Nacht der Ruinen

Cay Rademacher
Historischer Kriminalroman
423 Seiten
erschienen im Dumont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein interessanter und spannender historischer Kriminalroman

Klappentext:
März 1945: Amerikanische Verbände haben Köln erreicht. Trotz der Durchhalteparolen aus Berlin ist der Widerstand gering, die Stadt wie ausgestorben. Kaum mehr 20.000 Menschen leben in den Trümmern. Doch die Amerikaner erobern nur einen Teil der zerstörten Metropole, denn der Rhein bildet wochenlang die Front. Unlängst wurde die Domstadt noch einmal schwer bombardiert. Ein abgeschossener Pilot stürzte dabei mit seinem Fallschirm mitten hinein ins Chaos und wurde Opfer eines feigen Lynchmords. Nun soll der junge amerikanische Soldat Joe Salmon, eigentlich Joseph Salomon, ein Kölner Jude, der nach der »Reichskristallnacht« mit knapper Not in die USA emigrieren konnte, den Fall klären. Joe sucht den Mörder oder die Mörderin, tatsächlich aber sucht er insgeheim noch zwei andere Menschen, die er einst in der Heimat zurücklassen musste: Jakub und Hilda, seinen besten Freund und die Frau, in die er hoffnungslos verliebt war. Auf verschlungenen Pfaden nähert Joe sich der Lösung des Falls und der eigenen Vergangenheit und begegnet dabei historischen Persönlichkeiten, die im März 1945 in Köln gelebt und gewirkt haben.

„Nacht der Ruinen“ ist ein Kriminalroman, der in den Kriegswirren spielt von Cay Rademacher. Der Autor ist mir durch seine Krimireihe mit dem sympathischen Capitaine Roger Blanc gut bekannt. Auf diesen Krimi war ich sehr gespannt.

Der Handlungsort ist Köln. Die Stadt liegt in Schutt und Asche, kaum noch Menschen leben in der Stadt.

Es sind die letzten Kriegstage, als die Amerikaner versuchen gegen den Widerstand der deutschen Armee anzukämpfen. Ein Pilot wird abgeschossen, kann sich mit einem Fallschirm retten, doch er wird zugleich das Opfer eines Lynchmordes.
Der junge amerikanische Soldat Joe Salmon soll den Mord aufklären. Er ist Jude und stammt aus Köln. Eine schwere Aufgabe für den jungen Mann.
Die Leser*innen begleiten Joe nicht nur bei der Suche nach dem Mörder, sondern auch nach 2 Menschen, die ihm viel bedeutet und die er bei seiner Flucht in die USA in seiner Heimatstadt zurückgelassen hatte.

Cay Rademacher vermittelt die Situation des zerbombten Köln sehr anschaulich. Ich bin ganz tief in die Geschichte eingetaucht, habe das zerbombte Köln vor Augen gehabt und die fetten Ratten habe ich rascheln gehört.
Man erfährt einiges über die für alle schwere Situation . Für die letzten Deutschen die noch in Köln leben genauso wie für die Eroberer. Es ist spannend Joe bei der Suche zu begleiten.
Cay Rademacher hat Charaktere ins Leben gerufen, die auf mich sehr authentisch wirken.
Auch die Handlung wird sehr realistisch wiedergegeben. Der Autor schreibt im Nachwort was Realität ist und was seiner Fantasie entsprungen ist. Ich finde, er hat Realität und Fiktion sehr fein verwoben, dass man es nicht zu trennen vermag.
Die Leser*innen treffen in der Geschichte auf historischen Personen wie George Orwell und Konrad Adenauer was die Geschichte noch realer wirken lässt.

Der Schreibstil von Cay Rademacher ist flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd.
Ich konnte das Buch oft nicht aus der Hand legen.

Mit seinem Kriminalroman “Nacht der Ruinen“ vermittelt Cay Rademacher ein Stück Zeitgeschichte verpackt in einer spannenden Geschichte.

Tod und Teufel

Frank Schätzing
Historischer Kriminalroman
528 Seiten
erschienen im Emons Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender historischer Kriminalroman

Klappentext:
1260: In Köln strebt die spektakulärste Kathedrale der Christenheit dem Himmel entgegen. Glanz und Bedeutung wachsen mit jedem Tag. Für Abenteurer und Pilger aus aller Welt wird die Stadt zur Verheißung, für Jacop den Fuchs, liebenswerter Herumtreiber und Dieb, wird sie zur Hölle. Ungewollt beobachtet er, wie ein riesiger Schatten den Dombaumeister in die Tiefe stößt. Er hat den Mord als Einziger gesehen. Aber der Schatten hat auch ihn gesehen. Wenig später ist jeder, dem Jacop davon erzählt, tot. Von Verschwörern und dem gespenstischen Mörder gejagt, findet er schließlich Unterschlupf beim versoffenen Kleriker Jaspar und seiner Nichte Richmodis. Sie beschließen, Jacop zu helfen, in einem Kampf David gegen Goliath! Doch Richmodis ist smart, Jaspar schlau, und der Fuchs trägt seinen Beinamen nicht von ungefähr.

„Tod und Teufel“ ist der erste Band der Jacop der Fuchs-Trilogie von Frank Schätzing.
Das Buch ist bereits 1995 erschienen und war ein großer Erfolg.
Anlässlich Frank Schätzings neuem Roman “Helden“, der die Geschichte von Jacop kongenial fortführt, erscheint „Tod und Teufel“ in einer vollkommen neu gestalteten Ausgabe im Emons Verlag.

Frank Schätzing entführt seine Leser*innen nach Köln in das 13. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt steht Jacob der Fuchs, ein Kleinkrimineller.
Jacob beobachtet, wie der Baumeister Gerhard Morart von einer dunklen Gestalt vom Gerüst gestoßen wird. Er ist der einzige, der den Mord gesehen hat. Gefährlich für Jacob ist, dass die dunkle Gestalt ihn auch gesehen hat. Jacob findet ein Versteck bei Jasper.
Und in Köln beginnt eine Verschwörung ihren Lauf zu nehmen.

Frank Schätzing erzählt die Geschichte fesselnd und spannend. Die Leser*innen begleiten die Protagonisten nur einige Tage, doch in diesen Tagen passiert so viel. Das Buch ist voll gepackt mit Abenteuer und mit Verschwörung.
Frank Schätzing lässt das Mittelalter lebendig werden. Der Autor beschreibt die Zeit der Handlung sehr realistisch, dabei vermittelt er das Leben der kleinen Leute im Mittelalter sehr glaubwürdig.
Seine Protagonisten werden gut beschrieben und sind richtig lebendig, fast zum Anfassen.

Der fesselnde und spannende Schreibstil von Frank Schätzing hat die Seiten nur so dahinfliegen lassen. Ich konnte das Buch meist gar nicht zur Seite legen. So waren die 528 Seiten auch in 2 Tagen gelesen.

Jetzt freue ich mich auf „Helden“ der 2. Band der Trilogie.