe von Oliver Pötzsch.

Der Autor hat ein Händchen für interessante Protagonisten.
So hat er auch für diese Reihe wieder großartige Charaktere geschaffen.
Der Totengräber, ein kauziger Wiener, gefällt mir besonders gut. Seine Gehilfin und Adoptivtochter Anna, die ihm zurzeit viele Sorgen bereitet, ist auch sehr gut getroffen. Anna ist intelligent und wissbegierig. Ihr Wunsch ist, Ärztin zu werden, doch in Österreich dürfen Frauen noch nicht studieren.
Und natürlich waren mir der Ermittler Leopold von Herzfeldt und die Reporterin Julia Wolf schnell sympathisch. Ich verfolge die Charaktere schon seit dem 1. Band und immer wieder entdeckt man neue Seiten an ihnen.

In diesem Band wird eine junge Frau bei einer Teufelsbeschwörung getötet. Ihr wurden die Zunge und das Herz herausgeschnitten. Dazu wurden noch merkwürdige Zeichen auf der Leiche gefunden, die allen Anschein nach auf die Freimaurer hindeuten. Hier bekommt Leopold von Herzfeldt wichtige Hinweise von Augustin Rothmayer.
Der Hauptverdächtige in diesem Mordfall ist Ferdinand von Tatten, der Freund der jungen Frau. Doch Ferdinand von Tatten scheint verrückt geworden zu sein und ist in einem Sanatorium.
Des Weiteren ist ein großer Anschlag in Wien geplant, den es zu verhindern gilt.
Die Journalistin Julia Wolf plant einen Artikel über Dr. Sigmund Freud.

Privat sind Leopold von Herzfeldt und Julia Wolf mit der Wohnungssuche beschäftigt, die allerdings bei all dem Trubel in den Hintergrund rückt.

Oliver Pötzsch erzählt die Geschichte unterhaltsam und sehr interessant. Als Leserin wird man in das Jahr 1896 versetzt. Die Beschreibung von Wien im späten 19. Jahrhundert ist sehr gelungen. Auch der Einblick, den man von den Freimaurern bekommt, ist interessant. Der Schreibstil von Oliver Pötzsch gefällt mir schon immer sehr gut. Er ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Der Autor versteht es, Spannung aufzubauen und auch seine Leserinnen immer wieder in die Irre zu führen.
Oliver Pötzsch vermittelt viel interessantes Wissen auf eine unterhaltsame Art und es macht immer wieder Spaß, seine Bücher zu lesen.
Besonders seine historischen Romane wie die Faustus-Reihe haben mich gefesselt.
In der Totengräber-Reihe verknüpft Oliver Pötzsch gekonnt Historie und Krimi miteinander.
Ich habe auch den 5. Band genauso wie die vorherigen verschlungen.
Jetzt hoffe ich, dass die Reihe weitergeht.